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    dorli Top 50 Rezensent

    Aktiv seit: 13. Februar 2018
    "Hilfreich"-Bewertungen: 24

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    278 Rezensionen

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    Golden Cage. Trau ihm nicht. Trau niemandem.

    Golden Cage. Trau ihm nicht. Trau niemandem. (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    15.05.2019

    Golden Cage

    Stockholm. Faye und Jack lernen sich 2001 während ihrer Studienzeit an der Handelshochschule kennen und lieben. Die beiden bauen gemeinsam ein Unternehmen auf, sind damit äußerst erfolgreich und führen ein luxuriöses Leben. Nach der Geburt ihrer Tochter Julienne redet Jack Faye ein, dass es für alle am besten wäre, wenn sie der Familie zuliebe das Unternehmen verlassen würde. Zur Hausfrau degradiert, besteht Fayes Alltag nur noch aus langweiligen Treffen mit anderen Frauen aus der Oberschicht und dem fieberhaften Bemühen, Jack weiterhin zu gefallen…

    Camilla Läckberg verwendet viel Zeit darauf, den Leser mit Faye und ihrem Umfeld vertraut zu machen. Sowohl Fayes derzeitiges Leben inmitten der nur auf Äußerlichkeiten bedachten High Society wie auch ihre Ziele und Träume, die sie als junge Frau hatte, als sie – mit einem dunklen Geheimnis im Gepäck – nach Stockholm gekommen ist, werden ausführlich geschildert.

    Mehrere Rückblicke in das Jahr 2001 zeigen Faye als eine Frau, die stark ist. Die sich weder ausnutzen noch schikanieren lässt. Die einen unerschütterlichen Ehrgeiz an den Tag legt und die, wenn sie es für notwendig hält, auch kaltblütig agiert. Da will das Bild der verheirateten Faye, die sich zunehmend selbst verliert und Jacks wachsende Verachtung und seine Demütigungen nicht wahrnimmt bzw. einfach hinnimmt, so gar nicht passen. Zumindest fällt es schwer, ihre Wandlung nachzuvollziehen und ich habe mich gefragt, warum eine so intelligente, zielstrebige Frau sich derart von ihrem Mann unterbuttern lässt. Als Faye Jack in flagranti mit einer jüngeren Frau erwischt, erwacht ihr Kampfgeist plötzlich zu neuem Leben und sie schmiedet einen Racheplan… der Camilla Läckberg leider in Art, Umfang und Durchführung genauso unglaubwürdig geraten ist, wie die gegensätzliche Verhaltensweise ihrer Protagonistin.

    Ich mag den Schreibstil von Camilla Läckberg sehr und war bisher immer begeistert von ihren Fjällbacka-Krimis, aber mit „Golden Cage“ hat mich die Autorin nicht überzeugen können. Kurzbeschreibung und Leseprobe hatten mich eine fesselnde, mitreißende Geschichte erwarten lassen, doch dort, wo ich das Besondere erwartet habe, habe ich nur Durchschnitt und unglaubwürdige Handlung bekommen und bin entsprechend ein wenig enttäuscht (2,5/5).
    Das Weingut. Aufbruch in ein neues Leben

    Marie Lacrosse
    Das Weingut. Aufbruch in ein neues Leben (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    08.05.2019

    Das Weingut - Aufbruch in ein neues Leben

    In ihrem historischen Roman „Das Weingut - Aufbruch in ein neues Leben“ entführt Marie Lacrosse den Leser in die 1870er Jahre in die Pfalz und ins Elsass und zeichnet ein eindrucksvolles Bild der Gesellschaft des 19. Jahrhunderts. Zahlreiche historische Fakten und Gegebenheiten wurden mit einer spannenden fiktiven Handlung verwoben und ermöglichen dem Leser einen umfassenden und facettenreichen Blick auf die Lebens- und Arbeitsbedingungen zur damaligen Zeit.

    „Aufbruch in ein neues Leben“ ist der zweite Band der mitreißenden Familiensaga rund um die Weinhändler-Familie Gerban und knüpft direkt an die Geschehnisse des ersten Teils an. Ich halte es für ratsam, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen, da das Wissen über die vorherigen Ereignisse den Lesegenuss dieser spannenden Fortsetzung noch erhöht.

    Marie Lacrosse hat einen angenehm zu lesenden Schreibstil und versteht es ganz ausgezeichnet, den Leser in den Bann ihrer Geschichte zu ziehen. Schon nach wenigen Seiten war ich wieder mit den Akteuren vertraut und habe gespannt das Geschehen verfolgt. Die Geschichte beginnt im Februar 1871 und wird in mehreren Handlungssträngen erzählt.

    Der Krieg ist zu Ende und Franz Gerban versucht, seinen Platz im Leben zu finden. Gar nicht so leicht für den beinamputierten knapp 21-Jährigen, denn sein Vater Wilhelm versucht ihn mit hinterhältigen Machenschaften zu gängeln. Franz Mutter Pauline – sie wurde auf Wilhelms Veranlassung wegen ihrer Laudanum-Sucht in die Irrenanstalt Klingenmünster eingewiesen – verweigert mittlerweile jeglichen Kontakt zu ihm. Außerdem ist seine große Liebe Irene spurlos verschwunden.

    Pauline erholt sich zunächst und versucht einen Ausweg aus ihrer Verwahrung zu finden, wird aber mit Medikamenten ruhiggestellt. Erst als in der Anstalt eine Pocken-Epidemie ausbricht, wendet sich das Blatt für sie.

    Irene ist mittlerweile Mutter eines Sohnes und versucht, den Lebensunterhalt für sich und den kleinen Fränzel als Textilarbeiterin in einer Tuchfabrik zu verdienen. Sie arbeitet bis zur völligen Erschöpfung und hat dennoch kaum genug zum Leben. Als sie den Arbeiterführer Josef kennenlernt, hofft sie auf eine bessere Zukunft.

    Marie Lacrosse wartet mit einer Fülle spannender Themen auf, die die Menschen damals bewegt und beschäftigt haben. Neben der Produktion von Wein geht es um die katastrophalen Arbeitsbedingungen in den Fabriken und die ersten Versuche der Arbeiter, die Zustände zu verbessern. Es geht um Kinderarbeit, Unfallschutz und gerechtere Löhne. Außerdem werden die unwürdigen Verhältnisse in der Psychiatrie sowie damals anerkannte Heilmethoden beleuchtet. Und auch die Probleme bezüglich der politischen Zugehörigkeit Elsass-Lothringens nach dem Deutsch-Französischen-Krieg spart die Autorin nicht aus.

    „Das Weingut - Aufbruch in ein neues Leben“ hat mir sehr gut gefallen – eine spannende, mit vielen historischen Fakten verwobene Familiengeschichte, die anschaulich und lebendig erzählt wird.



    Die Tote vom Titlis

    Monika Mansour
    Die Tote vom Titlis (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    07.05.2019

    Die Tote vom Titlis

    In ihrem Kriminalroman „Die Tote vom Titlis“ nimmt Monika Mansour den Leser mit in die faszinierende Gletscherwelt der Schweizer Alpen. Es geht hoch hinauf auf die Bergstation des Titlis. Eigentlich ein atemberaubendes Erlebnis - doch weder die zwanzig Gäste einer in der Gletschergrotte stattfindenden Hochzeit noch der Luzerner Ermittler Cem Cengiz und die Staatsanwältin Eva Roos, die ihr Flitter-Wochenende in Engelberg mit einem Besuch auf dem Gipfel des Titlis abrunden wollen, können das Alpenidyll mit den schneebedeckten Bergen genießen, denn ein Schuss setzt der Beschaulichkeit ein jähes Ende. Die Braut wurde während der Zeremonie in der Grotte ermordet! Damit nicht genug, ein gewaltiger Schneesturm macht die Anwesenden - unter ihnen natürlich auch der Mörder - zu Gefangenen auf dem Berggipfel. Ein von der Autorin großartig ausgeklügeltes Verwirrspiel beginnt, das die Ermittler in höchstem Maße fordert und den Leser zum Miträtseln einlädt.

