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    Webervogel Top 100 Rezensent

    Aktiv seit: 10. April 2017
    "Hilfreich"-Bewertungen: 33

    Bitte beachten Sie

    Wir können nicht sicherstellen, dass die Angaben von Verbrauchern stammen, die das Produkt tatsächlich genutzt oder erworben haben.

    178 Rezensionen

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    Felsenfest

    Nora Imlau
    Felsenfest (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    10.04.2026

    Gedankenschatz

    Dieses Buch streichelt die Seele – besser kann ich es nicht beschreiben. Es gibt auf sanfte Art und Weise Gedanken zur Eltern-Kind-Beziehung weiter, in Form von Anekdoten, Gedichten und Reflexionen. Häufig, aber nicht immer, sind sie aus der Ich-Perspektive geschrieben. Autorin Nora Imlau teilt ihre Ideen auf eine sehr empathische Art und Weise. Sie kritisiert nicht, sondern ermutigt. „Felsenfest“ handelt zwischen den Zeilen immer von der elterlichen Liebe für die eigenen Kinder. Anfangs steht das kleine Kind im Vordergrund, später das größere. Das Buch hilft, einen Moment innezuhalten und sich bewusst zu machen, was eigentlich zählt, wenn man den oft stressigen Alltag beiseite schiebt. Wunderschön sind auch die Illustrationen; sie drängen sich nicht in den Vordergrund, machen den Text aber bunt und fröhlich. „Felsenfest“ ist ein kleiner, aufbauender Schatz, den man immer wieder zur Hand nehmen kann und der stärkt und ermutigt.
    Heute fahren wir nach Anderswo

    Klaus Baumgart
    Heute fahren wir nach Anderswo (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    18.03.2026

    Mit Elfenkreide ist alles möglich

    Als wir „Heute fahren wir nach Anderswo“ aufschlugen, legte sich die Stirn meiner Tochter in Falten: Wer hatte denn da schon in das neue Buch gemalt? Schönstes Krikelkrakel auf den Vorsatzseiten! Doch schnell wurde klar: In diesem Buch sieht ganz viel wie von Kinderhand gemalt aus. Und wird es auch: Elfi zeichnet nämlich mit Elfenkreide. Dem kleinen Oscar war ganz langweilig, bis er sie traf, aber Elfi verkündet gleich, verreisen zu wollen und malt dann ein tolles rotes Rennauto. Und schon geht es los. Die beiden flitzen nur so durch die Seiten und haben abenteuerliche Begegnungen mit kleinen und großen Tieren, Einhörnern und Drachen. Und ein Riese ist erst furchterregend groß und dann furchtbar nett. Für den nächsten Tag verabreden sich Elfi und Oscar erneut, doch ein Regen droht ihrem Wiedersehen einen Strich durch die Rechnung zu machen …

    Ein wirklich wunderhübsches Bilderbuch über einen kleinen Jungen, der seine Vorstellungskraft entdeckt. Es kommt mit wenig Text aus und beinhaltet toll illustrierte, großformatige Bilder – vor allem die Elfenkreide- bzw. Buntstiftzeichnungen faszinieren meine Kinder sehr. Es gibt viel zu entdecken, das Buch regt zum Gespräch genauso wie zum Selbermalen an. Die Botschaft ist ebenfalls gelungen: Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Uns gefällt dieses Buch von Anfang bis Ende supergut und wird immer wieder angeschaut. Ich denke, man könnte es auch schon ab 3 Jahren empfehlen.
    39 Grad Mord

    Jenny Lund Madsen
    39 Grad Mord (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    15.03.2026

    Die Dilettanten-Detektivin

    Hannah Krause-Bendix, die Protagonistin von „39 Grad Mord“, muss dringend liefern. Und zwar einen zweiten Krimi, nachdem ihr erster ein ungeahnter Erfolg war und ihren schriftstellerischen Durchbruch ermöglicht hat. Zwar hat sie weder Lust auf noch Inspiration für dieses neue Buch, doch der vom Verlag gezahlte Vorschuss ist bereits aufgebraucht. Ihr Lektor schickt sie schließlich nach Sizilien, da er dorthin Kontakte hat und hofft, dass Krause-Bendix in einer schicken, einsam gelegenen Villa mit Meerblick ihre Schreibblockade bezwingen wird. Doch noch bevor sie sich das erste Mal an den Schreibtisch gesetzt hat, wird die Dänin in einen Mordfall verwickelt und beginnt bald danach, auf eigene Faust zu ermitteln.

    So weit, so solide, könnte man meinen. Krause-Bendix ist längst nicht die erste fiktive Krimiautorin, die zur Hobbydetektivin wird. Allerdings gehört sie vermutlich zu den stümperhaftesten und hat einen besorgniserregenden Alkoholkonsum. Überdies neigt sie zu impulsivem Verhalten und undurchdachten Kamikaze-Aktionen. Mich hat das zunehmend irritiert, aber trotzdem ganz gut unterhalten. Gelegentlich zeichnet sich die Protagonistin auch durch einen amüsanten Sarkasmus aus und irgendwie hat mich das bei der Stange gehalten.
    Vor der Lektüre war mir nicht klar, dass „39 Grad Mord“ (was für ein sperriger Titel) der zweite Band um diese (Anti-)Heldin ist. Wenn man den Erstling „30 Tage Dunkelheit“ zuerst liest, ist das vermutlich vorteilhaft, um das Beziehungsgeflecht von Krause-Bendix von Anfang an zu verstehen. Würde ich einen dritten Teil lesen? Ich bin mir nicht sicher, habe die dilettantische Hauptfigur aber doch etwas ins Herz geschlossen. Versöhnt hat mich außerdem, dass ich nach knapp zwei Dritteln des Buches befürchtet habe, die Auflösung zu kennen und es dann doch nicht so simpel war wie gedacht. Es gibt definitiv spannendere und raffiniertere Krimis, aber gute Unterhaltung bietet „39 Grad Mord“ – wenn man den wilden und mitunter blinden Aktionismus der Protagonistin auf Dauer ertragen kann.
    Spiele & Rituale für euren Alltag

    Nicola Schmidt
    Spiele & Rituale für euren Alltag (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    09.03.2026

