Nahe der Unmusikalität
Es ist von vornherein gewagt, Orgelwerke aufs Klavier zu transkribieren: An die Stelle einer reichen Auswahl von Klängen und Farben treten die im Vergleich zweidimensionalen Möglichkeiten des Klaviers. Seit Bussonis Versuchen mit Bachschen Orgelwerken weiß man, dass das allzu leicht zu Lasten der Transparenz geht und am Ende auch leise Orgelwerke im Klavierbrei untergehen. Aber auf dieser Einspielung wird das Kleistern mit vier Händen bis zur Schmerzgrenze getrieben. Was die starken Werke von Brahms und Reger noch aushalten, wird bei Febels Bachadaptionen quälend. Worin der Reiz liegt, diese Bach-Verballhornungen einzuspielen, erschließt sich auch bei mehrmaligem Hören nicht. Sie klingen über weite Strecken schlicht schrecklich falsch. Febel selbst übrigens nennt die schrägen Töne Mixturen und Obertonspektren.
Da sehnt man sich zurück zu den wenigen gelungenen Klavier-Transkriptionen z.B. des früh verstorbenen Dinu Lipatti.