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    Musaion Top 100 Rezensent

    Aktiv seit: 13. Juli 2020
    "Hilfreich"-Bewertungen: 7942

    Bitte beachten Sie

    Wir können nicht sicherstellen, dass die Angaben von Verbrauchern stammen, die das Produkt tatsächlich genutzt oder erworben haben.

    180 Rezensionen

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    Licia Albanese singt Arien & Lieder

    Licia Albanese singt Arien & Lieder (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    07.10.2023
    Booklet:
    4 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    4 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Eine Gesangsgöttin!

    Nicht so bekannt wie eine Tebaldi oder Callas, aber dennoch eine der besten italienischen Sopranistinnen. Wunderbar vielseitig und stilsicher von Donizetti bis Puccini und gesegnet mit einer engelsgleichen Stimme. Sie ist aber idiomatischer und dramatischer als die de Los Angeles, schönstimmiger und jugendlich-natürlicher als die Callas und flexibler als die Tebaldi. Wer sie nicht kennt, sollte sie für sich entdecken. Es lohnt auch die Suche nach der Vol. 1 von Preiser: Schöner und besser ist die Butterfly nie gesungen worden.
    Das Schönste aus der Welt der Oper: Rita Streich / Heinz Hoppe

    Das Schönste aus der Welt der Oper: Rita Streich / Heinz Hoppe (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    30.09.2023
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    4 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Für Einsteiger und Kenner!

    Diese Zusammenstellung von Arien und Szenen aus deutsch gesungenen Opern ist wieder (wie die anderen) ein Glücksfall.
    Einsteiger in die Welt der Oper bekommen zum Schnäppchenpreis erstklassige Aufnahmen, die man verstehen kann und entsprechend keine Übersetzung zum Verständnis braucht.
    Kenner werden sich an den herausragenden Gesangsleistungen erfreuen können und auch die eine oder andere Opernrarität entdecken können. Exemplarisch sollen herausgegriffen werden: Josef Metternich singt die Torero-Arie mit seiner einzigartigen Stimme, die keine stimmlichen Grenzen kennt und zudem eine äußerst virile Ausstrahlung evoziert. Brillant - nicht besser gehört. Genial und exquisit gesungen Josef Traxel als Postillon von Lonjumeau - elegisch und von unbeschreiblicher Stimmschönheit. Da wird nicht die Stimme wie meist in den Vorgergrund gespielt, sondern eine Figur interpretiert. Wilma Lipp in Fra Diavolo ist phänomenal - welches Timing und stimmschöne Attacke!
    Unbedingt empfehlenswert!
    Bruckner 2024 "The Complete Versions Edition" - Symphonie Nr.2 c-moll WAB 102 (1877/1892)

    Bruckner 2024 "The Complete Versions Edition" - Symphonie Nr.2 c-moll WAB 102 (1877/1892) (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    24.09.2023
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Referenz

    Wie schon die Vorgängeraufnahmen:
    1. Sorgfältigste Auseinandersetzung mit der Werkentstehungsgeschichte, die im sehr informativen Booklet dokumentiert ist.
    2. Fesselnde Interpretation: direkt, gestisch und differenziert. Weder zu gigantisch-aufgeblasen, noch zu hektisch. Ideales Ausloten des Notentextes.
    Besser geht es nicht - höchstens anders.
    Unbedingte Empfehlung - wohl der Maßstab für die Zukunft, ohne ältere, bedeutende Einspielung zu entwerten.
    Siegfried

    Siegfried (CD)

    2 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    23.09.2023
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    2 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    3 von 5
    Repertoirewert:
    1 von 5

    Was hat Rattle da nur geritten???

    Haben dem Rezensenten die beiden früheren Aufnahmen des Zyklus` gut gefallen, so ist die Enttäuschung nun um so größer!
    Fangen wir mit dem Titelhelden an: Nun mag es viele Gründe im (heutigen) Musikbetrieb geben, warum Sänger singen oder nicht, aber jeder der Ohren hat zu hören, weiß, dass es eine Faustregel gibt, wenn es heutzutage darum geht, eine Wagner-Heldentenorpartie zu besetzten, und die lautet: Unter keinen, gar keinen Umständen Simon O`Neill! Hatte er schon 2017 unter Zweden die Aufnahme "verhunzt" und diese "Leistung" 2018 unter Elder sogar noch unterboten, so darf er sie hier erneut darbieten. Damit hat er endgültig das Triple des "schlechtesten Jung-Siegfried" auf Platte sich redlich "verdient" - "ersungen" wäre zu viel der Ehre. Mühsam und angestrengt kämpft, drückt und presst er sich durch die Partie und singt dabei so unidiomatisch, dass man entweder den Text auswendig kennen oder ansonsten mitlesen muss. Da war Domingo ja noch in seinen Wagner-Rollen fast besser. Nein, nicht wirklich.
    O`Neill "harmoniert" damit aber recht gut mit Hoare als Mime - das Duo des Grauens in einem unsäglichen, ersten Aufzug.
    Hatte Volle im Rheingold eine sehr schöne Rollendarbietung gesungen, so klingt er hier nicht nur um 7 Jahre gealtert, sondern uralt. Ein müder, abgekämpfter und resignierter Wanderer. Immerhin wird die stimmliche Diskrepanz zu O`Neill und Hoare so nicht zu groß. Schade.
    Einziger Lichtblick in dieser Tragödie ist Anja Kampe. Zwar auch nicht mehr stimmlich jugendlich-frisch, sondern etwas verhärtet und sehnig, aber gerade in dem sehr schwachen Umfeld wortverständlich, klug singend und darstellerisch überzeugend, ist sie hörenswert - aber sie reißt die Aufnahme auch nicht mehr heraus.
    Rattles Dirigat ist wie bisher symphonisch und wenig dramaturgisch. Er seziert die Partitur und verliert den dramatischen Charakter aus den Augen. Klingt gut, fesselt aber nicht.
    Fazit: Dass Rattle kein genuiner Operndirigent ist, stellt er hier eindrücklich vor Ohren. Scheinbar hatte er bisher in Rheingold und Walküre zufällig Glück mit seiner Besetzung: Volle war noch gut bei Stimme im Rheingold, Rutherford sehr ansprechend in der Walküre. Warum Rutherford nicht hier? Er hätte es verdient gehabt, so gut, wie er die Wanderer-Partie bei Kober gesungen hat.
    Corby Welch (auch unter Kober) deklassiert O`Neill. Hätte es eine maßstabsetzende Aufnahme werden sollen, hätte Rattle Schager aufbieten müssen. Linda Watson klingt frischer als Kampe, die darstellerisch etwas besser ist.
    Damit ist die Konkurrenz zwischen Kober und Rattle um den besten Zyklus seit Karajan oder zumindest seit Levine vorzeitig entschieden und endet unrühmlich für Rattle. Der Preis geht nach Duisburg - wer hätte das gedacht?!
    P. S.: Und wieder reibt man sich verdutzt die Augen und Ohren ob der Elogen (oben) von wegen "einer Riege erster und bester Wagnersänger" und man wartet bis zum Schluss vergebens, dass "das hochkarätig besetzte[n] Solisten-Ensemble auf[trumpft]". Nein, da trumpft nichts, gar nichts.
    Meine Produktempfehlungen
    • Siegfried Siegfried (CD)
    Hildegarde Ranczak singt Arien