    Macht das Familienleben bunter

    Mitmachbücher für Kleinkinder sind mir schon viele begegnet – aber eins für die ganze Familie? Das hat nun artgerecht-Gründerin Nicola Schmidt in Form eines großformatigen Ringbuchs vorgelegt. Es richtet sich an Eltern und Kinder, ist wunderbar bunt illustriert und voll mit Spiel-, Bastel-, Aktivitäts- und Rezeptideen, von denen jede einzelne maximal eine Doppelseite in Anspruch nimmt. So gibt es zum Beispiel Anleitungen für einen Gemüsezug, zum Parcoursbau und zur Pfützenerforschung. Evergreens wie „Alle Vögel fliegen hoch“, „Stille Post“ und der Anbau von Kresse kommen ebenfalls vor. Hilfreich ist, dass bei jeder Idee der Zeitaufwand angegeben wird.
    Immer wieder gibt es die Rubrik „Fürs Schatzkästchen“, in der z.B. Erfahrungen mit der Umsetzung der Ideen, Bilder und selbstgedichtete Lieder Platz finden. Richtig wertvoll finde ich die Fußnoten-Rubrik „Nicola erzählt“, in der Schmidt die Spielideen einordnet und Hintergrundwissen vermittelt. Und so enthält dieses Buch exakt das, was es verspricht: Spiele und Rituale zum Mitmachen, die sämtlich die artgerecht-Philosophie, dass das (Familien-)Leben leicht sein darf, aufgreifen. Und die dabei helfen, mitunter öde Routinen wie z.B. das tägliche An- und Ausziehen fantasievoll zu gestalten. Ich staune immer wieder, was für einen Unterschied es gerade bei Kindern machen kann, wenn man die Dinge mal anders angeht – humorvoller, verspielter, aus einer anderen Perspektive. Dieses Buch gibt einen bunten Strauß von Impulsen dazu.
    Meine Produktempfehlungen
    • artgerecht - Das andere Kleinkinderbuch Nicola Schmidt
      artgerecht - Das andere Kleinkinderbuch (Buch)
    • artgerecht durch den Familienalltag Nicola Schmidt
      artgerecht durch den Familienalltag (Buch)
    Vom kleinen Spatz, der eine große Amsel werden wollte

    Werner Holzwarth
    Vom kleinen Spatz, der eine große Amsel werden wollte (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    25.02.2026

    The Sky is the limit

    Was für ein tolles Bilderbuch! Meine Kinder lieben es. Auf jeder Doppelseite erzählt ein kleines Vögelchen seiner Mutter oder seinem Vater, was es später, wenn es mal groß ist, werden will: der kleine Spatz eine Amsel, die kleine Amsel eine Taube, die kleine Taube eine Möwe … Das jeweilige Elternteil (erfreulicherweise überwiegend Papas – oft sind ja die Mamas in Kinderbüchern präsenter) dämpft dann die Erwartungen, wovon sich die kleinen Vögel aber nicht irritieren lassen. Und am Ende fliegen sie alle gemeinsam zum Mond.

    Was meinen Kindern besonders gut gefällt: Die Gespräche, die alle recht ähnlich ablaufen, aber kleine Unterschiede haben: Das Graugans-Küken wird Schnucki genannt, der kleine Spatz denkt sich „Du hast keine Ahnung“, die kleine Amsel macht „Pfff“. Was ich super finde: Wie alle kleinen Vögel unbeirrt an ihren Zielen festhalten (obwohl der kleine Spatz doch wirklich keine große Amsel werden kann? Aber was weiß ich schon, ich bin ja erwachsen …).

    Wir alle sind außerdem von den Illustrationen begeistert. Diese sind wunderbar bunt und recht großflächig. Jede Seite bietet ein paar Details, über die wir reden – bei jedem einzelnen Vorlesen. Dadurch, dass nicht so viele Einzelheiten zu sehen sind, reden wir sogar mehr über die Bilder – das ist mir so noch bei keinem anderen Buch aufgefallen. Der Spatz beim Essen, die Pfützen im Amselwohnzimmer, die Graugans, die ein Buch mit dem gleichen Cover liest und die Piñata auf der Vogelparty – alles spannend. Und auch die Vorsatz- und Nachsatzseiten, die die Vogelinsel jeweils bei Tag und Nacht zeigen und so die einzigen kleinteiligeren Bilder bieten, werden bestaunt. Dieses Kinderbuch besteht mit seinem gleichförmigen Aufbau, dem enthaltenen Schalk, der kraftvollen Botschaft und dem überraschenden Ende aus einer ungewöhnlichen Mixtur. Eine tolle Entdeckung!
    Obacht!

    Kerstin Hau
    Obacht! (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    24.02.2026

    Rundum feinsinnig

    Dieses Bilderbuch ist anders als die meisten anderen. Zuerst sticht die künstlerische Farbwahl ins Auge: Auf dem Cover wie im Buch ist alles orange, pfirsichfarben (oder ist es beige?) bzw. grau und schwarz. Eine Figur ist in einem völlig anderen Stil gezeichnet als die anderen und die Tatze des Tieres, wegen dem zur „Obacht“ aufgerufen wird, wirkt riesig. Ich war gespannt, ob meine Kindergartenkinder das Buch nicht abschreckend oder zumindest wenig ansprechend finden würden. Aber mitnichten: Es fasziniert sie. Die drolligen Namen tragen sicher ihren Teil dazu bei: Anfangs werden die Figuren Wimpf, Wompf, Timpe-Ma, Timpe-Pa und das Mienchen vorgestellt. Sie sind die Stadtbewohner, von denen auch Wortmeldungen kommen, und die ersten, die das große Tier entdecken, das den Zugang zu ihrer Stadt erschwert. Schnell werden Strategien entwickelt, um mit dem Problem umzugehen, allen voran von Timpe-Pa. Zunächst wird das Tier verhüllt, dann eine Brücke darüber gebaut und schließlich wird sogar eine Umgehungsstraße geschaffen – doch alle Projekte scheitern. Bis das kleine Mienchen das direkte Gespräch sucht. Und siehe da: Durch ehrliches Interesse, Kommunikation und Hilfsbereitschaft lässt sich eine nachhaltige Lösung finden.

    Dass das Fremde, Störende, gar nicht mehr so furchteinflößend ist, wenn man darauf zugeht, ist die spielerisch vermittelte Botschaft von „Obacht!“. Und das kleine Mienchen hat eine bessere Idee als der tonangebende Timpe-Pa (offensichtlich ein Erwachsener) mit seinem wilden Aktionismus – ein feiner Zusatz. Überhaupt ist dieses Buch rundum feinsinnig; sowohl die Illustrationen als auch der Text wirken kunstvoll. Mal ein ganz anderes Bilderbuch – vermutlich finden meine Kinder gerade das so interessant.
    Die Housesitterin - Ein Traum von einem Job. Oder?

    Emily Rudolf
    Die Housesitterin - Ein Traum von einem Job. Oder? (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    21.02.2026

    Erstaunliche Twists

    Nach „Das Dinner“ ist das der zweite Thriller, den ich von Emily Rudolf gelesen habe. Und trotz einiger Schwächen definitiv der Bessere!

    Cecilia ist professionelle Housesitterin und kommt zu Beginn der Geschichte auf einer Privatinsel in der Ostsee an, wo sie ein Anwesen der vermögenden Waldners hüten soll. Sie war bereits mehrmals für die Familie tätig; dass sie seit einigen Monaten eine leidenschaftliche Affäre mit dem Firmenerben Johannes Waldner hat, weiß allerdings niemand. Bis jetzt! Denn Cecilia lädt ihre Freunde auf die Ostseeinsel ein, damit sie Johannes kennenlernen. Das Cover lässt erahnen, dass es kein fröhlich-entspanntes Wochenende wird.

