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    Jeremy Top 10 Rezensent

    Aktiv seit: 28. August 2010
    "Hilfreich"-Bewertungen: 17776

    Bitte beachten Sie

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    1544 Rezensionen

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    Twin Bill

    Alan Pasqua
    Twin Bill (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    10.01.2012
    Klang:
    5 von 5
    Musik:
    5 von 5

    Faszinierende pianistische Selbstgespräche

    Pianist Alan Pasqua, vor Jahren von New York nach Los Angeles disloziert, erweist mit der CD "Twin Bill" seinem Inspirator Bill Evans die Referenz. 11 Kompositionen, darunter 7 Evans-Originals, wurden von Pasqua erst unbegleitet eingespielt, dann auf einer zweiten Tonspur pianistisch kommentiert: Faszinierende und immer transparente musikalische Selbstgespräche am Flügel, die an Evans' legendäre "Conversations with Myself", "Further Conversations" und "New Conversations" erinnern, zum Vorbild dank Pasquas eigenständigem improvisatorischen Ansatz aber Distanz halten und Pasquas eigene pianistische Lesart präsentieren. Eine der schönsten Pianoeinspielungen von 2011.
    American Road

    American Road (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    01.01.2012
    Klang:
    5 von 5
    Musik:
    5 von 5

    Mit Jazzpop-Appeal zur Grammy-Nomination

    Die kalifornische Jazzsängerin Tierney Sutton sieht sich nicht als Primadonna, sondern als "prima inter pares", als gleichberechtigte Partnerin in ihrer Band. Ein Dutzend Songs aus dem Americana-Liedschatz ist Programm der packenden CD "American Road", einer Reise vom Gospel- und Folksong, via Gershwin (Summertime u.a.), Sondheim/Bernstein (Somewhere u.a.) hin zu einer ergreifenden Version von "America the Beautiful". Gesungen mit expressivem Jazzpop-Appeal, begleitet von einem hervorragenden Trio mit Christian Jacob(p), wurde die CD eben für einen Grammy nominiert und von der Fachzeitschrift "DownBeat" mit sensationellen 5 Sternen bewertet.
    Unspoken

    Unspoken (CD)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    30.12.2011
    Klang:
    3 von 5
    Musik:
    3 von 5

    Von vielem etwas

    Saxophonist Dave Liebman sieht sich gerne als Eklektiker, als einen Künstler also, der bereits Vorhandenes auswählt und dieses zu einer neuen Einheit verbindet. Und die mit seinem langjährigen Pianistenpartner Richie Beirach eingespielte CD "Unspoken" folgt denn auch ganz dem zeitgeistig-eklektischen Programm: "Heute ist auch im Jazz alles erlaubt, heute goes wirklich anything!" Ergo gibt's von vielem etwas: Eine Invention von Khatchaturian, eine freie Ballade, Folkloristisches auf dem Holzflötlein, ein Wälzerchen für Leonard Bernstein sel., einen Jazzstandard, ein hymnisch-pathetisches "Prayer for Michael" (ein Gebet, doch, doch, tatsächlich und kein Witz, für den verstorbenen M. Brecker), eine Nachschöpfung von John Coltranes opus magnum "Transition", die im Vergleich mit dem fulminanten Original allerdings wattiert und bestenfalls als lauwarmes Lüftchen daherkommt. Fazit: Eklektizismus in Ehren, aber, weniger wäre oft mehr!
    Aquarian Suite

    Aquarian Suite (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    30.12.2011

    Aktueller Jazz aus der Brooklyn-Szene

    Bewahren? Ignorieren? Rezyklieren? Entsorgen? Vergessen? Jede Generation von Jazzmusikern steht vor der Aufgabe, sich so mit der Vergangenheit auseinander zu setzen, dass etwas Gültiges und Neues entstehen kann. Dan Blake, Saxophonist, Komponist und Musikhistoriker aus der vor Kreativität brodelnden jungen Brooklyn-Jazzszene verarbeitet in seiner 8-sätzigen "Aquarian Suite" Eigenes mit Material von Thelonious Monk, Miles Davis, Horace Silver, Clifford Brown, Anthony Braxton u.v.a. zu einer bestechend gelungenen Synthese. Sein Quartett mit Jason Palmer(tp) und der omnipräsenten Rhythmusgruppe von Jorge Roeder(b) und Richie Barshay(dm) kreiert eine temperament- und kraftvolle Musik aus dem Geist der Quartette von Sonny Rollins-Don Cherry, Albert Ayler und Anthony Braxton-Kenny Wheeler. Deren Ansätze werden vom Blake-Quartett plausibel, mit Witz und Selbstironie in die Gegenwart verlängert.
    Live At Smalls

