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    gemi:re Top 25 Rezensent

    Aktiv seit: 31. August 2010
    "Hilfreich"-Bewertungen: 5300

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    628 Rezensionen

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    Symphonie Nr.4

    Symphonie Nr.4 (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    21.03.2018
    Booklet:
    3 von 5
    Gesamteindruck:
    4 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    4 von 5
    Repertoirewert:
    3 von 5

    Bruckner im Leipziger Orchesterglanz

    Leipzig feiert derzeit das ruhmvolle Bestehen seines berühmten Gewandhaus-Orchesters seit 275! Jahren und dazu seinen neuen Kapellmeister, Andris Nelsons, der allerdings auch andernorts (vertraglich) engagiert ist, internationales musikalisch-künstlerisches multitasking: Boston-Leipzig-Wien, daneben auch beliebte Gastauftritte wie in Berlin.
    Nach Masur und Blomstedt und dem wohl künstlerisch leider trotz Bart fremdelnden Chailly, kann man nur wünschen, dass aus dieser 'Zeitarbeit' mit Nelsons kein 'Leipziger Allerlei' wird, und der sinfonische Einstieg mit Bruckner die philharmonische Seele befriedigend konsolidiert.

    Jedenfalls klingt bisher das gemeinsame Musizieren zumindest klanglich sehr verheißungsvoll. Nach der 3ten, nun die grosse 'Romantische' auch höchst sanguinisch, ohne alle herben brucknerschen Zäsuren, ohne seine kühnen Klangquader, die dem Nelsons-affinen, so sanglich organischen Legato auch im Wege stünden. Und so betont Nelsons weniger Bruckners expressive Architektur einer sinfonisch konstituierten Gestalt, sondern mehr deren sich ereignend vollziehendes Werden im musikalischen Fluss, jedoch eher möglichst live, hier und jetzt.
    Wer sein "Andante quasi Allegretto" des 2.Satzes mit dem von Klemperer vergleicht - als strukturorientiertes Beispiel auch der alt-tradierten Bruckner-Kapellmeister wie Schuricht, Rosbaud und Walter - der kann hören, wie Nelsons mittels seiner geschmeidig gleitenden Phrasierung rund vier! Minuten länger, dabei jedoch keinesfalls ausdrucksvoller musiziert. Desgleichen gilt für Klemperers zügigem wie grandios-dramatischem Anfang des Finales, wie er das ein-leitende Hornmotiv der Sinfonie wieder aufgreift und final prägnant artikuliert.
    In Nelsons Dirigat vernimmt man eher fein abgestimmte, moderat ineinander sich verblendende voluminöse Klangprospekte.
    Und die Gewandhäusler spielen, zumal die Bläser, allemal auch so erstklassig, als hörten wir eine soundtechnisch höchstwertig abgemischte Version (spät)romantischer Musik, die ein Bruckner komponiert hat.
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    Joseph Calleja - Verdi

    Joseph Calleja - Verdi (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    21.03.2018
    Booklet:
    4 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    4 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    3 von 5

    Calleja überzeugt mit Verdi

    Joseph Calleja, der Malteser, in Valetta an einem der ältesten Opernhäusern Europas jung erprobt, hat schon über viele Jahre in München die 'Verheissung eingelöst', ein überzeugender Tenor zu sein, zuvor und zuerst mit seinem exzellenten Arien-Album aus Mailand unter Riccardo Chailly, und bereits vor 15 Jahren!
    Sein neues 'Verdi-Album' könnte womöglich eine Antwort auf das berühmte Album seines berühmteren Münchner 'Rivalen' Jonas Kaufmann sein, der offenbar die attraktivere Bühnenpräsenz hat, und immer noch everybody's darling ist.
    Allerdings, rein vokal braucht Joseph den und niemand zu scheuen. Näher am hell-strahlenden Pavarotti als am eher dunkel-klosigen Domingo, wie Kaufmann, singt Calleja mit offenerer und leichter beweglicher Stimme, auch hörbar ohne Druck und Anstrengung in heiklen Passagen, wo Kaufmann gelegentlich doch unfrei und bemüht klingt.
    In seinem Aida-Auftakt 'Se quel guerrier io fossi!' und den Trovatore-Nummern klingt er vergleichsweise vorzüglich, dem Otello, zwar auch überzeugend phrasiert, fehlt ev. noch eine Spur fundamentaler Färbung, über die Kaufmann verfügt, allerdings auch Geschmackserwägungen. Wann habe ich die DonCarlo-Szene schon so eindrucksvoll artikuliert gesungen gehört?
    Alles in allem ein sehr erfreuliches Calleja-Verdi Album.
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    Symphonien Nr.4-9

    Symphonien Nr.4-9 (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    20.03.2018
    Booklet:
    4 von 5
    Gesamteindruck:
    4 von 5
    Klang:
    4 von 5
    Künstlerische Qualität:
    4 von 5
    Repertoirewert:
    4 von 5

