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    raschke64 Top 10 Rezensent

    Aktiv seit: 06. Januar 2017
    "Hilfreich"-Bewertungen: 71

    Bitte beachten Sie

    Wir können nicht sicherstellen, dass die Angaben von Verbrauchern stammen, die das Produkt tatsächlich genutzt oder erworben haben.

    904 Rezensionen

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    Gefangen im Riesenbuch (3)

    Gefangen im Riesenbuch (3) (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    08.04.2019

    Gut mit kleinen Schwächen

    Emily soll für die Schule ein Buch lesen. Doch sie mag Lesen gar nicht und daddelt lieber auf ihrem Smartphone. Durch einen Zauberwirbel landet sie auf einmal in der Fantasiestadt Mirathasia. Vor einem Riesenbuch trifft sie auf Julian, der sie mit in das Buch zerrt, als es eine Art Alarm gibt. Julian liest gern und merkt, dass das Riesenbuch ein Herz hat, was aber immer langsamer schlägt. Um es zu retten, muss Emily Freude am Lesen finden.

    Ich fand das Buch gut. Hier wird den Kindern versucht beizubringen, dass Lesen viel besser ist als mit dem Smartphone zu spielen. In der heutigen Zeit ein sehr wichtiger Gedanke. Umgesetzt ist das kindgerecht. Die Sprache passt, die Bilder auch. Für mich die einzige Schwäche war, dass die angebotenen Bücher relativ einseitig waren. Hier hätte ich mehr Klassiker erwartet. Doch man kann der Autorin eine gewisse Eigenwerbung nicht verdenken. Alles in allem ist es für mich aber ein empfehlenswertes und zeitgemäßes Buch.
    Madame Piaf und das Lied der Liebe

    Michelle Marly
    Madame Piaf und das Lied der Liebe (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    25.03.2019

    Die Piaf

    Das Buch behandelt die – laut der Autorin – wohl glücklichsten Jahre der französischen Sängerin Edith Piaf. Es erzählt kurz die Geschichte der Piaf bis zum 2. Weltkrieg. Wie sie aus einfachsten und sehr schweren Verhältnissen zu einer der gefeiert Sängerin in Frankreich und später in der Welt wurde. Allerdings wird sie 1944 der Kollaboration mit den Nazis angeklagt und fürchtet ein Auftrittsverbot. In dieser Zeit lernt sie Yves Montand kennen und lieben. Sie bildet ihn ebenfalls zu einem sehr charismatischen Sänger und später auch Schauspieler aus. Doch bald trennen sie sich. Die späteren Jahre bis zu ihrem Tod werden dann nur in ganz wenigen Sätzen behandelt.

    Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Ich kannte Edith Piaf nur sehr wenig, sie starb schon vor meiner Geburt. Natürlich waren mir ihr Name und einige wenige Lieder bekannt, aber ich wusste überhaupt nichts über ihr kurzes, aber sehr intensives Leben. Das Buch hat mir ihr Leben und ihre Kunst nähergebracht. Ich habe mich jetzt mehr mit ihr beschäftigt. Der Autorin ist etwas gelungen, was nur selten passiert: sie hat ein Buch mit großer Leichtigkeit, aber auch viel Tiefgang geschrieben. Sie hat es geschafft, den Charme der Franzosen in das Buch zu packen, aber auch die schlechten Seiten und die schweren Zeiten der Piaf zu beschreiben. Sie hat eine kleine Frau, eine riesengroße Künstlerin, einen interessanten Menschen und die damalige Zeit sehr gut charakterisiert.
    Was uns erinnern lässt

    Kati Naumann
    Was uns erinnern lässt (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    25.03.2019

    Nahe Geschichte

    Milla ist auf einer Wanderung im Thüringer Wald und findet Reste eines Hauses und einen alten Keller. Sie will diesen als einen Lost Place im Internet veröffentlichen. Als sie sich den Keller genauer ansieht, findet sie ein altes Schulheft. Der Name darauf lautet Christine Dressel und Milla wird neugierig und sucht nach dieser Frau. Sie findet sie auch und so erfährt sie die Geschichte der Familie Dressel, des ihr gehörenden Waldes und vor allem des alten Hotels „Waldeshöh“ am Rennsteig. Eine Geschichte, die bis in den zweiten Weltkrieg zurück reicht…

    Das Ganze wird in zwei Handlungssträngen erzählt. Zum einen ist es die Geschichte der Familie Dressler, die den Krieg übersteht, die schweren Jahren nach dem Krieg und dann die schlimmen Jahre, als mit der Errichtung der Grenze zur BRD das Haus im engsten Sperrgebiet stand und sie quasi zwischen zwei Zäune leben mussten. Die lange Zeit der Schikanen durch die Polizei und die Grenztruppen, keine Möglichkeit eines normalen Lebens. Und trotzdem empfanden sie das Haus als ihr Zuhause und ihre Heimat. Die schwere Zeit, nachdem sie in einer Nacht- und Nebelaktion das Haus verlassen mussten.
    Im zweiten Handlungsteil geht es um die Zeit 30 Jahre nach der Wende, in der die Familie versucht, das Grundstück zurück zu erhalten. Es geht um Familienzusammenhalt und Enttäuschung, aber auch um Verrat.
    Mir hat das Buch richtig gut gefallen. Es ist sehr gut lesbar und unterhält, gleichzeitig erfährt man aber auch sehr viel über die damalige Zeit, aber auch die heutige Zeit. Die Figuren sind nicht einfach nur schwarz-weiß, sondern vielschichtig angelegt. Man merkt der Autorin an, dass sie den Thüringer Wald sehr liebt. Ich kann das Buch nur absolut empfehlen.
    1793