    Hildegarde Ranczak singt Arien (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    17.09.2023
    Booklet:
    4 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    4 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Eine der vergessenen großen Stimmen der Vergangenheit

    Zu hören ist eine schöne lyrische Stimme, die zu feinstem, schwebendem Piano ebenso fähig ist, wie zu dramatischen Akzenten. Die eine Micaela und Mimi auf der einen Seite ebenso glaubhaft stimmlich verkörpern kann, wie eine Aida oder die Tosca auf der anderen. Nicht umsonst gehörte H. Ranczak zu den Lieblingen des damals stimmverwöhnten Münchner Publikums. Immer wieder ein Hörvergnügen.
    Übringens ist auch ihre Gesamtaufnahme der Tosca mit Rosvaenge als Cavaradossi ebenso exzellent wie ihre Amelia mit dem gleichen Tenorpartner.
    Meine Produktempfehlungen
    • Tosca Tosca (CD)
    • Un Ballo in Maschera Un Ballo in Maschera (CD)
    Falstaff

    Falstaff (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    03.09.2023
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    4 von 5
    Klang:
    3 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Wahren Künstlern bei der Arbeit zuhören ...

    Auch wenn der Rezensent die Aufnahmen von einer anderen Ausgabe her kennt und beschreibt, dürfte kein nennenswerter akustischer Unterschied bestehen - und für den Preis kann man nicht nur nichts falsch machen, sondern letztlich nur gewinnen.
    Interessant ist die hier vorliegende Kombination: Zweimal Mariano Stabile als Sir john Falstaff: einmal unter Victor de Sabata 1952 im Alter von 64 Jahren (!) und einmal unter Tullio Serafin mit 53 Jahren. Klar besser ist die spätere Aufnahme: De Sabata ist genial - sein Dirigat bringt eine prickelnde Leichtigkeit zum Vorschein, die an einen Prosecco erinnert und ideal für das Komödiantische dieses Werkes ist. Und Stabile zaubert einen Falstaff vor das geistige Ohr und Auge des Zuhörers, dass man nur ungläubig staunen kann - feinste Nuancen der Diktion, eine Gesangs- und Spielfreude und jahrzehntelange Bühnenerfahrung ergänzen sich perfekt. Man kann jedes Räkeln des alternden Ritters, seine Bonhommie, seinen Adelsstolz und seine Enttäuschung miterleben - so prägnat ist alles gesungen. Feinste Abtönungen der Stimmfärbung, Legatokultur und der dezent-geschickte Einsatz des Portamento bewerkstelligen diese stellare Leistung, die nie wieder erreicht wurde. Eine Stern- und Lehrstunde zum Thema "Operngesang". Gegenüber der elf Jahre älteren Aufnahme wirkt sein Falstaff hier figurengerecht fülliger und im positiven Sinne älter - bei Serafin wirkt er kerniger, agiler und jünger. Die übrigen Rollen sind ähnlich gut besetzt und für Sammler ist der Ford Gobbis interessant - ich finde Silveri aber besser, da markanter und adäquater als Gegenspieler Sir Johns. Insgesamt wunderbar eingespielte Ensemblekultur. Bravissimo!
    Mussorgsky: Boris Godunow (deutsch)

    Hotter / Hopf/Moegl / Jochum
    Mussorgsky: Boris Godunow (deutsch) (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    02.09.2023
    Klang:
    4 von 5
    Musik:
    5 von 5

    Fesselndes Musikdrama

    Wieder ein Dokument einer lange vergangenen Opernsternstunde und ein beredtes Plädoyer für Aufführungen in der Muttersprache der Sänger!
    Glanzpunkt ist Hans Hotters phänomenale Darstellung des Boris Godunow auf dem Zenit seiner stimmlichen Möglichkeiten und darstellerischen Fähigkeiten im Alter von 48 Jahren. Packender und intensiver ist die Partie nicht singbar: Ludwig Weber hat 1938 ein ähnlich gelungenes Porträt gestaltet, aber er klingt etwas zu jung und vital (er zählte damals 39 Lenze) und setzt z. T. in der Nachfolge Chaljapins in der Sterbeszene auf außergesangliche Mittel. Christoff und Chaljapin haben auf gleich hohem darstellerischen Niveau gesungen, sind z. T. stimmgewaltiger und dunkler (aber mit histrionischen Effekten, die auch ihren Reiz haben), aber man muss Hotters Gestaltung der Phrase: "Oh Gott vergib mir meine Schuld! Oh graus`ger Tod - wie quälst du doch entsetzlich!" gehört haben - ergreifender und erschütternder kann man das nicht singen - ich betone: singen!
    Die übrige Besetzung ist auf höchstem Niveau: Kim Borg ist ein eindrucksvoller Pimen, Kurt Böhmes Warlaam ist grandios und Hans Hopf singt den Dimitri umwerfend. Martha Mödls Marina hat viel von einer Lady Macbeth.
    Eugen Jochums Dirigat ist stimmig und verbreitet "russisches Flair" und packende Dramatik.
    Insgesamt eine erstklassige Aufnahme - schade nur, dass es keine Gesamtaufnahme ist.
    Und erneut zeigt sich, wie für die Sänger eine packende Darstellung ihrer Partien vor allem dann gelingt, wenn sie in ihrer Muttersprache sich perfekt artikulieren können. Dem heutigen internationalen "Sängerzirkus" gelingt so etwas schon seit Jahrzehnten nicht mehr.
    Meine Produktempfehlungen
    • Boris Godunow (Ausz.) Boris Godunow (Ausz.) (CD)
    Sonaten für Violine & Klavier Nr.1-3

    Sonaten für Violine & Klavier Nr.1-3 (SACD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    29.08.2023
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Mustergültig

    Endlich trauen sich Musiker, sich die notwendigen interpretatorischen Freiheiten zurückzuholen, die die musikalischen Fundamentalisten am Anfang des 20. Jahrhunderts ihnen abgesprochen haben. Rubato, Portamento und Vibrato gehören untrennbar zum historischen Aufführungsstil bis gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Das "Kleben" am Notentext gleicht dem "Malen nach Zahlen"-Prinzip und kann zwar auch schöne Interpretationen ermöglichen, aber im Zweifel bin ich für die mitschöpferische Gestaltungsfreiheit der Interpreten. Und wer der oben zitierten Äußerung Brahms` nicht glaubt, der höre sich an, welch unglaubliche Freiheiten er sich selbst beim Spiel seines Ungar. Tanzes Nr. 1 (1889) genommen hat! Den Notentextpuristen wird es die Nackenhaare aufstellen - allen anderen viel Vergnügen!
    Piero Visconti - Il Mito Dell'Opera

