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    raschke64 Top 10 Rezensent

    Aktiv seit: 06. Januar 2017
    "Hilfreich"-Bewertungen: 71

    Bitte beachten Sie

    Wir können nicht sicherstellen, dass die Angaben von Verbrauchern stammen, die das Produkt tatsächlich genutzt oder erworben haben.

    898 Rezensionen

    Wir können nicht sicherstellen, dass die Angaben von Verbrauchern stammen, die das Produkt tatsächlich genutzt oder erworben haben.
    Die Freundinnen vom Strandbad

    Julie Heiland
    Die Freundinnen vom Strandbad (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    08.08.2022

    Schwächer

    Die Geschichte der drei Freundinnen vom Strandbad geht weiter. Auch wenn Clara die Flucht nach Westberlin gelungen ist und die beiden anderen mit den Problemen in der DDR kämpfen. Sie bleiben Freundinnen.

    Das Buch setzt nahtlos an den Vorgänger an und erzählt die Geschichte ganz stark weiter. Man ist sofort gefangen. Wiederum wird alles abwechselnd aus Sicht der drei Frauen beschrieben. So bekommt man die verschiedenen Probleme direkt mit – in Ost und in West. Leider funktioniert das aber nur bis zur Mitte des Buches. Ab dann rutscht es leider zum Teil ab und einige Sachen erscheinen mir unwirklich. Betty z. B. darf, obwohl sie in Scheidung lebt und die Stasi-Mitarbeit verweigert hat, ohne Probleme nach Westberlin fahren. Umgekehrt darf Clara als Republikflüchtling wenige Jahre später problemlos zurück in die DDR. Ich glaube, ganz so einfach war es dann doch nicht. Aber das sind für mich nicht mal die Hauptgründe der Kritik. Sondern leider wird für mich das Ganze am Ende ziemlich kitschig. Alle Frauen bleiben unbedingt bei ihrer ersten großen Liebe (sehr realistisch?) und geben alles dafür. Und die Männer warten auch ausnahmslos darauf und geben alles dafür auf. Keine der Frauen hat irgendwelche größeren Probleme mehr mit der Stasi trotz Untergrundarbeit und Westkontakten, trotz Künstlerdasein und Republikflucht. Hier hätte ich mir gewünscht, dass es so stringent und realistisch wie am Anfang des Buches weitergegangen wäre.

    Trotzdem ist das Buch noch sehr gut lesbar und ich gebe eine (weil mir Teil 1 hervorragend und Teil 2 bis zur Mitte sehr gut gefallen hat) wohlwollende Beurteilung und Leseempfehlung ab.
    Litteken, E: Denk ich an Kiew

    Litteken, E: Denk ich an Kiew (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    08.08.2022

    Nicht vergessen

    Die Ukraine 1929. Katja und ihre Familie wohnen in einem kleinen Dorf in der Nähe von Kiew und ihr Leben ist einfach, aber ausreichend. Doch Stalin hat anderes mit dem Land und den Menschen vor. Sie sollen kollektiviert werden und das mit allen Mitteln. Die Verantwortlichen greifen zu Gewalt, enteignen die Menschen, ermorden sie oder schicken sie nach Sibirien. Die meisten Menschen sterben allerdings im so genannten Holodomor, indem sie qualvoll verhungern.

