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    raschke64 Top 10 Rezensent

    Aktiv seit: 06. Januar 2017
    "Hilfreich"-Bewertungen: 71

    Bitte beachten Sie

    Wir können nicht sicherstellen, dass die Angaben von Verbrauchern stammen, die das Produkt tatsächlich genutzt oder erworben haben.

    898 Rezensionen

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    Selvig, K: Mutterliebe

    Selvig, K: Mutterliebe (Buch)

    2 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    30.05.2023

    Das war nicht viel

    Sylvia hat alles: eine Familie, ein schönes Haus, genug Geld, gesellschaftliche Anerkennung. Trotzdem tötet sie ihren Sohn und ihre Tochter überlebt nur knapp. Die Gerichtsverhandlung wird von der Journalistin Kiki Holland beobachtet und ihr kommen bald Zweifel...

    Das Buch hat mich ich nicht überzeugt. Die ersten etwa 150 Seiten waren regelrecht langweilig und ich habe die Zeit mit mir gekämpft, ob ich überhaupt weiterlesen soll. Dabei möchte ich kleinere Rechtschreibfehler nur am Rande erwähnen, einige Logikfehler waren viel schlimmer. Mich störte vor allem daran, dass es über weite Strecken nur um die privaten Verbindlichkeiten der Journalistin ging. Erst später setzte so eine Art Ermittlungen ein, wobei dabei ganz, ganz viel eher dem Zufall überlassen wurde und es mir insgesamt dann zu viele Zufälle waren. Ziemlich schnell war auch klar, worum es eigentlich geht. Es gab so gut wie keinen Überraschungseffekt. Bis dahin hätte ich das Buch noch mit mittelmäßig bewertet. Doch das änderte in meinen Augen ein Riesenfehler, dass ich nochmals einen Punkt abziehen musste. So wird über einen Verdächtigen berichtet, dass er lieber ins Gefängnis geht, als eine Therapie macht. Wenige Zeilen später wird ausgesagt, dass er erschossen wurde. Ich habe die Stelle mehrfach gelesen, konnte aber nichts anderes erkennen. Das hätte nicht passieren dürfen. Von daher keine Leseempfehlung von mir.
    Lüpkes, S: Licht im Rücken

    Lüpkes, S: Licht im Rücken (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    30.05.2023

    Sehr zu empfehlen

    Das Buch umfasst den Zeitraum von 1914 bis nach dem zweiten Weltkrieg. In der Hauptsache geht es um die Familie Leitz und der Entwicklung von kleinen Kameras, speziell der Leica. Aber es geht nicht nur um technische und wissenschaftliche Sachen, sondern auch um die Familie, ihre Mitarbeiter, Angestellten, jüdischen Nachbarn und Freunde beziehungsweise die Nazizeit.

    Das Buch hat alles, was ich von einem guten Buch erwarte. Es vermittelt Wissen, ohne aufdringlich zu sein. Es vermittelt Zeitgeschichte und bleibt trotzdem persönlich. Und es stellt teilweise nicht mehr so bekannte Persönlichkeiten vor. Gut hat mir gefallen, dass die Autorin am Ende ein Personenverzeichnis angegeben hat. So kann man erkennen, wer eine reale Person war und welche Personen im Buch fiktiv sind. Obwohl selbst für die fiktiven Personen mehrere reale Vorbilder verschmolzen wurden. Der Stil ist unaufdringlich und gut. Man möchte einfach nur wissen, wie die Geschichte weitergeht. die Figuren sind sehr kontrastreich und zeigen die Verhältnisse der damaligen Zeit. Von mir gibt es absolut eine Leseempfehlung.
    30 Tage Dunkelheit

    Jenny Lund Madsen
    30 Tage Dunkelheit (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    30.05.2023

    Krimi im Krimi

    Hannah ist eine mäßig sympathische Schriftstellerin für „hohe Literatur“, die gerade unter einer Schreibblockade leidet. Ihre Bücher verkaufen sich nicht gut, werden aber von der Kritik hochgelobt. Auf einer Messe versteigt sie sich zu einer Art Wette, dass jeder innerhalb von einem Monat einen Krimi schreiben könnte. Ihr Agent schickt sie daraufhin nach Island in ein kleines Dorf im Nirgendwo, damit sie in Ruhe schreiben kann. Doch kurz nach ihrer Ankunft gibt es einen Todesfall und Hannah glaubt, dass es kein Unfall war...

