Ein gewagtes Projekt
Uff, das ist schwierig, ich habe mir das Album nun etliche Mal angehört und das erste was ich sagen muss ist - das ist KEIN Jazz. Das würde ich am ehesten ins Fach Psychedelic-Fusion packen. Aber ist es gut? Naja, da sind viele gute Stücke oder Parts drauf, aber auch ein paar Ausfälle. Am schlimmsten die Jazzballade "Willow weep for me", das so mit einem Blubberbass-Synthi zu zerstören tut weh. Und "Wichita Lineman" braucht doch kein Mensch auf so einem Album, passt auch nicht. Das 11-Minuten-Stück "Frailed" klingt mehr nach Nils-Petter Molvaer, ist aber ganz ok. Ansonsten sind die Titel bei denen Flea E-Bass spielt oder Anna Butterss Kontrabass ganz gelungen. Das einzige (kurze) Jazz-Stück "Morning cry", bei dem Flea tatsächlich ein Bebop-Stück komponiert hat zeigt nach dem hübschen Thema, das aber auch nach Schema F "hats schon gegeben" klingt, Flea's Mangel - er kann kein Jazzsolo spielen, der Titel bricht völlig ins bedeutungslose auseinander. Also sorry, Flea, ich verstehe Deinen Wunsch, mal sowas zu machen, aber Du hättest da entweder nochmal zwei Jahre länger Trompete üben sollen oder die Melodien und Soli auf dem E-Bass spielen sollen, das wäre vielleicht besser gelungen.