    Klemperers unvollendeter Bruckner

    Über Klemperers strukturanalytisch-konstruktivistische Interpretationshaltung, seine 'vertikale' Beleuchtung der Musik, kann man durchaus streiten, zumal wenn man die sanguinische Horizontale bevorzugt, den klanglichen Fluss, wie z.B. ein Karajan.
    Dabei ist schon frappierend, wie lapidar und direkt Klemperer die Tremoli beginnt, die Motive völlig unsentimental anschiebt und deren Verläufe zügig durchformuliert.
    Dabei entfaltet sich kaum pseudo-religiöser Weihrauch, umsomehr durchweg musikalischer Ernst.
    Und bei dieser 'fragmentarischen' Durchzeichnung der Sätze mit
    erheblichen und wichtigen Generalpausen, welche die musikalische Architektur strukturieren, was man auch hören können muss!, ist Klemperer ein sehr moderner Brucknerdirigent, der nichts klangschön überspielen lässt.
    Leider wurde seine noch unter Legge-Larter für EMI intendierte Gesamtaufnahme nicht zielstrebig realisiert. Legge war leider auch kein Brucknerianer.
    Es blieben nur die 1960-No.7, 1963-No.4 und noch 1964-No.6 von Peter Andry adäquat betreut. Danach war Klemperer, wie auch immer, schon zu alt und starrsinnig, die Produzenten allemal zu schwach.
    Doch die 'Neunte' erklingt noch einmal wie ein später, herb errungener Triumpf und ein Monument seiner grossartigen musikalischen Ausdrucksfähigkeit. Pauschal gilt das auch für die stringent durchgezeichnete, nur klangtechnisch weniger überzeugende 5te. Leider wurde die zuletzt und zu spät aufgezeichnete 8te durch eigenwillige Kürzungen Klemperers deformiert und auch nicht veröffentlicht, bis zu dieser Edition als posthume 'Komplettierung'.
    Wer nun Klemperers 'Andante quasi allegretto' der 'Romantischen' 4ten einmal bewusst gehört hat, fest im Tempo, ohne Legatoschmiere, den stringenten Adagio-Gesang der 7ten, der wird andre Interpreten z.T. doch als sentimentalisch ertragen müssen, auch wenn es so rund wie mit Böhm oder Mehta und den Wienern klingt.
    In ihrer rigorosen Herbheit sind Klemperers Bruckner-Dirigate durchaus eine seriöse Alternative zur Geschmacksfärberei andrer.
    Leider sind nicht alle, eher noch die Legge-Aufnahmen wie alle aus der Kingsway-Hall klangtechnisch akzeptabel gut, diese Remasterung insgesamt kein highlight, denn die alten CD-Überspielungen klingen wirklich räumlicher und klarer fokussiert.
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    Maurizio Pollini & Claudio Abbado - The Complete Deutsche Grammophon Recordings

    Maurizio Pollini & Claudio Abbado - The Complete Deutsche Grammophon Recordings (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    20.03.2018
    Booklet:
    4 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    4 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    4 von 5

    Musiker mit (klassizistischem) Formgefühl

    Diese Pollini-Abbado Kassette ist ja auch ein Dokument rarer Künstlerfreundschaft, zu der auch der Komponist Luigi Nono gehört, der mit seinem grossen Orchesterwerk 'Como una ola de fuerza y luz' für Klavier & Orchester von 1973, für die beiden geschrieben, dankenswerterweise auch hier vertreten ist, als Moderner mit Bartok, neben all den bekannten musikalisch 'klassischen' Meisterwerken.
    Auch wenn man die Einzelausgaben schon längst hat und kennt, ist man durch die Bündelung erneut damit konfrontiert und wieder erstaunt, auf welch seriösem, nie oberflächlichen, immer formbewussten hohem Level hier durchweg musiziert und musikalisch stimmig gestaltet wird, nichts klingt mal so salopp nebenbei gespielt. Sicherlich, man kann das auch (etwas) anders spielen, weniger metrisch und feier. Schumann kühner, Beethoven weniger streng und flüssiger, Brahms flexibler und etwas sentimentaler, mehr wie in der früheren, hier wieder hörbaren 'Wiener Fassung'.
    Jedoch, hörte man dann noch dieses bestechend feste und letztlich auch überzeugende Spiel zweier Musiker mit einem so raren musikalischen Stilbewusstsein, hörte noch die sog. 'tönende Gestalt'?
    Vergleicht man die neueren Aufnahmen Pollinis aus Dresden mit diesen aus Berliner-Abbado Jahren, erfährt man, was nunmehr musikalischer Verlust bedeutet ...
    Auch deshalb, und bevor der schöne Klang verhallt, sei diese Pollini-Abbado-Kompilation dringend allen empfohlen, denen ihre Kunst noch unbekannt ist.
    Klaviersonate D.850

    Klaviersonate D.850 (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    15.03.2018
    Booklet:
    3 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    4 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    4 von 5

    Meisterhaftes Spiel

    Die frühe Schubert-Sonate klingt wirklich eher nach 'klassizistischem Meisterspiel', mir etwas zu a-romantisch und direkt, poesiearm. Die Liszt-Sonate als opus summum jedoch ist wirklich meisterhaft gespielt in allen strukturellen wie dynamischen Ausleuchtungen, ohne pianistische wie musikalische Schwächen. Die lyrischen, dynamisch betont verhaltenen Beleuchtungen überzeugen wie die fulminant angeschlagenen, prägnanten Zugriffe. Ein ausdrucksstark überzeugender Liszt. Gilels at his best.
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    Preludes Nr.1-24