    Piero Visconti - Il Mito Dell'Opera (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    26.08.2023
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    4 von 5
    Klang:
    2 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    4 von 5

    Vergessener Großer - einer der letzten seiner Art

    Es ist wie immer verdienstvoll von Bongiovanni, Tondokumente dem Kreis der Interessierten zur Verfügung zu stellen, die es wert sind gehört und dem Meer des Vergessens entrissen zu werden.
    Hier nun Live-Aufnahmen von Piero Visconti, der zeigt, dass er in den 70er und 80er Jahren eine der besten und vielseitigsten Stimmen seiner Zeit gehabt zu hatten und der die notwenige Technik und das künstlerische Gestaltungsvermögen für das ganze italienische Programm von Donizetti bis Puccini besaß - trotzdem im Schatten der "großen Drei" stand, obwohl er " besser" als sie war. Er übertrifft Pavarotti an Ausdrucksvermögen und Ungezwungenheit, Domingo an klarer, offener, klassisch italienischer Tonproduktion und er ist ein tenoraler Tenor. Dass seine italienische Diktion und Phrasierung auch besser ist, versteht sich von selbst. Und Carreras ist in jeder Hinsicht schwächer.
    Die Tonqualität ist wechselhaft (teils gut - teils beklagenswert) - aber trotzdem einer der letzten exzellenten italienschen Tenöre.
    Warum ist Visconti dann die "Weltkarriere" versagt geblieben? Vielleicht trifft auch hier das Diktum von Fischer-Dieskau zu: "Ein Star ist jemand, der eine manipulierte Karriere hat." Oder er hat vielleicht "[...] den PR-Leuten nicht genug bezahlt. So läuft das doch heutzutage, oder etwa nicht? Nehmen Sie nur die großen Karrieren von heute. Das sind alles PR-Karrieren." R. Bonynge in Opera News 2006.
    Parsifal

    Parsifal (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    11.06.2023
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    4 von 5

    Sehr guter dritter Platz

    Von den drei berühmten Referenzeinspielungen Knappertsbuschs ist nun endlich die 1955er Aufnahme auf CD veröffentlicht worden und obwohl sie für sich gesehen sehr gut ist, kann sie doch nicht mit den Aufnahmen von 1951 und 1952 mithalten.
    Zunächst ist Vinay gegenüber Windgassen nicht ganz ideal: gerade in den ersten beiden Aufzügen ist er zu dunkel timbriert, um als tumber Tor glaubhaft zu wirken. Er klingt auch sonst verspannt und kann von der Phrasierung und Idiomatik her nicht die Wirkung wie sein Kollege erzielen.
    Ludwig Weber erreicht nicht (mehr) die herausragenden Leistungen der Vorjahre. Es fehlt etwas an der Fülle und Wärme und die zwingende Phrasierung von früher kommt auch nicht ganz zustande. Vielleicht nicht sein bester Tag, aber nur im Vergleich zu den perfekten Darbietungen zuvor. An und für sich ein sehr guter Gurnemanz.
    Martha Mödl ist packend-dramatisch, klang aber früher etwas frischer.
    Fischer-Dieskau bemüht sich sehr, klingt aber stimmlich zu jung und gesund und man hört leider seinen Gestaltungswillen. Da klingt London dank tieferer Stimmlage und dunklerem Timbre viel düsterer und er kann der Stimme die Schwingungen mitgeben, die das innere Leiden dem Zuhörer miterlebbar machen. Ihm nimmt man das unermessliche Leiden ab.
    Kurt Böhme gefällt mir 1952 als Titurel am besten - beste Bassqualitäten. Uhde klingt zu baritonal und ist 1952 als dämonischer Klingsor deutlich besser aufgehoben.
    Auch Knappertsbusch gefällt mir 1952 besser - das Zusammenspiel mit den Sänger funktioniert ideal. 1955 braucht er 4h 9', 1952 4 h 23' und doch ist die Aufführung 1952 in sich stimmiger und drammatischer, da unter anderem die großen Gurnemanz-Monologe als gesangliche "Miniaturdramen" gelingen.
    Für Sammler unbedingt hörenswert, Einsteiger sollten die beiden anderen Aufnahmen vorziehen, sie klingen auch etwas besser.
    Meine Produktempfehlungen
    • Parsifal Parsifal (CD)
    • Parsifal Parsifal (CD)
    Symphonie Nr.4 (Die 3 Versionen)

    Symphonie Nr.4 (Die 3 Versionen) (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    08.06.2023
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Ultimative Einspielung

    Diese 4-CD-Einspielung ist in mehrfacher Hinsicht äußerst bemerkenswert:
    Zunächst bekommt man nun praktisch aus "einer Hand" alle drei Fassungen (plus weitere gestrichene Varianten) der Symphonie von einem Orchester unter dem selben Dirigenten und das noch in einem Monat eingespielt - eine bessere Vergleichsmöglichkeit gibt es nicht. Und tatsächlich ist es höchst erhellend für alle Bruckner-Liebhaber hier zuzuhören.
    Die Bamberger Symphoniker spielen exzellent mit warmem, vollem Ton, die Aufnahmequalität ist sehr gut: klar, präsent - aber ohne Sterilität.
    Hrusas Dirigat arbeitet das Wuchtig-Kathedralenhafte schön heraus, manchmal vielleicht etwas zu getragen, aber eindrucksvoll. Von "kalt", "gefühllos" und "uninspiriert", wie ein Vorrezensent meinte, kann ich nichts, aber auch gar nichts bemerken.
    Insgesamt ein Meilenstein in der Discographie dieser Symphonie. Unbedingt hörenswert!
    Violinkonzert op.26

    Violinkonzert op.26 (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    31.05.2023
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Sensationell!

    Man begegnet ja immer wieder gern "Neuentdeckungen" jenseits der altbekannten Werke, die mehr oder weniger zu recht oder unrecht in Vergessenheit geraten sind. Meist sind es auch gute oder zumindest unterhaltsame Werke, um die es durchaus schade ist, dass sie nicht (mehr) gespielt werden, aber geniale Meisterwerke sind doch nicht darunter - so dachte ich bisher und bin nun doch noch eines Besseren belehrt worden. Dass Wolf-Ferrari ein wunderbarer Opernkomponist ist, wusste ich und genieße diese Werke gern - das Violinkonzert war mir kein Begriff - welch ein Versäumnis!
    Wunderbare Melodik in typisch Wolf-Ferrari-Manier, stimmungsvoll und überzeugend dargeboten - ein Wunderwerk, dass sich neben allen großen Violinkonzerten behaupten kann.
    Dass es nicht die Bekanntheit gefunden hat, die es verdient, liegt wohl an den unglücklichen Entstehungs- und Uraufführungsbedingungen am Ende des 2. Weltkrieges, nicht an der Musik. Unbedingt hörenswert!!!
    Michael Spyres - Contra-Tenor

    Michael Spyres - Contra-Tenor (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    28.05.2023
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Weitere Bereicherung!