    1793 (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    21.03.2019

    Bedrückend

    1793 in Stockholm. Ein so genannter Häscher findet im Fluss die Reste einer Leiche. Es ist nur noch ein Körper, alle Gliedmaßen wurden entfernt, die Augen ausgestochen, die Zunge abgeschnitten. Der Jurist Cecil Winge versucht zusammen mit dem Häscher Jean Michael Cardell, den Fall aufzuklären.

    Ich empfand das Buch nicht als Krimi. Wie fast alle historischen Krimis steht hier weniger der Fall im Mittelpunkt, sondern es wird mehr über die Zeit, die Umstände, in denen die Leute leben mussten, und Ähnliches beschrieben. Der Kriminalfall selbst rückt ein Stück in den Hintergrund. Damit könnte ich gut leben, aber ich empfand das Buch sehr bedrückend. Zum einen waren es brutale Zeiten, zum anderen wurde das auch noch sehr brutal beschrieben. Dabei empfand ich sehr wenig Spannung. Die Geschichte ist gut lesbar und auch interessant, doch als ein Meisterwerk - wie es auf der Rückseite beschrieben steht - empfinde ich es nicht.
    Griffin, M: Dark Call - Du wirst mich nicht finden

    Griffin, M: Dark Call - Du wirst mich nicht finden (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    18.03.2019

    Steigert sich

    Holly Wakefield arbeitet als Psychiaterin in einem Gefängnis für Schwerverbrecher. Sie hat fast vergessen, dass sie sich früher für die Polizeiarbeit zur Verfügung gestellt hat. So ist sie überrascht, als sie einen Fall betreuen soll. Es geht um einen sehr speziellen Serienmörder.

    Das Buch beginnt eher ruhig und langsam. Viel Ermittlungsarbeit, viele Erklärungen. Noch nicht so viel Spannung. Speziell hat mich gestört, dass für mich gefühlt jeder Serienmörder Erwähnung und Beschreibung finden musste, obwohl das nichts mit dem Fall zu tun hatte. Erst ab der Mitte geht die Geschichte vorwärts, wird immer spannendender und hat ein Ende doch einigen Überraschungen. Von daher schätze ich das Buch als gutes Debüt ein mit Luft nach oben.
    Onkel Stan und Dan 02 und das ungeheuerlich ungewöhnliche Abenteuer

    Onkel Stan und Dan 02 und das ungeheuerlich ungewöhnliche Abenteuer (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    15.03.2019

    Wunderschön

    Da sind sie wieder: Dachs Dan und Onkel Stan. Eigentlich leben sie friedlich auf einer Farm in einem kleinen Dorf. Doch da gibt es Dr. P‘Krall. Der ist ein Betrüger und er kann es gar nicht leiden, wenn jemand anders ist. Und Onkel Stan ist nun einmal ungewöhnlich. Deshalb schafft er ihn in sein Gefängnis.
    Doch er hat nicht mit Dan, dem Dachs, gerechnet. Dieser versucht natürlich, Onkel Stan zu retten und er ist nicht allein dabei. Er hat noch seine Freunde – Kinder und andere Tiere mit lustigen Namen oder anderen Besonderheiten.

    Ich finde das Buch einfach wunderschön. Zum einen die herrlichen Zeichnungen. Die machen so viel Spaß. Und dann der Text, der gerade zu – vor allem – zum Vorlesen anregt. Und die Geschichte ist an sich auch noch pädagogisch wertvoll: da geht es um Freundschaft und Hilfe und auch darum, dass jeder anders und das auch gut so ist. Volle Punktzahl.
    Moström, J: Mitternachtsmädchen

    Moström, J: Mitternachtsmädchen (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    04.03.2019

    Steigert sich

    In Uppsala wird die Leiche einer jungen Frau gefunden. Sie wurde gewürgt und ermordet. Vor ihr wurden schon zwei weitere Frauen überfallen und gewürgt, sie konnten sich aber retten. Die Suche nach dem Täter gestaltet sich in der Universitätsstadt schwierig. Ein Team mit mehreren Profilern versucht, die Tätersuche einzugrenzen. Sie haben dann drei Verdächtige, aber bisher fehlen schlagkräftige Beweise. Und sie fürchten, dass der Täter erneut zu schlagen wird...