    „Die Housesitterin“ wird sehr schnell sehr spannend. Der Prolog ist hochdramatisch, doch auch danach geht es bald hoch her. Eine bedrohliche Atmosphäre, nicht zuordbare Geräusche, furchteinflößende Ereignisse … und das ist nur der Anfang.
    Die Geschichte wird aus drei unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Andeutungen und Untertöne haben dafür gesorgt, dass mein Kopfkino sehr schnell angesprungen ist und ich unterschiedlichste Theorien zu dem entwickelte, was da unter der Oberfläche vor sich hin zu brodeln schien. Als dann die Auflösung kam, war ich dennoch mehr als verblüfft. Nicht, weil sie so raffiniert war. Sondern, weil ca. die Hälfte des Buches noch vor mir lag. Hier ist Emily Rudolf ein faszinierender Twist gelungen, denn es folgte ganz unerwartet noch ein neuer Handlungsstrang, gefolgt von weiteren Wendungen, die ich kaum habe kommen sehen.

    Nicht ganz so gut gefallen hat mir, dass die Autorin letztlich immer auf das gleiche Schema zurückgreift, um die Geschehnisse aufzuklären: Die Protagonist*innen berichten selbst, was passiert ist. Verglichen mit früheren Äußerungen aus ihren Perspektiven wirkt das nicht immer komplett stimmig. Einzelne Charaktere, die anfangs viel Potential hatten, bleiben außerdem Statisten. Nicht alles kommt mir rückblickend logisch vor und die spicy Szenen fand ich unnötig und auch zu plakativ. Ein spannender Pageturner ist „Die Housesitterin“ jedoch trotzdem.
    Die Reise ans Ende der Geschichte

    Kristof Magnusson
    Die Reise ans Ende der Geschichte (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    14.02.2026

    Skurril. Und richtig gut.

    Vor vielen Jahren habe ich eher zufällig einen Roman gelesen, der für mich völlig unerwartet ein absolutes Lesehighlight wurde: „Das war ich nicht“ von Kristof Magnusson. Den Autor behalte ich seitdem im Blick und bin froh, so auch auf sein neues Werk aufmerksam geworden zu sein – das wieder ganz anders ist. Wie eigentlich jedes Buch, das ich von Magnusson gelesen habe.

    „Die Reise ans Ende der Geschichte“ spielt 1995. Protagonist Jakob Dreiser ist mit Mitte 20 bereits ein gefeierter Dichter. Außerdem kann er bestens mit Menschen, ist empathisch, herzlich und vom Fall des Eisernen Vorhangs anhaltend euphorisiert. Ganz im Gegensatz zu Dieter Germeshausen, einem 30 Jahre älteren Geheimdienstmitarbeiter, den das Ende des Kalten Krieges in eine Krise gestürzt hat. Nun plant er einen Coup. Dass Germeshausen und Dreiser zusammen nach Kasachstan reisen, kann ich verraten, denn das gibt schon der Prolog her. Welche aberwitzige Aktion dort geplant ist und was alles drumherum passiert, bildet die vermutlich skurrilste Agentengeschichte, die ich je gelesen habe. Sie hat mich bestens unterhalten und gleichzeitig etwas nostalgisch auf eine Zeit zurückblicken lassen, in der vieles plötzlich möglich schien: anhaltender Frieden, Völkerverständigung, blühende Landschaften. Ein originelles Lesevergnügen.
    Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel

    Alena Schröder
    Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    20.01.2026

    Zwei starke Geschichten, zart verbandelt

    Seit ich Kinder habe, fallen mir abends beim Lesen immer schnell die Augen zu. Aber nicht bei diesem Buch – ich konnte es kaum weglegen. Autorin Alena Schröder erzählt zwei Geschichten parallel: Die der 1931 geborenen Marlen und die von Hannah, Jahrgang 1989. Marlen ist zu Kriegsende Vollwaise und landet eher zufällig bei der Güstrower Malerin Wilma. Diese hat bisher im Schatten ihres inzwischen in Russland vermissten Mannes gestanden und beginnt nun, eine eigene Karriere zu verfolgen. Marlen wächst in die Rolle ihrer Assistentin hinein und wird für Wilma unentbehrlich.

    Viele Jahrzehnte später, 2023, weiß die 34-jährige Hannah nicht so recht, was sie mit sich anfangen soll, als sie plötzlich von ihrem Erzeuger kontaktiert wird – zum ersten Mal in ihrem Leben. Martin van der Kampen will plötzlich eine Beziehung zu ihr aufbauen und behauptet, das sei ihm von ihrer verstorbenen Mutter und Großmutter früher verboten worden. Seine Frau und Söhne wären schon voller Vorfreude. Eher skeptisch gibt Hannah der Familienzusammenführung eine kleine Chance. Und dann entwickelt sich alles ganz anders als erwartet.

    Schröder erzählt zwei komplett unterschiedliche Geschichten, immer abwechselnd, Kapitel für Kapitel. Der Prolog macht die zarte Verknüpfung klar, doch beide Handlungsstränge stehen komplett für sich und spielen zu unterschiedlichen Zeiten in unterschiedlichen Welten. Und beide haben mich nicht losgelassen. Alena Schröder macht Emotionen wunderbar greifbar, ohne viele Worte zu verlieren. Ihre beiden Protagonistinnen und das undurchsichtige Beziehungsgeflecht um sie herum haben mich komplett in ihren Bann gezogen. Die Entwicklung des Ganzen war dabei unvorhersehbar und doch sehr stimmig. Mit Titel und Cover konnte ich erst nach der Lektüre etwas anfangen, aber auch das passt nun perfekt. Einfach ein großartiger Roman – und der dritte Teil einer Trilogie, wie ich jetzt erst bemerkt habe. Ganz offensichtlich kann man „Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel“ auch unabhängig von den beiden früher erschienenen Büchern lesen. Ich freue mich jetzt auf Teil eins und zwei und bin gespannt, in welche Winkel von Hannahs Familiengeschichte sie mich führen werden.
    Tod zur Teestunde

    Anthony Horowitz
    Tod zur Teestunde (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    27.12.2025

    Gelungen verschachtelt

    Lektorin Susan Ryeland ermittelt – und das bereits zum dritten Mal! Nachdem ihr langjähriger Starautor Alan Conway bereits in „Die Morde von Pye Hall“ zu Tode kam und sie schließlich nach Kreta auswanderte, versucht sie jetzt, in der britischen Verlagsbranche erneut Fuß zu fassen. Und erhält ein unerwartetes Angebot: Ein junger, bislang eher erfolgloser Autor namens Eliot Crace soll Alan Conways Reihe um den Meisterdetektiv Atticus Pünd um einen weiteren Band ergänzen. Was läge näher, als dass sie das Lektorat übernimmt? Susan ist allerdings nicht restlos begeistert: Crace ist kein einfacher Charakter und bringt sie mit Teilen ihrer Vergangenheit in Kontakt, die sie lieber gemieden hätte. Sein Buch „Pünds letzter Fall“ startet zwar recht gelungen, doch Susan kommt bald dahinter, dass Crace darin seine eigene Familiengeschichte verarbeitet. Um die Hintergründe zu verstehen, stellt sie Nachforschungen an und stößt in ein Wespennest. Kurz darauf ist sie nicht nur wieder arbeitslos, sondern auch noch mordverdächtig …

