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    raschke64 Top 10 Rezensent

    Aktiv seit: 06. Januar 2017
    "Hilfreich"-Bewertungen: 71

    Bitte beachten Sie

    Wir können nicht sicherstellen, dass die Angaben von Verbrauchern stammen, die das Produkt tatsächlich genutzt oder erworben haben.

    898 Rezensionen

    Wir können nicht sicherstellen, dass die Angaben von Verbrauchern stammen, die das Produkt tatsächlich genutzt oder erworben haben.
    Mit kaltem Kalkül

    Michael Tsokos
    Mit kaltem Kalkül (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    08.10.2024

    Rechtsmedizin für alle

    In der Neuköllner High-Deck Siedlung verschwindet der achtjährige Yasser. Doch die Mutter kann nicht einfach zur Polizei gehen und ihn vermisst melden, denn sie und ihr Sohn leben illegal in Deutschland. Der Ex-Geheimdienstler Khalaf soll den Jungen suchen, doch er kommt an seine Grenzen. Und Yasser ist nicht das einzige Kind, das in der Gegend verschwunden ist.

    Das Buch ist eine gute Fortsetzung der Reihe. Zum einen gibt es eine interessante Kriminalgeschichte. Und im zweiten Strang erfährt man sehr viel über die Rechtsmedizin, Obduktionen und bestimmte Anzeichen nach einem Todesfall. Am Anfang laufen beide Sachen parallel, doch im Laufe der Geschichte kommen sie zueinander und verbinden sich. Ich gebe zu, das für mich der interessantere Teil der in der Rechtsmedizin ist. Hier wird auch einem Laien verständlich (wenn in diesem Buch auch mit vielen Fremdwörtern) erklärt, was nach einem Todesfall alles untersucht wird. Diese Sachen finde ich spannender als einen erdachten Kriminalfall. Wobei auch hier sehr viel Aktuelles an den Tag gelegt wird und diverse Missstände angesprochen werden. Daher gibt es von mir ein Leseempfehlung
    Du kennst sie

    Meagan Jennett
    Du kennst sie (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    08.10.2024

    Nur in Teilen gut

    Sophie ist Barkeeperin und hat in ihrem Beruf schon einiges erlebt. Als ein Kunde und guter Freund ihres Chefs sie mehr als bedrängt, bringt sie ihn um. Das ist der Anfang einer ganzen Reihe von weiteren Morden. Nora ist Polizistin und als farbige Frau hat sie es in Virginias Polizei besonders schwer. Sie versucht, die Morde aufzuklären, und hat als einzige zumindest ansatzweise das richtige Gespür.

    Das Buch beginnt richtig gut und zieht einen in einen Sog. interessant sind die Ausführungen zur Arbeit eines Barkeepers und auch, was besonders Frauen in der Gastronomie so alles über sich ergehen lassen müssen. So hat man für den ersten Mord von Sophie sogar Verständnis und die Frau bleibt sympathisch. Doch danach kippt es, weil die Motive nicht mehr nachvollziehbar sind. Auf der anderen Seite ist Nora, die so eine Art übersinnliche Erscheinungen hat. Das alles war für mich zu überzogen. Dazwischen gibt es unheimlich viele detaillierte Ausführungen über Insekten, den Verwesungszustand der Leichen und auch philosophische Anmerkungen. Dies zusammengenommen mindert die Spannung und macht das Buch am Ende leider für mich nur zu einem Durchschnitt
    Suche liebevollen Menschen

    Julian Borger
    Suche liebevollen Menschen (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    01.10.2024

    Absolut lesenswert

    Julian Borger ist Journalist und sein Vater hat Selbstmord begangen. Bei der familieninternen Recherche stößt Julian zufällig auf eine alte Anzeige in einer englischen Zeitung und den Namen seines Vaters. Die Anzeigen wurden 1938 von Wiener Juden geschaltet, die ihre Kinder in das sichere England bringen wollen. Sie bitten um Aufnahme in Familien oder um Arbeit als Dienstmädchen oder anderes. Hauptsache, zuerst können ihre Kinder Österreich verlassen, bevor die Nazis kommen.

    Das nimmt der Journalist zum Anlass, neben der Geschichte seines Vaters auch die Geschichten der anderen Kinder, für die am gleichen Tag in der Zeitung eine Anzeige stand, herauszufinden. Und er entdeckt, dass die Kinder in England, aber auch bis in die USA oder nach Shanghai gekommen sind. Und er verfolgt ihren weiteren Lebensweg. Das Ganze ist eine Mischung aus Sachbuch und Biografie. Wobei es sich sehr gut lesen lässt, denn die geschichtlichen Daten und Fakten halten sich im Hintergrund und es geht in erster Linie um die Geschichten der Kinder. Diese sind sehr berührend und in ihre Unterschiedlichkeit, aber auch Gemeinsamkeit zeigen sie ein besonderes Kapitel des Holocaust. Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung.
    Stalker - Er will dein Leben.

