Krimi mir viel Atmosphäre
John Callum erwacht auf einer Steinplatte klatschnass und frierend. Er kann sich an nichts mehr erinnern was in der letzten Nacht geschehen ist. Als er in seine Tasche greift befindet sich darin ein Walmesser, welches mit Blut verschmiert ist, es ist aber nicht das Blut von John Callum.
Zu Beginn der Handlung wird direkt Spannung aufgebaut, obwohl der Leser erst einmal, ebenso wie der Protagonist im Dunkeln über das Geschehen gelassen wird. Die Handlung springt dann drei Monate in die Vergangenheit und erläutert das Geschehen nun Schritt für Schritt ohne dabei zu viel zu verraten, wodurch die Spannung auf einem hohen Niveau gehalten wird.
Der Protagonist John Callum wird sehr anschaulich geschildert und sein Verhalten ist, wenn am Anfang noch ein wenig unverständlich, da die Hintergründe nur teilweise bekannt sind, durchaus nachvollziehbar. So ergibt sich ein abwechslungsreicher Hauptdarsteller, der jedoch nur teilweise sympathisch ist.
Es handelt sich um einen Faröer Krimi und das ist wirklich so, denn die Schilderungen der Landschaft sind ausführlich, manchmal detailverliebt und geben so ein gutes Bild der Insel ab, die dreihundert Tage im Jahr Regen hat. Weiterhin wird auf die Lebenseigenschaften der Inselbewohner eingegangen und so hat es etwas von einer kleinen Erkundungstour über die Insel.
Es handelt sich um den ersten Roman von C. R. Neilson, bzw. unter dem Pseudonym des schottischen Autors Craig Robertson veröffentlicht. Craig Robertson hat schon mehrere Romane veröffentlicht, welche meistens in Schottland spielen, warum dieser Roman in Deutschland nun unter einem Pseudonym veröffentlicht wird, erschließt sich mir nur bedingt. Trotz allem ist der Schreibstil flüssig und gut zu lesen.
Fazit: Der Krimi hält was er verspricht, denn er ist spannend und gibt einen Einblick auf die Färöer-Inseln und wäre mir eigentlich vier Sterne wert gewesen. Einen weiteren Stern ziehe ich dem Verlag für das Verwirrspiel mit dem Autor ab.