Inhalt Einstellungen Privatsphäre
jpc.de – Leidenschaft für Musik Startseite jpc.de – Leidenschaft für Musik Startseite
  • Portofrei ab 20 Euro
  • Portofrei bestellen ab 20 Euro
  • Portofrei innerhalb Deutschlands Vinyl und Bücher und alles ab 20 Euro
0
EUR
00,00*
Warenkorb EUR 00,00 *
Anmelden
Konto anlegen
    Erweiterte Suche
    Anmelden Konto anlegen
    1. Startseite
    2. Alle Rezensionen von dorli bei jpc.de

    dorli Top 50 Rezensent

    Aktiv seit: 13. Februar 2018
    "Hilfreich"-Bewertungen: 24

    Bitte beachten Sie

    Wir können nicht sicherstellen, dass die Angaben von Verbrauchern stammen, die das Produkt tatsächlich genutzt oder erworben haben.

    278 Rezensionen

    Wir können nicht sicherstellen, dass die Angaben von Verbrauchern stammen, die das Produkt tatsächlich genutzt oder erworben haben.
    Lebenssekunden

    Lebenssekunden (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    02.03.2021

    Lebenssekunden

    In ihren Roman „Lebenssekunden“ erzählt Katharina Fuchs aus dem Leben zweier junger Frauen, die auf ganz unterschiedliche Weise aufwachsen und sich ihren Platz im Leben erkämpfen. Die Handlung beginnt im Jahr 1956 und erstreckt sich über fünf Jahre – im stetigen Wechsel erfährt der Leser, wie es Angelika Stein und Christine Magold auf ihren Wegen ergeht, bis die beiden sich unter dramatischen Umständen 1961 in Berlin zum ersten Mal begegnen.

    Angelika wächst in Kassel in einem Künstlerhaushalt auf. Die 15-Jährige ist blitzgescheit, muss aber wegen wiederholten Schwänzens die Schule verlassen. Ohne Abschluss scheint ihr Traum, eine Ausbildung zur Fotografin zu machen, geplatzt zu sein. Doch sie hat Glück, die Begegnung mit dem Fotografen Joachim Hellmann, der ihre Leidenschaft und ihr großes Talent für die Fotografie erkennt und ihr eine Lehrstelle gibt, ebnet ihr den Weg, eine der ersten Fotojournalistinnen Deutschlands zu werden…

    Auch die ebenfalls 15-jährige Christine ist hochtalentiert. Christine lebt aber in einer ganz anderen Welt, als Angelika, und das nicht nur, weil sie in Ostdeutschland aufwächst. Christine ist Kunstturnerin und gilt als große Medaillenhoffnung der DDR bei den Olympischen Spielen. Vom Ehrgeiz ihrer Mutter und dem physischen und psychischen Druck ihres Trainers und der Funktionäre angetrieben, erbringt Christine Höchstleistungen – ihr Alltag gleicht dabei einer nicht enden wollenden Tortur aus Hunger, brutalen Trainingsmethoden und Schmerzen …

    „Lebenssekunden“ wird fesselnd erzählt und entwickelt schnell einen Sog, dem man sich als Leser nicht entziehen kann. Der Roman besticht vor allen Dingen durch die überzeugende Verknüpfung von Realität und Fiktion – Katharina Fuchs hat das Erwachsenwerden und die Entwicklung ihrer Protagonistinnen eng mit der Lebensart, den gesellschaftlichen und politischen Strukturen beider deutscher Staaten und den tatsächlichen Herausforderungen und Vorgehensweisen in den 1950er Jahre verwoben. Die beiden Frauen und ihr Umfeld wirken dabei so echt und authentisch, dass man es kaum glauben mag, dass es sich um fiktive Figuren handelt.

    Anschaulich und eindringlich schildert die Autorin die vielen Höhen und Tiefen, die Angelika und Christine durchstehen müssen. Ich wurde von den Erlebnissen der beiden jungen Frauen regelrecht mitgerissen und habe durchweg mit beiden mitgefiebert – ich habe Angelika dafür gefeiert, dass sie trotz aller Widrigkeiten ihren Weg gegangen ist und sich einen Platz in einer rauen Männerdomäne erkämpft hat. Und ich habe mit Christine gelitten, wenn sie für den Ruhm und die Ehre des sozialistischen Vaterlandes bis zum Umfallen getriezt wurde und von jeglicher Individualität beraubt um den sportlichen Erfolg gerungen hat.

    „Lebenssekunden“ hat mich von der ersten bis zur letzten Seite begeistert - eine mitreißend erzählte Geschichte, die den Leser intensiv am Werdegang zweier mutiger junger Frauen im Nachkriegsdeutschland teilhaben lässt. Absolute Leseempfehlung!
    Wenn Wattwürmer weinen

    Christiane Franke
    Wenn Wattwürmer weinen (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    01.03.2021

    Wenn Wattwürmer weinen

    Neuharlingersiel. Postbote Henner Steffens hat einen Tag frei und gönnt sich am frühen Morgen eine Joggingrunde. Als ihm Neuharlingersiels neueste Touristenattraktion ins Auge fällt, beschließt er, die Gelegenheit zu nutzen und einen kurzen Blick ins Innere des riesigen Übernachtungsstrandkorbs zu werfen. Wider Erwarten ist der Strandkorb jedoch nicht leer; Tourismusmanager Ulfert Johannsen liegt darin - mausetot! Als Todesursache wird zunächst ein Herzinfarkt vermutet, doch schnell steht fest, dass Ulfert vergiftet wurde…

    Dorfpolizist Rudi Bakker macht sich gemeinsam mit Oberkommissar Helmut Schnepel von der Kripo Wittmund auf Spurensuche – die beiden haben es gleich mit mehreren Verdächtigen zu tun, denn der umtriebige Tourismuschef hat sich in seinem Umfeld nicht nur Freunde gemacht…

    Lehrerin Rosa Moll hat – ganz anders als man es von ihr gewohnt ist – anfangs so gar keinen Sinn für die Ermittlungen, denn einige Veränderungen in ihrem Privatleben erfordern ihre ganze Aufmerksamkeit…

    In „Wenn Wattwürmer weinen“ schicken Christiane Franke und Cornelia Kuhnert ihr munteres Ermittlertrio bereits zum achten Mal auf Verbrecherjagd – es hat mir wieder großen Spaß gemacht, Rosa, Henner und Rudi bei ihren Nachforschungen zu begleiten und ihnen bei ihren privaten Angelegenheiten über die Schultern zu schauen. Neben den spannenden Ermittlungen - bei denen der Leser prima über Täter und Motiv miträtseln kann - und einer guten Portion Humor spielt auch der Alltag der Dorfgemeinschaft mit vielen Dingen, die die Neuharlingersieler interessieren und bewegen, wieder eine Rolle.

    Eine Übersicht über das Stammpersonal der Serie sowie die Rezepte der Leckereien, die im Verlauf der Handlung gekocht werden, befinden sich im Anhang und runden diesen Küstenkrimi damit perfekt ab.

    „Wenn Wattwürmer weinen“ hat mir sehr gut gefallen - ein Ostfriesen-Krimi, der von der ersten bis zur letzten Seite vergnügliche Unterhaltung bietet.

    Abels Auferstehung

    Abels Auferstehung (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    23.02.2021

    Abels Auferstehung

    Leipzig im Februar 1920. Kriminalinspektor Paul Stainer, dem eine Kriegsneurose und ganz besonders der gewaltsame Tod seiner Frau Edith schwer zu schaffen machen, bekommt einen neuen Fall auf den Tisch: im Hotel „Fürst Bismarck“ wurde der Maler und ehemalige Soldat Fritz Sternberg erstochen aufgefunden. Eine erste Spur führt den Ermittler zu einer schlagenden Studentenverbindung…

    Zur gleichen Zeit reist die Journalistin Marlene Wagner - die gerade eine Mensur miterleben durfte und einen abfälligen Artikel über das Erlebnis geschrieben hat - nach Basel, weil sie befürchtet, dass es sich bei einem aus dem Rhein gezogenen toten Soldaten um ihren Bruder Roland handelt. Schnell stellt sich heraus, dass der Tote ein Fremder ist. Im Besitz des unbekannten Soldaten befanden sich u. a. ein besonderes Taschenmesser sowie ein Zigarettenetui einer Leipziger Firma – beides weckt Marlenes Neugierde und sie beginnt nachzuforschen…

    „Abels Auferstehung“ ist der zweite Fall für Paul Stainer und seine Kollegen in der Wächterburg und knüpft unmittelbar an die Geschehnisse des ersten Teils an. Auch wenn es für das Verständnis der Handlung dieses Krimis nicht vonnöten ist, den ersten Band gelesen zu haben, halte ich es für ratsam, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen, da das Wissen über die vorherigen Ereignisse den Lesegenuss dieser spannenden Fortsetzung noch erhöht.