    Monika Mansour hat einen sehr fesselnden Schreibstil. Schon nach wenigen Seiten entwickelt die Handlung einen Sog, dem man sich als Leser nicht entziehen kann. Es ist spannend und sehr unterhaltsam, das Miteinander und Gegeneinander der illustren Hochzeitsgäste in dieser für sie extremen Situation zu beobachten. Nicht nur, dass jeder Einzelne seine Eigenheiten und Macken hat, auch die Beziehungen und Verwicklungen zwischen den Familienangehörigen, Trauzeugen sowie Freunden und Bekannten des Brautpaares sind mehr als explosiv und geben dem Verwirrspiel rund um den Mord immer wieder neuen Zündstoff. Der Täter nutzt dies raffiniert aus und scheint Cem und Eva bis zur überraschenden Auflösung immer einen Schritt voraus zu sein.

    „Die Tote vom Titlis“ hat mir sehr gut gefallen – ein Krimi, der mit seinen zahlreichen Überraschungen und Wendungen zu keiner Zeit Langeweile aufkommen lässt. Ein absolut spannendes Leseerlebnis.
    Weiß, S: Perlenfischerin

    Weiß, S: Perlenfischerin (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    01.05.2019

    Die Perlenfischerin

    In ihrem Roman „Die Perlenfischerin“ nimmt Sabine Weiß den Leser mit auf eine Reise ins mittelalterliche Norddeutschland und wartet mit einer lebendig erzählten Mischung aus Historie, Familiengeschichte, Spannung und Romantik auf. Die Autorin hat die historischen Ereignisse rund um die Wende zum 13. Jahrhundert mit einer facettenreichen fiktiven Geschichte verknüpft und damit ein sehr authentisches Bild der damaligen Zeit gezeichnet.

    Sabine Weiß hat einen angenehm zu lesenden Schreibstil und versteht es ganz ausgezeichnet, den Leser in den Bann ihrer Geschichte zu ziehen. Schon nach wenigen Seiten war ich mit den Figuren vertraut und habe gespannt das Geschehen verfolgt. Die Autorin erzählt sehr anschaulich, so dass ich mir nicht nur die Handlungsorte und die vorherrschenden Gegebenheiten bestens vorstellen konnte, ich habe auch Seite um Seite mit den Akteuren gelebt und gelitten.

    Die Handlung beginnt Ende Oktober 1189 – Heinrich der Löwe hat mit seinen Truppen nach kurzer Belagerungszeit die Handelsstadt Bardowick zerstört und damit auch das Schicksal der Familie Ostmann neu bestimmt. Die Familie wird in den Wirren des Überfalls getrennt – während es Baumeister Gerold mit seiner Frau Magda und dem 8-jährigen Sohn Bendix nach Lübeck verschlägt, wird die schwer verletzte 6-jährige Ida von der Einsiedlerin Neslin am Ufer der Ilmenau gefunden. Ida, die jegliche Erinnerung an ihr bisheriges Leben verloren hat, wächst in Neslins Hütte im Wald nahe dem Fluss auf und entwickelt sich zu einer hervorragenden Perlenfischerin. Als Ida viele Jahre später Hinweise über ihre Abstammung erhält, macht sie sich auf die Suche nach ihrer Familie…

    Die Ostmanns durchleben über vierzig Jahre hinweg viele Höhen und Tiefen und müssen nicht nur ihren Alltag meistern, sondern werden im Verlauf der Handlung auch mit den Dingen konfrontiert, die die Menschen damals beschäftigt und bewegt haben. Sowohl die politische Lage, das Machtgerangel und die zahlreichen Fehden der Herrschenden, die Christianisierung der Slawen, die Entwicklung von Adel und Ritterschaft, die Stadtgeschichte Lübecks und der Salzhandel in Lüneburg wie auch die Gefahren, mit denen die Kaufleute und Seefahrer zu kämpfen hatten, sind Thema in diesem Roman. Nicht zu vergessen natürlich die Geschichte und Geschichten rund um die Flussperlen.

    „Die Perlenfischerin“ hat mich von der ersten bis zur letzten Seite begeistert. Es hat Spaß gemacht, die Familie Ostmann und ihre Weggefährten durch eine für sie sehr aufregende Zeit zu begleiten und ihr Miteinander und Gegeneinander zu beobachten.
    Versuchung à la Provence

    Andreas Heineke
    Versuchung à la Provence (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    30.04.2019

    Versuchung à la Provence

    Luberon/Provence im Frühjahr. Ein halbes Jahr ist es jetzt her, dass Pascal Chevrier Paris den Rücken gekehrt und seine Tätigkeit als Dorfgendarm in dem kleinen Ort Lucasson aufgenommen hat. Er genießt den ruhigen Arbeitsalltag nach dem jahrelange Trubel in der Großstadt – nicht ahnend, dass sein zweiter großer Mordfall bereits die Finger nach ihm ausstreckt! Und das im wahrsten Sinne des Wortes, denn abgetrennte menschliche Finger in Fleischlieferungen versetzen die Sterneköche der Region in Angst und Schrecken. Da die Finger nachweislich von einem Toten stammen, wird Pascal mit der Suche nach der Leiche beauftragt und befindet sich plötzlich mittendrin in den Auseinandersetzungen zwischen radikalen Tierschützern und einer alten Gourmet-Bruderschaft, die mit ihren barbarisch zubereiteten Menüs für reichlich Zündstoff sorgt.

    Neben den Ermittlungen spielen auch die privaten Angelegenheiten des sympathischen Gendarmen eine große Rolle. Der Leser kann an all den Dingen teilhaben, die dem passionierten Hobbykoch abgesehen von seinem Polizeialltag wichtig sind – seine Leidenschaft für Wein und gutes Essen, seine Familie, seine Begeisterung für die Landschaft um ihn herum oder auch die Renovierung seines Hauses. Außerdem geht es in diesem Krimi um uralte Kochbücher und Delikatessen aus der Zeit des Mittelalters, die nach den ursprünglichen Rezepten zubereitet werden.

    Ganz besonders punkten kann Andreas Heineke mit einer großen Portion Lokalkolorit. Dank der ausführlichen Beschreibungen konnte ich mir die Schauplätze inmitten der beeindruckenden Natur des Luberon sehr gut vorstellen. Die Besonderheiten des beschaulichen Landstriches werden hervorgehoben und sowohl die lokalen Begebenheiten als auch die Eigenarten der Einheimischen fließen in die Handlung ein.

    Andreas Heineke erzählt sehr anschaulich - das hat mich begeistert, wenn es um die Beschreibungen der Landschaft ging und hat mich ein ums andere Mal schaudern lassen, wenn die traditionellen Zubereitungsmethoden der „Feuerköche“ geschildert wurden, denn die Gourmet-Bruderschaft bewegt sich mit ihren Kreationen am Rande der Legalität und überschreitet skrupellos die Grenzen der Ethik.

    „Versuchung à la Provence“ hat mir sehr gut gefallen – ein Krimi, der mit ganz viel provenzalischem Flair daherkommt und mir interessante Einblicke in die Historie der Kochkunst ermöglicht hat.
    Zum Teufel mit den fiesen Friesen

    Christiane Franke
    Zum Teufel mit den fiesen Friesen (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    29.04.2019

    Zum Teufel mit den fiesen Friesen

    Neuharlingersiel im April. Tjark Ukena ist mit seinem funkelnagelneuen Motorrad unterwegs, als er, von einer Gewehrkugel getroffen, die Kontrolle über die Maschine verliert und tödlich verunglückt. Kurze Zeit später ertrinkt Kitesurferin Antje Plumhoff – auch auf sie wurde geschossen…

    Dorfpolizist Rudi Bakker ist voller gespannter Vorfreude – sein verschollen geglaubter Vater kommt mit seinen beiden Töchtern aus Kanada zu Besuch. Dumm nur, dass die Suche nach dem Todesschützen so viel Zeit in Anspruch nimmt, Rudi kann die Familienzusammenkunft gar nicht richtig genießen.

    Postbote Henner Steffens hat ein ganz anderes Problem. Er hat sich in die Yogalehrerin Maya verliebt und möchte ihr dies in einem Brief mitteilen. Doch das ist gar nicht so einfach.

    Lehrerin Rosa Moll ist sauer. Rudi informiert sie gar nicht über die Fortschritte bei den Ermittlungen. Sie fühlt sich ausgeschlossen, dabei hat sie doch bisher immer mit ihren detektivischen Fähigkeiten zur Lösung der Fälle beitragen können. Kurzerhand macht sie sich allein auf Spurensuche und gerät wieder einmal in eine brenzlige Situation.

