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    2. Alle Rezensionen von Ralf Günther bei jpc.de

    Ralf Günther Top 10 Rezensent

    Aktiv seit: 09. April 2013
    "Hilfreich"-Bewertungen: 1832
    769 Rezensionen
    Symphonic Live (Live In Heineken Music Hall, Amsterdam / 2001) (Limited Edition)

    Yes
    Symphonic Live (Live In Heineken Music Hall, Amsterdam / 2001) (Limited Edition) (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    24.01.2026
    Klang:
    4 von 5
    Musik:
    4 von 5

    ...eine interessante Wiederveröffentlichung...

    Das Konzert von Yes vom 22.11.2001 in der Heineken Music Hall in Amsterdam wurde bereits 2002 als Doppel-DVD veröffentlicht. Nun wird der zweieinhalbstündige Mitschnitt remastert als Doppel-CD und Blu-ray, sowie als 4-LP-Set wiederveröffentlicht. Die Tour folgte der Veröffentlichung des Albums MAGNIFICATION, welches die Herren Anderson, Howe, Squire und White mit einem Symphonieorchester und ohne(!) Keyboarder – ein Novum in der Yes-Historie – eingespielten. Im Konzert beschränkte man sich auf drei Songs aus dieser CD, im Zentrum standen die üblichen Highlights wie “Close To The Edge”, “And You And I”, “I’ve Seen All Good People”, “Starship Trooper”oder “Roundabout”, wie auch die seltener gespielten epischen Longsong “The Gates Of Delirium” und “Ritual”, Seite/Track 4 aus TALES FROM TOPOGRAPHIC OCEANS. Zudem hatte Steve Howe sein übliches Gitarrensolo-Feature, wie auch der Hit aus der Trevor-Rabin-Zeit, “Owner Of A Lonely Heart” eingestreut wurde. Zur Tour hatte man außer dem European Festival Orchestra allerdings mit Tom Brislin auch wieder einen Keyboarder dabei, so dass auch entsprechende Tastensolos erklingen. Über den Sinn oder Unsinn eines Orchesters im Prog Rock kann man lange diskutieren, erfreulich ist hier, dass der Klangkörper nicht nur als bloße Staffage im Hintergrund eingesetzt wurde, durchaus komplexe Arrangements erklingen. Auch wenn YESSONGS das ultimative Live-Album von Yes bleibt, eine interessante Wiederveröffentlichung.
    Imaginary Mountains

    Imaginary Mountains (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    24.01.2026
    Klang:
    4 von 5
    Musik:
    4 von 5

    Eine kurzweilige Gipfelbesteigung in 48 Minuten

    Als subtile Anspielung auf Keith Jarretts PERSONAL MOUNTAINS möchte der finnische Pianist Aki Rissanen (45) seine neue CD IMAGINARY MOUNTAINS verstanden haben. Allerdings bestieg Jarrett 1979 mit einem Quartett um Jan Garbarek höchste Höhen, während Rissanen auf der fünften Veröffentlichung mit seinen bewährten Begleitern das klassische Klaviertrio-Format, auch einen anderen musikalischen Ansatz wählt. Mit seinem eingespielten Trio - sowohl auf akustischem, wie auch Yamaha E-Flügel - modelliert Rissanen mit seinen Partnern an Bass und Drums sich langsam entwickelnde rhythmische Motive, die eine hypnotisch Wirkung entfallen, um dann in anderen Tracks mit flüssiger Figuration Geschichten aus seinen inneren Landschaften zu erzählen. Auch sanften elektronischen Tupfern ist man nicht abgeneigt. Modern, rau, abwechslungsreich zwischen klar strukturiert und fließend improvisierend – der einst als Pianist von Verneri Pohjola reüssierte Rissanen hat mit seinem Trio seine eigene Sprache gefunden. Eine kurzweilige Gipfelbesteigung in 48 Minuten.
    Alone Finally

    Alone Finally (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    24.01.2026
    Klang:
    4 von 5
    Musik:
    4 von 5

    für Klavierfans

    Der Schweizer Pianist Claude Diallo (44) studierte und lebte lange in den USA, bevor er wieder in seine Heimat zurückkehrte. Sein Idol war Oscar Peterson, auch Diallo pflegt einen swingenden Jazzpiano-Stil, der von gepflegten Balladen bis zu virtuosen Up-Tempo-Tracks reicht. Nachdem er mit seinem Claude Diallo Trio Situation mehrere Alben einspielte, verzichtet er diesmal auf die rhythmische Begleitung, stellt sich der Herausforderung alleine live im Rampenlicht des Weserburg Museum für moderne Kunst in Bremen zu stehen. Wieder ließ er sich von Reisen und Erfahrungen inspirieren, so hier New York, Japan und Südamerika. Fünf Eigenkompositionen treffen auf sieben Songs, u.a. von Keith Jarrett und Bill Evans, wie auch einer schönen Version des Paul-Desmond-Klassikers “Take Five” – sanft tastend beginnend mit gedämpften Klaviersaiten, bevor dann der 5/4-Klassiker perlendes Tempo aufnimmt, dann wieder zart-gedämpft ausklingt. Interessanterweise interpretierte er mit “We’re All Alone” auch einen Rocksong von Boz Scaggs, perfekt passend zum Albumkonzept. Klavierfans können sich an prallen 71 Minuten erfreuen, auch klanglich perfekt eingefangen.
    Furtivo

    Furtivo (CD)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    24.01.2026
    Klang:
    4 von 5
    Musik:
    3 von 5

    Ein modernes Jazzalbum mit freien Momenten...