    Den Leser erwartet auch in diesem Band wieder ein vielschichtig angelegter Krimi. Mehrere Handlungsstränge, unterschiedliche Schauplätze und zahlreiche Personen - darunter neben dem Ermittlerteam bereits bekannte Akteure wie Nachtclub-Besitzerin Rosa Sonntag und Straßenbahnfahrerin Josephine König, aber auch neue Gesichter wie zum Beispiel Joseph Nürnberger, ein Spezialist für Spurensicherung - sorgen für eine lebhafte und abwechslungsreiche Handlung.

    Die Ermittlungsarbeit ist spannend und wird durch immer neue Hinweise und überraschende Ereignisse lebendig gehalten. Geschickt lenkt Thomas Ziebula den Blick des Lesers dabei in unterschiedliche Richtungen, so dass man bis zum Schluss über die Identität des Täters mitgrübeln und miträtseln kann.

    Es ist Thomas Ziebula außerdem hervorragend gelungen, das damalige Leipzig und seine Bewohner darzustellen. Die Mentalität und die Eigenarten der Menschen, die unsichere Lebens- und Arbeitswelt sowie die unbeständige politische Situation werden für den Leser greifbar - die Ereignisse des Krieges wirken in Leipzigs Straßen und Häusern nach, das spürt beim Lesen.

    „Abels Auferstehung“ hat mir sehr gut gefallen – ein historischer Kriminalroman, der mit interessanten Charakteren, stimmigem Zeitkolorit und einer fesselnden Handlung zu überzeugen weiß.

    Die Kannenbäckerin

    Annette Spratte
    Die Kannenbäckerin (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    31.01.2021

    Zeitreise ins Kannenbäckerland

    In ihrem historischen Roman „Die Kannenbäckerin“ nimmt Annette Spratte den Leser mit in den Westerwald zur Zeit des 30-jährigen Krieges und erzählt die Geschichte einer jungen Frau, die sich trotz aller Widrigkeiten einen Platz im Leben erkämpft.

    Johanna Hatterod ist gerade einmal 13 Jahre alt, als sie durch die Pest ihre Familie verliert. Sie verlässt daraufhin ihr Heimatdorf und macht sich – zu ihrem Schutz als Junge getarnt – auf den Weg nach Hilgert ins Kannenbäckerland, in der Hoffnung, bei einem ihr bisher unbekannten Onkel eine Bleibe zu finden. Dort angekommen, behält sie kurz entschlossen ihre Tarnung bei und findet bei dem Kannenbäcker Wilhelm Hatterod nicht nur ein neues Zuhause, sondern bekommt auch die Chance, das Töpferhandwerk zu erlernen…

    Annette Spratte hat einen angenehm zügig zu lesenden Schreibstil – schnell ist man mittendrin im Geschehen und fiebert mit Johanna mit. Die Autorin lässt ihre Protagonistin einen sehr steinigen Weg gehen – immer neue Herausforderungen und Schicksalsschläge, die harte Arbeit auf dem Hof und in der Töpferei, das nicht immer harmonische Dorfleben und auch die Missgunst der anderen Kannenbäcker machen Johanna schwer zu schaffen, lassen sie aber stetig wachsen und im Verlauf der Handlung zu einer selbstbewussten jungen Frau werden, die alles daran setzt, mit Geschick und Fleiß in einer Männerdomäne Fuß zu fassen.

    Obwohl ich eigentlich ein großer Freund von ausführlichen Schilderungen bin und besonders in historischen Romanen gerne ein umfassendes Bild von Zeit und Ort vermittelt bekomme, hat es mir hier sehr gut gefallen, dass die Autorin sich auf Johannas Werdegang und deren Erlebnisse in und um Hilgert konzentriert und die große Politik rund um den 30-jährigen Krieg außen vor gelassen hat.

    Sehr interessant sind die Einblicke in das Töpferhandwerk zur damaligen Zeit. Die vielfältigen Aufgaben von der Beschaffung des Tons bis hin zur abschließenden Salzglasur und die Schwierigkeiten, die während des Herstellungsprozesses auftreten konnten, werden eingehend beschrieben und verständlich erläutert.

    „Die Kannenbäckerin“ hat mir sehr gut gefallen – es hat Spaß gemacht, Johanna durch die für sie sehr aufregende Zeit zu begleiten und ihr Wachsen und Werden zu beobachten.


    Erinnerungen aus Glas

    Erinnerungen aus Glas (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    16.01.2021

    Erinnerungen aus Glas

    Amsterdam 1942. Als Eliese und Josie sich als junge Erwachsene wiederbegegnen, ist die unbeschwerte Kindheit der beiden nur noch eine blasse Erinnerung – die Welt um sie herum hat sich verändert, die Nazis haben die Niederlande mittlerweile fest im Griff. Eliese wurde vom Judenrat dazu verpflichtet, gemeinsam mit Walter Süskind in der Hollandsche Schouwburg Juden zu registrieren. Josie unterstützt derweil in einer dem Theater gegenüberliegenden Kinderkrippe die Krippenleiterin Fräulein Pimentel bei der Versorgung der Kinder. Das Schicksal der Kinder erschüttert Eliese und Josie und so schmieden die beiden einen waghalsigen Plan…

    Ein zweiter Handlungsstrang spielt in der heutigen Zeit. Ava Drake ist Mitglied der überaus reichen Kingston-Familie, gilt aber als Außenseiterin und wird nur von ihrer Großmutter Marcella akzeptiert. Marcella hat Ava zur Direktorin der Kingston-Stiftung bestimmt, eine Organisation, die weltweit gemeinnützige und wohltätige Projekte unterstützt. Avas Aufgabe ist es, Förderanträge zu überprüfen. Als sie in Uganda die Kaffeeplantage und das daran angeschlossene Kinderheim von Landon West besichtigt, wird sie unversehens mit ihrer eigenen Familiengeschichte konfrontiert. Sie beginnt nachzuforschen und bringt Unglaubliches ans Tageslicht…

    „Erinnerungen aus Glas“ beruht auf wahren Begebenheiten. Melanie Dobson hat diesen Roman in Gedenken an Henriëtte Pimentel, Walter Süskind, Johan van Hulst und die vielen Helfer, die die drei dabei unterstützt haben, hunderte Kinder aus den Fängen der Nazis zu befreien, geschrieben.

    Melanie Dobson erzählt die Geschichte sehr anschaulich und wartet mit einer Fülle von Details auf – die feine Charakterisierung der Figuren, die bildhaften Beschreibungen der Handlungsorte und die Schilderungen des abwechslungsreichen Geschehens sowohl in dem historischen wie in dem zeitgenössischen Part machen diesen Roman zu einem genauso ergreifenden wie spannenden Leseerlebnis.

    Es gelingt der Autorin ausgesprochen gut, dem Leser die Gedanken und Gefühle ihrer Protagonisten zu vermitteln. Man wird von den vielen Höhen und Tiefen, die Eliese, Josie und auch Ava durchstehen müssen, mitgerissen und fiebert durchweg mit ihnen und ihren Wegbegleitern mit.

    „Erinnerungen aus Glas“ hat mir sehr gut gefallen – eine tiefgründige Geschichte, die kurzweilig erzählt wird und mich auch nach dem Lesen noch lange beschäftigt hat.

    Die Jüdin von Magdeburg

    Die Jüdin von Magdeburg (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    13.01.2021

    Die Jüdin von Magdeburg

    In seinem historischen Roman „Die Jüdin von Magdeburg“ nimmt Ruben Laurin den Leser ein weiteres Mal mit in das 13. Jahrhundert nach Magdeburg. Seit „Der Kathedrale des Lichts“ sind einige Jahre vergangen, in denen der Domneubau allerdings nicht wirklich vorangekommen ist. Die mittlerweile ergraute Mystikerin Mechthild lebt nach wie vor in der Stadt und wird von vielen für ihre Güte und Barmherzigkeit geliebt, von einigen jedoch für ihre Ansichten gehasst und als geisteskrank beschimpft.

    Die Handlung beginnt mit einem spannenden Prolog. Der Leser wird Zeuge eines grausamen Überfalls – während des Laubhüttenfestes im September 1261 lässt Erzbischof Ruprecht das Judendorf angreifen und ausplündern. Das Attentat trifft die Familie des Geldverleihers Amos besonders hart. In diesem kurzen Abschnitt lernt man nicht nur zahlreiche Akteure kennen, die im Verlauf der Handlung eine wichtige Rolle spielen, man kann auch schon erahnen, wie konfliktreich es damals in der Elbstadt zuging.