    Auch Helmut Schnepel ist natürlich wieder mit von der Partie. Dessen absonderliche Kombinationsgabe bringt nicht nur Rudi, sondern auch viele andere Neuharlingersieler zum Verzweifeln. Diesmal nimmt der überhebliche Oberkommissar sogar Henner als möglichen Täter ins Visier.

    Christiane Franke und Cornelia Kuhnert erzählen auch ihren sechsten Krimi mit dem Neuharlingersieler Ermittlertrio wieder mit viel Pep und Schwung. Es geht in diesem Buch gewohnt frisch, locker und lebhaft zu – den Leser erwarten neben einer guten Portion Spannung vor allen Dingen Wortwitz und jede Menge Situationskomik.

    Auch wenn der Humor und die spannende Verbrecherjagd im Vordergrund stehen, darf eine kräftige Dosis Lokalkolorit natürlich nicht fehlen. Neben einem Ausflug in die Historie des Landstrichs – es geht um die ostfriesischen Häuptlinge – wurde auch der Alltag der Dorfgemeinschaft mit allem, was die Küstenbewohner interessiert und bewegt, in die Handlung integriert. Themen aus Kultur und lokaler Politik werden genauso beleuchtet wie regionale Projekte. Auch auf einige Spezialitäten und Leckereien aus der ostfriesischen Küche nebst Rezepten im Anhang kann sich der Leser wieder freuen.

    „Zum Teufel mit den fiesen Friesen“ hat mich durchweg begeistert – ein großartiges Lesevergnügen.


    Wendelken, B: Nur wer die Hölle kennt

    Wendelken, B: Nur wer die Hölle kennt (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    29.04.2019

    Nur wer die Hölle kennt

    Martinsfehn/Ostfriesland. Zwanzig Jahre ist es her, dass die ehemalige Springreiterin Verena Matzke, ihr kleiner Sohn Michel sowie Daniela Finke, die auf dem Pferdehof der Matzkes eine Ausbildung absolvierte, bei einer schrecklichen Brandkatastrophe ums Leben gekommen sind. Obwohl damals schnell feststand, dass es sich um Brandstiftung gehandelt hat, wurde der Täter nie dingfest gemacht. Noch heute gehen allerdings viele Dorfbewohner davon aus, dass Verenas damals 15-jährige Tochter Melody das verheerende Feuer gelegt hat. Daher ist es kaum verwunderlich, dass Melody nicht mit offenen Armen empfangen wird, als sie jetzt in ihr Heimatdorf zurückkehrt. Nur ihre frühere Freundin Simone Jakobi freut sich über das Wiedersehen. Simone will ein Buch über die Feuernacht schreiben und verkündet auf ihrer Geburtstagsfeier - zu der sie auch Melody eingeladen hat - lautstark, dass sie den wahren Brandstifter kennt. Kurz darauf brennt wieder ein Haus in Martinsfehn. In den Trümmern wird eine völlig verkohlte Leiche gefunden: Simone.

    „Nur wer die Hölle kennt“ ist bereits der vierte Fall für Nola van Heerden und ihren Kollegen Renke Nordmann - dieser Krimi ist aber auch ohne Kenntnis der vorhergehenden Bände bestens verständlich.

    Barbara Wendelken hat einen sehr fesselnden Schreibstil. Der Krimi wird spannend erzählt und entwickelt schon nach wenigen Seiten einen Sog, dem man sich als Leser nicht entziehen kann.

    Die Handlung spielt auf zwei Zeitebenen. Das gegenwärtige Geschehen mit den Ermittlungen von Nola und Renke im Fall Simone Jakobi wird immer wieder von den Ereignissen im Jahr 1997 unterbrochen. In den Rückblenden erfährt der Leser nach und nach, was in der Zeit rund um den furchtbaren Brand geschehen ist und kann sich ein Bild von den damals beteiligten Personen machen, von denen ein großer Teil auch in dem aktuellen Fall eine wichtige Rolle spielt. Häufige Perspektivwechsel machen es möglich, dass man die damaligen und heutigen Vorgänge aus unterschiedlichen Blickwinkeln beobachten und dabei sehr intensiv an den Gedanken und Gefühlen aller Akteure teilhaben kann.

    Falsche Fährten, viele Verdächtige sowie immer neue Hinweise, Indizien und Ereignisse halten das Geschehen lebendig und haben mir viel Platz zum Miträtseln und Mitgrübeln über Motiv und Identität des Täters gegeben.

    „Nur wer die Hölle kennt“ hat mich durchweg begeistert – ein abwechslungsreicher, gut durchdachter Krimi, der mir mit seiner fesselnden Handlung ein paar äußerst spannende Lesestunden beschert hat.
    Der Gesang der Bienen

    Ralf H. Dorweiler
    Der Gesang der Bienen (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    11.04.2019
    Münstertal im Schwarzwald, 1152. Das beschauliche Leben des Zeidlers Seyfried gerät völlig aus den Fugen, als seine heilkundige Frau Elsbeth für den Tod von Fronika - der Tochter Gottfrieds von Staufen, des ministerialen Marschalls der Zähringer - verantwortlich gemacht und zum Tode verurteilt wird. Vom zuständigen Gericht bekommt Seyfried eine Frist von zwei Wochen und damit die Gelegenheit, die Fürsprache der Äbtissin Hildegard von Bermersheim einzuholen und das Leben seiner Frau zu retten. Seyfried macht sich unverzüglich auf den Weg nach Bingen…

    In seinem historischen Roman „Der Gesang der Bienen“ nimmt Ralf H. Dorweiler den Leser mit auf eine Reise mitten hinein in das 12. Jahrhundert und wartet mit einer tollen Mischung aus Historie, Abenteuer und Spannung auf.

    Ralf H. Dorweiler erzählt mit viel Pep und Schwung. Obwohl die Akteure einiges an
    Leid ertragen müssen, wirkt die Geschichte farbenfroh und lebendig. Dank der detailreichen Beschreibungen und Schilderungen kann man sich alles bestens vorstellen und wird von der vorherrschenden Atmosphäre schnell eingefangen.

    Der Autor hat wenig Mitleid mit seinen Protagonisten. Seyfried bekommt auf der selbst unter günstigen Bedingungen kaum zu schaffenden Strecke nach Bingen allerhand Steine in den Weg gelegt. Und als er endlich angekommen ist, wird seine Geduld auf eine harte Probe gestellt, denn die Äbtissin Hildegard konfrontiert den Zeidler mit allerlei Aufgaben und Bedingungen, bevor sie über sein Anliegen entscheiden will.
    Elsbeths Ausharren im Kerker ist natürlich alles andere als ein Zuckerschlecken und auch Seyfrieds 14-jährige Tochter Anna, die gemeinsam mit ihrem Bruder Jasper auf der Staufener Burg abwarten muss, bis Seyfried zurück ist, hat mit einigen Schwierigkeiten zu kämpfen.

    Ralf H. Dorweiler erzählt nicht nur die spannende Geschichte rund um Seyfried und seine Familie, er macht den Leser auch mit einem alten Handwerksberuf bekannt: dem des Zeidlers. Ein Zeidler war mit dem Sammeln von Honig und Wachs von wilden Bienen beschäftigt. Die vielfältigen Aufgaben, die Arbeitsweise und die Schwierigkeiten, die bei der Ausübung dieses Berufes auftraten, werden interessant beschrieben und verständlich erläutert.

    „Der Gesang der Bienen“ hat mir sehr gut gefallen. Es hat Spaß gemacht, die Akteure durch die für sie sehr aufregende Zeit zu begleiten und ihr Miteinander und Gegeneinander zu beobachten.
    Die Erleuchtung der Welt

    Johanna von Wild
    Die Erleuchtung der Welt (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    10.04.2019

    Die Erleuchtung der Welt

    Neckargemünd, 1425. Die 10-jährige Helena steht am Straßenrand inmitten einer der kurfürstlichen Familie zujubelnden Menschenmenge und bekommt ein unerwartetes Geschenk: Prinzessin Mechthild - erstgeborene Tochter von Kurfürst Ludwig und seiner Gattin Matilde – wirft ihr eine kleine Puppe zu. Welche Bedeutung das kleine Präsent für ihren weiteren Lebensweg haben wird, ahnt Helena zu diesem Zeitpunkt nicht…

    Zwei Jahre nach dieser ersten Begegnung mit Mechthild nimmt Helenas Leben eine furchtbare Wendung – ihr Vater, ein Tagelöhner, kann seine Spielschulden nicht begleichen und verkauft Helena an den brutalen Winzer Cuntz Wengerter. Als Magd soll sie die Schulden abarbeiten. Wochenlang ist Helena den Grausamkeiten des Winzers ausgeliefert, bis ihr schließlich die Flucht gelingt und sie Schutz in einem Kloster findet…

    Johanna von Wild ist mit „Die Erleuchtung der Welt“ ein ausgezeichnetes Porträt über eine außergewöhnliche Frau des 15. Jahrhundert gelungen: Mechthild von der Pfalz.