    Das Spielen ohne Harmonieinstrument eröffnet einem Musiker zwar viele Möglichkeiten, doch kann man daran auch schnell scheitern. Daher gilt diese Herausforderung auch als hohe Schule. Wie schon u.a. Sonny Rollins hat sich der 1959 in Argentinien geborene Tenorsaxofonist Luis Nacht dieser Aufgabe gestellt. Mit seinem Landsmann Demian Cabaud (* 1977) am Kontrabass und dem US-amerikanischen Drummer Jeff Williams (* 1950), bekannt durch sein Spiel bei Stan Getz, Dave Liebman oder Lee Konitz, hatte Nacht reaktionsschnelle Partner zur Seite. Raue, freie Improvisationen und sensible, spontane Dialoge sorgen für unvorhersehbare Klangmomente. Vier Tracks sind Kollektivimprovisationen, Nacht und Cabaud steuerten zudem je drei Eigenkompositionen bei, in denen aber auch viele Freiräume den Instrumentalisten zur Verfügung stehen. Ein modernes Jazzalbum mit freien Momenten, welches man nicht so nebenher hört, eine konzentrierte Beschäftigung damit sich aber lohnt.
    Resurrection

    Nicolas Delgado
    Resurrection (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    24.01.2026
    Klang:
    4 von 5
    Musik:
    4 von 5

    Abwechslungsreich, Top!

    Der Wahlberliner Nicolas Delgado, der von Bogota/ Kolumbien, Studium in Barcelona und über München in die weltoffene deutsche Hauptstadt kam, eröffnet das Jahr 2026 mit seinem internationalem Quartett – Saxer Ori Jacobson stammt ursprünglich aus Israel, Bassgitarrist Francesco Beccaro aus Italien, nur Drummer Clemens Grassmann ist gebürtiger Berliner – vital und mitreißend. Alle Kompositionen stammen aus der Feder des Leaders, der auch in jedem Stück mit einem schönen Gitarrensolo zu hören ist, im klaren Sound oder leicht verzerrt. Von gepflegtem Midtempo über rockig-kraftvoll bis zum Uptempo bietet das Album ein abwechslungsreiches Spektrum, immer mit elastischem Rhythmus im modernen Bop-Style. Gelungene Kompositionen, gut hörbar, dabei aber nie trivial und packende Solos aller beteiligten Musiker sorgen für kurzweilige 50 Minuten in bester Qualität!
    So Far

    So Far (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    24.01.2026
    Klang:
    4 von 5
    Musik:
    4 von 5

    Hervorragend!

    Die Jimmy-Smith-Komposition “Off The Top” eröffnet das erste Solo-Album des Italieners Stefano Rielli mit viel Groove im süffigen Orgelsound der 60er Jahre. Das erste Solo gönnt sich der Leader am Kontrabass, bevor sich Tenorsaxofon und Hammond-Orgel eine schöne Battle liefern. Außer einer eigenen Komposition hat sich Rielli sieben abwechslungsreiche Werke im Post-Bop-Stil ausgesucht. So erklingen schön arrangierte Stücke von u.a. John Coltrane, McCoy Tyner oder Wayne Shorter, interessanter Weise sind drei dieser Tracks in Arrangements von Kurt Elling (nein, aber nicht mit Gesang) ausgewählt. Das Highlight dürfte die herrliche Duo-Version des Charlie-Parker-Bop-Klassikers “Dewey Square“ sein. Hier trifft Rielli am gestrichenen Bass auf den wunderbaren Gast Gabriele Mirabassi an der Klarinette. Die Orgel von Vince Abbracciante und Saxer Emanuele Coluccia bieten top Solos, Carla Bleys “Endless Lawns” interpretiert Rielli als Bass-Solo-Stück. Ein wunderbar swingender Einstieg mit gelungenen Arrangements und klasse Solobeiträgen eröffnet das Jazz-Jahr 2026 hervorragend!
    The Archaeoptimist

    Spock's Beard
    The Archaeoptimist (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    24.01.2026
    Klang:
    4 von 5
    Musik:
    4 von 5

    Welcome back!