    Das Buch hat mir gut gefallen. Es ist zwar nicht sehr spannend, aber es ist genug Spannung vorhanden, dass man gern weiterliest. Interessant sind die Bewohner des kleinen Ortes und die entsprechenden Sitten. Hannah wandelt sich im Laufe des Buches von extrem unsympathisch zu ganz nett. Das Ende birgt noch einiges an Überraschungen. Witzig ist, dass sie in dem Buch einem Krimi schreibt und man als Leser erfährt, wie man das tun sollte. Ich könnte also jetzt auch einen Krimi schreiben - zumindest in der Theorie. Alles in allem gibt es von mir eine Leseempfehlung.
    Hense, J: Spiel - Desert Rogue

    Hense, J: Spiel - Desert Rogue (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    30.05.2023

    Abenteuerlich

    Tim arbeitet als Programmierer in einer Spielefirma, die eins der erfolgreichsten Computerspiele vertreibt. Sein Mitbewohner und Freund ist Journalist im Nahen Osten und wird dort ermordet. Offiziell wird es als Selbstmordattentat verbreitet. Tim kann es nicht glauben, umso mehr, als er Dateien von seinem Freund erhält, die nachweisen, dass das Computerspiel von Geheimdiensten für etwas ganz anderes genutzt wird...

    Ich habe weder etwas mit Computerspielen zu tun, noch habe ich Verständnis für diese Art Ballerspiele. Auch die technischen Voraussetzungen zum Verstehen einiger Details fehlen mir. Unabhängig davon war das Buch aber sehr gut lesbar und ich habe verstanden, wie das ganze funktionieren soll. Ich kann mir tatsächlich vorstellen, dass Geheimdienste dieser Welt ähnliches ausprobieren oder schon ausprobiert haben. Ob aber ein normaler Computerexperte – auch mit ein bißchen Hilfe - sich dem Zugriff diverser Geheimdienste und der Polizei auf diese Art entziehen kann, halte ich für nicht realistisch. Auch einige Szenen dazwischen waren für mich nicht nachvollziehbar. Daher kann ich nur bedingt eine Leseempfehlung aussprechen und überlege noch, ob auch ich die geplante Fortsetzung lesen möchte. Zumindest unterhaltsam war das Buch.
    Werrelmann, L: Tod in Siebenbürgen

    Werrelmann, L: Tod in Siebenbürgen (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    22.05.2023

    Zweigeteilt

    Seine Tante ist gestorben und vererbt ihm ihren Hof. Dazu muss Paul allerdings zurück in das Land seiner Kindheit: Rumänien, genauer gesagt Siebenbürgen. Mit 14 Jahren ist er zusammen mit seinem Vater nach Deutschland ausgereist und bald darauf hat der Vater ihm mitgeteilt, dass seine Tante gestorben ist. So hatte er mehr als 30 Jahre lang keinen Kontakt mehr in seine alte Heimat. Umso erstaunter ist er, als jetzt der Brief des Nachlassverwalters kommt. Er will zumindest herausfinden, wie seine Tante gestorben ist und warum es jahrelang keinen Kontakt gab. Doch dann wird sein bester Freund verhaftet und soll einen Mord begangen haben...

    Das Buch ist für mich zweigeteilt. Positiv ist die Beschreibung des heutigen Rumäniens und speziell der Sitten und Bräuche der Siebenbürgener Sachsen und der dort lebenden Zigeuner. Auch die Landschaft, das Essen und die besondere Kultur wird vermittelt. Man merkt, dass die Autorin das Land und die Menschen sehr liebt. Leider ist damit der eigentliche Krimi stark in den Hintergrund getreten. Die Ermittlungen überzeugen nicht wirklich, Paul wirkt die ganze Zeit nicht bei sich und wie unter Drogen. Ergebnisse gibt es eher zufällig und für mich ist zum einem nicht schlüssig, warum man einen vierzehnjährigen Jungen für so vieles verantwortlich macht, wofür er eigentlich in seiner damaligen Naivität nichts kann. Auch die Fähigkeiten des Zigeunermädchens sind fast wie aus der Luft gegriffen und in ihrem Umfeld nicht wirklich realistisch. So gab es relativ wenig Spannung. Ich bin mir noch unschlüssig, ob ich die angekündigte Fortsetzung lesen möchte.
    Die Hausboot-Detektei - Tödlicher Genuss

    Amy Achterop
    Die Hausboot-Detektei - Tödlicher Genuss (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    22.05.2023

    Liebenswerte Außenseiter

    In Amsterdam finden sich fünf total unterschiedliche Menschen zusammen. Sie eint, dass sie alle Schwierigkeiten im Leben haben, zwar völlig unterschiedlicher Art, aber jeder kämpft mit seinem Problem. Finanziell geht es ihnen eher schlecht und so kommen sie mehr zufällig zusammen und gründeten Mangels anderer Ideen auf einem alten Hausboot eine Detektei. Der erste Fall lässt nicht lange auf sich warten....