    Das Buch verläuft auf zwei Ebenen. Da ist zum einen die Vergangenheit um Katja und die schweren Jahre in der Ukraine. Auf der anderen Seite die Gegenwart von Katjas Familie in den USA.
    Besonders die Geschichte in der Vergangenheit ist sehr berührend. Ich hatte niemals zuvor von dem Holodomor gehört oder gelesen und erst nach dem Buch fing ich an, mich damit zu beschäftigen. Es ist einfach unbegreiflich, was damals geschehen ist. Und es ist gut, dass das Buch geschrieben wurde, damit man solche Sachen nicht vergisst.
    Leider ist der Teil der Geschichte in der Gegenwart wesentlich schwächer. Auch wenn sich beide Geschichten dann irgendwann verbinden, ist gerade im modernen Teil eine große Menge an Klischees verwendet worden. So zum Beispiel trauert Cassie unendlich um ihren Mann, um wenige Minuten später den starken Körper von Nick nahezu anzuschmachten. Nick selbst ist der strahlende Held, der alles kann. Leider mindert dieser in meinen Augen teilweise Kitsch die so unheimlich berührende Geschichte vorher. Doch alles in allem kann ich für das Buch nur eine Leseempfehlung aussprechen, weil besonders der historische Teil wichtig ist.
    Die Rückkehr der Kraniche

    Romy Fölck
    Die Rückkehr der Kraniche (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    08.08.2022

    Familie

    Die Familie Hansen besteht aus vier Frauen. Mutter Wilhelmine, die resolut das Zepter führt, im Alter jetzt aber an Herzbeschwerden leidet und der es schlecht geht. Im Haus wohnt noch Tochter Grete, die im Vogelschutz arbeitet. Die zweite Tochter Freya hat in Berlin Karriere gemacht. Aufgrund des Gesundheitszustandes der Mutter kommt sie in das Elternhaus zurück. Das gleiche macht Anne, die Tochter von Grete. Doch jeder der Frauen hat Geheimnisse und die familiäre Stimmung ist eher nicht gut.

    Mit dem Buch wagt sich die Autorin auf Neuland. Bisher hat sie, zwar im ähnlichen Setting spielend, Krimis geschrieben. Doch auch dieses Buch ist nicht spannungslos. Denn die Geheimnisse der Frauen werden erst nach und nach aufgedeckt. Ansonsten ist es eine Familiengeschichte, die von sehr starken Frauen berichtet, die zeigt, wie wichtig Familie ist. Die aber auch zeigt, wie wichtig eigene Entscheidungen sind und wie viel passieren kann, wenn man sich falsch entscheidet oder wichtiges zurückbehält. Das ist alles gut beschrieben und deshalb gibt es von mir eine Leseempfehlung.
    Sturmrot

    Tove Alsterdal
    Sturmrot (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    02.08.2022

    Luft nach oben

    Die Polizistin Eira ist zurück in ihren kleinen Heimatort gekommen, um in erster Linie ihre Mutter zu betreuen, die immer mehr in die Demenz abrutscht. Dabei bekommt sie es mit einem alten Fall zu tun. Olof hat als 14-jähriger gestanden, die wenige ältere Lina ermordet zu haben. Nach vielen Jahren ist er eher zufällig in das Haus seines Vaters zurückgekommen und findet ihn tot vor, ebenfalls ermordet. Kurze Zeit später brennt das Haus…

    Das Buch ist mit viel Vorschusslorbeeren bedacht und die Autorin wird mit Mankell oder Nesbø verglichen. Das weckt natürlich hohe Erwartungen, die das Buch in meinen Augen nicht erfüllen konnte. Für mich hat es noch einiges an Luft nach oben. Der Stil ist gut, gut lesbar. Allerdings extrem ausführlich und sofehlt dem Buch trotz am Ende sogar mehrerer miteinander verbundener Fälle über weite Strecken die Spannung. Auch der Buchtitel erschloss sich mir nicht wirklich. Zusammenfassend bin ich im Moment noch unschlüssig, ob ich die beiden angekündigten Fortsetzungen lesen möchte. Momentan ist das Buch für mich guter Durchschnitt.

    Blanche Monet und das Leuchten der Seerosen

    Claire Paulin
    Blanche Monet und das Leuchten der Seerosen (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    02.08.2022

    Bezaubernd

    Blanche ist 11, als sie Claude Monet kennenlernt. Zu der Zeit ist er noch ein verarmter und nicht anerkannter Künstler, der von ihrem Vater stark unterstützt wird. Als ihr Vater die Familie in den Bankrott führt, ändert sich alles und Monet unterstützt sie. Doch einfach ist das Leben damit nicht geworden ...