    Nachdem Sänger Ted Leonard und Bassist Dave Meros seit sechs Jahren bei den als Spock’s-Beard-Ableger gestarteten Pattern-Seeking Animals mitmischen, nach 2018 keine neue CD der Bärte erschienen ist, die Musiker sich zudem in Coverbands verdingen mussten, erfreut es umso mehr, dass Spock’s Beard, die die Rückkehr des Prog in Form des Retro Prog 1995 hauptsächlich einläuteten, ein neues Lebenszeichen in Form eines Album geben. Bekanntlich gibt es drei große Phasen, die die Band durchlaufen hat. Bis 2000 stand Neal Morse, danach Drummer Nick D'Virgilio und ab 2013 Ted Leonhard als Lead-Sänger im Rampenlicht. Nun hat Keyboarder Ryo Okumoto, schon seit dem zweiten Album 1996 Bandmitglied, erstmals das Zepter komplett übernommen, zusammen mit Michael Whiteman von I Am The Manic Whale, alle Kompositionen beigesteuert. Alan Morse und Ted Leonard liefern nur noch einige Lyrics. Auch wenn die Tasteninstrumente stark im Fokus stehen, erkennt der Fan seine Lieblingsband schon nach dem typischen Harmoniegesang des Openers sofort wieder. Der neue Drummer Nick Potters schiebt kraftvoll und raffiniert an. Die Band scheut sich wie gewohnt nicht vor komplexen und virtuosen Momenten, auch wenn man vor etwas schwülstigen Passagen nicht gefeit ist. Doch das Quintett findet immer wieder rechtzeitig die Wendung, Mellotronschwaden, flinke Gitarren- und Keyboardsolos über raffiniert-druckvoller Rhythmusgruppe, dazu die typischen mehrstimmigen Gesänge. Manches klingt vertraut, ist auch bewusst so gesetzt, wie in der X-Fortsetzung der “Thought”-Reihe, die Neal Morse als modernisierte Gentle-Giant-Referenz 1996 eröffnet hatte. So bietet “Afourthoughts” zwar keine neuen Erkenntnisse, reiht sich aber würdig in die Reihe ein. Das kann man auch als Fazit für das ganze Album ziehen. Die bis zu 21-minütigen Longsongs machen Spaß und bietet sehr gute Prog-Unterhaltung, wenn auch die frühen Klassiker unerreicht bleiben. Doch schön, dass die Bärte zurück sind, damit ein Prog-Highlight des Jahres präsentieren!
    Trumpet Tales

    Trumpet Tales (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    24.01.2026
    Klang:
    4 von 5
    Musik:
    4 von 5

    Hervorragend!

    Der Österreicher Klaus Wienerroither ist zwar Gitarrist, hat aber ein Faible für Trompeter. Nun hat er für die Big Band von Barbara Bruckmüller neun Kompositionen beigesteuert, die Portraits an seine Lieblingstrompeter (Louis Armstrong, Kenny Wheeler, Chet Baker, Freddie Hubbard, Dizzy Gillespie, Don Cherry, Clifford Brown, Woody Shaw und Miles Davis) sind. Dabei arbeitet er deren Stilbesonderheiten gelungen heraus. Jedes Stück ist natürlich mit einem Trompetensolo bestückt, alle fünf Trompeter der Big Band haben somit ihre Spots. Aber auch andere Musiker kommen zum Zuge, auch Wienerroither mit seinem schönen E-Gitarrenklang. Die abwechslungsreichen Arrangements sind ein weiteres Plus dieser gelungenen Produktion. Trompeten- und Big-Band-Fans kommen voll auf ihre Kosten. Das Stück “Chet” gibt es zudem in zwei Versionen, eine davon mit Gesang. Als Anspieltipp möge “So, Dizzy?” mit seinem überraschenden Rock-Beat im 5/4-Takt dienen. Besonders gelungen ist “Slow Motion Pops”, die Hommage an Louis Armstrong. Ein Big-Band-Album im klassischen Kontext, also ohne die heute sehr verbreiteten Mixturen mit Techno, World Music, Rock oder Metal.
    Plans & Drawers

    Plans & Drawers (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    24.01.2026
    Klang:
    4 von 5
    Musik:
    4 von 5

    Eine reife Leistung...

    Der Pianist und Organist Florian Ross (53) wurde dem Rezensenten durch sein Mitwirken im hervorragenden Nostalgia Trio von Nils Wogram bekannt. Doch schon seit 1998 veröffentlicht Ross Alben, hat sich zudem einen Namen als Komponist und Arrangeur gemacht. Nach 2020 nutzt er nun wieder die Chance mit der WDR Big Band eine CD einzuspielen. Dafür hat der gebürtige Pforzheimer neun Eigenkompositionen von 1992 bis 2024 ausgesucht- ergänzt wird dies um den Standard “Body & Soul”. Diese Tracks bieten eine schöne Bandbreite, komplex bis lyrisch, meist rhythmisch forciert, doch auch balladesk, dabei den Solisten der Band maßgeschneiderte Spots bietend. Diesen Freiraum nutzen die Virtuosen weidlich. Leider werden sie namentlich nicht den einzelnen Stücken zugeordnet. Ross beschränkt sich auf die Leitung der Big Band, den Platz an Klavier und Orgel überlässt er Billy Test. Eine reife Leistung, die Möglichkeiten einer Big Band profund nutzend. Nicht nur im klassischen Big-Band-Modus, da erklingt auch durchaus mal ein rockiger Groove wie in “1988”, die E-Gitarre wird mit fünf Solospots nicht stiefmütterlich behandelt, wie auch mal eine treibende Bassgitarre statt Kontrabass erklingt. So entsteht ein buntes Klangfarben-Potpourri, welches (Jazz-)Klassik und (Jazz-)Moderne gelungen, doch auch nicht überzeichnet, verbindet.
    Birds

    Birds (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    24.01.2026
    Klang:
    4 von 5
    Musik:
    4 von 5

    Ein ungewöhnliches Album, quasi ein ornithologisches Jazzexperiment...

