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    2. Alle Rezensionen von Stimmgabel bei jpc.de

    Stimmgabel

    Active since: January 15, 2014
    "Helpful" ratings: 14

    Please note

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    4 reviews

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    A Sea Of Trees (180g)

    A Sea Of Trees (180g) (LP)

    5 of 5 stars Active star Active star Active star Active star Active star
    Mar 31, 2015
    Sound:
    5 of 5
    Music:
    5 of 5
    Press quality:
    5 of 5

    Abschied mit stimmungsvollen Elegien

    Mit ihrem dritten Album legte das deutsche Quintett im vergangenen Jahr ein fantastisches Werk vor, das bis zur letzten Minute fesselt.

    Wenn die schillernden Gitarren von WINTER das Album einleiten, bekommt man bereits einen stimmigen Eindruck, wohin die Reise geht.
    Der melancholisch-klagende Gesang und die große Geste, die einem beim Durchhören begleiten, driften zu keiner Zeit in kitschige Gefilde ab, vielmehr machen eine kräftige Prise Wave und Goth-Anklänge sowie eine psychedelische Färbung das Album zu einem eleganten, melodiösen Œu­v­re, bemerkenswert vielseitig und mit seinem wehmütigen Tenor besonders einnehmend.

    WOODS (SEA OF TREES) ist eine wunderbare, stimmungsvolle Ballade, die zu den Höhepunkten gehört, und mit dem treibenden WALLS lockt man reifere Wave-Fans sicher leicht auf die Tanzfläche.

    Wenn zum Schluss mit THE PAIN YOU GOT FROM ME noch einmal die in verhallte Klänge gegossene Schwermut erklingt (die CD-Käufer erhalten einen Titel mehr), stellt man schnell fest, dass der Formation hier der ganz große Wurf gelungen ist.
    Noch im gleichen Jahr trennten sich die Wege der Bandmitglieder.

    Die mitunter zu lesenden Vergleiche mit JOY DIVISION sind allerdings merkwürdig, denn mit denen hat A SEA OF TREES meines Erachtens nichts gemein.

    An der Pressqualität gibt es nichts auszusetzen, der Klang ist klar und sauber.
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    3 of 5 stars Active star Active star Active star Inactive star Inactive star
    Nov 30, 2014
    Sound:
    4 of 5
    Music:
    3 of 5

    Die Lichter strahlen nicht mehr

    Sie hätten ihr Debüt einfach noch einmal aufgenommen, war in einem deutschen Musikmagazin anlässlich der Veröffentlichung des fünften Studioalbums der Amerikaner zu lesen.
    Tatsächlich orientieren sich INTERPOL hörbar an ihrem dunklen, funkelnden Erstling, das 2002 erschienene TURN ON THE BRIGHT LIGHTS, dessen Intensität sie mit keinem Folgealbum mehr erreichen sollten. Im Gegenteil, mit ihrem selbstbetitelten Vorgänger fand sich die Band an einem kreativen Tiefpunkt wieder.

    EL PINTOR beschreitet insoweit auch keine neuen Wege, lässt aber deutlich den Versuch erkennen, an die großen Melodien und das hymnische Gitarrenspiel anzuschließen. Dies misslingt zwar nicht völlig, richtig gelingen mag es allerdings auch nicht. Schon der Eröffnungstitel und zugleich die Vorabsingle ALL THE RAGE BACK HOME klingt wie ein INTERPOL-Titel wie er typischer nicht sein kann.

    MY DESIRE und ANYWHERE setzen die bekannten Songstrukturen fort, aber auch hier bleibt beim Durchhören wenig hängen. TWICE AS HARD verliert sich ebenso in Beliebigkeit. Möchte man einen entscheidenden Unterschied zum Debüt nennen, dann sind es schlicht die fehlende Eleganz und Tiefe sowie die Blässe der neuen Titel. Nirgendwo findet sich das elegische Gitarrenspiel aus den Anfangstagen.

    Wo die Band es jedoch schafft, mit bemerkenswerten Stücken aufzuwarten, zerstören sie dies ärgerlicherweise mit liebloser Umsetzung. Neben BREAKER 1 ist das eingängige und große TIDAL WAVE ein gutes Beispiel, das eine unglaublich einfallslose Bridge bekommt, an der dann plump wieder der Refrain anschließt. MY BLUE SUPREME als auch SAME TOWN, NEW STORY sind zäh und haben eben auch nicht die große Songidee im Gepäck.

    Kurz und gut: Mit EL PINTOR stößt die Band keine neuen Tore auf, dies haben allerdings sicher auch viele Hörer kaum erwartet. Denn mit jedem weiteren Album nach ihrem Debüt manifestierte sich immer deutlicher, dass INTERPOL fest ihrem Klangkosmos verhaftet sind. Was auch kein Mangel ist, wären ihnen nicht die Ideen abhanden gekommen. Und dies unterstreicht ihr fünftes Album lediglich einmal mehr.
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    5 of 5 stars Active star Active star Active star Active star Active star
    Sep 2, 2014
    Sound:
    4 of 5
    Music:
    5 of 5

    Zeitlose melancholische Miniaturen

    Man kann kaum sagen, dass in den letzten Jahren wenige Künstler auf der Bühne des sogenannten Modern classical-Genres Platz genommen hätten. Es wimmelte geradezu von Veröffentlichungen mit Pianowerken - groß daher die Gefahr, dass das ein oder andere Kleinod unbeachtet bleibt.

