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    raschke64 Top 10 Rezensent

    Aktiv seit: 06. Januar 2017
    "Hilfreich"-Bewertungen: 71

    Bitte beachten Sie

    Wir können nicht sicherstellen, dass die Angaben von Verbrauchern stammen, die das Produkt tatsächlich genutzt oder erworben haben.

    892 Rezensionen

    Wir können nicht sicherstellen, dass die Angaben von Verbrauchern stammen, die das Produkt tatsächlich genutzt oder erworben haben.
    Schwarzwälder Morde

    Schwarzwälder Morde (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    18.05.2021

    Schwächer

    Im beschaulichen Kurort Bad Wildbach soll eine neue Ferienanlage gebaut werden. Das Problem ist nur, dass der Nachbar, ein Schnapsfabrikant, Teile seines Hauses auf das andere Grundstück gebaut hat. Der Streit eskaliert und geht soweit, dass ein Mann angeschossen wird. Gleichzeitig wird unweit des Ortes eine Moorleiche gefunden. Es stellt sich bald heraus, dass diese 150 Jahre alt ist. Trotzdem muss sich die Polizei um beide Fälle kümmern…

    Das Buch beginnt damit, dass sich die Kommissare in ihrem Polizeiposten langweilen. Leider muss ich sagen, dass das auch auf mich beim Lesen des Buches öfter zutraf. Es ist ein Regionalkrimi. Diese sind nicht unbedingt bekannt dafür, dass sie hochspannend sind. Aber selbst, wenn ich diesen Maßstab ansetze, fand ich diesen Krimi eher lahm. Die Teile um die Moorleiche waren auch nicht dazu angetan, die Spannung zu steigern. Letztendlich fand ich die Gründe für die Taten auch nicht wirklich überzeugend. Im Buch wird auch viel im Dialekt geschrieben, doch damit hatte ich keine Probleme. Alles in allem fand ich das Buch um einiges schwächer als der Vorgänger in dieser Reihe.
    Die Toten vom Gare d'Austerlitz

    Chris Lloyd
    Die Toten vom Gare d'Austerlitz (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    18.05.2021

    Zu viel gewollt

    14.6.1940. Die Nazis marschieren in Paris ein. Gleichzeitig werden auf einem Güterbahnhof in einem Waggon vier Leichen gefunden. Es sind Polen und sie wurden vergast. Inspektor Eduard Giral untersucht das Ganze. Trotz der neuen Beschränkungen und der verschiedenen zuständigen Behörden versucht Giral, die Morde aufzuklären.

    Das Buch ist als Kriminalroman deklariert. In meinen Augen ist das falsch. Denn der Kriminalfall bildet eigentlich nur den Anfang und das Ende des Buches. Gerade am Ende scheint es fast so, als müsste noch schnell ein Täter gefunden werden. Obwohl die Sache eigentlich inzwischen uninteressant ist. Und bis dahin auch nicht wirklich spannend. Der Zeitrahmen allerdings ist interessant gewählt. Mit der Übernahme von Paris durch die Deutschen entsteht kurzzeitig eine Art Vakuum. Egal, ob Wehrmacht, Gestapo, SD oder wer auch sonst, jeder behauptet, dass nur er das Sagen hat. Die vielen unterschiedlichen Interessen sind sehr verwirrend, wenn man sich nicht im Detail damit auskennt. Für mich war Giral als Hauptperson nicht wirklich authentisch und überzeugend. Gerade in den ersten Tagen wird er quasi gefühlt stündlich zusammengeschlagen. Oder er schlägt jemanden zusammen. Oft war die Gewalt sehr plötzlich und für mich nicht immer erklärbar, trotz seiner Vergangenheit, mit der er immer noch schwer zu kämpfen hat. Eigentlich hätte er kaum noch laufen können nach den vielen Verletzungen und trotzdem rennt er andauernd durch die Straßen. Alles in allem ist mein Fazit, dass in dem Buch zu viel gewollt wurde. Der Autor hat sich nicht für einen reinen Krimi entschieden, aber auch nicht für einen reinen Roman. Für mich keine gute Entscheidung.
    Herzberg, T: Nasses Grab (Zwischen Mord und Ostsee - Küstenk

    Herzberg, T: Nasses Grab (Zwischen Mord und Ostsee - Küstenk (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    18.05.2021

    Noch ausbaufähig

    Die Leiche eines jungen Mannes wird gefunden. Kurz vor Eröffnung der Urlaubssaison an der Ostsee ist das so ziemlich das Ungünstigste, was passieren sollte. Großer Druck lastet auf den beiden neuen Ermittlern Ina und Jörn. Die Begeisterung der beiden hält sich in Grenzen, denn sie kennen sich näher, als ihnen lieb ist. Doch nach und nach werden sie sich einig und beginnen, seriös zu ermitteln.

    Der Autor selbst bezeichnet sein Buch als leichte Kost. Genau so würde ich das auch einschätzen. Es ist routiniert geschrieben und bezieht die Umgebung an der Ostsee mit ein. Mir persönlich fehlte allerdings über weite Strecken die Spannung. Die Situation der neuen Mordkommission und im Kommissariat erschien mir ziemlich gekünstelt. Insgesamt war es mir auch zu wenig Krimi und viel zu viel persönlicher Kram, der mit dem eigentlichen Fall nicht wirklich viel zu tun hatte. Alles in allem hat die geplante Reihe definitiv noch viel Luft nach oben. Ich habe mich noch nicht entschieden, ob ich eine Fortsetzung lesen möchte.
    Die Verlorenen

    Die Verlorenen (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    11.05.2021

    Der kaukasische Kreidekreis in London

    Die junge Bess bekommt ein Kind. Der Vater ist verheiratet, was sie nicht weiß, und sie wird nach einem „One night stand“ Mutter. Da sie mit ihrem Bruder und ihrem Vater von der Hand im Mund lebt, gibt sie das Kind in einem Waisenhaus ab. Clara soll es dort besser haben. Sechs Jahre lang spart Bess darauf, dass sie ihre Tochter zurückholen kann. Als sie jedoch im Waisenhaus deswegen vorspricht, muss sie erfahren, dass jemand anderes ihre Tochter abgeholt und sich als deren Mutter ausgegeben hat.

