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    Elchi130 Top 100 Rezensent

    Aktiv seit: 21. September 2018
    "Hilfreich"-Bewertungen: 22
    212 Rezensionen
    Tote ohne Namen Tote ohne Namen (Buch)
    20.05.2021

    Ich möchte mehr von Vega und Caplan

    Die privaten Ermittler Alice Vega und Max Caplan unterstützen die Polizei von San Diego und das DEA, die amerikanische Drogenvollzugsbehörde, bei den Ermittlungen. Das Departement hat zwei tote, mexikanische Mädchen gefunden. Nichts deutet darauf hin, wer diese beiden Mädchen gewesen sind. Allerdings trägt eine von beiden einen Zettel bei sich, auf dem der Name Alice Vega steht. Wird es Vega und Caplan gelingen, das Rätsel um die beiden Toten zu lösen?

    „Tote ohne Namen“ von Louisa Luna ist zwar auf Deutsch das erste Buch mit den beiden Ermittlern Vega und Caplan im amerikanischen Original ist es jedoch bereits der zweite Teil der Reihe. Das wird einem als Leserin des Buches auch schnell klar. Immer wieder wird Bezug auf einen alten Fall genommen, den die beiden privaten Ermittler zuvor gemeinsam gelöst haben. Auch habe ich eine Einführung der beiden Hauptfiguren vermisst. Über den Hintergrund von Max Caplan erfahren wir sogar zu Beginn etwas. Das Leben von Alice Vega bleibt jedoch komplett im Dunkeln. Auch im weiteren Verlauf des Buches erfahren wir nur wenig über die toughe, emotionslose, jedoch sehr intelligente Frau Vega. Die Beweggründe der weiblichen Hauptfigur sind für mich auch der einzige Punkt, bei dem ich mir mehr Informationen gewünscht hätte.

    Louisa Luna hat bei ihren beiden Hauptcharakteren die genretypischen Geschlechterrollen getauscht. Max Caplan ist fürsorglich, alleinerziehender Vater einer fast erwachsenen Tochter, vorsichtig. Alice Vega ist unkonventionell, neigt zu Gewalt und zeigt selten Mitgefühl gegenüber den Personen, denen sie bei den Ermittlungen begegnet.

    Die Atmosphäre des Buches hat mir sehr gut gefallen. Es ist eine harte, gnadenlose Welt, in die uns die Autorin in diesem Buch schickt. Überall lauert Gefahr, überall lauert der Tod. Die beiden Protagonisten stechen wiederholt in ein Wespennest und kommen geradeso mit dem Leben davon. Sehr gut gelungen ist auch, dass die Autorin sich auf das Wesentliche der Handlung konzentriert und diese nicht unnötig aufbläst. Dadurch gab es im Buch für mich keine Längen, was selten der Fall ist bei Krimis und Thrillern.

    Wer mit dem Thema Kinderprostitution oder mit gewalttätigem Vorgehen von Privatdetektiven oder Polizisten Probleme hat, sollte dieses Buch nicht lesen. Mir hat es jedoch sehr gut gefallen. Ich mag diese Art Bücher. Es hat mich ein wenig an Autoren wie Elmore Leonard und Candice Fox erinnert. Zwar nicht so genial, aber was nicht ist, kann im weiteren Verlauf der Reihe ja noch werden. Zunächst wünsche ich mir nun erst einmal, dass der erste Teil übersetzt wird – und dann können gerne noch weitere Fälle von Vega und Cap folgen.
    Payne, L: Trust My Heart - Golden-Campus-Trilogie, Band 1 Payne, L: Trust My Heart - Golden-Campus-Trilogie, Band 1 (Buch)
    14.05.2021

    Ganz nach meinem Geschmack

    Die Zwillinge Felix und Noah James müssen sich, nach dem plötzlichen Unfalltod ihrer Eltern, um die jüngere Schwester Sophie kümmern. Da eine entfernte Tante gerne das Sorgerecht für Sophie hätte, engagieren sie May als Nanny, die sich nach der Schule und am Wochenende um die kleine Schwester kümmern soll. Doch nicht nur Sophie schließt May schnell in ihr Herz, auch Felix hält sich auffällig oft in der Nähe der beiden Mädchen auf...

    Okay, ich muss gestehen, ich habe eine Schwäche für die Kombination aus dem privilegierten, reichen Jungen und der armen Außenseiterin. Immer wieder stelle ich fest, dass gerade diese Liebesgeschichten mir besonders viel Freude bereiten und ich sie sehr gerne lese.

    Hier mag ich sehr, dass wir die Geschichte sowohl aus der Sicht von May als auch aus der von Felix lesen. Das macht mir Felix wesentlich schneller sympathisch als es sonst der Fall gewesen wäre. Nach dem Unfalltod der Eltern, lenkt Felix sich mit Hilfe von Alkohol und schnellem Sex von seiner Trauer ab. Ein Mädchen, wie die zwar hübsche, aber unprivilegierte May wäre ihm gar nicht aufgefallen, wenn sie ihn nicht aus einer schwierigen Situation mit seiner kleinen Schwester gerettet hätte. Und May hat viel größere Sorgen in ihrem Leben als den Bad Boy Felix James. Ihre Großmutter ist überraschend gestorben. Wenn sie nicht zurück zu ihrer drogenabhängigen Mutter und deren übergriffigen Partner will, muss sie sich vorzeitig für mündig erklären lassen. Doch wie soll das klappen, wenn sie kaum genügend Geld fürs Essen hat. Da kommt ihr das Angebot von Felix James gerade recht, auf seine Schwester Sophie aufzupassen. Zumal sie das trauernde Mädchen sofort ins Herz geschlossen hat.

    Die Geschichte weist die typischen Unwägbarkeiten einer klassischen Märchen-Romanze zwischen Cinderella und dem Prinzen auf. Es gibt ein wenig Auf und Ab und natürlich auch die große Krise. Da ich die Figuren jedoch sehr mochte, haben mich die Klischees nicht gestört, sondern sie haben eher zu meinem Lesegenuss beigetragen. Nun freue ich mich schon auf die Geschichten von Felix Zwillingsbruder Noah, Jo, der besten Freundin von May, sowie von Riley, dem nettesten Mädchen aus der Clique von Felix und Noah.
    Jaffa Road Daniel Speck
    Jaffa Road (Buch)
    18.04.2021

    Ein großer Roman, der ein wenig braucht, bis er einen packt

    Der Autor, Daniel Speck, schildert die Entstehung des Staats Israel aus der Sicht zweier Parteien. Da ist Joelle, sie ist mit Moritz und ihrer Mutter übers Meer gekommen, um hier in dem neu zu gründenden Staat eine Heimat zu finden. Es soll ein Ort entstehen, der den Juden in aller Welt ein Zuhause bietet. Und dann ist da Amal, sie wird die dritte Liebe von Moritz. Sie ist christliche Palästinenserin und wird aus ihrer Heimat Jaffa vertrieben. Sie wird heimatlos, damit dieser neue Staat entstehen kann.

    Es hat sehr lange gedauert, bis ich mich in die Geschichte eingelesen hatte. Das lag vor allem daran, dass mir die Figuren so fremd geblieben sind. Ich konnte einfach keine Nähe bzw. kein Gefühl zu ihnen aufbauen. Doch nach etwa 200 Seiten hatte mich der Konflikt der Erzählung gefangen. Die Errichtung des Staates Israel aus der Sicht von Juden, die hoffen, hier endlich in Sicherheit und Frieden leben zu können und eine Heimat zu finden. Und dann das Geschehen aus der Sicht der Vertriebenen, der Palästinenser, die durch einen Eroberungskrieg ihre Heimat verlieren und kein Zuhause mehr haben. Sie können nirgendwo hin und verstehen nicht, warum ihr Staat plötzlich nicht mehr existiert. Dazu kommt, dass ich als Deutsche zwischen den Stühlen sitze und mich immer wieder gefragt habe, inwieweit ich mir ein Urteil erlauben darf, wer hier der Gute und wer der Böse ist. Denn hat Deutschland nicht einen großen Anteil daran, dass es zu dieser Situation gekommen ist?

    Die Geschichte spielt auf zwei Zeitebenen. Da ist die Erzählung in der Vergangenheit. Hier wird die Geschichte von Moritz, Yasmina und Amal erzählt. Doch ein Strang spielt in der Gegenwart. Moritz ist gestorben und seine Nachkommen treffen aufeinander. Da ist Nina, seine Enkelin aus der Beziehung zu einer deutschen Frau. Dann Joelle, aus der Ehe mit seiner jüdischen Frau Yasmina. Und Elias, sein Sohn mit Amal. Diese drei treffen aufeinander, wollen teilweise verstehen, was Moritz bewegt hat. Doch da steht auch die Unversöhnbarkeit zwischen Juden und Palästinensern im Raum. Dazu gesellt sich Eifersucht und Unverständnis, warum der Großvater bzw. Vater gegangen ist. Diese Konstellation treibt das Geschehen immer wieder voran, vor allem getrieben von Nina, die die beiden Geschwister nach dem Leben ihrer Eltern fragt und sich die Geschichten aus der Vergangenheit erzählen lässt. Zudem strebt Nina die Versöhnung der drei Nachkommen an.

