"Das Vaterland, wie fesselt es uns ...", Kartoniert / Broschiert
"Das Vaterland, wie fesselt es uns ..."
- Jüdisches Leben im Königreich Sachsen (1806-1871)
(soweit verfügbar beim Lieferanten)
- Herausgeber:
- Daniel Ristau, Joachim Schneider, Gunda Ulbricht
- Verlag:
- Leipziger Universitätsvlg, 02/2026
- Einband:
- Kartoniert / Broschiert
- Sprache:
- Deutsch
- ISBN-13:
- 9783960236931
- Artikelnummer:
- 12617195
- Umfang:
- 309 Seiten
- Gewicht:
- 874 g
- Maße:
- 240 x 170 mm
- Stärke:
- 20 mm
- Erscheinungstermin:
- 3.2.2026
Klappentext
Im Zeitraum von der Erhebung Sachsens zum Königreich 1806 bis zur Ausrufung des Deutschen Kaiserreichs 1871 war jüdisches Leben in Sachsen durch zwei gegensätzliche Entwicklungslinien gekennzeichnet:
Einerseits lässt sich eine - bereits in der zeitgenössischen Publizistik immer wieder hervorgehobene - verzögerte rechtliche Emanzipation erkennen. Erst die späten 1830er Jahre eröffneten die Möglichkeit der Errichtung öffentlicher Synagogen und den Erwerb des Bürgerrechts. Im Rahmen der Revolution von 1848 / 1849 erfolgte die Gleichstellung, die in der Phase der Restauration zumindest den sächsischen - nicht jedoch den hier lebenden ausländischen - Juden erhalten blieb. Den tatsächlichen Schlusspunkt der Emanzipation setzten der Eintritt Sachsens in den Norddeutschen Bund und die Gründung des Kaiserreichs.
Andererseits erfolgten, befördert durch die Ideen von Aufklärung und Französischer Revolution, innerhalb der jüdischen Gemeinden grundlegende kulturelle Umbrüche: Reformen des Gottesdienstes und in der Erziehung der jüdischen Jugend markierten Prozesse der Akkulturation, der Verbürgerlichung und eines modernen Bildungsstrebens unter den hier lebenden Jüdinnen und Juden. Diesen boten sich nun vor allem in Dresden und Leipzig neue politische und sozio-kulturelle Anknüpfungspunkte, so durch Vereinsmitgliedschaften oder mit der Wahl von Juden zu Stadtverordneten. Die in Sachsen erscheinenden jüdischen Zeitungen und die Lokalpresse dokumentieren die Entstehung eines neuen jüdischen Selbstverständnisses.
Beide Entwicklungslinien treffen sich in den Lebensläufen der Jüdinnen und Juden im Königreich, deren Zahl sich zwischen 1806 und 1871 auf 3.346 ungefähr verdreifacht hatte. Mit rund 120 ausgewählten Biografien aus ganz verschiedenen sozialen Milieus führt dieser Band in die Geschichte und Besonderheiten jüdischen Lebens in Sachsen sowie in Fragen des jüdischen Selbstverständnisses ein.
Biografie (Joachim Schneider)
Joachim Schneider, Privatdozent für Mittelalterliche Geschichte und Landesgeschichte am Lehrstuhl für Fränkische Landesgeschichte des Mittelalters, Universität Würzburg.Anmerkungen:
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