    Das Buch ist wie seine Hauptpersonen- ein liebenswerter Krimi. Es geht eher in zweiter Linie um den Fall und er ist auch nicht ganz wirklich spannend, aber das Buch liest sich sehr gut , weil es interessante Ideen hat und die so unterschiedlichen Menschen nicht vorführt, sondern ihnen Raum zur Entwicklung gibt - gleiches gilt komischer weise auch für die Tiere. Für mich ist es ein Buch für entspannende Stunden oder auch für den Urlaub. Und dafür spreche ich eine Leseempfehlung aus.

    Die Hausboot-Detektei - Tödlicher Genuss

    Amy Achterop
    Die Hausboot-Detektei - Tödlicher Genuss (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    22.05.2023

    Liebenswerte Außenseiter

    In Amsterdam finden sich fünf total unterschiedliche Menschen zusammen. Sie eint, dass sie alle Schwierigkeiten im Leben haben, zwar völlig unterschiedlicher Art, aber jeder kämpft mit seinem Problem. Finanziell geht es ihnen eher schlecht und so kommen sie mehr zufällig zusammen und gründeten Mangels anderer Ideen auf einem alten Hausboot eine Detektei. Der erste Fall lässt nicht lange auf sich warten....

    Das Buch ist wie seine Hauptpersonen- ein liebenswerter Krimi. Es geht eher in zweiter Linie um den Fall und er ist auch nicht ganz wirklich spannend, aber das Buch liest sich sehr gut , weil es interessante Ideen hat und die so unterschiedlichen Menschen nicht vorführt, sondern ihnen Raum zur Entwicklung gibt - gleiches gilt komischer weise auch für die Tiere. Für mich ist es ein Buch für entspannende Stunden oder auch für den Urlaub. Und dafür spreche ich eine Leseempfehlung aus.

    Fiese Brise in St. Peter-(M)Ording

    Tanja Janz
    Fiese Brise in St. Peter-(M)Ording (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    15.05.2023

    Nette Urlaubsstimmung

    In Sankt Peter Ording steht das jährliche Kegelturnier an, eine der wichtigsten Veranstaltungen im Jahr. Touristen, Urlauber und Einheimische beteiligen sich. Seit Jahren gibt es Favoriten. doch einer davon liegt bereits am 1. Tag des Wettbewerbs tot in seinem Campingwagen. Schnell stellt sich heraus, es war kein Unfall, es war Mord. Und er bleibt nicht der einzige Tote…

    Das Buch ist ein netter Urlaubs-Regionalkrimi. Mir kam St. Peter Ording als Kulisse zwar ein bisschen zu kurz (nur ab und zu das Meer oder Watt zu erwähnen, reichte mir nicht), alles andere ist aber gute Unterhaltung, leicht lesbar, ohne größere Anforderungen. Den Täter hatte ich sehr zeitig und schnell in Verdacht, so war das Buch nicht allzu spannend. Das sehe ich jetzt aber nicht so kritisch, denn das Buch hält, was es verspricht, ein paar nette Lesestunden. Daher gibt es von mir auch eine Leseempfehlung.

    Lass das mal den Opa machen!

    Günter Habicht
    Lass das mal den Opa machen! (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    15.05.2023

    Opa werden

    Günter Habicht wird Opa. Aber natürlich ist das nicht ganz so einfach. Sein Schwiegersohn ist Ami und während der ganzen Schwangerschaft nicht da. Seine Tochter muss aus der WG ausziehen und kommt zurück in ihr altes Kinderzimmer. Und für Günter wird damit alles anders. Natürlich hat er wie immer seine eigene Meinung…

    Das Buch ist das Zweite aus der Reihe um den Offline-Opa. Mir hat es besser gefallen als Teil 1. In diesem war er einfach nur ein alter meckernder Mann. Hier werden dann die modernen Zeiten einer Schwangerschaft humorvoll aufs Korn genommen. Der Opa ist milder geworden, denn es geht um seinen Enkel. Auch langjährige Ehe- und Familienbeziehungen werden humorvoll karikiert. Natürlich kommen auch die bekannten Figuren aus den Renate Bergmann-Büchern wieder vor und werden mehr oder weniger geschickt in das Geschehen eingebaut. Auf jeden Fall ein besseres Buch der beiden Reihen und ich kann eine Leseempfehlung aussprechen
    Die einzige Frau im Raum

    Die einzige Frau im Raum (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    15.05.2023

    Interessante Persönlichkeit

    Hedwig Kiesler war Anfang der 1930er Jahre in Wien eine junge aufstrebende Schauspielerin. Bekannt war sie durch einen eher erotisch-skandalösen Film. Danach folgten seriöse Angebote am Theater. Dort blieb sie nicht lange, denn sie heiratete den unheimlich reichen österreichischen Waffenhändler Fritz Mandl. Fast niemand weiß, dass sie und ihr Mann jüdischen Familien entstammen. Sie führt ein Leben im goldenen Käfig und ihr Mann ist extrem eifersüchtig und auch gewalttätig. Letztendlich gelingt ihr die Flucht über Paris und London nach Amerika und dort macht sie Karriere als Schauspielerin Hedy Lamarr...