    Mechthild von der Pfalz war eine gebildete und selbstbewusste Frau, der es wichtig war, freies Denken zu fördern. Eine Büchersammlerin, die sich als Gönnerin von Wissenschaft und Kunst hervorgetan und ihren Sohn Graf Eberhard V. von Württemberg (Eberhard im Bart) bei der Gründung der Universität Tübingen unterstützt hat.

    Johanna von Wild hat das Schicksal ihrer Protagonistin Helena eng mit dem Leben und Wirken Mechthilds verwoben. Helena wird im Verlauf des Romans zu Mechthilds Vertrauter und bleibt - bis auf eine mehrjährige Auszeit, die sie nach einem heftigen Streit in Rom verbringt - stets an deren Seite. Doch auch die Nähe zu dem Adelshaus kann nicht verhindern, dass Helena immer wieder von ihrer Vergangenheit eingeholt wird und mit einigen Widrigkeiten zu kämpfen hat.

    Die Autorin hat einen angenehm flott zu lesenden Schreibstil und erzählt nicht nur sehr anschaulich von den Höhen und Tiefen in Helenas und Mechthilds Leben, sondern hat auch viele Begebenheiten aus der regionalen Historie - wie zum Beispiel die Teilung Württembergs durch den Nürtinger Vertrag - in ihre Geschichte eingeflochten und damit ein facettenreiches und glaubwürdiges Bild von Zeit und Ort gezeichnet.

    „Die Erleuchtung der Welt“ hat mir sehr gut gefallen – eine spannend erzählte Geschichte, die mir nicht nur unterhaltsame Lesestunden beschert, sondern mich auch realitätsnah an einem Stückchen deutscher Geschichte teilhaben lassen hat.
    Le Hingrat, L: Blutchronik

    Le Hingrat, L: Blutchronik (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    09.04.2019

    Die Blutchronik

    Edirne, Osmanisches Reich im Mai 1448. Vlad Draculea – seit mehreren Jahren gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder Radu in osmanischer Geiselhaft – wird von Sultan Murad entlassen und zum Fürsten der Walachei ernannt. Der 18-jährige Vlad fiebert der Rückeroberung des walachischen Throns entgegen, endlich kann er den Tod seines Vaters rächen. Und damit beginnt sich das Karussell aus grausamen und blutigen Machtkämpfen zu drehen…

    In ihrem historischen Roman „Die Blutchronik“ entführt Liliana Le Hingrat den Leser in das 15. Jahrhundert nach Südosteuropa und erzählt die Geschichte des walachischen Fürsten Vlad III. Draculea.

    „Die Blutchronik“ ist die Fortsetzung von Liliana Le Hingrats Debütroman „Das dunkle Herz der Welt“ – obwohl die Kenntnis des ersten Bandes nicht unbedingt vonnöten ist, halte ich es für ratsam, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen, da das Wissen über die vorherigen Ereignisse den weiteren Lebensweg Vlads verständlicher und nachvollziehbarer macht.

    Liliana Le Hingrat erzählt in diesem Roman nicht nur die Lebensgeschichte des Vlad Draculeas, sondern nimmt den Leser mit auf eine Reise durch die südosteuropäische Historie. Die Autorin hat dafür die historischen Ereignisse in der Region zwischen Mai 1448 und Dezember 1476 mit einer spannenden fiktiven Geschichte verknüpft und so ein vielschichtiges und glaubwürdiges Bild von Ort und Zeit gezeichnet.

    Schnell ist man mittendrin im Geschehen und wird mit einer Welt aus Machtgier, Intrigen, Verrat und Mord konfrontiert. Man merkt dem Roman auf jeder Seite an, dass Liliana Le Hingrat sehr intensiv recherchiert hat. Viele Fakten, die - wie die Autorin in ihrem Nachwort erläutert - durch eigene Interpretationen ergänzt wurden, lassen die politische Situation und das Gerangel um den Thron der Walachei, mit all der Brutalität und Grausamkeit, wie sie in der damaligen Zeit üblich war, vor den Augen des Lesers lebendig werden. Neben den ganzen kriegerischen Handlungen beleuchtet Liliana Le Hingrat aber auch das persönliche Umfeld Vlad Draculeas und zeigt den Fürsten als Ehemann und Vater.

    „Die Blutchronik“ hat mir sehr gut gefallen – auch wenn das Ringen um die Macht und die ganzen Kriegswirren nicht immer leicht zu durchschauen waren, war es sehr interessant, das vielfältige Miteinander und Gegeneinander der Akteure zu beobachten und damit einen Einblick in die Geschichte Südosteuropas zu bekommen.
    Franke, T: Unsterblich

    Franke, T: Unsterblich (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    08.04.2019

    Unsterblich

    In seinem Thriller „Unsterblich“ wartet Thomas Franke mit einer mitreißenden Geschichte über den Wunsch nach Unsterblichkeit und den Gefahren und Abgründen moderner Hirnforschung auf.

    Berlin im Mai 2024. Raven Adam und sein Bruder Julian gehörten zu den besten Freerunnern der Stadt, bis ein schrecklicher Unfall im vergangenen September alles verändert hat - die Brüder wollten Julians Sprung von einem Parkdeck auf ein Nachbargebäude filmen, doch Julian rutschte ab und stürzte in den Tod. Obwohl Raven mit Erinnerungslücken zu kämpfen hat, zweifelt er an der Unfalltheorie und beginnt, Nachforschungen anzustellen. Während seiner Suche nach Hinweisen stößt er unter anderem auf einen Hilferuf von Mirja Roth, den Julian eine Woche vor seinem Tod erhalten hat…

    In einem zweiten, zeitversetzt beginnenden Handlungsstrang lernt der Leser Mirja kennen. Mirja ist eine Bekannte von Raven und Julian, die im Mai 2023 nach Pará in Brasilien geflogen ist, um dort in einer Dschungelklinik ein Praktikum zu absolvieren. Mirjas Aufenthalt gestaltet sich von Anfang an als mysteriös. Doch bis der Studentin klar wird, dass in der Klinik der renommierten Morgenthau-Stiftung nicht alles so ehrenwert ist, wie es auf den ersten Blick scheint, ist es für eine Rettung schon fast zu spät…

    Thomas Franke versteht es ausgezeichnet, die Spannung schon nach wenigen Seiten auf ein enorm hohes Level zu katapultieren. Der Thriller wird anschaulich erzählt und besticht neben einer dramatischen Handlung und ausdrucksstarken Figuren vor allen Dingen durch die gekonnte Verknüpfung von Fiktion und Realität - es gelingt dem Autor ganz hervorragend, die Grenze zwischen den tatsächlichen Möglichkeiten der modernen Hirnforschung und Science-Fiction verschwimmen zu lassen, so dass man als Leser ständig grübelt, was heutzutage wirklich möglich ist.

    Nicht nur Spannung, rasante Action und aufregende Verfolgungsjagden lassen diesen Thriller zu einem Highlight werden, Thomas Franke liefert auch interessanten Stoff zum Nachdenken: Wie weit dürfen Wissenschaft und Medizin mit ihren Forschungen gehen? Wann ist die Grenze des moralisch und ethisch Vertretbaren erreicht? Und was passiert, wenn diese Grenze durch die Gier skrupelloser Menschen überschritten wird?

    Trotz häufiger Perspektivwechsel, unterschiedlicher Schauplätze und zahlreicher Handlungsfäden konnte ich dem Geschehen durchweg bestens folgen. Unvorhersehbare Ereignisse und Wendungen halten die Handlung lebendig und sorgen dafür, dass die Spannung bis zur letzten Seite nicht abreißt.