    Das Buch hat mich sehr überzeugt und bekommt meine absolute Leseempfehlung. Die Reihe stellt generell interessante Frauen vor, die oft im Schatten ihrer Männer oder in dem Fall ihres Stiefvaters/späteren Schwiegervaters standen. So geht es auch Blanche Monet, die mir völlig unbekannt war und die ich erst durch das Buch kennenlernen konnte. Das Buch ist sehr gut lesbar und vermittelt neben viel Wissen auch eine große Warmherzigkeit und Empathie für diese ungewöhnliche Frau. Mich hat es dazu gebracht, dass ich mich sowohl mit ihr und wie auch mit ihrer Mutter näher beschäftigt habe. Und man erfährt auch sehr viel über den Maler, aber noch mehr über den Menschen Monet. Ich kann das Buch nur als gelungen bezeichnen.
    Im Feuer

    Pernilla Ericson
    Im Feuer (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    25.07.2022

    Heiß

    Lilly lässt sich aus Stockholm in einen kleinen Ort auf dem Land versetzen. Die Polizeiarbeit ist eher auf kleinere Sachen ausgerichtet, aber Lilly braucht unbedingt eine Veränderung in ihrem persönlichen Umfeld. Sie fühlt sich in der ländlichen Gegend schnell wohl, aber aufgrund des extrem heißen Sommers und großer Trockenheit gibt es in dem Gebiet ungewöhnlich viele Brände, bei denen auch Menschen ums Leben kommen. Bei einigen davon zweifelt Lilly daran, dass es Unfälle waren. Als sie weiter ermittelt, gerät sie selbst in Lebensgefahr…

    Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Zum einen ist es ein spannender Thriller, der den aktuellen Klimawandel gut in die Geschichte einbaut. Gleichzeitig sind es aber auch realistische Ermittlungen und Personen, die überzeugen. Besonders gut hat mir allerdings die Beschreibung der Brände und der Arbeit der Feuerwehr gefallen. Ich hatte oft das Gefühl, ich bin mitten in dem Geschehen dabei. Und das gerade zu einer Zeit, als auch hier extreme Hitze herrscht und viele Brände sind. Das hat es irgendwie noch beklemmender gemacht. Auf jeden Fall freue ich mich sehr auf die angekündigte Fortsetzung.
    Fräulein vom Amt - Die Nachricht des Mörders

    Charlotte Blum
    Fräulein vom Amt - Die Nachricht des Mörders (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    25.07.2022

    Unterhaltend

    Alma arbeitet beim Telefonamt. Es ist das Jahr 1922 und das Ganze spielt in Baden-Baden. Während sie ein Gespräch vermittelt, hört sie zufällig mit, wie eine eigenartige Nachricht übermittelt wird. Wenig später kann sie zuordnen, dass es um eine ermordete Industriellen-Frau ging. Das Ganze lässt ihr keine Ruhe und so forscht sie weiter nach.

    Das Buch ist unterhaltend. Es ist kein Krimi, auch wenn er viel davon hat. Es ist allerdings als Roman betitelt und als solcher sehr gut lesbar. Für mich interessant waren vor allem die Arbeits- und Lebensverhältnisse junge Frauen in den 1920er Jahren. Ihre Probleme und Schwierigkeiten und ihre ungeheure Lebenslust. Als Krimi hätte ich das Buch als unspannend bezeichnet. Aber so war es eher eine genaue Kennzeichnung der damaligen Zeiten. Verschiedene Klassen werden vorgestellt und so hat man einen guten Einblick in die damalige Zeit. Ich kenne Baden-Baden nicht und konnte daher mit den wirklichen Gegebenheiten nicht so viel anfangen. Aber die Beschreibungen erschienen mir sehr realistisch. Daher gibt es von mir eine Leseempfehlung.
    Auch das Cover finde ich passend und gelungen.
    Harlander, W: Schmelzpunkt