    Ich kannte die Schauspielerin nur dem Namen nach und von Bildern. Sie war eine wunderschöne Frau, allerdings hatte ich nie einen Film von ihr gesehen, denn alle diese Filme waren weit vor meiner Zeit entstanden. Dadurch wusste ich nichts über sie und so war das Buch für mich eine neue Entdeckung einer interessanten Persönlichkeit. Sie führte ein außergewöhnliches Leben, neben der Schauspielerei war sie auch als Erfinderin und tätig. Leider wurden ihre Erfindungen so gut wie nie öffentlich anerkannt und so war darüber kaum etwas bekannt. Allein deswegen lohnt es sich schon, das Buch zu lesen. Es ist gut geschrieben und stellt keine höheren Anforderungen beim Lesen. Wie immer bedaure ich an der Reihe, dass jeweils nur ein sehr kurzer Zeitraum im Leben der verschiedenen Frauen dargestellt wird. Ich hätte gern mehr über den weiteren Fortgang gelesen.
    Institut für gute Mütter

    Jessamine Chan
    Institut für gute Mütter (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    08.05.2023

    Erschreckend

    Frida ist allein mit ihrer anderthalb-jährigen Tochter Harriet. Der Vater hat eine neue Beziehung und sie teilen sich das Sorgerecht. Zwischen Arbeit, krankem Kind, neuer einmischender Partnerin des Ex-Mannes und alleinerziehend ist Frida völlig überfordert und trifft eine falsche Entscheidung und sie lässt Harriet 2 1/2 Stunden allein. Das wird an das Jugendamt gemeldet und Frida kommt in einer Art Besserungsanstalt, dem Institut für gute Mütter...

    Das Buch zeigt eine vielleicht gar nicht so weite Zukunft auf. Auch wenn ich der Meinung bin, das es vielen Eltern gut tun würde, wenn sie eine Art Schulung oder Anleitung bekämen für verschiedene Situationen mit ihren Kindern, ist dieser Ort -eine Art Mischung aus Gefängnis und Besserungsanstalt - einfach nur ein schreckend. Natürlich hat Frida einen Fehler gemacht, die Strafe dafür fällt aber unverhältnismäßig hoch aus. Sie wird über ein Jahr lang von ihrer Tochter getrennt. Die seelischen Auswirkungen auf das Kind interessieren am Ende niemanden, obwohl immer das Gegenteil behauptet wird. An diesen Stellen ist das Buch sehr lebensnah und packend. Dazwischen allerdings gibt es eine große Menge Gleichförmigkeit. Die verschiedenen Stationen in dem Institut ähneln sich am Ende doch alle. Interessant ist, dass auch hier wieder zwischen Müttern und Vätern unterschieden wird und die Mütter, warum auch immer, viel strenger behandelt werden. Frida selbst ist für mich eine sehr ambivalente Person. Ich konnte wenig Entwicklung beobachten und hatte nicht das Gefühl bekommen, dass sie wirklich eine Art Einsicht durchgemacht hat. Eigentlich hat sie sich nur angepasst. Alles in allem ist es ein Buch, dass zum Nachdenken anregt. Eine Leseempfehlung ist für mich allerdings schwierig.
    Institut für gute Mütter

    Jessamine Chan
    Institut für gute Mütter (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    08.05.2023

    Erschreckend

    Frida ist allein mit ihrer anderthalb-jährigen Tochter Harriet. Der Vater hat eine neue Beziehung und sie teilen sich das Sorgerecht. Zwischen Arbeit, krankem Kind, neuer einmischender Partnerin des Ex-Mannes und alleinerziehend ist Frida völlig überfordert und trifft eine falsche Entscheidung und sie lässt Harriet 2 1/2 Stunden allein. Das wird an das Jugendamt gemeldet und Frida kommt in einer Art Besserungsanstalt, dem Institut für gute Mütter...

