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    dorli Top 50 Rezensent

    Aktiv seit: 13. Februar 2018
    "Hilfreich"-Bewertungen: 25

    Bitte beachten Sie

    Wir können nicht sicherstellen, dass die Angaben von Verbrauchern stammen, die das Produkt tatsächlich genutzt oder erworben haben.

    283 Rezensionen

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    Büchle, E: Mehr als nur ein Traum

    Elisabeth Büchle
    Büchle, E: Mehr als nur ein Traum (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    07.03.2018

    Mehr als nur ein Traum

    Bad Tölz, 1963. Die 26-jährige Fotografin Felicitas Jecklin hat trotz ihrer jüdischen Wurzeln Nazideutschland überlebt – als einzige ihrer Familie. Nach reiflichen Überlegungen beschließt die manchmal etwas chaotische Felicitas, ihrem Leben eine neue Wendung zugeben und ein unerwartetes Erbe - ein Haus in Übersee - anzunehmen. Ihr Neufang in Mississippi steht jedoch unter keinem guten Stern, denn sie gerät mitten hinein in heftige Rassenkonflikte…

    Elisabeth Büchle erzählt diesen Roman sehr ausdrucksvoll. Die Beschreibungen und Schilderungen sind detailreich und anschaulich, sie sind mitreißend und haben mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt.

    Es gelingt der Autorin ganz hervorragend, die in den 1960er Jahren von der Rassenproblematik geprägte Gesellschaft der USA darzustellen und die vorherrschende Stimmung in dem kleinen Ort nahe Woodville/Mississippi wiederzugeben. Die Vorurteile und das Misstrauen gegenüber den Schwarzen werden genauso intensiv geschildert, wie die gewalttätigen Übergriffe, so dass man als Leser eine recht genaue Vorstellung davon bekommt, was die Menschen damals alles durchmachen mussten.

    Elisabeth Büchle zeichnet das Bild einer mutigen jungen Frau. Felicitas besticht besonders durch ihre Vorurteilslosigkeit. Sie will sich den örtlichen Gepflogenheiten nicht beugen und versucht trotz aller Angriffe und Anfeindungen gegen sich, eine Brücke zwischen den Parteien zu bauen und legt sich dafür sogar mit Mitgliedern des Ku-Klux-Klans an, indem sie versucht, deren Identitäten aufzudecken.

    Eine zusätzliche Portion Spannung bekommt der Roman sowohl durch die rätselhafte Erbschaft – während Felicitas versucht, in Amerika Fuß zu fassen, entdeckt ihre Freundin Kerstin, die als Notariatsgehilfin in Bad Tölz arbeitet, Ungereimtheiten in der Erbangelegenheit und versucht, diesen nach und nach auf die Spur zu kommen – wie auch durch das undurchsichtige Verhalten von Deputy Landon Brown, der Felicitas zwar sehr zugeneigt scheint, den aber eine mysteriöse Aura umgibt.

    Die Akteure werden allesamt bunt und facettenreich beschrieben. Sie sind authentisch und ausdrucksstark. Selbst Nebenfiguren wirken überzeugend, wie zum Beispiel die dunkelhäutige Birdie, die mit ihrem tiefen Glauben und klugen Lebensweisheiten beeindruckt oder die resolute Dorothy, deren Auftritte mich zum Schmunzeln gebracht haben.

    Neben dem Geschehen in den USA und Kerstins Nachforschungen in Deutschland spielt ein dritter Part der Handlung in Südvietnam und hat den Drogenhandel während des Vietnamkrieges zum Thema.

    Unterstrichen wird die fiktive Handlung durch eingebettete reale Ereigniise, wie zum Beispiel die Ermordung des Bürgerrechtsaktivisten Medgar Evers. Sehr gut gefallen haben mir auch die Zitate von Martin Luther King, die jedem der vier Abschnitte des Buches vorangestellt sind und die Geschichte abrunden.

    „Mehr als nur ein Traum“ hat mich durchweg begeistert – ein aufwühlender und durch die Spannungselemente gleichermaßen unterhaltender Roman. Absolute Leseempfehlung!
    Das Geheimnis des Glasbläsers

    Ralf H. Dorweiler
    Das Geheimnis des Glasbläsers (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    06.03.2018

    Das Geheimnis des Glasbläsers

    Rom, 1452. Anlässlich seiner Vermählung mit der portugiesischen Königstochter Eleonore bekommt Friedrich III. ein besonderes Geschenk des Dogen von Venedig überreicht – Gläser, die so klar sind, als bestünden sie aus fest gewordenem Gebirgswasser.