    Zeitsprung in das Jahr 1275. Wolfram von Hildesheim dient dem Ritter Adalbert von Stendal als Knappe. Wolframs Ziel ist es, einmal ein gütiger und edler Ritter zu werden – dafür bringt der junge Knappe alle nötigen Voraussetzungen mit, wie der streitlustige Markgraf Otto IV. von Brandenburg feststellt und Wolfram deshalb gerne in seinem Gefolge hätte. Doch Wolfram zögert…

    Wolfram befindet sich gerade in Magdeburg, als ein schreckliches Unglück über die Stadt hereinbricht. Während einer festlichen Prozession zu Ehren der heiligen Margareta stürzt eine Brücke ein und reißt hunderte Menschen in die Fluten der Elbe. Wolfram kann Amos Tochter Esther vor dem Ertrinken retten und verliebt sich in die junge Jüdin. Als Amos sich weigert, seine Tochter einem Christen zur Frau zu geben und Wolfram zudem nach einem heftigen Streit mit Adalbert dringend die Stadt verlassen muss, nimmt er das Angebot des brandenburgischen Markgrafen an…

    Ruben Laurin hat einen fesselnden Schreibstil und versteht es ausgezeichnet, den Leser in den Bann seiner Geschichte zu ziehen. Schon nach wenigen Seiten ist man mittendrin im dramatischen Geschehen, wird von den Höhen und Tiefen, die Esther, Wolfram, Mechthild oder auch deren Pflegetochter Genoveva durchmachen, mitgerissen und fiebert durchweg mit allen mit.

    Ruben Laurin hat das Schicksal seiner Protagonisten eng mit den tatsächlichen Geschehnissen des 13. Jahrhunderts in und um Magdeburg verflochten. Reale Ereignisse wie der Überfall auf das Judendorf, der Brückeneinsturz oder auch das Gerangel um die Wahl des Erzbischofs und die damit einhergehenden Kampfhandlungen bereichern die spannende fiktive Handlung und lassen eine mittelalterliche Welt aus hinterhältigen Machenschaften, Machtgier, Rittertum und Minnesang vor den Augen des Lesers entstehen.

    „Die Jüdin von Magdeburg“ hat mir sehr gut gefallen - die gut ausbalancierte Mischung aus historischen Fakten, Spannung und Romantik wird anschaulich und lebendig erzählt und hat mir ein paar kurzweilige Lesestunden beschert.

    In den Schuhen einer anderen

    Austin Lynn
    In den Schuhen einer anderen (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    16.12.2020

    In den Schuhen einer anderen

    England. Audrey Clarkson und Eve Dawson sind zwölf Jahre alt, als sie sich im Jahr 1931 zum ersten Mal im Wald von Wellingford Hall begegnen und Freundschaft schließen. Während Audrey aus reichem Hause stammt und entsprechend ein luxuriöses, aber aufgrund der strengen Regeln und Traditionen in Adelskreisen sehr herzloses, einsames Leben führt, wächst Eve in einfachen, aber äußerst liebevollen Verhältnissen auf. Die beiden Mädchen ergänzen sich gut und lernen voneinander bis sie nach einiger Zeit aufgrund unterschiedlicher Lebensziele wieder auseinanderdriften. Ein schwerer Schicksalsschlag im vom Krieg gebeutelten London festigt das Band zwischen den mittlerweile jungen Frauen 1940 wieder. Gemeinsam melden sie sich freiwillig beim Frauenkorps der britischen Armee - nicht ahnend, dass mit dieser Entscheidung die Weichen für ihr zukünftiges Leben ganz neu gestellt werden…

    Lynn Austin erzählt diese Geschichte sehr anschaulich. Sie versteht es ganz ausgezeichnet, Figuren zum Leben zu erwecken und facettenreich darzustellen, Handlungsorte bildhaft zu beschreiben und Ereignisse spannend und abwechslungsreich zu schildern.

    Die Autorin hat das Leben ihrer beiden Protagonistinnen eng mit den historischen Gegebenheiten und den Herausforderungen der damaligen Zeit verwoben. Man bekommt nicht nur einen guten Einblick in die gesellschaftliche Struktur Englands in den 1930er und 40er Jahren und lernt die unterschiedlichen Gepflogenheiten und Werte von Aristokratie und Arbeiterklasse kennen, es werden auch viele reale Ereignisse des Zweiten Weltkriegs sehr eindringlich geschildert - neben den verheerenden Luftangriffen auf London im September 1940 werden zum Beispiel auch die Unterbringung von Stadtkindern auf dem Land, die Evakuierung der britischen Truppen aus Dünkirchen und der unermüdliche Einsatz der Mitglieder des Frauenkorps bei den Rettungsdiensten thematisiert.

    Auch nach Ende des Krieges hören die Turbulenzen im Leben von Audrey und Eve nicht auf. Die Freundschaft der beiden wird auf eine harte Probe gestellt, als Eve beschließt, eine Chance, die Audrey vorschnell wegwirft, für sich zu nutzen - dies ist der Punkt, an dem die bisher großartig erzählte Geschichte leicht ins Stolpern gerät. Es sind vor allen Dingen für mich nicht nachvollziehbare Reaktionen und Entscheidungen einiger Akteure, die die Handlung in den letzten Kapiteln schwächeln lassen.

    Der christliche Glaube spielt in diesem Roman eine wichtige Rolle – besonders Eve vertraut immer wieder darauf, dass der Gute Hirte sie auf ihren Wegen beschützt und behütet. Auch die Frage, warum Gott den Krieg und die damit einhergehenden Schrecken zulässt, wird diskutiert.

    „In den Schuhen einer anderen“ hat mir insgesamt sehr gut gefallen – eine mitreißend erzählte Geschichte über Freundschaft, Verrat und Vergebung, die zum Schluss leider ein wenig an Kraft verliert.


    Die Farben der Schönheit - Sophias Triumph

    Die Farben der Schönheit - Sophias Triumph (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    15.12.2020

    Sophias Triumph

    „Die Farben der Schönheit - Sophias Triumph“ ist der dritte und abschließende Band rund um die aus Berlin stammende Chemikerin Sophia Krohn, die sich auf der Suche nach ihrem persönlichen und beruflichen Glück in die Welt der Kosmetikköniginnen Helena Rubinstein und Elizabeth Arden begibt.

    Da die Ereignisse in „Sophias Triumph“ auf die Geschehnisse in den vorherigen Bänden aufbauen, halte ich es für unbedingt ratsam, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen.

    Corina Bomann hat einen angenehm zu lesenden Schreibstil und versteht es ganz ausgezeichnet, den Leser in den Bann ihrer Geschichte zu ziehen. Schon nach wenigen Seiten war ich wieder gefesselt von den vielfältigen Ereignissen in Sophias Leben und habe gespannt das Geschehen verfolgt.

    Auf die zielstrebige Sophia warten wieder einige Herausforderungen und Schicksalsschläge – ganz unerwartet steht ihre Freundin Henny schwer erkrankt vor ihrer Tür; die Beziehung zu ihrer großen Liebe Darren steht nach einigen glücklichen Jahren plötzlich wieder auf wackeligen Füßen und auch die Frage, ob ihr angeblich bei der Geburt verstorbener Sohn Louis womöglich doch noch am Leben sein könnte, beschäftigt Sophia neben einem Doppelstudium und der Arbeit für Madame Rubinstein unaufhörlich.

    Corina Bomann hat die Höhen und Tiefen, die sie ihre Protagonistin durchmachen lässt, mit einer großen Portion Zeitkolorit verwoben – so sind neben der aufstrebenden Kosmetikbranche und dem als „Puderkrieg“ bezeichneten legendären Konkurrenzkampf zwischen Rubinstein und Arden auch die Weltausstellung 1939 in New York und der alles verändernde Zweite Weltkrieg Themen, die Sophia beschäftigen und bewegen.

    Die Autorin lässt den Leser intensiv an den Gedanken und Gefühlen der Chemikerin teilhaben, so dass man durchweg mit ihr mitleiden und mitfiebern kann, dennoch hat mich dieser dritte Band nicht so fesseln können, wie es die vorherigen Bände getan haben. Grund dafür sind einige Passagen, die mir zu langatmig erzählt werden. Auch gibt es kaum noch Überraschendes, alles läuft auf einen zwar runden, aber eben auch erwarteten Abschluss hinaus.
    Wonderlands

    Wonderlands (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    30.10.2020

    Wonderlands

    „Wonderlands“ ist ein reich bebildertes Nachschlagewerk, das einen facettenreichen Überblick über fantastische Welten quer durch 3000 Jahre Literatur bietet. Eingeteilt in fünf Rubriken – beginnend mit uralten Sagen und epischen Heldenabenteuern bis hin zu den Geschichten des Computerzeitalters - werden fast 100 bekannte und auch weniger bekannte Werke vorgestellt und näher beleuchtet.

    Nach einer kurzen inhaltlichen Zusammenfassung wird ausführlicher auf das jeweilige Werk eingegangen und man erfährt allerlei Wissenswertes über die Entstehung - von was und durch wen der Autor inspiriert wurde, wie die geschichtliche und gesellschaftliche Entwicklung und die politischen und wissenschaftlichen Hintergründe den Autor beeinflusst haben und welche Intention der Autor mit seinem Werk verfolgt.

    Nicht nur die jeweils zwei bis sechs Seiten langen Abhandlungen haben mich begeistert, auch die Aufmachung des Buches ist hervorragend gelungen. Die gut verständlichen Inhalte werden ansprechend präsentiert und sind mit zahlreichen Fotos, Illustrationen sowie Abbildungen von Covern der Erstausgaben versehen.

