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    raschke64 Top 10 Rezensent

    Aktiv seit: 06. Januar 2017
    "Hilfreich"-Bewertungen: 71

    Bitte beachten Sie

    Wir können nicht sicherstellen, dass die Angaben von Verbrauchern stammen, die das Produkt tatsächlich genutzt oder erworben haben.

    898 Rezensionen

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    Todesfall

    Randi Fuglehaug
    Todesfall (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    21.03.2022

    Solider Krimi

    In einer kleinen Stadt in Norwegen findet ein großes Festival für Extremsportarten statt. Dabei geht es auch um Fallschirmspringen und bei einem Formationssprung von vier befreundeten jungen Frauen öffnet sich bei einer der Fallschirm nicht und sie stürzt zu Tode. Agnes ist eigentlich Reporterin bei der lokalen Zeitung. Das allerdings noch nicht sehr lange, denn vorher hat sie bei einer großen Zeitung gearbeitet. Doch jetzt ist sie zurück an den Ort ihrer Kindheit gekommen. Zusammen mit ihrem Lebensgefährten versucht sie, ein Kind zu bekommen. Agnes ist nicht wirklich glücklich über die Arbeit in der Provinzzeitung und so stürzt sie sich voller Eifer auf die Ermittlungen zu dem Unglück.

    Für mich ist das Buch ein sehr solider Krimi. Die Ermittlungen werden hier durch eine Reporterin geführt und so hat man eine etwas andere Sicht auf die Dinge, als sie die Polizei hat. Interessant ist das Geflecht der Beziehungen in einer Kleinstadt, wo jeder scheinbar alles weiß und wo doch so viel verborgen bleibt. Für einen Krimi hat das Buch genügend Spannung. Noch besser hat mir allerdings der Stil gefallen, man konnte es zügig lesen und es war doch interessant und packend. Über eine Fortsetzung der Reihe würde ich mich freuen.
    In einer stillen Bucht

    Luca Ventura
    In einer stillen Bucht (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    21.03.2022

    Ruhiger Regionalkrimi

    Auf Capri geht der Sommer dem Ende entgegen, als auf einem Felsen über dem Meer ein Koffer gefunden wird, in dem eine Frau steckt, die ermordet wurde. Sehr schnell stellt sich heraus, dass es sich dabei um Maria Grifo handelt. Diese war Chefin des berühmten Konservatoriums von Neapel. Und es fehlt jede Spur auf den Täter und das Tatmotiv.

    In einer schönen Bucht ist der dritte Teil der Reihe um die Polizisten Rizzi und Cirillo auf Capri. Gut beschrieben ist das Leben der Menschen auf Capri, die Besonderheiten gegenüber dem Festland und auch die Animositäten zwischen den Inselpolizisten und den Ermittlern von Neapel. Da ich kürzlich erst in Italien war, bekam ich eine sehr gute Vorstellung der beschriebenen Sachen. Es war für mich das erste Buch dieser Reihe, ich kannte die Vorgänger nicht. Das war für den reinen Fall überhaupt kein Problem, im privaten Bereich fehlen mir allerdings einige Kenntnisse. Das Buch ist ein typischer Regionalkrimi, der auch noch in einem sehr ruhigen Stil geschrieben wurde. Für mich hat darunter ein wenig die Spannung gelitten. Wer Italien/Capri mag und auf Hochspannung verzichten kann, ist mit dem Buch gut beraten.
    Rehm, T: Bornholm-Code

    Rehm, T: Bornholm-Code (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    09.03.2022

    Nicht leicht, aber richtig gut

    Frank Stebe ist eigentlich Wissenschaftler, doch aus persönlichen Gründen hat er sein Hobby – Tauchen – zum Beruf gemacht und arbeitet als Tauchlehrer auf Mallorca. Dort erreicht ihn die Bitte seines Freundes Lars, ihm beim Erkunden eines sehr rätselhaften Schiffswracks in der Ostsee in der Nähe von Bornholm zu helfen. Er muss nicht wirklich lange überlegen, denn das Projekt reizt ihn dann doch. Und damit beginnt nicht nur ein großes wissenschaftliches Abenteuer, sondern Frank gerät mit einer alteingesessenen Wissenschafts“elite“ aneinander und wird von einer nationalistischen Organisation aufs Korn genommen, was beileibe nicht ungefährlich bleibt.

    Für mich war das Buch nicht leicht zu lesen. Speziell am Anfang musste ich eine ganze Weile sortieren, bis ich die vielen Namen/Personen auf die Reihe bekommen habe. Trotzdem hat mich das Buch überzeugt.

    Die Beschreibungen der Tauchszenen fand ich gut. Ich habe vom Tauchen überhaupt keine Ahnung (daher werde ich diesbezüglich auch nichts einschätzen), aber ich fand diese Teile sehr interessant und habe einiges gelernt.

    Mehr interessiert mich der Bereich Archäologie/Geschichte, mit dem ich mich auch vor dem Buch schon oft beschäftigt habe. So war mir die Siegfried-Sage, das Nibelungenlied, aber auch die Schlacht im Teutoburger Wald mehr als nur ein Begriff. Teile der – vermutlich – historischen Stätten habe ich selbst besucht. Was bei dem Buch heraussticht und mehr als eine Überlegung wert ist, ist die Verknüpfung dieser Sagen bzw. historischen Begebenheiten miteinander und das Aufstellen von möglichen Theorien. Inwieweit diese wahr sind, kann wohl niemand abschließend beurteilen. Doch als Gedankenexperiment faszinieren sie mich sehr.

    Dazu kommen Einblicke die die Welt der Wissenschaftsförderung – die damit verbundenen Risiken, Vorteile, aber auch das Eingehen von Verpflichtungen.

