Review overview

8 reviews
Jonas Kaufmann - Doppelgänger Jonas Kaufmann - Doppelgänger (CD)
1 of 5 stars
Booklet:
5 of 5
Overall impression:
1 of 5
Sound:
5 of 5
Artistic quality:
1 of 5
Repertoire value:
1 of 5

Ein wunderbarer Fehler

Ich wollte mir soeben das erste Lied aus Schumanns Dichterliebe ("Im wunderschönen Monat Mai") anspielen lassen und höre zu meinem Erstaunen eine wunderschöne Tenorstimme, die so gar nichts gemeinsam hat mit Jonas Kaufmanns fahler, grauer Stimme. Da ist jpc ein wunderbarer Fehler unterlaufen. Die wundervolle Tenorstimme singt im übrigen auch nicht "Im wunderschönen Monat Mai" sondern "Ich will meine Seele tauchen".
Kann mir jemand helfen und mir bitte sagen, wer da singt? Vielen Dank im voraus.
One comment

So wäre es richtig

Die 6 Lieder (Tracks 29-34) sind Auszüge der Dichterliebe-Aufnahme von 1994 mit Jonas Kaufmann und dem Pianisten Jan Philip Schulze als Bonus-Material.
Andre Rieu - Thank you, Johann Strauss! Andre Rieu - Thank you, Johann Strauss! (CD)
5 of 5 stars
Booklet:
5 of 5
Overall impression:
5 of 5
Sound:
5 of 5
Artistic quality:
4 of 5
Repertoire value:
4 of 5

Wunderschön gespielte Walzer Stücke aus der Strauss Dynastie, teilweise etwas eigenwillig von Andre Rieu interpretiert

Vorab: Die Einfach CDs klingen bombastisch und bringen die jeweiligen Werke voll zur Geltung. Dynamik, Klangfarben, Räumlichkeit, Dynamik keine dieser Parameter bleiben offen. Man kann einfach unbeschwert mit der Musik mitgehen. Nun die Musik: Andre Rieu lässt das Blech mehr blltzen, die Streicher weich und schönklingend betören mit ihrem Schmelz.
Nun, andere Dirigenten, versuchen, mehr Tiefgang zu erzeugen, was letztlich aber eine Geschmacksfrage ist. Mir jedoch gefällt die Betonung auf die Schönheit, die Leichtigkeit des Seins wird hier durchaus betont, was
zum reinen Zuhören und Träumen einlädt. Einfach nur schön. Eigentlich einem sehr großen Publikum zu Empfehlen.
Samson (Musikdrama in 5 Aufzügen / Weltersteinspielung) Samson (Musikdrama in 5 Aufzügen / Weltersteinspielung) (CD)
5 of 5 stars
Booklet:
5 of 5
Overall impression:
5 of 5
Sound:
5 of 5
Artistic quality:
5 of 5
Repertoire value:
5 of 5

Interessanter als Richard-Wagner-Opern!

Auch für einen Opernliebhaber ist es ein bemerkenswertes Ereignis, die Uraufführung einer großen Oper 165 Jahre nach ihrer Fertigstellung zu besuchen: Mit dem „Samson“ von Joachim Raff hatte ich dieses Glück am 11. September 2022 im Deutschen Nationaltheater in Weimar. Und ziemlich genau ein Jahr später, am 8. September 2023, konnte ich konzertant auch die Schweizer Erstaufführung in Bern erleben: Dort und mit den selben Künstlern wie bei der Aufführung am Stadttheater wurde „Samson“ vorweg für die vorliegende CD-Aufnahme produziert.

„Samson“ ist eine äußerst lohnenswerte Entdeckung für das Opernrepertoire: Joachim Raff hat sie 1851 bis 1857 mit dem Anspruch komponiert, den 1850 uraufgeführten „Lohengrin“ von Richard Wagner zu übertreffen. Tatsächlich war Joachim Raff der erste, der sich 1853 mit Wagners bis dahin komponierten Werken intensiv auseinandergesetzt und in seinem Buch „Die Wagnerfrage“ weder mit Lob noch Kritik gespart hat. Das Ergebnis ist mit „Samson“ eine große, heroische Oper, die mit Wagners Opern nicht nur mithalten kann, sondern sie aus meiner Sicht sogar übertrifft.

