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    Hoffegut

    Aktiv seit: 24. März 2025
    "Hilfreich"-Bewertungen: 2

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    4 Rezensionen

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    La Legende de Tristan op.53

    La Legende de Tristan op.53 (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    24.07.2026
    Booklet:
    2 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    4 von 5
    Künstlerische Qualität:
    4 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Das Theater Ulm beschenkt die Opernwelt mit der Uraufführung von Tournemires Tristan

    Man kann es kaum glauben. Fast 100 Jahre nach ihrem Entstehen, hebt das Theater Ulm am 15. Dezember 2022 die Oper La légende de Tristan von Charles Tournemire (1870 bis 1939) aus der Taufe und punktet auf der ganzen Linie. Die Kritiker der Zeitschrift Opernwelt küren die Produktion zur Uraufführung des Jahres.
    Bild
    Charles Tournemire ist einigen vielleicht durch sein umfassendes Oeuvre für Orgel bekannt, er selbst war lange Jahre Organist in der Basilika St. Clothilde in Paris. Aber als Opernkomponist? Fehlanzeige. Die 1926 entstandene Oper La légende de Tristan sollte an der Pariser Oper uraufgeführt werden, man ließ dann von dem Projekt ab, und die Partitur verschwand buchstäblich in der Schreibtischschublade. Später landete sie mit vielen anderen Manuskripten im Archiv. Vom Komponisten Alexander Muno aufmerksam gemacht, beschaffte sich der Intendant des Theater Ulm, Kay Metzger, 2016 die Partitur. Überzeugt, hier eine echte Trouvaille für das Opernrepertoire zu entdecken, gewann er den ehemaligen Studienleiter und Kapellmeister Michael Weiger dazu, im Auftrag des Theater Ulm eine Edition des Werkes zu erstellen.
    Und es hat sich gelohnt. Wie schon oben erwähnt fand die Uraufführung bei Publikum und Presse großen Anklang. Nachvollziehen kann man dieses Ereignis jetzt als CD-Einspielung, die aus Aufnahmen der Generalprobe und der Premiere zusammengestellt wurde.
    Schon beim einmaligen Hören fragt man sich, wie so ein Werk unbeachtet geblieben sein kann. Tournemires Tristan, ganz anders als bei Wagner gedacht, hält sich in der Szenenfolge an den 1900 erschienenen Roman Tristan et Iseut von Joseph Bédier, der die vielen Überlieferungen der Sage in eine dem Mittelalter angepasste stimmige Erzählweise übertragen hat. Tristans Geschichte, seine Leiden, seine Liebe, sein Tod bilden die Stationen dieser Legende. Wie schon im Titel ist er der Hauptprotagonist.
    Die Musik klingt so neu, frisch, rätselhaft, ja im wahrsten Sinne des Wortes ungehört, sie ist avantgardistisch, aber niemals anstrengend. Vom ersten Ton an ist man in dem Stück. Die Musik nimmt uns mit auf den Weg in andere Zeiten, die Zeiten der Legenden, des Mittelalters. Und das auf ganz moderne Weise. Tournemires Orchestersprache flirrt, säuselt, fährt groß auf, nimmt sich zurück, immer ganz am Text und den Vorgängen auf der Bühne. Und sie erzählt von tiefen Gefühlen, unerträglichen Sehnsüchten und von einer Liebe, die unerfüllt bleiben muss. Immer wieder treten Soloinstrumente in den Vordergrund, aber auch die Mischung der Holzbläser schafft verblüffend neue, faszinierende Klänge. Oft herrscht eine nervöse, unheimliche Spannung innerhalb einzelner Szenen. Schnelle Rhythmuswechsel führen uns atemlos durch die Geschichte, an deren Ende Tristan, vom Chor hymnisch untermalt, durch den Tod in eine andere, bessere Welt hinüberwechselt.