    Alles in allem: vermutlich hätte ich aufgrund des Covers das Buch in einer Buchhandlung nicht gleich zur Hand genommen. Doch beim Lesen zog es mich immer mehr in den Bann, weil es trotz des breitgefächerten Inhalts immer noch gut unterhält und spannend ist. Ganz nebenbei lernt man auch viel hinzu. Von mir: Daumen hoch!
    Ein Präsident verschwindet

    Ralf Langroth
    Ein Präsident verschwindet (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    07.03.2022

    Noch besser

    1954 verschwindet Otto John, der westdeutsche Verfassungsschutzpräsident, nach Ost-Berlin. Niemand weiß, ob er freiwillig in den Osten gegangen ist oder entführt wurde. Um das herauszufinden, muss Philipp Gerber Ermittlungen auf Wunsch von Konrad Adenauer übernehmen. Doch Gerber ist nicht nur dienstlich in Berlin. Seine Freundin ist ebenfalls verschwunden und es gibt ein Foto, dass sie aktuell mit Otto John zeigt. Die Ermittlungen sind gefährlich, denn in den 1950er Jahren sind gleich mehrere Geheimdienste an dem Fall interessiert.

    Das Buch war für mich noch besser als der Vorgängerband. Ich kannte die Geschichte um Otto John nicht und so war es für mich ein sehr interessanter Ausflug in diese Zeit. Der Autor schafft es, historische Fakten mit spannender Unterhaltung zu verbinden. In diesem Buch noch mehr als im ersten Band. Für den Leser ist es sowohl eine Art spannender Krimi wie auch ein historisches Stück Zeitgeschichte. Ganz nebenbei erfährt man viel über Geheimdienste und die Zeit im damals noch viergeteilten Berlin. Daher von mir die volle Punktzahl und ich freue mich auf ein weiteres Buch des Autors.
    Gala und Dalí - Die Unzertrennlichen

    Sylvia Frank
    Gala und Dalí - Die Unzertrennlichen (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    07.03.2022

    Der Anfang eines großen Künstlers

    1929 in einem kleinen Fischerdorf in Katalonien verbringen Paul und Gala ihren Urlaub und lernen dort den jungen Maler Salvador Dali kennen. Die Ehe der beiden läuft nicht mehr gut und Gala findet Dali anfangs nur interessant. Umgekehrt ist Dali vom ersten Moment an von Gala fasziniert. Die beiden verbringen mehr und mehr Zeit miteinander und verlieben sich.

    Das Buch beschreibt die Anfänge eines großen Künstlers. Eingebettet in eine Liebesgeschichte, und zwar in eine sehr spezielle. Gala ist zehn Jahre älter als Dali und kommt aus gehobenen Verhältnissen. Trotzdem entscheidet sie sich am Ende für Dali und steht zu ihm, als er ganz am Anfang seiner Laufbahn ist und die Erfolge anfangs spärlich sind beziehungsweise sich materiell noch nicht zeigen. Gala ist diejenige, die sich um Alltagsdinge kümmert und versucht, Geld zu beschaffen, damit Dali nur für seine Kunst da sein kann. Gut beschrieben sind die familiären Verhältnisse, die Probleme, die Dali im Elternhaus hat, gleichzeitig aber auch sein große Heimatverbundenheit und seinen Stolz auf seine Herkunft. Ebenso seine Probleme menschlicher wie künstlerischer Art. Das Buch endet, als sich der Erfolg einstellt. Bis dahin sehr gut zu lesen und wunderbar beschrieben. Man lernt völlig unterschiedliche Menschen kennen und zumindest mich hat das Buch dazu inspiriert, mich mit dem weiteren Leben vor allem von Gala zu beschäftigen. Das Paar blieb lebenslang zusammen. Für das Buch gibt es von mir eine Leseempfehlung.
    McGuinness, P: Wölfen zum Fraß

    McGuinness, P: Wölfen zum Fraß (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    07.03.2022

    Hochaktuell, aber schwierig

    Eine junge Frau wird ermordet aufgefunden. Schnell fällt der Verdacht auf Michael Wolphram, einem pensionierten Lehrer, der ein wenig altmodisch wirkt. Er liest Bücher, hört klassische Musik, kein Fernsehen, keine sozialen Medien, allerdings auch so gut wie keine Kontakte, keine Familie. Während die beiden Ermittler ihre Arbeit tun, stellt sich schnell heraus, dass der eine den Lehrer kennt – er war auf einem elitären Internat und Wolphram hat dort unterrichtet. Schon damals war eher außergewöhnlich, aber im Vergleich zu den anderen Lehrern harmlos. Daher versucht der Ermittler, die Unschuld des Lehrers zu beweisen, denn er ist nicht überzeugt. Anders der andere Ermittler, Gary, er sucht eher nach Beweisen für den Mord. Nur gibt es davon nicht viele, trotzdem beginnen die Medien eine Hetzjagd.

    Das Buch ist nach einem wahren Fall geschrieben. Es ist hochaktuell, speziell in Bezug auf den Umgang der Medien mit einem vermeintlichen Täter. Hier wird ein Mensch quasi vor Feststellen einer Schuld vernichtet. Doch nicht nur allein der Täter – denn nach ein paar Tagen stürzt man sich auf das Opfer und schlachtet auch hier jede kleinste Kleinigkeit ohne Rücksicht auf Verluste auf.
    Das ist detailliert und auch beklemmend beschrieben.
    Der zweite Erzählstrang geht um die Erlebnisse in dem Jungeninternat. Auch hier sehr erschreckend und detailreich.

