Hier begeistern nicht nur die alten Hits, sondern auch die neueren Songs!
Als Fan habe ich im Lauf der Jahrzehnte alle offiziellen Live-Mittschnitte gekauft, die je von Robin Trower veröffentlicht wurden. Und ich muss sagen: Dieser hier ist wirklich besonders gut!
Die vier Songs aus seinem legendären Erfolgsalbum „Bridge Of Sighs“ aus dem Jahr 1974 können auch heute noch begeistern, und er muss sie einfach spielen, weil viele Fans enttäuscht wären, wenn er sie aus der Setlist streichen würde.
Aber die Zeit ist seit 1974 nicht stehengeblieben, und in dieser Setlist macht sich äußerst positiv bemerkbar, dass die in den letzten Jahren veröffentlichten Studioalben besonders gut waren, und so begeistern mich vor allem auch die Live-Versionen von vier Liedern aus dem Album „No More Worlds To Conquer“ aus dem Jahr 2022 und der Song „One Go Round“ aus seinem letzten Studioalbum „Come And Find Me“. Diese beiden Alben haben für mich innerhalb seines Spätwerks eine ähnlich herausragende Bedeutung wie „Bridge Of Sighs“ in seinem Frühwerk.
Aber das sind längst nicht alle Highlights in diesem Konzert. So spielt er zum Beispiel eine unerwartet faszinierende, fast 8 Minuten lange Version von „Somebody Calling.“ Die gefällt mir wesentlich besser als die Studio-Version von 1977 und die zwei Live-Aufnahmen aus dem gleichen Jahr, die sich in meiner Sammlung finden. Die aktuelle Version fetzt so richtig! Überhaupt gibt es in diesem Konzertmittschnitt viele tolle längere Gitarren-Soli, die man als Fan von Robin Trower auch erwartet.
Der Song „It`s Too Late“ ist Blues vom Feinsten, hat nichts mit dem gleichnamigen Lied aus Trowers Album B.L.T. zu tun und wurde meines Wissens nach bisher nur in dieser Live-Version veröffentlicht. Auch alle anderen Stücke auf dieser CD sind gut.
Abschließend möchte ich hinzufügen, dass der Sänger Richard Watts einen ganz tollen Job macht. Von allen Sängern, die Robin Trower im Lauf der Jahrzehnte hatte, gefällt er mir nach dem unvergesslichen, unerreichten James Dewar mit weitem Abstand am besten. Seine raue Stimme passt perfekt zu den Songs und zum Gitarrenspiel von Robin Trower.
Ich finde, dass der aktuelle Live-Mitschnitt die perfekte Ergänzung zum ebenfalls ganz tollen Live-Mitschnitt vom 16. März 1975 in Los Angeles ist, der als Teil der 50th Anniversary Editon von „For Earth Below“ letztes Jahr zum ersten Mal veröffentlicht wurde. Beide liegen zeitlich mehr als 50 Jahre auseinander und dokumentieren zusammen eindrucksvoll das frühe Stadium und die weitere Entwicklung einer großartigen Solo-Karriere, die 1973 mit „Twice Removed From Yesterday“ begann und bis heute andauert.