A Tribute to John Williams
Das Danish National Symphony Orchestra spielt einen ganzen Abend Musik von John Williams. Antony Hermus dirigiert den Abend in Kopenhagen. Zum Konzert gibt es nur gute Dinge zu sagen. Zu Gestaltung des Booklets gibts allerdings ein Schwachpunkt zu nennen. Dieses ist sehr schlicht, das macht aber auch was her.
Es startet mit den Klassikern von John Williams. Das „Flying Theme“, „The Flight to Neverland“ und das „Jurassic Park Theme“. Das Hornsolo im letzten, ist schwer und wird gekonnt gespielt. Die Holzbläser spielen auf sehr hohen Niveau, das Schlagwerk ist punktgenau. So intensiv hat man die Beckenschläge in der Musik aus „E.T.“ selten gehört. Es folgt eine Komposition aus „Harry Potter“. John Williams hat „Nimbus 2000“ mit den Berliner Philharmonikern eingespielt. Die Berliner Philharmoniker haben noch genauere Holzbläser und spielen das Werk nochmals besser, auch wenn das Danish National Symphony Orchestra dicht folgt. Es gibt eine kleine Rarität. Das „Thema“ zu „Geboren am 4.Juli“. John Williams hat das Werk interessant besetzt. Es gibt keine Holzbläser, keine Posaunen, keine Tasten, ein sehr dezentes Schlagwerk, Streicher und eine Solotrompete. Für den Trompeter kein leichtes Solo. Ein weiteres Solo folgt und zwar eins, welches immer unter die Haut geht. Musik aus „Schindlers Liste“. Ursprünglich für Itzhak Perlman komponiert, spielt das Solo hier Anna Agafia Egholm. Eine Geigerin aus Kopenhagen, die den berührenden Ton trifft und sich beim Spielen dezent verhält. Es ist wahrlich kein „Showpiece“ und hat die Intensität eines langsamen Satzes der großen Violinkonzerte der Musikliteratur. Danach fehlt ein Werk aus „A.I.“ und dann kam die Pause am Abend. Deshalb ist das Orchester auf einmal wieder vollständig, denn es folgt das „Hai-Thema“ aus dem „weißen Hai“. Für die Tuba, aber auch für alle anderen Musiker*innen ist das keine leichte Musik. Wahrlich sind Arnold Schönbergs oder Jonathan Doves Werke deutlich anspruchsvoller zu spielen, aber die Filmmusik von John Williams ist auch nicht leicht zu spielen. Ein großer Kontrast bildet da der erste Satz aus John Williams „Harfenkonzert“. Die Harfe ist nicht das typische Soloinstrument, auch wenn es Beiträge von Mozart, Händel, Debussy, Ginastera und anderen gibt. John Williams hat ein zartes, inniges Werk geschrieben, welches durch ein Bibelzitat inspiriert worden ist. Der Harfenist des Danish National Symphony Orchestra, Zachary Hatcher, spielt das Solo mit sehr viel Liebe zum Detail. Das Werk ist für Filmmusik-Fans eher weniger etwas, da es für den Konzertsaal komponiert worden ist und John Williams da zeigt, dass er ein moderner Komponist ist, der atonal komponieren kann und der untypische Spielanweisungen geben kann. Zwei Soloinstrumente betreten die Bühnen. Zum einen die Soloklarinette des Orchesters: Johnny Teyssier und der Akkordeonist Bjarke Mogensen. Zusammen spielen sie Musik aus dem Film „The Terminal“. „Viktor‘s Tale“ ist eine Komposition, die Klezmer Anklänge hat und virtuos dargeboten wird. Die solistischen Beiträge sind enorm in diesem Konzert und zeigen jetzt den Solocellisten des Orchesters, der die Musik zu „Sieben Jahre in Tibet“ intoniert. Auch Per Salo am Klavier zeigt sein ganzes Können. Henrik Dam Thomsen erinnert mit seiner Spielart an Yo-Yo Ma. Auch das Schlagwerk ist hier gefordert. Eine unterschätzte Musik ist die aus: „Far and away“. Die Musik hat irische Einflüsse und ist ironisch komponiert. Auch da wieder hat ein Orchestermitglied ein Solo, Russell Itani, der Piccoloflötist des Orchesters sowie die Soloflötistin des Orchesters. Ein weiteres seiner Konzertarbeiten erklingt. „Song for Wolrd Peace“. Die Uraufführung wurde von Seiji Ozawa geleitet und fand in Japan statt.
Die letzten beide Werke des Abends sind wieder Klassiker von John Williams. Der berühmte „Raiders Marsch“ und das „Star Wars Theme“. Beide Werke erklingen noch sicherer intoniert als die ersten Aufnahmen des DSNO. Der „Imperial Marsch“ fehlt diesmal, der aber sonst sehr oft erklingt. Warum es allerdings die Musik aus „A.I.“ nicht auf die Blu-Ray geschafft hat, kann nur gemutmaßt werden. John Williams hat so viel Musik komponiert und es gibt da noch einiges zu entdecken. Das Danish National Symphony Orchestra hat den Reigen schonmal erweitert.