    Ist mir die Hauptfigur, Moritz Reincke alias Maurice Sarfati, zu Beginn des Buches fremd und erscheint er mir distanziert, so schleicht er sich im Laufe des Buches, Seite um Seite in mein Herz. Dieser warmherzige, fürsorgliche, hilfsbereite, treue Mann, der stets den tragischen Helden zu verkörpern scheint. So gerne würde ich ihm beistehen, ihn an die Hand nehmen, um ihm den richtigen Weg zu weisen.

    Der Autor hat die Gabe, uns mit jeder Seite der Geschichte mitfühlen zu lassen. Es gibt nicht die Guten oder die Bösen. Jede Gruppe hat ihre guten und ihre bösen Facetten. Ich konnte die Handlungen und Motive von allen Gruppierungen gut nachvollziehen, ihre Gefühle, Träume, Wünsche und doch konnte bzw. musste ich mich für keine Seite entscheiden. Es gibt nicht viele Autoren, die das so gut hinbekommen.

    Ein toller Roman, der mit jeder Seite süchtiger macht und deshalb eine klare Leseempfehlung von meiner Seite erhält.
    Nordwesttod Svea Jensen
    Nordwesttod (Buch)
    27.03.2021

    Neue Krimireihe mit großem Potential

    Nach dem Tod seiner Frau hat Hendrik Norberg sich von der Mordkommission als Dienststellenleiter zur Polizei nach St. Peter Ording versetzen lassen, um sich besser um seine beiden Söhne kümmern zu können. Doch schon am ersten Arbeitstag auf der neuen Dienststelle trifft er auf Kommissarin Anna Wagner und ihren neuen Fall. Sie ist von München nach Schleswig-Holstein gekommen, um hier eine Stelle aufzubauen, in der sie Fällen von vermissten Personen nachgeht. Zusammen machen sie sich auf die Suche nach Nina Brechtmann, die aus einer Hoteliersfamilie aus St. Peter Ording stammt…

    Zu Beginn des Buches war ich skeptisch, ob die Autorin Svea Jensen mich mit ihrem Krimi „Nordwesttod“ überzeugen kann. Doch je weiter ich in dem Buch las, desto mehr nahmen mich die Geschichte und die Figuren gefangen.

    Mit Hendrik Norberg, seiner Familie und seinem Team bei der Arbeit, hat die Autorin Figuren geschaffen, die mir sehr gut gefallen, mein Interesse geweckt haben und über die ich noch über dieses Buch hinaus gerne etwas lesen und erfahren möchte. Ebenso gut gefällt mir die Kommissarin der Sonderstelle, Anna Wagner. Sie ist ehrgeizig, mutig, humorvoll und lässt sich nicht für dumm verkaufen, weder von Kollegen noch von Zeugen bzw. Verdächtigen.

    Der Fall der Vermissten Nina Brechtmann hat ebenfalls schnell meine Neugier geweckt. Nina Brechtmann ist sehr eigenbrötlerisch und es fällt den Ermittlern schwer, überhaupt etwas über die Frau in Erfahrung zu bringen. Doch je mehr sie über das Leben der Vermissten erfahren, desto mehr Verdächtige tauchen auf. Das Rätseln, was mit der verschwundenen Frau passiert sein könnte und ob sie noch lebt oder nicht, hat mir sehr viel Spaß gemacht.

    Die Auflösung ist nicht sonderlich originell, aber dafür sehr glaubwürdig. Es wird nicht gebogen und konstruiert, um eine gekünstelte, außergewöhnliche Lösung zu konstruieren, sondern es wird eine Geschichte erzählt, die genau so passiert sein kann. Ich hoffe, dass die Autorin diesen Weg in den weiteren Fällen der Ermittler Norberg und Wagner beibehält und freue mich schon auf die nächste Ermittlung der beiden.
    Das Flüstern der Bienen Das Flüstern der Bienen (Buch)
    25.03.2021

    Ganz großes Kino

    Mexiko vor gut 100 Jahren. Die Großgrundbesitzerfamilie Morales findet auf seinem Grundstück ein ausgesetztes Baby. Das Baby, Simonopio, ist entstellt und von Bienen umgeben. Viele Bewohner des Ortes Linares und der Hacienda der Morales begegnen ihm mit Aberglauben und Misstrauen. Doch die Familie Morales nimmt Simonopio, der stets von Bienen umschwärmt wird, bei sich auf und betrachtet ihn als Ziehsohn. Im Laufe der Jahre bewahrt der Junge die Bewohner durch seine prophetische Gabe immer wieder vor Unheil…

    Die Autorin Sofia Segovia entführt uns mit ihrem Roman „Das Flüstern der Bienen“ ins Mexiko der Jahre 1910 – 1930. Das Land wird erst von einem langen Bürgerkrieg und dann auch noch von der Spanischen Grippe erschüttert. Fürchteten die Großgrundbesitzer sich erst vor den kämpfenden Parteien, die ihnen die Ernte oder Frauen stahlen, so bangen sie bald um die Enteignung ihrer Ländereien.

    Das Buch ist sprachgewaltig und teilweise poetisch. Die Autorin schreibt tiefgründig und ihre Beobachtungen und Überlegungen haben mitunter durchaus etwas philosophisches. Die Autorin bedient sich unterschiedlicher Erzählelemente, um uns als Leser in ihre Geschichte zu entführen bzw. „versinken zu lassen.“ Zu Beginn des Buches fiel es mir ein wenig schwer, den unterschiedlichen Erzählperspektiven zu folgen. Mir hätte es sehr geholfen, wenn den Kapitelüberschriften zusätzlich Jahreszahlen beigefügt worden wären. Doch nach der anfänglichen Verwirrung, breitet sich eine spannende, detailreiche und fantasievolle Geschichte vor dem Leser aus. Auch der Humor kommt in dem Buch nicht zu kurz. Dieser ist zum Teil subtil, oft sehr schwarz, aber Sofia Segovia trifft damit stets ins Schwarze. Über weite Strecken hinweg ist der Erzählstil warmherzig, doch durchaus auch brutal, wenn es um die Schilderung von Verbrechen geht. Die wichtigsten Figuren sind gut ausgearbeitet und dadurch sehr lebendig.

    Den Roman hat die Autorin bereits im Jahr 2015 geschrieben. Umso erstaunlicher sind ihre Schilderungen zum Ausbruch der Spanischen Grippe und was diese für das Leben der Menschen bedeutete. Immer wieder werden der heutigen Leserin Parallelen zur Corona-Pandemie deutlich.

    Mich hat die Mischung aus Familiengeschichte, magischer Erzählung um das Findelkind und Sozialstudie der damaligen Zeit sehr gut unterhalten. Ich habe gelacht, war geschockt, habe mich gefreut, hatte Tränen in den Augen, verspürte Wut und viele Emotionen mehr. Genauso sollte ein gutes Buch sein.
    Völler, E: Durch die Nacht und alle Zeiten Völler, E: Durch die Nacht und alle Zeiten (Buch)
    23.03.2021

    Flotter, humorvoller Schreibstil

    Loris Eltern sind große Fans historischer Festivals. In historische Kostüme gekleidet, nehmen sie an der Nachstellung berühmter Schlachten und an Traditionen vergangener Zeiten teil. Die 16-jährige Lori und ihre jüngere Schwester Mia kennen es gar nicht anders, fühlen sich jedoch mittlerweile zu alt für diese Spektakel. Beim Blücherfest am oberen Mittelrhein trifft Lori eines nachts auf Thomas. Sie schwankt zwischen Schwärmerei und Sorge um seine geistige Gesundheit.

    Eva Völler hat mich von Anfang an durch ihre flotte und humorvolle Erzählweise in den Bann der Geschichte gezogen. Ich bin geradezu durch die Seiten geflogen, da die Erzählung so locker und leicht wirkt, dass es einfach nur Spaß macht, immer weiterzulesen.

    Im Mittelpunkt stehen die beiden Figuren Lori und Thomas. Bei den früheren Zeitreiseromanen der Autorin, in deren Mittelpunkt Anna und Sebastiano standen, hat mich die naive, tollpatschige und unbedarfte Art von Anna so manches Mal an den Rand der Verzweiflung getrieben. Auch Lori ist manchmal naiv und ein wenig unbedacht, was wohl ihrem Alter geschuldet ist. Zum Glück gibt es jedoch nur wenige Szenen, in denen Lori diese Eigenschaften zeigt, sodass ich es nicht als so störend empfunden habe. Lori ist sonst eine mutige und selbstständige Teenagerin, die sich den Abenteuern, die auf sie warten, offenen Auges stellt.

    Und Thomas – ach, ich liebe Thomas. Er ist eine tolle Romanfigur. Stets der formvollendete Gentleman mit perfekten Manieren. Zudem stellt er sich immer vor Lori, um sie zu beschützen, sowohl sprichwörtlich als auch verbal. Selten bin ich in einem Jugendbuch einem so positiven Helden begegnet.