    Warum nun meine Einschätzung: Hochaktuell, aber schwierig? Schwierig war für mich der Stil. Ich habe gelesen und gelesen und bin gefühlt überhaupt kein bißchen vorwärtsgekommen. In dem Buch gibt es eine Beschreibung über einen skandinavischen Film, der von Wolphram den Jungen gezeigt wird und der mit 5 Stunden Länge jede Begebenheit von allen möglichen Seiten ausführlich zeigt. Trotzdem sind die Jungen fasziniert.
    Nun, das Buch zeigt auch jede Möglichkeit von allen möglichen Seiten extrem ausführlich. Das Problem ist nur, ich war davon bald nicht mehr fasziniert, sondern mehr und mehr zumindest teilweise so gelangweilt, dass ich angefangen habe, manches wirklich quer zu lesen.
    Auch die seitenlangen Beschreibungen über den alten Zoo. Ich habe verstanden, dass dieser als Metapher für einiges dienen soll. Aber mir war es irgendwann einfach zu viel.

    So gesehen ist mein Fazit: ein aktuelles und nicht uninteressantes Buch. Aber man muss den Stil und die Erzählweise mögen.
    Tell

    Joachim B. Schmidt
    Tell (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    02.03.2022

    Neue Version

    Wilhelm Tell ist wohl DER Schweizer Held. Dabei hat es ihn im wahren Leben wohl nicht gegeben und die Geschichte, u. a. von Schiller bearbeitet, ist nach neuesten Erkenntnissen eine Sage. In dem Buch wird diese Sage aufgegriffen und neu erzählt.

    Das Besondere sind die zum Teil extrem kurzen Kapitel. Sie werden wie eine Wechselrede von den unterschiedlichsten Personen erzählt. So bekommt der Leser einen Blick auf die Geschichte von allen möglichen Seiten der beteiligten unterschiedlichen Menschen. Der Autor hält sich mit einer Bewertung relativ zurück. Tell wird als eher unsympathischer Mann dargestellt, der sich erst im Laufe der Geschichte öffnet und von dem man dann auch einige der Gründe seines Verhaltens erfährt. Es wird auch im Detail darauf eingegangen, wie die Habsburger Soldaten in dem Land gehaust haben. In allen Kriegen und Besatzungen sind die Menschen der normalen Bevölkerung am meisten betroffen. Dies wird nicht geschönt. Gleichzeitig wird Tell aber auch nicht als der sonst üblich dargestellte Held überhöht. Er ist ein Mann, der das Unrecht an seiner Familie rächen will. Eine interessante Sichtweise auf die Geschichte und aufgrund des ungewöhnlichen Stils mal etwas anderes zu lesen.
    Eine Frage der Chemie

    Bonnie Garmus
    Eine Frage der Chemie (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    02.03.2022

    Eine besondere Frau

    1961, für die Frauen gibt es Kinder, Küche und Kirche. Doch da gibt es noch Elisabeth Zott. Sie ist Wissenschaftlerin, Chemikerin. Doch der Abschluss wird ihr verwehrt und niemand will sie als Wissenschaftlerin einstellen. Allenfalls Hilfsarbeiten werden ihr zugetraut. Doch dann lernt sie am Institut Calvin Evans kennen. Er ist einer der besten Wissenschaftler seiner Zeit und er erkennt die Leistungen von Elisabeth an. Beide verlieben sich und beginnen eine Beziehung. Doch sie heiraten nicht, skandalös zur damaligen Zeit. Als Calvin bei einem Unfall stirbt, bleibt Elisabeth schwanger zurück. Als ihre Tochter geboren wird, muss sie sich um eine Arbeit bemühen. Und landet beim Fernsehen in einer Koch-Show. Doch Elisabeth wäre nicht Elisabeth, wenn sie aus der Show nicht etwas Besonderes machen würde.

    Das Buch ist für mich eine der Überraschungen des noch jungen Jahres 2022. Zum einen das tolle Cover, das eine attraktive selbstbewusste Frau zeigt, der man aber ansieht, dass sie ihren eigenen Weg gehen wird. Zum anderen der Schreibstil. Beim Lesen hatte ich immer Elisabeth vor Augen, eine ganz konkrete Vorstellung über eine Frau, die man als Feministin bezeichnen kann und die so viel erleiden muss, um ihren Wert als Mensch und Frau anerkannt zu bekommen. Dabei ist das Buch auch noch wunderbar unterhaltsam und herrlich unkonventionell. Elisabeth ist auch als Romanfigur ihrer Zeit weit voraus. Ein Buch, das auch heute noch sehr wichtig ist. Es herrscht immer noch genug Ungleichbehandlung. Von mir eine absolute Leseempfehlung.
    Eure Leben, lebt sie alle

    Eure Leben, lebt sie alle (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    23.02.2022

    Frauen

    In dem Buch geht es um verschiedene Frauen. Da ist Marianne, über 80, die das Gefühl hat, immer mehr dement zu werden. Und da sind die verschiedenen Freundinnen ihres verstorbenen Sohnes, die alle etwa Mitte 40 sind und jede so ihre eigenen, speziellen Probleme hat. Ellen will aus ihrem Leben ausbrechen und ihre alte Band auferstehen lassen. Freddy hat unverschuldet große finanzielle Probleme und darunter leidet auch ihr Vater im Pflegeheim. Luise schikaniert ihre Familie. Aber über den verstorbenen Jonas sind sie alle miteinander verbunden.