    Das Debütalbum des italienischen Trompeters Tommaso Iacoviello (34) in Quartettbesetzung beschäftigt sich mit den Lauten der Natur und insbesondere mit dem Gesang der Vögel. So kann ein Song auch mit Aufnahmen von Vogelgezwitscher begonnen werden oder die Instrumente orientieren sich am Klang eines Singvogels. Die ungewöhnliche Kombi mit Trompete, Vibrafon und E-Gitarre zaubert selten gehörte Klangerlebnisse. Auch Bassist Ferdinando Romano, neulich mit einem Solo-Album hoch gelobt, spielt elegante Solos. Die bis zu elfminütigen Kompositionen bieten einen oft sanft-verhangenen Sound, verbinden einen rhythmischen Jazz mit seltenen freieren Exkursionen. Lyrische Trompetensolos treffen auf harsche, verzerrte E-Gitarren-Leads. Ein ungewöhnliches Album, quasi ein ornithologisches Jazzexperiment. Bekanntlich ließ sich aber auch schon Altmeister Albert Mangelsdorff von der Vogelwelt inspirieren. So kann man auch hier sagen, gelungen!
    Ash Wing

    Ash Wing
    Ash Wing (CD)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    24.01.2026
    Klang:
    4 von 5
    Musik:
    3 von 5

    Geschmackvoll....tolle Gäste

    Das Quartett Ash Wing um Sängerin Sian Elson ist komplett identisch mit der walisischen Band The CSides Project, einer 2007 von Ex-Magenta-Musikern gegründeten Band, die 2024 ihr sechstes Album vorlegten. Warum nun der neue Bandname? Von ihrer Fixierung auf Rush hatten sie sich schon in der Vergangenheit etwas gelöst, grundsätzlich liegt keine totale Abkehr ihres Sounds vor. Im Zentrum steht die Sängerin Sian Elson, deren glockenklares Timbre immer wieder an Kate Bush denken lässt. Durch die Gastmusiker Rob Reed (keys) – hier ist wieder eine Verbindung zu Magenta – und Peter Jones, der mit Saxofon und Flöte für gelungene Erweiterungen des Sounds sorgt, bewegt man sich dann doch etwas von der Vorgängerband fort. Die Hälfte der Songs bewegen sich im Songmodus von um die vier Minuten, bieten eingängigen Melodic Rock und Art Pop. Die anderen Tracks dehnen sich bis zwölf Minuten und bieten Platz für atmosphärische Entwicklungen und instrumentale Ausflüge für Gitarre und Blasinstrumente (Peter Jones erweist sich als großer Pluspunkt). Der geschmackvolle Neo Prog zieht in Tracks wie “Shadows Of The Crows” kraftvoller an, das Riff weckt sogar Erinnerung an Led Zeppelins “Kashmir”. Ein gut hörbares, stimmungsvolles Album – nicht mehr, doch auch nicht weniger. Für den guten Klang sorgte Rob Reed, die CD-Aufmachung könnte dagegen etwas liebevoller sein.
    Beyond

    Beyond (CD)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    24.01.2026
    Klang:
    4 von 5
    Musik:
    3 von 5

    keine leichte Kost...

    Das zwölfköpfige Max Brand Ensemble interpretiert Kompositionen des Österreichers Berthold Cvach (geboren 1948), der auch selbst die Tasteninstrumente bedient. Die Bandbreite reicht von der intimen Duobesetzung mit Gesang und Cello oder Flöte bis zum Undecet (elf Musiker), von Songformaten um die vier Minuten bis zu einem 23-Minuten-Track. Drei Songs sind mit Lyrics versehen (von Cvach selbst, sowie “Abend” von Wolfgang Borchert). Die musikalische Bandbreite bewegt sich zwischen Neuer Zeitgenössischer Musik und Jazz. Man bewegt sich auch mal außerhalb der Harmonik, findet zum swingenden Rhythmus und Improvisation. Cvach selbst spricht von „hybrider Musik“. Die beiden langen Eckstücke des Albums heißen daher auch “Beyond Jazz” und “Further Beyond”. Die CD erfordert Konzentration, dafür hat der aufgeschlossene Hörer einiges zu entdecken.
    Moby Dick

    Marco Bernard
    Moby Dick (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    24.01.2026
    Klang:
    4 von 5
    Musik:
    4 von 5

    Samurai Of Prog + Zugabe...