    Arno Strobel
    Stalker - Er will dein Leben. (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    01.10.2024

    Spannend

    Eric Sander ist ein Theaterschauspieler, der nicht unbedingt Karriere gemacht hat. Jetzt hat er allerdings in einem Tatort mitgespielt und plötzlich scheint es steil aufwärts zu gehen. Da wird sein Facebook-Account gehackt und er bekommt mysteriöse Drohungen, dass er sich um seine Vergangenheit bemühen soll und eine schreckliche Tat gestehen muss. Um das zu unterstreichen, werden sein Sohn seine Frau entführt

    Das Buch ist sehr spannend. Und das auf mehreren Ebenen. Am Anfang will man eigentlich nur wissen, warum diese komischen Geschehnisse passieren. Danach vor allem, ob in der Vergangenheit wirklich so ein großes Geheimnis ist. Und am Ende natürlich, wer der Täter ist. Letzteres ahnt man nach einer Weile. Trotzdem gibt es immer noch genügend Wendungen und einige Überraschungen, so wie man das von dem Autor gewöhnt ist. Von daher gibt es von mir eine Leseempfehlung.
    Lückenbüßer

    Volker Klüpfel
    Lückenbüßer (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    26.09.2024

    Klufti for Präsident

    In Kluftis Heimatort stehen Wahlen an. Er selbst wird gebeten, sich aufstellen zu lassen, um die Lücke auf der Liste für den Gemeinderat zu füllen. Doch mit der Zeit erwärmt er sich mehr und mehr für den Gedanken, dass er wirklich gewählt wird. Dabei ist er ja im Moment sogar ohne Wahl schon Interims-Polizeipräsident. Doch mit diesem Posten ist er nur mäßig glücklich. Dann wird nach einer großen Übung in den Bergen ein Kollege tot aufgefunden und was erst nach einem Unfall aussieht, stellt sich bald als Mord heraus.

    Ich bin in der Beurteilung des Buches etwas zwiegespalten. Natürlich ist die Reihe noch nie dafür bekannt, vor großer Spannung zu strotzen. Mir hat bisher immer gut gefallen, dass mit sehr viel Humor es viel um Klufti geht und die Fälle auch meist mit ihm verbunden sind. Doch bei diesem Buch war es mir dann doch zu viel. Es gibt im Prinzip Null Spannung, es gibt kaum Ermittlungen und der Fall kommt ehrlich gesagt auf ganz wenigen Seiten vor – 40 Seiten vor Schluss dachte ich noch, der wird nicht aufgeklärt und kommt als Cliffhanger in den nächsten Teil. Der Großteil des Buches handelt von den Wahlen. Und genau das wird mir am Ende zu viel. Zumal es mit der Zeit auch nur mäßig lustig ist. Damit geht die Reihe in eine Richtung, die mit Krimi so überhaupt nichts mehr zu tun hat. Das finde ich schade. Daher von mir für diesen Teil auch nur eine mittelmäßige Beurteilung.
    Die Berghebamme - Hoffnung der Frauen

    Linda Winterberg
    Die Berghebamme - Hoffnung der Frauen (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    18.09.2024

    Schwieriger Beginn

    Ende des 19. Jahrhunderts in Oberbayern kommt Maria in das kleine Dorf zurück. Sie ist dort als sogenannter Bankert aufgewachsen und dann nach München gegangen, um dort in einer neu gegründeten Schule eine Hebammenausbildung zu machen. Wieder zurück im Dorf hat sie es extrem schwer. Einige erkennen ihre neue Ausbildung nicht an, andere stören sich daran, dass sie von einer ledigen Mutter stammt und wieder andere, wie der Pfarrer, halten stur an alten Bräuchen fest.

    Das Buch ist der Beginn einer Trilogie um die Hebamme Maria. Es ist gut lesbar und zeigt deutlich auf, wie zum einen die großen Unterschiede zwischen Stadt und Land in der ärztlichen Versorgung waren. Aber auch, wie schwer es Frauen hatten, die etwas außerhalb der Gesellschaft standen. Gleichzeitig aber auch, wie gefährlich es für die Frauen zur damaligen Zeit immer noch war, Kinder zu bekommen. Das alles ist gut beschrieben und man liest es mit viel Empathie. Manchmal ging mir manches etwas zu schnell in der Konfliktlösung. Und ich bezweifle, dass zur damaligen Zeit Ausdrücke wie doof oder sauer sein verwendet wurden. Das alles sind aber eher Kleinigkeiten und so kann ich gern eine Leseempfehlung aussprechen.
    Chevalier, T: Geheimnis der Glasmacherin

    Chevalier, T: Geheimnis der Glasmacherin (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    18.09.2024

    Glas

    Venedig, genauer gesagt Murano, im 17. Jahrhundert. Der Glasmeister Lorenzo Rosso stirbt bei einem Unfall. Für die Familie ist es eine Tragödie, denn ein Nachfolger mit diesen Fähigkeiten ist erst einmal nicht in Sicht. Doch irgendwie geht es immer weiter und die Tochter Orsola bringt sich heimlich das Glasperlenmachen bei. Damit wird sie künftig viel zur Familienkasse beitragen.