    Otto A. Totland, neben Erik K Skodvin die andere Hälfte des norwegischen Duos DEAF CENTER, veröffentlicht mit PINÔ sein erstes Solowerk und gleichzeitig eines der schönsten Alben des Genres in den vergangenen Jahren.

    18 melancholische Miniaturen, eingängig und melodiös, bilden ein geschlossenes Werk, über das ein trauriger Schleier hin und her weht. Lediglich das Klavier ist zu hören, und schon nach wenigen Minuten entfalten die Stücke eine beeindruckende Tiefe mit wunderschönen, introvertierten Titeln.
    Produziert von Nils Frahm fließen umgebende Geräuschkulissen mit ein. Es rauscht, man vernimmt Totlands Tastenanschläge, ein Hüsteln im Hintergrund, einen krächzenden Raben.
    Wer glaubt, dass diese Produktionsweise stört, wird schon nach dem zweiten Durchlauf feststellen, dass sie einen besonderen Reiz schafft.

    Es ist die Schlichtheit und Wärme der kurzweiligen Kompositionen, die berührenden Melodien, mitunter kurz angespielt, und dann schon wieder verklungen, die PINÔ aus artverwandten Aufnahmen herausragen lassen. Ebenso der gänzliche Verzicht auf weitere Instrumente und damit auch den häufig obligatorischen Streichern, die so manche Veröffentlichung im Modern classical-Bereich in Rührseligkeit ertrinken lassen. Trotzdem sind Nostalgie und Romantik die Essenzen der kleinen Kammerstückchen, die den Hörer hier mit einer beeindruckenden Wucht und Anziehungskraft empfangen. Anspieltipps: SOLÊR und RO TO.

    Erschienen auf dem Berliner Label SONIC PIECES ist PINÔ in einer limitierten Erstauflage von 450 Einheiten in nummerierten, handgemachten Einbänden erschienen.
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    3 of 5 stars Active star Active star Active star Inactive star Inactive star
    Aug 31, 2014
    Sound:
    4 of 5
    Music:
    2 of 5
    Press quality:
    5 of 5

    Ein blasser, nahezu ideenloser Zweitling

    Vier Jahre waren seit ihrem fantastischen Debüt THE FOOL vergangen, das von feinen, melodiösen Kompositionen und schillernden Gitarrenklängen geprägt war. Legt man den selbstbetitelten Nachfolger auf den Plattenteller bzw. unter den Laser, bestätigt sich hingegen der Eindruck, der sich schon bei den ersten Live-Darbietungen des neuen Materials in 2013 aufdrängte.
    Denn bereits nach der Vorab-Single LOVE IS TO DIE sowie dem noch markanten, elegant treibenden Titel HI versinkt der Rest des Zweitwerks hoffnungslos in Beliebigkeit und Monotonie. Mit jedem weiteren Stück, durch das sich das Quartett hindurchquält, tritt eine Ideen- und Orientierungslosigkeit zutage, die selbst jene Hörer überraschen dürfte, die keine besonderen Erwartungen an das Album knüpften.

    Der Gesang schwingt sich hinauf und hinab, wabert bald hierhin, bald dorthin, und verliert sich in den bleiern dahinschleppenden Stücken, von denen viele über einen fragmentarischen Charakter nicht hinauskommen und sich mitunter quälend in die Länge ziehen - einschließlich der ermüdenden, fortgesetzt zu hörenden "Uh-uh-uh's"... In der zweiten Albumhälfte setzt sich dies in gleicher Weise fort, u.a. mit DISCO/VERY, einem stupiden, mit Sprechgesang unterlegten Titel.

    Nein, hier wächst nichts, hier feilt eine Band auch nicht an ihrer "Entwicklung". Die immer noch eisern in Rezensionen zitierten Parallelen zu den Klangwelten von JOY DIVISION oder gar den COCTEAU TWINS gibt es nicht, von einer "Shoegazer-Melancholie" kann erst recht nicht die Rede sein.

    Die zugegeben raffinierte, minimalistisch ausgefallene Produktion hüllt viele Titel in ein dezentes elektronisches Klanggewand, was aber kaum allein die auffallend positiven Kritiken erklären könnte. Tatsächlich mag man die wiederholt zitierten Trip-Hop-Einflüsse ausmachen, allerdings in einem reduzierten Maße, das weder besonders innovativ noch mit bemerkenswerten Akzenten in die eigene Soundästhetik überführt wird.

    Insoweit hätte das zweite Album durchaus ein vielseitiger und frischer Wurf werden können - hätte, ja, wenn den vier Damen ein paar Songs eingefallen wären, anstatt eines rund 50-minütigen Narkotikums, das den Hörer ernüchtert zurücklässt.

    Vinylkäufer dürfen sich über ein schönes Klappcover mit einem Motiv von Chris Cunningham sowie eine lobenswerte Pressqualität freuen.

    Vorsicht bei den verschiedenen Vinyl-Formaten: Neben dem Doppelalbum (schwarzes Vinyl) existiert eine von JPC angebotene Sonderedition - ebenfalls ein schwarzes Doppel-Vinyl -, jedoch mit einem unsignierten Poster. Diese ist nicht mit der Veröffentlichung im farbigen Vinyl und teilweise signiertem Poster zu verwechseln, die via Rough Trade Records vertrieben wurde. Zwischenzeitlich wird jedoch auch eine weitere Auflage im roten Vinyl angeboten.
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