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    Jeremy Top 10 Rezensent

    Aktiv seit: 28. August 2010
    "Hilfreich"-Bewertungen: 17776

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    1544 Rezensionen

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    Twelve

    Twelve (CD)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    20.04.2014
    Klang:
    4 von 5
    Musik:
    3 von 5

    Musikalischer Storyteller aus Israel

    Der 36-jährige israelitische Tenor-, Sopransaxophonist (und sogar Mandolinenspieler!) Eli Degibri wurde vor 15 Jahren von Herbie Hancock verpflichtet und galt fortan als Wunderkind und Senkrechtstarter. Seinen Ruf als musikalischer Geschichtenerzähler holte er sich darauf beim grossen Drummer Al Foster. Zurück in Israel machte sich Degibri auf Talentsuche und wurde fündig: Pianist Gadi Lehavi (16) und der 18-jährige Drummer Ofri Nehemya sind so vielversprechende wie hochtalentierte Jungjazzer, die sich in Degibris stilistisch (etwas gar breit, leider, leider!) angelegtem Worldjazz (Jazzstandard, Mambo, Jazzwaltz, Tango, Rock Ballad etc.) erstaunlich gut zurechtfinden.
    A Trumpet In The Morning

    A Trumpet In The Morning (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    18.04.2014
    Klang:
    5 von 5
    Musik:
    5 von 5

    Panstilistik als Programm!

    Der 1955 in Kentucky geborene Saxophonist, Komponist und Bandleader Marty Ehrlich lebt seit 1978 in New York. Als weisser Teenager wurde er musikalisch im Umkreis schwarzer Musik sozialisiert, geprägt von der Black Artists Group um Julius Hemphill, Oliver Lake und J.D.Parran, allesamt Saxophonisten. Panstilistisch aus Ueberzeugung, umfasst seine Musik den gesamten Fächer des Jazz von seinen Anfängen (Blues, Gospelmusik) bis hin zur aktuellen Avantgarde. Wie überzeugend und begeisternd dieses Konzept, von Ehrlich komponiert und arrangiert, tönt, zeigt die neueste Einspielung mit seinem „Large Ensemble“. Besetzt mit 25 Spitzenmusikern, erwarten den Hörer grossartige Solisten, darunter Adam Kolker, Andy Laster, J.D. Parran, Howard Johnson (Saxophone), Ron Horton, James Zollar (tp), Ray Anderson (tb), Uri Caine (p), Drew Gress (b), Eric McPherson und matt Wilson (dm). Die panstilistischen Furchen für Ehrlichs 6 Kompositionen wurden von prominenten Vorgängern gelegt, darunter George Russell, Muhal Richard Abrams, Gil Evans, mit Querverbindungen zur Musik von Mingus, Ellington, Anthony Braxton und Don Ellis. Das Resultat: 75 Minuten emotionell packender Jazz voller Dramatik, Swing und Groove.
    Listener

    Listener (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    15.04.2014
    Klang:
    4 von 5
    Musik:
    5 von 5

    Aktueller Combojazz, „live“ aus London – Das Jeff Williams Quartett

    Drummer/Bandleader Jeff Williams ist auf beiden Seiten des Atlantiks aktiv. Nach der hochgelobten Studioproduktion „Another Time“ präsentierte er 2012 sein Quartett im Londoner Jazzclub „Vortex“. Durch den Verzicht auf ein Harmonieinstrument liegt der Fokus von Williams’ klar strukturiertem Freebopjazz auf eingängiger Melodik, viel Dynamik, Drive und Swing. Mit dabei in Williams’ Combo sind unbestrittene Meister ihres Fachs: John O’Gallagher (Altsax), Duane Eubanks (Trompete) und Bassist John Hébert. Eine wärmstens empfohlene CD für alle Liebhaber von aktuellem Combojazz!
    Feathery

    Feathery (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    07.04.2014
    Klang:
    5 von 5
    Musik:
    4 von 5