    Susan Ryelands zweiten Fall habe ich leider verpasst, aber mindestens an „Die Morde von Pye Hall“ knüpft „Tod zur Teestunde“ wunderbar an: Es geht nicht nur um Susans Geschichte, sondern auch um das Buch im Buch. „Pünds letzter Fall“, ein klassischer Krimi im Agatha-Christie-Stil, wird in drei langen Passagen zu großen Teilen erzählt – so großen Teilen, dass Susan Ryeland zwischendurch stark in den Hintergrund rückt. Gleichzeitig macht es Spaß, sich zunächst in das Cosy Crime zu vertiefen und sofort im Anschluss die kritischen Anmerkungen der Romanlektorin unter die Nase gerieben zu bekommen. Dass Eliot Crace seinen Krimi als Schlüsselroman über die eigene Familie konstruiert, führt beide Geschichten raffiniert zusammen. Und dann überschlagen sich die Ereignisse irgendwann. Es ist mir ein Rätsel, warum der Insel Verlag relativ spät stattfindende Romanereignisse auf dem Buchrücken spoilert – davor findet genügend anderes statt, das die Leser*innen bei Laune hält. „Tod zur Teestunde“ ist spannend, unterhaltsam, twistreich und lädt auf verschiedenen Ebenen zum Miträtseln ein. Manches Mal habe ich mir gewünscht, ich hätte „Die Morde von Pye Hall“ vor diesem dritten Band noch einmal gelesen – die Geschichten sind ungeahnt eng miteinander verwoben. Die toll verschachtelte Komposition hat mich über die ein oder andere nicht komplett logische Aktion hinwegsehen lassen, die mich bei einer weniger komplexen Geschichte vielleicht gestört hätte. Von Susan Ryeland würde ich gerne wieder lesen – und falls verschlungene Pfade doch noch zu einem weiteren Atticus-Pünd-Fall führen sollten: umso besser! Anthony Horowitz ist einfach ein Meister seines Genres.
    Meine Produktempfehlungen
    • Die Morde von Pye Hall Anthony Horowitz
      Die Morde von Pye Hall (Buch)
    Ins hohe Gras

    Trevor Noah
    Ins hohe Gras (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    18.11.2025

    Voller Wärme und Weisheit

    Trevor Noah hat mit „Ins hohe Gras“ eine zauberhafte Fabel geschrieben, die von Illustratorin Sabina Hahn kongenial umgesetzt wurde. Text und Bild ergänzen sich hier aufs Wunderbarste.
    Es geht um einen namenlosen Jungen – nach dem persönlichen Vorwort Trevor Noahs ihm vermutlich nachempfunden – und seinen Teddy namens Walter. Walter ist die Stimme der Vernunft; er mahnt zum Zähneputzen, Haare kämmen und Bett machen, denn das sind die morgendlichen Pflichten, die die Mutter dem Jungen auferlegt hat. Doch der Junge will raus „Ins hohe Gras“ und zieht den widerstrebenden Teddy mit sich. Sie verlassen den sicheren Garten und erleben kleine Abenteuer, bei denen streitende Schnecken und fröhlichen Münzen ihnen erstaunliche Wege zu Konfliktlösungen zeigen. Das liest sich sowohl locker-flockig als auch weise. Und ab und zu kommen kleine Passagen, die wirklich berührend sind – wenn der Junge beispielsweise fragt: „Meinst Du, es ist zu spät, nach Hause zu gehen?“ und Walter antwortet: „Wenn du’s noch Zuhause nennst […] kannst du immer zurück.“
    Bei diesem Buch stellt sich nicht die Frage, für wen oder welche Altersgruppe es geeignet ist, sondern eher, wen die Geschichte nicht verzaubert. Ich denke, dass sehr unterschiedlich geartete Leser*innen ihre Freude an Trevor Noahs neuestem Werk haben werden. Definitiv ein All-Age-Buch, das sich auch bestens als Weihnachtsgeschenk eignet.
    Die drei Leben der Cate Kay

    Kate Fagan
    Die drei Leben der Cate Kay (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    03.11.2025

    Raffiniert komponiert

    Auffällig und ungewöhnlich: Das pinke Buchcover mit fettem gelben Titel und dem Bild von einem gesplitterten Rückspiegel, in dem ein Auge dreifach zu sehen ist, hat mich gleich neugierig gemacht. Und ungewöhnlich beginnt auch die Geschichte der Erzählerin Cate Kay, die sich und ihr vorliegendes Memoir im Vorwort vorstellt und die drei Namen enthüllt, unter denen sie bisher gelebt hat: Annie Callahan, Cass Ford und Cate Kay. Sie fordert die Leserinnen und Leser auf, anhand des Buches zu entscheiden, ob sie ein guter Mensch ist. Ein starker Einstieg!
    Cate Kays Geschichte wird dann in Rückblicken, inklusive Zeitsprüngen, erzählt – mal von ihr, mal von Weggefährten. Die einzelnen Kapitel sind überschrieben mit dem Namen der berichtenden Person sowie Ort und Zeit der Geschehnisse. Dadurch bleibt es einigermaßen übersichtlich, ist aber trotzdem nicht ganz flüssig zu lesen, da viele Figuren eingeführt werden. Mir fehlte erst einmal der Überblick, wer wirklich wichtig für die Geschichte ist. Die ersten knapp 90 Seiten lesen sich dadurch etwas zäh – aber dann platzt der Knoten durch eine krasse Wendung und ich habe das Buch in jeder freien Minute weitergelesen.
    „Die drei Leben der Cate Kay“ ist eine immer wieder anrührende Geschichte über große Gefühle, lebensverändernde Entscheidungen, Angst und Mut. Sobald das Grundgerüst steht und die Handlung an Fahrt aufnimmt, entwickelt sie sich fesselnd und intensiv. Das Ende hätte ich mir ausführlicher gewünscht, obwohl eigentlich wenig Fragen offenbleiben. Und die Geschichte in der Geschichte – Cate Kays (fiktive) Bestseller-Trilogie „The very last“, aus der ab und an Auszüge eingeschoben werden – ist ein genialer Kontrast, der immer wieder inhaltliche Brücken zum Leben der Erzählerin schlägt. Ein geschickt komponiertes, packendes Buch, das mich an eine komplexe Patience erinnert, bei der am Ende jede Karte an ihrem Platz liegt.
    Das Haus mit der kleinen roten Tür

    Grace Easton
    Das Haus mit der kleinen roten Tür (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    19.10.2025

    Zauberhafte Wintergeschichte

    Dieses großformatige Bilderbuch kommt schon auf den ersten Blick sehr wertig daher: ein geprägter, rotglänzender Titel, Klappen aus hauchdünner Pappe (die schon etwas Fingerspitzengefühl bei den kleinen Leserinnen und Lesern voraussetzen) in ganz unterschiedlichen Formaten und viel Platz für die wunderschönen, detaillierten Illustrationen.