    Bruce Barth
    Live At Smalls (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    26.12.2011

    In der Tradition der grossen Pianotriostilisten

    Das Label "SmallsLIVE" hat sich Live-Mitschnitten aus dem Jazzclub "Smalls" im NY-Künstlerviertel Village verschrieben, legendärer Treffpunkt von Musikern und einem ausgesprochen fachkundigen Publikum. Besten modernen Mainstreamjazz, schnörkellos, swingend, groovy, bluesgetränkt, bot dort Ende September 2010 das Bruce Barth Trio (Vicente Archer-b, Rudy Royston-dm). Eine elektrisierende Musik in der Tradition der grossen Pianostilisten Ray Bryant, Wynton Kelly, Cedar Walton, Gene Harris, Mose Allison u.a.
    Israeli Song

    Eli Degibri
    Israeli Song (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    20.12.2011
    Klang:
    5 von 5
    Musik:
    5 von 5

    Senkrechtstarter

    Die künstlerische Laufbahn des erst 32-jährigen israelitischen Tenor- und Sopransaxophonisten Eli Degibri liest sich wie ein Märchen: Nach Emigration in die USA und Studium holte ihn Herbie Hancock für 2 Jahre in sein Sextett und war des Lobes voll über den damals 21-jährigen, dem er, hört, hört, "a formidable force in the evolution of jazz" attestierte. Und sein aktueller Bandleader, der legendäre Drummer Al Foster hält Degibri gar für den erfreulichsten aller jungen Saxophonisten, weil er auf seinem Instrument eine Geschichte zu erzählen wisse, mit Gefühl und immer überlegt zur Sache gehe. Die Sprache des Jazz hat Degibri u.a. bei Benny Golson, Clark Terry und Ron Carter gelernt. Mit Carter (b), Al Foster und Shootingstar Brad Mehldau (p) lässt sich Degibri auf "Israeli Song" von einer Allstars-Rhythmusgruppe befeuern. Die Einspielung wird auf der Website "allaboutjazz" begeisternd als eine der Top-CDs des Jahres gefeiert.
    Plays Live

    Plays Live (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    20.12.2011
    Klang:
    4 von 5
    Musik:
    4 von 5

    Toller Live-Mitschnitt !

    Auch wenn der Jazz an jenem 31. Mai 2002 nicht neu erfunden wurde, der Club-Auftritt des Eliane Elias Trios im "Bimhuis" geriet dennoch zum unvergesslichen Konzerterlebnis, vom verzückt mitgehenden Amsterdamer Publikum geradezu frenetisch bejubelt. Die mit allen Wassern des Musik-Business gewaschene temperamentvolle Brasilianerin weiss, wie ihre Zuhörer zu packen sind. Und mit ihrem Ehemann Marc Johnson (b) und dem vor Einfällen nicht zu bremsenden Drummer Joey Baron erlebt man ein seit 25 Jahren eingespieltes Dreamteam. Elias' Ansatz schöpft aus vielen Quellen. Beeinflusst von u.a. Ahmad Jamal, Oscar Peterson, Herbie Hancock, Sergio Mendes, hat sie sich ihren eigenen Pianostil gezimmert. Und die fröhlich swingende, bluesgetränkte Triomusik groovt, dass es eine wahre Freude ist.
    Auction Project

    Auction Project (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    20.12.2011

    Ueber den Hag gegrast

    Zugegeben: Auf den ersten Blick mag sich die Montage von Modern Jazz mit afro-kubanischer Musik und irisch-keltischer Folklore wie ein künstlerisches Himmelfahrtskommando ausnehmen. Aber das erfrischend lustvolle, hochmusikantische und über Jahre gewachsene Unterfangen des Altsaxophonisten David Bixler und des renommierten Hispano-Latin-Jazzers Arturo O'Farrill (p) erweist sich als künstlerisch von A bis Z gelungenes Joint Venture. Und die klassisch geschulte irischstämmige Violinistin, Juilliard-Absolventin und Bixlergemahlin Heather Martin Bixler bringt mit ihren irren irischen Jigs das 6-köpfige Ensemble "The Auction Project" regelrecht zum Fliegen: NYC-Worldjazz in geglückter musikalischer Integration.
    Solo

    Solo (CD)

    1 von 5 Sterne Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    20.12.2011
    Klang:
    4 von 5
    Musik:
    1 von 5

    Genie oder Scharlatan ?