    Schon das Artwork (Ed Unitsky) und die liebevolle Aufmachung verraten dem geneigten Fan sofort, dass hier eine neue Scheibe aus dem scheinbar unerschöpflichen Kosmos von Samurai Of Prog vorliegen muss. Auch wenn die CD unter dem Namen von Bassist Marco Bernard (zusammen mit Kimmo Pörsti ist er bekanntlich der Macher von SoP) läuft (seine zweite Soloscheibe), ist die Vorgehensweise identisch. Aus der Weltliteratur hat man einen Klassiker als Inspiration für ein Konzeptalbum gewählt (Herman Melvilles „Moby Dick“), verschiedene Keyboarder durften die Stücke beisteuern (u.a. auch hier die üblichen Verdächtigen wie Alessando Di Benedetti, Octavio Stampalia und Marco Grieco), ein Heerschaar von Musiker, darunter die Bandkollegen Steve Unruh und Kimmo Pörsti (wenn auch nur in einem Song an den Drums), setzen die bis zu elfminütigen Songs kompetent um. Sogar Pianist David Myers bekommt sein Feature, wenn hier auch im Duett mit Marco Bernard. Somit erklingen keine Überraschungen, jedoch eine hörenswerte, kurzweilige Retro-Prog-Scheibe in der Güte der SoP-Alben. Auf der Bonus-CD wagt sich Bernard in der Hauptsache an seine Lieblingssongs von u.a. Rush (“Anthem”, mit Sänger Sean Francis in typischer Geddy-Lee-Manier), Led Zeppelin (“Good Times Bad Times”, Sänger Steph Honde müht sich redlich, doch Plant ist halt ein Sanges-Gott), Frank Zappa (“Uncle Remus”, Sänger Yannick Papail kommt dem Zappa-Timbre recht nah, von Valentina Bruno kraftvoll unterstützt), Boston (“Foreplay/Long Time”, der Lieblingssong vieler Proggies von den AOR-Kings aus den USA), UK (“In The Dead Of Night”, Steve Unruh schlägt sich hier als Drummer wacker, auch wenn Bill Bruford ein Klasse für sich bleibt), P.F.M. (“Impressioni Di Settembre”, als Römer lag Bernard der neunminütige Song der italischen Proglegende sicher besonders am Herzen) und sogar Al Di Meola (“Race With Devil On A Spanish Highway”, virtuos, doch die Faszination des Originals kann nicht reproduziert werden). Im finalen Instrumental “Stories Of The Sea” stehen die Bässe im Zentrum, hierzu holt sich Bernard mit Michael Manring einen weiteren Tiefsaiter hinzu. Auch Tony Riveryman (g) und Marco Grieco (keys) erhalten ausgiebige Solospots. Man merkt den Jungs die Spielfreude an, auch wenn keine neuen Deutungen gelingen, die Klassiker unerreicht bleiben.
    Live

    5th Season
    Live (CD)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    24.01.2026
    Klang:
    4 von 5
    Musik:
    3 von 5

    und nun live...

    Nachdem das finnische Quartett 5th Season 2023 ihr gleichnamiges Debutalbum veröffentlichten, ging es mit dem Programm auf Tour, so dass nun ein Livemitschnitt folgen kann. Fünf der der acht Songs des Studio-Albums erklingen nun in den Liveversionen. Auch wenn die Gitarren- und E-Piano/Orgelsolos etwas üppiger, die Songs um die ein bis zwei Minuten verlängert werden, bleibt die musikalische Mixtur aus Art Rock ala Pink Floyd (wer denkt bei Songtiteln wie “On The Dark Side Of The Moon” nicht unweigerlich an die Rock-Giganten), und Procol Harum (“Desperate Measures”), locker fließendem Westcoast Rock und melancholischen und eingängigen Melodien unverändert. Am auffälligsten ist, dass das soulige Timbre der Gastsängerin Durga McBroom (auch schon bei Pink Floyd dabei) aus dem Debut hier fehlt. Als Gast ersetzt Jaakko Pöyhönen den Stammdrummer Jani Auvinen in drei Songs. Nett, doch warum ein Livealbum nach nur 41 Minuten endet, wenn doch noch weitere Songs auf dem Debutalbum vorhanden sind, erschließt sich nicht.
    Age Of Fragility

    Marco Mattei
    Age Of Fragility (CD)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    24.01.2026
    Klang:
    4 von 5
    Musik:
    3 von 5

    ...pendeln zwischen atmosphärischem Art Rock, Singer-Songwritertum und Art Pop, teilweise mit Ethnozutaten...