    „Wonderlands“ hat mir sehr gut gefallen - ein genauso unterhaltsames wie informatives Buch, das den Leser auf eine Reise durch zahlreiche imaginäre Reiche der Weltliteratur mitnimmt.
    Gans Ernst

    Gans Ernst (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    30.10.2020

    Gans Ernst

    „Gans Ernst“ ist ein spaßiges Mitmach- und Vorlesebuch, das bestens dazu geeignet ist, schlechte Laune zu vertreiben.

    Zunächst einmal stellt US-Moderator und Comedian Jimmy Kimmel die Gans Ernst vor. Und schnell wird deutlich, dass diese Gans ein echter Miesepeter ist, nichts scheint ihr auch nur das kleinste Lächeln zu entlocken.

    Die witzigen Illustrationen und kurzen Texte spornen den Leser mit jeder Seite mehr an, die Gans aus der Reserve zu locken – ungefähr in der Mitte des Buches dann der Clou: ein Spiegel! Hier können Groß und Klein sich im Grimassenschneiden üben, um aus Gans Ernst doch noch eine lustige Giggel-Gans zu machen. Ob sich die Bemühungen gelohnt haben, erfährt man in der zweiten Hälfte des Buches.

    „Gans Ernst“ hat uns sehr gut gefallen, wir haben viel gelacht. Ein Kinderbuch, das zum Faxenmachen und Spaßhaben einlädt.
    Hunter, K: Entführung ins Glück

    Hunter, K: Entführung ins Glück (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    28.10.2020

    Entführung ins Glück

    Hertfordshire, England, 1812. Die 20-jährige Lady Miranda Hawthorne hat sich damit abgefunden, als alte Jungfer zu enden – ihre 4. Saison steht vor der Tür und noch immer ist kein geeigneter Ehemann in Sicht. Dass ihre allseits beliebte Schwester Georgina in diesem Jahr ihr gesellschaftliches Debüt feiert und von männlichen Bewunderern umschwärmt wird, macht Miranda das Leben nicht gerade leichter.

    Genauso, wie sie schon seit Jahren dem verschollenen Schulfreund ihres älteren Bruders in zahlreichen Briefen - die nie abgeschickt wurden, sondern in einer Truhe versteckt gehalten werden - ihre Sorgen und Nöte anvertraut hat, schreibt sie in einem weiteren Brief an den Herzog von Marshington auch ihren Kummer über die mangelnde Aufmerksamkeit der Männer nieder. Dumm nur, dass Marlow, der geheimnisvolle neue Kammerdiener ihres Bruders, diesen Brief versehentlich zur Post bringt. Miranda ist schockiert – erst recht, als der Herzog ihr antwortet…

    Kristi Ann Hunter hat einen sehr humorvollen Schreibstil und ein ausgesprochen gutes Händchen für Situationskomik. Verwechslungen, allerlei Turbulenzen und vor allen Dingen sehr unterhaltsame Wortgefechte zwischen Miranda und Marlow sorgen für eine schwungvolle Handlung und haben mich immer wieder schmunzeln lassen.

    Miranda hat mir von der ersten Seite an richtig gut gefallen. Schon als 8-Jährige ist sie lebhaft und ungestüm - ein herrliches Temperament, dass sie zwar mittlerweile hinter einer Fassade salonfähiger Eleganz versteckt hält, aber trotz der zahlreichen Lektionen ihrer Mutter, wie eine Dame von Stand sich zu benehmen hat, nicht verloren hat. Im Gegenteil, als es die Situation erfordert, zögert sie nicht, sich mit Schurken anzulegen oder bäuchlings durch den Matsch zu robben.

    Kristi Ann Hunter erzählt die Geschichte im lockeren Wechsel mal aus Mirandas, mal aus Marlows Sicht, so dass man beide Protagonisten sehr gut kennenlernt und ihre vielfältigen Gedanken und widerstreitenden Emotionen intensiv miterlebt. Auch die anderen Akteure, wie zum Beispiel Mirandas Geschwister, spielen die ihnen zugedachten Rollen ausgezeichnet und tragen damit kräftig zur Unterhaltung bei.

    Darüber hinaus ist Kristi Ann Hunter das Zeitkolorit ganz hervorragend gelungen. Neben der Mentalität der Menschen fließen auch die Lebensweise, die politische Lage und die gesellschaftlichen Gepflogenheiten in das Geschehen ein, so dass man sich ein gutes Bild von der damaligen Zeit machen kann.

    „Entführung ins Glück“ hat mir sehr gut gefallen – die gelungene Mischung aus Humor, Romantik, Spannung und Abenteuer lässt diesen ersten Band der Hawthorne-House-Serie zu einem großartigen Lesevergnügen werden.
    Zwischen Ruhm und Ehre liegt die Nacht

    Andrea Petkovic
    Zwischen Ruhm und Ehre liegt die Nacht (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    27.10.2020

    Aus dem Leben eines Tennisprofis

    In ihrem literarischen Debüt „Zwischen Ruhm und Ehre liegt die Nacht“ nimmt Andrea Petković den Leser mit auf eine Reise durch ihr bisheriges (Tennis-)Leben und erzählt amüsant, selbstironisch und ab und an auch sehr berührend von ihren Erlebnissen, Erfahrungen und den besonderen Momenten auf und außerhalb des Tennisplatzes.

    Einmal angefangen zu lesen, haben mich die Erzählungen nicht mehr losgelassen. Dieses Buch ist viel mehr, als die Autobiografie einer ehemaligen Top-Ten-Spielerin. Es geht nicht nur um großartige Erfolge und schmerzhafte Niederlagen, um Herausforderungen, Durchhaltevermögen und ständig wiederkehrende Trainingseinheiten. Es geht vor allem um die Dinge, die Andrea Petković über die Jahre hinweg als Mensch beschäftigt und bewegt haben. Sie erzählt in vielen kleinen Episoden von fröhlichen Zeiten, dunklen Tagen und emotionalen Krisen. Von dem Schwanken zwischen Selbstüberschätzung und Selbstzweifeln. Von ihrer Begeisterung für Literatur und ihrer Liebe zur Musik. Und von der Einsamkeit eines Tennisprofis auf der Tour und wie wichtig es ist, sich auf Familie und Freunde als Stütze verlassen zu können.

    Genauso wie es mir immer Spaß gemacht hat bzw. Spaß machen wird, Andrea Petkovićs Matches auf den großen und kleinen Tennisbühnen der Welt im TV zu verfolgen, hat es mir auch riesigen Spaß gemacht, dieses Buch zu lesen. Die vielfältigen Einblicke in Petkovićs Leben lassen „Zwischen Ruhm und Ehre liegt die Nacht“ sowohl für Tennisfans wie auch für Nicht-Tennisfans zu einem kurzweiligen Lesevergnügen werden.
    Marschall, A: Tage voller Weihnachtszauber

    Marschall, A: Tage voller Weihnachtszauber (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    27.10.2020

    Tage voller Weihnachtszauber

    Heimleiterin Henriette Jonas ist verzweifelt – sie braucht für die anstehende Weihnachtsfeier im Kinderheim dringend einen Weihnachtsmann. Ihre letzte Hoffnung ist der polizeibekannte Alt-Rocker Manni, doch der wehrt sich mit Händen und Füßen, bis er im Schuppen hinter dem Heim sein Traum-Motorrad entdeckt: Eine Triumph Thunderbird! Henriette und Manni kommen ins Geschäft…

    Findelkind Lena ist fast fünf und lebt wieder im Kinderheim, weil ihre Pflegemutter schwer erkrankt ist. Lena wünscht sich vom Weihnachtsmann nichts sehnlicher, als dass er ihre leibliche Mama ausfindig macht. Aushilfsweihnachtsmann Manni verspricht es der Kleinen, hat allerdings keine Ahnung, wie er das Versprechen halten soll…

    Erzieher Lukas hat Clara vor drei Jahren das Leben gerettet und sie dann aus den Augen verloren. Seid er vor kurzem entdeckt hat, dass Clara in der Spielwarenabteilung des Kaufhauses Kohlstedt arbeitet, hinterlässt er heimlich kleine Geschenke für sie und wünscht sich, die junge Frau näher kennenzulernen, wagt es aber nicht, sie anzusprechen. Auch hier hat der bärbeißige Manni eine Lösung parat…

    Anja Marschall hat einen frischen, humorvollen Schreibstil und wartet in „Tage voller Weihnachtszauber“ mit einer zauberhaften Wohlfühlgeschichte auf – eine tolle Mischung aus Humor, Spannung, Romantik, Weihnachtsatmosphäre und einer Prise Magie.

    Die Akteure haben alle ihre Eigenarten und Besonderheiten und sorgen durch ihr turbulentes Zusammenspiel für beste Unterhaltung - es ist amüsant und herzerwärmend zugleich, Lena, Henriette, Manni, Clara und Lukas auf ihren Wegen zu begleiten und ihr Miteinander und Gegeneinander zu beobachten. Da Anja Marschall im lockeren Wechsel jeden ihrer Protagonisten zu Wort kommen lässt, kann man prima verfolgen, was der Einzelne über die jeweilige Situation denkt und fühlt und so bestens mit allen mitfiebern.