    Die Beurteilung des Buches fällt mir nicht leicht. Absolut gigantisch sind allerdings das Cover und der Schnitt. Dieser Einfall dazu ist einfach genial. Inhaltlich habe ich einige Probleme. Durch die ersten 100 Seiten musste ich mir mich wirklich regelrecht quälen. Ich fand den Stil langatmig und schwierig zu lesen. Im Verlauf der Geschichte bessert das sich das allerdings sehr und irgendwann war das Buch dann auch sehr flüssig zu lesen. Die Geschichte von Venedig, Murano und der Glasherstellung ist interessant. Da ich allerdings mit der Thüringer Glasherstellung vertraut bin, gab es für mich nicht ganz so viel Neues zu lernen. Große Probleme hatte ich allerdings mit den Zeitsprüngen und der Idee, einige Personen quasi unendlich leben zu lassen. Die Erklärung, dass es immer Orsola nahestehende Personen waren, passt nicht immer. Denn auch Personen, die ihr nicht nahestanden und teilweise ihre Feinde waren, überlebten die Jahrhunderte. Das fand ich oft unlogisch und die Idee gefiel mir nicht gut. Daher ist es schwierig für mich, eine Leseempfehlung zu geben. Gleichzeitig möchte ich aber auch niemanden vom Lesen dieses Buches abhalten.
    Nur nachts ist es hell

    Judith W. Taschler
    Nur nachts ist es hell (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    18.09.2024

    Schwierig

    Elisabeth Brugger hat in den 1920er Jahren Medizin studiert. Zur damaligen Zeit war das extrem schwierig. So richtig Unterstützung erhält sie von ihrem Bruder Eugen und auch von ihrem Mann. Denn als verheiratete Frau mit Kind ist es doppelt schwer. In ihrer Familie gibt es einige Geheimnisse und auch sie selbst hat davon einige.

    Das Buch war für mich sehr schwierig zu lesen und gerade im ersten Drittel war ich mehrfach versucht, es abzubrechen. Der Grund sind die extremen Zeitenwechsel. Oft hatte ich überhaupt keine Idee, worum es eigentlich geht. Und gerade, wenn ich mich ein bisschen eingelesen hatte, kam wieder ein totaler Bruch. Hilfreich war am Ende der Stammbaum der Familie, so dass ich wenigstens die Personen, die zur Familie gehören, zuordnen konnte. Im Verlaufe des Buches wurde es mit dem Lesen zwar etwas besser, aber ich fand vor allem zur Hauptfigur Elisabeth keinen wirklichen Zugang. Die Geschichte wird eher wie ein Bericht erzählt, über weite Strecken fehlen jegliche Emotionen. Erst gegen Ende des Buches gibt es davon welche. Manche Kapitel erzeugten bei mir das Gefühl, dass die Weltgeschichte hier unbedingt untergebracht werden musste, obwohl das eigentlich nicht wirklich nötig war. Alles in allem bin ich froh, mit dem Lesen zum Ende gekommen zu sein, und kann nicht wirklich eine Leseempfehlung aussprechen. Ich möchte aber auch niemanden vom Lesen abhalten.
    Juli, August, September

    Olga Grjasnowa
    Juli, August, September (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    18.09.2024

    Suche nach der Vergangenheit

    Lou ist in zweiter Ehe mit dem Konzertpianisten Sergej verheiratet und hat eine Tochter Rosa.
    Zum 90 Geburtstag ihrer Großtante eingeladen, fährt sie mit ihrer Mutter und ihrer Tochter nach Gran Canaria. Doch das Familientreffen ist chaotisch und auch nicht sehr freundlich. Deshalb beschließt sie, von dort aus allein ein paar Tage nach Israel zu fliegen, um sich über einiges klar zu werden.

    Mir fällt es etwas schwer, das Buch zu beurteilen. Mit etwas mehr als 200 Seiten hat man es schnell gelesen, der Stil ist gut und flüssig und bereitet keine Probleme. Inhaltlich allerdings kann ich es noch nicht so richtig einordnen. Die Familie ist mehr als chaotisch, was allerdings in vielen Familien vorkommt. Auch die Disharmonien untereinander sind nicht ungewöhnlich. Die Familie legt Wert auf ihre jüdischen Wurzeln, allerdings als Religion ist das so gut wie kein Thema. Lou selbst macht auf mich einen stark unzufriedenen Eindruck und kommt mit sich nicht ins Reine. Ich habe das Gefühl, dass sie gar nicht weiß, was sie will. Sie lässt sich mehr oder weniger treiben. So ist das Ende dann offen. Irgendwie kann ich keine Leseempfehlung aussprechen, würde aber auch niemand vom Lesen abhalten wollen. Es ist ein Buch, über das man sich definitiv ein eigenes Urteil bilden muss.