    Das Buch „Durch die Nacht und alle Zeiten“ bietet großen Lesespaß, eine tolle und wie ich finde, spannende Geschichte und zudem eine schöne Liebesromanze. Die Reise durch die Zeiten zeigt auf spielerische und humorvolle Weise manche Unterschiede zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart.

    Schade finde ich, dass es sich bei dem Buch um einen Einzelband handelt. Viel lieber wäre es mir, ich könnte Thomas und Lori auf weiteren Abenteuern durch noch mehr Nächte und noch mehr Zeiten begleiten.
    Abels Auferstehung Thomas Ziebula
    Abels Auferstehung (Buch)
    13.03.2021

    Grandios

    Marlene Wagner, eine resolute Journalistin, fährt nach Basel, um sich die Leiche eines ertrunkenen Soldaten anzusehen, der ihr verschollener Bruder sein könnte. Dies ist nicht der Fall. Doch der Soldat trägt ein teures Zigarettenetui bei sich, das aus Leipzig stammt. Zurück in Leipzig begibt sie sich auf die Suche nach dem Besitzer des Etuis, in der Hoffnung, die Identität des Ertrunkenen zu ermitteln. Ungefähr zeitgleich werden Ermittler Paul Stainer und seine Mitarbeiter zur Leiche eines ermordeten Künstlers in ein Hotel gerufen. Auch er ist vor kurzem in Basel gewesen. Denn hier kommen die ehemaligen Kriegsgefangenen an, die aus Frankreich entlassen werden.

    „Abels Auferstehung“ ist der zweite Fall um den Kriminalermittler Paul Stainer, der zwischen den beiden Weltkriegen in Leipzig ermittelt. Für mich ist es das erste Buch des Autors Thomas Ziebula und ich bin restlos begeistert.

    Der Roman weist eine erzählerische Dichte auf, wie sie nicht oft zu finden ist. Die Geschichte wird mit Hilfe mehrerer Erzählstränge erzählt, die sich immer wieder berühren, auseinanderlaufen, um dann erneut aufeinander zu treffen. Als Leser tauchen wir tief ins Leipzig des Jahres 1920 ein. Wir erleben eine Stadt, die politisch zerrissen ist. Da sind die Deutschnationalen, die dem Kaiserreich nachtrauern, den Verlust des Krieges nicht verwinden können und sich autoritär und mittels Gewalt durch Leben bewegen. Ihre Feinde sind die Sozialisten, die sie als Zerstörer des Reiches sehen und entsprechend verfolgen. Die Sozialisten stehen für Fortschritt. Sie treten für die Rechte der Arbeiter, der Armen und der Frauen ein. Sie führen jedoch einen schweren Kampf, haben jedoch auch Sympathisanten in fast allen Gesellschaftskreisen.

    Die Frauen in diesem Buch werden als starke, mutige und fortschrittliche Figuren dargestellt, die sich durch ihr Auftreten jedoch nicht nur Freunde machen. Da ist die Journalistin Marlene Wagner, die für die Leipziger Volkszeitung schreibt. Diese Zeitung wird immer wieder verboten, da sie zu sozialistische Ansichten vertritt. Marlene ist unabhängig, hat wechselnde Männerbekanntschaften und nimmt kein Blatt vor den Mund. Wenn sie einer Spur nachgeht, lässt sie sich nicht stoppen.

    Aus Band 1 „Der rote Judas“ kennen die Leser/innen bereits Rosa Sonntag. Sie spielt auch in „Abels Auferstehung“ wieder eine tragende Rolle. Auch sie ist eine weibliche Figur, die für sich und andere einsteht und den Herausforderungen des Lebens mutig ins Auge blickt.

    Der Kriminalermittler Paul Stainer ist ein Mann, der zum einen noch die Erlebnisse im Krieg und die anschließende Kriegsgefangenschaft verarbeiten muss und zum anderen um seine ermordete Frau trauert. Zudem arbeitet er in einer Behörde, die ebenso politisch zerrissen ist, wie die restliche Bevölkerung. Nationalistisch gesinnte Kollegen und Vorgesetzte versuchen ihn mit aller Macht loszuwerden. Doch Stainer und seine Kollegen sind ganz mit der Aufklärung des Mordes an einem Künstler beschäftigt, die immer weitere Kreise zu ziehen scheint.

    Das Buch hat mich schnell völlig in die damalige Zeit gesogen. Die gesellschaftlichen und politischen Umbrüche der Zeit nach dem ersten Weltkrieg werden eindrücklich geschildert. Immer wieder habe ich es als Leserin bedauert, dass ich weiß, wohin diese spannenden Entwicklungen geführt haben. Denn so, wie der Autor Thomas Ziebula die unterschiedlichen Strömungen und Kräfte schildert, klingt diese Zeit nach einer Chance, Deutschland zu einem gerechteren Ort zu machen, die das deutsche Volk vertan hat.

    Mir ist zwar recht schnell klar gewesen, worauf die Geschichte hinausläuft. Das habe ich jedoch nicht als störend, sondern als sehr gelungen empfunden. Mein Lesevergnügen hat das nicht geschmälert.

    Das Buch bietet dem Leser eine gelungene Zeitreise in Verbindung mit einem spannenden Kriminalfall.
    Hasse, S: Matching Night, Band 1: Küsst du den Feind? Hasse, S: Matching Night, Band 1: Küsst du den Feind? (Buch)
    06.02.2021

    Beim Lesen merkt man den Rausch des Schreibens der Autorin

    Cara hat gerade mit ihrem Studium begonnen. Leider hat es mit dem zugesagten Zimmer im letzten Moment nicht geklappt. Doch dann wird ihr ein Zimmer in der Studentinnenverbindung der Ravens in Aussicht gestellt. Nun muss sie nur noch die Aufnahmeprüfungen bestehen…

    Als erstes ist mir der mitreißende Schreibstil der Autorin aufgefallen, den ich als unglaublich flott empfunden habe. Das sorgte dafür, dass ich nur so durch die Seiten geflogen bin.

    Die Geschichte selbst ist nicht neu. Cara entstammt weder einer prominenten noch einer übermäßig reichen Familie. Sie ist im Großen und Ganzen das Mädchen von nebenan: hübsch, fleißig, gewissenhaft, nett und hilfsbereit. Als sie in die elitäre Welt der Studentenverbindungen der Ravens und Lions stolpert, ist sie fasziniert von dem Glamour, den Berühmtheiten und dem Reichtum. Sie fühlt sich wie Aschenputtel, die es in den Königspalast verschlagen hat. Doch die Autorin erzählt die Geschichte mit einer Freude, die auch mich völlig in diese Welt eintauchen lässt. Und ich mag die meisten Figuren sehr schnell.

    Besonders gut hat mir dabei gefallen, dass Stefanie Hasse die Gratwanderung zwischen interessanter Geschichte und zu viel Drama, zu viel Intrige, zu viel Liebestaumel gut hinbekommt. Da ich Mobbingdramen und fiesen Intrigen in Büchern nicht viel abgewinnen kann und diese oft übertrieben gehässig geschildert werden, war es sehr angenehm, einmal davon zu lesen, ohne dass sie den Spaß am Lesen ruinieren. Ich denke, dass liegt an der unaufgeregten Erzählweise der Autorin bei diesen Szenen.
    Natürlich gibt es auch ausreichend Lesestoff für unsere romantische Herzen. Da ist der permanent flirtende Tyler. Mit ihm verbindet Cara eine tolle Freundschaft. Oder ist da doch mehr?!? Und da ist ihr Matching Night Partner Josh, mit dem zusammen sie als Paar um die Aufnahme in die Studentenverbindungen Raven und Lion kämpft. Oder ist da doch mehr?!?

    Im Nachwort von „Matching Night – Küsst du den Feind?“ schreibt die Autorin, Stefanie Hasse, dass das Schreiben des Buches für sie wie ein Rausch war. Genau das merkt man dem Buch an und für mich war es genauso ein Rausch, dieses Buch zu lesen. Teil 2 liegt schon bereit und ich hoffe, ich kann damit nächste Woche starten.
    Zwei Nächte und drei Leben lang Elja Janus
    Zwei Nächte und drei Leben lang (Buch)
    13.12.2020

    Jede Seite ist unglaublich intensiv

    Als Jess und Cem sich zum ersten Mal begegnen, ist sofort klar, dass das zwischen ihnen etwas Besonderes ist. Sie werden ein Paar. Aber das Schicksal treibt sie auseinander. Sie setzten jedoch alles daran, beste Freunde zu bleiben. Doch dann schlägt das Schicksal erneut zu und Cem wird überfallen. Als er im Krankenhaus aus dem Koma erwacht, hat er die Erinnerung an die letzten 1,5 Jahre verloren. Er weiß nicht mehr, dass Jess und er kein Paar mehr sind und kann sich auch nicht vorstellen, was zum Ende ihrer Beziehung hätte führen können. Für Jess ist die Zeit jedoch nicht rückwärts gelaufen. Sie kann sich an alles erinnern. Wie werden die beiden damit umgehen?