    Harlander, W: Schmelzpunkt (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    25.07.2022

    Aktuell

    In der Arktis werden Unmengen toter Fische, Robben usw. gefunden, das Eis ist brüchig und dünn, die Gletscher schmelzen und beim Abbruch riesiger Mengen Eises gibt es einen Tsunami, der ein Inuit-Dort fast vollständig vernichtet. Wissenschaftler untersuchen das Ganze bzw. versuchen es, denn immer wieder gibt es Anschläge auf sie. Geheimdienste mischen mit und diverse Länder sind beteiligt.

    Das Buch ist hochaktuell und beschreibt die Veränderungen in der Arktis und die Auswirkungen auf die gesamte Erde. Das ist wichtig. Allerdings fand ich es insgesamt schwächer als die Vorgänger. Ich hatte oft das Gefühl, dass mir ein erhobener Zeigefinger aus dem Buch entgegenragt und vieles plakativ war. Dagegen ist an sich nichts zu sagen – allerdings in einem Thriller sollte es einfach besser verpackt sein. Hier war es mir oft zu viel, auch was die handelnden Personen angeht. Die waren zum größten Teil einfach extrem schwarz/weiß und wirkten zum Teil fast als Karikatur, die ich nicht ernst nehmen konnte. Das ist schade, denn eigentlich ist das Buch gut lesbar und verpackt wichtige Sachen. Und bis etwa zur Mitte war es auch richtig gut, danach allerdings ging es eher in Richtung James-Bond-Abklatsch.
    Susanna

    Alex Capus
    Susanna (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    18.07.2022

    Zu kurz

    Susanna wird in der Schweiz geboren und wächst in einer Stadt mit calvinistischem Hintergrund auf. Das Leben der Familie, der Eltern, der Brüder, ist vorgezeichnet und wird bis ans Lebensende keine Veränderungen haben. Doch da kommt für einige Zeit ein ehemaliger Armeekamerad des Vaters auf eine Art Dauerbesuch, denn er musste aus Deutschland fliehen. Als er nach Amerika auswandert, folgt ihm nach einiger Zeit die Mutter und nimmt nur Susanna mit. So wächst sie in Amerika auf und verdient mit der Malerei Geld. Mehr oder weniger wird sie ihr ganzes Leben lang unkonventionell bleiben.

    Das Buch lässt mich etwas unglücklich zurück. Es erzählt die Lebensgeschichte einer interessanten Frau, von der ich vorher noch nie etwas gehört hatte. Aufgrund des Buches habe ich angefangen, mich mehr mit ihr zu beschäftigen, was sehr faszinierend ist. Leider erfährt man im Buch davon nur Bruchstücke. Wenige Episoden sind sehr breit erzählen, danach folgen wieder ganz kurze Abschnitte, die mehr an ein Sachbuch oder einen Lexikoneintrag erinnern. Das alles ist zwar gut lesbar, hat aber für mich viel zu viele Lücken. Das Besondere im Leben von Susanne, nämlich die Begegnung mit Sitting Bull und ihr Eintreten für seine Interessen und die der „Indianer“/First Nation werden nur auf ganz wenigen Seiten beschrieben und das Buch endet sehr abrupt. Da hätte man meiner Meinung noch viel mehr draus machen können.
    Was ich nie gesagt habe

    Was ich nie gesagt habe (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    18.07.2022

    Gelungene Fortsetzung

    Tom, Gretas Sohn, ist ein bekannter Fernsehmoderator und nach einem Zusammenbruch im Fernsehen schon gut vier Monate zu Hause. Er ist relativ frisch in eine Kollegin verliebt und beginnt, sein Leben zu ändern, als er mehr durch Zufall erfährt, dass er einen Halbbruder in Holland hat. Er heißt Henk und möchte alles über ihren gemeinsamen Vater Konrad wissen. Doch Tom kann ihm nicht wirklich weiterhelfen, denn der Vater ist bereits einigen Jahre tot und vorher hatte Tom sich mit ihm zerstritten. Auch seine Mutter Greta kann nicht berichten, denn sie ist seit gut zweieinhalb Jahren an Alzheimer erkrankt. Die Suche nach der Vergangenheit wird schwierig…