    Das Buch ist der dritte Fall in der Reihe mit der Psychiaterin Nathalie Svensson. Am Anfang war ich nicht sehr begeistert davon. Ich habe mich regelrecht gelangweilt und mir waren viele Beschreibungen zu ausführlich und es gab für mich zu wenig Spannung. Das änderte sich im Laufe des Buches dann doch. Die Präsentation der verschiedenen Verdächtigen ist sehr geschickt gemacht. Dadurch schwankt man sehr lange. Das hält die Spannung dann hoch.
    Worauf wir hoffen

    Worauf wir hoffen (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    04.03.2019

    Familie

    Eine muslimische Familie indischer Herkunft versucht, sich in den USA ein Familienleben aufzubauen. Der Vater arbeitet und ist viel auf Dienstreisen, die Mutter ist Hausfrau. Die Töchter Hadia und Huda machen den Eltern wenig Sorgen, ganz anders der einzige Sohn Amar. Er ist der jüngste der Geschwister und schon in ziemlich jungen Jahren sehr rebellisch. Noch einen großen Streit verlässt er die Familie.

    Das Buch ist eine Familiengeschichte. Eigentlich könnten die Probleme zwischen den Geschwistern in jeder Familie vorkommen, aber hier verschärfen sie sich noch durch den muslimischen Hintergrund, obwohl die Eltern keineswegs Fundamentalisten sind. Während die Töchter schon mit neun Jahren entscheiden müssen, ob sie sich verschleiern, hat der Sohn viele Freiheiten. Dabei haben die Töchter keine echte Wahl, denn vor allem die Mutter suggeriert ihnen, dass eine Nichtverschleierung eine Sünde ist. Eine echte Wahl haben sie damit nicht. Sie müssen ebenfalls mit neun Jahren den Ramadan begehen, während Söhne dazu bis zum 15. Lebensjahr Zeit haben. Die Geschichte wird immer wieder aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Aus Sicht der älteren Tochter, aus Sicht der Mutter, des Sohnes und zum Schluss des Vaters. Dabei erkennt jeder früher oder später die gemachten Fehler. Als Leser erkennt man aber auch gleichzeitig, dass einige Entscheidungen unausweichlich waren, weil die Familienkonstellation nichts anderes ergeben hat. Das Buch ist ziemlich ruhig, hat in einigen Teilen sogar einige Längen. Hier wäre eine Kürzung manchmal günstiger gewesen. Das Buch ist insgesamt trotzdem gut lesbar, den Punktabzug gibt es von mir vor allem für die – ob vom Autor oder vom Übersetzer so gewollt - das kann ich nicht entscheiden – verwendeten muslimischen Begriffe, die nicht übersetzt wurden. So wusste ich manchmal nicht, um was es genau geht. Anfangs habe ich das alles noch nachgeschlagen, aber das störte meinen Lesefluss erheblich. So habe ich das gelassen. Ein Glossar o. ä. wäre hilfreich gewesen.
    Chirovici, E: Echo der Wahrheit

    Chirovici, E: Echo der Wahrheit (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    04.03.2019

    Spannend


    Der Psychologe Dr. Cobb wird zu Josh Fleischer gerufen. Fleischer leidet an Leukämie und hat nur noch kurze Zeit zu leben. In der Jugend war er zusammen mit einem Freund in Paris in eine Geschichte verwickelt, bei der eine junge Frau ums Leben kam. Fleischer kann sich aber an die Nacht nicht wirklich erinnern und bittet nun Dr. Copp, der ein Spezialist auf dem Gebiet der Hypnose ist, zu versuchen, ob sie gemeinsam die Erinnerungen an diese Nacht wieder wachrufen können. Doch das Experiment funktioniert nicht wirklich. Nachdem Fleischer schon verstorben ist, will Dr. Copp versuchen, herauszufinden, wie die Geschichte damals wirklich war.

    Das Buch ist sehr spannend. Die Spannung ergibt sich daraus, dass auf der Suche nach der Wahrheit jeweils eine andere Geschichte und eine andere Sicht auf die Geschehnisse dieses Abends erzählt werden. Lange Zeit ist man nicht sicher, wer von den beiden jungen Männern der Gute und derBböse ist. Ganz am Ende gibt es dann noch eine ziemliche Überraschung. Das einzige, was mir persönlich nicht ganz so gut gefallen hat, waren die vielen philosophischen und psychologischen Erklärungen. Sie waren sicherlich nicht uninteressant, aber sie bremsten zumindest bei mir den Lesefluss. Trotzdem ist das ein sehr gutes Buch.
    Rheinblick

    Rheinblick (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    26.02.2019

    Zweigeteilt

    Bonn, 1972. Es ist November, es ist kalt und der gerade die Wiederwahl gewonnene Kanzler Willy Brandt muss sich einer Stimmbandoperation unterziehen und ist im Krankenhaus. Dort betreut ihn die junge Logopäden Sonja Engel.
    Gleichzeitig treffen sich in der Gaststätte Rheinblick von Hilde Kessel viele Bonner Politiker, aber auch einfache Angestellte oder Leute aus dem Ort. Hilde erfährt viel, denn die Menschen unterhalten sich dort völlig frei. Normalerweise würde Hilde nie etwas davon nach außen erzählen, doch in einer Notsituation vergisst sie ihre Prinzipien und wird damit erpressbar. Auch Sonja wird von einigen Seiten bedrängt und soll verraten, was im Krankenzimmer von Willy Brandt besprochen wird.