    Der längste Schlaf

    Melanie Raabe
    Der längste Schlaf (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    18.09.2024

    Schwierig

    Mara ist Wissenschaftlerin und forscht über den Schlaf. Ursprünglich aus Deutschland stammend, lebt sie in London. Von ihrem Forschungsgebiet ist sie selbst betroffen: permanent schlaflose Nächte und furchtbare Träume begleiten ihren Alltag. Da bekommt sie aus Deutschland die Information, dass sie in einem kleinen Ort ein Herrenhaus als Schenkung erhält. Nur: sie kennt weder den Ort noch den Menschen, der ihr das Haus schenkt. Sie will ablehnen, entschließt sich aber nach Zureden ihrer Freunde, sich das Haus wenigstens anzusehen. Dort angekommen, verstärken sich ihre Träume und sie hat seltsame Erlebnisse…

    Die Bewertung des Buches ist extrem schwierig für mich. Mich haben die Schlafprobleme interessiert, da ich öfter selbst davon betroffen bin. Natürlich war mir klar, dass es ein Roman ist und kein (Selbst)Hilfebuch und das hatte ich auch nicht erwartet. Trotzdem fand ich die wissenschaftlichen Erklärungen zu dem Thema sehr interessant und nachvollziehbar. Auch der Schreibstil war wie immer (ich kenne mehrere Bücher der Autorin) einfach super und zog einem einfach in die Geschichte rein. Vieles war extrem spannend.
    Und so hätte ich sofort die volle Punktzahl gegeben. Wenn, ja wenn nicht die letzten 40 Seiten und damit die Aufklärung gekommen wäre. Ich muss mich leider zur Begründung extrem vorsichtig ausdrücken, da ich einfach zu viel spoilern würde. Aber für mich verschob sich hier vieles ins Reich der Fantasy, war nicht mehr nachvollziehbar und für mich unglaubwürdig. Daher muss ich leider die Wertung zurückstufen.
    Und später für immer

    Volker Jarck
    Und später für immer (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    11.09.2024

    Berührt

    Es ist März 1945. Johann Meinert ist 25, Pilot und in den letzten Kriegswochen desertiert. Er schafft es bis zu Onkel und Tante und versteckt sich in der Scheune. Eigentlich will er nach Hause zu seiner Frau und dem wahrscheinlichen Baby, denn er weiß nicht, ob er schon Vater ist. Der letzte Brief seiner Frau liegt viele Monate zurück. Doch so gut er auch versucht, unsichtbar zu bleiben, wird das Nachbarsmädchen Frieda auf ihn aufmerksam. Und damit steigt die Gefahr, dass er verraten, entdeckt und damit getötet wird.

    Das Buch berührt. Der Stil ist sehr direkt und oft kurz und relativ trocken. Trotzdem kann man die Geschichte des jungen Soldaten stets nachvollziehen. Seine Pläne und Wünsche, aber auch seine furchtbaren Ängste vor Entdeckung und Tod sind gut beschrieben. Auch die Entwicklung vom begeisterten Soldaten zu einem nachdenklichen Menschen, der nur Frieden und zu seiner Familie will, ist nachvollziehbar. Die Gefährlichkeit der damaligen Zeit ist klar erkennbar. Man drückt ihm einfach nur die Daumen, dass er es nach Hause schafft. Die Geschichte ist grob an die Erlebnisse des Großvaters des Autors angepasst. Ich hätte mir nur gewünscht, dass man als Leser am Ende erfährt, ob er wirklich Vater geworden ist und ob er einen Sohn oder eine Tochter hat. Natürlich weiß man, dass es einen Sohn geben wird, der Vater des Autors ist. Aber ist es genau dieser im Buch erwähnte oder ein späteres Kind? Irgendwie wäre das für mich als Abschluss schöner gewesen.
    Im Unterholz

    Sara Strömberg
    Im Unterholz (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    11.09.2024

    Überzeugt leider nicht

    In der tiefsten schwedischen Provinz arbeitet die ehemalige Journalistin Vera in einer Schule. In der Nähe wird im Wald die Leiche einer Frau gefunden. Vera wird von ihrem ehemaligen Chef der Zeitung aufgefordert, die Geschichte zu untersuchen und darüber zu schreiben. Sie ist nicht begeistert, beginnt jedoch mit den Ermittlungen. Und gerät damit selbst in Gefahr...

    Das Buch wird als hochgelobtes Debüt genannt. Leider hielt es in meinen Augen nicht, was die Vorschlusslorbeeren versprechen. Es konnte mich nicht überzeugen, weil es über sehr weite Strecken kaum um den Kriminalfall ging, sondern sich fast alles um die Befindlichkeiten von Vera drehen.
    Nachdem ihr Mann sie nach vielen Jahren verlassen hat und sie auch ihren Zeitungsjob verliert, fällt sie in ein tiefes Loch. Und dort bleibt sie. Anfangs konnte ich das noch verstehen, doch mit der Zeit hat es mich eigentlich nur noch genervt und auch die mehr zufälligen Ermittlungen überzeugen nur mäßig. Zumal die Polizei so dargestellt wird, als wäre sie dumm und interessenlos. Bei einer Mordermittlung bezweifle ich das. Auch die Auflösung des Falls war für mich schon sehr zeitig vorhersehbar und dann nicht wirklich eine Überraschung. Insgesamt fehlt dem gesamten Buch die Spannung. Daher ist es für mich eher Mittelmaß und ich halte mich mit einer Leseempfehlung zurück.
    Das größte Rätsel aller Zeiten

