"Es wird so manchen erstaunen, dass ein japanischer Dirigent so sehr mit Bachs Universum verschmelzen kann. Doch die Gesamteinspielung der Bach-Kantaten von Masaaki Suzuki ist auf dem besten Wege, neben den legendären Interpretationen von Nikolaus Harnoncourt zum Klassiker zu werden.
Das Überraschendste an Masaaki Suzukis Interpretation ist ihre seriöse Fundierung. Das mag heute selbstverständlich erscheinen, wo jeder Dirigent, der etwas auf sich hält, die Originalquellen heranzieht und wo natürlich auch die kleine Welt der Barockmusik genaue musikwissenschaftliche Studien betreibt. Aber die Bach-Kantaten sind ein Sonderfall, denn hier bleiben noch viele Fragen bezüglich der Texte offen, und die Bach-Forschung hat keine schlüssigen Ergebnisse anzubieten, wie der Musikwissenschaftler Peter Wollny* hervorhebt. Umso wichtiger ist die Arbeit des Interpreten: Die Musiker müssen sich voll und ganz auf ihre stilistische Intuition verlassen, um das Ausdruckspotenzial der Texte auszuschöpfen.
Gerade auf diesem Gebiet leistet Masaaki Suzuki Hervorragendes, und seine Lesart vermittelt ein einzigartiges Gefühl der Freiheit. Alles atmet und lebt hier, als halte man auch heute noch kraftvolle und erleuchtete Zwiesprache mit Gott." (Matthias Heizmann/arte.tv)