    Mir hat das Buch gut gefallen. Die verschiedenen Frauen kennt wohl jeder in der einen oder anderen Form in seinem Bekannten- und Verwandtenkreis. Sicherlich nicht alle auf einmal. Aber ähnliche Probleme sind überall. Und so stellt man sich mit Mitte 40 oder etwas früher oder später doch die Frage, ob es im Leben alles gewesen ist oder ob da noch was anderes kommt. Und auch in diesem Alter kann alles noch mal völlig umgestoßen werden. Das wird herrlich normal beschrieben. Es gibt keinen erhobenen Zeigefinger und es gibt kein Patentrezept. So ist das Buch gleichzeitig Lesevergnügen, gibt aber auch viele Denkanstöße. Ganz besonders gut haben mir die Passagen um Marianne gefallen. Wie sie ihre Ängste um die Krankheit beschreibt und wie sie damit umgeht, sie verdrängt und Ausweg gesucht. Das ist sehr gut nachvollziehbar.
    Das Einzige, was mir nicht so gut gefallen hat, ist das Cover. Die beiden Frauen darauf sind sehr jung und im Buch geht es nicht um junge Frauen.
    Der Holländer

    Mathijs Deen
    Der Holländer (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    21.02.2022

    Entdeckung

    Zwei erfahrene Wattwanderführer machen sich auf dem Weg nach Borkum. Doch einer überlebt die Wanderung nich,t und was wie ein Unfall aussieht, sorgt für Probleme. Denn der Tote wird in einem Gebiet gefunden, dass sowohl Deutschland als auch die Niederlande für sich beanspruchen. Und so sind die Ermittlungen gar nicht so einfach.

    Das Buch bezeichnet sich als Roman. Ich weiß nicht ob man es einem Krimi in Romanform oder einen Roman in Krimiform bezeichnen soll. Auf jeden Fall war der Autor für mich eine Entdeckung. Das Buch ist nicht übermäßig spannend, aber an keiner Stelle irgendwie langweilig. Die handelnden Personen sind interessant aufgebaut, die Naturbeschreibungen hervorragend. Der Stil ist direkt und gerade ohne große Schnörkel und die Ermittlungen sind nachvollziehbar und realistisch. Auch wenn ich dann irgendwann wusste, wer der Täter ist, war die Aufklärung immer noch interessant genug. Alles in allem kann ich absolut eine Lese Empfehlung aussprechen.
    Idefix und die Unbeugsamen! 01

    René Goscinny
    Idefix und die Unbeugsamen! 01 (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    21.02.2022

    Klein, aber fein

    Im ersten Band von Idefix und die Unbeugsamen lernen wir Idefix kennen, bevor er zu Asterix und Obelix kommt. Zusammen mit seinen Freunden mischt er Lutetia auf und macht den Römern das Leben schwer. Dabei ist es wie im späteren Leben. Was irgendwann Asterix und Obelix übernehmen, führt er mit seiner Bande durch. Da gibt es einen schnellen, aber dummen Hund, einen sehr starken, eine kluge Katze und weiteres Getier, das ihm hilft. Doch Idefix ist der sympathische Anführer und Held.

    Die Comics sind ganz ähnlich wie die originalen über Asterix und Obelix. Sie sind liebevoll gezeichnet und in vielen Details sehr originalgetreu. Die Geschichten sind nett und kindgerecht aufbereitet. Die Gewalt hält sich in Grenzen, es fließt nicht wirklich Blut und trotzdem gewinnen immer die Guten. Ein Spaß beim Lesen und beim Bilder betrachten.
    Mrs Agatha Christie

    Marie Benedict
    Mrs Agatha Christie (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    21.02.2022

    Interessante Überlegungen


    Dezember 1926. Die schon sehr bekannte Kriminalschriftstellerin Agatha Christie wird vermisst. Elf Tage weiß niemand, wo sie sich aufhält und was passiert ist. Eine riesige Suchaktion beginnt und ihr Ehemann wird verdächtigt, eventuell ihren Tod herbeigeführt zu haben. Nach elf Tagen ist Agatha Christie wieder da und bis heute ist offizielle nicht geklärt, was in der Zeit geschah.

    Das Buch erzählt die Zeit dieser elf Tage nach. Es ist eine fiktionale Erzählung. Sie teilt sich auf in verschiedene Kapitel mit zwei Erzählsträngen. Da ist zum einen das so genannte Manuskript, dass die Geschichte der jungen Agatha über ihre Hochzeit, ihre Anfänge als Schriftstellerin, ihre Ehe bis zu den bewussten elf Tagen aus Sicht von Agatha erzählt. Der andere Strang behandelt die elf Tage mit der entsprechenden Suche und den Ermittlungen der Polizei aus Sicht ihres Ehemanns. Am Ende treffen beide Stränge zusammen und ergeben eine interessante Möglichkeit der Lösung der Geschichte.

    Das alles ist sehr gut geschrieben und ebenso gut zu lesen. Auch wenn ihr Ehemann bei der ganzen Geschichte nicht sehr gut wegkommt, macht die Erklärung über diese fehlenden elf Tage sehr viel Sinn und kommen den Handlungen in den Büchern der Autorin sehr nahe. Insofern ist es zumindest eine sehr interessante Darstellung sowohl des Lebens der Schriftstellerin wie auch des Lebens der Frauen Anfang des 20. Jahrhunderts in England allgemein. Eine ungewöhnliche Frau und eine lesenswerte Geschichte.

    Einziges Manko für mich ist das unsägliche Titelbild – sehr einfallslos und es wird der Außergewöhnlichkeit von Agatha Christie nicht gerecht. Dies fließt von mir allerdings nicht in die Bewertung des Buches ein.
    Im Schatten der Wende

    Frank Goldammer
    Im Schatten der Wende (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    21.02.2022

    Noch besser

    Dezember 1989. Tobias ist Polizist und hat gerade beim Kriminaldauerdienst in Dresden angefangen. Nach der Wende ist alles ungewiss. Die alten Regeln gelten nicht mehr, es gibt auch keine neuen. Und so gerät er zusammen mit seinem Chef und seiner Kollegin in gleich mehrere undurchsichtige Fälle.