    „Das Haus mit der kleinen roten Tür“ handelt von einem Mädchen namens Olivia und „einer Maus namens Maus“, die an einem verschneiten Wintermorgen ins Gespräch kommen und zusammen spielen, bis plötzlich der Baum, in dem das Mäuschen lebt, unter der Schneelast zusammenbricht. Olivia will der plötzlich obdachlosen Maus helfen, doch es ist gar nicht so leicht, eine passende neue Bleibe für sie zu finden. Bis die beiden schließlich auf die beste aller Lösungen kommen …
    Weihnachten kommt in der Geschichte gar nicht vor, doch sie mutet trotzdem wie eine Weihnachtsgeschichte an. Es geht um die Suche nach einer Unterkunft, Hilfsbereitschaft, Nächstenliebe und Freundschaft, und am Ende wird Klein und Groß ganz warm ums Herz. Auch Bilderbücher können ein Licht in die dunkle Jahreszeit tragen – dieses Exemplar macht das auf jeden Fall.
    Löwe sucht einen Freund - oder: Ich hab dich zum Fressen gern

    Lucy Astner
    Löwe sucht einen Freund - oder: Ich hab dich zum Fressen gern (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    10.10.2025

    Super niedlich illustriert, inhaltlich leicht schief

    Dieses quietschbunt-vergnügte Bilderbuch handelt von einem fröhlichen, vegetarisch lebenden Löwen, der gerade umgezogen ist. Nun sucht er neue Freunde und schmeißt sich ins Zeug, um möglichst schnell mit seinen Nachbarn in Kontakt zu kommen. Dummerweise unterschätzt er dabei seine Außenwirkung und verschreckt erst ein Zebra, dann einen Hund und zuletzt noch ein Eichhörnchen. Wie gut, dass ihm der Bär von nebenan schließlich auf die Sprünge hilft. Doch geben die anderen Tiere dem Löwen noch eine Chance?

    Die farbenfrohen Illustrationen finden meine Kinder und ich super. Die Mimik der Tiere ist sehr ausdrucksstark, der rosa bemähnte Löwe einfach ein lustiger Zeitgenosse. Die Geschichte dagegen ist für kleine Kinder nicht ganz unkompliziert: Dass alle Tiere Angst vor dem Löwen haben, hat meine erst einmal erstaunt – zum einen ist dieser hier besonders lieb, zum anderen gibt es viele Bilderbücher, wo Löwen mit anderen Tieren harmonisch zusammenleben und das gar nicht in Frage gestellt wird. Dann ist schließlich die Mutter Schuld, dass der Löwe die anderen Tiere in die Flucht geschlagen hat – allerdings hat sie nur empfohlen, immer schön nett und hilfsbereit zu sein und sich von seiner besten Seite zu zeigen, was der Löwe dann etwas zu eifrig umgesetzt hat. Dass eine Moral der Geschichte ist, dass Mamas nicht immer recht haben, hat mich erstaunt. Generell stimmt es natürlich, ist aber hier inhaltlich nicht ableitbar. Dass der Löwe den verschreckten Tieren Geschenke macht, damit sie ihm noch eine Chance geben, finde ich auch nicht komplett glücklich. Eine süße Geschichte mit einem Happy End, das meine Kinder sehr erfreut hat, ist „Löwe sucht einen Freund“ aber trotzdem.
    Anna und die Wut

    Christine Nöstlinger
    Anna und die Wut (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    28.09.2025

    Wunderbar anschaulich illustriert

    Ich habe als Kind viel von Christine Nöstlinger gelesen, aber „Anna und die Wut“ ist mir erst jetzt in die Hände gefallen. In dieser neuen Ausgabe wird der Text um Bilder der Illustratorin Anke Kuhl ergänzt, und das auf so stimmige Weise, als hätte beides von Anfang an zusammengehört. Die Farbgebung verstehen schon kleine Leserinnen und Leser: Wenn Anna rot sieht, wird sie rot eingefärbt – ist sie so cool wie ihre Umgebung, dominiert blau/türkis. Und ganz am Ende, als Anna das richtige Ventil für ihre Wut gefunden hat, wird die Welt bunt. Schön auch Anfang und Ende – auf dem Vorsatzpapier sieht man die wütend weinende Baby-Anna, auf dem Nachsatz eine Schlagzeug spielende junge Frau, offensichtlich mit der Welt im Reinen.

    Der Text hat mich selbst kurz in meine Kindheit zurück katapultiert, denn er ist unverkennbar Christine Nöstlinger – der Tonfall, die Direktheit, der österreichische Einschlag. Ich war gespannt, ob es für meine Kindergartenkinder zu viel ist, wenn Anna sich in den Daumen beißt, bis er blutet, oder wenn sie von den vier großen Jungs im Park vorgeführt wird. Aber nein: Sie sind von Anfang bis Ende fasziniert. Wie Annas Wut auf andere wirkt, wie sie selbst darunter leidet und gar nicht weiß, wie sie gegen dieses große Gefühl ankommen soll – das ist hier schon für Kleine sehr gut nachvollziehbar dargestellt. Und so freuen sie sich auch am Ende für Anna, wenn die – durch die Hilfe ihres Opas – endlich ein wirksames Mittel gegen ihre Wutanfälle findet: Sie trommelt sie weg! Ein tolles Kinderbuch mit wunderbar illustrierten Emotionen.
    QUID+ Aber warum?

    QUID+ Aber warum? (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    15.09.2025

    Hilfreicher Eltern-Ratgeber mit kleinen Abstrichen

    Dieses Buch ist für Eltern und für Kinder, gehaltvoll und niedlich illustriert. Das große, quadratische Format fällt sofort ins Auge. Das Vorwort bietet Eltern eine erste Orientierung zur Nutzung des Buches und zu seinem Oberthema: Wie können elementare Warum-Fragen von Kindergartenkindern altersgerecht beantwortet werden? Dann kommen 27 Vorlesegeschichten zu konkreten Fragen nach Tag und Nacht, Leben und Tod, Emotionen und Krankheiten. Am Ende folgen dann noch einige Seiten zur Meta-Ebene, die Eltern für die Wichtigkeit von Warum-Fragen sensibilisieren und generelle Hilfestellungen zur Beantwortung bieten.