    Friedrich will die von den Venezianern streng geheim gehaltene Rezeptur für dieses Kristallglas und fordert, seinen besten Glasbläser mit dem Auftrag auszusenden, sich bei dem berühmten Glasmacher Angelo Barovier einzuschleichen und das Geheimnis aufzudecken.

    Die Wahl fällt auf den jungen Simon Glaser. Simon ist zwar sehr talentiert, aber auch ein Tunichtgut und Träumer, der nur Flausen im Kopf hat und von seinem Herrn, dem Waldvogt von Hauenstein, nicht ohne Hintergedanken für diese Aufgabe ausgewählt wird.

    Zur Seite gestellt bekommt Simon für die gefährliche Reise weder einen erfahren Ritter noch ein edles Ross, sondern den als dümmlich geltenden Scherbensammler Ulf und dessen Esel Lilli. Wenn auch widerwillig, zieht Simon mit seinen Begleitern los, ohne zu ahnen, dass diese Reise ereignisreicher und abenteuerlicher werden soll, als er es sich je hätte träumen lassen…

    In seinem historischen Roman „Das Geheimnis des Glasbläsers“ entführt Ralf H. Dorweiler den Leser mitten hinein in das ausgehende Mittelalter und wartet mit einer gut ausbalancierten Mischung aus Historie, Abenteuer, Spannung und Romantik auf.

    Ralf H. Dorweiler erzählt sehr unterhaltsam, die Beschreibungen und Schilderungen sind detailreich und farbenfroh. Jede Szene wirkt lebendig und ist fesselnd, so dass ich ruckzuck mittendrin im Geschehen war. Ich konnte mir sowohl die Handlungsorte wie auch die vorherrschenden Gegebenheiten bestens vorstellen und zudem prima mit den Akteuren mitfiebern.

    Der Autor schont seine Helden während ihrer abenteuerlichen Wanderschaft nicht, sondern lässt sie fast alles erleben, was sich eben Mitte des 15. Jahrhunderts erleben lässt. Einmal abgesehen von ihrem eigentlichen Auftrag, die geheime Zusammensetzung des Cristallos auszuspionieren, begegnen die beiden Gauklern, Banditen und Piraten, müssen viel Kraft bei der Überquerung der Alpen lassen, kommen mit der Pest in Kontakt, jagen einem Serienmörder hinterher und landen schließlich im Schlachtengetümmel zwischen Osmanen und Byzantinern in Konstantinopel.

    Die Akteure bekommen allesamt schnell ein Gesicht, sie wirken echt, sind ausdrucksstark und haben Persönlichkeit, sie zeigen Emotionen und handeln entsprechend ihren Eigenheiten. Es war äußerst spannend, ihre Wege zu verfolgen und es hat Spaß gemacht, ihr Miteinander und Gegeneinander zu beobachten.
    Besonders gut gefallen hat mir, dass die Figuren im Verlauf der Handlung eine Entwicklung durchmachen. Sie wachsen an ihren zahlreichen Erlebnissen und besonders Simon lernt aus seinen Fehlern und Niederlagen.

    „Das Geheimnis des Glasbläsers“ hat mich rundum begeistert – eine sehr gelungene Verknüpfung von historischen Fakten, Spannung und Unterhaltung, die mit viel Pep und Schwung erzählt wird und mir kurzweilige Lesestunden beschert hat.
    Sturm

    Uwe Laub
    Sturm (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    05.03.2018

    Sturm

    Berlin im September. Daniel Bender verfolgt im Olympiastadion ein Hertha-Spiel, als ein wie aus dem Nichts auftauchender Tornado das Stadion verwüstet und zahlreiche Tote und Verletzte hinterlässt…

    In der Nähe von Hannover findet ein Festumzug durch einen schlagartig einsetzenden Hagelsturm ein jähes Ende. Zahlreiche Menschen werden von den faustgroßen Eisklumpen schwer verletzt – auch Laura Wagners Sohn Robin wird von einem Brocken am Kopf getroffen. Die Schrecken dieses Tages sind für Laura allerdings erst der Beginn eines furchtbaren Albtraums…