    Preludes Nr.1-24 (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    15.03.2018
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    3 von 5

    Budu-Solo

    Eine wirklich aussergewöhnliche KlavierCD! -
    Einerseits die wohl einzige discophile Erscheinung des Pianisten und Musikers Christian Budu, Brasilianer rumänischer Herkunft und, andrerseits, seine bemerkenswert eigenständige Chopin-Preludes- und Beethoven-Bagatellen-Einspielung, von Claves resp.der 'Nordklang'- Musikproduktion an drei Tagen im Musiksaal des Theaters von La Chaux-de-Fonds in der Schweiz aufgezeichnet.
    Bemerkenswert ist Budus völlig eigenständiger und schon abgeklärt-souveräner Umgang mit allen Nuancen dieser komplexen Preludes-Materie. Wer das hochsentimentale Largo(IV), das so schlichte Andantino(VII) oder das gewaltig sich steigernde Sostenuto(XV) so beherrscht wie differenziert artikulieren kann und umsomehr all die andren pianistisch noch gewaltigeren Anforderungen, der ist zumindest ein Klavier- und hochmusikalischer Chopin-Künstler. Und man gewahrt durchweg Budus poetisch-literarische Reflexion, den kulturellen Background seiner Chopin-Exegese.
    Die Bagatellen op.33, Beethovens frühere, pianistisch hochwertige Kleinigkeiten für den kultivierten bürgerlichen Gebrauch werden von Budu gleichermassen seriös dargestellt und souverän klassisch austariert gespielt.
    Es gibt bei dieser exzellenten Claves-Nordklang-Aufnahme auch keine nur kleinen Defizite, die Akustik dieses holzgetäfelten Musiksaals 'klassischen' Formats mittleren Zuhörermasses wurde eindrucksvoll transferiert, ein runder, räumlich sonorer und voller, dabei klar konturierter Klang.
    Bemerkenswert in jeder Hinsicht, diese Budu-CD, musikalisch und akustisch.
    Violinkonzerte BWV 1041,1042,1052,1060

    Violinkonzerte BWV 1041,1042,1052,1060 (CD)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    15.03.2018
    Booklet:
    3 von 5
    Gesamteindruck:
    3 von 5
    Klang:
    3 von 5
    Künstlerische Qualität:
    4 von 5
    Repertoirewert:
    1 von 5

    Bach im philharmonischen Retrosound

    Wenn der anerkannt erstklassige, versierte und gewiss auch hist.informierte Geiger F.P. Zimmermann Bachs Violinkonzerte noch immer so 'klassisch'-konventionell mit den 'Berliner philharmonischen Barock Solisten' intoniert, ist das (s)eine Stil- und Geschmacksentscheidung, die man insofern akzeptieren kann, wenn da alles in sich stimmig im Sinne philharmonischer Klanggestalt noch idiomatisch klingt.
    Allerdings kann man dies auch bedauern, weil solcherart philharmonische Musizierhaltung und Klanggestaltung wenig nach Bach und seiner Zeit klingt, sondern wie vertraut-romantische Streicherkost, so wie man sie halt oft hört und zu kennen meint.
    Und ich bedaure, dass Zimmermann seine Kunstfertigkeit im klassischen (Mozart) bis modernen (Britten) Repertoire solch stilistisch andersartiger Musik Bachs überstülpt.
    Wenn man die vielen, nicht nur klanglich transparenteren Einspielungen hier im jpc-Katalog vergleicht, wie spielerisch, ja tänzerisch gestaltenreich artikuliert und bis in die Solo-Tutti-Verflechtungen tempo-dynamisch feinteilig differenziert Bach auch klingen kann, wird man in dieser neuen Ausgabe, abgesehen von Schall und Rauch der Namen, keine bemerkenswerte Bereicherung sehen.
    Dann doch lieber das noch naiv und solide schön von den Oistrachs gegeigte 'alte Original'.
    Andre wie die Manze, Poger, Carmignola, selbst Mullova etc. mit ihren Concenti, haben schon längst eindrucksvoll demonstriert, wie modern 'zeitgemässer' Bach klingen kann, und nicht zuletzt frappierend auch die Musiker von 'Cafe Zimmermann'.
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    Preludes Heft 1 & 2

    Preludes Heft 1 & 2 (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    08.03.2018
    Booklet:
    4 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    4 von 5

    Aimards kongenialer Debussy

    Man verspürt beim "sound" Aimards, des über Jahre vertrauten Messiaen Schülers und Boulez Compagnons der Pariser 'cite de la musique' die Vertrautheit mit solcherart moderner musikalischer Materie wie Debussys Preludes.
    Die klingen bei Aimard so gelassen unprätentiös formuliert und wie selbstverständlich gespielt, fern eigenwillig akzentuierter oder sonstwie ehrgeizig erarbeiteter feinsinniger Extravaganzen.
    Debussy als vertrauter Klassiker, seriös, souverän und frappierend locker 'impressionistisch', ohne auch nur klangschön zu verschwimmen. Kongenial meisterhaft.

