Frauke Bassin: Ungedanken, Kartoniert / Broschiert
Ungedanken
- Zwischen Drogen und Grab. Ein Roadtrip
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- Verlag:
- Dielmann Axel Verlag, 07/2026
- Einband:
- Kartoniert / Broschiert
- Sprache:
- Deutsch
- ISBN-13:
- 9783866385139
- Artikelnummer:
- 12767832
- Umfang:
- 320 Seiten
- Sonstiges:
- Städte-Ansichten, Städte- und Ortseingangsschilder
- Gewicht:
- 260 g
- Maße:
- 211 x 128 mm
- Stärke:
- 28 mm
- Erscheinungstermin:
- 15.7.2026
Klappentext
Anfang:
Kapitel Unterwegs 'Am Ende unserer Reise werde ich dich töten, Smilla!' Smilla starrte auf das graue Band der A7, das sich durch die Hügel Mecklenburg-Vorpommerns wand und versuchte, das Lenkrad nicht so heftig zu umklammern, dass ihre Fingerknöchel sie verrieten. Schweißtropfen rannen über ihre Jochbeine. 'Oder ich dich, Leon Friedrich Achenbacher', sagte sie mit gelangweilter Stimme. 'So ist das in einem Krimi eben.' Leon starrte sie von der Seite an. 'Nein!', antwortete Smilla. 'In einem Krimi geschieht das Verbrechen zu Beginn und der Krimi handelt von den Ermittlungen.' Aus den Augenwinkeln sah sie, wie Leon die Fensterscheibe hinabließ und seine angerauchte Zigarette hinauswarf. Hinter ihnen hupte es. 'Immerhin ist mein Vater tot, richtig?' 'Und? Hast du ihn umgebracht?' Leon fummelte an der Seite des Beifahrersitzes herum. 'Vielleicht!' Die Rückenlehne senkte sich nach hinten. Scheinbar wollte Leon schlafen. 'Offenbar wollte mein Alter doch, dass wir einen Krimi schreiben. Oder was glaubst du, warum er dich engagiert und diese dämlichen Orte ausgesucht hat?' Leon Achenbacher grunzte kurz. 'Ich wäre ja lieber nach Prügel oder Schlitz gefahren. Oder nach Fickenhof.' Smilla ließ ihren Speichel den Hals hinunterlaufen. Sie wollte nicht, dass Leon ihr Schlucken als Angst deutete. 'Hast du dir etwas zu Witzwort überlegt?' Smilla wollte ihren Beifahrer ablenken, aber sie wollte auch wissen, ob er gearbeitet hatte. Sie hatten viel zu tun. Leon Achenbacher, Sohn der Privatklinikeigentümer Achenbacher & Achenbacher, lag mehr als er saß. 'Ja, ich habe mir überlegt, dass es ein langweiliges Kaff in Nordfriesland ist und ich nie wieder dorthin möchte!' Er gähnte demonstrativ. Smilla betrachtete die weiten Felder, die sich über die hügelige Landschaft erstreckten und immer wieder durch Seen oder Wälder begrenzt wurden. Die Sonne schien und der Wind strich durch die Getreidehalme. Eigentlich hatten sie besprochen, dass sie noch bis Rostock fahren würde und ab da Leon übernehmen sollte. Jetzt grübelte sie, ob sie ihn nicht schlafen lassen sollte, um ihre Ruhe zu haben. Ihr hatte es in Witzwort gefallen. Das kleine Dorf lag gemütlich im Osten der Halbinsel Eiderstedt. Vereinzelt standen langgestreckte Reetdachhäuser in blühenden Gärten im Ort verteilt. Sie hatten auf dem Parkplatz des kleinen Supermarktes gehalten und waren gemeinsam durch Witzwort geschlendert. Natürlich hatten sie die Ortsschilder fotografiert. Und gekichert. Und Smilla hatte alle Tafeln gelesen, die die Einwohner an den Häusern der Hauptstraße angebracht hatten und die verkündeten, wer einstmals in diesem Haus gelebt hatte und welches Handwerk dort ausgeübt worden war. Eine tolle Idee, fand sie. 'Hast du denn schon etwas geschrieben?' Leons Stimme schreckte sie aus ihren Gedanken und klang lauernd. Fand sie. Smilla überlegte. Es würde nicht anders gehen, als miteinander zu arbeiten. Irgendwie! Leon hatte sich in Witzwort nach ihrer gemeinsamen Tour durch den Ort eine Cola gekauft und sich damit und irgendetwas zu rauchen in das Auto gesetzt, während sie auf die Warft zur Kirche hochgestiegen war und sich dort auf eine Bank gesetzt hatte. Sie hatte den um die Kirche herum gebauten Friedhof betrachtet. Einige der Grabsteine sahen sehr alt aus. Smilla war schläfrig geworden, hatte es genossen, Leon nicht mehr neben sich zu haben, und sich entspannt. Im warmen Sonnenschein hatte sie geträumt:
Kapitel Witzwort Die flache Marsch erstreckte sich vom Meeressaum bis weit in das Land hinein. Wasserläufe durchzogen die flache Landschaft, vereinzelt hatten sich Moore gebildet, deren Wasserflächen im Sonnenschein glitzerten wie eine Handvoll verlorener Diamanten. Einige Menschen kamen von Osten her in das Land gezogen. Sie trieben eine kleine Herde Vieh: Rinder, Schafe und Ziegen trotteten durch die Hitze des Sommertages. Allen voran schritt ein kräftiger Mann. Blond mit tiefliegenden strahlend blauen Augen. Forschend musterte er die karge Umgebung. Dann setzte er flink seinen langen Stock mit der auffallenden Verdickung am Ende in die Mitte eines breiten Grabens, hielt das obere Ende mit beiden Händen und schwang sich behände über den Wasserlauf. 'Jetzt du', nickte er dem kleinen Mädchen zu. Die kleine Fenna griff den Stock, wie es ihr Vater getan hatte, und schwang sich mit wirbelnden Röcken quietschend in seine Arme. ...
Anmerkungen:
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