    Federleicht swingender, aktueller Cooljazz

    Lee Konitz, der grosse alte Mann unter den Saxophonisten, verteilt sein Lob über Musikerkollegen in homöopathischen Dosen und ist für seine kompromisslose Ehrlichkeit so respektiert wie gefürchtet. Des Lobes voll ist Konitz über seine Kollegin Lena Bloch. Die russischstämmige Tenorsaxophonistin debütiert in ihrer CD „Feathery“ mit einer beachtlichen Hommage an ihr Vorbild Warne Marsh, dessen komplexer improvisatorischer Ansatz von Bloch aufdatiert und im aktuellen Jazz verankert wird. Mit dabei im hervorragenden Quartett finden sich der junge Gitarrist Dave Miller und die beiden altgedienten Stilisten Cameron Brown (Bass) und Billy Mintz (Drums).
    Live At The Bird's Eye 2013

    Live At The Bird's Eye 2013 (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    02.04.2014
    Klang:
    4 von 5
    Musik:
    5 von 5

    Begeisternder Live-Mitschnitt aus Basel

    Der New Yorker Pianist Jon Davis schuf sich einen herausragenden Ruf als vielbeschäftigter Sideman (bei Stan Getz, Joe Henderson, Jaco Pastorius, Bobby Shew u.v.a.). Hier ist Jon Davis noch zu entdecken. Im Mitschnitt aus dem Basler Jazzclub „Bird’s Eye“ vom 14. Dezember 2013, mit dem hervorragenden Rhythmusteam von Isla Eckinger (Bass) und Peter Schmidlin (Drums) eingespielt, präsentierte sich das Jon Davis Trio in bester Spiellaune. Das Resultat ist schnörkelloser, unaufgeregter, geradliniger Modernjazz, „straight forward“, unprätentiös, voller Drive und elegant swingend. Kurz: Eine von A bis Z begeisternde Live-Einspielung aus einem Guss!
    Extended Circle

    Extended Circle (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    17.03.2014
    Klang:
    5 von 5
    Musik:
    4 von 5

    Melancholisch verhangene Melodik


    An der Musik des erfolgreichen norwegischen Pianisten Tord Gustavsen scheiden sich die Geister. Der getragen hymnische Ansatz, von Chorälen und Spirituals inspiriert, weckt Erinnerungen an die Klaviermusik von Grieg und das „Skandinavische Quartett“ von Keith Jarrett mit Jan Garbarek. Ergo für progressive Jazzhörer, weil „zu schön klingend“ definitiv ein „No-Go“. Sei’s drum! Wer klare Strukturen, balladeske Melodien und eine schlüssige Harmonik mag, wird sich allemal für „Extended Circle“ begeistern. Eine absolut gelungene und auch merkantil erfolgreiche CD!
    Aliens Deliberating

    Aliens Deliberating (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    17.03.2014
    Klang:
    5 von 5
    Musik:
    4 von 5

    Im Wechselbad musikalischer Stimmungen

    Joris Roelofs? Wer immer den Namen des jungen holländischen Saxophonisten, Flötisten und Bassklarinettisten hier zum ersten Mal liest, hat noch keine musikalische Bildungslücke. Diese hat jedoch definitiv, wer von Roelofs CD „Aliens Deliberating“ nicht restlos begeistert, ja hingerissen ist! In der spartanischen Minimalbesetzung Bassklarinette (Roelofs), Bass (Matt Penman) und Schlagzeug (Ted Poor) eingespielt, offeriert das Trio in einer knappen Dreiviertelstunde eine an musikalischer Breite und Tiefe kaum zu überbietende Palette von Stimmungen, Klangfarben und überraschenden Texturen. Kompositionen von Duke Ellington, Lee Konitz, Roelofs und Poor liefern die Vorgaben für ein Dutzend improvisatorischer Exkurse in wechselnder Besetzung (Trio, Duo, Solo). Und mit Roelofs Bassklarinette ist eines der ausdrucksstärksten Instrumente im aktuellen Jazz angekommen.
    Our Time: Sondheim Duos 2

    Our Time: Sondheim Duos 2 (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    05.03.2014
    Klang:
    5 von 5
    Musik:
    5 von 5