    Die große Liebe, die zwischen Jess und Cem herrscht, ist von Anfang an deutlich zu spüren. Und doch ist das Buch „Zwei Nächte und drei Leben lang“ kein Buch, das einfach eine nette Liebesgeschichte erzählt. Die Geschichte führt uns in ein Wechselbad der Gefühle und manchmal ist das Gelesene nur schwer zu ertragen. Denn die Autorin Elja Janus hat einen ganz eigenen Erzählstil. Das Buch wird aus der Sicht von Jess und aus der Sicht von Cem erzählt. Das ist noch nicht ungewöhnlich. Aber die Erzählung entwickelt sich über die Gefühle und Gedanken der beiden Hauptfiguren. Wir sind immer ganz nah und ganz tief im Innersten der beiden Protagonisten.

    Dadurch hatte ich als Leserin sehr schnell den Eindruck, dass ich die beiden schon ewig kenne und gut mit ihnen befreundet bin. Und so hat mich alles emotional sehr direkt berührt: Ihre Fortschritte, ihre Rückschritte, ihr Zögern und ihre Ausflüchte. Besonders Jess hätte ich manchmal gerne geschüttelt, weil sie so anders ist als ich. Sie hat sehr Vieles in sich verschlossen und es sich selbst und Cem dadurch unnötig schwer gemacht. Da wir jedoch auch die Gefühlswelt der beiden erleben, wird ihr Handeln zumeist verständlich. Sie leiden, trauern, sind wütend, verzweifelt, ängstlich, aber auch fröhlich, glücklich, mutig, stark.

    Selbst für mich, die Gefühle mag und wichtig findet, war das Lesen des Buches oft nicht einfach. Wer sich nicht gerne mit Gefühlen und den daraus resultierenden Möglichkeiten auseinandersetzt, wird von dem Buch jedoch entweder überfordert werden oder nichts damit anfangen können.

    Wer jedoch Geschichten mag, die über die Gefühls- und Gedankenwelt transportiert werden, sollte den Versuch wagen. Klar muss jedoch sein, dass dies keine heile Welt-Story ist. Hier geht es um ernste Probleme und die Auseinandersetzung damit. Und genau diese Tiefe, mit der die Autorin erzählt, ist es, was mich so begeistert hat. Daher werde ich mir ihre bisherigen Bücher auf jeden Fall auch noch zulegen.
    Dark Candice Fox
    Dark (Buch)
    30.11.2020

    Candice Fox hat es einfach drauf

    Einst war Blair eine erfolgreiche Ärztin. Doch nach einer Silvesternacht wird sie des Mordes angeklagt und verurteilt. Ihr Sohn, der im Gefängnis geboren wird, wird von einer Freundin großgezogen, während Blair sich die Zelle mit Sneak, einer Prostituierten und Drogensüchtigen, teilt. Blair ist erst seit einem Jahr wieder auf freiem Fuß, als sie in der Tankstelle, in der sie nun jobbt, überfallen wird. Ausgerechnet von Dayly, Sneaks Tochter. Das setzt Ereignisse in Gang, die dazu führen, dass eine illustre Gruppe, nämlich Blair, Sneak, die Polizistin, die Blair einst verhaftete, und Ada, eine harte Gangsterin, zusammen nach Dayly suchen.

    Zu Beginn des Buches dachte ich noch, dass dieses Buch nicht mehr an die Hades-Trilogie oder Crimson-Lake-Serie heranreicht. Doch nach und nach laufen die Fäden der Geschichte zusammen, wir lernen die Figuren immer besser kennen und ich durfte feststellen, dass Candice Fox es auch hier wieder drauf hat und mich in ihren Bann zieht. Die Figuren sind, wie man es von ihr kennt, sehr speziell und schräg. Das Gute ist, dass sie sich dabei nicht wiederholt, sondern stets ganz eigene, neue Charaktere erschafft. Das ist eine ihre Stärken.

    Ihre Figuren sind (fast) nie einfach nur schwarz oder weiß. Sie haben alle ihre Licht- und ihre Schattenseiten. Ganz egal, ob es Polizisten oder Mafiosi sind.

    Zudem hat Candice Fox einen unvergleichlichen Humor. Ein wenig wie die Bücher von Elmore Leonard, dessen Bücher ich ebenfalls sehr liebe. Wobei ich Candice Fox besser und wesentlich lustiger finde.

    Tja, und dann hat sie auch noch etwas zu erzählen. Und auch hier erfindet sie jedes Mal wieder eine neue Geschichte mit einer Handlung, die mich fesselt und erzählt nicht ihre alten Geschichten in einem neuen Gewand.

    Das Buch „Dark“ ist böse, brutal, humorvoll und zum Schluss bin ich sogar ein wenig rührselig geworden. Ich freue mich jetzt schon auf das nächste Buch dieser tollen Autorin und bin gespannt, welche Geschichte sie mir dann erzählen wird.
    Die Göttinnen von Otera - Golden wie Blut Namina Forna
    Die Göttinnen von Otera - Golden wie Blut (Buch)
    24.10.2020

    Wird im Laufe des Buches immer besser

    Deka wächst als Frau in einem kleinen Ort in Otera auf. Frauen werden in diesem Land im Namen des Gottes Oyomo durch die Priester systematisch unterdrückt. Die Frauen selber halten diese Unterdrückung der Frau aufrecht, indem sie diese akzeptieren, leben und für die Einhaltung der Regeln sorgen. Einmal im Jahr gibt es ein Ritual, bei dem die jungen Mädchen auf ihre Reinheit geprüft werden. Ist ihr Blut rot, so werden sie im Ort in Zukunft als reine Frau angesehen. Doch fließt aus ihren Adern goldenes Blut, so sind sie ein Dämon, eine sogenannte Alaki. Und diese Dämonen gilt es zu vernichten. Doch eines Tages benötigt der Kaiser die Alaki, um sein Reich gegen übermächtige Feinde zu verteidigen und gründet eine Armee aus Dämonen. Da Dekas Blut golden ist, wird sie zur Ausbildung als Kriegerin in die Hauptstadt von Otera gebracht. Dort lernt sie, für den Fortbestand des Landes zu kämpfen, das sie unterdrückt und verachtet…

    Die ersten 200 Seiten habe ich als ziemlich ereignisarm empfunden. Die Autorin Namina Forna führt uns intensiv ein in die Welt von Otera und zeigt uns die systematische Unterdrückung der Frauen in diesem Reich. Zudem erfahren wir sehr genau, was es für eine Frau in diesem Reich heißt, eine Alaki, also ein Dämon, zu sein. Das Leben der normalen Frau ist bis ins kleinste Detail vorgegeben und geregelt. Sie sind die Gefangenen der männlichen Weltordnung. Sind sie unrein, so gelten sie als Aussätzige, Monster, Gefahr und müssen getötet werden. Doch als der Kaiser sie als Werkzeug braucht, werden sie in eigens für sie errichtete Ausbildungsstätten gebracht. Hier wird ihr Leben ebenso von Regeln und Fremdbestimmung beherrscht. Sie tauschen ein Gefängnis gegen ein anders ein.

    Jeder Alaki wird ein männlicher Krieger, ein Jatu, zur Seite gestellt. Sie müssen sich gegenseitig unterstützen und schützen. Die Jatu empfinden den weiblichen Dämonen gegenüber in der Regel Angst und Abscheu. So ist es auch bei Deka und ihrem Vertrauten, dem Jatu Keita. Doch mit der Zeit wird aus Angst und Abscheu Interesse und Neugierde, schließlich Respekt und Vertrautheit. Diese Annäherung von Keita und Deka hat die Autorin sehr gut beschrieben. Als Leser/in spürt man richtig, wie aus Misstrauen und Distanz Vertrauen und Nähe werden.

    Als die Zusatzausbildung von Deka und ihren Blutschwestern beginnt, wird die Geschichte endlich spannender. Deka wird von einer Marionette, die nur Vorschriften und Verhaltensregeln im Kopf hat, zu einer Figur, die anfängt, eigenständig zu denken und die Anweisungen und das Weltbild von Otera zu hinterfragen.

    Die Motive der obersten Führerin der Ausbilderinnen, Weißhand, bleiben oft im Dunkeln. Immer wieder frage ich mich, was sie wirklich bezweckt. Ist sie aufrichtig oder sehr manipulativ? Sie hat viele Geheimnisse und weiß offensichtlich mehr als sie preisgibt.