    Wie schon in seinen vorherigen Alben kann Spyres durch sehr gute Technik, große Agilität und hörbare Sangesfreude überzeugen. Sein Stimmsitz liegt zwar recht weit hinten, aber es behindert die Stimmführung nicht und klingt nicht verspannt und insofern würde ich nicht von "Knödeln" sprechen. Allerdings ist das Ansetzen der hohen Töne nicht mehr ganz so flüssig und mühelos wie früher, aber immer noch sehr gut. Michael Spyres hat sich auch mit dieser Aufnahme große Verdienste erworben, daran zu erinnern, dass im 18. Jahrhundert keineswegs nur die Kastraten die "Divos" waren, sondern auch die Vorläufer der späteren Tenöre. Und heute ein Labsal im Vergleich zu den meisten modernen Countertenören!
    Boris Godunow (Querschnitt in deutscher Sprache)

    Boris Godunow (Querschnitt in deutscher Sprache) (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    21.05.2023
    Booklet:
    4 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    4 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5

    Fesselndes Drama

    Wieder ein Dokument einer lange vergangenen Opernsternstunde und ein beredtes Plädoyer für Aufführungen in der Muttersprache der Sänger!
    Glanzpunkt ist Hans Hotters phänomenale Darstellung des Boris Godunow auf dem Zenit seiner stimmlichen Möglichkeiten und darstellerischen Fähigkeiten im Alter von 48 Jahren. Packender und intensiver ist die Partie nicht singbar: Ludwig Weber hat 1938 ein ähnlich gelungenes Porträt gestaltet, aber er klingt etwas zu jung und vital (er zählte damals 39 Lenze) und setzt z. T. in der Nachfolge Chaljapins in der Sterbeszene auf außergesangliche Mittel. Christoff und Chaljapin haben auf gleich hohem darstellerischen Niveau gesungen, sind z. T. stimmgewaltiger und dunkler (aber mit histrionischen Effekten, die auch ihren Reiz haben), aber man muss Hotters Gestaltung der Phrase: "Oh Gott vergib mir meine Schuld! Oh graus`ger Tod - wie quälst du doch entsetzlich!" gehört haben - ergreifender und erschütternder kann man das nicht singen - ich betone: singen!
    Die übrige Besetzung ist auf höchstem Niveau: Kim Borg ist ein eindrucksvoller Pimen, Kurt Böhmes Warlaam ist grandios und Hans Hopf singt den Dimitri umwerfend. Martha Mödls Marina hat viel von einer Lady Macbeth.
    Eugen Jochums Dirigat ist stimmig und verbreitet "russisches Flair" und packende Dramatik.
    Insgesamt eine erstklassige Aufnahme - schade nur, dass es keine Gesamtaufnahme ist.
    Und erneut zeigt sich, wie für die Sänger eine packende Darstellung ihrer Partien vor allem dann gelingt, wenn sie in ihrer Muttersprache sich perfekt artikulieren können. Dem heutigen internationalen "Sängerzirkus" gelingt so etwas schon seit Jahrzehnten nicht mehr.
    Meine Produktempfehlungen
    • Boris Godunow (Ausz.) Boris Godunow (Ausz.) (CD)
    Turandot

    Turandot (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    13.04.2023
    Booklet:
    4 von 5
    Gesamteindruck:
    4 von 5
    Klang:
    5 von 5

    Im Spätherbst eines Startenors

    Im Spätestherbst eines Startenors
    Diese Aufnahme hinterlässt viele positive Eindrücke, aber auch einige wenige problematische. Zunächst die positiven: Sondra Radvanovsky singt wirklich eine sehr eindrucksvolle Turandot, denn ihr gelingen sowohl die lyrischen als auch die dramatischen Passagen. Und gerade weil sie nicht über eine fanfarenhafte Stimme wie die Nilsson verfügt, klingt sie glaubwürdig als verletzliche Prinzessin "aus Eis", die letztlich doch "dahinschmelzen" kann. Endlich ohne schrillen Heulbojenton einer Marton oder Guleghina oder wer in den letzten Jahren sich noch an der Partie versucht hat. Emonela Jahos Liu ist tadellos gesungen und einfühlsam gestaltet. Die Männerriege von Altoum (Luxusbesetzung mit Spyres), Timur, Ping, Pang und Pong - alles stimmig besetzt und gut bis sehr gut gesungen. Letzter und sehr großer Pluspunkt: Pappano dirigiert wieder einmal äußerst lebendig - es gibt zur Zeit keinen Dirigenten, der im Verdi- und Puccini-Fach derart leidenschaftlich und differenziert eine Oper zum Leben erwecken kann. Immer ein Erlebnis und allein deswegen hörenswert! Und nun zum einzigen Kritikpunkt: Jonas Kaufmann. Sein Otello drei Jahre früher war noch fast ideal (bis auf ein verunglücktes Diminuendo in der Höhe), obgleich sich auch da schon Probleme abzeichneten. Ähnlich wie der Vielsänger Domingo war auch er durch zahllose Partien gewandert, vertrauend auf eine attraktive Mittellage und gute Höhe, die im Forte oder Fortissimo sehr eindrucksvoll klang. Und so wie Domingo durch Überanstrengung den Brustton forcierte und der Stimmsitz nach hinten rutschte, so ist es jetzt bei Kaufmann. Die Stimme ist stark abgedunkelt und kehlig geworden und kann nur unter Druck in der Höhe um das a noch strahlend klingen. Er klingt nicht nach einem jugendlich-strahlenden Prinzen, sondern wie der Bruder seines Vaters, nachdem er die Wüste Gobi durchwandert hat: alt und angestrengt-abgekämpft. So darf man mit 53 Jahren nicht klingen, wenn man die richtige Technik hat und seine Karriere klug plant. Dass es gerade an der Technik hapert, demonstriert ungewollt ein Booklet-Bild: Kaufmann hält sich die Hand ans rechte Ohr - er kann sich nicht selbst richtig hören. Worst-Case-Szenario! Schade. Die großen Tenöre erreichten in diesem Alter den Höhepunkt ihrer Gestaltungskunst und Domingo klang so mit Mitte 60.
    Trotz des Tenormankos eine schöne und durchaus hörenswerte Aufnahme. Der originale Alfano-Schluss klingt stimmig und es ist nicht recht nachzuvollziehen, warum Toscanini ihn kürzen ließ, denn so hat die entscheidende Szene des Verliebens einen angemessenen Raum. Es wäre wünschenswert, wenn diese Fassung auf den Bühnen sich durchsetzen könnte.
    Meine Produktempfehlungen
    • Turandot Turandot (CD)
    Turandot

    Turandot (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    07.04.2023
    Booklet:
    3 von 5
    Gesamteindruck:
    4 von 5
    Klang:
    4 von 5