    „Tage voller Weihnachtszauber“ hat mir sehr gut gefallen – genau das richtige Buch für einen gemütlichen Lesenachmittag in der (Vor-)Weihnachtszeit.
    Schilddorfer, G: Tartarus-Projekt

    Schilddorfer, G: Tartarus-Projekt (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    26.10.2020

    Das Tartarus-Projekt

    München/Grünwald. Gregory Winter, erfolgreicher Unternehmer und Neu-Milliardär, hat zu einer Party in seine luxuriöse Villa geladen. Inmitten der hochkarätigen Gesellschaft befinden sich auch der aktuell wenig erfolgreiche Autor und Journalist Michael Landorff sowie die professionelle Pokerspielerin Alexandra Buschmann. Beide kennen den Gastgeber nicht und haben keine Ahnung, warum sie auf der Gästeliste stehen. Am Morgen nach der Feier wird Winter in seinem Arbeitszimmer tot aufgefunden – brutal ermordet. Landorff und Buschmann beginnen Nachforschungen anzustellen; sie recherchieren, stellen Fragen und suchen nach Hintergründen und Querverbindungen. Dabei geraten sie unversehens in die Welt der Geheimdienste und das Gerangel um Tartarus – einem geheimen Projekt, in dem es um die Entwicklung von KI-gesteuerten Kampfdrohnen geht…

    Gerd Schilddorfer lässt diesen Thriller zunächst einmal in sehr ruhigen Bahnen verlaufen. Man bekommt unterhaltsame Einblicke in die Schickeria-Party und erlebt mit, wie Landorff von einer äußerst zielstrebigen Marketing-Agentin unter die Fittiche genommen und seine gewinnbringende Vermarktung als Autor geplant wird.

    Mit Bekanntwerden der Ermordung Winters nimmt die Handlung dann Fahrt auf – die Geschichte wird Seite um Seite rasanter und spannender. Immer neue Ereignisse, Überraschungen und Wendungen halten das Geschehen lebendig und sorgen dafür, dass die Sogwirkung des Thrillers bis zum Schluss nicht abreißt.

    Es gelingt Gerd Schilddorfer ganz ausgezeichnet, die Grenze zwischen dem realen Entwicklungsstand in puncto autonome Waffensysteme und Science-Fiction verschwimmen zu lassen, so dass man sich als Leser fragt, was heutzutage tatsächlich möglich ist. Es ist beängstigend, wie weit die militärische Roboterentwicklung bereits fortgeschritten ist und besonders die Vorstellung, dass diese Technologien terroristisch missbraucht werden könnten, kommt einer Horrorvision gleich.

    „Das Tartarus-Projekt“ hat mir sehr gut gefallen – ein spannender Thriller, der mit einem hochbrisanten Thema und einer rasanten Handlung zu überzeugen weiß.

    Ringelpietz mit Abmurksen

    Lotte Minck
    Ringelpietz mit Abmurksen (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    20.10.2020

    Ringelpietz mit Abmurksen

    Loretta ist seit ihrer Trennung von Pascal Single. Das muss sich unbedingt ändern, finden ihre Freunde und ziehen alle Register, um Loretta an den Mann zu bringen. Diana überredet sie zur Partnersuche auf einem einschlägigen Portal im Internet und Frank und Bärbel schenken Loretta Gutscheine für Dating-Veranstaltungen. Alles sehr ernüchternd, muss Loretta schon nach kurzer Zeit feststellen. Online konnte nur „Robin Hood“ ihr Interesse wecken und beim Speed-Dating ist ihr außer dem charmanten Mike niemand wirklich sympathisch. Ein weiteres Treffen mit Mike bei einem zweiten Speed-Dating soll Klarheit bringen, ob man sich näher kennenlernen möchte, doch noch bevor die Veranstaltung zu Ende ist, ist Mike mausetot…

    Mit „Ringelpietz mit Abmurksen“ macht Lotte Minck das Dutzend voll – bereits zum zwölften Mal schickt sie ihre gewiefte Hobby-Ermittlerin und deren nicht minder clevere Einsatztruppe auf Verbrecherjagd.

    Auch in diesem Ruhrpott-Abenteuer kann die Autorin wieder mit einer humorvollen Handlung, spannenden Ermittlungen und außergewöhnlichen Charakteren punkten. Neben zahlreichen, recht skurril anmutenden potentiellen Partnern lernt Loretta auch Käthe und Cäcilie kennen – zwei entzückende ältere Damen, die die Ereignisse begeistert verfolgen und Loretta bei ihren Ermittlungen sogar ein wenig unterstützen. Der lässige Umgangston zwischen den Akteuren und die zum Teil in Mundart geschriebenen Dialoge geben dem Krimi dabei reichlich Schwung und lassen das Geschehen durchweg echt und lebendig wirken.

    Am Ende kann Loretta nicht nur den Täter dingfest machen, sie muss auch feststellen, dass das Glück manchmal dort lauert, wo man es am wenigsten erwartet.

    Das Lesen und Mitermitteln hat wieder großen Spaß gemacht - „Ringelpietz mit Abmurksen“ bietet von der ersten bis zur letzten Seite kurzweilige Unterhaltung. Ein großartiges Lesevergnügen.
    Waidmannsruh

    Alexandra Bleyer
    Waidmannsruh (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    13.10.2020

    Waidmannsruh

    Mölltal. Während Revierinspektor Martin Schober und seine Kollegen von einer Diebstahlserie in Atem gehalten werden, hat Aufsichtsjäger Sepp Flattacher ganz andere Probleme: In der Hubertusrunde gibt es Zank, weil Walter Liebetegger seinem Waidkameraden Vinzenz Hinteregger den begehrten Einserhirsch vor der Nase weggeschnappt bzw. weggeschossen und dabei gegen das Jagdgesetz verstoßen hat. Bevor Sepp zwischen den Streithähnen schlichten kann, ist einer von beiden tot. Für die Polizei scheint der Fall klar, doch Sepp ist anderer Meinung und beginnt mit tatkräftiger Unterstützung seines Nachbarn Heinrich Belten zu ermitteln…

    „Waidmannsruh“ ist bereits der fünfte Fall für den kauzigen Endsechziger Sepp Flattacher, der Krimi ist aber auch ohne Kenntnis der vorherigen Bände bestens verständlich.

    Es ist Alexandra Bleyer wieder einmal ganz hervorragend gelungen, Humor und Spannung miteinander zu verknüpfen. Situationskomik, scharfzüngige Sprüche und bissige Kommentare in Kärntner Mundart sowie eine abwechslungsreiche Krimihandlung sorgen für kurzweiliges Lesevergnügen und bieten zudem viel Platz zum Mitgrübeln und Miträtseln. Es macht einfach Spaß, den querköpfigen Sepp und den treudoofen Heinrich zu begleiten und ihnen beim Sammeln von Hinweisen und messerscharfen Kombinieren wie auch bei ihren privaten Angelegenheiten über die Schultern zu schauen.

    „Waidmannsruh“ hat mir sehr gut gefallen - ein schwarzhumoriger Krimi, der von ersten bis zur letzten Seite kurzweilige Unterhaltung bietet.
    Heidehexen

    Klaas Kroon
    Heidehexen (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    12.10.2020

    Heidehexen

    Lüneburg. Kriminalkommissarin Marie Gläser wird von ihrem Chef Stephan Weide zu einem Tatort in einer Autowerkstatt in Goseburg-Zeltberg beordert. Ein Mann wurde auf bestialische Weise ermordet. Schnell ist klar, dass es sich bei dem Toten um den wohlhabenden Finanzberater Reinhold Kohl handelt. Während Marie und ihr Team im Umfeld Kohls ermitteln, geschieht ein weiterer Mord und ein dritter Mann verschwindet spurlos…

    In einer Nebenhandlung wird Stephan Weide von einem alten Fall eingeholt, den er aufgrund einer aus früherem Alkoholmissbrauch hervorgehenden Gedächtnisstörung nur nachlässig bearbeitet hatte…

    „Heidehexen“ ist bereits der dritte Fall für Marie Gläser - für mich war dieser Einsatz in Lüneburg der erste, den ich mit der sympathischen Kommissarin und ihren Kollegen erleben durfte. Auch ohne Kenntnis der vorhergehenden Bände war ich schnell mittendrin im Geschehen und hatte schon nach kurzer Zeit das Gefühl, mit den Ermittlern gut vertraut zu sein.

