Lebensmüde, todestrunken, Kartoniert / Broschiert
Lebensmüde, todestrunken
- Suizid, Freitod und Selbstmord in Film und Serie
- Publisher:
- Martin Poltrum, Bernd Rieken, Otto Teischel
- Publisher:
- Springer-Verlag GmbH, 07/2020
- Binding:
- Kartoniert / Broschiert, Book
- Language:
- Deutsch
- ISBN-13:
- 9783662605219
- Item number:
- 9626776
- Volume:
- 561 Pages
- other:
- XXIII, 561 S. 162 Abbildungen, 127 Abbildungen in Farbe.
- Weight:
- 1261 g
- Format:
- 243 x 169 mm
- Thickness:
- 32 mm
- Release date:
- 21.7.2020
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Das Thema Suizid spielt in der Weltliteratur eine große Rolle: In Shakespeares Werk kommen 13 Freitode vor, in der Bibel sind elf Selbsttötungen zu finden. Auch der Spielfilm interessiert sich seit jeher für den Topos der Lebensmüdigkeit und Todessehnsucht: Das American Film Institute zählt an die 1.600 Spielfilme, in denen Suizidhandlungen vorkommen bzw. eine Rolle spielen.
Neuere Untersuchungen zu den wichtigsten Suizidmotiven im Spielfilm zeigen, dass es im Film weniger psychiatrische Erkrankungen sind, die zu einem Selbstmord führen, sondern soziale Schwierigkeiten und Konflikte, wie zum Beispiel Beziehungsabbrüche, Trennungen, Eltern-Kind-Konflikte, Partnerschafts-Probleme, Geldnöte, Einsamkeit, Mobbing und zwischenmenschliche Schikanen, gesellschaftliche Vorurteile gegenüber Rasse und sexueller Orientierung, Schuld und Scham, welche Film-Protagonisten dazu bringen, sich das Leben zu nehmen. Damit fordert der Film die gängige psychiatrische Lehrmeinung heraus, dass sich 90% aller Suizidhandlungen vor dem Hintergrund einer psychischen Störung ereignen. Zumindest für die Filmfiguren stimmt diese These keinesfalls, da nur ca. 20% aller Film-Protagonisten sich aufgrund einer psychiatrischen Problematik das Leben nehmen.
Dieses Buch thematisiert alle Freitod-Beweggründe in den enthaltenen Filmen in unterhaltsamen Beiträgen und fachlich fundierten Analysen. Es richtet sich sowohl an filmbegeisterte Fachleute aus Psychiatrie, Psychotherapie und Psychologie als auch an interessierte Laien, die die Beweggründe der Filmfiguren besser verstehen möchten.
Die Herausgeber
Martin Poltrum, Professor für Psychotherapiewissenschaft an der Sigmund-Freud-Privatuniversität Wien, Philosoph, Psychotherapeut und Lehrtherapeut
Bernd Rieken, Professor für Psychotherapiewissenschaft an der Sigmund-Freud-Privatuniversität Wien, Privatdozent für Europäische Ethnologie an der Universität Wien, Psychotherapeut und Lehranalytiker in Baden bei Wien
Otto Teischel, Philosoph, Filmwissenschaftler, Psychotherapeut, Filmtherapeut und Autor, Klagenfurt
Biography (Martin Poltrum)
Martin Poltrum, Dr. phil., Philosoph und Psychotherapeut (Existenzanalyse und Logotherapie). Offene Jugendarbeit Leitung des Jugendhauses Graf Hugo (Feldkirch), Arbeit als Kunstvermittler (Palais Lichtenstein, Wiener Secession), Tätigkeit als Journalist (Wiener Zeitung, Der Standard).§Aktuelle Arbeitsbereiche: Psychotherapeut und Leiter der Task Force Medical Humanities am Anton-Proksch Institut, Therapiezentrum für Alkohol-, Drogen- und Medikamentanabhängigkeit, Fachredakteuer der Wiener Zeitschrift für Suchtforschung, seit 2003 als freier Philosoph tätig, Dozent für philosophische Ästhetik und Kunsttheorie an der Wiener-Kunst-Schule, Gründungsmitglied der Gesellschaft für Angewandte Philosophie, Mitglied der Österreichischen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie (Sektion Philosophie in der Psychiatrie), Generalsekretär der European Society of Aesthetics and Medicine.§Buchveröffentlichung: Schönheit und Sein bei Heidegger, Wien 2005.Biography (Bernd Rieken)
Bernd Rieken ist Volkskundler und Psychoanalytiker. Geboren und aufgewachsen in Ostfriesland, Studium an den Universitäten Mannheim und Wien (Promotion in Philosophie und Volkskunde, Lehramtsprüfung in Deutsche Philologie, Geschichte, Politikwissenschaft und Psychologie).Notes:
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