    Samuel Burr
    Das größte Rätsel aller Zeiten (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    10.09.2024

    Mehr erwartet

    In einem uralten und zum großen Teil renovierungsbedürftigen Haus lebt die Gemeinschaft der Rätselmacher. Clayton ist 25 und mit Abstand der Jüngste im Haus, er wurde als Baby vor der Haustür abgestellt und die unterschiedlichen Bewohner haben ihn großgezogen. Pippa, seine Ersatzmutter, ist verstorben und hinterlässt ihm eine Art Rätsel, mit dessen Lösung er der Frage seiner Herkunft auf dem Grund gehen kann

    Ich hatte mir unter dem Buch etwas anderes vorgestellt und ehrlich gesagt auch mehr erwartet. Die Suche von Clayton nach seiner Identität bzw. seiner Herkunft konnte mich nicht überzeugen. Er wirkte auf mich einerseits total weltfremd, auf der anderen Seite macht er wohl plötzlich Auslandsreisen ohne Probleme. Der Wechsel zwischen der aktuellen Suche und der Vergangenheit der Gemeinschaft war manchmal sehr abrupt. Die Geschichte in der Vergangenheit hat mir mehr gefallen. Allerdings haben mich die vielen Namen der Rätsel, die oft nicht erklärt wurden, etwas genervt. Anfangs habe ich noch im Internet recherchiert, das aber irgendwann aufgegeben, weil es mein Lesefluss viel zu sehr gestört hat. Alles in allem war das Buch gut lesbar, hinterlässt bei mir aber auch keinen tiefen Eindruck.
    Letzte Lügen

    Karin Slaughter
    Letzte Lügen (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    10.09.2024

    Feine Familie

    Sara und Will wollen ihre Flitterwochen in der McAlpine Lodge verbringen. Diese liegt auf einem Gipfel, ist nur zu Fuß erreichbar und hat weder Telefon noch Internet. Doch schon in der ersten Nacht hört Will einen Hilferuf und findet kurz darauf Mercy, die Tochter der Lodge-Besitzer. Sie wurde mehrfach erstochen. Damit ist der Urlaub quasi zu Ende und sie beginnen zu ermitteln. Und es wird nicht die einzige Tote bleiben, denn in der Familie gibt es mehr als nur ein Geheimnis und auch die Gäste haben so ihre Probleme.

    Das Buch ist die Fortsetzung der Reihe um Will Trent. Und es ist eine richtig gute Fortsetzung. Die Ermittlungen führen immer wieder in die Irre und es werden stets neue Verdächtige präsentiert. Der Stil ist gewohnt gut und man möchte einfach immer weiter lesen, um endlich zu erfahren, worum es wirklich geht. Für mich gehört das Buch zu den besten der Reihe und ich spreche ein absolute Leseempfehlung aus.
    Maybrick und die Toten vom East End

    Vanessa Glas
    Maybrick und die Toten vom East End (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    10.09.2024

    Überleben im Slum

    Joseph Maybrick ist kürzlich befördert worden und Chef einer Polizeidivision im East End, einem berüchtigten Slum in London um 1910. Er selbst stammt von dort und hat sich hochgearbeitet. In den Slums wird eine Kinderleiche gefunden, so hindrapiert, dass sie gefunden werden soll. Zusammen mit den Kollegen und seinem Freund, dem Arzt Dave Roberts, sucht er den Täter und sie geraten unbeabsichtigt in die Auseinandersetzungen der verschiedenen Banden. Und es verschwinden weiter Kinder…

    Das Buch hat mich im positiven Sinn überrascht. Dabei ist es weniger der Kriminalfall, der eigentlich auch nicht so wirklich viel Spannung hat bzw. erst gegen Ende hin. Aber die Beschreibungen des Lebens und der Umstände, die die Menschen dort aushalten müssen, sind sehr detailliert und erzeugen viel Empathie. Es hat mir gefallen, dass es nicht ein eindeutiges Gut oder Böse gibt, sondern verschiedene Facetten aufgezeigt werden. Dabei ist der Stil relativ geradlinig und so wird das Buch sehr gut lesbar. Von mir gibt es eine Leseempfehlung
    Die Frauen von Maine

    J. Courtney Sullivan
    Die Frauen von Maine (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    10.09.2024

    Luft nach oben

    Jane kommt nach Main zurück, in den kleinen Ort an der Küste, in dem sie aufgewachsen ist. Ihre Mutter ist vor einem Jahr verstorben und sie will endlich das Haus ausräumen und verkaufen. Zumal sie quasi aus ihrem eigenen Leben geflohen ist, denn sie hat als Alkoholikerin ihre Arbeit und ihren Mann verloren. Das hat quasi in ihrer Familie Tradition, denn sowohl ihre Mutter wie auch ihre Schwester sind Alkoholikerinnen. Jetzt verliert sie völlig den Boden unter den Füßen

