Niagara Brass Ensemble - Baroque Brass on CD
Niagara Brass Ensemble - Baroque Brass
Conventional CD, playable with all CD players and computer drives, but also with most SACD or multiplayers.
Johann Sebastian Bach: O Haupt voll Blut und Wunden; Contrapunctus I; Jesus bleibt meine Freude; 2 Präludien und Fugen; Nun komm, der Heiden Heiland; In dulci jubilo; Christ lag in Todesbanden; Nun danket alle Gott; Komm süsser Tod; Fuge C-Dur; Hilf, Herr Jesu, lass gelingen; Bist du bei mir; Ein feste Burg ist unser Gott; Auf, schmetternde Töne, muntern Trompeten; Fantasie über ein Bach-Präludium & Contrapunctus IX
+Anonymus: Ich sag ade & Als ich anschau das frölich Gsicht
+Josquin Desprez: Heth Sold ein Meisken Garn Om Win
+Antony Holborne: 6 English Dances
+Orlando Gibbons: The Silver Swan
+Jeremiah Clark: Trumpet Voluntary
+Jean-Joseph Mouret: Rondeau
- Artists:
- Niagara Brass Ensemble
- Label:
- Analekta
- Year of recording ca.:
- 96
- Item number:
- 8068505
- UPC/EAN:
- 0774204308728
- Release date:
- 1.1.2014
»In den Chorälen entfaltet sich der musikalische Gedanke in einem langsameren Tempo; er wird nicht mehr verdeckt, sondern von viel Zärtlichkeit und Präzision durchdrungen. Der Gesang übernimmt jede Phrase, führt sie bis an die Grenzen ihrer verhaltenen Intensität und legt sie dann nieder; es ist auf Ruhen angewiesen, damit das Herz auf sich selbst hören kann, wenn es von der Meditation durchdrungen wird.« Jacques Rivière, Études.
Natürlich können wir Bachs geistliche Werke voll und ganz würdigen, ohne die Intensität von Rivières Glauben zu teilen; Dies bedeutet jedoch nicht, dass wir gegenüber ihrer geheimen Absicht taub sein sollten: Die Werke sind tief in der lutherischen Tradition verwurzelt und erzählen uns zumindest von der Erfahrung des Glaubens, von einem Leben, in dem jedes Element der Gestaltung einer universellen Wahrheit gewidmet ist . Luther hatte bereits im 16. Jahrhundert auf die verbindende Kraft der Musik hingewiesen. Mit dem Choral »konnte die Gemeinde«, um den Grove zu zitieren, »durch den Akt des Gesangs vereint sein, indem sie auf das gesprochene Wort des Pfarrers reagierte, das Evangelium verkündete und die Freude des Glaubens und den Lobpreis Gottes zum Ausdruck brachte.« Aber es gibt noch mehr.
In Luthers Kirche – der Kirche »innerhalb« – musste die Gemeinschaft zwischen dem Schöpfer und seinen Geschöpfen direkter und damit vollkommener gestaltet werden. Daher müssen Musik und Wort zum einfachsten Ausdruck des Wortes werden, da alle Grenzen zwischen dem inneren Glauben und seinen äußeren Manifestationen – zwischen dem Ruf des Herrn und der Antwort des Gläubigen – aufgehoben werden. Als Bach zwei Jahrhunderte später sein umfangreiches Werk auf der Grundlage des lutherischen Chorals (Kantaten, Choralvorspiele usw.) beginnt, waren diese Melodien bereits auf verschiedene Weise behandelt worden. Das wichtigste davon – soweit es Bach betrifft – ist die Entwicklung des Canzionalsatzes im späten 16. und frühen 17. Jahrhundert, der später von der heiteren Mystik der Pietisten durchdrungen wurde.
Dieser Chorsatz, dessen bedeutendste Komponisten Melchior Vulpius, Hans Leo Hassler und Johannes Crüger waren, bestand aus einer vierstimmigen Harmonisierung, bei der die Melodie nicht mehr im Tenor, sondern im Sopran lag. Darüber hinaus wurden die Texte der Choräle zunehmend von Dichtern verfasst, was »zur Entwicklung des individuellen Andachtsliedes als Vehikel des Selbstausdrucks führte«. (Hain). Bei Bach geht dieser »Selbstausdruck« über die bloße Äußerung seines persönlichen Glaubens hinaus. Für ihn besteht die vierstimmige Harmonisierung nicht aus einer Akkordfolge (wie es die Romantik sehen wird); vielmehr liegt die wahre Essenz dieser Vertonungen in der kontrapunktischen Kunst, die sich in ihnen entfaltet – unabhängige Stimmen, die harmonisch kombiniert werden.
Daher hatten die Choräle, ebenso wie die Präludien und Fugen und die Kontrapunti aus »Die Kunst der Fuge«, zwei unterschiedliche, aber verwandte Funktionen: Einerseits dienten sie dazu, universelle Harmonie auszudrücken – ein Verständnis der »Weltweisheit«, die im 17. Jahrhundert so vorherrschend war philosophisches Denken; Andererseits sollten sie durch ihren pädagogischen Wert die eigentliche Bedeutung von »Harmonie« lehren. Das Niagara Brass Ensemble schlägt auf dieser CD vor, dass wir von den intellektuellen und spirituellen Sphären Bachs in eine »irdischere« Atmosphäre hinabsteigen, ohne jedoch den wunderbaren Sinn für Erhabenheit der Musik zu verlieren. In den Tänzen von Holborne, insbesondere den Galliards, steht die Freude im Vordergrund, ebenso wie der Eindruck, »von dieser Welt« zu sein – einer Welt rein menschlicher Gefühle (The Fruit of Love).
Die tiefe Traurigkeit, die Gibbons in »Der silberne Schwan« zum Ausdruck bringt, liegt uns ebenfalls am Herzen; Tod als Verlust, Tod als Tragödie – Schönheit und Weisheit vergänglich: Der silberne Schwan, der lebend keine Notiz hatte, Als der Tod nahte, öffnete er seine stille Kehle: Er lehnte seine Brust an das Schilfufer, So sang er zuerst und zuletzt und sang nicht mehr : Lebe wohl alle Freuden. O Tod, komm mir in die Augen; Mittlerweile leben mehr Gänse als Schwäne. Mehr Dummköpfe als Kluge.
Tracklisting
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1 Track 1
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2 Track 2
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3 Track 3
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4 Track 4
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5 Track 5
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6 Track 6
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7 Track 7
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8 Track 8
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9 Track 9
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10 Track 10
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11 Track 11
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12 Track 12
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13 Track 13
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14 Track 14
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15 Track 15
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16 Track 16
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17 Track 17
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18 Track 18
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19 Track 19
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20 Track 20
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21 Track 21
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22 Track 22
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