    Vijay Iyer, US-Pianist indischer Abstammung, ist der Medienhype der Stunde. Sein Föteli hat es mittlerweile auf das Titelblatt des provinziellsten Jazzheftlis geschafft. Und selbst die Jazzkritik ist der weltweiten PR-Kampagne des rührigen deutschen Produzenten ungebremst auf den Leim gekrochen und lobt Iyers CDs über den grünen Klee: Welcome to Jazz Business! Iyers musikalischer Ansatz, nach seiner eigenen Einschätzung (besser: Ueberschätzung) bei Ellington, Monk, Andrew Hill u.a. zu verorten, klingt freilich recht dilettantisch und naiv, seine Phrasen und Ostinati klischiert, pathetisch und allzu schülerhaft. Der Zuhörer fühlt sich unwohl, möchte sich gar fremdschämen. Fazit: Masslos überschätzt ! Begabtere Könner wie u.a. Jaki Byard, Stan Tracey, Richard Twardzik, Irene Schweizer, der junge Dollar Brand, Paul Bley oder der klavierspielend cholerisch bersekernde (Bassist) Charles Mingus haben auf Iyers Feld jedenfalls viel Bedeutenderes abgeliefert.
    One Dark Night I Left My Silent House

    One Dark Night I Left My Silent House (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    20.12.2011
    Klang:
    5 von 5
    Musik:
    4 von 5

    Paradiesvögel

    David Rothenberg, Klarinettist und Bassklarinettenspieler, ist nicht zu verwechseln mit seinen beiden prominenteren Namensvettern Ned resp. Rich. Hauptberuflich als Philosophieprofessor am New Jersey Institute for Technology beamtet, befasst sich David mit Fragen der Oekologie, ist Buchautor (z.B. "Why Birds sing") und geradezu fanatischer Tierstimmenforscher. Vögel, Wale, Insekten haben es ihm angetan. Von ihnen und von der Maxime "There's music in nature and nature in music" lässt er sich als Musikant leiten. So auch in der wunderbar stimmigen, fast idyllischen Duoeinspielung mit der grossartigen Pianistin Marilyn Crispell. In einem spontan improvisierten "Catalogue d'oiseaux" setzen die beiden musikalischen Paradiesvögel den 2.Teil von Rothenbergs Maxime packend um.
    7/8

    Filmmusik / Soundtracks
    7/8 (CD)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    20.12.2011
    Klang:
    4 von 5
    Musik:
    3 von 5

    Epigonaler Soundtrack

    Der sardische Trompeter und Flügelhornspieler Paolo Fresu ist ein umtriebiger und vielbeschäftigter Musiker, der zu den begabtesten Jüngern von Miles Davis zählt.
    Dessen verhauchten Ton hat sich Fresu längst zu eigen gemacht. Kein Wunder, dass er sich zum Film "7/8" (Sette ottavi) etwas zu offensichtlich an das nicht zu übertreffende Vorbild, Miles Davis' Soundtrack zu Louis Malles "Ascenseur pour l'échafaud" (1958), anlehnt. Stefano Landinis Film von 2007 ist eine Reflexion über die Repression und Ausgrenzung von Jazzmusikern und Schauspielern zur Zeit des Faschismus. Fresus Musik mag nicht so recht zur Epoche des Films passen: gepflegter Konfektions-Hardbop aus dem Geist der 50-er Jahre, vom langjährigen Fresu-Quintett zwar untadelig, aber auch etwas brav und wenig inspiriert dargereicht, sozusagen mit angezogener Handbremse.
    Journey

    Journey (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    20.12.2011
    Klang:
    5 von 5
    Musik:
    4 von 5