    Vom Broadway ins Jazzrepertoire – Stephen Sondheims Songs

    Tommy Cecil, Bassist aus Washington, und der New Yorker Pianist Bill Mays zählen mit Recht zu den Urgesteinen der aktuellen Jazzszene. So hat etwa Mays mit über 150 Sängerinnen und Sängern gearbeitet, nachzulesen (und zu bestellen!) in seiner amüsanten Autobiographie „Stories of the Road“ (billmays.net). Und nach der höchst erfolgreichen Duo-CD „Side by Side“ mit 9 Songs aus der Feder von Stephen Sondheim legen die beiden Künstler mit „Our Time“ 11 weitere melodiöse Titel des grossen Broadwaykomponisten vor, die so hoffentlich den Weg ins Repertoire der Jazzmusiker finden. Hervorragend arrangiert, interpretiert und aufgenommen, präsentiert das Duo feinsten Kammerjazz.
    Jazz Country

    Jazz Country (CD)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    10.02.2014
    Klang:
    5 von 5
    Musik:
    3 von 5

    Zwischen Countrymusik, Pop und Jazz

    Stilistisch witzige Grenzüberschreitungen waren für den Jazzdrummer und Bandleader Matt Wilson schon immer Programm. So auch in seiner Rolle als Produzent für die neueste CD der kanadisch-stämmigen Sängerin Amy Cervini. In einem ironisch-neckischen Verschnitt mit Songs von Rogers & Hart, Dave Frishberg, Hank Williams, Neil Young, Charlie Chaplin, Johnny Cash u.a. positioniert sich Cervini mit ihrer mädchenhaft-kecken Stimme allerdings näher bei Country, Pop, Folksong (und Trash!) als beim Jazz. Allemal beachtenswert sind die hervorragenden Gastkünstler: Anat Cohen(Klarinette), Marty Ehrlich(Sax), OdedLev-Ari(piano), Gary Versace(Akkordeon) etc.
    39 Steps

    39 Steps (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    04.02.2014
    Klang:
    5 von 5
    Musik:
    5 von 5

    Aktueller Jazz aus einem Guss!

    Gitarrist John Abercrombie ist dem Label ECM seit dessen Lancierung vor mehr als 40 Jahren verbunden. Mit der spektakulären CD „Timeless“(mit Jan Hammer und Jack DeJohnette) von 1974 hatte Abercrombie massgeblichen Anteil an der frühen Erfolgsstory von ECM. In „39 Steps“, 2013 eingespielt im Quartett mit dem grandiosen Rhythmusgespann von Drew Gress (Bass) und Drummer Joey Baron, ist nun erstmals der Pianist Marc Copland bei ECM präsent. Der langjährige musikalische Partner von Abercrombie ist künstlerisch ein Gewinn. So wurde die Einspielung von der Fachzeitschrift „DownBeat“ geradezu enthusiastisch gefeiert. Prädikat im O-Ton: „Acoustic-electric symmetry of the highest order“. Genau, so ist es!
    La Lecon De Jazz: Les Pianistes

    La Lecon De Jazz: Les Pianistes (DVD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    19.01.2014
    Bild:
    4 von 5
    Extras:
    5 von 5
    Klang:
    4 von 5
    Musik:
    5 von 5

    Grossartige Hommage an 5 Ausnahmepianisten

    Wer immer sich in den modernen Jazz ab 1950 vertieft, ob Jazzmusiker oder engagierter Hörer, stösst früher oder später auf die grossen Pianisten und ihre stilbildenden Innovationen in Harmonik, Melodik und Rhythmik. Höchst verdienstvoll, wie sich der renommierte französische Pianist Antoine Hervé in kommentierten Konzerten mit fünf Giganten des Jazzpianos befasst. Hervés Konzerte sind durchwegs charmant, geistreich und äusserst kompetent aufgestellte „Lektionen“. Leicht verständlich, en français (mit englischen Untertiteln), enthüllt Hervé in exakt transkribierten Originalimprovisationen (welche Riesenarbeit!) eine Fülle musikalischer Geheimnisse von und über Oscar Peterson („Le Swing et la Virtuosité“, im Trio mit den Gebrüdern Moutin, 2 DVDs), Thelonious Monk „Le Griot du Be-Bop“, Bill Evans „Turn Out the Stars“, Dave Brubeck „Les Rhythmiques du Diable“ und Keith Jarrett „Pianiste sans Frontières“. Die in der Box enthaltenen 6 DVDs sind, mit Ausnahme von Th. Monk, auch einzeln erhältlich.
    Arborescence