    Letzteren Teil fand ich erst einmal am Wichtigsten und Hilfreichsten. Die Geschichten an sich sind viel zu spezifisch, um sie als kleine Zwischendurch-Lektüre vorzulesen. Sie sind nicht wirklich mit „normalen“ Bilderbuch- oder Kinderbuchinhalten vergleichbar, dafür drehen sie sich zu hartnäckig um jeweils eine Frage, die eben beantwortet werden soll. Trotzdem hätte man sie verspielter oder spannender gestalten können. Mir als Elternteil geben sie aber trotzdem Hilfestellung bei der Beantwortung großer Fragen und zeigen beispielhaft, wie Vergleiche und Metaphern eingesetzt werden können. Einige der Geschichten sind sicherlich eine gute Ergänzung, wenn die enthaltenen oder ähnliche Fragen bei Kindern aufkommen. Dabei ist nicht jede gleich gut gelungen – der Unterschied zwischen Mädchen und Jungen ist z.B. fragwürdig erläutert, das Vokabular nicht zeitgemäß bzw. sogar unangebracht (Wurm und Schmetterling!). Trotzdem kann das Buch helfen, besser auf Kinderfragen einzugehen. Und so ist es quasi ein Ratgeber mit Geschichten-Mehrwert, den ich zumindest teilweise als inspirierend empfinde.
    Unsere Baumhausstadt

    Gideon Sterer
    Unsere Baumhausstadt (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    04.09.2025

    Wo Kinder und Tiere glücklich zusammenleben

    „Unsere Baumhausstadt“ (charmanterweise beim Baumhaus Verlag von Bastei Lübbe erschienen) ist ein in einer heilen Fantasiewelt angesiedeltes Wimmelbuch und kommt trotz der Bilderfülle sehr unaufgeregt daher. Kind und Tier spielen und werkeln hier zusammen. Die Geschichte beginnt bereits mit dem Vorsatzpapier: Vier Freunde und ihr kleiner Hund erkunden einen Wald. Auf der Titelseite entdecken sie dann einen großen Korb, der von einem hohen Baum herunterhängt. Und auf der ersten Seite der eigentlichen Geschichte ziehen sie sich im Korb hoch. Das Abenteuer beginnt, und auch Text gibt es ab hier: Wenige Verse pro Doppelseite, die das Leben in der Baumhausstadt zusammenfassen. Viel mehr noch gibt es auf den Bildern zu entdecken: Eine verspielte Stadt in den Wipfeln, zum Teil noch im Bau – Kinder tragen Bretter, ein Orang-Utan hämmert. Waschbären und Kinder studieren Baupläne, es gibt fliegende Lianen, Riesenrutschen, eine Zirkusschule und vieles mehr. Einige Tiere sind auf jeder Seite zu entdecken; auch die vier Kinder vom Beginn kommen immer wieder vor. Die Geschichte ist friedlich und harmonisch, hier wird einander geholfen und alle sind sicher. Selbst ein heftiger Sturm stellt nur eine kurze Unterbrechung dar: „bald ist alles wieder gut“. Die Farben wirken eher gedeckt; naturgemäß ist viel grün und braun dabei. Ein schönes Buch für ruhige Momente; bei uns wird es gerne vor dem Einschlafen angeguckt und dabei immer wieder Neues entdeckt.
    183 Pinguine. Das große Tier-Such-Buch

    Stéphane Frattini
    183 Pinguine. Das große Tier-Such-Buch (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    27.08.2025

    Begeistert mich genauso wie meine Kinder

    Wimmel-, Sach-, Such- und Tierbuch – das sind ja gleich vier Dinge auf einmal! Und die „183 Pinguine“ glänzen in jeder Kategorie. Als Wimmelbuch ist das Ganze sehr niedlich und steigert sich von Seite zu Seite – die Anzahl der Blauwale, die die erste Doppelseite schmücken, ist noch gut überschaubar, dann werden die Tiere immer kleiner und mehr – von Kühen über Flamingos bin hin zu Insekten. Zu allen Tierarten erfährt man faszinierende Fun Facts. Und auf jeder Doppelseite gibt es acht Suchaufträge – da muss das Krokodil mit den drei Nasenlöchern gefunden werden, die Katze mit dem Springseil oder die sternförmige Tiefseekreatur. Die Suchaufträge sind originell formuliert, aber auch für Unter-Sechsjährige erfüllbar, wenn man sie ggfs. etwas vereinfacht ausdrückt. Und ganz nebenbei vermittelt das Buch die Einzigartigkeit jeder Spezies. Das große Format macht es einfach, zusammen reinzuschauen und die comichaften Illustrationen sind wunderbar detailliert, vielfältig und lustig. Jede Doppelseite hat ihren ganz eigenen Charme. Ein ungewöhnliches, liebevoll durchdachtes und originelles Kinderbuch, das auf vielen verschiedenen Ebenen Spaß macht!
    Heimat

    Hannah Lühmann
    Heimat (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    26.08.2025

    Tradwives

    Drohend thront der Titel über See, Böschung und Wald – groß, übermächtig. Rosa. Er wirkt, als gäbe es kein Entkommen. Und antizipiert damit schon einmal das Grundgefühl, das sich bei mir während der Lektüre eingestellt hat: Unbehagen. Gleichzeitig war ich auch ziemlich fasziniert: „Heimat“ ist der erste deutsche Roman über Tradwives – ein Phänomen, mit dem ich bislang keinerlei Berührungspunkte hatte.

    Protagonistin Jana geht es ähnlich. Sie ist schwanger mit ihrem Partner Noah und den zwei Kindern aufs Land gezogen, wo sich noch ein halbwegs bezahlbares Haus mit Garten kaufen ließ. Nun versucht sie, in der neuen Umgebung Fuß zu fassen und merkt schnell, dass hier vieles anders funktioniert als in der Stadt. Ein Lichtblick ist die Bekanntschaft mit der charismatischen Karolin, die scheinbar mehr über den Tellerrand schaut als andere. Gleichzeitig hält sie nichts von Einrichtungen zur Kinderbetreuung und zelebriert ihre Selbstverwirklichung als Hausfrau, Ehefrau und Mutter in zahlreichen Insta-Videos. Eigentlich gruselig. Aber Karolin ist eben auch scharfzüngig, humorvoll und hilfsbereit – während Noah sich immer weniger zu Hause blicken lässt. Jana beginnt, den Halt, den sie vermisst, in ungeahnten Konstellationen zu finden …

    „Heimat“ ist ein kurzer Roman, den ich mir oft ausführlicher gewünscht hätte, um Janas Gefühlswelt noch besser zu ergründen. Doch Autorin Hannah Lühmann gelingt es auch so, das Innenleben ihrer Protagonistin nachvollziehbar zu machen. Sie zeigt erschreckend plausibel, wie eine noch vor kurzer Zeit beruflich erfolgreiche Städterin anfängt, ein längst überholtes Rollenbild attraktiv zu finden. Und wie anfällig und emotional bedürftig Menschen sein können, die sich nirgends so richtig verwurzelt fühlen. Dabei sind immer wieder Risse und Brüche erkennbar. Lühmann deutet an, dass nicht alles Gold sein muss, was auf Insta glänzt; sie macht Janas Zerrissenheit deutlich. Und so bleibt am Ende doch einiges offen, zu dem man eigene Überlegungen anstellen kann – über Jana, Karolin und Noah, aber auch über den Zustand der Gesellschaft an sich. Ein lesenswerter und absolut diskussionswürdiger Roman, der viele, viele Denkanstöße bietet.
    Familienküche! Das Goldene von GU