    Das Buch hat ein wunderschönes Cover, das im ersten Moment gar nicht so zum Inhalt des Buches zu passen scheint. Doch wenn man genau hinsieht, erkennt man viele Dinge, die im Buch erwähnt werden. Rein inhaltlich geht es darum, wer die bessere Mutter ist. Die Frau, die das Kind geboren hat, es aber nicht aufziehen konnte. Oder die Frau, die nicht die leibliche Mutter ist, die es aber erzogen und versorgt hat. Gut beschrieben sind die Verhältnisse in London des 18. Jahrhunderts. Speziell die Teile, in denen das Kind abgegeben wird beziehungsweise geholt werden soll, sind sehr anrührend. Die bittere Armut der größten Teile der Bevölkerung ist nachvollziehbar. Der Gegensatz dazu in einem adligen Haus mit einer sehr speziellen Frau ließ mich oft etwas fassungslos lesen. Auch wenn später beschrieben wird, warum die Frau so eigenartig ist, erklärt sich damit nicht alles. Besonders das Ende ist dann absolut unrealistisch. Aus diesem Grund gibt es für das Buch von mir nur eine durchschnittliche Bewertung.
    Der gekaufte Tod

    Stephen Mack Jones
    Der gekaufte Tod (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    11.05.2021

    Überrascht

    August Snow kehrt nach über einem Jahr nach Detroit zurück. Er zieht in das Viertel seiner Kindheit Mexicantown. Vor einem Jahr hat er 12 Millionen Dollar von der Stadt bekommen als Abfindung. Nicht lange noch seiner Rückkehr wird er von der Chefin einer Bank zu einem Gespräch eingeladen. Kurze Zeit später ist sie tot. Selbstmord. Doch Snow glaubt nicht daran und setzt etwas in Gang, das sehr gefährlich für ihn und sein Umfeld wird.

    Mich hat das Buch überrascht. Anfangs bin ich nur schwer reingekommen. Mich störten der Stil und die Sprache. Nach einiger Zeit allerdings merkte ich davon nichts mehr. Ich kann nicht einmal sagen, ob ich mich daran gewöhnt hatte oder ob sich das im Laufe des Buches änderte. Was so harmlos losging, wurde im Laufe des Buches sehr spannend und teilweise abenteuerlich. Snow war mir anfangs nicht sehr sympathisch, doch auch das änderte sich im Laufe der Geschichte. So wurde das Ganze noch zu einem richtig guten Buch. Das Einzige, was mir nicht gefiel, war, dass alle handelnden Personen und Figuren zuerst mit ihrer ethnischen Herkunft vorgestellt wurden. Alles in allem gibt es von mir eine Leseempfehlung.
    Nordwesttod

    Svea Jensen
    Nordwesttod (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    05.05.2021

    Solide und gut

    Aufgrund privater Probleme kommt die Kommissarin Anna Wagner von München nach Kiel. Als in St. Peter Ording eine junge Frau vermisst wird, nimmt sie in der dortigen Polizeistelle die Arbeit auf. Die Zusammenarbeit mit den Kollegen ist ziemlich gut, denn der Dienststellenleiter Hendrik Norberg unterstützt sie sehr. Die Suche nach der jungen Frau gestaltet sich schwierig, denn ihre Familie lügt offensichtlich.

    Nordwesttod ist der erste Teil eine Reihe über eine SOKO in St. Peter Ording. Das Buch ist ein solider Krimi, ich würde ihn als Regionalkrimi bezeichnen. Er ist gut lesbar. Man erfährt sehr viel über die einzelnen Leute bei der Polizei beziehungsweise auch im Umfeld der Kriminalisten. Ebenfalls viel erfährt man über die Landschaft und die Ortschaften. Da ich dort bereits einmal Urlaub gemacht habe, habe ich vieles wiedererkannt und fühlte mich irgendwie auch heimisch. Die Ermittlungen wurden realistisch beschrieben. Und die Spannung war nicht extrem hoch, doch das störte mich nicht so sehr, weil alles andere nachvollziehbar war. Der zweite Teil der Reihe ist bereits angekündigt und ich werde ihn auf jeden Fall lesen.
    Die kleine Bücherei in der Church Lane

    Rachael Lucas
    Die kleine Bücherei in der Church Lane (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    03.05.2021

    Warmherzig

    Lucy ist Lehrerin in Brighton. Sie steht komplett unter Stress und hat außer ihrer Arbeit fast kein Privatleben mehr. Nach einem Zusammenbruch rät der Arzt dringend dazu, dass sie sich längere Zeit ausruht. Deshalb fährt sie in ein kleines Dorf in den Cotswolds. Eigentlich wollte sie nur ihre Ruhe haben, doch ganz schnell wird sie in das komplette Dorfleben integriert.