    Das Buch zeigt eine vielleicht gar nicht so weite Zukunft auf. Auch wenn ich der Meinung bin, das es vielen Eltern gut tun würde, wenn sie eine Art Schulung oder Anleitung bekämen für verschiedene Situationen mit ihren Kindern, ist dieser Ort -eine Art Mischung aus Gefängnis und Besserungsanstalt - einfach nur ein schreckend. Natürlich hat Frida einen Fehler gemacht, die Strafe dafür fällt aber unverhältnismäßig hoch aus. Sie wird über ein Jahr lang von ihrer Tochter getrennt. Die seelischen Auswirkungen auf das Kind interessieren am Ende niemanden, obwohl immer das Gegenteil behauptet wird. An diesen Stellen ist das Buch sehr lebensnah und packend. Dazwischen allerdings gibt es eine große Menge Gleichförmigkeit. Die verschiedenen Stationen in dem Institut ähneln sich am Ende doch alle. Interessant ist, dass auch hier wieder zwischen Müttern und Vätern unterschieden wird und die Mütter, warum auch immer, viel strenger behandelt werden. Frida selbst ist für mich eine sehr ambivalente Person. Ich konnte wenig Entwicklung beobachten und hatte nicht das Gefühl bekommen, dass sie wirklich eine Art Einsicht durchgemacht hat. Eigentlich hat sie sich nur angepasst. Alles in allem ist es ein Buch, dass zum Nachdenken anregt. Eine Leseempfehlung ist für mich allerdings schwierig.
    Die marmornen Träume

    Jean-Christophe Grangé
    Die marmornen Träume (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    08.05.2023

    Schwierig

    Berlin 1939, die Nazis sind auf der Höhe. ihrer Macht und kurz vor Beginn des 2. Weltkrieges. Einige Frauen von Nazigrößen treffen sich im Adlon. sie scheinen über den normalen Menschen zu stehen, doch dann wird eine von ihnen brutal ermordet. Sie bleibt nicht die Einzige...

    Ich bin ein großer Fan des Autors und finde die meisten seiner Bücher sehr gut. Er hat sich oft mit Blut beschäftigt und so war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis er sich mit den Ideologien der Nazis und deren Deutung von Blut beschäftigt. Der vorliegende Roman ist weniger ein Thriller und gänzlich anders als seine vorherigen Bücher. Das macht es sehr schwierig. Wieder schreibt er sehr gut, in diesem Fall für mich aber viel zu ausführlich. Oder anders gesagt, in das Buch ist viel zu viel gepackt worden und so sind rund um die Ermittlungen so viele Sachen eingeflossen, das ist einfach zu viel wurde. Da stehen die Massen der Nazis und die Massen derer Untaten einem Täter und dessen Untaten gegenüber. Gut gemeint, ist für mich am Ende eines seiner weniger guten Bücher.
    Wenn Worte töten

    Anthony Horowitz
    Wenn Worte töten (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    03.05.2023

    Gern mehr davon

    Hawthorne und Anthony werden zu einem Literaturfestival auf die Kanalinsel Alderney eingeladen Anthony hat die Vorstellung, dass er in diesem Rahmen der wichtigere Teil des Duos ist, denn es soll um sein neues Buch gehen. Doch das entpuppt sich als Fehler, denn Hawthorne scheint auch hier im Vordergrund zu stehen. Noch mehr, als dieser als Ermittler gefragt wird ist, weil der Sponsor des Festivals brutal umgebracht wird. Und er bleibt nicht der einzige Tote...

    Das Buch hat mir sehr gut gefallen und ich hätte gern mehr davon. Zum einen werden in relativ kurzer Zeit verschiedene Leute und verschiedene Gründe für einen Mord aufgezählt und alle scheinen irgendwie plausibel zu sein. Je weiter das Buch fortschreitet, desto mehr entpuppen sich die handelnden Personen als nicht das, was sie darzustellen scheinen. Und vor allem am Anfang des Buches hat mich der britische Humor mehr als sehr gut unterhalten. Ich musste mich erst nach und nach in den Krimi hineinversetzen und aus der eher witzigen Schiene wegkommen. Das Ende ist sehr plausibel und hat auch so eine Art Cliffhanger, der Hoffnung auf eine Fortsetzung macht. Von mir aus gern.
    Halliggift

    Greta Henning
    Halliggift (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    03.05.2023

    Steigert sich

    Februar auf der Hallig. Fast die ganze Insel ist in Vorbereitung auf das Biikebrennen und auf die Hochzeit des Reeders. Nach der Aufführung des Kindertheaters in der Kirche wird die Leiterin Hanni tot aufgefunden. Schnell stellt sich heraus, dass sie vergiftet wurde. Und sie bleibt nicht die einzige Tote...

    Den dritten Teil dieser Reihe empfand ich als Steigerung (wobei schon die beiden ersten gut waren). Wie immer werden Land und Leute in diesem Regionalkrimi gut eingebunden und verschiedene Sitten und Bräuche erklärt. Viele Personen sind sehr sympathisch. Aber dieses Mal hatte ich bis zum Ende keine Idee zum Täter. Dass der Grund in der Vergangenheit liegen muss, war durch die eingeschobenen alten Tagebucheinträge klar. Aber ich habe auf andere Gründe und andere Täter getippt. Wie immer gut lesbar und gerne auch eine Fortsetzung.
    Der Weg ins Feuer

    Der Weg ins Feuer (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    03.05.2023

    Hat mich nicht ganz überzeugt

    Betty ist zurück. Nach einer Entführung mit Folter hat sie noch mit den Nachwirkungen zu kämpfen. Da beginnt in Dallas einer Art Krieg, bei dem Dealer ermordet werden. Das Gerücht besagt, dass das durch einen Polizisten erfolgt. Betty hat einige Kollegen im Verdacht, doch sie kommt nicht wirklich zum Zug, denn erst einmal ist sie in den Innendienst versetzt worden...