    Klaas Kroon wartet in diesem Krimi mit einem sehr fesselnden Thema auf: es geht um Selbstjustiz. Jemand, der Schreckliches durchgemacht hat, will Vergeltung für das erlittene Unrecht und startet einen grausamen Rachefeldzug, weil die Justiz in seinen Augen niemals für ausgleichende Gerechtigkeit sorgen wird. In Deutschland sind für die Bestrafung von Verbrechen die Gerichte zuständig, das Gesetz „in die eigenen Hände nehmen“ ist eine daher Straftat und muss geahndet werden – keine Frage! Und doch konnte ich am Ende des Krimis ein Stück weit Verständnis für den Täter aufbringen und nachvollziehen, warum es aus seiner Sicht keinen anderen Weg gab.

    Die Ermittler haben mir allesamt gut gefallen - wobei mir Stephan zu sehr mit seinen persönlichen Problemen beschäftigt war und wenig professionell auf mich gewirkt hat. Marie ist eine Polizistin, die es versteht, die richtigen Fragen zu stellen. Sie wirkt cool und lässig, behält aber ihr Ziel immer fest im Blick. Besonders gut gefallen hat mir, dass sie nicht als unfehlbar dargestellt wird, sondern auch mal eine falsche Entscheidung trifft. Unterstützt werden Marie und Stephan von Irina Schostakova vom LKA Hannover. Die Ü-Sechzigerin bringt mit ihrer besonderen Art zusätzlichen Schwung in die Handlung und hat mich damit fasziniert, wie sie die Umgebung eines Tatortes aufnimmt und ihre Schlüsse daraus zieht.

    Die Ermittlungsarbeit ist spannend und wird durch immer neue Hinweise und Ereignisse lebendig gehalten. Geschickt lenkt der Autor den Blick des Lesers im Verlauf der Handlung in unterschiedliche Richtungen, so dass man prima über Motiv, Hintergründe und Täter miträtseln und mitgrübeln kann.

    „Heidehexen“ hat mir sehr gut gefallen - ein kurzweiliger Krimi, der mit einem interessanten Thema, einer fesselnden Handlung und sympathischen Ermittlern zu überzeugen weiß.
    Du darfst nicht sterben

    Du darfst nicht sterben (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    01.10.2020

    Du darfst nicht sterben

    Die Zwillinge Anne und Lili gleichen sich äußerlich wie ein Ei dem anderen, ihre Charaktere könnten jedoch nicht unterschiedlicher sein: Anne ist aufgeschlossen und keck, knüpft schnell Kontakte und steht gerne im Mittelpunkt; Lili dagegen ist schnell verunsichert und wirkt langweilig und weltfremd. Zusammengehalten haben die beiden dennoch immer – bis sie während eines gemeinsamen Urlaubs den charismatischen Paul kennenlernen und beide eine Beziehung mit ihm beginnen. Während Paul für Anne nur ein kurzes Intermezzo ist, verliebt sich Lili in ihn und ist überglücklich, als Paul sich tatsächlich für sie entscheidet. Als Anne durchschaut, welch boshaftes Spiel Paul treibt, warnt sie ihre Schwester, doch Lili glaubt ihr nicht…

    Andrea Nagele beweist in diesem fesselnden Psychothriller einmal mehr, dass sie ein ausgesprochen gutes Händchen für psychologisch ausgefeilte Geschichten hat - es ist äußerst spannend, die Akteure dieser verhängnisvollen Dreiergeschichte zu beobachten und Pauls skrupellose Spielchen mitzuerleben; wie er einen Keil zwischen die Schwestern treibt, wie er Lili mit Schmeicheleien und Fürsorge manipuliert und sie mit Lügen, Intrigen und schließlich sogar Mord von ihrer Familie und ihren Freunden abschottet.

    Andrea Nagele erzählt diese Geschichte nicht chronologisch, sondern beginnt den Thriller mit einer Messerattacke von Paul, die sich mehrere Jahre nach dem Tag ereignet, an dem Lili endlich Pauls wahres Gesicht erkannt hat und mit Annes Hilfe geflüchtet ist. Ein kleines Verwirrspiel darüber, welche Schwester Paul mit dem Angriff lebensgefährlich verletzt, sorgt hier für zusätzliche Spannung. Erst nach diesem fesselnden Einstieg erfährt der Leser in einer langen Rückblende, wie die Schwestern Paul kennengelernt haben und was er alles angestellt hat, um Lili an sich zu binden. Ein weiterer Zeitsprung katapultiert den Leser danach wieder zu den aktuellen Ereignissen, die dann richtig Fahrt aufnehmen.

    Durch die Zeitsprünge entwickelt die Handlung einen enormen Sog. Man bleibt durchweg neugierig auf die weiteren Ereignisse und rauscht mit großer Geschwindigkeit durch das Buch, immer begierig darauf zu erfahren, ob die Schwestern sich irgendwann endgültig aus Pauls Fängen befreien können.

    „Du darfst nicht sterben“ hat mich durchweg begeistert – ein raffiniert gestrickter Psychothriller randvoll mit nervenkitzliger Spannung.
    Das Geheimnis der Reformatorin

    Bettina Lausen
    Das Geheimnis der Reformatorin (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    23.09.2020

    Das Geheimnis der Reformatorin

    In ihrem historischen Roman „Das Geheimnis der Reformatorin“ nimmt Bettina Lausen den Leser ein weiteres Mal mit in das 16. Jahrhundert nach Köln und setzt damit die Geschichte rund um die Erlebnisse der Brauerstochter Jonata von Menden fort. Die Handlung dieses Romans ist auch ohne Kenntnis des vorherigen Bandes bestens verständlich, obwohl natürlich das Wissen um die Ereignisse aus „Die Reformatorin von Köln“ den Lesegenuss der Fortsetzung noch erhöht.

    Seit Jonatas Flucht aus Köln ist einige Zeit vergangen. Sie lebt mittlerweile glücklich mit ihrem Mann Simon und ihrer Tochter Ells in Wittenberg. Als sie erfährt, dass ihr Vater Bechtolt ermordet wurde, macht sie sich ungeachtet der Tatsache, dass sie in Köln immer noch als Ketzerin gesucht wird, auf in ihre Heimatstadt…

    Figen arbeitet als Magd im Hause von Menden und eröffnet in der leerstehenden Schenke der Brauerei eine geheime Mädchenschule. Für den Unterricht verwendet sie Luthers Schriften und gerät damit in das Visier der Inquisition…

    Jonatas im Kloster lebender Bruder Enderlin ist nach Jonatas Flucht bei seinem Prior in Ungnade gefallen und all seiner Ämter enthoben worden. Er hat deshalb noch immer die feste Absicht, seine Schwester vor das Inquisitionsgericht zu bringen und setzt alles daran, ihren Aufenthaltsort herauszufinden…

    Bettina Lausen erzählt sehr anschaulich und versteht es ganz ausgezeichnet, den Leser in den Bann ihrer Geschichte zu ziehen. Obwohl es schon längere Zeit her ist, dass ich den ersten Band gelesen habe, war ich ruckzuck wieder mit Jonata und ihrem Umfeld vertraut und habe gespannt das Geschehen verfolgt.

    Nachdem die städtischen Gewaltdiener sich als wenig kompetent erwiesen haben, beschließen Jonata und Figen, auf eigene Faust nach Bechtolts Mörder zu suchen. Eine Suche, die sich als außerordentlich schwierig entpuppt, weil es kaum Hinweise auf den Täter gibt und Jonata auf ihren Wegen durch die Straßen Kölns stets Gefahr läuft, erkannt und festgesetzt zu werden.

    Die Figuren, die Bettina Lausen ins Rennen schickt, wirken allesamt echt und glaubwürdig. Sie haben Ausstrahlung, zeigen Emotionen und handeln entsprechend ihren Eigenarten – es war sehr spannend, Jonata und ihre Weggefährten durch die für sie sehr aufregende Zeit zu begleiten und ihr Miteinander und Gegeneinander zu beobachten.

    „Das Geheimnis der Reformatorin“ hat mir sehr gut gefallen – eine gelungene Mischung aus Historie und Spannung, die mit interessanten Charakteren und einer fesselnden Handlung zu überzeugen weiß.
    Mississippi Melange

    Mississippi Melange (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    21.09.2020

    Mississippi Melange

    Esbjerg/Dänemark. Smiljan Sandhus führt ein überschaubares, in ruhigen Bahnen verlaufendes Leben – bis zu dem Tag, als Hasso Maiberg vor seiner Tür steht und ihn als Aufpasser für sein Mündel Katalie engagiert. Was zunächst nach einem einfachen Job und leicht verdientem Geld klingt, erweist sich schnell als anstrengende Aufgabe, die Smiljans Alltag gewaltig ins Trudeln bringt.

    Katalie Skjóldal ist eine junge Frau mit einem ganz speziellen Charakter. Die 23-Jährige wirkt durch ihre Art und ihr Verhalten um einiges jünger und erscheint auf den ersten Blick recht sonderbar. Sie vertritt die These, dass alles Denkbare bereits gedacht wurde und man für die Lösung eines Problems nur wissen muss, welche Geschichte sich gerade wiederholt.