    Arborescence (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    08.01.2014
    Musik:
    4 von 5

    Das Solodebut eines Ausnahmepianisten!

    Der 30-jährige Pianist Aaron Parks gilt seit seiner Jugend als Riesentalent. Nach dem Domizilwechsel von Seattle nach New York und vielbeachteten Sidemenjobs bei Kurt Rosenwinkel, Eric Harland, Joshua Redman, Terence Blanchard u.a. legt Parks nun sein Debutalbum bei ECM vor. Das verträumte, narrativ gehaltene Solo-Rezital ist eine weitverzweigte Suite, musikalisch näher bei der europäischen Konzertmusik (Debussy, Ravel, Bartók) als in der Jazztradition zu verorten. Parks kristallklar strukturierte und berührende musikalische Visitenkarte fügt sich nahtlos ein in die illustre Reihe grosser ECM-Pianisten, Keith Jarrett, Chick Corea, Paul Bley, Art Lande, Craig Taborn.
    Sackbut Stomp

    Sackbut Stomp (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    25.12.2013
    Klang:
    5 von 5
    Musik:
    4 von 5

    Präzis, virtuos, dynamisch!

    Brassmusikfans aufgepasst: Hier kommt DAS Posaunenensemble
    der aktuellen Jazzszene! Mit seinen
    hochvirtuosen Partnern Ryan Keberle, Luis
    Bonilla (Posaunen) und dem Tubaspieler Marcus
    Rojas fegt das von Joe Fiedler geleitete Brassquartett
    Big Sackbut durch 50 Jahre afroamerikanische
    Musik. Dazu gehören Latinjazzklassiker wie
    Chano Pozos «Tin Tin Deo» und Roger Millers
    Country-Schnulze «King of the Road» u. v. a., beide
    mit dem Gastsolisten Steven Bernstein an der
    selten gespielten Slide-Trompete. Erfreulich, dass
    die im älteren Jazz unverzichtbare Posaune mit
    dem breiten klanglichen Spektrum in der aktuellen
    Jazzszene wieder ihren Platz hat.
    Baida

    Baida (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    17.12.2013
    Klang:
    5 von 5
    Musik:
    4 von 5

    Aktueller Kammerjazz, melodisch, lyrisch und transparent

    Nach der sehr empfehlenswerten Duo-CD „Only Many“ (CamJazz) mit dem Pianisten Fred Hersch legt Alessi diese ECM-Quartetteinspielung als zweite CD innerhalb eines Jahres vor. Glasklare Melodik, eine bestechende Dramaturgie und die Top-Rhythmusgruppe mit Jason Moran (piano), Drew Gress (bass) und Nasheet Waits (drums) garantieren lyrischen Freebop-Jazz vom Feinsten.
    The Classic 1958 - 62 Recordings (Limited Edition)

    The Classic 1958 - 62 Recordings (Limited Edition) (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    07.12.2013
    Klang:
    4 von 5
    Musik:
    5 von 5

    Meilensteine der Jazzgeschichte!