    Ich habe sehr bedauert, dass Goldammers Reihe um den Polizisten Max Heller zu Ende ist. Das bedaure ich immer noch, aber die neue Reihe um Tobias und seine Kollegen macht das mehr als wett. Goldammer hat immer gut geschrieben. Doch sein neues Buch ist noch besser. Für die Reihe um Max Heller musste er viel recherchieren und konnte nur darüber schreiben. In der jetzigen Reihe war er dabei, hat die Zeit selbst erlebt, hat vielleicht an einigem darin Beschriebenen selbst teilgenommen. Das merkt man dem Buch deutlich an. Er hat im Detail die Stimmung eingefangen, die in der Zeit kurz vor der Wende, in der Wende und auch danach war. Wer sich ein bisschen in Dresden auskennt, hat sofort die beschriebenen Orte vor Augen. Auch die inneren Zwiespalte, die der junge Polizist durchlebt, sind absolut nachvollziehbar. Die ersten Ost-West-Konflikte werden beschrieben und obwohl die Ost-Polizisten ab und zu naiv sind, werden sie nicht lächerlich gemacht, sondern die Zeit wird einfach explizit einfangen. Das ist so etwas Besonderes, dass ich mich auf die nächsten Bücher dieser Reihe sehr freue.
    Die eigentlichen Fälle treten manchmal in den Hintergrund, doch das finde ich nicht schlimm. Das Erfassen der Zeit ist für mich wichtiger, einfach nur Kriminalfälle gibt es genug. In anderen Büchern.

    The Maid

    The Maid (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    21.02.2022

    Mehr versprochen

    Molly arbeitet als Zimmermädchen in einem hochpreisigen Hotel. Eines Tages findet sie den VIP-Gast Mr. Black tot in seinem Zimmer. Er war reich und berühmt. Die Ermittlungen ergeben, dass er ermordet wurde. Ziemlich schnell ist Molly die einzige Tatverdächtige.

    Ich hatte mir von dem Buch mehr versprochen. Ich bin zwar kein Fachmann, aber ich glaube, Molly hat das Asperger-Syndrom. Die typischen Eigenschaften dieser Menschen werden ihr zum Verhängnis, sie kann die Gesichtszüge anderer nicht entziffern, sie bleibt am liebsten für sich, sie hat einen Putzwahn und die meisten Menschen halten sie für verrückt. Eigentlich sollte sie das sympathisch machen. Doch ich konnte mich damit nicht anfreunden. Ungefähr das gesamte erste Drittel dreht sich ausschließlich um Molly und ihre Vergangenheit und ihre Gedanken. Es war für mich extrem langweilig. Danach nahm das Buch ein wenig mehr Fahrt auf. Doch der Untertitel „Ein Zimmermädchen ermittelt“, traf in keinster Weise zu. Das Ende war für mich dann auch eher unglaubwürdig. Auch wenn ein Krimi dieser Art normalerweise nicht super spannend ist, war dieses Buch für mich noch einen Grad darunter.
    Das verschlossene Zimmer

    Das verschlossene Zimmer (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    15.02.2022

    Starkes Ende

    Krakau 1939. Marie lebt allein mit ihrem Vater, denn ihre Mutter hat die Familie schon lange verlassen. Ihr Vater ist Arzt und auch Marie würde gern Ärztin werden. Doch Frauen werden kaum für ein solches Studium zugelassen. So ist es die Hauptbeschäftigung von Marie, etwas über ihre Mutter herauszufinden und diese zu suchen. Dabei rührt sie an Geheimnissen, die besser nicht aufgedeckt werden sollten.

    Ich hatte von dem Buch etwas anderes erwartet. Dafür kann ich allerdings der Autorin nicht die Schuld geben. Trotzdem war ich vielleicht gerade am Anfang wirklich extrem kritisch und habe einige Fehler bemerkt, die vermutlich aber eher bei der Übersetzung passiert sind. So wird ziemlich am Anfang von einem Ereignis gesprochen, bei dem Marie drei Jahre alt war und das 16 Jahre zurück liegt. Also wäre Marie jetzt 19, im Verlauf des Buches wird sie allerdings ausschließlich als 17 benannt. Allerdings benimmt sie sich in dieser Zeit eher wie ein verwöhntes zwölfjähriges Kind. Auch werden bei der wörtlichen Rede ab und zu Personen verwechselt und manchmal fehlt im Satz ein Wort. Auch schien mir die ganze Situation in der Familie nicht stimmig. Der Vater arbeitet eine 14-Stunden-Schicht, fährt nach Hause, um seiner Tochter ein Essen zu kochen, danach fährt er wieder ins Krankenhaus. Die Tochter wiederum kommt nach Hause, isst, wäscht ab, damit hat sich für sie die Hausarbeit erledigt. Das ist für die damalige Zeit und auch in Vorbereitung auf die geplante Verheiratung sehr untypisch und nicht wirklich realistisch. Es gibt noch mehr solche Ungereimtheiten und das hat mich etwas genervt.
    Jedoch macht vor allem der zweite Teil des Buches das ganze wett. Die Schilderung der Situation nach dem ersten Weltkrieg ist äußerst gelungen. Auch die Lösung des familiären Rätsels bringt eine Überraschung und versöhnt mit dem ersten Teil. Besonders gelungen fand ich auch die Beschreibung von Krakau. Da ich diese schöne Stadt erst im letzten Jahr besucht habe, konnte ich mir alles sehr gut vorstellen.
    Meine Empfehlung beim Lesen dieses Buches ist, dass man durchhalten sollte, denn das lohnt sich wirklich.
    Die Frauen von Schönbrunn