    Musikalische Reisen

    Die Palette des in London zu viel Ehre und Respekt gekommenen Fribourger (Schweizer) Gitarristen Nicolas Meier ist erfreulich breit. Ohne Berührungsängste integriert er in sein Vokabular nebst Jazz und Rock auch Elemente aus Flamenco, Klezmer, türkischer und rumänischer Folklore. Die zwei soeben herausgebrachten CDs "Journey" und "Breeze" bieten eine faszinierende und beeindruckende Probe von Meiers hochvirtuosem Können: "Journey" ist näher bei der Sparte "Worldjazz" (Quintett mit u.a. Gilad Atzmon – sax, cl ), während "Breeze", eingespielt mit einem "akustischen" und einem "elektrischen" Trio, sich u.a. mit Jazzstandards auseinandersetzt ( "Body & Soul", "Autumn Leaves", Coreas "Spain", Coltranes "Countdown" etc.). Allemal verblüffend ist, wie Meier sich mit einem Arsenal von Gitarren und türkischen Lauten musikalisch auszudrücken versteht.
    Breeze

    Breeze (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    20.12.2011

    Musikalische Reisen

    Die Palette des in London zu viel Ehre und Respekt gekommenen Fribourger Gitarristen Nicolas Meier ist erfreulich breit. Ohne Berührungsängste integriert er in sein Vokabular nebst Jazz und Rock auch Elemente aus Flamenco, Klezmer, türkischer und rumänischer Folklore. Die zwei soeben herausgebrachten CDs "Journey" und "Breeze" bieten eine faszinierende und beeindruckende Probe von Meiers hochvirtuosem Können: "Journey" ist näher bei der Sparte "Worldjazz" (Quintett mit u.a. Gilad Atzmon – sax, cl ), während "Breeze", eingespielt mit einem "akustischen" und einem "elektrischen" Trio, sich u.a. mit Jazzstandards auseinandersetzt ( "Body & Soul", "Autumn Leaves", Coreas "Spain", Coltranes "Countdown" etc.). Allemal verblüffend ist, wie Meier sich mit einem Arsenal von Gitarren und türkischen Lauten musikalisch auszudrücken versteht.
    Winter Fruits

    Winter Fruits (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    20.12.2011
    Klang:
    5 von 5
    Musik:
    5 von 5

    Farbig und vielschichtig

    Mit dem Altsaxophonisten Loren Stillman und seinem Quartett (Nate Radley-g, Gary Versace-org, Ted Poor-dm) meldet sich die junge, weltoffene Jazzmusiker-Generation, die sich auf erfrischend-spannende Art von der an Jazzschulen praktizierten Dogmatik distanziert. Statt der Improvisation über dem Akkordgerüst eines vorgegebenen Themas setzen Stillman & Co. ganz auf die Melodie und ihre Variationen: Die Harmonik ergibt sich so aus dem verwobenen Geflecht der beteiligten Instrumentalstimmen. Der Ansatz ist freilich nicht neu: Lennie Tristano, Lee Konitz u.a. reaktivierten vor 60 Jahren die Praxis, wie zu Zeiten von Louis Armstrongs "Hot Five" extemporiert wurde. Und Stillmans überraschende Farbschichtungen sind ergo das faszinierende Resultat einer in die Gegenwart hinein verlängerten neu-alten Improvisationstradition.
    Live At The 2007 Monterey Jazz Festival

    Live At The 2007 Monterey Jazz Festival (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    20.12.2011
    Klang:
    4 von 5
    Musik:
    5 von 5

    Meisterhaft !

    Das Monterey Jazz Festival findet seit 1957 im September an der kalifornischen Pazifikküste statt. Die grandiose Live-Werkschau aller möglichen Jazzstile ist auf einer Unzahl von Tondokumenten festgehalten, soll von nun an aber auf dem eigens geschaffenen Label "Monterey Jazz Festival Records" dokumentiert werden. Einige bedeutsame Mitschnitte (u.a. Miles Davis, Th. Monk etc.) gibt's bereits auf MJF-Records, Unterlabel der neu strukturierten Concord Music Group. Die aktuellste CD, quasi das Geburtstagsgeschenk zum 50-jährigen Bestehen des Festivals, ist eine fulminante Aufnahme mit "The Monterey Quartet". Die Allstar-Combo besteht zu Dreivierteln aus der Dave Holland Band (Holland-b, Chris Potter-ts, Eric Harland-dm) und wird befeuert vom Zuzug des kubanischen Pianolöwen Gonzalo Rubalcaba. Das Resultat : Eine Sternstunde des aktuellen Jazz, modern Mainstream at it's best !
    Insight