    Im Spätestherbst eines Startenors

    Diese Aufnahme hinterlässt viele positive Eindrücke, aber auch einige wenige problematische.
    Zunächst die positiven:
    Sondra Radvanovsky singt wirklich eine sehr eindrucksvolle Turandot, denn ihr gelingen sowohl die lyrischen als auch die dramatischen Passagen. Und gerade weil sie nicht über eine fanfarenhafte Stimme wie die Nilsson verfügt, klingt sie glaubwürdig als verletzliche Prinzessin "aus Eis", die letztlich doch "dahinschmelzen" kann. Endlich ohne schrillen Heulbojenton einer Marton oder Guleghina oder wer in den letzten Jahren sich noch an der Partie versucht hat.
    Emonela Jahos Liu ist tadellos gesungen und einfühlsam gestaltet.
    Die Männerriege von Altoum (Luxusbesetzung mit Spyres), Timur, Ping, Pang und Pong - alles stimmig besetzt und gut bis sehr gut gesungen.
    Letzter und sehr großer Pluspunkt: Pappano dirigiert wieder einmal äußerst lebendig - es gibt zur Zeit keinen Dirigenten, der im Verdi- und Puccini-Fach derart leidenschaftlich und differenziert eine Oper zum Leben erwecken kann. Immer ein Erlebnis und allein deswegen hörenswert!
    Und nun zum einzigen Kritikpunkt: Jonas Kaufmann.
    Sein Otello drei Jahre früher war noch fast ideal (bis auf ein verunglücktes Diminuendo in der Höhe), obgleich sich auch da schon Probleme abzeichneten. Ähnlich wie der Vielsänger Domingo war auch er durch zahllose Partien gewandert, vertrauend auf eine attraktive Mittellage und gute Höhe, die im Forte oder Fortissimo sehr eindrucksvoll klang. Und so wie Domingo durch Überanstrengung den Brustton forcierte und der Stimmsitz nach hinten rutschte, so ist es jetzt bei Kaufmann. Die Stimme ist stark abgedunkelt und kehlig geworden und kann nur unter Druck in der Höhe um das a noch strahlend klingen. Er klingt nicht nach einem jugendlich-strahlenden Prinzen, sondern wie der Bruder seines Vaters, nachdem er die Wüste Gobi durchwandert hat: alt und angestrengt-abgekämpft. So darf man mit 53 Jahren nicht klingen, wenn man die richtige Technik hat und seine Karriere klug plant. Dass es gerade an der Technik hapert, demonstriert ungewollt ein Booklet-Bild: Kaufmann hält sich die Hand ans rechte Ohr - er kann sich nicht selbst richtig hören. Worst-Case-Szenario! Schade.
    Die großen Tenöre erreichten in diesem Alter den Höhepunkt ihrer Gestaltungskunst und Domingo klang so mit Mitte 60.
    Meine Produktempfehlungen
    • Turandot Turandot (CD)
    Tannhäuser

    Tannhäuser (DVD)

    2 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    03.04.2023
    Bild:
    5 von 5
    Booklet:
    4 von 5
    Extras:
    2 von 5
    Gesamteindruck:
    2 von 5
    Klang:
    4 von 5

    Notlösung

    Dieser Mitschnitt aus Barcelona dokumentiert den allgemein traurigen Zustand im Wagner-Repertoire und ich habe ihn nur wegen Peter Seiffert erworben.
    Dieser zeigt hier wie erwartet eine gute Leistung - nicht umsonst war er zwischen ca. 1990 - 2010 der führende Wagner-Tenor (nur Botha hat ihn an Stimmschönheit übertroffen). Er hat genügend Strahlkraft für die dramatischen Momente und Ausdauer für die mörderische Partie. Allerdings lässt er sich vom schwachen Ensemble dazu verleiten, ebenfalls nicht zu viel Wert auf eine differenzierte Vortragsweise zu legen.
    Groissböck ist ein ordentlicher Landgraf, aber pauschalisierend singend und ihm fehlt Wärme, Fülle und Tiefe für eine väterliche Ausstrahlung - er wirkt stimmlich und darstellerisch her eher wie ein Bruder Elisabeths.
    Petra Maria Schnitzer singt auch eine brauchbare Elisabeth, aber die notwendige Verletzlichkeit, Unschuld und stimmliche Innigkeit sind ihr auch nicht gegeben. Dass sie die "heilige" Elisabeth werden wird, zeichnet sich nirgends ab, schon gar nicht im letzten Aufzug ...
    Der Rest ist einfach traurig: Uria-Monzon singt völlig textunverständlich und bietet ein Surrogat der Partie an - indiskutabel. Eiche als Wolfram "buchstabiert" seine Partie meist hilflos und ohne Imagination herunter und die übrigen Sänger sind mit ihren Partien überfordert. Ob es das Publikum bemerkt hat, ist zweifelhaft.
    Herr Weigle dirgiert solide-uninspiriert - so kann man die Sänger sicher nicht zu Höchstleistungen motivieren.
    Die Inszenierung ist der übliche moderne Regietheaterunsinn. Warum der Sänger zum Maler werden muss, bleibt unklar, außer dass man dadurch optisch die Sinnlichkeit der Venus zeigen zu können meint. Dass dann die Jagdgesellschaft aber in diese "Welt" eindringt, passt weder zum Text noch zur Musik. Der "Sängerkrieg" ist dann ulkigerweise ein Wettstreit um Bilder, die aber (unsinnigerweise) nicht zu sehen sind, sondern dem Publikum bieten sich nur die Rückansichten der Staffeleien ... Vermutlich ist die ganze rote Farbe schon im ersten Aufzug verpinselt worden. Was das mit einem Sängerwettstreit, bei dem es um den Inhalt der Gesänge geht, zu tun haben soll, bleibt dem Regisseur vorbehalten. Höhepunkt des "Einfallsreichtums" ist es, dass die Rompilger leere Spannrahmen (Achtung: Kreuzverstrebungen! Symbol!) herumschleppen dürfen! Wie intellektuell hochfliegend!
    Die "Versöhnung" von Elisabeth und Venus am Ende ist durch absolut gar nichts in Musik und Text gerechtfertigt - hier hat ein Möchtegernregisseur wieder einmal sein persönliches "Werk" dem des Herrn Wagner übergestülpt. Absurd!
    Und das ahnungslose Publikum klatscht ...
    Tristan und Isolde

    Tristan und Isolde (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    28.01.2023
    Booklet:
    4 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    4 von 5