    Von einer überwältigend lautmalerischen Erzählweise sind die sinfonischen Zwischenspiele, die eine wichtige Funktion im Verlauf der Handlung übernehmen. Vom Unwetter über dem Meer, Waldeinsamkeit, Wellengeplänkel oder dem Glitzern des Mondes auf dem Meer. Hier ist alles mit großem bildhaftem Ausdruck komponiert, ohne plakativ oder gar kitschig zu klingen.
    GMD Felix Bender und das Philharmonische Orchester des Theater Ulm nehmen sich mit hörbarer Begeisterung diesem Werk an. Die unterschiedlichen Klangfarben werden genussvoll ausgespielt, die Soloinstrumente nehmen sich mit großer Hingabe ihrer nicht immer einfachen Aufgaben an. Bender atmet mit den Sängern, lässt der Musik aber auch gerne die Zügel locker um die, bis zur freien Atonalität gesteigerten Klangbilde, rauschhaft auszukosten. Eine mustergültige Darbietung, die diese Musik mit alle ihren Stimmungswechsel zum Leuchten bringt.
    Der Chor, mal kommentierend mal handelnd, spielt in diesem Werk eine wichtige Rolle. Der Opern- und Extrachor des Theater Ulm begeistert mit großer stimmlicher Intensität und Homogenität.
    Aus dem Solistenensemble ragt Markus Francke als Tristan besonders heraus. Die Rolle ist riesig, der Sänger den ganzen Abend auf der Bühne. Der Sänger besitzt einen hellen, klaren, wie für das französische Fach geschaffenen, Tenor. Und so ist er für diese Rolle prädestiniert, denn ihm stehen die zarten und lyrischen Klangfarben genauso wie die heldischen zur Verfügung. Eine überzeugende, mitreißende Leistung. Die Iseut tritt in dieser Oper etwas in den Hintergrund, was An de Ridder durch die Intensität ihres jugendlich -dramatischen Soprans wett machen kann. Der alles begreifende und verzeihende König Mac wird von Dae-Hee Shin mit samtigem, kraftvollem Bass und großer Sensibilität verkörpert. Die anderen Partien sind rollendeckend besetzt.
    Leider fehlt der CD ein Libretto, was bei einem neuen Werk zum Verständnis besonders wichtig ist. Vielleicht könnte man das Libretto, das in der Originalsprache und deutscher Übersetzung vorliegt, zusammen mit dem sehr informativen Programmheft des Theater Ulm, als Download zur Verfügung stellen.
    Olivier Messiaen, der wohl berühmteste Schüler Tournemires, sagte einmal über seinen Lehrer: „Eines Tages wird man ihm Gerechtigkeit widerfahren lassen“. Vielleicht ist diese Zeit jetzt endlich gekommen. Ein Komponist ist zu entdecken, dessen Facetten schier unbegrenzt und kaum zu fassen sind. Mittlerweile liegt auch der Uraufführungsmitschnitt von Le petit pauvre d’Assise von Tournemire aus dem Theater Ulm vor. Jetzt sind andere Häuser aufgefordert, diese Kompositionen dem Publikum zur Diskussion vorzustellen, damit Charles Tournemire und seine Werke einen festen, verdienten Platz im Opernrepertoire und in den Konzertsälen erhalten. Da gibt es noch so viel zu entdecken.
    Samson (Musikdrama in 5 Aufzügen / Weltersteinspielung)