    Bereits der Opener “Just Tired” weckt Erinnerung an Solo-Alben von Peter Gabriel, wie auch die sensitiven Gitarrensounds an Robert Fripp der ersten Gabriel-LPs gemahnen. Auch wenn neben dem Multiinstrumentalist Marco Mattei weitere fünf Leadsänger auftreten, geht dem geneigten Hörer der Bezug zur englischen Prog-Legende nicht aus dem Sinn. Die Songs sind oft ruhig und fragil angelegt, so passt auch der Albumtitel recht gut zum Klangeindruck. Als Clou gelang es dem Italiener zudem mit Tony Levin (b) und Jerry Marotta (dr) Gabriel-Stammpersonal für die Aufnahmen zu gewinnen. Die entspannten Songs pendeln zwischen atmosphärischem Art Rock, Singer-Songwritertum und Art Pop, teilweise mit Ethnozutaten. Auch hier gibt es also Parallelen zum großen Vorbild, wie ebenso Wert auf eine hervorragende Klangqualität gelegt wird. Ein Album für melancholische Stunden...
    Illusion Of Choice

    Retreat From Moscow
    Illusion Of Choice (CD)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    24.01.2026
    Klang:
    4 von 5
    Musik:
    3 von 5

    ...sich im Spannungsfeld von melodischem Rock bewegt, dabei Ingredienzien aus Neo Rock und etwas Hard Rock einbaut...

    Ungewöhnlicher Bandname, ungewöhnlicher Werdegang. Das walisische Quartett, welches sich nach Napoleons Rückzug aus Moskau benannte, war ab 1979 drei Jahre aktiv. 2016 fand man wieder zusammen und veröffentlichte das erste Album mit altem und neuem Material. Nun liegt die dritte CD, die sich weiterhin im Spannungsfeld von melodischem Rock bewegt, dabei Ingredienzien aus Neo Rock und etwas Hard Rock einbaut. Die bis zu elf Minuten langen Songs bauen gekonnt Atmosphäre auf, stellen eingängige Melodien und nachvollziehbare Strukturen in den Mittelpunkt. Die Solospots von E-Gitarre und Orgel oder Synthesizer sind songdienlich, hier geht es nicht um Virtuosität. Die Drums grundieren stramm und solide, der quierlige Bass gefällt. Bands wie Asia oder vereinzelt Saga kommen einem in den Sinn. Dann bringen Flöte, keltische Harfe und Mandoline aber auch Folkelemente ins Spiel. Les Penning greift zudem in “Earth-Stepper” zur Blockflöte. Die Gastsängerinnen Jillian Slade und insbesondere Magentas Christina Booth veredeln zudem zwei Tracks. Eine grundsolide, angenehme Scheibe, die zudem mit interessanten Texten aufwartet.
    Housewarming

    Housewarming (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    13.12.2025
    Klang:
    4 von 5
    Musik:
    5 von 5

    Ein Traum-Duo

    Von raffiniert und mit Power bis balladesk....Virtuosität ist selbstverständlich, doch kein Selbstzweck....klasse Kompositionen beider Künstler...natürlich auch Top-Sound....bei Wogram kann man eigentlich nichts falsch machen...
    In The Wake Of Poseidon (Dolby Atmos Ausgabe)

    King Crimson
    In The Wake Of Poseidon (Dolby Atmos Ausgabe) (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    22.11.2025
    Klang:
    5 von 5
    Musik:
    5 von 5

    Ein würdiger Nachfolger des phänomenalen Debuts

    Nachdem King Crimson 1969 mit ihrem Debut IN THE COURT OF THE CRIMSON KING das stilprägende Prog-Album veröffentlichten, begann bereits die personelle Erosion, so dass die im Jahre 1970 erschienen Alben von keiner mehr bestehenden festen Band eingespielt wurden. Auf dem direkten Nachfolger IN THE WAKE OF POSEIDON war der auch als Songschreiber wichtige Ian MacDonald (keys, sax, fl) bereits Geschichte, auch wenn er an einigen Songs noch mitkomponierte. Auch Greg Lake (bislang voc und b) war nur noch als Session-Musiker bei manchen Stücken als Sänger dabei, wie auch Drummer Michael Giles. Den Bass hatte dessen Bruder und Fripps alter Kumpel Peter Giles übernommen. In der traumhaften Ballade “Cadence And Cascade” kam als neuer Sänger bereits Gordon Haskell einmal zum Zuge. Erstmals tritt hier auch Mel Collins (sax, fl) im KC-Universum auf. Die musikalische Anlage lehnte sich stark am Vorgänger an (ganz vereinfacht könnte man sagen: “Pictures Of A City” ist das neue “Schizoid Man”, der Titelsong das neue “Epitaph”, “Cadence And Cascade” das neue “I Talk To The Wind”), erreichte mit #4 in den UK-Charts die höchste Platzierung der Band ever. Die musikalische Qualität war gleichbleibend hoch, wenn natürlich die Überraschung und auch Singularität des epochalen Debuts nicht wiederholt werden konnte. Die drei kurzen Motive “Peace” führen durch das Album, die vierminütige Single “Cat Food” ist zwar direkter angelegt, überrascht aber mit Keith Tippets atonalen Klaviereinwürfen. In den drei Longsongs werden die auf dem Debut gefundenen progressiven Trademarks weiter ausgerollt. Da von “The Devil’s Triangle” die auf der Original-LP verwendeten Multitracks nicht mehr vorhanden sind, musste hier auf eine ca. eine Minute kürze Alternative zurückgegriffen werden. Trotz der schwierigen Entstehungsphase ein würdiger Nachfolger des Debuts. ...
    ...Die neuen Editionen mit CD und Blu-ray bieten den bekannten Mehrwert mit verschiedensten Mixen, u.a. von Steven Wilson und David Singelton, die zudem sehr unterschiedlich klingen und zusätzliche Passagen enthalten. Dazu kommen diverse Bonustracks und alternative Versionen, dies abgerundet durch Sleeve-Notes von Sid Smith. Das dürften nun die definitiven Versionen dieser zwei phänomenalen Wundertüten des Progs sein!
    Lizard (Dolby Atmos Edition)