    Katalie und Smiljan machen sich auf die Suche nach dem vermissten Tom Sawbarn und schlittern dabei unversehens in einen Kriminalfall, in dem eine verkohlte Leiche am Gammelgab-Strand Rätsel aufgibt und ein Mann zur Strecke gebracht werden muss, der mit einer Injektionsspritze Amok durch Esbjergs Straßen läuft. Katalie beharrt auf ihrer These und tatsächlich lassen sich schon nach kurzer Zeit immer mehr Parallelen zu einem Klassiker der Weltliteratur feststellen.

    Miriam Rademacher erzählt diesen Krimi mit viel Pep und Schwung und präsentiert eine lebhafte Hauptfigur, die mich mit ihrer Andersartigkeit und ihrer eigentümlichen Betrachtungsweise der Dinge schnell in ihren Bann gezogen hat - Katalie ist
    eine faszinierende Person, die man einfach mögen muss.

    Es ist der Autorin ganz hervorragend gelungen, Humor und Spannung miteinander zu verknüpfen. Situationskomik, lockere Sprüche und eine abwechslungsreiche Krimihandlung sorgen durchweg für kurzweiliges Lesevergnügen – es macht großen Spaß, das Miteinander und Gegeneinander der Akteure zu beobachten und die originelle Ermittlungsmethode zu verfolgen.

    „Mississippi Melange“ hat mir sehr gut gefallen – ich konnte mit Katalie & Co. mitfiebern und miträtseln und wurde zudem durch den stets mitschwingenden Humor bestens unterhalten. Wer amüsante Krimis mit einer skurrilen Hauptfigur und einer außergewöhnlichen Herangehensweise an die Aufklärung eines Kriminalfalls mag, kommt hier voll auf seine Kosten.

    Der falsche Preuße

    Der falsche Preuße (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    03.09.2020

    Der falsche Preuße

    In ihrem historischen Kriminalroman „Der falsche Preuße“ entführt Uta Seeburg den Leser in das Jahr 1894 nach München und wartet mit jeder Menge spannender Details und Begebenheiten aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert auf.

    Wilhelm Freiherr von Gryszinski, Jurist und Reserveoffizier der preußischen Armee, ist seit einem knappen Jahr als Sonderermittler für die Königlich Bayerische Gendarmerie tätig und bekommt seinen ersten großen Fall auf den Tisch – an der Isar wird ein stadtbekannter Bierbeschauer erschossen aufgefunden. Der wertvolle Federumhang, in den der Tote eingehüllt ist, gibt den Ermittlern genauso Rätsel auf, wie der Abdruck eines Elefantenfußes neben der Leiche.

    Gryszinski, der einige Zeit bei dem Kriminologen Hans Groß in Graz verbracht und vieles von dem Begründer der Kriminalistik gelernt hat, ist ganz begierig darauf, den von Groß entwickelten Tatortkoffer zum Einsatz zu bringen und die neuen Methoden der Kriminaltechnik anzuwenden. Kompliziert wird es für Gryszinski, als er in die preußische Gesandtschaft beordert und aufgefordert wird, unter dem Deckmantel seiner Ermittlungen für die preußische Regierung zu spionieren…

    Uta Seeburg erzählt diesen Krimi sehr anschaulich. Dank der ausführlichen Beschreibungen habe ich mich direkt in das historische München katapultiert gefühlt – dass die Autorin die Hintergründe intensiv recherchiert hat und sie über eine gute Kenntnis der lokalen und (kriminal-)historischen Gegebenheiten verfügt, merkt man dem Roman auf jeder einzelnen Seite an. Die Streifzüge, die man gemeinsam mit Gryszinski durch die Stadt unternimmt, waren dabei genauso interessant wie die unzähligen Details zu den Verfahren, Apparaturen, Aufgaben und Herausforderungen der damals noch jungen Kriminalistik.

    Während mich der historische Part begeistert hat, konnte der eigentliche Kriminalfall mich nicht gänzlich überzeugen. Die Ermittlungen gehen nur sehr schleppend voran und lassen zu wenig Spannung aufkommen.
    Der erste König

    Sabrina Qunaj
    Der erste König (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    02.09.2020

    Der erste König

    In ihrem historischen Roman „Der erste König“ nimmt Sabrina Qunaj den Leser mit in das 8. Jahrhundert nach Britannien und erzählt aus dem Leben des angelsächsischen Königs Offa. Die Autorin hat die wenigen historischen Fakten, die über den Werdegang Offas bekannt sind, mit einer spannenden fiktiven Geschichte verknüpft und lässt diesen Roman damit zu einer genauso interessanten wie kurzweiligen Zeitreise werden.

    Die Handlung beginnt im Jahr 747. Der 17-jährige Krieger Offa wird nach dem Tod seines Vaters Aldermann von Averdun. Er beweist Mut und Stärke und bewährt sich als Kriegsherr. 757 wird er vom Rat der Weisen zum König Mercias gekrönt.

    Ein zweiter Handlungsstrang beginnt im Jahr 768 und spielt im fränkischen Reich. Hier lernt der Leser Cynethryth kennen. Die 16-Jährige, die Drida genannt wird, wächst am Hof des Königs Pippin gemeinsam mit dessen Söhnen und späteren Königen Karl und Karlmann auf. Als Drida sich gegen einen Bischof zur Wehr setzt, wird sie von Karl zum Tode verurteilt und in einem kleinen Boot auf dem offenen Meer ausgesetzt. Doch Drida überlebt, sie wird vor der Küste Britanniens von Händlern gerettet und zum Fürsten von Powys gebracht. Als die Fürstin sie bittet, mit einer Botschaft zum König von Mercia zu gehen, macht Drida sich auf den Weg…

    Sabrina Qunaj erzählt sehr anschaulich. Sie versteht es ganz ausgezeichnet, Figuren zum Leben zu erwecken und facettenreich darzustellen, Handlungsorte bildhaft zu beschreiben und Ereignisse spannend und unterhaltsam zu schildern.

    Die Autorin lässt Offa und Drida viele Höhen und Tiefen durchmachen. Das Miteinander der beiden gestaltet sich äußerst schwierig, denn Drida hat ein denkbar schlechtes Bild von Offa, er wurde ihr als brutal und gottlos beschrieben. Nur die Hoffnung, dass Offa Karlmann dabei unterstützen wird, gegen seinen Bruder Karl zu bestehen, lässt sie an seiner Seite ausharren.

    Auch die Darstellung der weiteren Akteure ist Sabrina Qunaj sehr gut gelungen. Sowohl die zahlreichen historischen Persönlichkeiten wie auch die fiktiven Figuren bekommen schnell ein Gesicht und wirken in ihrem Tun überzeugend. Unerwartete Ereignisse, Konflikte, Intrigen und Schicksalsschläge halten das Geschehen durchweg lebendig - man kann mit allen Akteuren mitfiebern und ist stets neugierig darauf, was wohl als nächstes passieren wird.

    „Der erste König“ hat mir sehr gut gefallen – der Mix aus fesselnder Historie, spannender fiktiver Handlung und bewegender Liebesgeschichte hat mir ein paar kurzweilige Lesestunden beschert und mir gleichzeitig einen facettenreichen Blick in die Geschichte des angelsächsischen Englands ermöglicht.

    Endstation Seeschleuse

    Gerd Kramer
    Endstation Seeschleuse (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    23.08.2020

    Endstation Seeschleuse

    Die Husumer Kommissare Flottmann und Hilgersen bekommen einen Vermisstenfall auf den Tisch – Daniela Herzog ist spurlos verschwunden. Die 32-Jährige war mit ihrer Freundin Brigitte im Schlosscafé verabredet, hat das Lokal aber vor deren Eintreffen überstürzt verlassen und wurde seit dem nicht mehr gesehen. Kurze Zeit später wird am Ufer der Husumer Au eine weibliche Leiche entdeckt…

    „Endstation Seeschleuse“ ist bereits der vierte Fall für Hauptkommissar Waldemar Flottmann und seinen Kollegen Gustav Hilgersen, der Krimi ist aber auch ohne Kenntnis der vorherigen Bände bestens verständlich.

    Gerd Kramer versteht es ganz ausgezeichnet, die Spannung von Beginn an auf ein hohes Level zu katapultieren. Gleich im ersten Kapitel erfährt der Leser, dass Daniela sich in den Fängen eines Mannes befindet, der sich „Doktor“ nennt. Warum der Mann Daniela entführt hat und wie es für die junge Frau weitergeht, bleibt allerdings zunächst einmal offen.

    Der Autor wartet in diesem Krimi mit einem sehr fesselnden Thema auf: es geht um Nahtoderfahrungen. Ein dubioser Wissenschaftler will beweisen, dass es eine Welt außerhalb von Zeit und Raum gibt und der Menschheit eine möglichst genaue Vorstellung von einem Leben nach dem Tod liefern. Dafür hat er mehrere menschliche Versuchskaninchen nach ganz bestimmten Kriterien ausgewählt und entführt. Zu Flottmanns Entsetzen ist auch der Musiker Leon Gerber, der der Husumer Polizei bereits in mehreren Fällen mit seinem hochsensiblen Gehör eine wertvolle Hilfe gewesen ist, einer der Kandidaten.