    Das Buch und die Autorin waren mit vielen Vorschusslorbeeren bedacht. Ich hatte vorher noch nie etwas von ihr gelesen und relativ hohe Erwartungen. Doch diese wurden leider nicht völlig bestätigt. Zum einen war mir die Hauptfigur mehr als unsympathisch, zum anderen wechselten die Zeiten ständig. Gelungen fand ich, wie die ganzen verschiedenen Personen dann miteinander verwoben wurden. Allerdings ging es in dem Mittelteil sehr viel um Esoterik, Geisterbeschwörungen und ähnlichem. Für mich persönlich ist das unglaubwürdig und gerade diesen Teil fand ich extrem langatmig und schwierig. Insgesamt war der Stil des Buches im großen Teilen relativ gut lesbar. Einige wichtige Probleme wurden angesprochen, zum Teil aber leider nur kurz angerissen. Das war für mich einfach zu viel und ging nicht immer in die Tiefe. Alles in allem kann man das Buch lesen, ein Muss ist es für mich nicht.
    Leichenstarr an der Bar

    Joost Jensen
    Leichenstarr an der Bar (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    10.09.2024

    Sünnum ermittelt

    In Sünnum will eine Firma eine klimaneutrale Ferienanlage bauen. Die Geschäftsführerin macht dazu den Einwohnern ein Angebot, kündigt hohe Gewinne an und viele beteiligen sich mit viel Geld. Die Friesenbrauerin ist allerdings nicht dabei, ihr Freund Enno ist gestorben. Er wurde ermordet. Scheinbar wusste er zu viel über die ominöse Firma. Die Ermittlungen beginnen und gestalten sich gefährlich.

    Das Buch ist der dritte Teil der Reihe um die Friesenbrauerin in Sünnum. So langsam lernt man die einzelnen Bewohner kennen, auch ihre speziellen Eigenheiten. Es ist ein solider Regionalkrimi, der keine hohen Ansprüche stellt und gut lesbar ist. Er hat keine sehr hohe Spannung und ich hatte schon relativ zeitig den bestätigten Verdacht, was Täter angeht. Trotzdem war das Buch unterhaltsam und ich kann eine Leseempfehlung aussprechen.
    Die Gräfin

    Irma Nelles
    Die Gräfin (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    29.08.2024

    Nordisch kühl

    Die Gräfin entstammt aus einem alten Adelsgeschlecht und lebt allein zusammen mit ihren zwei Angestellten auf der Hallig Südfall. 1944 stürzt ein englischer Pilot in der Nähe ab und die Gräfin versteckt ihn eine Weile und lässt ihn ärztlich betreuen. Das alles unter große Gefahr, denn die Nazis haben überall Spione…

    Das Buch erzählt eine zum Teil wahre Geschichte. Die Gräfin ist eine historisch reale Person. Auch den Piloten soll es wirklich gegeben haben, wobei sich inzwischen gestritten wird, ob der Vorfall 1943 oder 1944 stattgefunden hat. Jedenfalls ist auch nicht restlos geklärt, wie lange der Mann wirklich versteckt wurde und wie er zurück nach England gekommen ist. Auch der Name ist völlig unbekannt. So entstand eine Art Legende, die das Buch aufgreift. Der Stil ist relativ geradlinig und nordisch kühl. Mir fehlten ein wenig tiefergehende Gefühle. Alles wurde relativ kurz und knapp abgehandelt. Ich hätte mir oft ein wenig mehr gewünscht. Die Gräfin wird gut dargestellt mit ihren speziellen Eigenheiten. Auf jeden Fall ist das Buch lesenswert und behandelt eine interessante Geschichte.
    Das Dickicht

    Nikolas Kuhl
    Das Dickicht (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    29.08.2024

    Sehr gut

    In Hamburg wird eine junge Frau entführt. Juha und Lux vom LKA Hamburg ermitteln und stellen sehr schnell fest, dass die Entführung nur vorgetäuscht wurde. Trotzdem erinnert sie an einen fast 20 Jahre alten ähnlichen Fall, bei dem der entführte Junge allerdings nur tot aufgefunden wurde. Juha war damals ganz neu beim LKA und ein ehemaliger Kollege war stark in den Fall involviert. So nehmen sie sich die alten Akten vor und stellen fest, dass da einiges nicht stimmen kann. Mit Einwilligung ihres Chefs beginnen sie, erneut zu ermitteln

    Das Buch hat mich überrascht, und zwar im positiven Sinn. Die beiden Ermittler sind interessante Menschen und jeder trägt sein eigenes Päckchen mit sich herum. Doch die Zusammenarbeit funktioniert trotz aller Gegensätze sehr gut. Der Fall selbst steigert sich erst nach und nach. Es gibt einige Verdächtige und man wird mehrfach auf die falsche Fährte geführt. Das lässt sich sehr gut und flüssig lesen und hat mir gut gefallen. Das Ganze klingt nach einer Fortsetzung und auf dieser freue ich mich.
    Winterwölfe

    Dan Jones
    Winterwölfe (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    23.08.2024

    Aus Hunden werden Wölfe

    Es ist Sommer 1346. Die Essex Dogs, jedenfalls die Überlebenden, rechnen damit, ihre Bezahlung zu erhalten und nach von Frankreich in ihre Heimat England zurückzukehren. Doch der Krieg geht weiter und die Engländer belagern die Hafenstadt Calais. Und die Essex Dogs müssen dabei sein.