    Familienküche! Das Goldene von GU (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    17.08.2025

    Lässt keine Wünsche offen

    Die Goldenen (Kochbücher) von GU sind fast die einzigen, in die bei uns zu Hause regelmäßig reingeschaut wird. Erscheint ein neues, bin ich sofort interessiert und der Untertitel dieses Buches („Jeden-Tag-Lieblingsrezepte, die allen schmecken“) klingt extrem vielversprechend. Ehrlich gesagt dachte ich zunächst an spannende Variationen der vielgekochten Evergreens wie Pizza, Pfannkuchen und Spaghetti Bolognese, aber dieses neue Goldene enthält so viel mehr! Meine Kinder werde ich längst nicht für jedes der Gerichte begeistern können. Aber ich habe tatsächlich kein Rezept gesehen, bei dem ich „kann ich nicht“ oder „mag ich nicht“ gedacht habe, und das ist nun wirklich eine Seltenheit.

    Los geht’s mit einer inspirierenden Einleitung zu Planung, Meal Prep und den Top 10 für die Vorratshaltung – letztere so elementar, dass man sie tatsächlich fast immer komplett daheim hat. Das ermutigt zum Weiterblättern. Bei den Rezepten geht es los mit Suppen, gefolgt von Nudelgerichten. Tatsächlich ist hier viel dabei, was auch wenig experimentierfreudige Kinder ansprechen könnte; beispielsweise Pizzasuppe, Fischstäbchen-Nudeln (mit Apfelsaft!) und Ofen-Feta-Pasta „Tiktok-Style“. Sehr gut gefällt mir, dass auch viele asiatische Rezepte aufgenommen wurden. Überhaupt ist "Familienküche!" immer wieder mit internationalen Rezepten gespickt und beinhaltet längst nicht nur die geliebte italienische Küche, sondern beispielsweise auch Anleitungen für Auberginen-Shakshuka, Sommerrollen und Pan Bagnat. Aber auch Klassiker wie Hühnerfrikassee, Gemüselasagne und Grießnockerlsuppe sind reichlich vertreten. Nach süßen Hauptgerichten kommen dann noch die Partyrezepte, auf die ich definitiv zurückgreifen werde. Vor den klassischen sind dort erst einmal vegane Möhren-Hotdogs gelistet. Das Halloween-Buffet wird genauso aufgegriffen wie die Weihnachtsgans und das letzte Kapitel widmet sich dann noch Pausensnacks.

    In diesem Kochbuch wird wirklich an alle und alles gedacht. Die Rezepte enthalten in gewohnter GU-Manier klare und verständliche Anleitungen, die Fotos sind aussagereich und appetitanregend. Eigentlich möchte man sofort loskochen. Einfach wieder ein Goldenes, das keine Wünsche offenlässt und gleichzeitig berücksichtigt, dass es im Familienalltag oft schnell und unkompliziert zugehen muss.
    A Serial Killer's Guide to Marriage

    Asia Mackay
    A Serial Killer's Guide to Marriage (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    07.08.2025

    Mr. & Mrs. Smith mit Kind

    Der erste Eindruck ist nicht immer entscheidend, aber bei diesem Buch war er auf jeden Fall bestens: netter Titel, ungewöhnliches Cover, ein amüsantes Zitat von Hugh Grant … ich war gespannt. Und wurde nicht enttäuscht. Bereits im Prolog stehen sich die Hauptfiguren kampfbereit gegenüber. Hazel und Fox sind ein Ehepaar, bei dem es nicht mehr so läuft – und Vollprofis im Umgang mit Messern. Zunächst hat mich diese Ausgangssituation an „Mr. & Mrs. Smith“ erinnert. Doch trotz kleiner Parallelen sind Hazel und Fox in einer völlig anderen Situation als die beiden von Brangelina verkörperten Agenten: Sie sind Eltern. Mit Tochter Bibi, einem reizenden Kleinkind, langweilen sie sich in einem Londoner Vorort und haben ihr früheres Jetlag-Leben gegen einen Bürojob bzw. Spielplatzbesuche und musikalische Früherziehung eingetauscht. Dass das trotz aller Liebe zum Kind zu Unzufriedenheiten und Spannungen führen kann, erstaunt nicht.

    Autorin Mackay lässt abwechselnd Hazel und Fox zu Wort kommen, die beide auf eine bewegte Vergangenheit zurückblicken und nun mit den Fallstricken des bürgerlichen Lebens kämpfen. Ihre Geschichte liest sich amüsant und enthält einige nette Twists. Als Krimi würde ich das Ganze nicht bezeichnen, auch wenn immer wieder Spannung aufkommt. Der trockene Humor vor allem von Hazel hat mir gefallen und die Kombi mit dem Thema Elternschaft ist durchaus originell. Das Ganze ist nicht immer komplett logisch, was mich allerdings kaum gestört hat – genauso wenig wie die kleinen Längen im ersten Drittel. „A serial killer’s guide to marriage“ sorgt für den ein oder anderen comic relief und macht insgesamt einfach Spaß.
    Der OktoBus auf großer Fahrt

    Sven Gerhardt
    Der OktoBus auf großer Fahrt (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    30.07.2025

    Fantasievoll illustrierter, tierischer Reisespaß

    Die außergewöhnlich verspielten, bunten und liebevollen Illustrationen fallen bei diesem Kinderbuch sofort ins Auge. Hier wird nicht nur die eigentliche Geschichte bebildert, sondern auch ganz viel drum herum: von der winkenden Strandkrabbe über den Hasen im Propellerflugzeug bis hin zum Mofa-fahrenden Walross. Die Hauptfiguren sind jedoch Oktopus Otto, der mit seinem OktoBus „das große Etwas“ ansteuern will, sowie die Passagiere, die er nach und nach an verschiedenen Bushaltestellen einsammelt. Meine Kinder waren vom Faultier besonders angetan, aber auch „Ingo, der Flamingo“ hat sie begeistert.