    Auch in anderen Teilen der Welt hat man mit plötzlich auftretenden, unerklärlichen Wetterphänomenen zu kämpfen. Der Permafrostboden in Jakutsk taut innerhalb weniger Stunden auf. Und in Australien sinkt der Wasserpegel eines Sees über Nacht um mehr als 15 Meter…

    Uwe Laub versteht es mit seinem angenehm zu lesenden Schreibstil ganz hervorragend, die Spannung in diesem Wissenschaftsthriller schon nach wenigen Seiten auf ein enorm hohes Level zu katapultieren. Die Geschichte wird mitreißend erzählt und entwickelt dabei einen Sog, dem man sich als Leser nicht entziehen kann.

    Das Wetter ist in den letzten Jahren immer extremer geworden. Nach dem Lesen von „Sturm“ fragt man sich, ob es sich bei diesen immer häufiger auftretenden Wetterkapriolen und Naturkatastrophen ausschließlich um übellaunige Entgleisungen der Natur handelt, oder ob da nicht doch kriminelle Mächte ihre Finger im Spiel haben könnten.

    Besonders gut gefallen hat mir, dass Uwe Laub die wissenschaftlichen Aspekte und technischen Details sehr anschaulich und auch für Laien verständlich erläutert, so dass man alles auch ohne einschlägige Kenntnisse bestens nachvollziehen kann. Es gelingt dem Autor zudem ganz ausgezeichnet, die Grenze zwischen tatsächlich stattfindenden, legalen Wettermanipulationen und Science-Fiction verschwimmen zu lassen, so dass man als Leser ständig grübelt, was heutzutage wirklich möglich ist.

    „Sturm“ hat mich durchweg begeistert – ein abwechslungsreicher, gut durchdachter Thriller, der mich von der ersten bis zur letzen Seite fest im Griff gehabt hat. Absolute Leseempfehlung!
    Das Licht scheint in die Finsternis

    Thomas Franke
    Das Licht scheint in die Finsternis (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    02.03.2018

    Das Licht scheint in die Finsternis

    Berlin. Jonathan Brendel ist Inhaber einer kleinen Agentur. Finanziell geht es ihm mehr schlecht als recht – da kommt eine unerwartet hohe Erbschaft wie gerufen. Doch seine Mutter hat in ihrem Testament eine Bedingung gestellt: Jonathan kann das Erbe nur gemeinsam mit seinem Bruder Maik antreten. Doch Maik ist seit 15 Jahren spurlos verschwunden…

    Ein viele Jahre zurückliegendes Erlebnis hält Krankenschwester Mara immer noch gefangen. Ein schreckliches Unrecht ist damals geschehen und hat ihre Seele in Ketten gelegt. Als ein Schwerverletzter in die Notaufnahme eingeliefert wird, trifft die Erinnerung an die Ereignisse sie mit voller Wucht…

    Hauptkommissar Thorsten Boddien ist auf der Jagd nach dem gefürchteten Unterweltboss El Niño. Boddien hat sich einen raffinierten Plan ausgedacht, um den untergetauchten Verbrecher festsetzen zu können…

    Ein weiterer Handlungsstrang spielt auf einer anderen Ebene. Man befindet sich in einer Festung mitten in einer Wüste. Die Atmosphäre in der Festung ist trostlos, eine dunkle Bedrohung schwebt über allem. Hier lernt man Sokjan kennen. Sokjan hat sein Gedächtnis verloren. Er versteht nicht, warum er sich an diesem verlassenen Ort befindet und macht sich auf die Suche nach Antworten. Dafür muss er verschlungene, ihn immer wieder verwirrende Wege gehen. Sokjan erlebt während seiner Suche einen Kampf zwischen Gut und Böse, zwischen Hell und Dunkel, zwischen Licht und Finsternis – und muss schließlich eine Entscheidung treffen…

    In „Das Licht scheint in die Finsternis“ erzählt Thomas Franke eine spannende Geschichte von einem verlorenen Sohn. Es geht in diesem Buch um Sünde, um Schuld und Vergebung und um die Kraft des Glaubens.