    Beides, die Fragen, die aufgrund von Weißhands Verhalten entstehen und die Neugier, die ich als Leserin empfinde, als Deka immer mehr die Gegebenheiten hinterfragt, steigert die Spannung und mein Lesevergnügen. Dazu kommt, dass die Einfälle, die die Autorin im Laufe des Buches hat und die Wendungen, die „Die Göttinnen von Otera – Golden wie Blut“ nimmt, dafür sorgen, dass ich gar nicht mehr mit dem Lesen aufhören kann und will. Und nun am Ende von Band 1 frage ich mich, wie soll ich es schaffen, ein Jahr lang auf Band 2 zu warten?
    Feuerrache Feuerrache (Buch)
    13.09.2020

    Spannendes Finale

    Nach dem Tod ihrer Mutter geht Sara mit ihrer Schwester Lina nach Stockholm zurück. Fortan arbeitet sie bei den schwedischen Streitkräften. Auch hier steigt sie schnell in der Hierarchie nach oben. Mittlerweile hat sich der Konflikt zwischen Sara und der Geheimorganisation, die sie jagt, dermaßen verschärft, dass ihr kaum eine Ruhepause gegönnt wird…

    Der dritte und letzte Teil der Widerstandstrilogie hat endlich das, was ich mir auch schon bei den ersten beiden Bänden gewünscht habe: er hat Tempo, er hat überraschende Wendungen, er hat eine dichte Handlung. Kurzum: er ist richtig spannend. Obwohl die Welt von Sara, Andreas und Sally eher beschaulich und strukturiert ist, verdichten sich die Ereignisse, die die drei aufrütteln und zum Handeln zwingen sollen. Sie fühlen sich verfolgt, der BSV scheint alles aus ihrem Leben zu wissen. Sie werden in kompromittierende Situationen geführt, aus denen es kein Entkommen zu geben scheint. Nach wie vor wissen sie jedoch nicht, was ihre Widersacher genau von ihnen wollen – außer ihnen ein Gefühl von Hilflosigkeit und Angst zu vermitteln.

    Und auch als Leser/in frage ich mich, was die Geheimorganisation im Hintergrund bezweckt und warum sie sich die drei nicht einfach schnappt. Stattdessen tauchen immer wieder Personen auf, die Sara in die eine oder andere Richtung drängen wollen. Oft ist nicht klar, wer zu den Guten oder den Bösen gehört. Dazwischen wird die Handlung, wie auch schon bei „Blutblume“ und „Scheintot“, von Zeitungsmeldungen oder anderen Berichten unterbrochen, die sich mit korrupten Vorgängen in Schweden befassen.

    Als schließlich klar wird, was sowohl BSV als auch der Widerstand von Sara wollen, beginnt ein Wettlauf auf Leben und Tod. Dabei habe ich die Actionszenen nie als zu aufgeblasen oder langwierig empfunden. Die Szenen waren spannend und haben zum Mitfiebern angehalten.

    „Feuerrache“ ist ein toller und spannender Abschluss einer Reihe, die in den ersten beiden Teilen ein paar Längen aufweist und durch die willkürliche Gewalt manchmal genervt hat. Wir bekommen endlich Antworten auf alle Fragen, die wir uns in den beiden vorherigen Bänden gestellt haben. Sara möchte ich auch im dritten Teil das eine oder andere Mal schütteln, weil sie sich alles gefallen lässt. Da sie jedoch aktiver agiert und sich immer wieder Unterstützung holt, konnte ich mit ihr in diesem Band insgesamt gut leben. Und zum Schluss tut sie genau das, was ich schon ein paar Seiten lang von ihr erwartet habe. Damit versöhnt sie mich dann vollends. Wer Teil 1 + 2 gelesen hat, sollte sich das Ende nicht entgehen lassen.
    Das Lied des Wolfes Anthony Ryan
    Das Lied des Wolfes (Buch)
    13.09.2020

    Tolles Buch

    Die Stählerne Horde im Norden hat einen neuen Anführer – Kehlbrand. Ihm gelingt, was bisher noch keinem gelang, er kann die verschiedenen Stämme seines Volkes einen und die Treue eroberter Völker erlangen, indem er sich zum Gott erklärt. Vaelin al Sornas muss nun genau dahin, wo die Stählerne Horde ihr Unwesen treibt. Denn er will Sherin retten, die Frau, die er vor Jahren geliebt und dann weggeschickt hat…

    „Das Lied des Wolfes – Rabenklinge 1“ ist das erste Buch, das ich von Anthony Ryan gelesen habe. Von Anfang an fällt mir auf, dass der Autor sehr gut und routiniert schreibt. Der Einstieg in die Geschichte bereitete mir keine Probleme, da der Schreibstil einen sofort mitnimmt.

    Ich hatte zu Beginn lediglich die Befürchtung, dass ein großer Teil der Handlung Kämpfe darstellt. Denn direkt zu Beginn geht es immer wieder ums Kämpfen. Doch diese Befürchtung bewahrheitet sich zum Glück nicht. Erst einmal begibt sich unser Held Vaelin al Sornas mit seinen Gefährten in das Nachbarreich. Seine Ankunft und die Schilderung der damit verbundenen Schwierigkeiten habe ich als ein wenig langatmig empfunden.

    Doch nach dem ersten Drittel des Buches hat die Handlung mich voll und ganz gepackt. Denn zum einen erfahren wir durch Luralyn, die Schwester von Kehlbrand, wie dieser seine Macht zementiert, indem er die Priester ausschaltet, die Sklaven befreit und erste Eroberungszüge durchführt. Zum anderen begleiten wir Vaelin auf seiner abenteuerlichen und spannenden Reise. Schnell hat sich der Turmherr der Nordlande durch seine Intelligenz, seinen Mut und Führungsstärke in mein Herz geschlichen. Ebenso seine Gefährten, wie z. B. sein Bruder, seine Nichte und alte Gefährten sowie auch die willensstarke Heilerin Sherin.
    Die Handlung habe ich als extrem abwechslungsreich empfunden. Es passiert laufend etwas und Anthony Ryan versteht es, eine packende Geschichte mit viel Tempo zu erzählen. Sehr gut gefallen hat mir, dass es magische Fähigkeiten gibt und Figuren, die Teile der Zukunft vorhersagen können. Das hat der Handlung eine besondere Note verliehen.

    Der Kampf zum Ende des Buches hat mich ein wenig ermüdet. Obwohl auch dieser sehr abwechslungsreich gestaltet war, hat er mir insgesamt zu lang gedauert. Die Schlussszene dieses tollen Buches war für mich noch einmal ganz großes Kino und hat mich ungemein begeistert.

    Nun werde ich in der nächsten Zeit die vorherigen Abenteuer von Vaelin al Sornas, die in der Rabenschatten-Trilogie niedergeschrieben sind, lesen und warte dann auf den zweiten Teil von Rabenklinge.
    Riviera - Der Weg in die Freiheit Julia Kröhn
    Riviera - Der Weg in die Freiheit (Buch)
    22.08.2020

    Noch besser als Band 1

    Die Handlung setzt 1938 ein und endet 1945. Salome hat begriffen, dass der Nationalsozialismus in Deutschland den Juden kein normales Leben mehr ermöglicht. Fortan widmet sie ihr Leben der Flucht und dem Überleben von Juden, indem sie zuerst über das Reisebüro ihres Vaters Reisen nach Italien organisiert. Immer wieder schmuggelt sie Juden in die Reisegruppen und hilft ihnen damit bei der Flucht. Als dies nicht mehr möglich ist, findet sie eine neue Tätigkeit, bei der sie den Verfolgten helfen kann. Hier trifft sie Felix wieder…

    Auch dieser Teil ist wieder unglaublich intensiv geschrieben. Im zweiten Viertel habe ich die drastischen Beschreibungen, was den Juden und anderen Verfolgten angetan wurde, kaum ertragen können. Dabei hatte ich immer wieder den Gedanken im Hinterkopf, dass dies keine bloße Fiktion ist, sondern wirklich stattgefunden hat.

    Im Gegensatz zu Teil 1 sind Salome und Felix gereift und treten für die Dinge ein, an die sie glauben. Dabei bleibt Felix eine Figur mit Schwächen, aber auch vielen Stärken. Salome dagegen ist eine starke Frau, die einen Weg einschlägt, bei dem ich zu Beginn große Zweifel an ihren Motiven hegte.

    Die Freundschaft und die Rivalität zwischen Salome und Ornella ist auch in diesem Buch immer wieder ein Thema. Da beide denselben Mann lieben, bleibt dies auch nicht aus. Die Entwicklung, die diese Dreiecksgeschichte nimmt, hat mir sehr gut gefallen und war für mich zudem realistisch.

    „Riviera – Der Weg in die Freiheit“ führt uns in die schwärzesten Stunden der deutschen Geschichte. Julia Kröhn liefert uns wieder viele Hintergrundinformationen, die mir als Leserin deutlich gemacht haben, wie hart die Recherche für dieses Buch gewesen sein muss. Das Buch zeigt uns aber auch, dass es Widerstand und Hoffnung gab. Wenn viele Menschen helfen, kann auch etwas erreicht werden. Das hat mir Mut gemacht. Denn beim Lesen, gerade zu Beginn des Buches, fallen einem mehrfach die Parallelen zu unserer heutigen Zeit auf.