    Großartig - aber nur 2. Platz

    Es gibt drei großartige Aufnahmen des Werkes mit exzellenten Sängern, Dirigenten und guter/sehr guter Aufnahmequalität:
    Heger (1943), Furtwängler (1952; hier) und Karajan (1972). Die sängerisch herausragenden Aufnahmen mit Melchior aus den 40er/30er jahren sind klanglich so deutlich schlechter, dass sie hier außen vor bleiben.
    1. Aufnahmequalität: Hier punktet Karajan mit sehr guter Qualität. Furtwängler ist recht gut, aber nicht viel besser als bei Heger (manchmal ist sogar Heger klarer und prägnanter, allerdings hat die Technik manchmal Schwierigkeiten, Lorenz` gigantische Stimme einzufangen).
    2. Dirigat: Karajan bietet Klangzauber der Extraklasse, hat aber auch in den dramatischen Passagen Expressivität. Furtwängler ist besonders stark in den lyrischen Passagen - ansonsten finde ich sein Dirigat etwas zu betulich-gewissenhaft. Heger bietet eine gute Balance zwischen Dramatik und Lyrismus.
    3. Sänger: Hier gilt es einigen oft wiederholten Urteilen teilweise entgegenzutreten.
    Die Flagstad ist spürbar über ihren Zenit hinaus (nicht nur wegen der gedoubelten hohen Töne) und ihre Darstellung ist von statuarischer Größe und kathedralenhafter Aura: man nimmt ihr nicht die tödlich gekränkte Irenprinzessin im 1. Aufzug ab, die anderen Aufzüge kommen ihrer Darstellungsweise mehr entgegen, aber eine gewisse Distanziertheit bleibt immer. Dagegen sind Paula Buchner und Helga Dernesch stets unterschätzt worden. Stimmlich ist aber Buchner der Dernesch überlegen, aber beide bieten packende und gut gesungene Dramatik.
    Suthaus ist auch zu sehr unterschätzt: er singt großartig sowohl in den lyrischen Passagen, als auch in den dramatischen Höhepunkten bei sehr guter Artikulation. Nur sein etwas gaumiger Stimmansatz nimmt seiner Stimme Durchschlagskraft. Einziger kleiner Kritikpunkt: er klingt etwas bemüht und zu abgewogen in der Darstellung - das kann aber auch mit daran liegen, dass seine Partner Flagstadt und Fischer-Dieskau ebenfalls zu gewollt brav singen - da fehlt der letzte Funke der Interpretation.
    Vickers ist zwar ein eindrucksvoller Heldentenor, aber bei ihm gibt es schon deutlichere Defizite bei der Diktion.
    Max Lorenz wird gern - und zu unrecht - als "Brüller" abqualifiziert. Zunächst ist vorauszuschicken, dass seine Zeitgenossen nichts derartiges überliefern, sondern im Gegensatz die Stimmqualitäten und die Interpretationskunst in höchsten Tönen loben. Und genau so ist es: Es gibt keinen Sänger, der sich so sehr mit dieser Rolle identifiziert hätte (auch Melchior nicht) und wer begreifen möchte, was "Inbrunst" heißt, der kann es hier von ihm lernen. Er kann hier 1943 - auf dem Höhepunkt seiner stimmlichen Mittel - aus dem Vollen schöpfen. Atemberaubend die Urgewalt der Fieberfantasien im 3. Aufzug, die Verschattung der melancholischen Passagen ( hier versteht man was "der Klage Klang" sängerisch bedeutet) etc. Unglaublich ist die Differenzierungskunst bei Stimme und Artikulation, gerade auch im Piano - das muss man gehört haben! Unübertrefflich!
    Er hat nur Pech, dass seine Stimme als genuiner Tenor nicht so phonogen bei den damaligen Mikrophonen war, wie die etwas baritonalere Stimme Melchiors.
    Die Klose ist klar besser als Thebom, Christa Ludwig singt wunderschön.
    Fischer-Dieskau ist ein junger, hörbar gestalten wollender Kurwenal - das klingt gut, aber nicht packend. Berry macht seine Sache sehr gut - Prohaska aber besser: er ist ein kerniger Kämpe - der nicht viel überlegt, sondern unbekümmert den Irinnen im ersten Aufzug die "Meinung singt" (man achte nur auf den Jubel im Wörtchen "Hei unser Held Tristan"!) und ratlos verzweifelt am Ende versucht Tristan beizustehen. Eine erschütternd packende Darstellung.
    Ridderbusch bietet einen stimmschön klagenden Marke, Greindl singt durchaus dramatisch und lyrisch ergreifend - hat aber etwas zu wenig Wärme und Fülle für die Klagen. Ludwig Hofmann ist großartig - seine Stimme hat alles und er kann alles gestalten.
    Fazit:
    Musik:
    Karajan: *** Heger: *** Furtwängler: **
    Klang:
    Karajan: ***, Furtwängler: ** Heger: **
    Sänger:
    Lorenz: ***, Suthaus: **, Vickers: *
    Buchner: ***, Dernesch: **, Flagstad: **
    Prohaska: ***, Berry: **, Fischer-Dieskau:*
    Hofmann:***, Ridderbusch: **, Greindl:**
    Klose:***, Ludwig: **, Thebom:*

    Die Heger-Aufnahme überzeugt sängerisch am meisten, musikalisch ist sie gleichwertig - nur bei der Aufnahmequalität ist sie unterlegen.
    Meine Produktempfehlungen
    • Tristan und Isolde Tristan und Isolde (CD)
    Die Walküre

    Die Walküre (BR)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    09.01.2023
    Bild:
    5 von 5
    Booklet:
    5 von 5
    Extras:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5