    Der Roman hat mich von der ersten Seite an fest im Griff gehabt. Thomas Franke hat einen sehr mitreißenden Schreibstil. Die Beschreibungen sind intensiv, die Schilderungen durchweg bildhaft und die Figuren allesamt ausdrucksstark. Die Geschichte ist nicht nur fesselnd wie ein Krimi, sondern auch äußerst gefühlvoll und tiefgründig. Sowohl die Ereignisse rund um Jonathan und Mara wie auch die Vorkommnisse in der Festung haben mich mit den Akteuren mitfiebern lassen und mich am Ende tief beeindruckt zurückgelassen. Ein großartiges Leseerlebnis.
    Stolzenburg, S: Das dunkle Netz

    Silvia Stolzenburg
    Stolzenburg, S: Das dunkle Netz (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    27.02.2018

    Das dunkle Netz

    Stuttgart. Kai Jäger, Mitarbeiter einer Security-Firma, kopiert heimlich brisante Daten aus dem Firmennetzwerk. Es gelingt ihm, mit dem gestohlenen Beweismaterial zu entkommen, er bleibt jedoch nervös und angespannt – zu Recht, wie er schon bald zu spüren bekommen soll. Bevor seine Verfolger ihn schnappen können, gelingt es Kai, seinem ehemaligen Kameraden Mark Becker eine Nachricht auf dessen Mobilbox zu hinterlassen und einen an Mark adressierten Umschlag mit einem USB-Stick in den Briefkasten zu werfen…

    Wenige Tage später werden Oberkommissarin Lisa Schäfer und ihre Kollegen zu einem Tatort gerufen. In einem Waldstück wurde eine verkohlte Leiche gefunden – schon nach kurzer Zeit steht fest, dass es sich bei dem Toten um Kai Jäger handelt…

    „Das dunkle Netz“ ist der zweite Fall für das Ermittlerduo Mark Becker und Lisa Schäfer, der Thriller ist aber auch ohne Kenntnis des ersten Bandes bestens verständlich.

    Silvia Stolzenburg versteht es ausgezeichnet, die Spannung schon nach wenigen Seiten auf ein hohes Level zu katapultieren. Der Thriller wird mitreißend erzählt und besticht vor allen Dingen durch temporeiche Handlung und rasante Action.

    Mark, eigentlich Feldjäger bei der Bundeswehr, lässt sich vom Dienst freistellen und wird - sehr zum Unmut von Lisa - als Berater zu den polizeilichen Ermittlungen hinzugezogen. Mark hält nicht viel davon, Anweisungen und Vorschriften zu befolgen, wenn es darum geht, einen kniffligen Fall zu lösen. Er unternimmt riskante Alleingänge und zögert auch nicht, seine Freunde in waghalsige Unternehmungen zu verwickeln. Äußerst gefährlich für Mark und für seine Mitstreiter, für den Leser allerdings sind gerade diese dramatischen Aktionen besonders spannend.

    „Das dunkle Netz“ hat mir sehr gut gefallen – ein actionreicher Thriller, der mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt hat.

    Tod im Hopfengarten

    Alexander Bálly
    Tod im Hopfengarten (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    27.02.2018

    Tod im Hopfengarten

    Wolnzach. Eduard Rummetshofer hat von seinem Schwiegersohn ein originelles Geburtstagsgeschenk bekommen – einen Rundflug mit einem Segelflugzeug. Nach anfänglichen Bedenken genießt der Jubilar den Blick auf seine Heimat aus der ungewohnten Perspektive. Das Abenteuer erhält noch eine Zugabe: mangels Aufwind endet der Flug mit einer Außenlandung auf einer Wiese. Damit nicht genug, als Eddi sich an den Rand der Wiese begibt, um dort zu pinkeln, entdeckt er eine bereits skelettierte Leiche…

    Die Kripo Ingolstadt rückt an. Da Hauptkommissar Karl Konrad sich gerade mit mehreren Fällen von Kirchendiebstahl herumärgert, übernimmt sein Kollege Lukas Stimpfle die Mordermittlungen. Von Ludwig Wimmer und Anna noch keine Spur. Doch Konrad kennt seine Pappenheimer - um die Hobbydetektive von eigenen Nachforschungen im Mordfall abzulenken, bittet der Hauptkommissar die beiden, ihn bei den Diebstahlermittlungen zu unterstützen…

    „Tod im Hopfengarten“ ist bereits der vierte Fall für den Metzgermeister im Ruhestand Ludwig Wimmer und seine clevere, mittlerweile 15-jährige Enkelin Anna, dieser Krimi ist aber auch ohne Kenntnis der vorherigen Bände bestens verständlich.