    Der zweite Teil der Reihe setzt quasi nahtlos an den Vorgänger an. Da ich diesen kenne, kann ich schwer einschätzen, ob ohne Kenntnis des ersten Teils überhaupt verständlich ist, was im zweiten Teil passiert. Denn selbst für mich ging es manchmal ziemlich durcheinander. Die Geschichte an sich ist über weite Teile doch spannend, aber die Hauptfigur ist für mich immer noch sehr unsympathisch, auch wenn ich manche Handlung verstehe. Das Ende ist nicht durchweg überraschend, allerdings auch nicht einfach vorhersehbar. Alles in allem fällt es mir schwer, eine wirkliche Leseempfehlung auszusprechen. Ich würde aber auch niemanden vom Lesen abhalten wollen
    Reiter, M: Erinnere dich!

    Reiter, M: Erinnere dich! (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    24.04.2023

    Endlosschleife

    Ein Klassentreffen 20 Jahre nach dem Abitur. Arno überlegt lange, ob er daran teilnehmen soll. Denn er hat nicht so gute Erinnerungen. Vor 20 Jahren verschwand bei einer Wanderung seine damalige Freundin. Die Ermittlungen liefen ins Leere. Und da sind so komische Anrufe und Mitteilungen über das Handy. Arno soll sich unbedingt erinnern und er glaubt, dass er der Täter ist...

    Das Buch erzählt die Geschichte ausschließlich aus Sicht von Arno. Anfangs konnte ich das alles gut nachvollziehen. Man selbst merkt ja öfter, dass die eigenen Erinnerungen wohl etwas getrübt sein können. Arno glaubt, seine Freundin erstochen zu haben. Aber er hat eigentlich gar keine Erinnerung daran. Mittlerweile ist er so verunsichert, dass er jedes Wort und jede Entscheidung von allen Seiten beleuchtet und immer von einer Meinung zum nächsten schwankt. Und genauso macht das die Geschichte. Man hat das Gefühl, man ist in einer Endlosschleife gelandet und irgendwann wirkt das Ganze zwischen langweilig und nervig. Das Ende birgt dann zwar eine Überraschung, reißt für mich das Buch aber letztendlich nicht mehr über Mittelmaß hinaus.
    Wagner, J: Diabolisch

    Wagner, J: Diabolisch (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    24.04.2023

    Heftig

    In dem kleinen Ort Holzhausen geschieht ein Verbrechen nach dem anderen: Es beginnt damit, dass ein Vater den Nachbarsohn umbringt und die Ehefrau dazu schweigt. Nach und nach kommt ein Mord nach dem anderen zum Vorschein und die Polizei tappt im Dunkeln und hat überhaupt keine Idee, worum es eigentlich geht. Oberkommissarin Larissa Flaucher merkt recht schnell, dass sie mehr in die Sache verwickelt ist, als sie glaubt.

    Die Geschichte ist ein guter Thriller. Er wird auf zwei Zeitebenen erzählt. Da ist eine furchtbare Geschichte in der Vergangenheit. Davon erfährt der Leser aus alten Tagebucheintragungen. Und dann sind die Ermittlungen in der Gegenwart. Man glaubt, von Anfang an zu wissen, worum es in der Sache geht. Doch immer wieder hat man das Gefühl, dass es so nicht sein kann. So entsteht die ganze Zeit eine relativ hohe Spannung und der geradlinige Stil bringt die ganze Sache auch gut voran. Von mir gibt es eine Leseempfehlung.
    Abschied auf Italienisch

    Andrea Bonetto
    Abschied auf Italienisch (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    24.04.2023

    Guter Start


    Der Vater von Commisario Vito Grassi ist gestorben und er entschließt sich, dessen Haus in Ligurien zu übernehmen. Dazu lässt er sich von Rom versetzen. Sein Start ist nicht einfach, denn mit seiner etwas kantigen Art kommt er nicht überall gut an. Dazu gibt es auch gleich 2 Tote … er hat gut zu tun.