    Ein starkes Buch, das uns viel zu erzählen hat!
    It was always you Nikola Hotel
    It was always you (Buch)
    22.08.2020

    Nach und nach setzte eine Sogwirkung ein

    Vier Jahre war Ivy nicht mehr Zuhause. Denn solange ist es her, seit ihr Stiefvater sie in einer Nacht und Nebel Aktion auf ein Internat gesteckt hat. Doch nun schickt er ihr eine Nachricht mit der Aufforderung, bei ihm und ihren beiden Stiefbrüdern zu erscheinen. Bereits im Flugzeug trifft sie auf ihren 6 Jahre älteren Stiefbruder Asher, der ihrer Meinung nach der Hauptgrund für ihre Verbannung war…

    Nach dem Lesen der ersten Seiten hätte ich nicht geglaubt, dass ich das Buch wirklich bis zum Ende lese. Denn beide Hauptfiguren fand ich unsympathisch und nervig. Ivy, die sich von jedem an die Seite schieben lässt und einfach nie den Mund aufbekommt. Asher, der ein Macho und arrogant ist und alles besser weiß. In Teilen bleiben die beiden diesem Schema auch bis zum Schluss des Buches treu. Nikola Hotel hat mit „It was always you“ ein Buch geschrieben, das die Klischees des Genres genau trifft.

    Doch trotzdem konnte ich irgendwann nicht mehr aufhören, das Buch zu lesen. Es hatte mich gepackt und ich musste unbedingt wissen, wie es endet. Warum? Ein Grund ist, dass das Buch nach den klassischen Mustern der Young Adult bzw. New Adult Bücher gestrickt ist. Ich konnte mich einfach in die Geschichte fallen lassen und sie genießen. Es kam zwar immer mal wieder ein Moment, indem ich Ivy gerne geschüttelt oder Asher einen ordentlichen Tritt verpasst hätte. Aber insgesamt konnte ich mit den beiden gut leben, nachdem ich mich auf sie eingelassen hatte.

    Insgesamt zeichnet sich die Familie dadurch aus, dass sie nicht miteinander spricht. Jeder kocht sein eigenes Süppchen und hat Geheimnisse, die die Harmonie stören. Das ist für mich auch der Punkt, der dafür sorgt, dass das Buch nur 4 statt 5 Sterne von mir bekommt.

    Was soll ich sagen? Nach anfänglichem Stirnrunzeln ist nun Teil 2 schon vorbestellt und ich werde mich im September sofort darauf stürzen.
    Rendezvous in zehn Jahren Judith Pinnow
    Rendezvous in zehn Jahren (Buch)
    14.04.2020

    Süße Liebesgeschichte

    Etwa 2 Stunden lang dauert die Begegnung der Deutschen Valerie und des Niederländers Ted in einem Café in Amsterdam. Am Ende beschließen sie, sich in genau 10 Jahren wieder in demselben Café zu treffen. Doch schnell wird beiden klar, dass sie nicht so lange warten wollen und sie fangen an, sich zu suchen. Er in München und sie in Amsterdam…

    Die Begegnung der beiden Hauptfiguren fand ich schön und auch authentisch geschildert. Doch dann war ich mir nicht sicher, ob das Buch „Rendezvous in zehn Jahren“ von Judith Pinnow wirklich etwas für mich ist. Die Vorstellung, dass die beiden nun wie die Königskinder, die nicht zusammenkommen können, umeinanderkreisen und sich immer wieder verpassen, fand ich eher frustrierend und darüber zu lesen würde mich bestimmt schnell nerven, befürchtete ich. Doch dann ist alles ganz anders gekommen.

    Es ist mir gelungen, mich einfach auf die Geschichte einzulassen. Zugegeben, der positive Schreibstil der Autorin hat es mir sehr leicht gemacht. Zu erfahren, wie beide mit ihrem Leben weitermachen und sich doch nie wirklich vergessen können, hat mir sehr gut gefallen. Besonders die Entwicklung von Valeries Leben, das ich einfach toll fand, zu begleiten, hat mir sehr großen Spaß bereitet. Bei Ted hatte ich oft den Eindruck, dass er nur auf Impulse von außen reagiert, ohne wirklich hinter ihnen zu stehen. Okay, er hat auch nicht so tolle Freunde wie Valerie. Bei Valerie und ihren Freundinnen habe ich besonders viel Lebensfreude wahrgenommen. Diese ist bei Ted nicht so zu spüren. Doch auch seine Geschichte ist wichtig für den Verlauf der Handlung.

    Das Buch hat mir ein paar schöne Lesestunden beschert. Die Figuren waren so angelegt, dass sie mir fast alle sofort ans Herz gewachsen sind. Die Kulisse mit München, Amsterdam und Norderney hat noch ein Übriges zur guten Stimmung des Buches beigetragen. Für mich ein rundum gelungener Liebesroman, der einen glücklich und zufrieden zurücklässt.
    Das Reich der Grasländer 1 Tad Williams
    Das Reich der Grasländer 1 (Buch)
    14.04.2020

    Eine komplexe Welt episch erzählt

    König Simon muss alleine am Hochthron regieren und alle Hiobsbotschaften in Empfang nehmen, da sich seine Gattin Miriamel in Nabban befindet. Dort versucht sie die politischen Probleme der Gegend zu lösen. Ihr Enkel, Prinz Morgan, und seine Leibgarde wurden überfallen. Der Prinz konnte sich in die angrenzenden Wälder retten und versucht hier zu überleben und einen Weg nach Hause zu finden. Sein Begleiter, Graf Eolair, wurde von Banditen gefangen genommen und will einfach nur überleben.

    Dies ist nur ein Teil der Figuren, die wir in dem Buch „Das Reich der Grasländer 1“ von Tad Williams begleiten. Und das ist für mich auch das Tolle an dem Buch. Es ist eine episch angelegte, sehr komplexe Geschichte, die sich nur langsam aufbaut und von vielen Szenenwechseln lebt. Der Erzählstil hat mich an G.R.R. Martins „Das Lied von Eis und Feuer“ erinnert.

    Für mich war der Einstieg ein wenig holprig, denn hier ist mir genau das passiert, was bei Fantasybüchern meistens gar nicht geht. Ich habe mich davon blenden lassen, dass der Titel „Das Reich der Grasländer 1“ heißt. Den Zusatz „Der letzte König von Osten Ard 2“ habe ich dabei geflissentlich übersehen. Dadurch waren mir weder das Reich noch die Personen vertraut. Zu Beginn hatte ich deshalb die Befürchtung, dass ich gar nichts mit dem Buch anfangen kann. Zum Glück war dies jedoch nicht der Fall. Es hat lediglich ein wenig gedauert, bis ich in die Handlung eingestiegen war.

    Doch beim Lesen ist mir immer wieder aufgefallen, dass mir die Vorgeschichte der Figuren fehlt, um manches gut einordnen zu können. Genauso wie mir das Worldbuilding und die Entwicklungen des Reiches nicht bekannt waren, sodass mir immer wieder Lücken in meinem Wissen aufgefallen sind.

    Allerdings habe ich mir mittlerweile Teil 1 „Der Drachenbeinthron“ besorgt, da mir sowohl der Schreibstil als auch die Figuren sehr gut gefallen haben und ich mir noch viele spannende Lesestunden von dieser Serie verspreche. Komplexe Sagen, die episch erzählt werden, finde ich sehr schön zu lesen, da ich als Leserin tief in die gestaltete Welt eintauchen kann. Nach ein paar Büchern ist es dann so, als wären die Figuren Teil meines Lebens und ich freue mich jedes Mal erneut auf ein Wiedersehen.
    Echo des Schweigens Markus Thiele
    Echo des Schweigens (Buch)
    21.03.2020

    Ein Virtuose der Choreografie

    Hannes bekommt seinen ersten großen Fall als Strafverteidiger übertragen. Er soll einen Polizisten verteidigen, der des Mordes an einem Asylbewerber angeklagt ist. Dieser verbrannte in seiner Gefängniszelle. Sophie ist Rechtsmedizinerin. Sie hat ein Gutachten erstellt, das beweisen soll, dass sich der Tote nicht selber in seiner Zelle in Brand gesetzt hat, wie es ursprünglich behauptet wurde. Die beiden lernen sich kennen und lieben, ohne zu ahnen, dass sie auf verschiedenen Seiten desselben Gerichtsprozesses stehen…

    Markus Thiele ist meiner Ansicht nach mit „Echo des Schweigens“ der ganz große Wurf gelungen. Schon der Einstieg in den Roman, der mit dem Schlussplädoyer bzw. mit dem Abbruch desselben startet, sorgt für Spannung. Im Folgenden führt uns der Autor in mehrere Handlungsstränge ein, bei denen sich die Frage stellt, was diese mit dem Gerichtsprozess zu tun haben. Die Frage, die nach und nach immer mehr aufkommt ist, ob diese völlig unterschiedlichen Vorgänge überhaupt einen gemeinsamen Nenner haben.

    Was mich besonders beeindruckt hat, ist, dass diese einzelnen Handlungsstränge zum Ende hin perfekt zusammenlaufen. Alles in der Geschichte fällt punktgenau an seinen Platz. Die Spannung ist regelrecht zu greifen, als nach und nach alles auf seinen Höhepunkt zusteuert. Auch das Zusammenspiel einzelner Szenen, die parallel erzählt werden, ist großartig ausgearbeitet.