    Das Buch war für mich zwei geteilt. Insgesamt ist es sehr gut lesbar und weckt das Interesse. Besonders die Abschnitte, in denen das normale Leben der damaligen Menschen beschrieben wird, sind sehr gut getroffen und sehr interessant. Die eher theoretischen Ausführungen in Richtung Politik dagegen haben mich manchmal etwas gelangweilt. Der eingestreute Kriminalfall macht das Ganze noch spannend. Nicht geändert bis heute hat sich wohl der Kampf um die Macht in der Politik und das Geschachere um Posten und Vorteile. Kein Wunder, dass sich die Menschen von der Politik abwenden. Die Begeisterung der Autorin über Willy Brandt kann ich nicht ganz nachvollziehen. Das liegt aber daran, dass ich bei seiner Kanzlerzeit viel zu jung war, um eine vernünftige Beurteilung dazu vornehmen zu können. Insgesamt kann ich das Buch aber empfehlen.
    Allee unserer Träume

    Allee unserer Träume (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    25.02.2019

    Am Ende enttäuscht


    Ilse, geboren in Mühlhausen, als Tochter eines Architekten möchte ebenfalls Architektin werden. Doch es kommt der Krieg dazwischen. Danach beteiligt sie sich in Berlin am Aufbau der damaligen Stalinallee, später Karl-Marx-Allee. Dafür muss sie allerdings sehr viel aufgeben. Ihre Entwürfe werden unter dem Namen ihres Mannes veröffentlicht, sie selbst übernimmt am Ende die Bauleitung…

    Anfangs hat mir das Buch sehr gut gefallen. Es ist wunderbar gut lesbar, Unterhaltung und Geschichte in einem. Doch mit Fortschreiten der Geschichte wurde es immer unglaubwürdiger. Es wird die Geschichte, in großen Teilen allerdings fiktional, der Mutter des Autos beschrieben. Ob aus dem Nichtvorhandensein von Fakten oder dem Schützen der Familie – ist werden große Löcher in der Geschichte sichtbar. So ist es nicht wirklich verständlich, warum die junge Frau den Namen ihrer Schwester annehmen muss, um nicht Probleme mit der sowjetischen Besatzungsmacht zu bekommen. Eine einfache Heirat und eine 14-tägige Ehe erscheinen mir keine ausreichenden Gründe dafür zu sein. Auch merkt man der Geschichte leider sehr deutlich an, dass sie aus Sicht von Westdeutschen geschrieben wurde. Die Beschreibungen Ost und West sind sehr schwarz-weiß gehalten. Auch in Westberlin gab es selbst zu Wende noch Mietskasernen, die genauso grau wie in Ostberlin waren. Aber die Hauptfigur landet ja am reichen Wannsee.
    Außerdem ganz furchtbar für mich waren die kurzen Sätze am Beginn eines jeden Kapitels, die den Inhalt darstellten. Das mag bei Büchern in den fünfziger Jahren so üblich gewesen sein und sicher hat sich das Autorenpaar daran orientiert, aber es nahm jegliche Spannung vorweg und ich fand es völlig unnötig und sehr störend. Alles in allem ist das Buch am Ende für mich gute Unterhaltung, allerdings dann nur Durchschnitt.
    Eisige Tage

    Alex Pohl
    Eisige Tage (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    25.02.2019

    Zwiegespalten

    Leipzig im tiefsten Winter und bei eisiger Kälte im Dezember. In einem Auto wird die Leiche eines zwielichtigen Anwalts gefunden. Zusammengeschlagen und erschossen. Bei der Untersuchung des Mordes kommen die Kommissare Hannah Seiler und Milo Novic nicht so recht weiter. Sie finden Fotos von ganz jungen Mädchen in eindeutigen Situationen. Und kurz danach wird ein junges Mädchen vermisst…

    Das Buch lässt mich etwas zwiegespalten zurück. Zum einen ist es wirklich sehr gut zu lesen, interessant und in Teilen auch spannend. Aber für mich ist es kein richtiger Krimi. Es gibt ein paar Ermittlungen, doch der Großteil läuft über die russische Mafia in Leipzig. Die Geschichte wird in der Gegenwart und teilweise in Rückblenden erzählt. Allerdings sind die Rückblenden oft auch sehr durcheinander Und man hat ein wenig Schwierigkeiten bei der Verfolgung des Ganzen. Ich denke mal, dass die Geschichte gar nicht so weit von der Realität entfernt ist. Das kann einem doch ziemliche Angst machen. Alles in allem ist es trotzdem ein gutes Buch.
    Doyle, C: Sturmwächter

    Doyle, C: Sturmwächter (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    18.02.2019

    Schöne Magie

    Fionn ist 11. Mit seiner kleineren und ziemlich nervenden Schwester Tara streitet er sich ständig. Sie müssen aber die Sommerferien zusammen verbringen und fahren auf die irische Insel Arranmore zu dem Großvater. Fionn ist anfangs von der Insel gar nicht so begeistert, bis er herausbekommt, dass sein Großvater ein Sturmwächter ist und mit Magie arbeitet. Damit wird der Sommerurlaub doch gleich viel abenteuerlicher.