Das betrifft in erster Linie die Musik: Sie ist vor allem in ihrer Dynamik deutlich abwechslungsreicher und durch eine hervorragende Orchestrierung sehr viel farbiger als bei Wagner. Trotz des für Raff größten Orchesters - wie bei „Lohengrin“ - kommt das volle Orchester eher selten und nur dann zum Einsatz, wenn es auch aufgrund der Handlung sinnvoll ist; sonst überwiegt ein sehr diffiziler Einsatz einzelner Instrumente oder Instrumentengruppen. Obwohl die Gesamtspielzeit bei über drei Stunden liegt und die Zuhörer auf „ins Ohr gehende Melodien“ oder Arien (wie in der italienischen Oper) weitgehend verzichten müssen, ist die Musik permanent interessant und interpretiert Text wie Geschehen hervorragend und unmittelbar. Und bei der kontrapunktischen Qualität Joachim Raff’s kann Wagner ohnehin nicht mithalten: Das Klanggewebe ist wie immer bei Raff komplex, gleichwohl aber auch transparent und attraktiv für den Hörer - erschreckend, wie wenig Orchester und Dirigenten das bislang erkannt haben.

Raff ist wie Wagner auch Librettist in eigener Sache - mit hohem Anspruch und vielleicht bisweilen textlich etwas altmodisch, nie aber so monoton und weitschweifig wie bei Wagner. Darüber ist das Verhalten aller Akteure dramaturgisch sehr überzeugend dargestellt, die biblische Überhöhung der Samson-Figur (Unüberwindbarkeit durch das ungeschorene Haupthaar) weggelassen und der „Verrat“ von Delilah nachvollziehbar erklärt. Ihr Vater, Abimelech, der im 2. Akt einen radikalen Sinneswandel vollzieht, der die Vernichtung Samsons ermöglicht, wird musikalisch zu einer großen und letztlich tragischen Figur. Ebenso Samson, der im 1. Akt seinen Feinden vergibt, dann lange Zeit geblendet im Kerker sitzt und so zum Selbstmordattentäter wird, dem am Ende der Oper alle Akteure zum Opfer fallen.

Höhepunkte im 1. Akt sind die großen Chorszenen; der 1. Auftritt Samsons erinnert mit seiner vollen Wucht an das „Esultate“ in Verdis „Othello“. Überhaupt ist vor allem Samson eine halsbrecherische Partie, vergleichbar dem „Tristan“ und „Otello“: Gefordert ist ein Heldentenor, der aber sehr höhensicher sein muss. Dem Sänger Magnus Vigilius, einem gefeierten Wagnertenor, hört man an, wie sehr er gefordert ist. Im 2. Akt dominieren Abimelech und anschließend im Ensemble mehrere Philister; die Entscheidungsfindung, Samson nicht nur einzukerkern , sondern auch zu blenden, ist eine musikalisch interessant gestaltete Ensembleszene.

Der 3. Akt stellt zunächst die Entfremdung Samsons von seinem eigenen Volk dar, ehe es ein großes Liebesduett mit Delilah gibt, das durch das brutale Eingreifen der Philister beendet wird. Dieses Duett erscheint zunächst als der zentrale lyrische Höhepunkt der Oper, gäbe es nicht gleich im 4. Akt ein weiteres, fast den gesamten Akt einnehmendes Duett von Samson und Delilah: Zunächst fühlt sich Samson von Delilah hintergangen, aber sie kann ihn überzeugen, vom Verrat nichts gewusst zu haben und sich stattdessen - vergeblich - für Samson bei seinem Volk eingesetzt zu haben. Beide beschließen, beim Fest zu Ehren des Gottes Dagon den Tempel zum Einsturz zu bringen, und das Duett verklingt wunderbar elegisch - ein unfassbar schöner Aktschluss.

Der 5. Akt bringt völlig überraschend, aber dramaturgisch sinnvoll und das Ende wirkungsvoll kontrastierend, zunächst schwungvolle und heitere Ballettmusik mit Chören, mit der die Philister sich feiern und Samson verhöhnen. Das Ende vollzieht sich dann sehr dramatisch, aber bemerkenswert konzentriert binnen weniger Minuten; Raff verzichtet - ähnlich wie z.B. Verdi in seiner „Sizilianischen Vesper“ - auf ein abschließendes großes Spektakel, weil es ihm offenkundig mehr um die menschlichen Interaktionen geht.