    Das erste Buch, die Geschichte um Greta, war wunderbar und berührend. Es ist schwierig, nach einem solchen Buch einen etwa gleichwertigen Nachfolger zu schreiben. Doch der Autorin ist das, scheinbar mühelos, gelungen. Dabei wiederholt sie nicht einfach die Geschichte, sondern erzählt sie aus einer komplett anderen Perspektive und aus Sicht der sozusagen angeheirateten Familie von Greta. Dabei werden wieder viele wichtigen Themen angesprochen und trotzdem hat man nie das Gefühl, belehrt zu werden. Auch hier berührt die Geschichte wieder sehr. So gesehen kann ich das Buch absolut nur empfehlen. Wenn ich mir etwas wünschen dürfte, würde ich jetzt gern noch die Geschichte der ersten Tochter von Greta, Marie, lesen wollen.
    Fischers Frau

    Fischers Frau (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    18.07.2022

    Sehr zäher Beginn

    In Greifswald wird der Museumskuratorin Mia Sund ein pommersche Fischerteppich vorgelegt. Sie soll prüfen, ob dieser Teppich echt ist. Denn entgegen allen anderen bekannten Teppichen ist dieser in verschiedenen Grüntönen gehalten, was absolut ungewöhnlich ist. Die Prüfung geht soweit, dass Mia zum ersten Mal seit ewigen Zeiten eine Reise unternimmt…

    Das Buch erzählt zumindest ein wenig die Geschichte der pommerschen Fischerteppiche. Ich hatte vorher noch nie davon gehört, obwohl ich sicherlich bei einem Museumsbesuch in Greifswald diese Teppiche auch gesehen habe. Aber ich konnte sie nicht zuordnen. So hat das Buch mir etwas Neues erzählt und ich habe inzwischen ein wenig mehr über diese speziellen Teppiche recherchiert. Ansonsten war vor allem der Beginn des Buches absolut und extrem zäh. Ich musste mich die ersten 50 – 60 Seiten regelrecht beim Lesen quälen und war immer öfter versucht, das Ganze abzubrechen. Danach nahm die Geschichte ein wenig Fahrt auf und war verständlicher und auch leichter lesbar. Doch insgesamt waren einfach viel zu viele Erzählstränge in dem Buch, die oft irgendwie offen blieben und teilweise verwirrend waren. Das fand ich sehr schade.
    City on Fire

    Don Winslow
    City on Fire (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    11.07.2022

    Nimmt einen mit

    1986, USA, Rhode Island, Providence/Dogtown. Eine italienische Mafiafamilie und eine gleiche irische haben sich die Stadt untereinander aufgeteilt. Die eine Gang ist für den Hafen zuständig, die andere kümmert sich um Spielautomaten und Drogen. Mit der Polizei, Politikern und Behörden haben sie mehr oder weniger Deals abgeschlossen, so dass alle eine Art Auskommen haben und es mehr oder weniger einigermaßen friedlich zugeht. Bis eine Frau dazukommt, die erst auf italienischer Seite und dann auf die irische wechselt – wegen einem Mann. Sozusagen Helena von Troja auf modern im Mafiamilieu. Und damit ist der Frieden vorbei…