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    • Preludes Heft 1 & 2 Preludes Heft 1 & 2 (CD)
    Etüden Nr.1-24

    Etüden Nr.1-24 (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    07.03.2018
    Booklet:
    3 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    4 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    3 von 5

    Pollini-Chopin der 70er

    Dies war wie ein pianistischer Paukenschlag Pollinis überragende Chopin-(Etudes-) Einspielung der 70er, nach seinem Warschauer Triumph, ein paar frühen Aufnahmen der EMI in den 60ern, und seiner Rückkehr auf die Konzertbühne.
    Musikalisch hervorrragend ist diese Aufnahme bis heute geblieben, zumal in ihrem genuinen pianistischen Aplomb, insgesamt wohl unübertroffen. (selbst von Rubinstein gab es ja keine Konkurrenz)
    Und Pollini kann das heute zwar anders, aber nicht besser spielen. Ein Chopin-Highlight für immer.
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    Juilliard String Quartet - The Complete Epic Recordings 1956-1966

    Juilliard String Quartet - The Complete Epic Recordings 1956-1966 (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    07.03.2018
    Booklet:
    2 von 5
    Gesamteindruck:
    4 von 5
    Klang:
    3 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    4 von 5

    State of the Art des Quartettspiels

    Wer noch die alten 'Columbia'- (auch RCA)Aufnahmen kennt, weiss diese Sony-Box mit den alten Juilliard-Aufnahmen der 50-60er Jahre zu schätzen: Quartettspiel auf höchstem Niveau intellektueller Einsicht in die musikalische Materie.
    Die Beethoven-Aufnahmen (alle) gehör(t)en immer zu den erstrangigen wie auch Mozarts späte Quartette. Erfreulich, hier wieder die profunde Einspielung des Brahms-Quintetts mit Leon Fleisher zu finden, aromantisch streng gespielten Mendelssohn und ernsthaft tieflotenden Schubert. Sein grosses G-Dur-Quartett gehört in dieser Einspielung zu den wirklich grossen Quartett-Highlights.
    Auch Haydns opp.54, neu in der Discografie, klingen nie oberflächlich, so by the way.
    Der z.T. recht trockene Aufnahmeklang unterstreicht zudem die ausserordentliche Spielkultur und technische Versalität dieses erstklassigen Streicher Quartetts.
    Klaviersonaten Nr.14 & 29

    Klaviersonaten Nr.14 & 29 (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    07.03.2018
    Booklet:
    3 von 5
    Gesamteindruck:
    4 von 5
    Klang:
    4 von 5
    Künstlerische Qualität:
    4 von 5
    Repertoirewert:
    2 von 5

    Perahia kommt endlich zu Beethoven

    Die sog. Mondscheinsonate ist sicherlich eine der grossen und war eine der wenigen Lieblingssonaten Goulds, und nicht die grosse 'Hammerklavier', die immerhin ihm! letztlich unerschlossen blieb.
    Ob Perahia nun alle Sonaten Beethovens gleichermassen liebt, sei dahingestellt, heute jedenfalls spielt er diese beiden konventionell seriös und klanglich schön und mit sanftem Druck ausbalanciert, ohne hörbar eigenwilligen, besonderen Artikulationsausdruck. Beethoven als Klassiker auf seinem fantastischen wie auch höchstreflektierten Klavier-Terrain.
    Da klingt nichts falsch, und meist irgendwie rundum richtig befriedigend, und doch wird nicht alles gewagt und gesagt, fehlt mir ein Quantum an selbstlos-spielerischer und eben musikalischer Überzeugungskraft. Zuviel des goldenen Mittelmasses.
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    Klavierkonzerte Nr.2 & 3

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    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    05.03.2018
    Booklet:
    3 von 5
    Gesamteindruck:
    4 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    2 von 5

    Filigran tönender Rachmaninov

    Rachmaninovs populäre Klavierkonzerte, das sentimentalische 2te und das auch als 'Elefantenkonzert' bekannte Rach-3, werden immer wieder und gerne demonstrativ als Vehikel pianistisch akrobatischer Virtuosität zur Schau gestellt, wie noch von Arcadi Volodos, und entsprechend schnöde auftrumpfend gespielt, zumal die triviale thematische Substanz und deren Ausführung in keinem Verhältnis zu den vielen Noten steht.
    Aufgrund solch musikalisch substantieller Armut haben Pianisten wie Arrau oder Perahia diese Konzerte nie, andre selten beide, oder Rachmaninov überhaupt nur wenig gespielt.
    Yevgeny Sudbin, vor allem bekannt geworden durch sein erstes inspiriertes und nuanciertes Scarlatti-Album, ist da weniger reserviert und geht die 'Rachs' primär unsentimental schlank, direkt und zügig fliessend an, mit wenigen 'romantischen' Verhalten und Phrasierungsakzenten. Er intoniert seinen Part eher als flüssig-melodiöses Parlieren durch Rachmaninovs schwierige pianistische Geläufigkeiten wie einst Michael Rudy, und so perlt es von einer zur anderen Steigerung hin zu moderat und knapp auftrumpfenden Gipfeln oder dezent ausgespielten Momenten nur wenig salbiger Gefühligkeit. Dabei gelingen die Mittelsätze auch durchaus klangsinnlich und erträglich sentimental.
    Und die BBC-Musiker unter Sakari Oramo begleiten ebenso zügig und frei von forcierten Pathosschüben, flink und reaktionsschnell bei akzentuierten Tempowechseln.
    Unter dem wie meist akustisch vorzüglich transparenten Dach der BIS-Technik entstand ein künstlerisch ansprechendes und vor allem auch partnerschaftlich und musikalisch stimmiges Rach-Konzert-Album, das sich hören lassen kann.
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    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    05.03.2018
    Booklet:
    3 von 5
    Gesamteindruck:
    3 von 5
    Klang:
    4 von 5
    Künstlerische Qualität:
    4 von 5
    Repertoirewert:
    2 von 5