    Das Buch ist ein guter Start einer geplanten neuen Reihe. Wie in Regionalkrimis üblich, geht es viel um Land und Leute und die Spannung ist nicht unbedingt ganz hoch. Hier wird eine eher unbekannte Region Italiens vorgestellt. Die Hauptpersonen sind interessant und dürften auch im weiteren Verlauf noch für einiges an zwischenmenschlichen Spannungen sorgen. Mich hat nur etwas der Wechsel in den Dialogen zwischen den Sprachen gestört. Da wird im Restaurant der Fall auf „deutsch“ besprochen, die Bestellung in „italienisch“ aufgegeben. Irgendwie wirkte das komisch auf mich. Aber unabhängig davon gibt es von mir eine Leseempfehlung.
    Nachtjagd

    Nachtjagd (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    17.04.2023

    Klasse Buch

    Als die schwer zugerichtete Leiche einer jungen Frau gefunden wird, kommt der Polizei und auch Kommissar Anton Brekke schnell der Verdacht, dass die Tat durch einen vor zwei Jahren aus dem Gefängnis entflohenen Serienmörder vorgenommen wurde. Die Suche nach diesem bleibt ergebnislos, obwohl dafür große Ressourcen eingesetzt wurden. Doch der Fall ist vielschichtiger, als es auf dem ersten Blick erscheint...

    Das Buch ist als Thriller bezeichnet. Ich weiß nicht, ob man es nicht besser als klassischen Kriminalroman einordnen sollte. Aber letztendlich ist das nur eine Bezeichnung und nicht wirklich wichtig. Die Geschichte wird in verschiedenen Zeitebenen und mit einigen Zeitsprüngen erzählt. Vor allem am Anfang war ich etwas verwirrt, weil so gar nichts zueinander passen sollte und es auch so gut wie gar keine Spannung gab. Normalerweise würde ich sagen, es ist langweilig. Aber genau das war es nicht. Trotz fehlender Spannung hat sich das Buch richtig gut gelesen und je weiter die Geschichte fortging, desto mehr näherten sich die verschiedenen Stränge an und die Auflösung war für mich so gut, das ist dafür eine absolute Leseempfehlung von mir gibt. Ich hoffe, der Verlag wird die Vorgängerbücher in der Reihe noch veröffentlichen.
    Der Ruf des Eisvogels

    Der Ruf des Eisvogels (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    17.04.2023

    Familiengeschichte

    Olga wächst behütet in einem kleinen Ort in der Uckermark auf. Ihre Mutter ist bei ihrer Geburt gestorben, der Vater ist Arzt, aber selten für sie da. Das alles gleicht allerdings ihr Großvater - genannt Pa - aus, der Olga mit dem Arztberuf und der Natur bekanntmacht und sie lehrt, das alles zu lieben. Doch der zweite Weltkrieg bringt große Veränderungen. Letztendlich muss Olga heiraten und gleichzeitig kurze Zeit später fliehen. Sie landet erst in Kühlungsborn, doch einige Zeit später flieht sie weiter in den Westen. Dafür muss sie viel zurücklassen...

    Das Buch ist eine große Familiengeschichte. Gleichzeitig ist es auch Zeitgeschichte. Es beginnt unheimlich berührend und ganz stark. Leider lässt dieses sehr starke Gefühl im Laufe des Buches etwas nach. Dazu tragen die manchmal verwirrenden Zeitsprünge bei. Aber auch, dass manchmal lange Zeiten komplett ausgelassen, während manchmal Kleinigkeiten sehr, sehr ausschweifend beschrieben wurden und die Geschichte etwas hemmen. Doch alles in allem ist es immer noch ein großartiges Buch über eine sehr starke Frau, die auch in schwierigen Zeiten ihre Menschlichkeit bewahrt und immer für die Familie da ist. Daher von mir eine Leseempfehlung.
    Schwein allein

    Schwein allein (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    17.04.2023

    Gefällt

    Wie auf dem Cover ersichtlich, geht es in dem Buch um ein einsames Schwein(chen). Das gefällt ihm nicht und so malt es sich ein Pferd. Dieses springt aus dem Bild und so ist das Schwein nicht mehr allein. Und es wird fleißig weiter gemalt. Trotzdem fühlt sich das Schwein weiter allein …

    Das Buch ist gedacht für ab 4-jährige „Leser“. Die Zeichnungen sind liebevoll und bunt. Und damit ansehenswert. Verschiedene Tierfiguren bieten Abwechslung. Der Text ist in Reimen geschrieben, und zwar in einfachen. Als Erwachsener liest sich das irgendwie komisch. Die Kinder erfassen es schnell und sprechen es ob der Einfachheit auch bald nach. Auch den Sinn erfassen sie, denn irgendwann hat sich jeder mal allein oder einsam gefühlt.