    Insight (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    20.12.2011
    Klang:
    5 von 5
    Musik:
    5 von 5

    Sublime Dialoge

    Insight, also Einblick, verspricht der Titel der neuesten Einspielung von Bassist Gary Peacock und Pianist Marc Copland. Der Titel ist gut gewählt. Jedenfalls besser als das schroffe teutonische Coverdesign, welches den sublimen musikalischen Ansatz geradezu sträflich vermasselt. Die erste Begegnung von Peacock und Copland geht auf das Jahr 1983 zurück. Ihre Wege kreuzten sich seither immer wieder, dokumentiert auf zeitlos haltbaren CDs, meist in Trio-Besetzung. Und die zarten, kontemplativen Dialoge des tiefgründigen Austausches, erstmals 2002 in der CD "What It Says" für das Label "Sketch" eingespielt, finden mit "Insight" eine überzeugende Fortsetzung: 13 unaufgeregte, austarierte, spannende, schillernd-schön und kunstvoll verwobene Zwiegespräche von hoher Sensibilität und Musikalität sind das Resultat.
    Stone In The Water

    Stone In The Water (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    20.12.2011
    Klang:
    4 von 5
    Musik:
    5 von 5

    Meisterhaft!

    Der 37-jährige italienische Pianist Stefano Bollani gilt zu Recht als der unbestrittene Ueberflieger der aktuellen Jazzszene. Dass bei einem solchen Uebermass an musikantischem Talent und pianistischem Können die Kunst nicht in circensischer Artistik verpufft, ist Aufgabe und Herausforderung für den umsichtigen Produzenten. Und den hat Bollani in der Person von Manfred Eicher gefunden, der das seit 2003 bestehende "dänische Trio" (mit Jesper Bodilsen-b und Morten Lund-dm) zu einer künstlerisch bestechenden Einspielung geleitete. "Stone in the Water" geriet so zu einem austarierten musikalischen Gespräch von drei Gleichgesinnten, die sich mit telepathischem Verständnis und ohne Egoprobleme die Ideen zuspielen, diese verarbeiten, jederzeit aufeinander hören (und sich nie mit Interventionitis ins Zeug pfuschen).
    Spirit Moves

    Dave Douglas
    Spirit Moves (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    20.12.2011
    Klang:
    5 von 5
    Musik:
    4 von 5

    Lauter Blech

    Der umtriebige Trompeter Dave Douglas beschert uns mit seiner 5-köpfigen Jazzblaskapelle "Brass Ecstasy" ein fröhlich-sommerliches Scherzo. Jazzgeschichte wird und will der eben mit dem "Down Beat Critics Poll 2009" geehrte Leader mit seinem schon fast musikantenstadl-tauglichen Humbatätärä-Quintett zwar nicht schreiben. Aber ein Heidenspass ist er schon, der gelungene musikantische Verschnitt von u.a. Otis Redding, Hank Williams, New Orleans Marching Band Groove, Bebop und selbst Mittelalterlichem! Und Douglas bekennt sich ganz klar zu seinem Inspirator Lester Bowie, der in den Neunzigerjahren mit seiner Grossformation "Brass Fantasy" Triumphe feierte. "Brass Ecstasy" geriet ergo zur quasi auf Trompete, Frenchhorn, Posaune, Tuba und Trommel abgespeckten Bowie-Band im handlichen Pocket-Size Format.
    Mostly Coltrane

    Mostly Coltrane (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    20.12.2011
    Klang:
    5 von 5
    Musik:
    5 von 5