    Laloums Einstand bei Sony

    Vor über zehn Jahren erschien der junge französische Pianist als sensibler Brahms und Schumann Spieler, der die sanften Seiten der beiden verschiedenen Romantiker betonte.
    Alles Einfache, Innige, Zarte erklang behutsam wohlig und ebenso leider auch arienhaft eintönig, der notwendige vehemente Zugriff beim Raschen und Aufgeregten fand weniger, und wenn, moderat gebremsten Ausdruck und Schnelles erklang etwas unorganisch hektisch und eckiger als 'rasch' und en passant.
    Vorstellung und Ausführung radikaler Schumannscher und Brahms tiefer Gefühlswelten sind wohl zweierlei. Hochromantisches muss eben auch hochdramatisch sein, und besonders in den beiden Brahms Konzerten:
    Leider bleibt solches dramatisch-dunkle Potenzial bei zu viel Anschlagskultur unberührt. So klingt's doch zu gepflegt kultiviert, ohne herben Biss und Bass, ohne romantisch sich aufbäumende Extase. Selbst so kalkuliert und versiert agierende Pianisten wie Pollini oder Zimerman haben diese Brahmsche Tiefendimension überzeugender dargestellt, von Arrau, Serkin, Richter, auch Fleisher und ihren Dirigenten ganz zu schweigen ...
    Was dieser 'Einstand Laloums' mit dem RSB unter einem weitgehend unbekannten Dirigenten Kazuki Yamada, hörbar kein Brahmsspezialist, bei Sony nun marktstrategisch bewirken soll, steht wohl in den Sternen beliebiger musikalischer Weltläufigkeit.
    Sodenn eine ganz gut gespielte und gut klingende, jedoch keinesfalls herausragende Aufnahme unter all den alten bemerkenswerten.
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    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    03.03.2018
    Booklet:
    3 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    4 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    3 von 5

    F.R. - Oldies but Goodies

    Fritz Reiner, grosser Kapellmeister und grossartiger Interpret unterschiedlich grossartiger Musik ... Neben den Allzeit-Highlights Strauss-Zarathustra, Tchaikovsky-V-Konzert mit Heifetz und Rimskys Sheherazade, können auch der erweiterte Reigen des Tchai-Nussknackers, die rassigen Rossini-Overtüren, die 'Spain'-Sammlung und Mussorgsky-Ravels 'Bilder einer Ausstellung' musikalisch allemal und z.T. auch klanglich immer noch als spitzenwertig bestehen.
    Allzeit hörens- und empfehlenswert, auch gestreamt.
    49 Klaviersonaten

    49 Klaviersonaten (CD)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    03.03.2018
    Booklet:
    3 von 5
    Gesamteindruck:
    3 von 5
    Klang:
    4 von 5
    Künstlerische Qualität:
    4 von 5
    Repertoirewert:
    3 von 5

    Kuriose Scarlatti-Versionen

    In Zeiten auch musikalisch zunehmend a-historischer Meinungsbeliebigkeit sollte Domenico Scarlatti als ein bis zum heutigen Tage bedeutender Komponist für Tasteninstrumente bewusst sein, vor allem wg. seiner rund 555! (Cembalo-)Sonaten, Exerzitien um und nach 1725, die heute doch meist auf dem Konzertflügel intoniert werden.
    Deshalb abgesehen von einem Scott Ross und einem auch philologisch massgeblichen Sachverwalter und Interpreten, dem grossen Cembalisten Ralph Kirkpatrick, der Scarlattis Cembalo-Werk auch neu editiert hat, und 'modernen', hist.informiert agierenden wie Andreas Staier, gibt es ein paar herausragende Klavier-Interpretationen von ausgewählten Sonaten, von denen wohl zuerst Vladimir Horowitz mit seinem frühen, höchst kultiviert und subtil farbenreich nuanciertem Scarlatti-Album (und vereinzelten live-Mitschnitten) zu nennen ist. Dem folgte m.E. eine berückend subtile Einspielung von beinahe schon manierierter Anschlagskultur und exzellenter Klangaura des noch jungen Ivo Pogorelich, die unübertroffen bleibt, auch nicht vom kühl kontrolliert und exzellent spielenden Plentnev, dem geschmeidig-distanziertem Tharaud oder dem klangschön fein austarierenden Yewgeny Sudbin.
    Pianistisch wie musikalisch alle durchaus unterscheidbar, jedoch mehr als nur akzeptabel und durchweg hörenswert.
    Unter all diesen nun erscheint Christian Zacharias 49er-Scarlatti-Sammlung vor allem als Versions-Kuriosum wg.der über die Jahre 20fachen div. live-Aufzeichnungen der G-Dur-Sonate K.55, die nun alle nacheinander auf der 4.CD erklingen und kurz über lang ermüden, zumal diese Sonate weniger erwähnenswert ist (kaum auf andren Auswahl-Sammlungen), wenn auch all die hörbar unterscheidbaren Orte resp. Klangräume von womöglichem akustischem Interesse sind. Paris klingt anders als Ludwigshafen, etc. Was von den Studio-Aufnahmen bleibt, ist ein durchaus profundes, solides Klavierspiel, dass den technischen Anforderungen nichts oder nur wenig, jedoch der spielerisch experimentellen, meta-musikalisch inspirierten Kunst Scarlattis wie einigen seiner kongenial agierenden Interpreten letztlich doch manches dezidiert hörbare Quäntchen schuldig bleibt.
    Daniil Trifonov - Chopin Evocations