    Normalerweise lese ich keine Bücher über die Mafia und über Bandenkriminalität. Doch dieses hat mich überrascht. Anfangs gab es eine Unmenge von Figuren und man musste sich ziemlich einlesen, um zu wissen, wer zu wem gehört und wie miteinander verbandelt ist. Doch je weiter die Geschichte vorwärts ging, desto mehr nahm sie mich mit. Sicherlich liegt es auch an einer der Hauptfiguren, Danny, der in all diesem Chaos anfangs nur versucht, seine Familie über die Runden zu bringen. Doch mehr und mehr wird er verstrickt in ein Netz von Familie und Loyalität und wird eher unfreiwillig zum Anführer, dem bestimmte Entscheidungen regelrecht aufgezwungen werden. Trotzdem bleibt er irgendwie sympathisch. Und das macht viel von dem Buch aus, das der erste Teil einer Trilogie ist. So sehr ich mich anfangs gegen das Thema wehrte, ich werde wohl auch die Fortsetzung lesen.
    Das Haus der stummen Toten

    Das Haus der stummen Toten (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    11.07.2022

    Zieht sich

    Eleanor erholt sich nur langsam davon, dass sie ihre Großmutter Vivianne tot aufgefunden hat. Erstochen mit mehreren Stichen einer Schere. Monate später erfährt sie, dass sie von ihrer Großmutter einen Hof namens Solhöga geerbt hat. Darüber ist sie sehr erstaunt, denn niemals zuvor wurde in ihrer Familie über diesen Hof gesprochen. Zusammen mit ihrem Freund und ihrer Tante fährt sie mit einem Notar auf den Hof, um das Erbe zu katalogisieren. Doch die ganze Zeit fühlt sie sich beobachtet und es geschehen mehr und mehr eigenartige Dinge, bis sie die Leiche des Gutsverwalters und den Notar schwer verletzt finden.

    Das Buch konnte mich nicht wirklich in seinen Bann ziehen. Die Geschichte beginnt gut und auch spannend. Die Fortsetzung erfolgt in Form der Geschehnisse aus der Vergangenheit und der aktuellen Vorkommnisse. Dadurch hat man bald eine Ahnung, worum es sich handeln könnte. Aber so richtig spannend wird das ganze einfach nicht mehr. Das Ende ist zwar zum einen Teil überraschend, aber auch in meinen Augen unendlich konstruiert Und nach der langen Zeit auch nicht wirklich 100-prozentig nachvollziehbar. So bleibt das Buch für mich irgendwie blass und allenfalls Durchschnitt.
    Poppy. Dein Kind verschwindet. Und die ganze Welt sieht zu.

    Poppy. Dein Kind verschwindet. Und die ganze Welt sieht zu. (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    11.07.2022

    Hochaktuell

    Poppy ist etwas über 2 und während eines Besuches bei den Großeltern verschwindet sie Alle gehen von einer Entführung aus, denn nur wenige Wochen vorher ist es einem anderen Mädchen in dem Alter passiert. Dieses kommt allerdings noch 12 Stunden völlig ohne Verletzungen zurück. Die Polizei sucht nach Poppy, denn das kleine Mädchen ist aufgrund eines Bloggs ihrer Mutter Lotte überall bekannt. Doch sie wird nicht gefunden und stattdessen ergeben die Ermittlungen immer mehr Geheimnisse innerhalb der Familie.

    Das Buch ist hochaktuell. In der heutigen Zeit versuchen immer mehr Leute, ohne große Arbeit mit ihren Bloggs viel Geld verdienen zu wollen, und geben alles von sich preis. Oft werden dafür auch die Kinder eingespannt, die in einem Alter sind, in dem sie sich nicht wehren können. Oder die Tragweite der Entscheidungen gar nicht einschätzen können. Die Gefährlichkeit dessen wird heruntergespielt. Das Buch zeigt sehr gut, welche Auswirkungen das haben kann. Das empfinde ich als großes Plus. Die eigentliche Geschichte ist dagegen nur bedingt spannend, denn spätestens ab Mitte des Buches hat man eine Ahnung davon, dass wohl die Familie mit ihren Geheimnissen nicht ganz unschuldig an den Geschehnissen ist. Das Ende war dann für mich nur zum Teil überraschend. Alles in allem gibt es trotzdem eine Leseempfehlung von mir, denn das Buch ist gut lesbar und zeigt ohne erhobenen Zeigefinger auf, was alles passieren kann. Also neben der reinen Unterhaltung gibt es dann ein Mehr.
    Gretas Erbe