    Das Klaviertrio mit Bass und Schlagzeug ist die wohl gängigste Jazzformation. Und seine Popularität unter Musikern und Publikum geht zurück auf den noch immer aktiven Pianisten Ahmad Jamal und seine legendären Einspielungen von 1958-62 mit Israel Crosby(b) und Vernel Fournier(dm), von Kritikern erst völlig verkannt, aber vom Publikum und Musikern umso mehr verehrt. So bezeichnete Miles Davis das Jamal-Trio als seine grösste Inspiration. Und Pianisten wie Red Garland, Bill Evans, Oscar Peterson, der frühe Ramsey Lewis und selbst Fred Hersch beziehen sich ausdrücklich auf diese legendären Aufnahmen des Jamal-Trios. Die LP „But Not For Me“ mit "Poinciana" von 1958 war ein Millionenhit, hier dabei. Neun Jamal-LPs samt Zusatztracks sind nun in dieser äusserst preisgünstigen, sorgfältig produzierten 5-CD-Box erhältlich.
    Tightrope

    Tightrope (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    23.11.2013
    Klang:
    5 von 5
    Musik:
    5 von 5

    Zu dritt auf dem hohen Seil – die 3 Cohens. Fabelhaft!

    Musikalische Geniestreiche sind auch im Jazz äusserst selten. „Tightrope“, die vierte CD der drei Cohengeschwister, ist definitiv einer! Umwerfend, pfiffig und auf hochmusikantische Art verspielt, wie Anat (Tenorsax, Klarinette), Yuval (Sopransax) und Avishai (Trompete) hier in 18 kürzeren Episoden durch 100 Jahre Jazzgeschichte brausen, von Louis Armstrong bis Ornette Coleman, mit Abstechern zu Klezmer, Klassik, Vaudeville etc. Meist a capella, d.h. unbegleitet, und dabei swingend wie 3 Teufel im Fegefeuer, wird das faszinierende Trio in wenigen Tracks unterstützt von Fred Hersch (Piano), Johnathan Blake (Drums) und Christian McBride (Bass). Keine Frage: Hier ist sie, meine ultimative Jazz-CD des Jahres 2013!
    Lifes A Movie

    Lifes A Movie (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    12.11.2013
    Klang:
    5 von 5
    Musik:
    4 von 5

    Der Soundtrack zum Leben als Jazzmusiker - Bill Mays

    Mit „Life’s A Movie“ betitelt Jazzpianist Bill Mays seine Vita in 13 Stationen. Vom klassisch ausgebildeten Musiker führte ihn diese über die Hollywood-Filmmusik-Studios zum vielbeschäftigten Jazzpianisten in New York. Ergo wurde auch Mays’ musikalisches Selbstportrait zum Puzzle aus eklektischen Versatzstücken im Dunstkreis von Spätromantik, melodieseligem Moviejazz bis hin zur Musik der Jazzikonen Bill Evans, Thelonious Monk und Chick Corea. Handwerklich und künstlerisch hervorragend gemacht, hat Mays seine musikalischen Reflexionen mit dem langjährigen „Inventions Trio“ (Marvin Stamm, Trompete/Flügelhorn; Alisa Horn, klassisches Cello) eingespielt.
    September

    September (CD)

    2 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    01.11.2013
    Klang:
    4 von 5
    Musik:
    2 von 5

    Ziemlich öde Klangmalereien

    Der in Berlin lehrende Schlagzeugprofessor John Hollenbeck erkundet mit seinem „Claudia Quintet“ seit Jahren neue Wege der kollektiven Gruppenimprovisation. So hat er in der CD „September“, der mittlerweile 7. CD seiner Band, auf jegliche schriftliche Notation verzichtet und seine kompositorischen Vorstellungen in Worten und farbigen Bildern (diese liegen der CD bei) seinen Musikern erläutert. Resultat ist ein mit viel und lautstarker Hollenbeck’scher Perkussion unterlegter Klangteppich, soundlastig, aber leider ohne nennenswerte Soli. Chris Speed(Klarinette,Tenorsax), Matt Moran(Vibraphon), Drew Gress resp. Chris Tardini(Bass), der Newcomer Red Wierenga(Akkordeon) und Hollenbeck erproben einen reichlich prätentiösen, eigenartig neuen Zugang in die Grenzgebiete und öden Abgründe zwischen Minimal Music, postmodern angehauchtem progressiven Jazz und Experimental-Rock. Das musikalische Fazit bleibt durchzogen und fragwürdig. Oder gar langweilig?
    New Groove / The College Concert (Limited Edition)

