Hans Fährmann: Orgelsonaten Nr.6 G-Dur op.27 & Nr.7 fis-moll op.25 auf CD
Orgelsonaten Nr.6 G-Dur op.27 & Nr.7 fis-moll op.25
Herkömmliche CD, die mit allen CD-Playern und Computerlaufwerken, aber auch mit den meisten SACD- oder Multiplayern abspielbar ist.
- Künstler:
- Andreas Jetter (Goll-Orgel Kollegiumskirche Schwyz)
- Label:
- Ambiente
- Aufnahmejahr ca.:
- 2025
- Artikelnummer:
- 12653730
- UPC/EAN:
- 4029897020577
- Erscheinungstermin:
- 30.3.2026
- Gesamtverkaufsrang: 2757
- Verkaufsrang in CDs: 1234
Die Sonaten von Hans Fährmann: wahre Symphonien für die Orgel
Hans Fährmann, geboren 1860 in Sachsen, zählt zu den herausragenden, heute jedoch weitgehend vergessenen Komponisten der deutschen Spätromantik. Seine Orgelsonaten gehören zu den ambitioniertesten Werken des deutschen Orgelrepertoires um 1900. Sie sind symphonisch gedacht, reich an thematischer Arbeit, dramatischem Aufbau und farbiger Harmonik – wahre Symphonien für die Orgel, wie sie im deutschen Sprachraum ihresgleichen suchen. Aufgrund der klanglichen Fülle und des orchestralen Farbenreichtums seiner Orgelwerke wurde Fährmann zu seiner Zeit als »Richard Strauss der Orgel« bezeichnet.
Die Orgelsonate Nr. 6 in G-Dur wirkt wie ein Lobgesang auf die Freuden des irdischen Lebens. Die Sonate Nr. 7 in fis-moll stellt inhaltlich und klanglich einen Kontrast zur sechsten Sonate dar. Sie richtet den Blick auf die Vergänglichkeit des Menschen mit berührender Perspektive auf das Jenseits. Sie trägt programmatische Überschriften, die den vier Sätzen existenzielle Themen zuweisen: »Unser Leben währet siebzig Jahre«, »Unser Wissen ist Stückwerk«, »Unser Wandel aber ist im Himmel« und »Unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat.« Die beiden Sonaten Nr. 6 und 7 erscheinen auf den ersten Blick als Gegensätze: Hier der lichte, welt-zugewandte Ausdruck, dort der ernste, spirituelle Blick in die Ewigkeit. Doch gerade im Nebeneinander entsteht eine tiefe Einheit, die nur im Zusammenhang, eben »von Ewigkeit zu Ewigkeit«, ihre Vollkommenheit entfaltet.
Rezensionen
"Hans Fährmann (1860–1940) teilt das Schicksal mit Kollegen wie Wilhelm Middelschulte, Richard Bartmuß, Ludwig Neuhoff oder Carl Müllerhartung: Man erinnert sich kaum noch an sie, obschon es sich bei allen um veritable Orgelmusik-Komponisten handelt. Im Unterschied zu den Genannten ist das Orgel-Œuvre des gebürtigen Sachsen Fährmann, der 1913 zuerst zum Königlichen Musikdirektor, 1917 dann zum Professor ernannt wurde und von 1890 bis 1926 Organist und Kantor an der Dresdner Johanneskirche war, diskografisch zumindest halbwegs erschlossen, wenngleich in längst vergriffenen Aufnahmen. Andreas Jetter, seit 2010 Dommusikdirektor an der Kathedrale von Chur (Schweiz) und einer der „Hausorganisten“ von Ambiente, hat hier nun „seine“ Fährmann-Reihe gestartet. Dass es eine Reihe wird, kann man nur hoffen, denn der Auftakt ist schlicht grandios – und stellt ältere Aufnahmen in den Schatten. Dies liegt zunächst an den Werken selbst, die alles haben, was das Herz eines Orgel-Fans höher schlagen lässt: packende Dramatik, spirituelle Tiefe, harmonischen Reichtum und leuchtende Farbenpracht. Fährmanns Sonaten seien „wahre Symphonien für die Orgel, wie sie im deutschen Sprachraum ihresgleichen suchen“, schreibt Jetter im Booklet – und man kann ihm nach dem Anhören seiner fantastischen Interpretationen nur