    Das Buch hat mich positiv überrascht. Ich hatte erwartet, dass es so ein typisches 0-8-15-Buch ist aus dem Genre. Man weiß nach Seite 3 bereits, wie es ausgehen wird. Das trifft hier zu mindestens für das Ende zu. Dazwischen allerdings entpuppt sich das Buch als sehr warmherzig und mit doch sehr viel Tiefgang. Da steht eine alte Frau im Mittelpunkt, die selbstbestimmt leben will. Mit allen Problemen, die das für ihre Kinder und sie selber hat. Da steht ein Dorf im Mittelpunkt, das noch sehr viel auf gegenseitige Nachbarschaft hält. Mit allen Vorteilen, aber auch den Nachteilen, dass jeder quasi alles voneinander weiß. Da steht aber auch eine Vergangenheit im Mittelpunkt, die den zweiten Weltkrieg betrifft und die Rolle der Frauen bei der Verteidigung. Das alles ist wunderbar miteinander gemischt und ein sehr großes Lesevergnügen. Ein Buch, dass zwar für das Genre die typischen Eigenschaften hat, trotzdem aber herausragt.
    Verhängnisvolles Lavandou

    Remy Eyssen
    Verhängnisvolles Lavandou (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    03.05.2021

    Gute Fortsetzung der Reihe

    Ein zehnjähriges Kind wird misshandelt und missbraucht. 25 Jahre später wird am Strand von Lavandou erneut ein misshandelter und missbrauchter Junge in Mädchenkleidern gefunden. Die Polizei ermittelt. Doch dann beginnt eine Mordserie gegen verschiedene Unternehmer des Ortes. Leon Ritter hat seine eigene Theorie über das Ganze…

    Das Buch ist eine gelungene Fortsetzung der Reihe. Wie immer geht es auch um die Familie von Leon und Isabelle, verschiedener Bewohner des Ortes und Angehörige der Polizei. Der Fall selbst ist relativ aktuell und interessant beschrieben. Als Leser weiß man allerdings schon ab der ersten Seite, um was es gehen wird. Auch wenn zwischendurch ab und zu eine kleine Überraschung eingebaut ist, weiß man, was einem erwartet. Das mindert für mich etwas die Spannung. Trotz allem ist es wieder eine gute Beschreibung von Land und Leuten und im besten Sinne ein Regionalkrimi.
    Der Abstinent

    Der Abstinent (Buch)

    2 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    03.05.2021

    Zutiefst ratlos

    Manchester 1877. 3 Iren werden gehängt. Sie gehören zu den Unabhängigkeitskämpfern. Der Ire James O‘Connor ist bei der englischen Polizei. Ursprünglich stammt er aus Dublin, nach dem Tod seiner Frau und seines Kindes verfällt er allerdings dem Alkohol. Sein Chef schickt ihm deshalb nach Manchester - seine letzte Chance, in der Polizei zu verbleiben. Dort hält er sich unter den in Manchester lebenden Iren einige Spitzel. Aus Amerika kommt Stephen Doyle, um die Freiheitsbewegung zu unterstützen. Sein primäres Ziel allerdings ist, den Bürgermeister von Manchester zu ermorden. Bei dieser Aktion allerdings ist O’Connor anwesend, sein Polizeikollege stirbt dabei. Doyle kann fliehen, O’Connor kommt ins Gefängnis.

    Das Buch lässt mich zutiefst ratlos zurück. Positiv ist zu erwähnen, dass die Anfangsseiten zwar aufgrund der vielen handelnden Personen ein wenig unübersichtlich sind und man sich in das Geschehen erst hineinlesen muss. Danach allerdings ist es gut lesbar. Kurze Sätze, viele Dialoge. Es fehlt zwar etwas die Spannung. Doch das Buch ist nicht als Krimi angekündigt, sondern als Roman. Und dafür geht es für mich in Ordnung. Inhaltlich allerdings weiß ich gar nichts damit anzufangen. Alles wird nur angerissen. Gerade am Anfang hat man das Gefühl, der Autor steht der irischen Freiheitsbewegung absolut negativ gegenüber. Allerdings hatte ich auch nicht das Gefühl, dass er Sympathie für seinen Haupthelden bei der englischen Polizei hat. Auch der weitere Fortgang der Geschichte lässt mich immer wieder fragen: Was will der Autor mir damit sagen? Ich konnte mir die Frage bis jetzt nicht beantworten. Das Ende allerdings hat mich dann etwas wütend gemacht. Ich habe überhaupt nicht verstanden, was es sollte. Möglicherweise liegt es an mir. Trotzdem kann ich leider das Buch so nicht weiterempfehlen.
    Der Donnerstagsmordclub

    Der Donnerstagsmordclub (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    03.05.2021

    Miss Marple mal vier

    Ein ehemaliges Kloster ist jetzt eine Art Altersheim. Um es korrekt zu sagen, es ist eine gehobene Seniorenresidenz, deren Mitbewohner im Arbeitsleben zumeist berühmte Persönlichkeiten waren oder spezielle Berufe hatten. Jetzt beteiligen sie sich an verschiedenen Unternehmungen, denn der Tag in der Residenz ist mehr als ausgefüllt. Unter anderem haben sie auch einen Donnerstagsmordclub. Gegründet, um zu versuchen, alte Fälle aufzuklären. Der zur Residenz gehörende alte Friedhof soll plattgemacht werden. Während sich die Senioren noch dagegen wehren, geschieht direkt vor ihren Augen einen Mord. Und natürlich lässt das denn Donnerstagsmordclub nicht ruhen.