    Coltrane neu beleuchtet

    Steve Kuhns neueste Einspielung für ECM ist eine faszinierende musikalische Verbeugung vor John Coltrane. Man erinnert sich: Der 21-jährige Kuhn war 1960 während 3 Monaten Pianist in Coltranes Experimentierphase, die – allerdings mit McCoy Tyner am Piano – zu einer der wichtigsten Combos der Jazzgeschichte werden sollte. Eine Idee davon, wie das Coltrane-Quartett mit Kuhn statt Tyner hätte klingen können, liefert "Mostly Coltrane", das Steve Kuhn-Trio (David Finck-b und Joey Baron-dm) mit dem grossen und in seinem Eklektizismus originellen Joe Lovano (ts und Tarogato): Kuhn und Lovano interagieren auf der Basis von 11 Coltrane-Klassikern auf gleicher Ebene, die Rolle von Solist und Begleiter in einem faszinierenden Ansatz völlig ignorierend. Abgerundet wird die gelungene CD von den beiden Solopiano-Vignetten "With Gratitude" und "Trance".
    The Complete Recordings

    The Complete Recordings (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    20.12.2011
    Klang:
    4 von 5
    Musik:
    4 von 5

    Umstrittene Meilensteine

    Die beiden Duo-Einspielungen "The Tony Bennett / Bill Evans Album" (1975 auf "Fantasy") und "Together Again" ( 1976 auf "Improv") führten bei ihrem Erscheinen zu kontroversesten Reaktionen. Evans' grossartiges Klavierspiel, einfallsreich, poetisch und einfühlsam, stand nie zur Diskussion. Dagegen polarisierte der etwas theatralische Crooner Bennett die Aficionados, denen der gekünstelte Belcantobariton als wenig jazzmässig erschien. Kenner der US-Songtradition, namentlich Bennetts Kollegen Frank Sinatra und Al Jarreau, aber auch Komponisten wie Alec Wilder und Leonard Bernstein, begrüssten jedoch Bennetts Ansatz als überaus geglückten Versuch, anspruchsvolle Lieder aus dem "Great American Songbook" in "American Art Songs" zu transformieren, wie dies Schubert mit deutschen Volksliedern gelungen war. Nun liegen die beiden einst umstrittenen Meilensteine erneut zur Vernehmlassung auf, erstmals in einer Gesamtausgabe auf 2 CDs inkl. 21 (!) Alternativ- und Bonustracks und einem ausführlichen neuen Text des Bennett-Biographen Will Friedwald.
    Some Trees

    Some Trees (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    20.12.2011

    Erfrischend

    „Some Trees“ - der Titel, mit dem sich das Quartett um den New Yorker Komponisten und Cellisten Daniel Levin vorstellt, tönt geheimnisvoll und macht neugierig. Der aufmerksame Hörer ist aufgerufen, sich seine eigenen Vorstellungen zum Archetypus „Baum“ zu machen. Bilder zu Wurzelwerk, Verästelungen und weitere Metaphern stellen sich ein. Die weitgehend improvisatorische Musik über fünf skizzenhaften Vorgaben von Levin , ergänzt durch Kompositionen von Eric Dolphy, Steve Lacy und Ornette Coleman wurzelt im kammermusikalischen Ansatz von Red Norvo, Charles Mingus und Jimmy Giuffre. Unkonventionell ist die Besetzung mit Trompete, Vibraphon, Cello und Bass. Expressiv bläst Nate Wooley. Matt Moran setzt pointillistische Farbtupfer auf dem Vibraphon. Levin lässt sein Cello singen und Joe Morris strukturiert die Musik vom Bass her. Spannende und aktuelle Musik an der Schnittstelle von zeitgenössischer E-Musik und freiem Jazz!
    Lucky To Be Me

    Lucky To Be Me (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    20.12.2011

    Verblüffendes Jungtalent

    John Coltranes Komposition „Giant Steps“ gilt noch heute, 40 Jahre nach ihrer Ersteinspielung, als die harmonisch schwierigste Komposition der Jazzgeschichte. Selbst gestandene Stars kommen mit den raschen Akkordwechseln ins Schwitzen. Umso erstaunlicher, wenn ein 21–jähriger kalifornischer Nobody sein Debutalbum gleich mit diesem pièce de résistance eröffnet, gespielt mit einer nonchalanten Lässigkeit und einem absolut eigenständigen Ansatz. Taylor Eigsti heisst der Pianostar, der sich mit seiner Debut-CD „Lucky to be me“ als verblüffendes Talent outet. Sein geschmacksicheres Klavierspiel wurzelt zwar deutlich in den Traditionen von Evans und Jarrett, aber Eigstis jugendliche Leidenschaft, sein gesunder Appetit, Risiken einzugehen, und seine untadelige Technik sind schlicht umwerfend. Ein
    Dutzend Kompositionen, von der Solopianoversion bis zur Oktettbesetzung, zeichnen ein farbiges Bild. Schwerpunkte der Musik sind jedoch zwei Trios mit Christian McBride/Lewis Nash resp. James Genus/Billy Kilson.
    Secrets