    Daniil Trifonov - Chopin Evocations (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    15.02.2018
    Booklet:
    4 von 5
    Gesamteindruck:
    4 von 5
    Klang:
    4 von 5
    Künstlerische Qualität:
    4 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Chopin-Bewunderer

    Trifonovs jüngstes Chopin-Album (und div. musikalische Beschwörungen andrer Komponisten) wird sicherlich höchsten Erwartungen an pianistisch perfekt ausgeklügelt nuanciertem Wohlklang gerecht, und die herrlichen Giovanni-Variationen auch musikalisch seinem Genius Mozart.
    Getrübt wird das durchweg positive Gesamtbild des Puzzles nur durch die selbstherrlichen musikalischen Eingriffe des Dirigenten Plentnev in die Chopinsche Orchestration, der, wie schon bei seinen Beethoven-Konzerten, bemüht ist, alles besser zu machen, was auch hier von manieristischen Phrasierungen und Akzentuierungen zu Disproportionen führt, leider auch pianistisch.
    Das abschliessende cis-moll Impromptu versöhnt äusserst brillant, wenn auch weniger differenziert und fantasievoll gespielt als z.B. von Bunin. Jedoch, ein pianistisch famoses Album.
    RCA Living Stereo - The Remastered Collector's Edition

    RCA Living Stereo - The Remastered Collector's Edition (CD)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    14.02.2018
    Booklet:
    3 von 5
    Gesamteindruck:
    3 von 5
    Klang:
    4 von 5
    Künstlerische Qualität:
    4 von 5
    Repertoirewert:
    3 von 5

    RCAs musikalische Gemischtwaren

    Für rund einen Euro pro CD könnte man diese RCA-Box als sehr preiswert ansehen, würden einem nicht überwiegend doch musikalisch eher zweitklassige und eher für die damalige Zeit klangtechnisch bemerkenswerte Aufnahmen offeriert. Denn diese 'living stereo-Klangära' klingt heutzutage zwar meist nicht schlecht, jedoch z.T. auch überpräsent resonanzarm und damit schon leicht antiquiert.
    Alles hat seine Zeit ...
    Allerdings sind hier die Streichquartett-Aufnahmen mit dem Juilliard-Quartett musikalisch nach wie vor allesamt! hochrangig und z.T. auch maßstäblich(5*), und dafür allein lohnte sich schon der Erwerb der Box, insofern die alten 50-60er-Jahre-Aufnahmen der Juilliards nicht mehr einzeln erhältlich sind.
    Und auch die Gesangskünste der Vishnevskaya, Milanov und Maureen Forrester bleiben sicherlich im Rahmen des Gebotenen hörens- und erwähnenswert.
    Der Rest - wer braucht schon Blackwoods erste Sinfonie, selbst unter Munch, oder 'more classical music for people who hate classical music' - ist mehr oder weniger gut klingender, immerhin auch unterhaltsamer Füller, for people ...
    La Mer (3 Legendäre Einspielungen auf DVD)

    La Mer (3 Legendäre Einspielungen auf DVD) (DVD)

    1 von 5 Sterne Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    13.02.2018
    Bild:
    1 von 5
    Booklet:
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    Extras:
    1 von 5
    Gesamteindruck:
    1 von 5
    Klang:
    1 von 5
    Künstlerische Qualität:
    1 von 5
    Repertoirewert:
    1 von 5

    La Mer-PR-Legenden

    Zoltan Kocsis, der ungarische Pianist und Dirigent, hat mit diesen legendären LaMer-Legenden mit 'Children's Corner' als musikalischer Füller schon gar nichts zu tun, und überhaupt werden hier Debussys sinfonische Skizzen über das Meer in drei Versionen präsentiert, die m.E. nie irgendwelchen Legendenstatus hatten, doch wer weiss? - ohne Hören und Sehen - wohl eher ein PR-Schmarrn, oder was?
    Symphonie Nr.5

    Symphonie Nr.5 (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    12.02.2018
    Booklet:
    2 von 5
    Gesamteindruck:
    4 von 5
    Klang:
    4 von 5
    Künstlerische Qualität:
    4 von 5
    Repertoirewert:
    2 von 5