    „Unsterblich“ hat mich durchweg begeistert – ein abwechslungsreicher, gut durchdachter Thriller, der mir ein paar äußerst spannende Lesestunden beschert hat. Absolute Leseempfehlung für alle, die mitreißende Geschichten mit Tiefgang mögen.
    Nagele, A: Grado im Sturm

    Nagele, A: Grado im Sturm (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    27.03.2019

    Grado im Sturm

    Grado. Emmanuele Mieli wird in einem Supermarkt zufällig Zeuge eines Mordkomplotts. Der Teenager befürchtet, dass einer der potentiellen Mörder ihn gesehen hat und prescht davon. Er geht zur Polizei, doch man glaubt ihm seine Geschichte nicht. Am nächsten Tag ist Emmanuele spurlos verschwunden. Für Commissaria Maddalena Degrassi und ihr Team beginnt eine fieberhafte Suche, während sich am Himmel über Grado etwas zusammenbraut…

    In weiteren Handlungssträngen lernt der Leser ganz unterschiedliche Menschen kennen. Neben dem Meteorologe Giuseppe, dem niemand Glauben schenkt, als er einen schweren Sturm vorhersagt und der Krankenschwester Beatrice, die mit Dämonen aus der Vergangenheit zu kämpfen hat, sind in den Tagen vor dem verhängnisvollen Sommertag noch viele weitere Personen mit ihren ganz eigenen Problemen beschäftigt. Dann bricht der Sturm los und plötzlich ist in Grado nichts mehr, wie es vorher war…

    „Grado im Sturm“ ist bereits der vierte Fall für Maddalena Degrassi, der Krimi ist aber auch ohne Kenntnis der vorherigen Bände bestens verständlich.

    Andrea Nagele zeigt auch in diesem auf einer wahren Begebenheit basierenden Roman wieder, dass sie ein gutes Händchen für psychologisch ausgefeilte Geschichten hat. Fesselnd und wirklichkeitsnah schildert sie die unterschiedlichen Schicksale ihrer Akteure und deren Erlebnisse vor dem Unwetter. Als dann die Katastrophe in Form eines Tornados über die Stadt an der Adria hereinbricht, werden die Beschreibungen der Autorin noch intensiver – man fühlt sich mittendrin in diesem furchtbaren Chaos aus Regenfluten, umherfliegenden Dachziegeln und umstürzenden Bäumen und kann das Entsetzen und die Angst der Menschen deutlich spüren.

    „Grado im Sturm“ hat mir sehr gut gefallen – eine mitreißend erzählte Geschichte, die mir ein paar spannende Lesestunden beschert hat.
    Pfeifer, G: Das letzte Achtel

    Pfeifer, G: Das letzte Achtel (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    27.03.2019

    Das letzte Achtel

    Günther Pfeifer hat sich als Handlungsort für seinen fünften Mordbuben-Krimi ein idyllisches Fleckchen im schönen Weinviertel ausgesucht – das Städtchen Retz. Doch die Beschaulichkeit der auf den ersten Blick so bezaubernd wirkenden Ortschaft ist trügerisch, denn hier wird gemordet!

    Die spätberufenen Ermittler der Wiener Mordkommission Hawelka und Schierhuber werden von ihrem Chef, dem „Erzherzog“, nach Retz abkommandiert, um undercover als Reporter Licht in das Dunkel eines bizarren Mordfalls zu bringen: Auf einem Feld wurde ein Toter gefunden, in einen nahezu perfekten Kreis um ihn herumdrapiert 37 ebenfalls tote Rohrweihen.

    Die Wiener Mordbuben machen sich auf den Weg in die niederösterreichische Weinstadt. Mit im Gepäck haben sie zwei wichtige Anweisungen des Erzherzogs - zum einen muss die Mission absolut geheim bleiben. Und zum anderen sollen die beiden jeden Tag telefonisch Meldung über ihre Fortschritte in dem Fall machen. Klappt natürlich beides nicht so richtig. Aber es kann ja auch nicht alles klappen.

    Günther Pfeifer hat sich diesmal eine Überraschung für Hawelka und Schierhuber ausgedacht. Herta Berlakovic, ihres Zeichens Vorsteherin des Administrationsbüros, wird die beiden Ermittler nicht wie gewohnt vom Auskunftsbüro aus mit Informationen versorgen, sondern unterstützt ihre Kollegen tatkräftig vor Ort.

    Den Leser erwarten in diesem Krimi neben einer guten Portion Spannung vor allen Dingen Wortwitz, jede Menge Situationskomik und herrliche Dialoge in Mundart. Genauso informative wie amüsante Fußnoten runden das unterhaltsame Paket ab.

    Ganz besonders punkten kann Günther Pfeifer mit dem Lokalkolorit. Nicht nur, dass ich mir dank der ausführlichen Beschreibungen alle Schauplätze in und um Retz sehr gut vorstellen konnte, der Autor hebt die lokalen Sehenswürdigkeiten und Besonderheiten - wie zum Beispiel das verwinkelte Kellerlabyrinth unter dem historischen Hauptplatz - besonders hervor, indem er diese geschickt in die Handlung integriert.

    „Das letzte Achtel“ hat mich durchweg begeistert – ein großartiges Lesevergnügen.

    Venuswalzer

    Lotte Minck
    Venuswalzer (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    27.03.2019

    Venuswalzer

    Mit „Venuswalzer“ geht es für die Astrologin Stella Albrecht, ihre Oma Maria und Kommissar Arno Tillikowski bereits in die zweite Runde – die Ruhrpott-Krimödie ist aber auch ohne Kenntnis des vorhergehenden Bandes bestens verständlich.

    Diesmal wird Stellas Unterstützung von Andrea „Ruby“ Rubikon benötigt, einer guten Freundin von Journalist Ben Glaeser. Ruby wird seit Wochen von Bauarbeiten an ihrer Hausfassade und ganz besonders von den fiesen Übergriffen eines Malers malträtiert. Als der Handwerker ausgerechnet vor ihrem Fenster vom Baugerüst in die Tiefe stürzt, gerät Ruby in den Verdacht, bei dem Absturz ein wenig nachgeholfen zu haben…

    Lotte Minck hat einen flotten, angenehm zu lesenden Schreibstil. Es gelingt ihr ganz ausgezeichnet, mit zahlreichen Klischees, Vorurteilen und überspitzten Darstellungen zu spielen und daraus eine vergnügliche Geschichte zu formen. Der Krimi wird mit viel Witz erzählt, dennoch macht die Autorin deutlich, wie hilflos Menschen manchmal Belästigungen und unhaltbaren Verdächtigungen gegenüberstehen.

    Die Akteure, die Lotte Minck ins Rennen schickt, beleben mit ihren Eigenarten die Szenerie und sorgen mit vielen lockeren Sprüchen für eine Menge Schwung und kurzweilige Unterhaltung.

    Das Lesen und Mitermitteln hat Spaß gemacht - „Venuswalzer“ ist ein Krimi, der mit liebenswerten Ermittlern und einer großen Portion Humor punkten kann.
    Libertys Lächeln

    Libertys Lächeln (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    27.03.2019

    Libertys Lächeln

    New York, im Spätsommer 1901. Auf einer Bank im Battery Park vis-à-vis der Freiheitsstatue sitzt Carl Schurz, deutscher Ex-Revolutionär und ehemaliger Innenminister der Vereinigten Staaten. Die Anfeindungen zweier junger Männer animieren den 72-jährigen Schurz, die bedeutsamsten Stationen seines ereignisreichen Lebens Revue passieren zu lassen.

    Carl Schurz war Journalist, Rechtsanwalt, Soldat, Politiker und brillanter Redner. Zeit seines Lebens hat er für die Freiheit aller Menschen gekämpft. Ein rastloser Mann, der sich unermüdlich für Gleichheit, Demokratie und Gerechtigkeit eingesetzt hat. In mehreren Rückblicken berichtet der Freiheitskämpfer von seinen vielfältigen Erlebnissen während der Märzrevolution und des Amerikanischen Bürgerkriegs; er macht den Leser mit seiner Frau Margarethe bekannt und stellt ihm Weggefährten wie Gottfried Kinkel, Abraham Lincoln und Mark Twain vor; und er schildert seine während einer furchtbaren Reise in die Südstaaten gemachten Erfahrungen. Außerdem hinterfragt Schurz sehr kritisch, ob Freiheit um jeden Preis wirklich erstrebenswert ist. Ob das viele Leid und die unzähligen Opfer, die die Kämpfe gefordert haben, gerechtfertigt waren.