    Secrets (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    20.12.2011

    Mit frischem Wind

    Der 39-jährige Amerikadäne Kim Bock (Tenor- und Sopransax, Bassklarinette) nimmt in seiner Einspielung „Secrets“ die reiche Tradition der harmonieinstrumentlosen Quartette auf und erkundet erfolgreich neue Wege des Kontrapunkts. Es lässt sich vermuten, dass mit „Secrets“ die stilbildenden Gruppen gemeint sind, auf die sich Bock bezieht, namentlich das Jimmy Giuffre Quartett von 1955/56 (mit Jack Sheldon, tp), Kenny Dorhams Einspielung „2 Horns/2 Rhythms“ (1957), das Gerry Mulligan Quartett mit Chet Baker resp. Art Farmer. Books bevorzugte Inspirationsquellen bleiben allerdings Ornette Colemans früheste Aufnahmen. Sein instrumentaler Ansatz erinnert an den jungen John Coltrane, an Wayne Shorter und Rich Perry. Mit David Smith (tp/flh), Adam Armstrong (b) und Peter Retzlaff (dm) leitet Book ein Quartett, das mit transparenten und swingenden Arrangements frischen Wind in die jüngere New Yorker Szene brachte.
    Braggtown

    Braggtown (CD)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    20.12.2011
    Klang:
    4 von 5
    Musik:
    3 von 5

    Wundertüte

    Ungewohnt kompromisslos äussert sich Tenor- und Sopransaxophonist Branford Marsalis zu "Braggtown", seiner neuesten Quartett-CD: "Wir spielen sehr anspruchsvolle Musik. Wer zu uns kommt, um sich berieseln zu lassen, liegt falsch. Unsere Musik liebt man oder man hasst sie. Dazwischen gibt es nichts." Die markigen Worte aus dem Munde des umgänglichen und freundlichen Künstlers erstaunen nur, wer Marsalis noch immer als unverbindlichen Sideman von
    Pop-Ikonen wie Sting und Tina Turner schubladisiert. Mit seinem seit sechs Jahren existierenden Quartett (Joey Calderazzo –p, Eric Revis –b, Jeff "Tain" Watts –dm) hat Marsalis eine grossartige und ungemein kompakte Workingband, die sich zur Musik des Uebervaters John Coltrane bekennt. Was bei diesem modal und bluesig daherkam, wird allerdings vom Marsalis Quartett eklektisch aufgebrochen und aufgeladen mit Zitaten aus der Barockzeit oder – man höre und staune – Richard Wagners "Ring".
    Live At Birdland

    Live At Birdland (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    20.12.2011

    "Alte" Kameraden

    Mit den vier berühmten Glockentönen des Big Ben hatte Pianist Steve Kuhn vor einem Jahr sein Publikum im New Yorker Club "Birdland" auf einen Schlag im Griff – Magie pur! Musikalisch fein und elegant abgezirkelte Dramaturgie war schon immer eines von Kuhns Markenzeichen, eine grosse Kunst, die er beherrscht wie vor ihm bestenfalls Miles Davis. Und das Rezital des hochkarätig mit den beiden ehemaligen Davisgefährten Ron Carter (b) und Al Foster (dm) besetzten Trios geriet zur glühenden und ideensprühenden Sternstunde voller Swing, Drive, Punch und Poesie. Kurz: Drei ältere Herren auf lustvollen, verschlungenen und abenteuerlichen Streifzügen durch den Parcours des modernen Jazz. Erinnerungen an ihr erstes, auf 2 CDs dokumentiertes Treffen aus dem "Village Vanguard" vor 20 Jahren werden aufs Schönste aufgefrischt!
    1476 bis 1500 von 1544 Rezensionen
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