    Nora Engel
    Gretas Erbe (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    07.07.2022

    Aschenputtel

    Greta lebt bei einer Winzerfamilie, denn ihre ledige Mutter ist bei ihrer Geburt verstorben. Familie Hellert hat Greta aufgezogen, allerdings gehörte sie nie richtig zum Familienkreis. Schon frühzeitig musste sie im Haushalt, später in den Weinbergen mitarbeiten und ersetzte so eine Arbeitskraft, ohne mehr als dafür Essen, abgelegte Kleidung und ein Dach über dem Kopf zu bekommen. Obwohl sie alles tut, um dazuzugehören und damit auch die Launen und altmodischen Ansichten ihres Stiefvaters zu ertragen, stößt sie oft auf Ablehnung. Bis sich die Zeiten ändern…

    Das Buch hat mir gut gefallen. Es spielt Anfang der 1970er Jahre in der Pfalz und zeigt viel von der damaligen Arbeit im Weinberg und bei der Weinherstellung. Daneben zeigt es aber genauso gut die Änderungen, die die Jugend erreichen will. Noch sind Frauen allenfalls in Küche, Kirche und bei Kindern gewünscht, als Arbeitskraft im Haushalt eingespannt. Aber selbstständig und den Männern gleichberechtigt – das ist alles noch in weiter Ferne. Die Zeit wird wunderbar anschaulich beschrieben und in die Familiengeschichte eingebettet. Und obwohl das Ende fast märchenhaft ist, ist die Geschichte an sich kein Märchen, sondern sehr gut gelungen. Von mir eine Leseempfehlung.

    Die versteckte Apotheke

    Sarah Penner
    Die versteckte Apotheke (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    07.07.2022

    Spezielle Hilfe für Frauen

    Caroline fliegt allein nach London. Eigentlich sollte es eine Reise zum zehnten Hochzeitstag werden, doch kurz vorher erfährt sie, dass ihr Mann sie betrügt. Dies ist der Anlass, über ihr bisheriges Leben und ihre Ehe intensiv nachzudenken. In London findet sie im Schlamm der Themse ein altes Apothekerfläschchen und als sie darüber recherchiert, findet sie heraus, dass es Ende des 18. Jahrhunderts eine Apothekerin gegeben hat, die auf sehr spezielle Weise Frauen geholfen hat. Entweder durch hilfreiche Arznei, aber noch mehr durch Gifte, mit denen die Frauen sich aus unmöglichen Situationen befreien konnten. Die Suche nach mehr Informationen bringt Caroline in eine gefährliche Lage.

    Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Das Cover ist wunderbar anschaulich gestaltet und hat viele kleine Details, die zum Inhalt des Buches passen und die in der Buchhandlung Aufmerksamkeit erregen. Das Buch selbst ist gut lesbar und erzählt eine interessante Geschichte, über eine Frau im 18. Jahrhundert, die eigentlich eine Mörderin ist, für die man aber als Leser sehr viel Verständnis aufbringt. Die Geschichte wird in zwei Zeitebenen erzielt. Mir haben beide gefallen. Die Gegenwart wird geprägt von einer interessanten Recherche, die Vergangenheit wird gut beschrieben und man erfährt viel über die so genannten Arzneien im Detail. Als kleine Zugabe gibt es am Ende noch einige Rezepte. Völlig harmlos, würde ich sagen. Auf jeden Fall gibt es von mir eine Leseempfehlung.
    Als das Böse kam

    Ivar Leon Menger
    Als das Böse kam (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    07.07.2022