Samson ist in der Tat perfektes Musikdrama; besonders gilt das für den sehr kompakten 4. Akt, während der 5. Akt am konventionellsten ausfällt: In ihm zeigt Raff, dass er sich wohl auch sehr gut mit den Anforderungen der Großen Oper a la Meyerbeer auskannte.

Die Leistungen von Sängern, Chor und Orchester sind auf sehr hohem Niveau, was die Freude, diese „neue Oper“ kennenzulernen, zusätzlich erhöht. Opernhäuser, die ausgetretene Repertoirepfade verlassen wollen, hätten hier eine dankbare Aufgabe; fast schon tragisch, dass die Oper „Samson“, in der der Held mit seinem Friedenswillen aufgrund der Unversöhnlichkeit seiner Feinde scheitert, ausgerechnet in Gaza spielt und dadurch beklemmende Aktualität erhält.

Der CD-Schuber enthält gleich zwei hervorragende Booklets (auf Deutsch: komplettes Libretto, mehrere Essays zur musikwissenschaftlichen Einordnung, Handlungsangabe) - überaus vorbildlich!
Klaviersonate h-moll (UHQ-CD / limited) Klaviersonate h-moll (UHQ-CD / limited) (CD)
5 of 5 stars
Overall impression:
5 of 5
Sound:
4 of 5
Artistic quality:
5 of 5
Repertoire value:
4 of 5

Sublim

Sviatoslav Richter bevorzugte Live-Mitschnitte – leider blieb die Klangqualität dabei oft variable (siehe Sofia Recital 1958). Auch die Tagesform des Pianisten bei Konzerten spielt ja eine Rolle. Trotzdem: Lebendige Musik kann spontaner und emotions-beladener als Studioaufnahmen wirken. So dürfte die jüngste Veröffentlichung des Mitschnittes 21. November 1966 Livorno in UHQCD (Ultra-High-Quality, veröffentlicht März 2025) von Decca Japan höchst willkommen sein. Der Klang lässt jetzt wenig Wünsche übrig. Vor allem dann, wenn man die Entstehungszeit (=Live-Mitschnitt 60‘er Jahre) vor Augen hat. Man kann sich der Interpretation ungestört ganz widmen.


Und diese ist großartig – Richters Interpretationen sind immer von einer besonderen Stimmigkeit, Tiefsinnigkeit, „wholeness“ („Ganzheitlichkeit“) und Meisterhaftigkeit durchdrungen. So auch hier, bei dieser CD, für mich.


Neben Sviatoslav Richter veröffentlichten zugegebenermaßen auch andere berühmte Pianist/innen großartige Einspielungen der Liszt-Sonate – so Martha Argerich, Krystian Zimerman, Dezső Ránki. Der ungarische Pianist Ránki interpretiert seinen Landsmann Liszt Ferenc „authentisch“. Die Wahl der konkreten Interpretation ist auch immer eine Geschmackssache.


Die CD beginnt mit zehn frei gewählten Préludes von Frédéric Chopin aus op. 28, aufgenommen in Ferrara (zwei Tage vor Livorno). Soll die Interpretation dieser Chopin-Werke auch sehr gut ausgefallen sein (was ja der Fall ist), trotzdem bekommen wir dieselbe gute Interpretation der Préludes von Sviatoslav Richter bei einem späteren Konzert vom März 1979 in Japan ebenfalls, bloß in einer deutlich besseren Klangqualität (DDD, auf Label Regis). Ein Höhepunkt der vorliegenden CD ist Richters Darbietung von Chopins Polonaise-Fantasie As-Dur op. 61 – aus dem Jahre 1992 mit ausgezeichnetem Digitalklang (also als einziges Stück dieser CD „digital“). Danach kommt die abschließende Liszt-Sonate, bei welcher wir wieder auf 1966 zurückschalten müssen. „26 Jahre Unterschied im Klang“ zeigt sich aber nur wenig. Man kann ja Liszts h-Moll-Sonate „einzeln“ – also nicht im Zusammenhang mit der Polonaise-Fantasie unmittelbar davor – anhören, um nicht über Klangunterschiede durch die CD rätseln zu müssen. Ich selber höre die CD nur in Teilen an.


