Carmen Villain: MEMORIA (Clear Vinyl) auf LP
MEMORIA (Clear Vinyl)
Die gute alte Vinyl - Langspielplatte.
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- Label:
- Smalltown
- Artikelnummer:
- 12803690
- UPC/EAN:
- 7072822459017
- Erscheinungstermin:
- 4.9.2026
»Memoria«, das neueste Album von Carmen Villain auf Smalltown Supersound, beginnt wie ein geöffnetes Ventil; ausatmende Flötenakkorde füllen langsam eine weite Klanglandschaft und laden den Zuhörer dazu ein, das Tempo zu drosseln und in einen Zustand des tiefen Zuhörens einzutreten.
Es ist eine Einleitung, die gekonnt in ein Album aus verlangsamten, spektralen Dub-Klängen führt, die schimmern, knurren und über die narrativ geordneten sieben Titel hinweg ausklingen. In dieser Hinsicht knüpft »Memoria« dort an, wo Villain mit ihrem 2022 erschienenen Album »Only Love from Now On« aufgehört hatte, auch wenn der Schwerpunkt des aktuellen Albums auf Klang als Erinnerung liegt - und auf Erinnerungen als sich wandelnde, nicht statische Unvollkommenheiten.
Wiederholung fungiert als neu erzählte Erinnerung; die Bearbeitung zersetzt und formt den Klang neu, und Abstraktion ermöglicht eine Art Freiheit von Linearität. Inspiriert von Pauline Oliveros' Schriften über innerlich abrufbare Klänge, die für andere unhörbar sind, sowie von Apichatpong Weerasethakuls Film »Memoria« aus dem Jahr 2021, betrachtet Villain die Erinnerung sowohl als kognitive Fähigkeit als auch als Form der Komposition und formt Samples aus ihrem eigenen Archiv zu einer kosmischen Selbstbeobachtung - wenn auch zu einer, die das Gegenteil von Solipsismus ist. Der nach innen gerichtete Blick des Albums lässt sich vom tiefen Zuhören als Form der Empathie inspirieren, das uns gleichzeitig mit uns selbst und unserer Umgebung verbindet. Die Arbeit der letzten Jahre an Kompositionen für zeitgenössischen Tanz und Installationen - darunter Kooperationen mit der Choreografin Eszter Salamon und ein Aufenthalt am IRCAM, bei dem sie erstmals ambisonische Räumlichmachung erforschte - prägt ebenfalls die verstärkte Aufmerksamkeit, die »Memoria« dem Klang als physischem Raum und immersiver Umgebung widmet.
Ein Großteil von »Memoria« basiert auf einer Kombination aus neuen Aufnahmen und älterem Archivmaterial: Aufnahmesessions mit der häufigen Mitwirkenden Johanna Orellana (Flöten) sowie Eivind Lonning (Trompete) werden neben Villains eigenen Klarinettenaufnahmen zerlegt und zu einer dichten, aber luftigen Sample-Bank neu zusammengesetzt. Die viszerale menschliche Präsenz (Atem, Wind, die Körperlichkeit der Luft, die durch Instrumente strömt) und harmonische Stränge des Free Jazz treten durch mehrere Bearbeitungsschichten hindurch zutage, als hörte man sie aus der Ferne - oder durch die Zeit hindurch. Rhythmen und Texturen lösen sich auf. Der Klang erodiert. Erinnerungen werden neu gestaltet. Und Melodien sind, anders als auf Villains früheren Veröffentlichungen, weniger deutlich und weichen anderen musikalischen Leitmotiven. Es lässt sich eine Tradition zurückverfolgen, die zu Rhythm & Sound, Clicks-and-Cuts, Pharoah Sanders, Jon Hassell, Actress und Ricardo Villalobos führt - wenn auch oft in abstrakten Formen: Kleine Klänge werden groß, während große in einen feinkörnigen Rhythmus zurücktreten. Minimalismus ist der Schlüssel, um die Details wahrzunehmen: knisternde Elektronik, Einatmen und Seufzer hallen in weiten Räumen nach und ruhen auf einem Fundament aus Rhythmus. Diese Zurückhaltung unterstreicht Villains Neigung, Klänge und ihre geisterhaften Klanggedächtnis-Doppelgänger nach Frequenzen chirurgisch voneinander zu trennen. Paradoxerweise lässt sich jedes Artefakt als Annäherung an eine Erinnerung mit äußerster Präzision hören. Für Villain scheint die Erinnerung im Klang bequem hinter dem Mischpult eines Dub-Labors Platz zu nehmen und dort gekonnt und unvorhersehbar Lautstärken, Texturen, Filter und alle anderen Parameter - bekannte wie unbekannte - in einer sich ständig wandelnden Erinnerung zu steuern.
LP
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1 Labour of Imagination
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2 Entre Nosotros
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3 Memoria
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4 Hope Synapses
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5 Blue
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6 Holding a Shape
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7 Open Era
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8 Omriss