    So gesehen, ist es ein schönes Buch zum Vorlesen oder eben auch für die Versuche von Erstlesern. Allerdings finde ich es mit knapp 15 € für 32 Seiten doch ein wenig teuer. Zumal sich gegen Ende hin einiges wiederholt.
    Der Bojenmann

    Kester Schlenz
    Der Bojenmann (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    03.04.2023

    Nicht ganz rund

    In Hamburg werden Tote gefunden. Sie wurden allerdings nicht einfach nur ermordet, sondern sind plastiniert. Kommissar Knudsen hat nicht wirklich viele Anhaltspunkte. Sein Freund, der ehemalige Lotse Oke Andersen, versucht, ihm zu helfen, und gibt ihm einige Tipps.

    Für mich war das Buch insgesamt nicht ganz rund. Vor allem am Anfang ähnelt es mehr einer Reisebeschreibung und viel Werbung für Hamburg. Unbesehen ist Hamburg eine schöne Stadt, doch die diversen Beschreibungen waren viel zu ausführlich. Auch im weiteren Verlauf des Buches gibt es immer wieder größere und längere Abschweifungen, die die Meinung der Autoren wiedergeben, die aber nicht unbedingt etwas zum Fortlauf der Geschichte beitragen. So mangelt es dann doch deutlich an Spannung. Auch das Ende war für mich nicht unbedingt überzeugend, die Handlungen des Täters nicht nachvollziehbar. Zusammenfassend muss ich sagen, dass die Geschichte Potenzial hat, aber im Moment in meinen Augen nur Durchschnitt ist.
    Solange wir leben

    David Safier
    Solange wir leben (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    03.04.2023

    Familiengeschichte

    David Safier erzählt in dem Buch die Geschichte seiner Eltern und damit auch ein Stück seiner eigenen. Doch er selbst kommt nur am Rande vor. Es geht vor allem um seinen jüdischen Vater Joschi, der in Wien geboren wurde und mit dem Einzug der Nazis es mit seiner Schwester als einzige der Familie schafft, nach Israel auszuwandern und damit den Holocaust zu überleben. Sein ganzes Leben lang wird er damit kämpfen, dass er das Versprechen an seine Mutter, bei seinen Vater zu bleiben, nicht einhalten konnte. Nach dem Krieg finden sie in Israel noch die Tochter einer Cousine. Mehr Personen gibt es von der Familie nicht mehr.

    Auf der anderen Seite ist seine Mutter Waltraud, die den Krieg in Deutschland überlebt hat und aus ärmlichen Verhältnissen versucht, ein besseres Leben zu finden. Sie ist die ganze Zeit die Starke in der Familie, die alles regelt und alles zusammenhält.

    Ich kannte David Safier bisher nur als Autor eher humorvoller Bücher, mit viel Witz und nicht immer unbedingt viel Tiefgang. Bei diesem Buch ist es ganz anders. Es ist eher ernst und beschreibt sehr offen seine Familie, ihre Stärken, aber auch ihre Schwächen. Das macht das Buch zu etwas Besonderem. Und dabei geht es eben nicht nur um die jüdischen Teile seiner Familie, sondern auch um die Frauen, die so völlig unterschiedlich sind. Der Autor schafft es, ihnen allen ein literarisches Denkmal zu setzen, ohne sie auf einen Sockel zu stellen. Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung
    Berry, F: Northern Spy - Die Jagd

    Berry, F: Northern Spy - Die Jagd (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    03.04.2023

    Wenig Thriller

    Nordirland, Belfast. Tessa hat einen 6 Monate alten Sohn und arbeitet bei der BBC. Dort sieht sie mitten in einer Beratung im Fernsehen ihre Schwester. Marian verübt einen Raubüberfall auf eine Tankstelle. Die Polizei verhört sie und teilt ihr mit, dass ihre Schwester zur IRA gehört. Tessa kann das nicht glauben. Sie wurden weder so erzogen, noch hat Marian ihr jemals etwas davon erzählt. Doch nach und nach kommen immer mehr Fakten ans Licht und Tessa muss einsehen, dass Marian doch Mitglied bei der IRA zu sein scheint …

    Das Buch ist als Thriller bezeichnet, doch für meine Begriffe hat es damit relativ wenig zu tun. Der erste Teil ist sehr spannend, vor allem deswegen, weil man nicht weiß, ob Marian wirklich IRA-Mitglied ist oder ob etwas ganz anderes dahinter steckt. Die folgenden Teile sind dann fast spannungslos, erst das Ende hat dann etwas von einem Thriller. Ich hatte gerade mit dem Mittelteil meine großen Probleme, weil mir eine Entscheidung von Tessa nicht wirklich verständlich war. Alle ihre Gefühle und Handlungen werden im Buch sehr ausschweifend beschrieben und gerade so eine wichtige Entscheidung wird nur mit zwei Sätzen abgehandelt. Daher waren wir alle nachfolgenden Sachen eher wenig verständlich. Deshalb fällt es mir schwer, für das Buch eine Leseempfehlung auszusprechen.
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