    Das Buch hat von allem ein bisschen. Es ist ein Krimi der speziellen Art. Nicht direkt regional, aber in die Richtung angelehnt. Es ist aber auch das, was ich so als typisch schrägen britischen Humor bezeichnen würde. Gleichzeitig ist es aber auch eine Studie von Menschen im hohen Alter. Diese Mischung macht das Buch zu etwas besonderem. Krimiliebhaber werden vermutlich bemängeln, dass es nicht so wirklich spannend ist. Ehrlich gesagt, war es mir völlig egal, wer der Mörder ist und warum. Die Beschreibung drumherum fand ich viel interessanter und teilweise richtig witzig. Ich habe mich über die treffenden Bemerkungen und Beschreibungen oft köstlich amüsiert. Das ist auch der Grund, warum ich eine Leseempfehlung ausspreche.
    Girl A

    Girl A (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    19.04.2021

    Heftig

    Alexandra, genannt Lex, ist 15. Sie ist komplett unterernährt, völlig verdreckt und dem Tode nah, als sie auf einer Straße aufgefunden wird. Sie konnte aus dem Haus ihrer Familie fliehen. Dort war sie über längere Zeit zusammen mit ihren Geschwistern eingesperrt. Ihr Vater war in einer Art religiösen Wahn verfallen, die Mutter hat sich dem nicht widersetzt. Auch der ältere Bruder wollte nicht wirklich helfen. Nach der Flucht bringt sich der Vater um, die Mutter kommt ins Gefängnis und die überlebenden Kinder werden auf verschiedene Familien aufgeteilt und teilweise adoptiert.

    Das Buch ist inhaltlich sehr heftig. Die Geschichte wird aus Sicht von Lex, in der Öffentlichkeit Girl A genannt, erzählt. Man erfährt, was nach ihrer Flucht passiert ist. Die Geschichte wird in verschiedenen Kapiteln erzählt, in denen es sich jeweils um ein bestimmtes Geschwisterteil handelt, alles in der Gegenwart und in Rückblenden. So erfährt man erst nach und nach, was wirklich passiert ist. Das ist gut gewählt, denn die Geschehnisse sind extrem aufwühlend und schwer verständlich. Normalerweise sind Eltern dazu da, ihre Kinder zu schützen und ein gutes Aufwachsen zu ermöglichen. Doch diese Eltern sind einfach nur der Horror. Als Leser kann man auch verfolgen, wie schwer es für die überlebenden Kinder ist, später ein normales Leben zu führen. Eigentlich ist es fast unmöglich und jeder schleppt einen Riesenrucksack von Problemen aus der Kinder- und Jugendzeit mit sich herum. Es ist ein Buch, dass zwar gut lesbar ist, dass einen aber noch lange beschäftigt.
    Die Wahrheit der Dinge

    Markus Thiele
    Die Wahrheit der Dinge (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    19.04.2021

    Interessante Ansichten

    Frank Petersen ist Richter. Er hat eine feste Meinung zu seinen Entscheidungen. Doch in den letzten zwei Jahren wurden vier seiner Urteile vom übergeordneten Gericht angezweifelt und zurückverwiesen. Das ist für ihn schwierig. Außerdem ist seine Frau der Meinung, dass sie eine Auszeit braucht, und verlässt ihn. In dieser Krise beginnt Frank, über sich und seine Entscheidungen nachzudenken, und es kommen Zweifel auf.

    Das Buch hat mich überrascht, und zwar sehr angenehm. Es bezieht sich auf zwei wahre Rechtsfälle, die im Buch allerdings nur Anstoß geben und zu einer völlig anderen Geschichte verarbeitet wurden. Mir hat zum ersten der Stil gut gefallen. Er ist angenehm zu lesen und verfällt nicht in Juristendeutsch. Ebenfalls gut gefallen hat mir, dass es hier keine eindeutige Wahrheit gibt. Natürlich erkennt man, dass der Autor bestimmte Ansichten vertritt. Aber er lässt durch das Auftreten der verschiedenen Personen: des Richters, der Ehefrau, einer Betroffenen, verschiedene Ansichten auf die Fälle zu und überlässt es dem Leser, eine endgültige Entscheidung für sich selbst zu treffen. Außerdem gibt das Buch unheimlich viele Anregungen, um sich eigene Gedanken zu machen. Es ist ein interessanter Einblick in hinter Rechtsfälle und hinter die Personen, die die Entscheidung dazu treffen.
    Höllenkind

    Veit Etzold
    Höllenkind (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    12.04.2021

    Anders als sonst

    In Rom wird eine Hochzeit gefeiert, uralter römischer Adel verbindet sich in der sixtinischen Kapelle. So war es jedenfalls gedacht, doch die Braut stirbt noch vor dem Ja-Wort qualvoll. Und sie wird nicht die einzige in der Familie bleiben. Gleichzeitig wird in Berlin Clara aufgrund des letzten schlecht gelaufenen Falls zeitweilig vom Dienst beurlaubt und fährt mit ihrer Freundin nach Florenz. Dort wird sie von der Polizei kontaktiert wegen eines Falles und der Zusammenarbeit in der Vergangenheit. Und so ermitteln Clara und später auch McDeath – nicht wirklich offiziell.

    Ich mag die Reihe um Clara sehr und habe auch alle Bücher gelesen. Höllenkind weicht ein bisschen von den vorherigen Thrillern ab. Es ist eindeutig weniger spannend. Und auch viel weniger blutig/grausam. Interessant war für mich die Historie, die Zusammenhänge mit Dantes göttlicher Komödie und die Beschreibung von Florenz und Rom. Ich bekam Lust, nach Italien zu fahren. Es war irgendwie teilweise mehr Reiseführer als Thriller. Und es war mir auch ein bisschen zu viel Verweis auf die vorherigen Bücher. Alles in allem ist es aber immer noch gut lesbar und ich werde auf jeden Fall die Fortsetzung der Reihe verfolgen.
    So wie du mich kennst

    Anika Landsteiner
    So wie du mich kennst (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    12.04.2021

    Lesenswert

    Karla und Marie sind Schwestern und sie sind ihr ganzes Leben lang extrem eng verbunden. Dabei lebt Karla weiterhin in Franken in der Heimat und Marie ist Fotografin in New York. Auch auf die Entfernung hin verstehen sie sich blendend. Doch Marie stirbt bei einem Unfall und Karla löst ihre Wohnung auf. Dabei bekommt sie immer mehr Fragen, ob sie ihre Schwester wirklich gut kannte.