    Andreas Kollender lässt seinen Protagonisten in kurzen, klaren Sätzen erzählen. Kaum Umschreibungen, wenig Adjektive, keine Abschweifungen, keine Schnörkel. Obwohl ich eigentlich ein Freund von detaillierten und farbenfrohen Beschreibungen bin, hat mir dieser Schreibstil gut gefallen. Er passt zu dem ruhelosen Menschen, den ich in diesem Buch kennengelernt habe. Ich habe mich durchweg von Carl Schurz und seinen Schilderungen mitgenommen gefühlt und konnte seinen Erlebnissen und Gedanken prima folgen.

    „Libertys Lächeln“ hat mir sehr gut gefallen – ein Roman, der mir neben einem Blick in die Politik des 19. Jahrhunderts vor allen Dingen eine spannende Reise durch das Leben und die Karriere eines prominenten „Forty-Eighters“ ermöglicht hat.

    Gefährdet

    Gefährdet (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    26.03.2019

    Gefährdet

    Hamburg. Die Kinder des Reeders und Lokalpolitikers Justus Stein wurden entführt und müssen bei eisigen Temperaturen in einem Container ausharren. Da eine Lösegeldforderung ausbleibt, wird Nora Klerner, Spezialistin des BKA für Verbrechen gegen Minderjährige, zu dem Fall hinzugezogen. Die Stimmung im Hause Stein überrascht Nora – statt Angst und Besorgnis erwartet die Ermittlerin Argwohn und aggressives Schweigen…

    Etwa zur gleichen Zeit wird der russische Ex-Zuhälter Jurij Kondraschin ermordet in seiner Wohnung aufgefunden. Da Kondraschin auf eine ungewöhnliche Art getötet wurde, wird Johan Helms von der Operativen Fallanalyse angefordert…

    „Gefährdet“ ist bereits der zweite Fall für das Ermittlerduo Nora Klerner und Johan Helms – der Krimi ist aber auch ohne Kenntnis des vorhergehenden Bandes bestens verständlich.

    Es hat ein paar Seiten gedauert, bis mich das Geschehen in diesem Krimi richtig gepackt hat. Das lag vor allen Dingen an dem Schreibstil von Meike Dannenberg. Die Autorin verwendet in diesem Krimi zunächst kaum Dialoge, was die Handlung weniger lebhaft macht. Einmal an diesen Stil gewöhnt, entwickelt die Geschichte aber schnell einen Sog, dem man sich als Leser nicht entziehen kann.

    Mehrere Handlungsstränge, eine Vielzahl an Personen, häufige Perspektivwechsel und unterschiedliche Schauplätze sorgen für ein abwechslungsreiches Geschehen. Der Fall selbst ist knifflig. Immer neue Fakten und Ereignisse rund um die Entführung der Kinder haben mich mit den Ermittlern mitfiebern lassen und mir genauso wie die zahlreichen im Verlauf des Krimis auftauchenden Fragen viel Platz zum Miträtseln über Zusammenhänge und Hintergründe, mögliche Motive und die Identität des Täters gegeben. Neben der intensiven Spurensuche spielen auch die privaten Angelegenheiten der Ermittler eine wichtige Rolle.

    Meike Dannenberg überzeugt auch mit einer großen Portion Lokalkolorit. Dank der detailreichen Beschreibungen kann man sich die Schauplätze in und um Hamburg sehr gut vorstellen.

    „Gefährdet“ hat mir sehr gut gefallen - ein Krimi, der mit interessanten Charakteren und einer fesselnden Handlung punkten kann.
    Brommund, K: Pergament

    Brommund, K: Pergament (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    25.03.2019

    Das Pergament

    Marseille. Bei Bauarbeiten werden unversehrte antike Amphoren entdeckt. Eines der Gefäße enthält eine Schriftrolle, deren Alter auf 2000 Jahre geschätzt wird. Die Keltologin Davina Martin bekommt den Auftrag, das Pergament zu übersetzen. Die Entzifferung des altgriechischen Textes hat eine rätselhafte Begleiterscheinung: Davina träumt nachts von einer jungen keltischen Frau - im Traum kann Davina am Leben der Fürstentochter Meduana teilhaben…

    Davina macht im Verlauf der Handlung eine enorme Wandlung durch. Zu Beginn der Geschichte ist sie ganz die nüchterne Wissenschaftlerin, doch ihre Träume werden für sie zu einschneidenden Erlebnissen, die sie ihre eigene Spiritualität entdecken lassen.

    Davinas Träume sind auch die Verbindung zu dem zweiten Handlungsstrang, in dem Katja Brommund den Leser auf eine Zeitreise zu den Kelten während des Gallischen Krieges mitnimmt. Man lernt Meduana kennen, eine geweihte Priesterin und Kriegerin des Stammes der Carnuten. Meduana wird als einziges Kind des Fürsten Gobannix auf eine genauso abenteuerliche wie gefährliche Mission geschickt, die sie bis nach Rom führt…

    Katja Brommund schildert Meduanas Wege sehr intensiv und äußerst detailreich. Historische Namen und Bezeichnungen machen die Geschichte sehr authentisch, aber für einen Laien auch schwer zu lesen. Ich musste oft Begriffe im Glossar nachschlagen, was meinen Lesefluss extrem gehemmt hat.

    Rituale, Symbolik, Zeremonien, Visionen und Weissagungen – die Welt der Kelten ist vielfältig. Es gibt in diesem Roman Passagen, die mich begeistert haben, in denen ich mit Meduana mitgefiebert und Davina interessiert über die Schulter geschaut habe. Genauso gab es aber auch Abschnitte, in denen ich angesichts der vielen Details einfach den Faden verloren habe. Selbst wenn ich der Handlung gut folgen konnte, hatte ich immer wieder das Gefühl, nicht mittendrin im Geschehen zu sein. Mir haben der Schwung und auch die Spannung in der Geschichte gefehlt.

    Man spürt auf jeder Seite, wie viel Recherchearbeit und Herzblut die Autorin in dieses Buch gesteckt hat. Für Leser, die bereits einige Kenntnisse über die Kelten haben und mit deren Strukturen vertraut sind, wird dieser Roman sicherlich zu einem spannenden Abenteuer - mich konnte „Das Pergament“ leider nicht so begeistern, wie ich es erhofft hatte.
    Stolzenburg, S: Salbenmacherin und der Engel des Todes

    Stolzenburg, S: Salbenmacherin und der Engel des Todes (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    21.03.2019

    Die Salbenmacherin und der Engel des Todes

    „Die Salbenmacherin und der Engel des Todes“ spielt im Jahr 1409 in Nürnberg und ist bereits der vierte Band der Reihe rund um die aus Konstantinopel stammende Salbenmacherin Olivera. Ich halte es für ratsam, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen, da das Wissen über die vorherigen Ereignisse den Lesegenuss dieser spannenden Fortsetzung noch erhöht.

    Silvia Stolzenburg hat einen flotten, angenehm zu lesenden Schreibstil und versteht es ganz ausgezeichnet, den Leser in den Bann ihrer Geschichte zu ziehen. Schon nach wenigen Seiten war ich wieder mit den Figuren vertraut und habe gespannt das Geschehen verfolgt. Silvia Stolzenburg gibt immer Vollgas, wenn sie eine Geschichte erzählt und schont ihre Figuren nicht. Auch in diesem Abenteuer geht es für die Akteure wieder äußerst rasant und lebhaft zu:

    Während Olivera sich nach wie vor um die Kranken im Heilig-Geist-Spital kümmert, hat sich ihr Mann Götz für die Aufnahme in den Größeren Rat beworben. Zu seinen Mitbewerbern um einen Posten gehört auch der hinterhältige Medicus, mit dem Olivera schon mehrfach aneinandergeraten ist. Als es zu rätselhaften Todesfällen im Spital kommt, wird Olivera mit dem Vorwurf konfrontiert, eine Giftmörderin zu sein. Besonders die Anschuldigungen des Medicus wiegen schwer. Der Hauptmann der Stadtwache verhaftet die hochschwangere Olivera, sie kann jedoch fliehen, wird aber auf der Flucht schwer verletzt…

    „Die Salbenmacherin und der Engel des Todes“ hat mir sehr gut gefallen. Es hat Spaß gemacht, die Akteure durch eine für sie sehr aufregende Zeit zu begleiten und ihr Miteinander und Gegeneinander zu beobachten.