    Mir hat das Buch gut gefallen. Die Geschichte ist leicht lesbar und auf die Zielgruppe ausgerichtet. Anfangs erfährt man sehr viel über Fionns Familie und alles geht eher sehr langsam los. Mir persönlich ein wenig zu ausführlich und zu langsam. Hier könnten nicht so begeisterte Leser schon abspringen. Das eigentliche Abenteuer beginnt so richtig erst gegen Ende des Buches. Dann wird es definitiv auch spannender. Und es klingt nach einer Fortsetzung.
    Alles im allem würde ich aber trotzdem eine Leseempfehlung aussprechen.
    Lago Mortale

    Lago Mortale (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    18.02.2019

    Wenig spannend

    Simon Strasser, ehemaliger Polizeireporter aus Frankfurt/M., lebt seit 5 Jahren in Italien am Lago d’Orta. Er fühlt sich wohl, wenn auch noch nicht von einigen Einheimischen akzeptiert. Aber er hat auch Freunde gefunden. Bei ihm ist seine „Ziehtochter“, die Tochter einer früheren Freundin. Als er von der Terrasse aus beobachtet, wie eine Yacht fast einen Zusammenstoß mit einem Boot verursacht, wird er neugierig und unruhig und fährt mit dem Kajak dorthin. Auf der Yacht findet er einen toten jungen Mann, den Sohn einer einheimischen Fabrikantenfamilie. Es sieht nach einem Unfall aus, doch es geschehen noch einige komische Sachen…

    Ich habe das Buch an einem langen Nachmittag durchgelesen. Eigentlich ein gutes Zeichen, es ist gut und flüssig lesbar und unterhält. Das „eigentlich“ bezieht sich allerdings darauf, dass ich die volle Punktzahl gegeben hätte, wenn das Buch ein Roman oder ein Reiseführer gewesen wäre. Aber es ist ein Krimi und selbst für einen regionalen Krimi, bei denen man doch automatisch einiges weniger Spannung und dafür viel Lokales in Kauf nimmt, hatte es eindeutig zu wenig Spannung, viel zu wenig. Man fühlt sich in den Urlaub versetzt, alles wird ausführlich und gut beschrieben, gute Werbung für die Gegend. Aber die eigentlich Krimihandlung ist viel zu kurz und vor allem auch viel zu einfach. Die Polizei findet so gut wie nichts und der Ex-Reporter bekommt quasi alles in den Schoß gelegt und muss nur noch zugreifen. Unrealistisch und leider eben auch unspannend. Daher für mich nur Durchschnitt.
    Saucier, J: Niemals ohne sie

    Saucier, J: Niemals ohne sie (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    15.02.2019

    Mehr erwartet

    Ein kleiner Ort in den Wäldern von Kanada in den 1960er Jahren. Familie Cardinal hat 21 Kinder. Der Vater ist Erzsucher, die Mutter heillos überfordert. Eigentlich bekocht sie die Familie nur und bekommt die Kinder. Einmal im Leben hat der Vater Glück und findet eine ergiebige Erzader. Er verkauft die daraus entstehende Mine an eine Gesellschaft und die gesamte Familie fühlt sich betrogen. Denn statt endlich reich, erhält sie nur wenig Geld und das normale Leben geht weiter. Die Familie schottet sich nach außen hin völlig ab, die Jungen terrorisieren die Nachbarn. Erst ein Unglück und der Tod eines der Mädchen ändert das gesamte Leben der Familie.

    Ich hatte mir von dem Buch mehr erwartet. Es erzählt in den vielen Kapiteln eigentlich immer das gleiche. In jedem Kapitel erzählt ein anderes Kind seine Sicht auf die damaligen Verhältnisse und die Geschehnisse. Man weiß oft nicht, wer da eigentlich erzählt. Denn neben den Namen der Kinder haben sie alle auch noch Spitznamen und das ergibt ein ziemliches Durcheinander. Ich hatte auch einfach mehr über das Alltagsleben erwartet. Es wird nie erwähnt, warum die Familie so viele Kinder hat, ob die Mutter das so wollte. Überhaupt ist die Mutter eine sehr eigenartige Figur. Vieles wird nur angerissen und so lässt mich das Buch etwas enttäuscht zurück.
    Die Liebe im Ernstfall

    Die Liebe im Ernstfall (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    13.02.2019

    Alles Liebe?