    Beate Maly
    Die Frauen von Schönbrunn (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    15.02.2022

    Gute Unterhaltung

    Wien im Jahre 1917. Emma arbeitet seit drei Jahren als Tierpflegerin im Wiener Zoo Schönbrunn. Ihr Vater war dort bis zum Kriegseintritt Tierarzt und Emma träumt selbst davon, Tierärztin zu werden. Zu damaliger Zeit aber so gut wie unmöglich. Trotzdem versucht sie, das Leben für die Tiere im Zoo so gut wie möglich zu machen. Privat hat sie große Sorgen. Der Mann ihrer Schwester ist im Krieg vermisst und ihre Schwester bekommt ihr Baby zwei Monate zu früh. Dazu noch Geldsorgen und der lang andauernde Krieg…

    Zuerst ein Wort zum Cover. Warum ist es schon „Pflicht“, dass bei historischen Romanen eine Frau mit dem Rücken zum Betrachter gezeigt werden muss? Ziemlich einfallslos für mich.
    Unabhängig davon ist das Buch sehr gut lesbar. Die Autorin schafft es, den Figuren Leben zu geben. Für mich persönlich kommen der Zoo und die Probleme im Krieg etwas zu kurz. Stattdessen wurde sich ausführlich über den „bösen“ Mann im Zoo ausgelassen. Emma dagegen kommt sehr sympathisch rüber und auch Julius ist gut beschrieben mit seinem Kriegstrauma und den daraus entstehenden Problemen. Zum Ende hin hatte ich das Gefühl, dass das Buch in kurzer Zeit abgeschlossen werden musste, denn alles ging in Richtung Friede-Freude-Eierkuchen und das auf wenigen Seiten. Natürlich weiß man, dass einem ein Happyend erwarten wird. Doch dieses war hier ein wenig sehr arg schnell. Alles in allem kann ich das Buch empfehlen, wenn man sich gut unterhalten lassen möchte ohne größere Anstrengungen.
    Herzig, A: Die dritte Hälfte eines Lebens

    Herzig, A: Die dritte Hälfte eines Lebens (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    09.02.2022

    Zweigeteilt

    In dem Buch geht es um das fiktive österreichische Dorf Krimmwig. Jeder, der dort anders ist, als die Menschen es wollen oder schon ewig so hatten, hat es schwer und wird gemobbt oder muss sich ein Leben lang verstellen. Ob es Seppi ist, der als „Negerkind“ beschimpft wird, weil er einen farbigen Vater hat. Ob es dann später der Bürgermeister ist, der lieber eine Frau sein möchte. Oder Liesl, Die mit drei Brüsten Pooldance macht. Alles, was scheinbar nicht normal ist, wird nicht geduldet.

    Die Beurteilung des Buches ist für mich zweigeteilt. Da geht es um die Geschichte selbst, die in extrem kurzen Abschnitten relativ lakonisch erzählt wird. Die Menschen werden beschrieben, ab und zu werden ihre Gefühle erwähnt, aber eher wenig. Es ist fast wie eine Sachbuchbeschreibung. Trotzdem hat die Geschichte einen gewissen Reiz und ist gut lesbar, obwohl es ein schweres, wenn auch aktuelles, Thema ist. Und würde von mir eigentlich eine sehr gute Bewertung bekommen.

    Wenn ich nicht zum zweiten Teil meiner Bewertung kommen müsste. Das Buch nennt sich Roman. Ich habe extra noch mal nach der Definition eines Romanes geschaut. Dieser wird heute unter anderem als längere Erzählung in Prosa bezeichnet. Genau da beginnt mein Unbehagen. Das Buch hat ein kleines Format, mit Vorwort und Nachbemerkungen und vielen Leerseiten insgesamt 130 Seiten in großer Schrift. Für mich ist es maximal eine Erzählung. Und dafür ist der Preis von 22 € meinen Augen mehr als überzogen.
    Mrs Potts' Mordclub und der tote Nachbar

    Robert Thorogood
    Mrs Potts' Mordclub und der tote Nachbar (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    09.02.2022

    Gemütlich

    In dem kleinen englischen Örtchen Marlow an der Themse geschieht ein Mord. Der Nachbar von Judith wird erschossen. Doch die Polizei glaubt an einen Unfall und so nimmt die alte Dame die Sache selbst in die Hand. Hilfe bekommt sie von zwei Frauen aus dem Ort und die hat sie auch nötig, denn es geschehen weitere Morde. Die Polizei ist hilflos und hat keinen richtigen Plan. Die Ermittlungen gehen nicht voran.

    Das Buch ist ein sehr gemütlicher Krimi. Er erinnert mich stark an den hochgelobten Donnerstagsmordclub von Osman und natürlich auch an Miss Marple. Das Ganze ist irgendwie eine Mischung davon. Aber eben irgendwie auch ein wenig der zweite Aufguss. Alles in allem ist es gut lesbar und besonders am Anfang nicht unbedingt sehr spannend. In einigen Sachen auch nicht direkt glaubwürdig. Um ein Beispiel zu nennen: Zwei Zivilisten befinden sich an einem Tatort und die Polizistin ruft weder die Spurensicherung noch verlangt sie, dass die Damen den Tatort verlassen. Wenn man das Ganze allerdings nicht allzu ernst nimmt, dann hat man sicher Vergnügen an diesem Buch.
    Thirteen

    Steve Cavanagh
    Thirteen (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    27.01.2022

    Ganz stark

    Bobby Solomon Ist einer der angesagtesten Schauspieler in Hollywood. Doch er steht vor Gericht und wird angeklagt, seine Ehefrau und seinen Bodyguard ermordet zu haben. Er streitet alles ab, doch die Beweise sind eindeutig. Eddie Flynn wird von Bobbis Anwalt zur Verteidigung dazugeholt. Er ist überzeugt von Bobbys Unschuld. Ganz schnell steht er als einziger Verteidiger da. Und der Mörder ist einer der Geschworenen, die über die Verurteilung entscheiden werden.