    Alexander Bálly hat einen angenehm zu lesenden, sehr unterhaltsamen Schreibstil. Der Autor wartet auch in diesem Band wieder mit einer großen Portion Wortwitz und reichlich Situationskomik auf, der Humor ist dabei frisch und natürlich und wirkt zu keiner Zeit aufgesetzt. Schon nach wenigen Seiten ist man mittendrin im Geschehen und kann prima mit den Akteuren mitfiebern und miträtseln.

    Wimmer und Anna sind ein lebhaftes Ermittlerduo – die beiden haben mich mit der Art, wie sie die Dinge anpacken, einmal mehr rundum überzeugt. Sie haben ihre besonderen Methoden und nutzen ihre ganz eigenen Quellen für Informationen, um dem Täter auf die Spur zu kommen. Es macht einfach Spaß, die beiden zu begleiten und ihnen bei ihren Ermittlungen über die Schultern zu schauen.

    Punkten kann Alexander Bálly auch mit einer großen Portion Lokalkolorit. Dank der detailreichen Beschreibungen konnte ich mir die Schauplätze in und um Wolnzach sehr gut vorstellen. Die Besonderheiten des beschaulichen Landstriches werden hervorgehoben, die lokalen Begebenheiten und auch die Eigenarten der Einheimischen fließen in die Handlung ein. Besonders begeistert haben mich die Dialoge, die zu einem großen Teil in Mundart - bayrisch, schwäbisch und fränkisch - geschrieben sind und dem Regionalkrimi damit nicht nur Authentizität, sondern auch zusätzlichen Schwung verleihen.

    Das Lesen und Mitermitteln hat wieder großen Spaß gemacht - „Tod im Hopfengarten“ ist ein humorvoller, gut durchdachter Krimi, der von der ersten bis zur letzten Seite kurzweilige, spannende Unterhaltung bietet.

    Die Kathedrale des Lichts

    Ruben Laurin
    Die Kathedrale des Lichts (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    26.02.2018

    Die Kathedrale des Lichts

    In seinem historischen Roman „Die Kathedrale des Lichts“ entführt Ruben Laurin den Leser in das 13. Jahrhundert nach Magdeburg und wartet mit einer gut ausbalancierten Mischung aus Historie, Spannung und Romantik auf. Dreh- und Angelpunkt des Geschehens ist die Bauphase des Doms in den Jahren 1227 bis 1236.

    Ruben Laurin hat einen angenehm flott zu lesenden Schreibstil. Dank der detailreichen Schilderungen ist man ruckzuck mittendrin im Geschehen und lernt nicht nur das Arbeiten und Leben in einer Bauhütte kennen, sondern nimmt vor allen Dingen sehr intensiv an dem vielfältigen Miteinander und Gegeneinander der ganz unterschiedlichen Akteure teil.

    Helena folgt ihrem Vater, dem arbeitswütigen Baumeister Bohnsack, von Maulbronn nach Magdeburg, obwohl sie lieber in der Nähe des Grabes ihrer Mutter geblieben wäre. Die junge Frau bekommt es im Verlauf der Handlung gleich mit mehreren Verehrern zu tun:
    Sie lernt den aus Dänemark stammenden Ansgar von Lund kennen, einen Ritter und Frauenheld, der eine Menge Charme versprüht. Außerdem trifft sie auf Moritz, einen jungen Wenden. Moritz musste in seinem Leben schon viel Leid und Unrecht erfahren. Er hat großes Talent und mausert sich zu einen hervorragenden Bildhauer und Steinmetz. Und Helena begegnet Gotthart von Saint Leonard, einem Bildhauer und Edelmann aus Paris, der nichts Gutes im Schilde führt und sich als sadistischer Fiesling entpuppt.
    Neben den zahlreichen fiktiven Figuren betreten auch ein paar historische Persönlichkeiten die Bühne. Zu ihnen gehört zum Beispiel Mechthild von Magdeburg. Mechthild wirkt zerbrechlich, verfügt jedoch über eine besondere innere Stärke und ist intelligent und einfühlsam. Sie hat Visionen, die ihr das Misstrauen ihrer Mitmenschen und ständige Anfeindungen einbringen.
    Auch alle anderen Akteure werden anschaulich dargestellt. Jeder Einzelne spielt die ihm zugedachte Rolle ausgezeichnet und bereichert mit seinen Eigenarten das Geschehen.