    Gediegene Tchaikovsky Konfektion

    Die 5te kommt zwar seriös, 'fast ohne Pauken und Trompeten', jedoch auch eher betulich breit schreitend voran, auch klanglich weniger transparent basslastig und kompakt. Dagegen klingen die Cello-Variationen mit Yo-Yo Ma stellenweise schon recht leichtgewichtig und wie mal gekonnt dahingezaubert, allzu brillant gespielt und entsprechend souverän und wie so oft von Maazel mit glattpolierter Stringenz begleitet. Beiden Aufnahmen (mit hörbar unterschiedlichem Klangraum) fehlt m.E. ein Quantum an musikalischer Eloquenz und letztlich durchweg eindrucksvoller Gestaltung. Zwar gute, aber keinesfalls Spitzenaufnahmen.
    Harmonia artificiosa-ariosa (Partiten 1-7)

    Harmonia artificiosa-ariosa (Partiten 1-7) (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    12.02.2018
    Booklet:
    1 von 5
    Gesamteindruck:
    4 von 5
    Klang:
    4 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Klang alter Musik

    Wie schon erwähnt, 'Kühne Harmonien' ...
    und klangtechnisch adäquat umgesetzt, zumal unter der versierten Obhut des
    Alte Musik Spezialisten Wolf Erichson.
    Zum schlichten Preis nur schlicht ediert, aber musikalisch allemal empfehlenswert.

    Symphonien Nr.1-9

    Symphonien Nr.1-9 (CD)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    21.01.2018
    Booklet:
    3 von 5
    Gesamteindruck:
    3 von 5
    Klang:
    4 von 5
    Künstlerische Qualität:
    4 von 5
    Repertoirewert:
    3 von 5

    Schubert aus Potsdam

    Diese wenig weanerische Schubert-Einspielung aus Potsdam unter Manacorda zeigt, wie man Musik ihren Geist, hier das schubertsche Melos austreiben kann, mit zu viel musikantischer Energie und, wie schon andernorts beschrieben, mit kurzen, trocken knalligen Akkorden den melodischen Fluss und Charme stranguliert. Mit Pauken und Trompeten ist Schubert jedenfalls nicht gedient, allenfalls einem effektfreudigen Publikum.
    Andre, wie die erstklassigen Freiburger Barock-Musiker unter Heras-Casado führen vor, wie man es auch durchaus rasch zugespitzt, jedoch weniger forsch akzentuiert und mehr spielfreudig fliessend gestalten kann.
    Und nicht zuletzt sei Abbado mit dem europäischen Chamber Orchestra genannt, die auch die Grosse C-Dur Sinfonie sehr ausdrucksstark und dabei dynamisch höchst differenziert und quasi kammermusikalisch grossformatig durchzeichneten.
    Dagegen klingen die Kammermusiker aus Potsdam doch eher vorlaut, weil kleinteilig bescheiden.
    Meine Produktempfehlungen
    • Symphonien Nr.1-9 Symphonien Nr.1-9 (CD)
    • Symphonien Nr.3 & 4 Symphonien Nr.3 & 4 (CD)
    Klavierwerke

    Klavierwerke (CD)

    2 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    17.01.2018
    Booklet:
    2 von 5
    Gesamteindruck:
    2 von 5
    Klang:
    3 von 5
    Künstlerische Qualität:
    2 von 5
    Repertoirewert:
    1 von 5

    Pianistisches Clair de lune

    Als neue pianistische Verlautbarung Barenboims ist diese Debussy-Kompilation mit rund 20Jahre alten Preludes schon eine Unverschämtheit.
    Allerdings wirken auch sie nicht weniger schwerfällig-müde gespielt und somit musikalisch auch eher belanglos wie die neueren Häppchen.
    Clair de lune, ohne komplette Bergamasque Suite, immerhin alle Estampes.
    Der alte Arrau mit über 80Jahren hatte da hörbar mehr zu bieten.
    Dieses Album klingt leider nach traurigem künstlerischen Abgesang.
    Daniil Trifonov - Transcendental

    Daniil Trifonov - Transcendental (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    07.01.2018
    Booklet:
    4 von 5
    Gesamteindruck:
    4 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    4 von 5
    Repertoirewert:
    4 von 5