    Fast perfekt

    Ab und an gibt es auch erfreuliche Aufführungen eines Wagner-Werkes in der Gegenwart - so in diesem Fall.
    In enger Anlehnung an das Bühnenbild von Günther Schneider-Siemssen 1967 (ebenda) ist hier ein minimalistisches Bühnenbild entstanden: im ersten Aufzug eine angedeutete Esche zwischen Felswänden, ansonsten kreisförmige Rampen - das reicht, um das Setting anzudeuten. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Sehr gelungen ist die Lichtregie, die in Kombination dazu in dunkel-düstren Grün-/Blautönen die Stimmung wiedergibt. Die Kostüme passen auch gut zum Werk. Nach Schenks besonders stimmiger Inszenierung nun eine weitere gelungende Variante, wohl weil sie praktisch aus den 60er Jahren wiederbelebt wurde.
    Problematischer ist dann die Figurenregie von Vera Nemirova. Hier zeigen sich leichte Schwächen, z. B. der moderne Hang zum Plakativen, so wenn Hunding Sieglinde zwischen die Beine greift. Das muss nicht sein und passt eigentlich nicht zur Figur. Hier ist Salminen bei Chereau mit wenigen Blicken ausdrucksstärker in seiner Begehrlichkeit, ohne in primitive Handgreiflichkeit zu verfallen. Würde der "spießbürgerliche" Hausherr vor dem Fremden so etwas machen? Nein!
    Anderes Beispiel: Walkürenritt zu Beginn des 3. Aufzugs. Im Gänsemarsch stapfen die Walküren die Rampe herunter, stellen sich halbkreisförmig auf und singen die nächsten 8 Minuten zu Salzsäulen erstarrt vor sich hin. Da muss einem Regisseur mehr einfallen! Ebenso wenig nachvollziehbar: Während die gefallenen Helden sich anfangs bittflehend in der Mitte tummeln - von einer "Bewachung" durch die Walküren kann ja keine Rede sein, denn die schauen starr woanders hin - sind sie plötzlich ein lebloser Leichenhaufen, um dann bei Wotans Erscheinen wieder lebendig zu werden und unauffällig zu verschwinden. Das gehört unter die Rubrik "sinnlose Regieeinfälle". In die Rubrik "unsinnige Regieeinfälle" gehört das Steckenpferd für Brünnhilde am Anfang des 2. Aufzugs. Wenn der Rest relativ "realistisch" inszenzeniert ist, dann wirkt das entweder (bestenfalls) naiv-einfallslos oder (schlimmstenfalls) als post-brechtischer Verfremdungseffekt. Da man aber heutzutage viel schlimmere Pervertierungen von Opern gewöhnt ist, erscheinen diese Monita geradezu als Petitessen - so weit ist es schon gekommen.
    Nun endlich zu wirklich Erfreulichem - der recht guten Sängerriege.
    Zunächst zu Peter Seiffert. Es freut mich außerordentlich für diesen höchst verdienstvollen Sänger, dass er im stolzen Alter von 63 Jahren diese anspruchsvolle Partie so gut bewältigt - nein: wirklich gestalten kann! Bis auf ganz wenige und minimale Schwächen bei lyrischen Momenten singt er großartig - sowohl heldisch-auftrumpfend z. B. bei den Wälse-Rufen, aber auch mit lyrischen Piano z. B. bei "Nun weißt du, fragende Frau". Seine Artikulationsdeutlichkeit und Phrasierungskunst suchen sowieso heutzutage ihresgleichen. In den letzten fast 50 Jahren hat nur Botha ähnlich klangschön, aber nicht so dramatisch zu singen gewusst. Was für ein "goldener" Gesangsherbst im Sängerleben Peter Seifferts. Wer sollte ihn ersetzen können?
    Zeppenfeld gibt einen markigen, von Anfang an auf böse getrimmten Hunding. Das ist stimmlich durchaus eindrucksvoll - jedoch gleichzeitig ähnlich plakativ eindimensional und wenig nuancenreich wie seine Personenregie. Dennoch eine gute Leistung.
    Anja Harteros` Sieglinde hat etwas Hartes, eher Kantiges gerade am Anfang - erst in den dramatischen Passagen kommt die Stimme in Schwung. Das Zarte und Scheue zu Beginn liegen ihr nicht.
    Großartig ist Anja Kampes Brünnhilde: darstellerisch und gesanglich. Sie ist die beste Brünnhilde auf der Leinwand, leuchtende Höhe und jubelnder Übermut zu Beginn, inbrünstiges Flehen am Ende. Besser geht`s nicht.
    Ebenso großartig Vitalij Kowaljows Wotan: stimmschön und stimmstark zugleich. Gott und Vater - beides glaubhaft dargestellt und gesungen bei glasklarer Diktion. Nur James Morris unter Levine ist ihm stimmlich und darstellerisch (aber nicht in der Diktion) gewachsen.
    Thielemann ist einerseits sehr gut in den verhalten-lyrischen Passagen, andererseits geradezu bräsig in den dramatischen - so zu Beginn des 2. und vor allem des 3. Aufzugs (allerdings passend zu den statuarischen Walküren). Da steht ihm wohl seine andernorts gerühmte hochdifferenzierte Dirigierkunst im Wege. Das ist Musikdrama - kein Kammermusikabend!

    Alles in allem gesanglich sehr überzeugend, musikalisch recht gut und inszenatorisch mit kleinen Regieschwächen.
    Für heutzutage eine sehr gelungene Aufführung. Alle Achtung!

    P. S. Leider wieder nicht aus Bayreuth.
    Don Giovanni

    Don Giovanni (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    04.01.2023
    Booklet:
    2 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5

    Besser geht es nicht

    Diese Aufführung kann sich mit Furtwänglers Aufnahme aus Salzburg von 1954 darum streiten, welche Referenzstatus beanspruchen kann.
    London ist ein großartiger Don Giovanni: eine wunderbare Stimme, großartige Interpretation des virilen Schürzenjägers - gleichwertig mit Siepi. Lisa Della Casa als junge, verletzliche Donna Anna, Sena Jurinac als zutiefst verletzte und dennoch liebende Donna Elvira, Irmgard Seefried als kecke Zerlina, die Walter Berry als Masetto wunderbar um den Finger wickelt, Erich Kunz ist als Leporello einfach umwerfend und Ludwig Weber als Komtur ist ebenso überwältigend als Komtur wie Anton Dermota als Don Ottavio.
    Karl Böhm dirigiert diese Aufführung nur einen Tag nach der exzellenten Wiedereröffnungsaufführung der Wiener Staatsoper mit dem Fidelio - welch eine geschlossen großartige, homogene Ensembleleistung! Maßstabsetzend!
    P. S. Furtwänglers Aufführung ist in Italienisch gesungen, Böhms auf Deutsch - beides funktioniert, aber an den Reaktionen des Publikums ist zu hören, wie hilfreich Deutsch ist, dass die Interaktion zwischen Bühne und Publikum in Wien funktioniert.
    Fidelio op.72

    Fidelio op.72 (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    04.01.2023
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    4 von 5

    Denkwürdig

    Hier liegt der Mitschnitt einer der denkwürdigsten Aufführungen dieses Werkes vor: Die Eröffnungsvorstellung der Wiener Staatsoper nach dem Weltkrieg mit dem damaligen Starensemble.
    Martha Mödl als großartige Leonore, die mit Herzblut ihre Partie gestaltet. Anton Dermota ist ebenso eindrucksvoll als Florestan wie Schöffler als Pizarro. Ludwig Weber ist ein glaubwürdiger und allen Facetten gerecht werdender Rocco. Auch alle anderen Partien sind kongenial besetzt - Spitzensänger, wie man sie heute kaum noch findet: selbst erster und zweiter Gefangener werden mit Terkal und Jerger mehr als würdig gesungen.
    Karl Böhm dirigiert pointiert und präzise.
    Seither unerreicht!!!
    Die Meistersinger von Nürnberg

    Die Meistersinger von Nürnberg (CD)

    2 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    31.12.2022
    Booklet:
    1 von 5
    Gesamteindruck:
    2 von 5
    Klang:
    4 von 5