    Das Buch handelt von fünf Frauen. Die Frauen kennen sich teilweise untereinander, zwei sind Schwestern, es ist eine Ärztin dabei, die andere ist eine Patienten und so weiter. Sie kennen sich aber nicht alle fünf gemeinsam. Es geht um ihre Beziehungen, ihre Partnerschaften, ihre Kinder…


    Mich hat das Buch etwas enttäuscht. Vielleicht habe ich auch etwas anderes erwartet. Der erste Roman von Daniela Krien war für mich richtig großartig. Jetzt gab es Phasen in dem Buch, die ich richtig toll fand. Aber oft habe ich mich gefragt, wieso sich die Frauen ausschließlich über ihre Männer oder über Sex definieren, d.h., sie waren nur glücklich - unabhängig von den Kindern -, wenn der Mann oder der Sex stimmte. Sie ordneten sehr viel ihrer Beziehung unter, gaben sich mit falschen Männern ab, obwohl sie das merkten. Sie machten also sehenden Auges Fehler. Sie suchten überhaupt nicht nach einer anderen Form von Glück. Das fand ich sehr einseitig und auch nicht immer sehr realistisch.
    Die Farben des Feuers

    Pierre Lemaitre
    Die Farben des Feuers (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    13.02.2019

    Abenteuerlich

    Madeleine ist die Frau des berühmten französischen Bankiers Marcel Pericourt. Sie führt ein großbürgerliches Leben und hat nie Geldsorgen. Als ihr Mann stirbt, stürzt sich ihr Sohn aus dem Fenster und überlebt schwer verletzt. Künftig ist er gelähmt und sitzt im Rollstuhl. Madeleine interessiert sich nicht sehr für die Geschäfte der Bank und überlässt alles einem Verwalter. Dieser betrügt sie und führt die Bank bewusst in den Bankrott. Aber auch der Bruder ihres Mannes beteiligt sich an diversen Intrigen und treibt sie ebenfalls in den Ruin. Ihre beste Freundin und Haushälterin Leonce hat den beiden geholfen. Und ihr ehemaliger Liebhaber und jetzt Zeitungsredakteur André hat auch große Schuld auf sich geladen. Madeleine rächt sich auf ihre Weise...

    Anfangs kam ich mit dem Buch überhaupt nicht zurecht. Ich langweilte mich und habe nach 50 Seiten überlegt, ob ich das Buch beendet. Es war eine reine Erzählung für mich komplett ohne Gefühl. Selbst als der Junge aus dem Fenster stürzte, hatte ich weder Mitleid noch Mitgefühl. Es war irgendwie, als würde man von außen auf die Geschichte schauen. Aber im Laufe des Buches wurde die Geschichte immer besser. Mehr und mehr erinnerte sie mich an „Der Graf von Monte Christo“ und ich hatte das Gefühl, das Buch hat sich diesen zum Vorbild genommen. War kein schlechtes Vorbild. Denn mehr und mehr schlug mich die Geschichte in ihren Bann und ich wollte unbedingt wissen, wie sie ausgeht.
    Liebes Kind

    Liebes Kind (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    13.02.2019

    Ganz stark

    Eine junge Frau wird bei einem Verkehrsunfall stark verletzt. Es stellt sich heraus, sie konnte ihren Entführer nach Monaten entfliehen. Dieser hatte sie in eine Hütte eingesperrt zusammen mit zwei Kindern, für die sie die Mutter sein sollte. Die Hütte war völlig abgeschirmt, das kann kein Licht hinein, es gab eine nicht immer funktionierende Anlage zur Belüftung. Essen wurde zugeteilt, es gab Toilettenzeiten und es gab keinen Widerstand, denn der wurde mit Schlägen und Essensentzug gebrochen. Jetzt ist die junge Frau frei... doch ist sie das wirklich?

    Das Buch ist ganz stark. Es gehört zu den besten, das ich in letzter Zeit gelesen habe. Ich habe es hintereinander in einem Stück gelesen und war die ganze Zeit versucht, zum Ende zu blättern, weil ich es vor Spannung nicht aushalten konnte. Es ist in kurze Kapitel eingeteilt. Die Überschrift ist der jeweilige Name, aus dessen Sicht in dem Kapitel erzählt wird. Immer, wenn man denkt, man hat ein wenig von der Geschichte begriffen, erfolgt eine unerwartete Wendung und alles ist wieder anders. Alle Verdächtigen waren es nicht, alle eigentlich Unverdächtigen verhalten sich komisch. Das Ende bringt noch eine riesengroße Überraschung. Alles in allem bekommt das Buch von mir eine absolute Leseempfehlung und es ist jede Seite wert.
    Sauer, B: Hunger der Lebenden

    Sauer, B: Hunger der Lebenden (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    13.02.2019

    Sehr gute Fortsetzung

    1947. Der Krieg ist seit 2 Jahren zu Ende. Doch die Menschen leiden weiter. Ruinen, kaum zu essen, wenig zu trinken, Wohnungen sind Mangelware. Der Schwarzmarkt blüht. Friederike Matthée ist weiterhin bei der Weiblichen Polizei und wird zu einem Mordfall gerufen. Einer Frau wurde regelrecht das Gesicht weggeschossen und die Täterin steht mit der Pistole scheinbar direkt daneben. Eine junge Frau, die schon mehrfach mit dem Gesetz in Konflikt stand. Und die von der Toten zu Nazizeiten in ein Erziehungslager eingewiesen wurde. Doch sie leugnet hartnäckig die Tat.

