Transparent mit großen Bogen
Bruckner hat uns seine Sinfonien teilweise in verschiedenen Fassungen hinterlassen, da er immer auf der Suche nach der Idealen Form und auch aufgrund von Kritik oder Mißerfolg getrieben, seine Werke verbesserte. Um so interessanter ist es für uns heute, diese vergleichen zu können. Die Zwischenfassung von 1888 ist gerade deshalb so spannend, weil sie einen Status des Übergangs aufzeigt mit dramaturgischer Straffung, Umorchestrierungen, Kürzungen und doch noch weit angelehnt an die Erstfassung von 1887 ausgerichtet ist, wobei deutlich moderiert. Sie ist hochinteressant, wenn man Bruckners Denkprozeß verstehen will. Das ist nicht nur für Experten sondern auch für den Bruckner-Liebhaber ausgesprochen wichtig, will man sich Bruckners Werk immer weiter nähern.
Diese seltene Aufnahme ist dazu auch ausgesprochen gelungen, mit Wärme, Kraft und Spritzigkeit sowie großer Energie gespielt. Dazu ist die Interpretation klar, transparent und mit großen Bogen und im Fluß geführt. Das kathedrale Klangbild bleibt bei aller Räumlichkeit auch genug direkt und rundet diese Aufnahme ideal ab. Eine wahre Bruckner-Akustik. Diese Achte ist deshalb zu meiner Lieblingsaufnahme dieses Werks geworden.