    Das Buch ist sehr lesenswert. Eine einfache direkte Sprache erzählt von einem Schwesternpaar und deren Familien. Es geht vor allem darum, wie Karla ihre Gefühle äußert beim Auflösen der Wohnung. Die Geschichte davor wird immer wechselseitig aus Sicht von Karla und Marie erzählt. Das geschieht sehr warmherzig und als Leserin kann man es völlig nachvollziehen. Wohl jeder hat so etwas ähnliches schon einmal erlebt und hat sich die gleichen Fragen gestellt. Und wie oft staunt man, dass man die Angehörigen dann doch nicht so genau kennt, wie man eigentlich denkt.

    Zwei kritische Anmerkungen von mir, die allerdings nicht in die Punktezahl bei der Bewertung eingeflossen sind:
    Zum einen empfand ich das Cover als sehr altmodisch. In der Geschichte geht es um moderne Frauen in der Gegenwart, auf dem Foto wirkt es wie in den fünfziger oder sechziger Jahren mit dem entsprechenden Rollenbild.
    Die zweite Anmerkung betrifft den Hinweis des Verlages auf den ersten Seiten, dass der Roman geschrieben wurde, bevor es COVID-19 gab. Ehrlich gesagt, weiß ich nicht, was das soll. Hält man die Leserinnen für so blöd, dass sie dies nicht von allein erkennen? Und soll zukünftig in jedem Buch stehen, dass es vor, mitten oder nach COVID geschrieben wurde?
    Wo wir Kinder waren

    Kati Naumann
    Wo wir Kinder waren (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    12.04.2021

    Schöne (Familien)Geschichte

    Sonneberg im Thüringer Wald 1910. Albert Langbein gründet eine kleine Spielzeugmanufaktur. Nach und nach entwickelt sich das Familienunternehmen und für ganz kurze Zeit gehören sie sogar zu den Reichen des Ortes. Doch zwei Weltkriege, der Börsencrash, die Nazis und später die Enteignung in der DDR bringen das Familien Unternehmen immer wieder in Schwierigkeiten. Doch irgendwie geht es Generation um Generationen bis in die Gegenwart weiter.

    Das Buch ist eine sehr schöne Familiengeschichte. Zum einen wird ab dem Jahr 1910 bis in die Gegenwart die Geschichte einer Familie und eines Unternehmens erzählt. Parallel dazu erfährt man unheimlich viel über die Entwicklung des Spielzeugbaus, von Puppen über Plüschtiere bis zu Eisenbahnen. Es wird in verschiedenen Zeitebenen erzählt. Da sind die Nachfahren, die in heutiger Zeit das alte Haus und Grundstück ausräumen. Von Zimmer zu Zimmer arbeiten sie sich vor und in jedem Zimmer werden Erinnerungen an eine Kindheit geweckt. In den Rückblenden wird dann parallel die Geschichte der Firma erzählt. Auch ich hatte beim Lesen des Buches viele Kindheitserinnerungen, denn in meinem Kinderzimmer standen ebenfalls Spielzeuge aus Sonneberg. Mir hat in dem Buch besonders gut gefallen, da es relativ wenig bewertet und verurteilt. Es wurden die Gründe für verschiedene Entscheidungen aufgezeigt und als Leser kann man sich selbst ein entsprechendes Urteil dazu bilden. Das empfand ich als sehr angenehm. Ich kann auf jeden Fall für das Buch eine Leseempfehlung aussprechen.
    Die Bildhauerin

    Pia Rosenberger
    Die Bildhauerin (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    09.04.2021

    Da war mehr möglich

    Camille Claudel ist 17, als sie endlich mit ihrer Familie nach Paris kommt und dort ein Kunststudium an einer Privatakademie aufnimmt, die auch Frauen zulässt. Sie will unbedingt Bildhauerin werden. Zur damaligen Zeit für eine Frau fast unmöglich. Doch sie kämpft sich durch und irgendwann wird der berühmte Bildhauer Auguste Rodin auf sie aufmerksam. Anfangs ist er nur ihr Lehrer, später werden sie ein Liebespaar.

    Das Buch beschreibt die Geschichte der Künstlerin Camille Claudel bis fast zum Ende ihrer Beziehung mit Auguste Rodin. Ihre Kindheit wird geschildert, besonders ihre schwierige Beziehung zu ihrer Mutter. Das alles ist gut lesbar und auch interessant. Ich habe bedauert, dass es keine Fotos in dem Buch gibt. Gerade, wenn eine Künstlerin beschrieben wird, wäre das zur Vertiefung in meinen Augen gut. Ebenfalls bedauert habe ich das Ende des Buches. Es bricht ab, als die Beziehung zwischen den beiden Künstlern nicht mehr lange halten wird. Bis dahin ist Camille eine relativ starke Frau, die um ihren Beruf und ihre Freiheit kämpft. Dass sie am Ende den Kampf verlieren wird, dass ihre Familie sie für Jahre in Nervenheilanstalt bringen wird, erfährt man als Leser aus dem Buch leider nicht. Ich finde aber, das gehört unbedingt zu ihrer Geschichte dazu. Denn den Großteil ihres Lebens verbringt sie leider nicht mehr als starke Frau und in Freiheit. Für mich ist damit das Buch sehr unvollständig. Hier wäre mehr möglich gewesen.
    Die Kannenbäckerin