    Das Buch ist die auch zeitlich nahtlose Fortsetzung des ersten Teils um die englische Söldnertruppe. Hier geht es in erster Linie um die Belagerung von Calais und die entsprechenden historischen Hintergründe. Jedem Kapitel vorangestellt sind ein paar kurze Zeilen aus einer der verschiedenen Chroniken über diese Zeit. Dem Autor gelingt es, diese wenigen Zeilen in Geschichte und damit erlebbar zu verwandeln. Sie zeigen die ganze Wucht und Gewalttätigkeit des Krieges und die nahezue Unmöglichkeit, dabei menschlich zu bleiben. Das alles vollzieht sich in einer kleinen Truppe, die immer mehr schmilzt und ihre Mitglieder verliert, die aber trotzdem versucht, ihre wenigen Ideale einigermaßen aufrecht zu erhalten. Und die immer wieder daran scheitert. Das Ganze ist ganz große Geschichte, gut erzählt und ich freue mich auf den letzten Teil.
    Tode, die wir sterben

    Roman Voosen
    Tode, die wir sterben (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    21.08.2024

    Aktuell, aber zu viel

    In Malmö wird bei einer Schießerei ein 13-jähriger Junge getötet. Er hat einen Migrationshintergrund und man vermutet, dass er an Bandenkriminalität beteiligt ist. Aus verschiedenen Gründen soll nicht die Mordkommission ermitteln, sondern die Ermittler Jon und Svea. Jon ist gerade verwitwet und seine Frau starb zusammen mit seinem Kollegen. Danach ist er in ein Tief gefallen und man zweifelt, dass er wieder bei der Mordkommission arbeiten kann. Svea wiederum soll ebenfalls aus der Schusslinie genommen werden, da sie als Undercover-Ermittlerin einen anderen Polizisten töten musste. Der Fall gestaltet sich schwierig…

    Das Buch ist der Auftakt einer neuen Reihe. Ich kenne die Vorgängerreihe und fand sie sehr gut. Genau das ist wahrscheinlich mein Problem, weil ich das Buch immer mit den vergangenen verglichen habe. Dort wurde für den jeweiligen Fall meist ein spezielles Thema ausgesucht. Immer aktuell. Das setzt sich hier fort. Allerdings werden hier quasi alle Problemthemen in ein Buch gepackt. Das war einfach zu viel. Es nahm dem Buch viel Spannung weg und auch große Teile der privaten Probleme der beiden Ermittler waren zu raumgreifend. Hier hätte eine bessere Dosierung für mehr Lesegenuss gesorgt. So ist das Buch im Moment für mich leider nur Durchschnitt und hat definitiv viel Luft nach oben.
    Mein drittes Leben

    Daniela Krien
    Mein drittes Leben (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    21.08.2024

    Berührend ehrlich

    Sonja ist 17, als sie von einem LKW überfahren wird und stirbt. Ihre Eltern, Linda und Richard, trauern unendlich. Jeder auf seine eigene Weise und vor allem Linda kommt aus ihrer Trauer nicht mehr heraus. Schlafen kann sie nur mit starken Medikamenten. Sie zieht sich mehr und mehr vom Leben zurück. Ihr Mann unterstützt sie lange Zeit, doch irgendwann kann auch er nicht mehr. Zumal er anders trauert und etwas eher ins normale Leben zurückkehren will. Die Ehe zerbricht.

    Das Buch ist aus der Sicht von Linda in der Ich-Form geschrieben und es ist berührend ehrlich. Jeder trauert anders und hier wird einfach ein Fall beschrieben. Der Stil ist sehr mitfühlend und trotzdem neutral und es wird und niemand ver- oder beurteilt. Im Gegenteil, man spürt ein starkes Verständnis für die trauernde Mutter. Und ein ebensolches Verständnis für den Vater. Ebenso gut ist beschrieben, wie sie zwar sehr langsam, aber doch nach und nach und nur in ihrem eigenen Tempo wieder am Leben teilnimmt und wie sich eine Entwicklung vollzieht und sie sich auch geändert hat. Vieles davon kann ich (auch aus persönlichem Erleben) gut nachvollziehen. Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung
    Anna O.