    New Groove / The College Concert (Limited Edition) (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    31.10.2013
    Klang:
    4 von 5
    Musik:
    5 von 5

    Zwei Meilensteine des Jazz auf einer CD

    Der Klarinettist Pee Wee Russell(1906-1969) gilt als einer der schrägsten Vögel der Jazzgeschichte. Als musikalisches Jahrhundertgenie von Benny Goodman verehrt, machte Russell eine erratische Karriere zwischen Dixielandschuppen, Trinkerheilanstalt und Tonstudio mit seiner melancholisch-knorrigen Tonsprache jenseits aller stilistischen Grenzen. Nun bietet eine CD mit zwei hochgelobten Sessions an der Schnittstelle von traditionellem und neuerem Jazz einen hervorragenden Zugang zu Russells eigensinniger Kunst. Vereinigt auf einer CD finden sich das pianolose Quartett von 1962 (damlas 5 Sterne in der Fachzeitschrift „DownBeat“!) und das Boston-Konzert von 1966 mit dem New Orleans Trompeter Henry „Red“ Allen und dem Trio des Avantgardepianisten Steve Kuhn (mit Charlie Haden, Bass).
    Mintz Quartet

    Mintz Quartet (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    07.10.2013
    Klang:
    5 von 5
    Musik:
    5 von 5

    Drummer Billy Mintz erforscht perkussives Neuland

    „If you are a fan of modern jazz drumming but have not heard Billy Mintz, you have not heard it all“. So die Kurzdurchsage von Tom Conrad in der Fachzeitschrift „JazzTimes“. Der Drummer Billy Mintz, ein musician’s musician, gilt in der aktuellen New-York-Szene als der grosse Erneuerer des Jazzdrumming, der mit seinen Vorstössen in perkussives Neuland sein Drumset anders spielt als alles, was es bisher zu hören gab von Baby Dodds über Max Roach bis Jim Black, Pierre Favre und Paul Motian. Mintz’ Beats tönen auf eine kunstvoll irritierende Art verwischt, werden unter seinen Händen zu einem Kontinuum von an- und abschwellenden Sounds, zu Verdichtungen und Verdünnungen, in den Strukturen vergleichbar einem perkussiven Soundtrack zu den Bildern des Actionkünstlers Jackson Pollock. Billy Mintz, der Komponist, Solist und Begleiter musiziert hier mit langjährigen musikalischen Partnern aus New York und Kalifornien. John Gross (Tenorsax), Roberta Piket (Piano, Orgel, Stimme) und Bassist Putter Smith sind in einer dramaturgisch hervorragend konzipierten CD zu hören. Eine hervorragende Einspielung!
    Trios

    Trios (CD)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    07.10.2013
    Klang:
    5 von 5
    Musik:
    3 von 5

    Carla Bley - Aus der Jazzrevolte in den Mainstream

    Vor 50 Jahren gehörte Carla Bley zur kompromisslosen und wilden Freejazzavantgarde, die mit ihrer Kaputtspielmusik die Szene ganz gewaltig aufmischte. Tempi passati! Man mag es bedauern oder begrüssen, dass die exzentrische Komponistin und Pianistin längst in mehrheitsfähigen musikalischen Gefilden paddelt. So sind denn auch die 5 Bley-Songs auf der CD „Trios“ fester Bestand des langjährig erprobten Repertoires, eingespielt mit Andy Sheppard (Tenor- und Sopransaxophon) und Steve Swallow (Bassgitarre). Eine höchst kunstvolle, gepflegte, melodiöse und klar strukturierte Musik zwar, aber auch – horribile dictu – eine Spur zu glatt und zu gefällig.
    Lorca Soundscape

    Alexis Cuadrado
    Lorca Soundscape (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    23.09.2013
    Klang:
    5 von 5
    Musik:
    4 von 5

    Politisch und lyrisch engagierter Postbop aud der NYC-Brooklyn-Szene.