    Trifonov's Masterpiece

    Man freut sich ja besonders als Klaviermusik-Liebhaber über allseits hochgelobtes Spiel, so vor allen andren über den noch jungen Daniil Trifonov, auch wie er eben das Sylvesterkonzert der B-Phil. mit Rach-3 perfekt-souverän absolvierte. Man kann selten so (wie auch Lang-Lang) Klavier spielen hören ... und er spielt wie auch immer rein pianistisch z.T. atemberaubend.
    Seine 'Gramophon'-Kür zum "Artist of the Year" und die Auszeichnung "Recording of the Month" für sein DG-Liszt-Album 'Transcendental' belegen eine besondere Wertschätzung für seine fabelhafte Pianistik und seine Sonderstellung unter den derzeitigen Piano-Highlights. Jenseits des PR-Gedöns für marktkompatibles Neues mit pianistischem Aplomb jedoch bleibt der musikalische Vergleich, sofern man auch noch musikalisch unterscheiden und urteilen kann und will.
    Da sind doch zwei vergleichbar musikalisch erstrangige, womöglich nun auch schon vergessene Liszt-Grössen wie Brendel (auch philologisch) und Arrau, die sich in den 1970-80er Jahren besonders mit Liszt beschäftigt haben, und deren hochkarätige Einspielungen immer noch greifbar und gültig sind.
    Beide würden dem von Trifonov vermittelten Anspruch höchster Virtuosität nur annähernd gerecht, vermögen jedoch eine musikalisch höchst differenziert ausgehörte, vor allem rhetorisch beredte Listnähe auszuspielen. Die zwölf transcendanten und die drei Konzert-Etüden spielt Arrau (Mitte der 70er) weniger pianistisch abgefeimt und akzent-kalkuliert, dafür musikalisch flüssiger und visionärer, gehaltvoller. Arrau wusste nun auch durch seine Nähe zu Busoni von Liszt mehr, als man heute bei Trifonov hören kann. Und jenseits aller agilen Pianistik, gibt es diesen alten, künstlerisch erlebt-erfahrenen Hintergrund, der heute kaum mehr erfahrbar und vermittelbar ist. Längs solcherart gewachsener profunder Agogik, subtiler Phrasierung und sinnvoller Differenzierung (so wie auch bei Brendel) hört man den Unterschied im Vergleich zur eindrucksvollen pianistischen Artistik.
    Trifonovs Liszt-Album ist gewiss ein pianistisch (5*) grandioser Triumph, zumal auch musikalisch ein bemerkenswertes Etudes-Kompendium aus einer Hand, und klang-dynamisch überwältigend gut, perfekt - nur, mir fehlt, so old fashioned, dieser transzendentale 'resound' um wirklich berührt zu sein.
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    Kinderszenen op.15

    Kinderszenen op.15 (SACD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    25.12.2017
    Booklet:
    3 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    3 von 5

    Schumann und Brahms für Kenner

    Erfreulich, dass zwei hochkarätige Arrau-Aufnahmen aus den 70er Jahren in so guter Klangqualität wieder greifbar sind.
    Es gibt flüssigere und leichtere, nicht so ernsthaft penible Einspielungen der Kinderszenen (Kempff, Argerich), pianistisch rassigeres und impulsiveres Spiel der Paganini-Variationen (Richter, Michelangeli), jeweils ebenso überzeugend, jedoch kaum durchweg so gewissenhaft formuliert und ernstgemeint wie von Claudio Arrau.
    Sein klangschön beherrschtes Klavierspiel beeindruckt wie immer eher erwachsene Romantiker.
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    Symphonien Nr.4,5,7-9

    Symphonien Nr.4,5,7-9 (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    10.12.2017
    Booklet:
    3 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    4 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    3 von 5

    Wand-Bruckner-Exegese

    Berücksichtigt man die auf CD vorliegenden Wand-Bruckner-Aufnahmen seit den Kölner-WDR-Jahren, der Hamburger NDR-Zeit, bis zu den später gelegentlich aufgezeichneten Münchner- wie den zuletzt produzierten Mitschnitten der letzten Berliner-Zwischenspiele, wird man kaum eklatant-qualitative Brüche, jedoch allemal formale, klang-rhythmische Akzentverschiebungen im thematischen Fluss seines Bruckner-Spiels vernehmen können.
    Verspührt man in seinen analogen WDR-Produktionen so etwas wie einen energischen Explorationsmodus, gradlinig genau akzentuiert und eher forsch-stringent bei stabilen und keinesfalls überzogenen Tempi, der die thematische Gestaltung bestimmt, so wirken seine späteren digitalen NDR live-Aufzeichnungen durchweg weniger rational als mehr emotional gefiltert, stärker bedeutsam in der Feinzeichnung, mehr einer runden Klangwirkung verpflichtet. Bruckner als schier unfassbarer Meister einer quasi (religiös-)metaphysischen Musikarchitektur, die, anders als die Mozarts oder Beethovens, letztlich unerklärbar scheint.
    Dieser Bruckner blieb dem eher rational-nüchtern agierenden Wand, dem alles Getue des Kulturbetriebs zuwider war, doch ein rätselhaftes Faszinosum. Die letzten Worte und somit auch letzten Fassungen Bruckners waren ihm da fast schon heilig, es gab keine Frühfassungs- resp.Original-Diskussionen und keine Komplettierungs-Experimente.
    Niemals hätte Wand eine viersätzig rekonstruierte Neunte so wie heute der saloppe Rattle aufgeführt, noch den nur effektvollen Beckenschlag in der Siebenten. Wand war auf seine profunde kapellmeisterhafte Art erfreulich unbestechlich und konsequent.
    Sein später Berliner Bruckner, den ich z.T. miterlebte, ist kein andrer als damals im Kölner WDR, aber er klingt anders, moderater, reflektierter und gelassener, wie von höherer, erfahren-kenntnisreicherer Warte aus.
    Wir hören ein erstrangiges Orchester unter einem erstrangigen Bruckner-Dirigenten 'live' Bruckner spielen, auf klangtechnisch erstklassigem Level. Ein Berliner Philharmoniker-Bruckner-Wand-Vermächtnis.
    351 bis 375 von 628 Rezensionen
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