    Das Buch ist ganz stark und einer der besten Thriller, die ich in letzter Zeit gelesen habe. Als Leser weiß man, was der Killer vorhat und wie er es macht. Gleichzeitig ist man bei dem Prozess dabei und begleitet die Verteidigung. Dieses Wechselspiel sorgt an sich schon für Spannung. Auch wenn zwischendurch Eddie ein klein wenig zu viel einstecken muss und das nicht immer ganz realistisch ist. Aber man denkt, man weiß, wer der Killer ist. Doch dann gibt es am Ende noch eine Riesenüberraschung und Wendung. Das alles ist absolut gelungen und von mir gibt es definitiv eine Leseempfehlung.
    Der Mann, der zweimal starb

    Der Mann, der zweimal starb (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    27.01.2022

    Englischer Humor

    Der Donnerstagsmordclub – vier rüstige Senioren – hat einen neuen Fall. Der Ex von Elizabeth, ebenfalls beim Geheimdienst tätig, hat bei einem Auftrag Diamanten im Wert von 20 Millionen £ gestohlen. Leider steht er damit ganz oben auf der Liste der Todeskandidaten für die Mafia, dem Besitzer der Diamanten und einigen anderen Personen. Elizabeth soll helfen und natürlich ist damit der Donnerstagsmordclub involviert.

    „Der Mann, der zweimal starb“ ist der zweite Teil um ein sehr spezielles Quartett von Senioren, die in ihrer noblen Residenz auf Mörderjagd gehen. Während sie mich im ersten Teil eher an eine vierfache Miss Marple erinnerten, ändert sich das im zweiten Teil ein wenig. Das Buch selbst ist in kurze Kapitel eingeteilt die entweder über den Fall berichten oder aus Sicht von Joyce erzählen. Dabei kommt der sehr spezielle schwarze englische Humor zum Tragen. Wahrscheinlich gibt es bei diesem Buch nur zwei Möglichkeiten: Man wird es sehr mögen oder man wird gar nichts damit anfangen können und es hassen. Mir hat das Buch viel Spaß bereitet. Allerdings habe ich es auch nicht wirklich als Krimi gelesen, sondern eher wie eine Krimikomödie. Der eigentliche Fall war für mich mehr Nebensache. Die Ironie und der manchmal recht derbe, aber immer direkte Humor sagt mir sehr zu.

    Der Gräber

    Der Gräber (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    27.01.2022

    Speziell

    Cecilia arbeitet bei der Polizei und versucht seit mehreren Jahren, den so genannten Gräber zu fassen. Dieser Mörder kommt durch den Keller ins Haus und verschleppt eine Frau. Und das jedes Jahr nur ein Mal am gleichen Tag. Die Ermittlungen waren bisher ergebnislos. Doch dann erscheint ein Buch, dass genau diese Taten beschreibt. Der Autor ist allerdings schon seit sechs Jahren tot.

    Das Buch ist speziell. Denn es bewegt sich auf drei Ebenen. Das sind einmal die polizeilichen Ermittlungen. Dann ist die Geschichte um Annika, die als Lektorin das Buch veröffentlicht. Gleichzeitig zieht sie mit ihrem Mann auch noch in das ehemalige Haus des vermuteten Autors der Geschichte. Und dann beginnt jedes Kapitel noch mit ein paar Zeilen aus eben genau diesem Buch. Das alles macht die Geschichte sehr spannend. Der Stil ist geradlinig und gut lesbar. Die kurzen Kapitel wechseln sich ab, so dass die Geschichte immer in Bewegung bleibt. Einzig das Ende, als sehr viel mystische Sachen hineinspielten, gefiel mir nicht so gut. Wobei die Auflösung an sich sehr gut gelungen ist.
    Das Loft

    Das Loft (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    17.01.2022

    Anders

    In einem Loft in Hamburg leben Marc und Sarah als Paar. Sie könnten zufrieden und glücklich sein, wenn nicht auch Marcs bester Freund Henning dort mit wohnen würde. Doch eines Tages ist Henning verschwunden und das Loft schwimmt im Blut. Die Polizei geht davon aus, dass Sarah oder Marc oder beide zusammen Henning getötet haben. Doch beide beteuern, dass sie es nicht waren. Nur erzählen sie der Polizei dabei völlig unterschiedliche Geschichten. Wer sagt die Wahrheit? Wer lügt? Und warum?

    Das Buch ist ein Thriller der besonderen Art. Die Spannung entsteht ausschließlich daraus, dass die beiden Verdächtigen so unterschiedliche Sachen erzählen und man lange überhaupt kein Gefühl hat, wer der Täter sein könnte. Das ändert sich zwar ungefähr in der Mitte des Buches, trotzdem geht es spannend weiter, weil immer mehr überraschende Wendungen auftreten. Die Geschichte wird in relativ kurzen Kapiteln aus Sicht der ermittelnden Polizisten, aus Sicht von Marc und auch Sarah vorwiegend erzählt. Dadurch ist es wie auf einer Waage, es geht nach oben und nach unten und ständig wechseln die Gefühle. Das Ende ist dann ziemlich überraschend. Trotzdem hat mir persönlich die Römer-Reihe besser gefallen. Dort konnten sich die Figuren länger entwickeln. Dessen ungeachtet gibt es von mir eine absolute Leseempfehlung.

