Mozarts Kollege, Konkurrent und Erbe
„Munterkeit und Grazie, die edelste Melodie mit der reinsten Harmonie…“ – so drückte ein Zeitgenosse aus, was ihn an der Musik Leopold Koželuchs begeisterte. Als eines von 16 Kindern eines Schusters im nördlich von Prag gelegenen Welwarn geboren, erhielt der begabte Knabe eine Ausbildung in Prag und ging 1778 nach Wien, um dort sein Glück zu machen. Schnell konnte er sich als Klavierlehrer und Virtuose in der Kaiserstadt etablieren, sodass er 1781 ein Angebot des Salzburger Fürsterzbischofs ausschlagen konnte, der ihn als Nachfolger Mozarts engagieren wollte.
In Wien stand er mit Mozart, der seit 1781 als virtuoser Stern über der Stadt aufgegangen war, in direktem Wettbewerb. Das konnte auch zu Konfliktsituationen führen; so ist ein Streit zwischen Mozart und Koželuch anlässlich der Aufführung einer Komposition Joseph Haydns überliefert, in dem Mozart den bewunderten Kollegen vor dem kritischen Koželuch in Schutz nahm: „Herr, und wenn man uns beide zusammenschmilzt, wird doch noch lange kein Haydn daraus.“
Schon seit Beginn der 1780er Jahre war Koželuch Musiklehrer am Kaiserhof gewesen, nach dem Tod Mozarts wurden die Bande noch enger – man berief den Böhmen als Nachfolger des Verstorbenen auf den Posten des kaiserlich-königlichen Kammerkomponisten.
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