Puccini - I canti
Puccini ist vor allem durch seine Opern bekannt. Auch wenn die ersten beiden Werke „Le Villi“ und „Edgar“, sowie „La Rondine“ eher selten zu finden sind, sind doch „Manon Lescaut“, „La Bohème“, „Tosca“, „Madama Butterfly“ und „Turandot“ relativ häufig auf den Spielplänen zu finden. Auch „Il Trittico“ und „La Fanciuclla del West“ werden wieder häufiger aufgeführt. Das Orchester scheint Puccinis Lieblingsinstrument gewesen zu sein. Obwohl er auch Orgel und Klavier spielte und letzteres für den Kompositionsprozess unerlässlich war. Ganz zu Anfang seiner Karriere komponiere Puccini Lieder. Diese können als Studien seiner Opern gelten. Johannes X. Schachtner hat 2020 die Lieder orchestriert und diese Aufnahme enthält eine Einspielung des Münchner Rundfunkorchesters unter der Leitung von Ivan Repušić. Charles Castronovo singt diese Lieder eindrucksvoll (und hat eine erstaunliche Ähnlichkeit mit Puccini).
Schachtner orchestriert diese Lieder in einer Instrumentation, die von Puccini kommen könnte. Es gibt drei Flöten (mit Piccolo), drei Oboen (mit Englischhorn), drei Klarinetten (mit Bassklarinette), zwei Fagotte. Vier Hörner, drei Trompeten und drei Posaunen. Es ist kein Cimbasso besetzt. Darüber hinaus gibt es eine Harfe und einen Streichersatz. Über die drei Schlagwerker kann man sich streiten. Manchmal ist der Einsatz des Schlagwerks zu dick. Auch wenn Puccini oft Schlagwerk in seinen Opern einsetzte, sind doch die großen Arien eher nicht für ihren Schlagwerkeinsatz bekannt. Als Beispiel einmal „Vissi d‘arte“; nur Pauken und „Nessun Dorma“; Pauken, Große Trommel und Buckelgong. Aber das ist auch eine ganz subjektive Meinung. Effektvoll ist der Einsatz auf jeden Fall und es sei verziehen.
Bei den drei Instrumentalen Werken sind zwei Original von Puccini.
Das erste „Preludio sinfonico“ soll an Massenet und Wagner erinnern und ist für den frühen Puccini nicht unüblich besetzt. Es fehlt nur an einer Bassklarinette, für die Puccini in seinen späteren Werken so herrliche Soli schrieb. Man könnte auch behaupten, das Werk sei eine klassische Konzertouvertüre im italienischen Stile.
Das „Capriccio sinfonico“ war eine Quelle für „La Bohème“. Man hört unfreiwillig „In un coupé“, den Beginn des vierten Bildes. Noch untypischer, es fehlt auch das Englischhorn, welches Puccini sonst in all seinen Werken einsetze.
Das dritte, „Crisantemi“, ist original für Streichquartett komponiert worden und entstand 1890. Motive sind in „Manon Lescaut“ aufgenommen worden. Die Besetzung mit einem sinfonischen Streichersatz reiht sich in der Tradition ein, die auch Verdis Streichquartett erlebte. Für den großen Konzertsaal hat man dies Werk arrangiert und dabei bliebt man sehr nah am original.
Die Lieder dürfen gerne auf den Spielplänen der Orchester zu finden sein.