    Mir hat auch der 2. Teil sehr gut gefallen. Okay, auf die Liebesgeschichte hätte ich verzichten können. Doch alles andere ist sehr lesenswert. Zum einen die beiden Fälle, die spannend sind. Noch mehr besticht das Buch für mich — obwohl ich das eigentlich bei Krimis nicht mag — mit der Nebenhandlung. Die exakte Beschreibung der Zeit und der Umstände, unter denen die Menschen leben musste, die Schwierigkeiten im Alltag, die Aufarbeitung des Krieges und die Nachwirkungen. Absolut lesenswert.

    Engman, P: Patriot

    Engman, P: Patriot (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    28.01.2019

    Aktuell

    Auch Schweden hat die gleichen Probleme mit den Flüchtlingen wie z. B. In Deutschland. Auch hier haben Menschen Angst. Das nutzt ein sogenannter Patriot aus, um gemeinsam mit zwei weiteren etwas zu tun. Im Glauben, sein Land und die Menschen zu retten. Und er nimmt sich als erstes die für ihn Lügenpresse vor und ermordet Journalisten, die sich für Toleranz und Flüchtlinge einsetzen.

    Das Buch ist sehr aktuell, erschreckend aktuell. Für mich sind manche Ängste der Menschen nachvollziehbar. Aber der Hass des sogenannten Patrioten richtet sich gegen die völlig falschen und ist völlig verblendet. Es ist erschreckend, dass die Gewalt so schnell und so rabiat ausartet und dass die Menschen nicht erkennen, wie sie ausgenutzt werden.
    Das Buch ist vom Stil her sehr gut lesbar. Die Geschichte an sich ist spannend. Allerdings macht sie auch einige Umwege und nicht immer konnte ich nachvollziehen, warum diese nötig sein sollten. Mir waren es in den Nebengeschichen ein paar Zufälle zu viel (z. B. dass sich August und der Täterkannten) und das Ende ein wenig zu kitschig. Doch das ist nicht so gravierend und das Buch eine interessante Neuentdeckung. Man merkt, dass der Autor das Schreiben beruflich gelernt hat, er ist gut darin.
    Jetzt gehörst du mir

    Jetzt gehörst du mir (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    25.01.2019

    Spannender Abschluss

    In Colchester werden drei männliche Leichen gefunden, sie sehen alle Phil Brennan ähnlich. Und sie haben Tarotkarten mit seinem Namen. Natürlich fährt Phil hin, um seinen Kollegen dort bei der Aufklärung zu helfen. Aber er kommt nie an. Seine Frau Marina und seine Kollegen machen sich auf die Suche nach ihm und stolpern dabei über immer mehr Leichen.

    Das Buch ist der Abschluss der Reihe um Phil und Marina. Es ist ein gelungener und spannender Abschluss. Viele Fäden aus der Vergangenheit, die lose waren, kommen jetzt zusammen. Man erfährt viel über die Vergangenheit der Frau, die Phil und Marina schon mehrmals mehr als nur nahe gekommen ist und für viel Leid gesorgt hat. Die Kapitel wechseln vom aktuellen Geschehen über Rückblenden auch zu den Gedanken der Frau. Das fand ich sehr interessant, denn dadurch klärt sich vieles auf. Im Mittelteil lässt die Spannung ein wenig nach, aber für mich war das kein Nachteil weil hier eben viele Sachen geklärt worden. Alles in allem bedaure ich es sehr, dass die Reihe nun zu Ende gegangen ist. Insgeheim hoffe ich eigentlich, dass es eine Fortsetzung geben wird. Phil und Marina sind einfach ein gutes Team.
    Stella

    Stella (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    23.01.2019

    Auch das ist Geschichte

    Der Schweizer Friedrich ist Anfang 20, als er Berlin einen Besuch abstattet. Es ist das Jahr 1942. Friedrich stammt aus einer reichen Schweizer Familie. Sein Vater verdient gutes Geld mit Stoffhandel, seine Mutter sah sich als Künstlerin und hatte wenig Liebe für ihren Sohn übrig Friderichs Kindheit war nicht besonders gut. Der Vater war wenig zu Hause und Friedrich erhielt die meiste Liebe von der jüdischen Köchin. In Berlin will er Stärke von den Deutschen lernen und trifft auf Kristin, eine junge Frau, die ihn bezaubert. Er wohnt in einem noblen Hotel und mit seinem Geld bekommt er auch in Kriegszeiten doch jedes Lebensmittel. Eines Tages steht Kristin vor seiner Tür: kahl rasiert, gefoltert. Und sie erklärt ihm, dass sie die Jüdin Stella ist und seine Hilfe braucht. Er hilft ihr ziemlich bedingungslos