    Annette Spratte
    Die Kannenbäckerin (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    31.03.2021

    Empfehlenswert

    Der 30-jährige Krieg wütet in Deutschland. Neben dessen Folgen wütet ebenso die Pest. Johanna ist 13, als sie in relativ kurzer Zeit ihre gesamte Familie durch die Pest verliert. Sie will sich zu einem unbekannten Onkel durchschlagen, als ihre Nachbarin sie für die Reise als Junge verkleidet. Unterwegs muss sie trotzdem einige Abenteuer bestehen, aber sie merkt auch, dass sie als Junge viel mehr Freiheiten hat. Deshalb bleibt sie bei ihrem Onkel und dessen Familie dabei, dass sie „Johann“ ist. Ihr Onkel übt das Töpferhandwerk aus und Johann/a ist daran sehr interessiert und erlernt es neben vielen anderen Sachen.

    Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Anfangs dachte ich, es wird eines der üblichen Bücher – starke Frau/Mädchen, die alles kann und nicht auffällt. Und gerade in der ersten Zeit fand ich es nicht ganz reell, dass Johanna als Junge mit relativ wenig Fehlern und Auffälligkeiten durchkam. Doch nach und nach wurde das Ganze realistischer und glaubhafter. Gut gelungen fand ich die Schilderung der Dorfgemeinschaft und vor allem des Töpferhandwerks im Mittelalter. Interessante Techniken und eine so ganz andere Herangehensweise an vieles. Ebenso die strengen Unterschiede der Arbeiten von Mann und Frau. Und der Schrecken des Krieges. Das alles ist gut lesbar beschrieben und ist damit für viele empfehlenswert: Leute, die sich historisch interessieren, die einfach mal gut schmökern wollen, die Unterhaltung mit Tiefgang erwarten.
    Madsack, S: Enriettas Vermächtnis

    Madsack, S: Enriettas Vermächtnis (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    31.03.2021

    Etwas ratlos

    Die erfolgreiche argentinische Autorin Enrietta da Silva verstirbt hochbetagt, aber auch steinreich in der Schweiz. Der Testamentsvollstrecker bringt zwei Menschen bei, dass sie ein unheimlich hohes Vermögen erben werden. Da ist zum einen Emilio, ein ebenfalls gut betuchter plastischer Chirurg aus Buenos Aires, der Heimat von Enrietta. Da ist zum anderen Jana, eine österreichische Schauspielerin, die nach einem Unfall nicht mehr selbst auf der Bühne stehen kann, und die so etwas wie eine Art Ersatztochter von Enrietta war. Als alles scheinbar ganz klar zu sein scheint, taucht plötzlich Armando da Silva auf, Enriettas leiblicher Sohn, der offenbar eine kriminelle Laufbahn eingeschlagen hat.

    Mich lässt das Buch etwas ratlos zurück. Was wollte die Autoren mir eigentlich sagen? Allein nach der rechtlichen Konstellation wäre das Buch in der Mitte zu Ende gewesen und ich habe nicht verstanden, wieso sich das Ganze noch so lange hinziehen musste. Da wird immer von großen Familiengeheimnissen gesprochen, aber so richtig ein Geheimnis konnte ich nicht erkennen. Das alles hat mich zunehmend eher genervt. Denn eigentlich war das Buch gut lesbar. Die Autorin hat eine klare, sehr angenehme Sprache, sie drückt sich sehr gewählt aus. Das empfinde ich als Leser sehr angenehm. Und somit bedaure ich, dass rein inhaltlich unheimlich viel Potenzial vergeben wurde.
    Blütengrab

    Blütengrab (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    29.03.2021

    Guter Krimi

    1993, die Wende ist gerade erst gewesen und der Umbruch in der ehemaligen DDR ist noch in vollem Gange. In einem kleinen Ort in Mecklenburg wird in einem Wald eine Mädchenleiche gefunden. Eine eigenartige Rune ist in die Stirn eintätowiert. Ulrike Bandow untersucht den Fall und bekommt, anfangs gegen ihren Willen, einen neuen Kollegen zugeteilt. Ingo Larssen ist Wessi und hat seine ganz eigenen Gründe, warum er sich in diesen Teil von Ostdeutschland versetzen lässt

    Ich würde das Buch nicht als Thriller bezeichnen, sondern als einen grundsoliden und guten Krimi. Für einen Thriller fehlt mir vor allem am Anfang die Spannung. Das heißt aber nicht, dass das Buch langweilig ist. Im Gegenteil. Mir hat gefallen, dass sehr ausgewogen versucht wird, die Situation zu dieser Zeit in Ostdeutschland darzustellen. Auch wird sehr differenziert beurteilt, warum einzelne Personen welche Taten unternehmen. Es gibt in erster Linie ganz normale Ermittlungsarbeit. Die beiden zu unterschiedlichen Kriminalisten finden gut zueinander. Private Probleme spielen zwar in den Fall hinein, stehen aber nicht ausschließlich im Vordergrund. Von mir gibt es auf jeden Fall eine Leseempfehlung.
    Fertig ist die Laube

    Renate Bergmann
    Fertig ist die Laube (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    29.03.2021

    Renate im Beet

    Gunter, der Lebensgefährte von Renates Freundin Gertrud, wird an der Bandscheibe operiert und fällt für mehrere Monate aus mit Krankenhaus und Reha. Dumm nur, dass er in einer Gartenkolonie einen Schrebergarten besitzt. Gertrud hat voreilig zugesagt, sich um den Garten zu kümmern. Natürlich geht das nicht ohne Renate, und so sind beide Damen über mehrere Monate in den zwei Gärten von Gunter tätig. Erst einmal muss entrümpelt werden und dann kümmern sie sich um die Pflege und Bepflanzung.