    Der Weg ist das Ziel bei dieser Reise – zumindest beim Betrachten des Buches, da macht die Busfahrt nämlich den größten Spaß. „Das große Etwas“ entpuppt sich letztlich als Spiegelbild der Reisenden, worauf sie eine Party feiern. Meine Kleinkinder konnten mit dieser Entwicklung nicht ganz so viel anfangen.
    Der gereimte Text lässt sich gut lesen und hat uns allen Spaß gemacht. Ein niedliches Buch, bei dem wir bislang bei jedem Betrachten neue Details entdeckt haben.
    Meine Produktempfehlungen
    • Grimm, S: Alle Tiere einsteigen! Grimm, S: Alle Tiere einsteigen! (Buch)
    Das Geschenk

    Gaea Schoeters
    Das Geschenk (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    26.07.2025

    Spannendes Gedankenexperiment

    2024 hat der botswanische Präsident Mokgweetsi Masisi angeboten, 20.000 Elefanten an Deutschland abzugeben. Als Reaktion auf ein hier diskutiertes Einfuhrverbot von Jagdtrophäen zürnte er: „Es ist sehr einfach, in Berlin zu sitzen und eine Meinung zu haben zu unseren Angelegenheiten in Botswana.“ Schoeter kreiert in ihrem neuen Roman ein Szenario, in dem nicht nur die deutsche Regierung die Chance bekommt, sich eine fundiertere Meinung zu bilden: 20.000 Elefanten machen von jetzt auf gleich die Hauptstadt unsicher – sie sind das titelgebende Geschenk. Der Bundeskanzler, der in diesem Buch Hans Christian Winkler heißt, hätte eigentlich auch schon ohne die Dickhäuter genug Probleme: Seine Partei schneidet in Umfragen schlecht ab, die Rechten werden immer stärker, bis zur nächsten Wahl ist es nicht mehr allzu lange hin …
    Doch nun muss erst einmal das Zusammenleben von Mensch und Tier geregelt werden – auch kein Kinderspiel. Die Einwohner mancher Regionen Botswanas könnten ein Lied davon singen, das Land spielt in der weiteren Geschichte jedoch keine Rolle mehr.

    „Das Geschenk“ liest sich kurz und knackig: Nur 144 Seiten hat diese schmale Satire. Die Autorin gestaltet die Reaktionen auf den durch die Elefanten verursachten, kuriosen Ausnahmezustand und seine Folgen vielschichtig aus und hat sich genauestens in die Situation hineingedacht. An dem abwegigen Szenario führt sie gekonnt bekannte Polit-Mechanismen vor. Schoeter zeigt mal elegant, mal brutal, dass Politik ein schmutziges Geschäft sein kann – von Taktierereien über Lobbyismus bis hin zu Bauernopfern. Manches Mal musste ich schmunzeln (wenn beispielsweise Winklers Amtsvorgängerin ihm verdeutlicht, dass man in diesem speziellen Fall mit der Parole „Wir schaffen das“ nicht weiterkommt), manchmal war ich auch verstört. „Das Geschenk“ ist völlig anders als Schoeters letztes Buch „Trophäe“, aber genauso ungewöhnlich. Ab und an hätte ich mir mehr Details und längere Ausführungen gewünscht, vielleicht auch eine zusätzliche private Perspektive auf die Elefanten-Invasion – Gaea Schoeters bleibt nämlich streng auf das politische Geschehen konzentriert. Insgesamt liest sich die Geschichte jedoch rund, überaus kurzweilig und desillusionierend.
    Born to perform - Sei das Rad, nicht der Hamster

    Caspar Bendix
    Born to perform - Sei das Rad, nicht der Hamster (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    26.07.2025

    Karriere ist Dating im Anzug

    Dieser Romantitel hat mir gleich ein Grinsen ins Gesicht gezaubert – nicht die schlechteste Ausgangssituation für den Lektürestart. Im Folgenden hat mich dieses Debüt ziemlich gut unterhalten. Die Mischung aus Bürowahnsinn und sich zart anbahnender Liebesgeschichte, Managersprech und Kalendersprüchen ist amüsant und kurzweilig geschrieben. Hauptfigur ist Bo Martens, ein BWLer, der gerade seinen ersten Job in einer Firma angetreten hat, deren Geschäftsbereich mir nach wie vor völlig unklar, aber auch unwesentlich für das Buch ist. Denn Bo trifft bei der STEIN Holding Topmanager Dr. Thomas Meermann, einen Phrasendrescher, der beeindruckend viel reden kann, ohne wirklich etwas zu sagen. Bald findet sich Bo im Rennen um Meermanns vakante Referentenstelle wieder. Zeitgleich bahnt sich sein erstes Date mit Zahnärztin Laura an. Und dann sind da noch Meermanns Assistentin Melli, die Bo offensichtlich nicht leiden kann, und Bos bester Freund Jan, der versucht, Barney Stinson von „How I met your mother“ nachzueifern und gleichzeitig einen Narren an Worthülsen-Liebhaber Meermann gefressen hat. Bis sich dieses Personenquartett halbwegs sortiert hat, vergehen gute 350 Seiten, die sich locker-flockig weglesen. Kleine Überraschungen hält Autor Bendix für seine Leserinnen und Leser dabei immer wieder bereit. Längen gibt’s eigentlich nur in den Kapiteln, in denen Bo und Jan über das Leben sinnieren – diese Bromance bzw. vor allem die Figur Jan fand ich eher nervig als unterhaltsam.
    Alles in allem ist „Born to perform“ ein gelungener Erstling, der Spaß macht und von dem man durchaus die ein oder andere augenzwinkernde Lebensweisheit mitnehmen kann. Schließlich ist Karriere Dating im Anzug – schon einmal darüber nachgedacht?
    Eine falsche Lüge - Wird es ihre letzte sein?

    Sophie Stava
    Eine falsche Lüge - Wird es ihre letzte sein? (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    23.07.2025

    Es hätte so gut werden können

    Die Ausgangssituation dieses größtenteils in New York spielenden Thrillers fand ich vielversprechend: Im Zentrum steht die notorische Lügnerin Sloane Caraway, die durch eine zufällige Begegnung und ein paar gutplatzierte Manipulationen einen Job als Kindermädchen bei einer reichen Familie ergattert. Eine eher labil wirkende Hauptfigur mit einigen beunruhigenden Verhaltensweisen; undurchsichtig, aber nicht komplett unsympathisch – da wollte ich doch wissen, was dahintersteckt. Sloane hütet einige Geheimnisse, die man als Leser*in erst nach und nach erfährt. Eine unterschwellige Spannung, ein „Das kann doch nicht gutgehen“ baut sich immer weiter auf, ohne dass die Geschichte handlungstechnisch an Fahrt aufzunehmen scheint. Pageturner-Charakter hat sie allerdings; das Agieren von Antiheldin Sloane hat mich nicht losgelassen. Dann kam ein Twist, der mich begeistert hat. Und dann? Ging alles den Bach runter.

    Bei vielen Thrillern schadet es nichts, in Sachen Logik ein Auge zuzudrücken. Was Autorin Sophie Stava ihren Leserinnen und Lesern aber hier zumutet: huiuiui. Da werden Pläne geschmiedet, die dermaßen hanebüchen sind, dass ich froh bin, hier nicht ins Detail gehen zu dürfen – ich wüsste gar nicht, wo anfangen. Das Ende selbst habe ich nicht kommen sehen, was aber vor allem daran liegt, dass die Entwicklungen dorthin so haarsträubend sind. Ich fand „Eine falsche Lüge“ zwar spannend und habe das Buch recht schnell durchgelesen, doch es bleibt ein reichlich schaler Nachgeschmack. Der langsame Aufbau, die Entwicklung – das hatte mir alles gefallen. Im letzten Drittel hat es die Autorin dann leider vermasselt.
    1 bis 25 von 178 Rezensionen
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