    In ewiger Freundschaft

    In ewiger Freundschaft (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    17.01.2022

    Falsche Freunde

    Ein neuer Fall für Pia und Oliver. Eine Literaturagentin vermisst ihre Freundin. Diese hat in einem renommierten Verlag gearbeitet und wurde dort nach 30-jähriger Tätigkeit fristlos gekündigt. Aus Rache macht sie publik, dass das letzte Buch eines der Starautoren des Verlages ein Plagiat ist. Der Skandal erschüttert die Buchwelt. Die Frau wird tot aufgefunden und schnell stellt sich heraus, dass es kein Unfall ist. Die Ermittlungen bewegen sich im Buchmilieu und es gibt eine Menge Verdächtiger, die schon seit Jugend an befreundet sind.

    In das Buch bin ich dieses Mal etwas schwerer hineingekommen. Das liegt nicht unbedingt daran, dass sich die Geschichte am Anfang sich sehr langsam aufbaut, sondern eher daran, dass ich komplett irritiert war. Die Vorgängerbücher sind relativ chronologisch und zeitnah geschrieben. Mir hat immer gut gefallen, dass das Privatleben der Ermittler einbezogen ist und auch hier eine Entwicklung erfolgt. Doch bei diesem Buch war ich anfangs komplett irritiert, weil ein sehr langer Zeitraum zwischen dem Vorgängerbuch und dem jetzigen lag und ich erst das Gefühl hatte, ich habe ein Buch dazwischen nicht gelesen. Unabhängig davon baut sich die Geschichte sehr gut auf. Dass für einige befreundete (?) Autoren indirekt Werbung gemacht wurde, darauf kann ich gut verzichten. Auf die vielen, oft gleich lautenden Namen konnte ich mich nach einer gewissen Zeit auch einstellen und diese unterscheiden. Es gab eine riesige Anzahl an Verdächtigen, fast jeder hatte ein Motiv und dadurch wurde die Sache sehr verwirrend und blieb bis fast zum Ende hin undurchschaubar. Vom Stil her wie immer sehr gut lesbar. Ein zusätzliches Plus für mich, ich habe meine alten Reiseunterlagen von der Insel Normatier wieder hervorgeholt.
    Grace

    Paul Lynch
    Grace (Buch)

    2 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    03.01.2022

    Schwierig

    Irland 1845. Aufgrund schlechten Wetters und der Kartoffelfäule gibt es mehrere Missernten und die Menschen im Land hungern. Sie tun alles, um irgendwie zu überleben. Mutter Sarah verkauft sich selbst. Doch als der Mann ein Auge auf ihre große Tochter Grace wirft, entschließt sie sich zu einem radikalen Schritt. Sie schneidet Grace die Haare kurz, gibt ihr die alten Sachen ihres Vaters und schickt sie fort, damit Grace künftig für sich allein sorgen muss – verkleidet als Junge, damit es etwas sicherer ist und sie „Männerlohn“ bekommt. Anfangs begleitet Grace noch ihr kleiner Bruder, doch dann ist es geschieht ein Unglück…

    Das Buch war für mich absolut schwierig. Die Geschichte selbst ist bedrückend und gleichzeitig berührend. Grace versucht, sich mit allen Mitteln irgendwie durchzuschlagen. Das ist alles allerdings nicht direkt beschrieben, sondern zwar sehr poetisch, doch gleichzeitig auch sehr verschwommen und auf Umwegen. Genau damit hatte ich meine absoluten Probleme und das Buch war für mich einfach nur noch sehr schwierig zu lesen. Dabei war es gar nicht mal der Inhalt, der trotz des Themas auszuhalten war. Für mich war es der Stil. Nett gesagt wurde dieser mit poetisch beschrieben, für mich war es aber einfach nur noch umständlich und am Ende so nervend, dass ich das Buch abgebrochen habe. Das ist mir schon lange nicht passiert. Mir tut es leid, weil die Geschichte inhaltlich berührt. Aber mit der Umsetzung komme ich nicht klar.
    Die Brücke der Ewigkeit

    Wolf Hector
    Die Brücke der Ewigkeit (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    03.01.2022

    Guter historischer Roman

    Prag 1342. Die Judithbrücke über die Moldau übersteht ein Unwetter nicht. Otlin verliert dabei fast seine Mutter und für ihre Rettung geht er ein Gelübde ein, dass er eine neue Brücke bauen will. Viele Jahre später wird das Wirklichkeit. Otlin Ist inzwischen Baumeister und hat in Frankreich auch an kirchlichen Bauten mitgewirkt. Zurück in Prag beteiligt er sich an einem Wettbewerb und wird der neue Brückenbaumeister. Doch er hat Neider und Feinde und der Brückenbau geht nur langsam vorwärts.

    Das Buch ist insgesamt ein guter historischer Roman. Er beschreibt das mittelalterliche Prag und den Bau der heutigen Karlsbrücke. Der Autor schafft es, historische Persönlichkeiten mit fiktivem Geschehen zusammenzubringen. Dabei baut er eine gute Spannung auf und löst das Ganze auch zwar abenteuerlich, doch realistisch auf. Die Figuren sind vielschichtig aufgebaut und aus verschiedenen Schichten der Bevölkerung. Mir persönlich hätte es gut gefallen, wenn noch mehr zur damaligen Technik des Brückenbaus geschrieben worden wäre. Das habe ich etwas vermisst. Doch insgesamt sorgt das Buch für gute Unterhaltung und eine Erweiterung des historischen Wissens.
    351 bis 375 von 898 Rezensionen
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