    Gerd Kramer lässt die Opfer des „Doktors“ die NTE jeweils ganz unterschiedlich erleben, so dass man mit jedem Einzelnen der unfeiwilligen Probanden mitfiebern kann und die Handlung bis zum Schluss spannend bleibt.

    Gut gefallen haben mir auch das herrliche Gefrotzel zwischen den Kommissaren und die spaßigen Passagen mit Flottmanns Kater Bogomil. Die humorvollen Szenen runden das spannende Krimigeschehen prima ab.

    „Endstation Seeschleuse“ hat mir sehr gut gefallen – ein kurzweiliger Krimi, der mit einem interessanten Thema, einer fesselnden Handlung und einem typisch norddeutschen Humor zu überzeugen weiß.
    Die Präsidentin

    Randy Singer
    Die Präsidentin (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    20.08.2020

    Die Präsidentin

    Patrick Quillen und sein aus 16 Seals bestehendes Team werden von US-Präsidentin Amanda Hamilton in den Jemen geschickt, um zwei Geiseln aus den Fängen von Huthi-Rebellen zu befreien. Ein Routineeinsatz für die kampferprobten Männer. Doch die Mission scheitert und alle Einsatzkräfte der Spezialeinheit kommen ums Leben.

    Paige Chambers war seit einigen Monaten mit Patrick liiert. Am Morgen nach der Trauerfeier für die getöteten Seals werden der jungen Anwältin von einem Unbekannten geheime Informationen über die „Operation Exodus“ zuspielt. Der Einsatz im Jemen soll von vornherein zum Scheitern verurteilt gewesen sein! Paige beschließt, gemeinsam mit dem streitlustigen Anwalt Wyatt Jackson die Wahrheit über die fehlgeschlagene Mission aufzudecken und dafür zu sorgen, dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden…

    Randy Singer hat mich mit „Die Präsidentin“ von der ersten Seite an fest im Griff gehabt. Der Thriller wird fesselnd erzählt und besticht vor allen Dingen durch die gekonnte Verknüpfung von Realität und Fiktion - die Nahost-Politik der USA ist genauso Thema wie das Justizsystem der Vereinigten Staaten. Es geht darum, welche Macht der Präsident bzw. hier die Präsidentin hat und wie die CIA mit Mauscheleien und Doppelspielen am Rande oder jenseits der Legalität agiert. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, ob vor dem Gesetz wirklich alle gleich sind oder ob es rechtens ist, dass die Exekutive Spielräume hat, um den Bürger vor Terror und Gewalt zu schützen.

    Dass der Autor jahrelang selbst als Anwalt gearbeitet hat und sich daher hervorragend in der Gerichtswelt auskennt, merkt man dem Roman durchweg an – immer wenn es um Recht und Gesetz geht, geraten die Schilderungen für meinen Geschmack ein wenig zu detailreich und ausführlich. Dennoch war es spannend zu lesen, mit welchen juristischen Finessen und Winkelzügen vor Gericht gearbeitet wird.

    Mit Paige Chambers schickt der Autor eine Protagonistin ins Rennen, die ihren Job sehr ernst nimmt. Sie vertraut auf das System, arbeitet unermüdlich und schöpft alle ihr zur Verfügung stehenden Maßnahmen aus, um die Wahrheit ans Licht zu bringen.

    Wyatt Jackson war mir auf den ersten Blick sehr unsympathisch. Er ist respektlos und provokant. Aber er versteht sein Handwerk, verfügt über eine geballte Ladung Wissen, das er treffsicher einzusetzen weiß und gibt sich ausnahmslos zäh und kämpferisch. Mein Bild von ihm hat sich im Verlauf der Handlung gewandelt und ich war am Ende beeindruckt von dem, was er für das Aufdecken der Hintergründe auf sich genommen hat.

    „Die Präsidentin“ hat mir sehr gut gefallen – ein hochbrisanter Polit- und Justiz-Thriller, der mit interessanten Charakteren sowie einer fesselnden und oft erschreckend realistischen Handlung zu überzeugen weiß.
    Der Leutnant und das Mädchen

    Der Leutnant und das Mädchen (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    03.08.2020

    Der Leutnant und das Mädchen

    England im April 1918. Der nach einem Kriegseinsatz sowohl körperlich wie auch psychisch versehrte Leutnant Colin Mabry versieht seinen Dienst jetzt beim MI8. Seine Aufgabe ist es, Nachrichten zu dechiffrieren. Als eine an ihn persönlich gerichtete Botschaft auf seinem Tisch landet, gerät er in Aufruhr. Jewel Reyer, die ihm vor einem Jahr das Leben gerettet hat und der er versprochen hat, zu ihr zurückzukehren, bittet ihn, schnellstens nach Paris zu kommen. Colin macht sich unverzüglich auf den Weg, trifft in Paris aber nicht auf Jewel, sondern auf deren jüngere Halbschwester Johanna…

    Johanna ist nach dem Tod ihrer Mutter auf der Suche nach ihrem als vermisst geltenden Vater. Ein im Haus ihres Vaters gefundenes Tagebuch offenbarte Johanna nicht nur die überraschende Neuigkeit, dass sie eine Schwester hat, sie hat daraus auch Kenntnis von Colins Versprechen und weiß, dass Jewel sich in großen Schwierigkeiten befindet. Da Johanna sich von ihrer Schwester weitere Hinweise auf den Verbleib ihres Vaters erhofft, bittet sie Colin um Unterstützung bei der Suche nach Jewel...

    Eine abenteuerliche Reise von Paris über Toulouse und Portbou nach Barcelona beginnt und hält Johanna und Colin mächtig in Atem, denn überall wimmelt es von Spionen, die unbedingt ein geheimnisvolles schwarzes Buch in die Finger bekommen wollen…

    Kate Breslin hat einen fesselnden Schreibstil und versteht es ganz ausgezeichnet, den Leser in den Bann ihrer Geschichte zu ziehen. Schon nach wenigen Seiten ist man mittendrin im rasanten Geschehen, wird von den Höhen und Tiefen, die Johanna und Colin während ihrer abenteuerlichen Suche nach Jewel bestehen müssen, mitgerissen und fiebert durchweg mit den beiden mit.

    Es gelingt der Autorin ausgesprochen gut, dem Leser die Gedanken und Gefühle ihrer Protagonisten zu vermitteln. Besonders die Emotionen von Colin, der im Krieg seinen linken Unterarm verloren hat, von Albträumen gequält wird und unter den Auswirkungen eines Granatenschocks leidet, werden mitreißend dargestellt. Nicht nur die eigentliche Behinderung macht Colin zuschaffen, es sind vor allen Dingen die neugierigen und mitleidigen Blicke seiner Mitmenschen, die den Alltag für ihn zu einer Tortur werden lassen. Erst die quirlige Johanna - die, wie Colin im Verlauf der Handlung feststellt, viel liebenswerter ist, als anfangs gedacht – hilft ihm, sein Trauma zu verarbeiten.

    Gut gefallen haben mir auch die Einblicke in die Spionagetätigkeiten der damaligen Zeit. Die Nachrichtenübermittlung per Brieftauben wird umfassend geschildert und auch die Kunst der Steganografie wird erklärt.

    „Der Leutnant und das Mädchen“ hat mir sehr gut gefallen – die gelungene Mischung aus Historie, Abenteuer und Liebesgeschichte hat mir ein paar sehr kurzweilige Lesestunden beschert.
    76 bis 100 von 278 Rezensionen
    1 2 3
    4
    5 6 7 8 9 10 11 12
    Vertrag widerrufen
    Newsletter abonnieren
    FAQ- und Hilfethemen
    • Über jpc

    • Das Unternehmen
    • Unser Blog
    • Großhandel und Partnerprogramm
    MasterCard VISA Amex Diners Club PayPal
    DHL
    • AGB
    • Versandkosten
    • Datenschutzhinweise
    • Barrierefreiheitserklärung
    • Impressum
    • Kontakt
    • Hinweise zur Batterierücknahme
    * Alle Preise inkl. MwSt., ggf. zzgl. Versandkosten
    ** Alle durchgestrichenen Preise (z. B. EUR 12,99) beziehen sich auf die bislang in diesem Shop angegebenen Preise oder – wenn angegeben – auf einen limitierten Sonderpreis.
    © jpc-Schallplatten-Versandhandelsgesellschaft mbH
    • jpc.de – Leidenschaft für Musik
    • Startseite
    • Feed
    • Pop/Rock
    • Jazz
    • Klassik
    • Vinyl
    • Filme
    • Bücher
    • Noten
    • %SALE%
    • Weitere Bereiche
      • Themenshops
      • Vom Künstler signiert
      • Zeitschriften
      • Zubehör und Technik
      • Geschenkgutscheine
    • Hilfe
    • Anmelden
    • Konto anlegen
    • Datenschutzhinweise
    • Impressum
    • Kontakt