Gekauft habe ich die CD wegen der Liszt-Sonate (30 Minuten Spieldauer, hierfür 6 Sterne wenn es ginge). Die restliche Spielzeit (40 Minuten Frédéric Chopin) ist allerdings mehr als „bloß“ mitgelieferter Bonus.
Violinkonzert Nr.2 (für Anne-Sophie Mutter) Violinkonzert Nr.2 (für Anne-Sophie Mutter) (CD)
5 of 5 stars
Booklet:
5 of 5
Overall impression:
5 of 5
Sound:
5 of 5
Artistic quality:
5 of 5
Repertoire value:
5 of 5

Unkonventionell, unerwartet und zweigeteilt

John Williams garantiert nicht für Wohlklang im herkömmlichen Sinne. Die drei Filmmusiken entsprechen am ehesten den Erwartungen, wenn man auf eine CD mit Kompositionen von John Williams stößt. Das Violinkonzert, Anne-Sophie Mutter gewidmet, für sie komponiert und von ihr auf der Aufnahme interpretiert, ist in zeitgenössischem E-Musik-Stil gehalten und hat so gar nichts von dem spätromatisch cineastisch, an Wagner Opern erinnernden John Williams-Sound wie man ihn kennt. Das ist was für E-Musik-Kenner zeitgenössischen Stils und kann auch Erwartungen enttäuschen. Dennoch die vollen Bewertungen, weil ich daran nichts bemängeln kann, außer dass ich damit wenig anfangen kann, weil es mich emotional nicht erreicht. Das ist aber kein Grund, eine solche Aufnahme abzuwerten.
More Divine Than Human - Music from the Eton Choirbook (Musik zur Zeit Heinrich VIII) More Divine Than Human - Music from the Eton Choirbook (Musik zur Zeit Heinrich VIII) (CD)
5 of 5 stars
Booklet:
5 of 5
Overall impression:
4 of 5
Sound:
4 of 5
Artistic quality:
5 of 5
Repertoire value:
5 of 5

Musik aus ''Wolf Hall'' mit dabei!Chormusik Aus Tudor Zeiten

Chor Musik mit Sopranen ahnlich wie im Kings College.Alles ist Heinrich VIII(mit den 6 Frauen!)gewidmet. 5 Stucke Gesamtzeit 78 Minuten.Das Zweite Stuck von Cornysh ''Salve Regina'' ist im 5. Teil der erste Serie von Wolf Hall im Hintergrund rein im Sound gemixt.

Alle Stucke stammen aus dem beruhmten Eton Choir Book - dieses Album ist ein Teil davon,jetzt sogar im Komplett Box zu haben.

Das Chor unter der Leitung vo Stephen Darlington macht seine Sache sehr gut es sind oft Komplexe Stucke die mann immer wieder neu entdecken kann.Das Label Avie steht fur Qualitat und das Booklet ist auch bereichert mit vielen Fotos(SW).Klang - OK kein King College aber Merton College darf sich horen lassen,ein Genuss fur Chor liebhaber die Alte Musik gerne anhoren.Die Englische Chor tradition ist schon sehr Alt(15.Jahrhundert)und fasziniert immer wieder...Eine Empfehlung!
Sharon Kam - The Romantic Clarinet Sharon Kam - The Romantic Clarinet (CD)
5 of 5 stars
Booklet:
4 of 5
Overall impression:
5 of 5
Sound:
5 of 5
Artistic quality:
5 of 5
Repertoire value:
5 of 5

Romantische Klarinettenmusik vom Feinsten

Diese CD mit der Klarinettistin Sharom Kam und ihrem Bruder Ori an der Viola da Gamba ist ein Juwel. Ehrlich gesagt verstehe ich nicht, warum Julius Rietz' Konzert für Klarinette und Orchester so selten aufgeführt wird. Dieses Konzert steht den Konzerten von Max Bruch und Carl Marie von Weber in nichts nach. Im Doppelkonzert für Klarinette und Viola tritt Sharom in einen musikalischen Dialog mit ihrem Bruder Ori. Diese Interpretation ist die schönste, die ich (bisher) kenne. Ich bin froh, diese wunderbare CD zu besitzen.