    Matthew Blake
    Anna O. (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    20.08.2024

    Schlaffördernd

    Vor vier Jahren wird Anna zwischen ihren beiden Freunden gefunden. Voller Blut und mit einem Messer in der Hand und die beiden Freunde sind tot, erstochen mit jeweils 10 Stichen. Anna wacht nicht auf und so spaltet sich die Nation, ob sie eine Mörderin ist oder unschuldig. Ben ist Psychologe und wird vom zuständigen Justizministerium angesprochen, ob seine neue theoretische Behandlungsmethode auch bei Anna Anwendung finden kann und sie ins Leben zurückgeholt wird. Es funktioniert und damit beginnen die Probleme erst recht....

    Der Plot an sich klingt sehr interessant. Doch leider konnte mich die Umsetzung nicht überzeugen. Über fast das gesamte Buch fehlt leider jegliche Spannung. Es wird sehr viel theorisiert. Und manche Handlungen und Begründungen erscheinen mir nicht wirklich logisch. Zum Ende hin wird es ein wenig interessanter, weil verschiedene Möglichkeiten präsentiert werden. Das Ende an sich birgt einige Wendungen, konnte mich aber auch nicht vollends überzeugen. So hinterlässt das Buch keinen wirklich bleibenden Eindruck, sondern hat auf mich eher schlaffördernd gewirkt. Schade, hier wäre weit mehr möglich gewesen. So kommt es über Durchschnitt nicht hinaus

    Don't kiss Tommy. Eine Liebe in der Stunde Null

    Theresia Graw
    Don't kiss Tommy. Eine Liebe in der Stunde Null (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    14.08.2024

    Geteilte Stadt

    Der 2.Weltkrieg geht zu Ende und Bad Oeynhausen ist unzerstört. Damit es auch in den letzten Kriegstagen so bleibt, fährt der Arzt der Stadt mit einer weißen Flagge zu den Engländern und übergibt die Stadt. Damit ist der Krieg für die Bewohner zu Ende. Die leiden jedoch auch. Die Innenstadt des Kurbades wird zum Hauptquartier der englischen Armee, damit aber zugleich zu einer großen Sperrzone. Die Einwohner werden quasi enteignet, müssen ihre Häuser und Wohnungen verlassen und sich irgendwo ein neues Quartier suchen. Viele landen in den Baracken am Stadtrand. So auch Anne mit ihrer Schwester und deren Familie. Das mondäne Familienhotel wird Offiziersclub. Und das Leben wird nicht leichter.

    Das Buch ist eine sehr gelungene Mischung aus historischem Roman, Familiengeschichte, aber auch Liebesroman. Wie sicher sehr viele hatte ich nie davon gehört, dass die Stadt wie Berlin quasi geteilt war. Und vor allem, wie lange dieser Zustand angedauert hat. Die verschiedenen Ansichten der Menschen der damaligen Zeit sind gut beschrieben. Sowohl die der Deutschen wie auch der Engländer. Man merkt im Laufe des Buches, wie sich beide zumindest leicht annähern und mehr Verständnis füreinander zeigen. Aber auch, wie schwer es im offiziellen wie privaten Leben war, überhaupt zu überleben und vorwärts zu kommen und gleichzeitig, wie schwer es für die Engländer war, die Deutschen in einer Art akzeptieren zu können. Das alles ist interessant beschrieben und sehr gut lesbar, sodass ich eine Leserempfehlung ausspreche

    Die Toten von Veere. Ein Zeeland-Krimi

    Maarten Vermeer
    Die Toten von Veere. Ein Zeeland-Krimi (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    14.08.2024

    Richtig gut

    In Veere, einem kleinen Ort in Zeeland, wird der Koch Rob vermisst. Liv, eigentlich bei der Landespolizei in Amsterdam, wird von ihrem Vorgesetzten nach Veere geschickt, um das Verschwinden von Rob aufzuklären. Denn in Amsterdam gibt es für Liv Probleme und sie soll damit ein wenig in der Provinz verschwinden. Doch der Vermisstenfall entpuppt sich schnell als Mord und führt zu einem zehn Jahre alten anderen Vermisstenfall, bei dem es um ein junges Mädchen geht. Die Sache wird gefährlich.

    Ich finde das Buch richtig gut. Am Anfang kommt es ein wenig gemütlich daher und die Personen werden ausführlich vorgestellt. Es gibt auch immer Rückblenden in das Jahr 1944, dem II. Weltkrieg und den Taten der Deutschen im besetzten Holland. Und gleichzeitig gibt es auch sehr aktuelle Bezüge. Doch je weiter das Buch vorwärts kommt, desto mehr kommt man in den Sog der Ermittlungen und weiß immer noch nicht, was die Rückblenden mit dem aktuellen Fall zu tun haben. Ganz am Ende laufen alle Fäden zusammen und es gibt noch überraschende Wendungen. Und einen ganz fiesen Cliffhanger. Das alles ist sehr spannend und ich freue mich sowohl auf eine Fortsetzung, spreche gleichzeitig eine absolute Leseempfehlung aus.
    26 bis 50 von 898 Rezensionen
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