    King Crimson
    Lizard (Dolby Atmos Edition) (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    22.11.2025
    Klang:
    5 von 5
    Musik:
    5 von 5

    Für viele Fans ein geheimer Favorit, insbesondere für Hörer, die auch gegenüber dem Jazz aufgeschlossen sind.

    ...Noch im gleichen Jahr legte Mastermind Robert Fripp mit LIZARD nach. Mel Collins war weiter dabei, Gordon Haskell übernahm neben dem Gesang nun auch den Bass, neuer Drummer wurde Andy McCulloch. Noch prominenter diesmal der Jazz-Pianist Keith Tippet, der drei Bläser aus seinem Umfeld einbrachte. Dazu erklang Jon Andersons Sopran als Gast in einem Song (“Prince Rupert Awakes”). Erstmalig hatte hier Fripp alle kompositorischen Fäden in der Hand, verschob den Schwerpunkt in Richtung Jazz und etwas Klassik und Avantgarde, ohne dabei die Melodien und emotionalen Momente zu vergessen. Der 23-minütige Titeltrack ist der längste Song der Band überhaupt, die Suite begeistert durch großen Abwechslungsreichtum, die aber nicht willkürlich anmutet. Für viele Fans ein geheimer Favorit, insbesondere für Hörer, die auch gegenüber dem Jazz aufgeschlossen sind.
    ....
    Die neuen Editionen mit CD und Blu-ray bieten den bekannten Mehrwert mit verschiedensten Mixen, u.a. von Steven Wilson und David Singelton, die zudem sehr unterschiedlich klingen und zusätzliche Passagen enthalten. Dazu kommen diverse Bonustracks und alternative Versionen, dies abgerundet durch Sleeve-Notes von Sid Smith. Das dürften nun die definitiven Versionen dieser zwei phänomenalen Wundertüten des Progs sein!
    Geneva 2007

    Geneva 2007 (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    22.11.2025
    Klang:
    3 von 5
    Musik:
    3 von 5

    ein LIVE-Tribute für Dizzy...

    Dizzy Gillespie (1917–1993) war einer der wichtigen Jazzmusiker aller Zeiten, stilprägend in Combos wie auch mit seiner Bigband. E-Bassist John Lee stellte 2007 eine hervorragende Band zusammen, deren Auftritt in Genf nun veröffentlicht wird. Alte Gillespie-Mitstreiter wie Slide Hampton, der auch als musikalischer Leiter agierte, oder James Moody waren an Bord, ergänzt um seinerzeit aufstrebende Talente wie Antonio Hart oder Jason Jackson. Ganz wichtig natürlich die Trompetensektion, u.a. mit den Virtuosen Roy Hargrove und Claudio Roditi, die sich in Krachern wie “Manteca“ in höchste Höhen schrauben. Selbstverständlich beherrschen die Musiker aber auch balladeske Momente, wie in “Round Midnight“. Die sologespickten Songs, die Spielfreude und Energie, befeuerten das Publikum über die hier hörbaren 76 Minuten hörbar.
    Hanamichi: The Final Studio Recording Vol. II

    Hanamichi: The Final Studio Recording Vol. II (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    22.11.2025
    Klang:
    5 von 5
    Musik:
    4 von 5

    ...die letzte Recordingsession des 2015 verstorbenen japanischen Pianisten Masabumi Kikuchi

    Das Cover zeigt ein pastellfarbenes, fast schon durchscheinendes Blumenarrangement (japanisch Hanamichi), dies kann auch durchaus als Synonym für diese letzte Recordingsession des 2015 verstorbenen japanischen Pianisten Masabumi Kikuchi stehen. Eher in sich gekehrt sind seine Interpretationen vier ihm seit den 50er Jahren liebgewonnenen Standards, wie “Alone Together” oder “My Ship“. In den drei Improvisationen spannt Kikuchi sein Spiel von zartem Flüstern bis zu sperrigeren Momenten, Abstraktion trifft auf poetische Schönheit. Die im Dezember 2013 aufgezeichneten Tracks überzeugen zudem durch eine hervorragende Klangqualität, die alle Feinheiten an den Tasten und Pedalen offenbart. Ein eher introspektives Vergnügen über 48 Minuten.
    Duo Time

    Duo Time (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    22.11.2025
    Klang:
    4 von 5
    Musik:
    4 von 5

    ...Ungewöhnliche Duo-Konstellation...