beipflichten. Mich begeistert auch die Dramaturgie dieses „Konzept-Albums“, denn die beiden Sonaten bilden den denkbar schönsten Kontrast: Auf die nur ca. 22 Minuten dauernde dreisätzige 6. Sonate in strahlendem G-Dur (um 1902), die „wie ein Lobgesang auf die Freuden des irdischen Lebens“ wirkt (Jetter), folgt die mit rund 48 Spielminuten wahrhaft monumental konzipierte, dabei tragisch grundierte 7. Sonate (1904); deren programmatische Überschriften wie etwa „Unser Leben währet siebzig Jahre“ (1. Satz) richten den Blick auf den Tod und das Jenseits. Der finale, kontrapunktisch meisterhaft gearbeitete vierte Satz „Unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat“ führt das Werk zu einem triumphalen, aber nicht bombastischen Schluss. Wie schon bei seinen übrigen Alben für Ambiente (Hans Rott: Sinfonie Nr. 1, Franz Schmidt: Orgelwerke Vol. 1 bis 3) beweist Jetter auch bei Fährmann wieder größte Instinktsicherheit bei der Instrumentenauswahl. Die 1912–13 gebaute, spätromantisch disponierte Goll-Orgel (Opus 400) der Kollegiumskirche Maria Hilf in Schwyz verfügt über drei Manuale und 37 Register. Klanglich orientiert sie sich an der deutschen Tradition: Sie bietet unter den begnadeten Händen und Füßen von Jetter aber auch spektakuläre sinfonische Klänge. – Dieses Album ist ein Auftakt nach Maß!" (Burkhard Schäfer, organ-journal.com)"Genau richtig ist Andreas Jetter als Interpret dieser Musik. Als ausgebildeter Konzertpianist und Organist spielt er Fährmanns oft vollgriffige und gewiss nicht einfache Musik mit größtmöglicher Souveränität und darüber hinaus noch ungemein musikalisch und feinfühlig, mit einem Wort: brillant. Das Sprichwort vom Fisch im Wasser ist hier sicherlich nicht verkehrt, so vollendet und auch interpretatorisch rund erweckt Jetter diese Musik zum Leben. Dazu dient ihm die Goll-Orgel der Kollegiumskirche in Schwyz, ein romantisches Instrument von 1913, das 2012 von der Orgelbauwerkstätte Scheffler mustergültig rekonstruiert wurde. Der Klang der Orgel – sogar mit einer aparten Septime in der Hauptwerksmixtur! – ist ein Gedicht, man könnte ihn mit einer cremigen Sahnetorte vergleichen: rund, voll, unvergleichlich geschmeidig. Davon nimmt man gerne ein Stück mehr! Jetter registriert so geschickt, dass Fährmanns opulent klingende Musk selbst beim flauschigsten und dicksten Grundstimmenteppich oder virtuosesten Gewusel stets schön durchhörbar bleibt. Er vollzieht dramaturgische Bögen sinnfällig nach und bringt den individuellen Gestus dieser Musik vollumfänglich zur Geltung. Besser geht’s nicht." (klassik-heute.de)
Disk 1 von 1 (CD)
Orgelsonate Nr. 6 G-Dur op. 24
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1 1. Moderato maestoso
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2 2. Adagio
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3 3. Introduzione - Fuga
Orgelsonate Nr. 7 fis-moll op. 25
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4 1. "Unser Leben währet siebzig Jahre". Introduzione. Andante con moto - Allegro risoluto - Andante
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5 2. "Unser Wissen ist Stückwerk". Andante
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6 3. "Unser Wandel aber ist im Himmel" (Hymnus). Moderato maestoso
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7 4. "Unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat". Moderato - Fuga