    Für mich war dieser Teil der Renate Bergmann-Reihen eher Durchschnitt. Es fehlte irgendwie der Witz. Es ist routiniert geschrieben und gut lesbar, aber oft kam ich mir eher vor, als würde ich einen Gartenratgeber/-lehrbuch lesen mit anschließenden Rezeptideen. Das Pfiffige fehlte mir ganz. Dabei gab es dieses Mal gar nicht so viele Wiederholungen auf die vorherigen Bücher. Aber trotzdem war es für mich kein besonderes Highlight.
    Könnt ihr mal das Segel aus der Sonne nehmen?

    Johannes Erdmann
    Könnt ihr mal das Segel aus der Sonne nehmen? (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    29.03.2021

    Segeln mal anders

    Johannes und Cati haben einen Katamaran und arbeiten als Charterskipper auf den Bahamas. In dem Buch erzählen sie Geschichten, die sie in den drei Jahren mit ihren Gästen erlebt haben. Das Ganze ist recht nett beschrieben. Ab und zu musste ich schmunzeln, vieles war ganz interessant zu lesen. Als Teilnehmer an Gruppenreisen waren viele Sachen für mich gar nicht so ungewohnt. Ich glaube, jeder Reiseleiter, egal ob zu Land oder zu Wasser, wird ähnliches erzählen können. Das ist in dem Buch wie in einem Schulaufsatz – allerdings einem sehr gut gelungenen – aufgereiht. Die kurzen Kapitel lesen sich gut weg und behandeln unterschiedliche Themen, Wobei auch auf ernstere Themen, wie Umweltverschmutzung oder Tierschutz, eingegangen wird. Ich habe allerdings sehr bedauert, dass das Buch nur sehr wenige Fotos auf und im Einband beinhaltet. Der Verlag ist eigentlich bekannt dafür, dass seine Bücher sehr gute Fotos enthalten. Die fehlten mir hier vor allem als Illustration für viele Beschreibungen. Mein Fazit: das Buch ist gut lesbar und unterhält, mehr allerdings dann auch nicht.
    Als wir uns die Welt versprachen

    Als wir uns die Welt versprachen (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    15.03.2021

    Berührend menschlich

    Edna ist hochbetagt und lebt zusammen mit dem fast gleichaltrigen Papagei Emil in Südtirol. Sie lebt allein in ihrem Haus und beschäftigt sich fast nur mit ihrem Garten und dem wöchentlichen Lesen der Zeitschrift Stern. Adele, die im Ort einen kleinen Laden besitzt, versorgt sie mit Lebensmitteln. Zusammen mit ihrem Mann Max versuchen sie, die alte Dame in ein Seniorenheim zu bringen. Adele, weil sie sich ernsthaft Sorgen um Edna macht. Max, nicht ganz uneigennützig, denn Edna hat viel Geld geerbt. Da entdeckt Edna in einer Zeitschrift das Bild von Jacob, der einen Unfall hatte. Und sie entdeckt darin ihren Jugendfreund, der mit ihr zusammen auf einem schwäbischen Bauernhof schwerste Arbeit verrichten musste. Sie beschließt, sich auf den Weg zu Jakob zu machen, um ein altes Versprechen einzulösen…

    Die Geschichte ist zu tiefst berührend und menschlich. Sie wird in zwei Zeitebenen erzählt. Aktuell geht es um Edna und Emil, die sich auf den Weg nach Schwaben begeben. Dabei nutzt Edna eine uralte Karte von früher und hält sich so nah wie möglich an diesen alten Plan. Das kann natürlich nicht funktionieren, denn einerseits hat sich vieles in den vielen Jahren verändert, andererseits verliert Edna gleich zu Beginn ihrer Reise die Papiere und das Geld. So ist sie darauf angewiesen, dass ihr unterwegs Menschen helfen. Das passiert auch immer, auf sehr unterschiedliche Art und Weise. So lernt sie viele Leute kennen und erzählt dabei auch die Geschichte der Schwabenkinder. Unter welchen unmenschlichen Bedingungen sie arbeiten mussten, wie sie von ihren Familien aus Not verkauft wurden, wie sie oft missbraucht und misshandelt wurden. Das waren furchtbare Zustände. Das Buch beschreibt sie sehr eindrücklich und sehr stark. Man darf das einfach nicht vergessen. Gleichzeitig gibt es Buch auch Hoffnung. Ein uraltes Versprechen wird eingelöst, dabei geht es um Werte wie Freundschaft, Tierwohl oder Erhalt der Natur. Mir hat das Buch sehr gut gefallen.
    Was wir scheinen

    Was wir scheinen (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    15.03.2021

    Ohne Vorkenntnisse: schwierig

    1975: Hannah Arendt fährt wiederholt für einen Urlaub in die Schweiz. Auf der Reise dorthin und auch in dem kleinen Dorf kommen immer wieder Erinnerungen an ihr Leben, ihre Flucht, die verschiedenen Orte und Menschen zurück.

