Nicht nur zum Einmalhören
Spiegelungen von NeoBarock ist ein Album, das zunächst innehaltend gehört werden will und dann nachhaltig wirkt. Die Verbindung barocker Werke mit moderner Musik erscheint hier keineswegs konstruiert, sondern erstaunlich selbstverständlich. Alte und neue Klangsprachen treten hier in einen Dialog, der die Zeitgrenzen aufhebt und ein geschlossenes, beinahe philosophisches Ganzes entstehen lässt.
Das Cembalo steht dabei im Mittelpunkt: von großer Brillanz, dabei von bemerkenswerter Tiefe und innerer Ruhe. Nichts wirkt äußerlich, alles ist getragen von klarer Gestaltung und klugem Ausdruck.
Das Ensemble musiziert äußerst geschlossen, mit feiner Balance und großer Ausdruckskraft.
Besonders eindrücklich ist Maren Ries' Interpretation des "Königlichen Themas" von Isang Yun. Sie besitzt eine seltene Klarheit, so dass man sich wie an die Hand genommen und durch das Stück begleitet fühlt. Die komplexen Strukturen werden so durchsichtig gestaltet, dass man beim Hören meint, die Partitur vor sich zu sehen.
Das Ganze ist ein Album von stiller Überzeugungskraft. Es lädt zum wiederholten Hören ein und entfaltet dabei eine zeitlose Wirkung, die lange nachklingt.