    1793

    1793 (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    19.03.2019

    1793

    In seinem historischen Krimi „1793“ entführt Niklas Natt och Dag den Leser in das ausgehende 18. Jahrhundert nach Stockholm und wartet mit einer spannenden, sehr vielschichtigen Geschichte auf.

    Es gelingt dem Autor ganz ausgezeichnet, den Leser mit den vorherrschenden Gegebenheiten vertraut zu machen. Schlagartig ist man mittendrin in einer düsteren Atmosphäre, die die gesamte Handlung beherrscht. Der Autor zeichnet ein sehr glaubwürdiges Bild des alten Stockholms, in dem Ungerechtigkeit, Willkür, Armut und Hoffnungslosigkeit das Leben bestimmen. Die Beschreibungen der Schauplätze, die Schilderungen der Ereignisse und vor allen Dingen die Darstellungen des ganzen Elends, Drecks und Abschaums in den Gossen der Stadt sind detailreich und ausführlich. Man sollte sich als Leser auf einige Abgründe gefasst machen - Niklas Natt och Dags Krimi ist absolut nichts für zarte Gemüter und hat mich das ein oder andere Mal das Buch weglegen lassen, um das Gelesen zu verdauen. Trotz des ganzen Grauens entwickelt die Geschichte aber einen Sog, dem man sich einfach nicht entziehen kann.

    Gut gefallen hat mir der Aufbau des Krimis. Niklas Natt och Dag hat das Buch in Jahreszeiten aufgeteilt - die Handlung beginnt im Herbst 1793 mit dem Auffinden eines verstümmelten Leichnams in der ekligen Brühe der Stadtkloake und dem Beginn der gemeinsamen Ermittlungen von Cecil Winge, Jurist und bei der Stockholmer Polizei für besondere Verbrechen zuständig, und dem Kriegsveteran Jean Michael Cardell. Im zweiten und dritten Teil des Buches wandert man dann zurück in den Sommer und den Frühling des Jahres und wird mit den Ereignissen, die vor dem Mord liegen, konfrontiert. Nach und nach werden dabei die Zusammenhänge und Hintergründe immer deutlicher. Überraschungen und Wendungen halten das Geschehen lebendig und sorgen dafür, dass die Spannung bis zur letzten Seite nicht abreißt.

    „1793“ hat mich durchweg begeistert – ein gut durchdachter historischer Krimi, der mit einer fesselnden Handlung, ausdrucksstarken Figuren und vor allen Dingen mit einer sehr authentischen Darstellung von Zeit und Ort punkten kann.
    Hedlund, J: Auf den Spuren meiner Schwester

    Hedlund, J: Auf den Spuren meiner Schwester (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    18.03.2019

    Auf den Spuren meiner Schwester

    In ihrer Orphan-Train-Serie erzählt Jody Hedlund die Geschichte der Waisenzugbewegung der 1853 gegründeten Children's Aid Society - eine Organisation, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, benachteiligte Kinder und Jugendliche aus New York in den Mittleren Westen umzusiedeln, um ihnen so eine bessere Zukunft zu ermöglichen.

    „Auf den Spuren meiner Schwester“ spielt im Sommer 1858 und ist der zweite Teil der Serie um die aus Deutschland stammenden Neumann-Schwestern, der Roman ist aber auch ohne Kenntnis des ersten Bandes bestens verständlich. In diesem Buch steht mit der 19-jährigen Marianne die mittlere der drei Schwestern im Mittelpunkt des Geschehens.

    Marianne Neumann will unbedingt ihre seit mehreren Monaten vermisste jüngere Schwester finden. Da sie Sophie in Illinois vermutet, hat Marianne beschlossen, für die Children's Aid Society zu arbeiten. Als Mitarbeiterin dieser Organisation begleitet sie Kinder in den Westen und arrangiert deren Unterbringung in geeigneten Familien. Ihr zur Seite steht auf ihrer ersten Fahrt der ehemalige Lehrer Andrew Brady. Drew ist Marianne eine große Hilfe, da er ausgezeichnet mit Kindern umgehen kann. Dass der nach außen so lebenslustig wirkende Mann ein schweres Päckchen zu tragen hat, ahnt Marianne zu Beginn der Reise nicht…

    Besonders gut gefallen hat mir, dass Jody Hedlund nicht nur die positiven Aspekte der Waisenzugbewegung in das Geschehen einfließen lässt, sondern auch die vielfältigen Schwierigkeiten und Probleme, die sich während der Fahrten ereignet haben, hervorhebt.

    Neben dem historischen Part rund um die Children's Aid Society kommen auch Humor und Romantik nicht zu kurz. Fröhliches Geplänkel und gegenseitige Neckereien zwischen den Hauptprotagonisten lockern das Geschehen auf. Marianne und Drew kommen sich im Verlauf der Handlung näher, schwerwiegende Anschuldigungen machen eine gemeinsame Zukunft der beiden jedoch so gut wie unmöglich.

    „Auf den Spuren meiner Schwester“ hat mir sehr gut gefallen. Historische Fakten werden anschaulich und lebendig erzählt. Es hat Spaß gemacht, Marianne und Drew auf ihren Wegen durch diese mitreißende Geschichte zu begleiten.
    Gut Greifenau - Morgenröte

    Hanna Caspian
    Gut Greifenau - Morgenröte (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    16.03.2019

    Gut Greifenau - Morgenröte

    „Gut Greifenau - Morgenröte“ ist der dritte Band der großen Familiensaga über die fiktive Grafenfamilie von Auwitz-Aarhayn aus der Feder von Hanna Caspian.

    Da „Morgenröte“ nahtlos an den vorhergehenden Band anknüpft und Hanna Caspian weitestgehend auf Wiederholungen und Rückblenden verzichtet, halte ich es für ratsam, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen, da das Wissen über die vorherigen Ereignisse den Lesegenuss dieser wundervoll erzählten Fortsetzung noch erhöht.

    Die Handlung dieses Bandes beginnt am 28. Dezember 1917. Das letzte Kriegsjahr steht bevor und hält für die Menschen dieser Zeit mit dem Sturz der Monarchie im Deutschen Reich und dessen Umwandlung in eine parlamentarische Demokratie einschneidende Veränderungen bereit. Auch auf dem hinterpommerschen Gut geht es nach wie vor turbulent zu. Neben den politischen Entwicklungen in Deutschland und Europa halten zahlreiche tiefgreifende Ereignisse die Greifenauer in Atem. Hanna Caspian schildert diese Zeit des Umbruchs mit ihren ganzen Höhen und Tiefen für ihre Figuren sehr intensiv. Man kann durchweg prima mit den Akteuren mitfiebern und erlebt die Neuerungen, unerwarteten Wendungen und brenzligen Situationen hautnah mit.

    Besonders gut gefallen hat mir, dass alle Akteure im Verlauf der Handlung eine tolle Entwicklung durchgemacht haben und an ihren vielfältigen Erlebnissen gewachsen sind, jeder Einzelne aber dennoch seine Eigenarten behalten hat, die er von Beginn an hatte.

    „Gut Greifenau - Morgenröte“ hat mir, wie auch schon die vorhergehenden Bände, spannende, unterhaltsame Lesestunden beschert - es war interessant und mitreißend, die Greifenauer kennenzulernen, sie auf ihren Wegen durch eine ereignisreiche, aufwühlende Zeit zu begleiten und Angst und Schrecken, aber auch Glück und Freude mit ihnen zu teilen.
    Das geheime Glück

    Das geheime Glück (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    14.03.2019

    Das geheime Glück

    September 2016, Clyde Bay, Maine. Emily und Robbie Brandon sind seit 43 Jahren glücklich miteinander verheiratet. Die beiden verbindet nicht nur eine unerschütterliche Liebe, sie hüten auch ein Geheimnis, von dem niemand, nicht einmal ihr engster Familienkreis, jemals erfahren darf. Als Robbie an Alzheimer erkrankt, entschließt er sich zu einem dramatischen Schritt, um Emily zu schützen…

    Julie Cohen hat einen fesselnden, sehr gefühlvollen Schreibstil. Die Autorin versteht es ganz ausgezeichnet, den Leser die Gedanken und Empfindungen ihrer Protagonisten zu vermitteln. Man wird mitgerissen von den vielfältigen Emotionen und erlebt die berührende Liebesgeschichte zwischen Emily und Robbie mit all ihren Höhen und Tiefen sehr intensiv mit.