    Für mich war das Buch relativ schwer zu lesen. Ich hatte Hanna Arend eher zufällig über ein Kinderbuch kennengelernt und freute mich sehr, in dieser Romanbiografie mehr über die interessante Frau zu erfahren. Doch leider wurde daraus kein Lesevergnügen, sondern eher harte Arbeit. Dabei hatte das Buch einen sehr guten Stil. Die Autorin schreibt teilweise sehr poetisch und in Bildern, so dass ich mir die Orte und die Landschaft sehr gut vorstellen konnte. Leider funktioniert das bei den Menschen nicht. Man wurde schon im ersten Kapitel regelrecht mit Namen überhäuft. Das setzte sich weiter fort. Dabei waren es sowohl Vornamen, Nachname wie auch Spitznamen oder Kosenamen. Nur einige wenige berühmte Menschen erkannte ich auf Anhieb. Bei allen anderen musste ich langwierig recherchieren, was mich sehr vom Lesen ablenkte und irgendwann verlor ich deshalb die Lust und las dann eben teilweise über unbekannte Personen. Gleiches ereilte mich bei den Texten/Textteilen in verschiedenen Sprachen. Anfangs versuchte ich, alles zu übersetzen. Das habe ich ebenfalls irgendwann gelassen. Erschwert wurde das Ganze, dass innerhalb der Kapitel mit den Rückblenden weitere Rückblenden vorkommen. So wusste ich zeitweise nicht einmal, über welche Zeiträume geschrieben wurde. Alles in allem hat mich das enttäuscht und ich kann eine Leseempfehlung nur für jemanden aussprechen, der sich mit Hannah Arendt schon intensiv auseinandergesetzt hat und eine ganze Menge an Vorkenntnissen mitbringt. Ein Personenregister im Buch wäre sehr hilfreich gewesen, ebenfalls eine Art Zeitleiste über das Leben von Hannah Arendt.
    Klima

    David Klass
    Klima (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    15.03.2021

    Anders gut

    Das FBI jagt „Green Man“. Das ist der Name eines Attentäters, der verschiedene größere Anschläge gegen Firmen unternommen hat. Diese Anschläge richten sich ausschließlich gegen Umweltsünder. Sie richten riesigen Schaden an, auch Menschen kommen dabei zu Tode. Das FBI kommt in der Sache nicht vorwärts. Tom Smith arbeitet dort seit kurzer Zeit als Datenanalyst. Er denkt sehr unkonventionell und deswegen kommt er letztendlich auf die Spur von Green Man.

    Das Buch ist ein interessanter Thriller. Er hat unheimlich viel Spannung, obwohl der Täter kein durchgeknallter sadistische Mörder ist. Im Gegenteil, über weite Strecken kann man die Motive des Täters komplett nachvollziehen. Das Buch stellt die Frage, inwieweit man etwas für die Umwelt tun soll und wie weit man dabei gehen kann. Rechtfertigt Unrecht an der Erde, dass man sich mit radikalen Mitteln wehrt und dabei Unschuldige tötet. Dabei schafft es das Buch, über weite Strecken große Spannung zu erzeugen. Es ist gut lesbar und erklärt vieles auf wissenschaftlicher Ebene. Trotzdem wird nicht mit erhobenem Zeigefinger missioniert, sondern der Leser wird zum eigenen Nachdenken angeregt. Außerdem ist es auch unterhaltsam, denn die handelnden Figuren sind gut beschrieben und die Zweifel sind nachvollziehbar. Das Ende war dann für mich ein wenig abfallend gegenüber dem Großteil des Buches, trotzdem würde ich jederzeit eine Leseempfehlung geben.
    Grabovac, A: achte Kind

    Grabovac, A: achte Kind (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    01.03.2021

    Schwierige Kindheit

    Alem hat eine sehr schwierige Kindheit. Er wechselt zwischen Kulturen und Familien, zwischen Liebe und Gewalt, zwischen Armut und Sicherheit. Seine Mutter stammt aus einem bitterarmen Bergdorf in Kroatien und geht in den 1960er Jahren als Gastarbeiterin nach Deutschland. In Würzburg arbeitet sie in einer Schokoladenfabrik und kommt sich vor wie im Paradies. Dort lernt sie auch Emir kennen. Ebenfalls Gastarbeiter, allerdings einer, der von Arbeiten nicht viel hält und stattdessen Kleinkrimineller wird. Trotzdem heiraten sie und ein Baby ist unterwegs. Die Mutter glaubt nicht, dass der Vater für die Familie sorgen wird und dass sie allein das Kind aufziehen kann. So gibt sie es in der Woche in eine Pflegefamilie, hat Alem nur am Wochenende. In der Pflegefamilie bleibt Alem viele Jahre und wird dort das achte Kind, denn es gibt sieben eigene.

    Das Buch ist sehr gut lesbar, allerdings nicht einfach lesbar. Letzteres liegt am Inhalt. Schonungslos, geradlinig und direkt erzählt Alem von seiner Kindheit und seiner Jugend. Er muss sozusagen ständig zwischen allen switchen. Da ist auf der einen Seite seine Mutter, die eine Beziehung mit einem anderen Jugoslawen eingeht, der sie und später auch Alem schlägt. Da ist die liebevolle Pflegefamilie, die den Jungen beschützt und liebt, deren Familienoberhaupt allerdings auch der Naziideologie angehört und allen damit einige Probleme bereiten wird. Da sind die Besuche in Jugoslawien und die furchtbare Armut und kurz vor dem Jugoslawienkrieg auch der stark steigende Hass der Nationalitäten untereinander. Das sind die schönen Urlaube in Italien und die furchtbaren Erlebnisse an der jugoslawischen Grenze. Es ist nicht ganz eindeutig, was in dem Buch wirklich reine Autobiografie ist und was fiktional. Trotzdem wird die Situation der zweiten Generation der Einwanderer mit allen Problemen gut geschildert. Mir fehlten manchmal die entsprechenden Gefühle dazu, alles war sehr pragmatisch geschildert. Auf der anderen Seite weiß ich nicht, inwieweit der Autor das wirklich alles selbst erlebt hat und diese furchtbaren Erlebnisse immer noch starke Schmerzen verursachen. Alles in allem ein sehr lesenswertes Buch.

    451 bis 475 von 892 Rezensionen
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