    Samson (Musikdrama in 5 Aufzügen / Weltersteinspielung) (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    10.07.2026
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    4 von 5
    Künstlerische Qualität:
    4 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Opernglück, die Weltersteinspielung von Joachim Raffs „Samson“

    Es gibt sie noch, die besonderen Entdeckungen. Samson, Musikdrama in Fünf Akten von Joachim Raff. Komponiert zwischen 1851 und 1857, uraufgeführt am 11. September 2022 (!) in Weimar. Jetzt legt die Schweizer Fonogramm, unter der Produktionsleitung der Dirigentin Graziella Contratto, die Weltersteinspielung auf CD vor.
    Der in der Schweiz geborene Lehrer und musikalische Autodidakt Joachim Raff (1822 – 1882) galt zu seiner Zeit als einer der gefragtesten Komponisten des deutschsprachigen Kulturraumes. Er war äußerst produktiv und hinterließ eine große Anzahl an Kompositionen verschiedener Gattungen. Doch nach seinem Tod geriet er in Vergessenheit.
    Als Assistent von Franz Liszt in Weimar hinterließ die Uraufführung von Wagners Lohengrin bei ihm einen starken Eindruck. Bestens vertraut mit den Werken und Theorien Wagners, komponierte er, auf ein eigenes Libretto, das Musikdrama Samson.
    Widrige Umstände verhinderten eine Uraufführung in Weimar. Mehrere Versuche, die Oper an einem anderen Theater zur Uraufführung zu bringen, scheiterten. Nach der erfolgreichen Uraufführung von Saint-Saëns’ Samson und Dalila in Weimar, legte Raff die Partitur endgültig zur Seite.
    Umso erfreulicher, dass jetzt, nach der verspäteten Uraufführung 2022 in Weimar, diese Weltersteinspielung entstanden ist und das Werk einem breiten Publikum zur Diskussion stellt.
    Mit großem musikalischem Gespür zeichnet Raff die Entwicklungen der Personen und der Handlung musikalisch nach und gibt ihren Charakteren klare Profile.
    Besonders auffällig ist die farbige, diffizile Instrumentierung. Auch wenn noch klare Formen wie Arien, Duette, Ensembles etc. zu erkennen sind, ähnlich wie im Lohengrin, sind diese in den Fluss der Musik, ganz im Sinne des Wagner’schen Musikdramas, eingebunden.
    Raff entwickelt eine ganz eigene, oft in ihrer Wendung überraschende Musiksprache, die sich zwischen Traditionsbewusstsein und den Strömungen um Wagner, bewegt.
    Gespielt wird diese faszinierende Musik vom Berner Symphonieorchester unter der Leitung von Philippe Bach. Der Dirigent kostet die Schönheiten der Partitur voll aus und gibt der Musik den nötigen Atem, um sich zu entfalten. Das Orchester spielt in allen Gruppen mit Souveränität, Homogenität und großer Klangschönheit.
    Magnus Vigilius als Samson hört man seine Lohengrin-Erfahrung an. Auch hier besticht er mit seiner hell timbrierten, klaren Stimme, die er in den dramatischen Passagen heldentenoral erstrahlen lässt. Der Held, der hier vom Weg abkommt und dafür bitter bestraft wird, wird von ihm zuerst auftrumpfend, später lyrischer, weicher gesungen, so dass die Entwicklung des Charakters mit rein stimmlichen Mittel klar nachvollziehbar ist.
    Samsons Gegenspieler ist Micha, gesungen von Michael Weinius. Sein Tenor ist dunkler gefärbt, auch er singt mit gut geführter Stimme und strahlenden Höhen. Den Charakter seiner Rolle versteht er sehr eindrücklich zu vermitteln.
    Robin Adams als Abimelech verströmt seinen balsamischen Bariton sowohl in den Ausbrüchen als auch in den lyrischen Passagen. Dem zwischen Vaterliebe und Staatsraison schwankenden König gibt er Glaubwürdigkeit.
    Christian Immler verleiht mit großem, voluminösem, klangschönem Bass dem Oberpriester Autorität und lässt an seiner Machtstellung keine Zweifel.
    Delilah ist bei Raff als aufrichtig liebende, nur durch politischen Druck zum Verrat an Samson getriebene Frau, dargestellt. Olena Tokar singt sie mit lyrischer, in den dramatischen Momenten mit dramatischem Aplomb sich öffnender Stimme.
    Die kleineren Rollen sind mit Mirjam Fässler, Christian Valle, Bareon Hong und Katharina Willi sehr gut besetzt.
    Der Chor der Bühnen Bern, unter der Leitung von Zsolt Czetner, präsentiert sich als homogener, vollstimmiger Klangkörper. Für diese Oper ist so eine Qualität unabdingbar.
    Ein großes Lob verdient die durchgängig klare und sorgfältige Diktion bei allen! Das ist so in dieser Ausprägung leider schon lange nicht mehr selbstverständlich. Ebenso verdient die Aufnahmeleitung unter Frédéric Angleraux großes Lob. Die Stimmen, das Orchester und der Chor sind wunderbar abgemischt, die Klangbalance perfekt.
    Die edel gestaltete Box enthält neben den 3 CDs zwei Booklets, je mit einem Essay über Joachim Raff und dem Libretto. Beide Bocklets sind in Deutsch, Englisch und Französisch.
    Es ist zu hoffen, dass die Einspielung das Interesse an dieser Oper und dem Komponisten weckt und sich die Theater damit auseinandersetzen. Es handelt sich hier um eine echte Repertoire-Bereicherung.
    Nachhall op.70 (Liedfolge für Bariton & Orchester nach Lenau- & Claudius-Gedichten)

    Nachhall op.70 (Liedfolge für Bariton & Orchester nach Lenau- & Claudius-Gedichten) (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    24.03.2025
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    Eine bewegende, faszinierende Entdeckung