    Der Autor spielt im Laufe des Buches mit unseren Werten und Einstellungen. Damit regt er uns zum Nachdenken an über den Unterschied zwischen Recht und Gerechtigkeit und die Frage, was richtig und was falsch ist. So hat Sophie ganz klare und unumstößliche Ansichten, was für sie Recht und Unrecht bedeutet. Diese gelten jedoch plötzlich nicht mehr, als ihre Perspektive sich ändert. Und genau an diesen Punkt kommen wir als Leser/in auch immer wieder. Wir haben unsere Meinungen, die durch Brüche in der Handlung plötzlich überprüft werden, bis wir uns eingestehen müssen, dass es meistens kein einfaches schwarz oder weiß gibt.

    Für mich auf jeden Fall ein Highlight in diesem Jahr und ein Autor, von dem wir hoffentlich noch mehr zu lesen bekommen.
    Cold Case - Das verschwundene Mädchen Cold Case - Das verschwundene Mädchen (Buch)
    21.03.2020

    Gut und spannend

    Tess ist die Chefin eines Ermittlerteams, das Cold Cases bearbeitet. Als ein Serienvergewaltiger nach einer Ruhephase wieder anfängt Frauen zu überfallen und zum Teil auch zu töten, führen die Spuren zu dem ungeklärten Verschwinden eines 19-jährigen Mädchens vor ca. 17 Jahren. Die Umstände dieses Verschwindens konnten niemals geklärt werden. Wird es Tess und ihrem Team gelingen, diese beiden Verbrechen jetzt aufzuklären?

    Das Geschehen wird auf mehreren Ebenen geschildert. Da ist zum einen Tess und ihr Team, welches die Ermittlungen aufnimmt. Dann treffen wir auf den Vergewaltiger und werden mit seinen Taten konfrontiert. Zudem gibt es noch Einschübe aus dem Jahr 2002. Hierbei erleben wir das damalige Geschehen aus Opfersicht. Dann gibt es noch einzelnen Szenen, in denen Zeugen und Verdächtige des Cold Case zu Wort kommen. Die Schilderungen der heutigen Taten sind spannend und gehen unter die Haut, ohne dass Tina Frennstedt zu sehr ins Detail geht. Ebenso sind die Szenen aus dem Jahr 2002, in denen Annika, das verschwundene Mädchen, zu Wort kommt, sehr eindrücklich. Denn wir als Leser/innen wissen ja, dass ihr etwas Schreckliches passieren wird.

    Das Ermittlerteam besteht aus sehr unterschiedlichen Persönlichkeiten, was die Darstellung der Arbeit abwechslungsreich und interessant macht. Die Autorin führt die Personen zu Beginn ausführlich ein. Dabei hatte ich oft den Eindruck, dass sie Filmszenen beschreibt. Deshalb war mir am Anfang des Buches der Szenenaufbau oft zu lang und damit zu langatmig. Nach der Einführung hat sich das jedoch gegeben und das Gefühl hat sich bei mir zerstreut. Ebenso ist das Privatleben zu Beginn der Geschichte für mich zu ausführlich geraten, was unnötige Längen produziert hat. Doch auch hier ist es so, dass ich im Laufe der Geschichte, die Schilderungen des Privatlebens ansprechend fand.

    Das Buch war für mich ein Pageturner, den ich nicht mehr aus der Hand legen wollte. Die beiden Ermittlungen haben mir sehr gut gefallen und waren genau nach meinem Geschmack. Ein wenig schade fand ich, dass mir schon sehr früh klar war, wer für das Verschwinden von Annika verantwortlich war.

    Doch für den ersten Teil einer Reihe fand ich das Buch sehr gut und spannend. Nun freue ich mich auf das Erscheinen des zweiten Teils.
    Der Tote im Camper Britta Bendixen
    Der Tote im Camper (Buch)
    13.03.2020

    Klassischer Krimi zum Miträtseln

    Urlaub auf dem Campingplatz. Alle sind in Ferienlaune, Bekanntschaften werden schnell geschlossen, Cliquen entstehen. Doch plötzlich gibt es einen Toten in ihrer Mitte. Er wurde ermordet. Doch von wem? Die Kommissare Weichert und Andresen machen sich an die Ermittlungen und decken nach und nach die Geheimnisse der einzelnen Personen auf…

    Ich liebe Krimis, die klassisch aufgebaut sind und mich zum Miträtseln motivieren. Britta Bendixen baut das Szenario sorgfältig auf. Wir lernen die Beteiligten und das Umfeld kennen. Hierbei bewegen wir uns im relativ geschlossenen Kosmos eines Campingplatzes.

    Schon der Prolog baut Spannung auf, denn er machte meine Erwartungen an die Geschichte erst einmal zunichte. Zurück bleibt die Frage, was hat das Geschehen des Prologs mit den Ereignissen auf dem Campingplatz zu tun.

    Nachdem wir die Figuren kennengelernt haben, geschieht der Mord. Die Mordmethode ist sehr ungewöhnlich und gerissen.

    Wir als Leser wissen und sehen dabei auch nicht mehr als die Personen im Buch. Nach und nach wird unser Wissen um die Verdächtigen vertieft. Wir erfahren, wer welche Leiche im Keller hat. Genauso wie wir erfahren, welche Motive es für den Mord geben könnte. Ich mag Krimis, in denen ich mitraten kann, wer den Mord begangen hat und warum. Und das macht die eigentliche Spannung dieses Buches aus.

    Britta Bendixen baut die Figuren und das Umfeld gut auf. Sie liefert uns Motive und Verdächtige. Vorangetrieben werde ich als Leserin von der Neugierde zu erfahren, was wirklich passiert ist und ob meine Vermutungen hinsichtlich des Mörders und seines Motivs stimmen.

    Sehr gut gefallen hat mir zudem, dass hier nicht mit übertriebenen Actionszenen und Verfolgungsjagden gearbeitet wird, um künstlich Spannung zu erzeugen.

    Der Schreibstil wirkt sehr locker und leicht, was zum Teil auch an der humorvollen Erzählweise liegt.

    Fazit: Wer auf klassische Krimis im Sinne von Agatha Christie steht, kommt hier voll auf seine Kosten.
    Long Bright River Liz Moore
    Long Bright River (Buch)
    02.02.2020

    Beeindruckendes Buch

    Zwei Schwestern, wie sie unterschiedlicher kaum sein können. Micky ist Streifenpolizistin, ihre Schwester Kacey eine rauschgiftsüchtige Stricherin. Eines Tages verschwindet Kacey, keiner scheint zu wissen, was mit ihr passiert ist. Zeitgleich beginnt eine Mordserie an drogensüchtigen Prostituierten. Micky setzt alles daran, ihre Schwester zu finden, und dass, obwohl sie seit 5 Jahren nicht mehr miteinander reden.

    Liz Moore zeichnet ein düsteres Bild des Viertels Kensington. Dieser Stadtteil von Philadelphia besteht aus vielen abbruchreifen Häusern, ist heruntergekommen und jeder kennt Menschen, die der Sucht erlegen sind. Das alles schildert sie so eindringlich, dass ich die Stadt in all ihrem Elend, mit den vielen mit Drogen vollgepumpter Menschen vor mir sehen konnte.
    Micky wurde sehr eindringlich beschrieben. Sie ist eine zerrissene Person, die eine gute Polizistin, gleichzeitig eine gute Mutter für ihren 4 Jahre alten Sohn sein will und zudem in ihrer Verbundenheit zur drogensüchtigen Schwester gefangen ist.

    Micky schildert auf einer zweiten Zeitebene in Rückblenden ihre Kindheit und Jugend bei der Großmutter, die die beiden Mädchen nach dem Drogentod der Mutter aufgezogen hat. Micky war schüchtern und sozial unbeholfen. Ihre Schwester das genaue Gegenteil. Kacey stand immer im Mittelpunkt, hatte jede Menge Freunde und ließ sich nichts gefallen. Die beiden Schwestern waren in ihrer Kindheit sehr eng miteinander verbunden. Doch das war einmal.

    Das Buch hat mich beeindruckt, weil die Geschichte so oder so ähnlich im wahren Leben stattfinden könnte. Liz Moore hat es geschafft, eine eindrucksvolle Erzählung zu liefern. Mit Personen, die nicht einfach gestrickt, sondern voller Brüche und Widersprüche sind.

    Die Kriminalgeschichte bildet nicht den Mittelpunkt der Handlung, wird jedoch geschickt in den Roman eingebunden und mit dem sonstigen Geschehen verknüpft.

    Die Spannung entsteht durch das Porträt der Stadt und das Bild der Personen, die in ihr Leben. Die Erzählweise ist kraftvoll und ausdrucksstark, wirkt zudem sehr realistisch und dadurch deprimierend. Mich hat schon lange kein Buch mehr so gefangen genommen und fasziniert. Ein absolutes Highlight.
    Missing Boy Candice Fox
    Missing Boy (Buch)
    24.01.2020

    Ich liebe Candice Fox!

    In „Missing Boy“ begeben sich Ted Conkaffey und Amanda Pharrell auf die Suche nach einem verschwundenen Jungen. Zudem versuchen sie aufzuklären, was genau mit ihm geschehen ist und wer für sein Verschwinden verantwortlich ist.