    Der Bassist Alexis Cuadrado emigrierte vor Jahren von Barcelona nach New York, wo er zu einer Leitfigur der faszinierenden Brooklyn-Szene avancierte. Die USA-Reise des spanischen Dichters Federico García Lorca (1898-1936) im Wirtschaftskrisenjahr 1929 ist dokumentiert in Lorcas schonungsloser lyrischen Abrechnung „Poetas en Nueva York“ (im Internet vollständig zu lesen!). Sie inspirierte den Komponisten Cuadrado zur Vertonung von sieben politisch engagierten Gedichten aus dem Lorca-Zyklus. Das Resultat ist eine CD mit packenden Jazzsongs, eingespielt von einem prominent besetzten Sextett mit u.a. Altsaxophonist Miguel Zenón, Piano-Shootingstar Dan Tepfer und der chilenischen Vokalistin Claudia Acuña.
    Endangered Species: The Music Of Wayne Shorter: Live!

    Endangered Species: The Music Of Wayne Shorter: Live! (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    26.08.2013
    Klang:
    5 von 5
    Musik:
    4 von 5

    Happy Birthday, Wayne Shorter!

    Saxophonist Wayne Shorter feierte am 25. August 2013 seinen 80.Geburtstag. Die schönste musikalische Gratulation für den bedeutendsten zeitgenössischen Jazzkomponisten kommt als Live-Mitschnitt aus dem New Yorker Jazzclub „Dizzy’s“. Prominent besetzt mit u.a. Ravi Coltrane, Marcus Strickland, Tim Green (Saxophone), Jeremy Pelt (Trompete), Steve Davis (Posaune), Geri Allen (Piano), E.J. Strickland (Drums) präsentiert Bandleader/Trompeter David Weiss mit seiner 12-köpfigen Mini-Bigband eine tour d’horizon von Shorters äusserst fruchtbarem Schaffen, von Art Blakey’s „Jazz Messengers“ über das Miles Davis Quintet der 60er Jahre hin zu Shorters aktuellem Quartett.
    Azure

    Azure (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    14.08.2013
    Klang:
    5 von 5
    Musik:
    5 von 5

    Faszinierender Kammerjazz zu zweit!

    Gary Peacock ist unbestritten einer der wichtigsten Jazzbassisten. Erst machte er an der Westküste (Bud Shank, Clare Fischer etc.) als souveräner Virtuose auf sich aufmerksam, wurde Nachfolger von Scott LaFaro im Bill Evans Trio, prägte dann die Musik von Albert Ayler und Miles Davis. Seine ECM-CD „Tales of Another“(mit Keith Jarrett und Jack DeJohnette) animierte den Pianisten zur Lancierung des „Standard Trio“. Der Rest ist Jazzgeschichte! Die grossartige Konzert-Einspielung aus dem KKL Luzern von 2009 wurde unter dem Titel „Somewhere“ von ECM soeben veröffentlicht, zeitgleich mit der Duo-CD von Peacock und der Pianistin Marilyn Crispell. „Azure“ zeigt deren empathisch–interaktive Seiten in einem Dutzend Duos, mal aus dem Moment heraus frei improvisiert, mal über skizzenhaft vorgegebenes Material, die Grenzen zwischen Komposition und Improvisation aufs Raffinierteste verwischend: Aktueller Kammerjazz zweier Meister!
    Classic Harmonica Blues

    Classic Harmonica Blues (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    04.08.2013
    Klang:
    4 von 5
    Musik:
    5 von 5

    Eine empehlenswerte Kompilation

    "Low Down Blues" statt "Im schönsten Wiesengrunde", resp. Bluesharp statt Mundharmonika: Als Harmonika-Blues-Appetizer empfiehlt sich die vorliegende CD-Kompilation in 20 Tracks, gesungen, geblasen, gezupft zwischen 1952 und 2008 von Meistern ihres Fachs. Mit dabei sind Sonny Terry und Brownie McGhee, Charlie Sayles, Doctor Ross the Harmonica Boss, die Chambers Brothers u.v.a. Die durchwegs packende Musik ist mal hochexpressiv und überschwänglich, mal besinnlich und melancholisch.
    1351 bis 1375 von 1544 Rezensionen
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