    Abseits des üblichen Liedrepertoires schenk die Firma Schweizer Fonogramm dem aufmerksamen Hörer mit diesen Orchesterliedern von Othmar Schoeck (1886 bis 1957) eine wahre Trouvaille.
    Der zu Beginn stehende Liedzyklus „Nachhall“, in den Jahren 1954 bis 1956 entstanden, stellt noch einmal ein klingendes, beredtes Zeugnis von Schoecks kompositorischer Meisterschaft dar. Er fühlte sich musikalisch und als Mensch nicht mehr verstanden und wahrgenommen, gesundheitlich war er durch einen Herzanfall geschwächt.
    Diese Umstände fließen in die Komposition des Zyklus ein und lassen die tiefe Traurigkeit und Resignation spüren. Teilweise mit sparsamsten Mitteln entstehen so ganz individuelle Klangsphären, die den Hörer sofort in den Bann ziehen. Die Düsternis und Einsamkeit in den vertonten Gedichten von Nikolaus Lenau und mit einem Epilog von Matthias Claudius ist tief empfunden und spiegelt Schoecks Denken und Fühlen auf höchstem künstlerischem Niveau wieder.
    Einfühlsames Dirigat
    Die Dirigentin Graziella Contratto leitet das Berner Symphonieorchester mit sehr viel Einfühlungsvermögen und Raffinesse. Faszinierend, wie sie die unterschiedlichen Stimmungen herausarbeitet. Man spürt ihre große Kennerschaft und Begeisterung für den Komponisten.
    Das Orchester folgt aufmerksam und spielt mit luzidem Klang und höchster Eindringlichkeit. Diese ist besonders beim Zyklus „Nachhall“ zu bewundern, wo die Dirigentin und das Orchester für den Interpreten einen ergreifenden musikalischen Klangraum entstehen lassen.
    Bewegende Interpretation des Baritons Stephan Genz
    Der Bariton Stephan Genz verfügt über eine wunderbar samtene, ausdrucksstarke, sofort gefangennehmende Stimme, so dass man ihm mit Begeisterung folgt.
    Seine klare Diktion, die nie manieriert oder aufgesetzt wirkt, lässt eine zeitweise geradezu intime Atmosphäre entstehen, der man sich nicht entziehen kann. Eine großartige Darbietung. Vor allem auch, weil er es versteht, immer, auch bei den großen Ausbrüchen, beim Leidgesang zu bleiben und nicht ins opernhafte abzudriften.
    Die frühen Lieder erstmals in orchestrierter Fassung
    Die nachfolgenden, aus der frühen Schaffenszeit des Komponisten entstandenen Klavier-Lieder, wurden von der Dirigentin äußerst feinfühlig und mit viel Kenntnis orchestriert und bilden einen starken Kontrast zum Zyklus „Nachhall“.
    Die Sopranistin Olena Tokar verfügt über eine jugendlich-lyrische Stimme, klare Diktion und nimmt sich sehr engagiert der Lieder an.
    Größte Intensität erreicht sie beim Lied „Peregrina II“ von Eduard Mörike. Dieses Lied ist eine Verarbeitung von Schoecks unerwiderter Liebe zur ungarischen Geigerin Stefi Geyer, und wird von Olena Tokar wunderbar gestaltet und in Töne gefasst.
    Die CD ist mit einem sehr umfangreichen, mehrsprachigen und liebevoll gestalteten Bocklet ausgestattet. So kann man sich, bestens informiert, auf die Erlebnisreise in das Liedschaffen von Othmar Schoeck begeben.
    Apparition für Sopran & Klavier - "Überweltlich"

    Apparition für Sopran & Klavier - "Überweltlich" (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    24.03.2025
    Booklet:
    5 von 5
    Gesamteindruck:
    5 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    5 von 5
    Repertoirewert:
    5 von 5

    "Überweltlich" schön

    George Crumbs atmosphärischer Klangwelt kann man sich schwer entziehen. Schon die ersten Töne des präparierten Klaviers, bei dem auch auf den Saiten gespielt wird, schaffen den Rahmen, der den Zuhörer, man könnte sagen philosophisch, in diesen Gedanken- und Gefühlskosmos hineinzieht.
    Die im Anschluss erklingenden Lieder von Richard Strauss und Franz Schubert fügen sich wunderbar in diese Gedankenstruktur ein, auch in ihnen geht es um Tod, Entsagung, aber auch um die Auflösung und das Zusammenfinden.
    Man kann der jungen Sopranisten Nina Bezu gar nicht genug danken, dass man sich durch ihre Interpretation sofort in dieses Programm hineinfallen lassen kann, um so Bekanntes und Unbekanntes, abweichend vom gängigen Repertoire, erleben zu können.
    Es ist das Selbstverständliche und Unmittelbare, von keinerlei Manierismen verstellte, dass sofort für die Künstlerin einnimmt. Die Sängerin beeindruckt mit Ihrer unprätentiösen Widergabe und der völligen Verschmelzung von Text und Musik, was besonders bei den geheimnisvollen Klängen der Lieder von Crumb zum Tragen kommt. Hier findet das titelgebende Überweltliche seine schönste Entsprechung.
    Die Sopranistin verfügt über einen wunderbar weichen, jugendlich-dramatischen Sopran mit samtiger Mittellage und vollaufblühender Höhe. Beeindruckend ist die klare, aber nicht herausgestellte Diktion, die das Mitlesen der Texte überflüssig macht. Mit dieser CD, für das sie auch das dem Inhalt bildhaft entsprechende Cover gestaltet hat, gibt sie ein schönes Versprechen für die Zukunft. Man darf gespannt sein.
    Unterstützt wird sie durch das klanglich feinfühlige und lebendige Spiel von Matthias Alteheld. Der Pianist beschäftigt sich besonders mit der Form des Kunstliedes, was an seinen Interpretationen auf dieser CD entsprechend mit zu erleben ist. Man kann das Miteinander der beiden Künstler geradezu nachempfinden.
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