    Ungewöhnliche Duo-Konstellationen gab es im Jazz immer wieder, so u.a. Klavier (Chick Corea) und Vibrafon (Gary Burton). Harfe (Edmar Castaneda) und Klavier (Hiromi) kommen dieser speziellen Kombination der 54 Saiten noch näher: Anton Mangold spielt die Konzertharfe, während Christian Bekmulin zur Gitarre greift. Mangold heimste bereits erste Jazzpreise ein, bekannt wurde er durch sein Mitwirken in Rebecca Treschers Ensemble 11. Bekmulin kann da mit dem Bayerischen Jazzpreis 2019 mithalten. Aber hier geht es nicht um Konkurrenzdenken, sondern um sensibles Zuhören und eng verwobenes Spiel. Die feinen Eigenkompositionen zwischen Jazz, Folk und Kammermusik bieten gelungenen Raum für schwebende Klänge, wie auch für virtuose Kollektivläufe und Solos.
    Five

    Five (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    22.11.2025
    Klang:
    4 von 5
    Musik:
    4 von 5

    ... endet die feine Scheibe. Auch schön zur blauen Stunde zu hören...

    Die Schweizer Bovet-Brüder Cédric (sax) und Lucien (dr) setzen die Zusammenarbeit mit Claude Schneider (g) und Pierre-André Dougoud (b) nach ihrer 2022er CD fort, nun durch Pianist Caryl Baker zum Quintett erweitert. Da sich die Musiker auch alle kompositorisch einbringen, bietet das Album ein breites Spektrum. Rhythmische Akzente aus Afrika treffen auf einen Walzer, groovige Parts auf eine impressionistische Ballade. Sehr schön die liedhaften Themen, oft gemeinsamen durch E-Gitarre und Saxofon intoniert. Die zwischen drei und sechs Minuten langen Songs sind abwechslungsreich, dabei prägnant auf den Punkt. Jeder Musiker bekommt seine Solospots, die dabei aber nicht ausufern. Mit der einzigen Fremdkomposition, “Act Natural” von Don Grolnick, endet die feine Scheibe. Auch schön zur blauen Stunde zu hören. Wer freie, krachende Exkursionen liebt, sollte daher vorher besser hineinhören.
    Horizons

    Horizons (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    22.11.2025
    Klang:
    4 von 5
    Musik:
    4 von 5

    ...ein introspektive Album, das eher den feinen, wohldosierten Pinselstrich pflegt....

    Der deutsch-japanische Pianist Leon Hattori (27) beschäftigt sich mit seiner mehrkulturellen Identität. Vier Stücke sind Künstlern (keine Musiker) gewidmet, die zwischen westlichen und asiatischen Kulturen pendelten. Die Songs pendeln abwechslungsreich zwischen vereinzelt abstrakten Melodien, von out-of-tempo bis zu rhythmisch-agil, dann meist im Midtempo angesiedelt. Aufgelockert wird dieser intellektuelle Rahmen durch zwei vom E-Gitarristen Eliott Knuets beigesteuerte Kompositionen. Einmal federnd-mitreißend in “Cranes”, dann raffiniert im zwischen Traurigkeit und Hoffnung pendelnden “C-Star”, einer einem verstorbenen Freund gewidmeten Ballade. Zusammen mit “Beat Generation” vom Bandleader Hattori der Anspieltipp für dieses introspektive Album, das eher den feinen, wohldosierten Pinselstrich pflegt.
    Abraxas Sessions 4

    Abraxas Sessions 4 (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    22.11.2025
    Klang:
    4 von 5
    Musik:
    4 von 5

    Dizzy Tribute...live

    Der spanische Trompeter David Pastor (51) gastierte im historischen Abraxas Theater.
    Das Konzert war eine Hommage an Dizzy Gillespie, Mitinitiator des Bebop und einer der größten Trompeter und Jazzmusiker aller Zeiten. Die Quintett-Besetzung weckt unweigerlich Erinnerungen an das legendäre Quintett mit dem Saxofon-Giganten Charlie Parker.
    Pastor hat auch durch seine klassische Ausbildung eine gute Technik erworben, die bei diesen Vorlagen auch benötigt wird. Die ebenfalls diffizile Rolle des Saxofonisten fiel dem schon lange in Spanien lebendem US-Amerikaner Bobby Martinez zu. Die Musiker nehmen sich den Klassiker wie “Be-Bop”, “Tin Tin Deo” oder “A Night In Tunisia” mit Verve an, auch wenn die Altvorderen weiter das Maß aller Dinge bleiben. Mit “An Approach To Dizzy” steuert Pastor zudem eine dem großen Vorbild gewidmete Ballade bei. Dass die Besucher am 11.10.2024 in Augsburg einen gelungenen Konzertabend erlebten, kann man dem nun vorliegenden Mitschnitt gut entnehmen.
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