    Das Buch ist nach einer Einführung in die Jugend von Friedrich in zwölf Kapitel eingeteilt, jeweils einen Monat des Jahres 1942. Am Kapitelanfang stehen jeweils die Ereignisse, die in diesem Monat stattgefunden haben. Oft folgen auch Auszüge aus den Verhörprotokollen beziehungsweise Zeugenaussagen von Stellas Prozessen. Und dann wird die Geschichte zwischen Stella und Friedrich erzählt. Das alles hat mehr den Anschein eines Protokolls. Kurze, sehr sachliche Sätze. Wenige bis fast keine Emotionen. Damit hatte ich meine Schwierigkeiten, weil so überhaupt nicht erklärt wurde, warum Stella was tat, wie ihre Gefühle waren und was sie darüber wirklich dachte. Alles war sehr emotionslos.
    Warum ich trotz dieser Kritik dem Buch eine so gute Bewertung gebe liegt daran, das ist zum einen sehr gut lesbar war. Zum anderen zeigt es eine Geschichte, die zumindest mir überhaupt nicht bekannt war und die mich zum Nachdenken und auch zum Weiterrecherchieren anregte. Das Buch wirft viele Fragen auf. Es enthält sich fast jeder Art Bewertung. Dem kann ich insofern zustimmen, weil ich nicht einschätzen könnte, wie man sich selbst in solchen Zeiten wirklich verhalten hätte, wie man nach Folter und Angst um die Eltern entschieden hätte. Ich glaube, aus heutiger Sicht in einem doch relativ sicheren Deutschland – ohne Krieg und Verfolgung - kann man zwar darüber reden, aber es nicht wirklich nachvollziehen
    Bauer, J: Affe an der Angel

    Bauer, J: Affe an der Angel (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    21.01.2019

    Teils - Teils

    Auf den ersten Blick ein sehr schönes Kinderbuch. Es ist in drei Geschichten eingeteilt: Fang, Marsch und Klopf. Und besticht vor allem durch die fantasievollen und wunderbaren Zeichnungen.

    Der kleine Darko lebt in der Stadt in einem Hochhaus. Er liebt Tiere, er liebt sein Tierlexikon und er hat eine schier unendliche Fantasie in dem Bereich. Als er im strömenden Regen nicht raus darf und statt dessen sein Zimmer aufräumen soll, kommt er auf die Idee, Regenwürmer zu studieren und diese aus dem Hochhaus aus dem 8. Stock zu angeln. Zumindest in seiner Fantasie.

    Was eigentlich gut ausgedacht ist, bereitet mir ein wenig Kopfschmerzen. Das Buch ist für „6 Jahre“ gedacht. In dem Alter bekommen die Kinder die Geschichten vorgelesen. Das geht ja noch ein wenig gut, denn da kann man als Erwachsener versuchen, gegenzusteuern. Doch ob das die Kinder auf Dauer erkennen, dass das Angeln aus dem Fenster nur in der Fantasie geschieht. Ich befürchte, dass sie es nachmachen wollen. Und wenn es Kinder sind, die allein lesen können und wollen – da ist niemand dabei, der warnen kann. Vielleicht bin ich übervorsichtig, doch mir kommen da so starke Bedenken.
    Benjamin, C: Unsterblichen

    Benjamin, C: Unsterblichen (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    04.01.2019

    Schön

    4 jüdische Geschwister gehen mehr aus Spaß und Neugier zu einer Wahrsagerin. Dort bekommt jedes der Kinder sein Todesdatum genannt. Erst nehmen sie es nicht ernst, doch je älter sie werden, desto mehr glauben sie daran. Und dann stirbt der Erste genau am vorausgesagten Tag...

    Die Geschichte ist schön, das hört sich erst mal komisch an, wenn es um vorhergesagte Tode geht. Und trotzdem hat das Buch viel Poesie. Es wird in Etappen erzählt. Zuerst die Geschichte von Simon, der auch als erster stirbt, dann immer jeweils der nächste. Dabei bekommt man mit, dass der vorausgesagte Tod zwar eigentlich nicht zwingend ist, wenn man daran glaubt aber schon. und jeder lebt sein Leben dementsprechend anders. Man beginnt automatisch über sein eigenes Leben nachzudenken.
    Adolfsson, M: Doggerland. Fehltritt

    Adolfsson, M: Doggerland. Fehltritt (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    04.01.2019

    Sehr gut

    Kommissarin Karen Eiken muss einen Mord aufklären. Doch nicht nur die Ermittlungen sind nicht einfach, ihr Chef, mit dem sie gerade eine Nacht verbracht hat, gehört zu den Verdächtigen. Denn die Tote ist seine Ex-Frau. Dazu kommt noch, dass sie von einigen Kollegen offen gemobbt wird. Und die Ermittlungen treten auf der Stelle....

    Doggerland ist der 1. Teil einer Triologie und das Buch ist sehr gut. Die Insel ist zwar komplett erfunden, trotzdem hat man nie das Gefühl von Unrealismus. Stattdessen hatte ich ziemlich schnell eine genaue Vorstellung davon und auch von den Menschen. Es ist sozusagen die große Gesellschaft nur im Kleinen. Der Stil hat mir gut gefallen. Es ist ein klassischer Krimi, über weite Strecken geht es um traditionelle Ermittlungsarbeit mit ein bisschen Privatem der Polizisten. Das Ende ist überraschend und gelungen. Alles in allem von mir eine Leseempfehlung und ich freue mich auf den 2. Teil.
    751 bis 775 von 904 Rezensionen
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