    Katzenjammer

    Schlimmer geht immer - der alte Spruch gilt leider auch hier.
    Zwar ist Thielemanns Dirigat durchaus eindrucksvoll, aber die Sängerriege ist weitgehend ein Totalausfall und es lässt tief in den Zustand des Musikbetriebes blicken, wenn solche Sänger für die Salzburger Festspiele aufgeboten und dann noch derart hymnisch gefeiert werden.
    Klaus Florian Vogt ist und bleibt kein Wagner-Tenor und es stellt sich die eklatante Frage, ob er überhaupt ein Opernsänger ist, denn weder kann er ein lyrisches Legato singen, noch heldische Akzente setzen - regelmäßig wird er vom Orchester überdeckt, und es liegt nicht an letzterem. Aber selbst im Piano schwingt die Stimme nicht, sondern Vogt verfällt in einen anämisches Sprechsingen, das unerträglich ist und so gerät spätestens das Preislied zum gequälten Katzenjammer.
    Eine Zumutung für jeden, der schon einmal einen richtigen lyrisch-dramatischen Tenor in der Rolle gehört hat! Man vergleiche nur die Video-Aufzeichnung mit Johan Botha (auch unter Thielemann) oder jetzt auch Sacca (unter Gatti) - so gehört diese Partie gesungen!
    Zeppenfeld ist abgekämpft und quält sich durch die Partie, ohne sie gestalten zu können.
    Vom traurigen Rest ist nur Wagners Evchen in Ordnung. Schade um Thielemanns gute orchestrale Leistung, der aber dramatischer Schwung an entsprechender Stelle fehlt.
    Wer eine neuere Aufnahme wünscht, sollte zu Sawallisch (mit gutem Ben Heppner) greifen, sonst bleiben nur die alten Meister der 50er Jahre oder - immer noch unerreicht: Bodanzky 1936 - die Namen sagen alles: Schorr als Sachs, Maison als Stolzing, ... oder auch Leinsdorf 1939 mit Schorr, Jessner und Kullman. Es treibt einem fast die Tränen in die Augen, wie lebendig und schön selbst kleine Szenen wie zwischen Sachs und David (Laufkötter grandios) gesungen werden. Leider sind beide Mitschnitte der Met mit den üblichen damaligen Strichen.
    Meine Produktempfehlungen
    • Die Meistersinger von Nürnberg Die Meistersinger von Nürnberg (BR)
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    Leonore (Urfassung 1805 von "Fidelio")

    Leonore (Urfassung 1805 von "Fidelio") (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    18.12.2022
    Booklet:
    1 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5

    Gelegenheiten

    1. Blomstedt als Operndirigent: feinfühlig und differenziert, aber etwas betulich.
    2. Richard Cassilly: unbedingt hörenswerter Florestan. Hier die Gelegenheit, den großartigen Tenor zu hören, der das Pech hatte, zu seiner Zeit nicht die Gelegenheit für Aufnahmen zu bekommen: zuerst stand er im Schatten der "Alten Garde" an Wagner-Tenören, dann war er der Star in Hamburg - aber das war nur lokaler Glanz. Die wenigen großen Aufnahmen unter Karajan und Kleiber griffen auf andere Sänger zurück (Kollo als Tristan unter Kleiber als wahrer Fehlgriff).
    2. Edda Moser singt eine sehr gute Leonore.
    3. Ridderbusch ist ein wunderbarer Rocco: servil, hilflos im "Angesicht der Macht" - wunderbar bei Stimme. Ihm gelingt es, nicht zu "bärenstark" aufzutrumpfen, wodurch die Unterordnung unter Pizzaro deutlich wird.
    Theo Adam und Helen Donath ergänzen ein exzellentes Ensemble.
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    • Die Meistersinger von Nürnberg Die Meistersinger von Nürnberg (DVD)
    Symphonie Nr.6

    Symphonie Nr.6 (CD)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    17.12.2022
    Booklet:
    2 von 5
    Gesamteindruck:
    3 von 5
    Klang:
    5 von 5

    Mäßig

    Eigentlich hat gemirevers schon Wesentliches gesagt bezüglich der manierierten Effekthascherei Currentzis`, die auch dessen Beethoven-Interpretationen belasten. Allerdings habe ich nichts gegen Pathos und "russisch" klingende Symphonien, denn Tschaikowsky verstand und empfand sich und seine Kompositionen genau so. Hier hat Currentzis auch starke Momente, aber vor allem in leisen und langsamen Passagen - sobald aber das Tempo schneller wird, verschwimmen die Orchesterstimmen und einige Male entfahren den Bläsern unschöne Quäktöne. So entsteht eine durchwachsene Interpretation aus schönen und weniger schönen Momenten. Da gibt es Besseres auf dem Markt. Vielversprechend Nosedas Zyklus der späten Symphonien.
    Der Fliegende Holländer

    Der Fliegende Holländer (BR)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    13.12.2022
    Bild:
    5 von 5
    Booklet:
    5 von 5
    Extras:
    1 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5

    Erfreulich

    Unter den verfügbaren Opernaufführungen des Werkes sichert sich dieser Mitschnitt (im zugegebenermaßen schwachen Konkurrenzfeld) die Spitzenposition.
    Thomas Gazheli als Holländer spielt eindrucksvoll, ist optisch die Idealgestalt des Titelehelden und kann auch als Sänger überzeugen, wenngleich seine Gesangstechnik manchmal zu Vokalverfärbungen führt. Insgesamt ist es aber sehr lobenswert, dass dieser verdienstvolle Sänger die Chance erhalten hat, "den Dialog mit der Ewigkeit" zu führen.
    Großer Pluspunkt ist die Senta von Marjorie Owens: Leuchtende Höhe ohne Schärfe und jugendliche Frische sind ein großer Gewinn und allein ihretwegen lohnt die Anschaffung.
    Bernhard Berchtold singt den Erik vorbildlich, Timothy Oliver den Steuermann gut.
    Gut, aber nicht recht überzeugend ist für mich Mikhail Petrenko als Daland. Zu primitiv plakativ schauspielert er seine geschäftstüchtige Geldgier - der durchaus gefühvolle Vater geht verloren. Stimmlich fehlen ihm auch die differenzierten Valeurs und die - meines Erachtens - notwendige Wärme und Fülle in der Stimme. Er wirkt wie ein grobschlächtiger, gefühlsloser Geschäftemacher, der nicht sonderlich in das Geschehen involviert ist - darin erschöpft die Figur sich aber nicht.
    Fabio Luisi dirigiert recht zügig und differenziert - etwas mehr zupackende Dramatik wäre nicht schlecht gewesen.
    Großer Pluspunkt: Endlich eine Inszenierung, die Wort, Handlung und Musik eins werden lässt - eine Oper der Schauerromantik pur. Da tost der Sturm zu Beginn, ein Geisterschiff erscheint, die Spinnstube ist zwar zum Näharbeiterinnensaal umgedeutet - aber immerhin drehen sich an den alten Maschinen die Handräder.
    Fazit: Eine rundum gelungene Aufführung - hörens - und sehenswert, und das will heute schon etwas heißen!!!

    P. S. Diese Aufnahme bestätigt erneut, dass sich Bayreuth als besonderer Ort der Pflege des Werkes Richard Wagners mit grotesk-absurden Inszenierungen und schwachen Besetzungen endgültig selbst disqualifiziert hat: siehe Koskys Meistersinger vs. Salzburg 2013, der römische Tristan 2016 vs. Bayreuth 2009 und jetzt Holländer Bayreuth von Tcherniakov mit Florenz hier. Welch ein Trauerspiel - schade!
    26 bis 50 von 180 Rezensionen
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