    Endlich ist der dritte Band um die beiden unkonventionellen Ermittler auf Deutsch erschienen. Leider konnte ich nicht, wie bei den beiden vorherigen Teilen, das Hörbuch genießen, da es dieses Mal nur als gekürzte Version auf CD erschienen ist. Daher musste ich auf die geniale Interpretation von Amanda durch Uve Teschner verzichten. Vielleicht finde ich deshalb, dass „Missing Boy“ nicht an den Vorgänger „Redemption Point“ heranreicht.

    Dabei strotzt auch dieser Band wieder vor ungewöhnlichen Einfällen, Amanda Pharrell ist skurril wie eh und je und Ted Conkaffey, mit seiner Beständig- und Fürsorglichkeit, wächst mir immer mehr ans Herz. Doch irgendwie fehlte dem Kriminalfall der letzte Pepp. Ich finde jedoch, dass man Candice Fox anmerkt, wieviel Freude ihr das Schreiben und Erfinden von Geschichten macht. Und genauso viel Spaß hatte ich beim Lesen des Buches. Die Figur der Amanda Pharrell ist für mich einfach der Hammer und ich hoffe, dass es noch viele Bücher mit ihr geben wird. Ich liebe ihre schrulligen Marotten und die genialen Einfälle, die sie als sehr außergewöhnliche Ermittlerin in der Krimi- und Thrillerszene auszeichnen.

    Begeistern würde mich, wenn die Serie verfilmt würde, wobei alles von der richtigen Besetzung der Figur Amanda Pharrell abhängt.

    Nun bleibt zu hoffen und zu wünschen, dass schnell der nächste Teil erscheint!
    Cassardim 1: Jenseits der Goldenen Brücke Julia Dippel
    Cassardim 1: Jenseits der Goldenen Brücke (Buch)
    01.01.2020

    Unterhaltsam und spannend

    Amaia ist mit ihren Geschwistern in unserer Welt aufgewachsen. Dabei ist ihr bewusst, dass sie anders sind als wir Menschen. Eines Nachts werden sie Zuhause überfallen und ihre Eltern getötet. Zum Glück gibt es da Noár, der sie alle rettet und sie im Anschluss alle nach Cassardim bringt. Denn eigentlich gehören sie in dieses Reich der Toten…

    Vor dem Lesen war ich hin und her gerissen. Zum einen finde ich das Cover hässlich, zum anderen lese ich sehr gerne Jugendfantasybücher, die eine Liebesgeschichte beinhalten. Den Ausschlag hat dann gegeben, dass bei einer Diskussion, die ich vor ein paar Wochen verfolgen konnte, die eine Person das Buch in den Himmel gelobt und die nächste dasselbe Buch verteufelt hat. Nun wollte ich das Buch unbedingt lesen, um mir mein eigenes Urteil zu bilden.

    Mein Urteil: Mir hat das Buches gefallen. Die Geschichte ist spannend sowie ohne Längen geschrieben, erzeugte meine Neugierde auf das weitere Geschehen und hat mich dadurch mitgerissen. Es passiert ständig etwas und ich habe mich immer wieder gefragt, worauf das Geschehen wohl hinausläuft. Zudem ist der Schreibstil sehr unterhaltsam, sodass das Buch zügig zu lesen ist. Die Personen sind zwar klischeehaft angelegt, aber das störte mich nicht weiter. Jedes Genre hat seine Prototypen. Da ist der dunkle, geheimnisvolle und abweisende Noár und die neugierige, romantische, mutige Amaia. Die beiden kreisen selbstverständlich ständig umeinander. Es gibt die machtbesessenen Bösen, die Intriganten, die Kraftspendenden und die Verbündeten. Der Personenkreis war ausgewogen und es war auch niemand dabei, den ich gar nicht ertragen konnte. Manche Figuren hätten besser ausgearbeitet werden können. Bis auf ihren kleinen Bruder sind z.B. ihre Geschwister oberflächlich und ohne Tiefe gehalten.

    Ein bisschen irritiert hat mich, dass es einen Handlungsabschnitt gab, in dem Amaia plötzlich sehr passiv wirkte. Vorher hat sie mit ihrer Neugierde und durch ihren Mut die Handlung immer wieder vorangetrieben. Plötzlich kam sie mir jedoch wie ein passives Opferlamm vor. Zum Glück hat sich das gegen Ende wieder geändert.

    Cassardim von Julia Dippel war, nach einer Durststrecke von eher durchschnittlichen Büchern, die ich in der letzten Zeit gelesen habe, endlich wieder ein Buch, das ich gerne gelesen habe. Ich freue mich schon auf weitere Bücher aus dem Reich der Toten von Julia Dippel und ich bin gespannt, wie die Geschichte weitergeht.
    Cherry, B: Wenn der Morgen die Dunkelheit vertreibt Cherry, B: Wenn der Morgen die Dunkelheit vertreibt (Div.)
    01.12.2019

    Emotionen pur

    Das ist das zweite Buch, das ich von Brittainy C. Cherry gelesen bzw. gehört habe. Und ich liebe diese Autorin. Sie ist für mich DIE Entdeckung, denn sie bringt uns die Figuren und das Geschehen näher, indem sie uns Gefühle präsentiert. Die Menschen, denen wir in diesem Buch begegnen, leben durch ihre Emotionen. Selbst die gefühlskalte Mutter von Grace handelt aufgrund ihrer Gefühle. Beim Hören merkte ich, wie mein Herz immer weiter wurde, je tiefer ich in die Geschichte eintauchte. Das ist für mich eine Gabe, die nicht viele Autoren beherrschen.

    Klar spielt die Autorin mit Klischees. Das schwache, betrogene Weibchen und die betrügenden Ehemänner sowie der Bad Boy, der die Finger nicht von der Frau lassen kann, die er zu Beginn verachtet. Ich denke jedoch, wenn ich mich auf das Genre Liebesromane, die ja Liebe transportieren sollen, einlasse, dann lande ich in aller Regel bei Geschichten, die viele Klischees transportieren. Wenn ich mich darauf nicht einlassen kann, dann bin ich hier sowieso falsch. Für mich macht den Unterschied zu vielen anderen Büchern des Genres, dass Brittainy C. Cherry unglaublich gut mit Worten umgehen kann.

    Die Sprecherin für Grace und den Sprecher für Jackson finde ich sehr gut besetzt. Sie passen perfekt zu den beiden Figuren. Ich hoffe, dass in Zukunft noch mehr Bücher der Autorin als ungekürzte Hörbücher erscheinen.

    Auf jeden Fall werde ich nach und nach auch noch die anderen Bücher der Autorin lesen und freue mich bereits jetzt auf weitere Neuerscheinungen.
    Rayne, P: Flirting with Fire Rayne, P: Flirting with Fire (Buch)
    23.11.2019

    Wohlfühlroman mit sympathischen Charakteren

    Während der High-School-Zeit ist Maddie in den umschwärmten Mauro Bianco verschossen. Doch dieser nimmt Maddie kaum wahr und weiß im Grunde gar nicht, dass sie existiert. Bei einem Ehemaligentreffen ihrer Schule treffen sich die beiden wieder. Aus dem hässlichen Entlein ist in der Zwischenzeit ein schöner Schwan geworden…

    Die Geschichte ist nicht originell. So oder ähnlich habe ich sie schon oft gelesen. Als Leserin weiß ich genau, was mich erwartet. Doch genau das ist eine der Stärken der Liebesromane von Piper Rayne: Ich kann mich auf schöne Lesestunden freuen und meine Erwartungen werden erfüllt. Deshalb greife ich gerne zu Büchern des Autorinnen-Duos und ich wurde noch nie enttäuscht.

    Eine andere Stärke der Autorinnen sind die sympathischen Charaktere ihrer Bücher. Zu Beginn dieses Buches mochte ich Mauro Bianco nicht sonderlich. War er im Prolog noch ganz niedlich, entwickelt er sich in den ersten Kapiteln zu einem Idioten. Doch schon bald bekommt er die Kurve und sowohl er sowie seine Brüder als auch Madison und ihre Freundinnen haben mein Herz erobert. Und zwar so sehr, dass ich froh bin, dass es auch noch Bücher über die beiden Freundinnen und die Brüder Luca und Cristian Bianco geben wird.

    „Flirting with Fire“ habe ich als Hörbuch gehört. Dabei hat mir besonders die männliche Stimme von Sven Macht für Mauro Bianco gefallen. Doch während des Hörens ist mir klar geworden, dass dieses Buch ein Buch ist, das ich lieber gelesen hätte. Denn beim Lesen wäre ich tiefer in die Geschichte eingedrungen und hätte nicht zum Teil den Eindruck gehabt, dass das Geschehen an mir vorbeizieht. Die beiden anderen Teile der „Saving Chicago“ Reihe werde ich daher lesen. Denn, dass ich sie haben möchte, steht außer Frage.

    Das Buch ist ein Wohlfühlbuch für schöne Stunden auf dem Sofa. Also, liebe Romantikerinnen, nicht verpassen!
    176 bis 200 von 212 Rezensionen
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