    Besonders gut gefallen haben mir die beiden Unterbrechungen in der Handlung, in denen die im Prolog begonnene Legende vom Heiligen Mauritius weitererzählt wird. Der Heilige Mauritius wurde bereits durch Otto den Großen zum Patron des Magdeburger Doms bestimmt. Im Domchor kann man eine Skulptur des Heiligen besichtigen, die ihn als dunkelhäutigen Ritter darstellt – im Roman ein Werk von Moritz.

    „Die Kathedrale des Lichts“ hat mir sehr gut gefallen – der spannend erzählte Mix aus Fakten rund um den Bau des Magdeburger Doms und fiktiver Handlung hat mir ein paar kurzweilige Lesestunden beschert.
    Black-Angel-Chroniken - Im Zeichen des schwarzen Engels

    Kristen Orlando
    Black-Angel-Chroniken - Im Zeichen des schwarzen Engels (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    13.02.2018

    Black-Angel-Chroniken - Im Zeichen des schwarzen Engels

    Die 17-jährige Reagan Elizabeth Hillis ist anders als andere Jugendliche – Reagan lebt ein Leben zwischen normalem Teenager-Alltag und knallharter Geheimdienstausbildung. Seit ihrem vierten Lebensjahr wird sie auf ihre Zukunft als Black-Angel-Agentin vorbereitet. Die Black Angels sind eine Spezialeinheit, die Leben retten, Geisel befreien oder auch Terrorpläne abwehren. Eine aufregende, interessante Aufgabe, für die Reagan täglich intensiv Kampf- und Selbstverteidigungstechniken trainiert und den Umgang mit den unterschiedlichsten Waffen lernt. Obwohl ihr offiziell an ihrem 18. Geburtstag die Wahl zwischen einem normalen Studium und einer Ausbildung zur Agentin zugestanden wird, sieht die Realität anders aus. Denn auch Reagans Eltern sind Black Angels und es ist Tradition, dass Kinder von Black Angels in die Fußstapfen ihrer Eltern treten.

    Kristen Orlando beginnt dieses Jugendbuch mit einem spannenden Prolog, in dem man sich ein Bild davon machen kann, was Reagan erwartet, wenn sie den Weg einschlägt, der ihr seit ihrer Geburt vorbestimmt ist. Ständig von Gefahren umgeben sein. Täglich mit der Angst leben, dass die sorgfältig aufgebaute Tarnung auffliegt. Häufig die Identität wechseln. Immer wieder neue Freunde suchen und diese dann auch noch belügen müssen. Da ist es kein Wunder, dass Reagan Zweifel bekommt, ob dieser Weg das ist, was sie wirklich will. Besonders jetzt, wo sie das Teenager-Dasein in vollen Zügen genießt und zum ersten Mal verliebt ist…

    Kristen Orlando hat einen angenehm zu lesenden, sehr fesselnden Schreibstil, so dass ich schnell mittendrin im Geschehen war und schon nach kurzer Zeit das Gefühl hatte, mit allen Akteuren gut vertraut zu sein.

    Man kann sehr gut mit Ich-Erzählerin Reagan mitfühlen - es gelingt der Autorin ganz hervorragend, dem Leser Reagans Zwiespalt zwischen Pflichterfüllung und Realisierung ihrer persönlichen Ziele und Wünsche zu vermitteln, so dass man durchweg gespannt mitfiebert, für welchen Weg Reagan sich entscheiden wird.

    Darüber hinaus ist dieser Roman auch eine rasante, actionreiche Geschichte, die besonders im zweien Teil des Buches richtig Fahrt aufnimmt und immer dramatischer wird. Hier kann bzw. muss Reagan dann alles zeigen, was sie bisher gelernt hat.

    Kristen Orlando lässt diesen Auftaktband ihrer Black-Angel-Reihe ganz anders enden, als ich es erwartet habe, so dass ich jetzt schon gespannt bin, wie es für die Akteure im nächsten Band weitergehen wird.

    „Black-Angel-Chroniken - Im Zeichen des schwarzen Engels“ hat mir sehr gut gefallen – eine mitreißende, actionreiche Agentengeschichte, in der auch der typische Highschool-Alltag nicht zu kurz kommt.
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