    Der Aufbau des Romans hat mir besonders gut gefallen. Julie Cohen erzählt die Geschichte der Brandons rückwärts – beginnend mit dem Tag, an dem Robbie Emily für immer verlässt, bis zurück in das Jahr 1962, als Emily und Robbie sich kennengelernt haben. Mit dieser Erzählweise gelingt es der Autorin, eine ganz besondere Spannung aufzubauen, die der Handlung immer wieder neuen Schwung verleiht, so dass die Sogwirkung bis zur Auflösung des Geheimnisses am Ende der Geschichte nicht abreißt.

    „Das geheime Glück“ hat mir ausgezeichnet gefallen – eine mitreißende Liebesgeschichte, die mit wundervollen Charakteren und einer fesselnden Handlung zu überzeugen weiß. Absolute Leseempfehlung.
    Kliem, S: Lügenmeer

    Kliem, S: Lügenmeer (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    13.03.2019

    Lügenmeer

    Eine beschauliche Kleinstadt an der Ostsee. Fast 20 Jahre ist es her, dass Magnus Berg als vermeintlicher Mörder seiner Freundin Milla aus Schwanbek vertrieben wurde. Jetzt kehrt der mittlerweile erfolgreiche Anwalt an den Ort seiner Kindheit und Jugend zurück, um die Wahrheit rund um die damaligen Ereignisse ans Tagelicht zu bringen…

    Susanne Kliem hat einen flüssig zu lesenden, sehr fesselnden Schreibstil, der mich schnell in das Geschehen hineingezogen hat. Die Autorin erzählt sehr anschaulich, so dass man neben Magnus’ Nachforschungen auch das Miteinander und Gegeneinander der Akteure sowie die persönlichen Probleme der ehemaligen Cliquenmitglieder hautnah miterlebt.

    Magnus’ Rückkehr und sein emsiges Bestreben, dass Lügengespinst aufzudröseln, weckt bei allen längst verdrängte Erinnerungen – doch eigentlich möchte sich niemand erinnern und so steuert die ganze Geschichte auf ein genauso dramatisches wie tragisches Finale zu.

    Besonders gut hat mir der abwechslungsreiche Aufbau des Romans gefallen. Das aktuelle Geschehen wird immer wieder von Rückblenden unterbrochen, die dem Leser nach und nach Einblick in die schicksalsträchtigen Ereignisse vor und während der nächtlichen Schwimmbadparty geben, bei der Milla ums Leben gekommen ist.
    Darüber hinaus machen häufige Perspektivwechsel es möglich, dass man die damaligen und gegenwärtigen Vorgänge aus unterschiedlichen Blickwinkeln beobachten und dabei sehr intensiv an den Gedanken und Gefühlen aller Beteiligten teilhaben kann.

    „Lügenmeer“ hat mich durchweg begeistert – ein abwechslungsreicher, gut durchdachter Roman, der mir mit seiner fesselnden Handlung ein paar äußerst spannende Lesestunden beschert hat.

    Die unnahbare Miss Ellison

    Die unnahbare Miss Ellison (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    07.03.2019

    Die unnahbare Miss Ellison

    Gloucestershire, 1813. Die 23-jährige Pfarrerstochter Lavinia Ellison kümmert sich fürsorglich um die Armen und Kranken in dem kleinen Dorf St. Hampton Heath. Als Nicholas von Hawkesbury als neuer Graf einen Besuch auf seinen Landsitz ankündigt, sind die jungen Damen im Umkreis ganz aus dem Häuschen. Nur Lavinia ist weder von seinem guten Aussehen noch von seinem Titel beeindruckt – im Gegenteil, sie bietet dem selbstgefälligen und herablassend auftretenden Grafen die Stirn, wo es nur geht. Lavinia fordert Nicholas auf, sich um die bedürftigen Pächterfamilien zu kümmern, doch der Graf ist sich seiner Verantwortung gegenüber den Dorfleuten anfangs nicht bewusst und so Lavinia hofft zunächst vergeblich auf seine Unterstützung…

    In ihrem Roman „Die unnahbare Miss Ellison“ entführt Carolyn Miller den Leser in die Epoche des Regency und stellt die wichtigen christlichen Themen Nächstenliebe und Vergebung in den Mittelpunkt ihrer Geschichte.

    Carolyn Miller lässt zwei stolze Menschen aus unterschiedlichen Gesellschaftsschichten aufeinanderprallen. Beide haben eine Menge Vorurteile gegenüber dem jeweils anderen, die es im Laufe der Handlung zu erkennen und zu überwinden gilt.

    Die Autorin hat einen angenehm flott zu lesenden Schreibstil. Sie erzählt sehr anschaulich von den Höhen und Tiefen in Lavinias und Nicholas Leben und lässt den Leser intensiv an dem Miteinander und Gegeneinander der beiden teilhaben. Vor allen Dingen die Missverständnisse und die daraus resultierenden Wortgefechte sorgen für eine lebhafte Handlung und haben mich immer wieder schmunzeln lassen. Überraschende Wendungen tragen dazu bei, dass die Geschichte bis zum Schluss nicht langweilig wird.

    Carolyn Miller kann auch mit dem Zeitkolorit punkten. Neben der Mentalität der Menschen fließen auch die Lebensweise und die gesellschaftlichen Gepflogenheiten in das Geschehen ein, so dass man sich ein gutes Bild von der damaligen Zeit machen kann. Eine geschraubte Sprechweise in den Dialogen sorgt zudem für eine Extraportion Authentizität.

    „Die unnahbare Miss Ellison“ hat mir sehr gut gefallen. Die gut ausbalancierte Mischung aus Historie und Romantik hat mir ein paar unterhaltsame Lesestunden beschert.
    Liebes Kind

    Liebes Kind (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    26.02.2019

    Liebes Kind

    Ein Waldgebiet in der Nähe von Cham unweit der tschechischen Grenze. Eine fensterlose Hütte, versteckt gelegen hinter Bäumen und Büschen, ist seit der Entführung der Studentin Lena Beck vor 4825 Tagen ein Gefängnis. Lena hat ihrem Peiniger in dieser Zeit zwei Kinder geboren, Hannah und Jonathan. Der Alltag in der Hütte verläuft nach strengen Regeln – essen, lernen, Zähne putzen, auf die Toilette gehen, alles erfolgt nach einem vom Entführer minutiös festgelegten Plan, der eingehalten werden muss, ansonsten wird man bestraft. Dann gelingt Lena eines Tages die Flucht …

    Romy Hausmann hat einen sehr fesselnden Schreibstil. Schon nach wenigen Seiten steigt die Spannung auf ein hohes Level – die Autorin katapultiert den Leser in einen Strudel aus aktuellem Geschehen, erschütternden Rückblenden und mehreren in die laufende Handlung eingeflochtenen Zeitungsartikeln, die die Spekulationen über die Hintergründe zu Lenas Verschwinden, die Ereignisse in der Hütte und die Identität des Täters zusätzlich anheizen. Schnell entwickelt sich ein Sog, dem man sich als Leser nicht entziehen kann. Zahlreiche Überraschungen und Wendungen halten das Geschehen lebendig und sorgen dafür, dass die Spannung bis zur letzten Seite nicht abreißt.

    Romy Hausmann erzählt die Geschichte aus drei unterschiedlichen Perspektiven. Neben dem Entführungsopfer selbst lässt sie auch die mittlerweile 13-jährige Hannah und Lenas Vater Matthias Beck zu Wort kommen. Sehr eindringlich werden nicht nur die dramatischen Erlebnisse der drei geschildert, die Autorin macht auch ganz besonders deutlich, welche Veränderungen die Entführung und die Gefangenschaft bei den betroffenen Menschen hervorgerufen haben, bzw. in Hannahs Fall, welche Auswirkungen das Heranwachsen in der Isolation auf die Entwicklung des Mädchens hatte. Grausame Schicksale, die mich sehr berührt haben.

    „Liebes Kind“ hat mich durchweg begeistert – ein abwechslungsreicher, gut durchdachter Thriller, der mit einer fesselnden Handlung und ausdrucksstarken Figuren punkten kann und mir ein paar äußerst spannende Lesestunden beschert hat.

    176 bis 200 von 278 Rezensionen
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