Seltenes Juwel: Britta Virves
Bereits das Erstlingswerk Juniper fand ich sehr gelungen, eigenständig, melodiös, locker, inspiriert und auch noch gut aufgenommen. dann hörte man lange nichts von der Pianistin. Jetzt kommt nach langem Warten ein neues Werk, das eine würdevolle, entschlackte und sehr geradlinige Fortsetzung des Erstlings darstellt. Das ist umso bemerkenswerter, als dieses bereits vor Kreativität und Ruhe strahlte. Ausgesprochen selten, dass man zwei aufeinanderfolgende Alben so stark und eigenständig entwickelt. Die Protagonisten bleiben dieselbe, ein paar Sideman kommen hinzu, eine Erweiterung der Instrumentierung um Gesang und Violine ebenfalls. Britta Virves spielt eigene sehr klare Ideen mit schönen kompositorischen Feinheiten und das Trio stützt diese Ideen auf ganz selbstverständliche Weise.
Da ziehe ich meinen Hut und drehe das marbled vinyl nochmal auf. Das ist tatsächlich eine gute Pressung und ein runder Klang. Na klar, ganz audiophil sähe das noch anders aus, aber darum geht es hier vielleicht auch nicht. Gefütterte Innenhülle, Booklett mit Hintergrundinfos und (!) eigener Playlist. Richtig gut und komplett zu empfehlen.