    Tolles Debüt

    Auf einer Insel irgendwo in Europas Norden lebt eine Familie (Mutter, Vater, 2 Kinder) völlig abgeschottet von der Welt. Einmal im Monat fährt der Vater auf das Festland, um die Einkäufe zu tätigen. Einmal die Woche kommt Onkel Ole, der Briefträger, vor dem sich die Kinder aber verstecken müssen. Ansonsten ist ihnen streng verboten, ins Wasser zu gehen oder das Boot zu benutzen oder das Arbeitszimmer des Vaters zu betreten. Widerspruch hat strenge Strafmaßnahmen zur Folge und immer mal wieder wird eine Art Übung durchgeführt, die die Kinder in einen Schutzraum treibt. Die Eltern warnen die Kinder immer wieder vor den Fremden, die sie töten wollen. Inzwischen ist die große Tochter Juno 16 geworden und beginnt, das alles in Frage zu stellen. Und auch ihr jüngerer Bruder Boy will gern die Insel verlassen. Da entdeckt Ole bei einem Besuch Juno und fotografiert sie, womit er etwas in Gang setzt, was nicht mehr aufzuhalten ist …

    Das Buch ist ein tolles Debüt und ich habe es quasi in einem Zug durchgelesen. Die Geschichte packt einen und man weiß über lange Strecken nicht, wohin sich die Geschichte entwickelt. Die Kinder sind einfach zu bedauern, wie sie in Angst und Schrecken versetzt werden, um zu überleben. Das alles ist vor allem aus Sicht von Juno beschrieben und hat bei mir sofort bestimmte Bilder ausgelöst (ich denke, das Buch wird verfilmt werden). Also von daher eine absolute Leseempfehlung.

    Warum ich trotzdem nicht die volle Punktzahl gebe? Bei der Auflösung fehlten mir persönlich einige Erklärungen. Obwohl bei de Eltern seit Jahren nicht arbeiten, schaffen sie es, Strom zu bezahlen, Lebensmittel usw. In der Richtung hätte ich weitere Fragen, die ich hier aber nicht stellen möchte, da ich damit viel zu viel spoilern und verraten würde. Daher nur eine Andeutung als Erklärung für meine Entscheidung.
    Das Letzte, was du hörst

    Andreas Winkelmann
    Das Letzte, was du hörst (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    30.06.2022

    Schwächer

    Frauen begehen Selbstmord, nachdem sie vorher ihre Partner umgebracht haben. Bei dem Selbstmord hören sie einen Podcast „Hörgefühlt“. Sie waren Fans dieses Podcast und haben teilweise an sehr teuren Seminaren dazu teilgenommen. Die Journalistin Roya hat ihre eigenen Gründe, warum sie bei dem Anbieter recherchiert. Doch diese Recherche bringt auch sie in Lebensgefahr…

    Vorab: ich liebe die Bücher von Andreas Winkelmann. Allerdings finde ich dieses etwas schwächer als die Vorgänger. Es beginnt spannend und teilweise auch verwirrend. Im großen Mittelteil dann kann man die Polizei bei den Ermittlungen begleiten und Roya bei ihren Recherchen. Die kurzen Kapitel werden aus Sicht der jeweilig Handelnden erzählt und man bekommt auch Rückblenden in die Vergangenheit, die allerdings in der Phase des Buches noch nicht viel aussagen. So fehlt mir über eine lange Strecke die Spannung. Da der Autor aber bei den vorherigen Büchern immer ein sehr spannendes Ende eingebaut hatte, habe ich auch hier weitergelesen – und wieder gibt es ein zum Teil sehr unerwartetes und spannendes Finale. So kann ich trotz allem eine Leseempfehlung aussprechen, empfinde das Buch – gemessen an den bisherigen Büchern des Autors – aber eher als Durchschnittsthriller.
    Der Zoom-Killer

    Chris Meyer
    Der Zoom-Killer (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    30.06.2022

    Heftig

    Bei einer Videokonferenz wird der Leiter der Konferenz vor laufender Kamera gefoltert und ermordet. Die anderen Teilnehmer müssen zuschauen und dürfen nicht reagieren. Tom Bachmann und sein Team versuchen, den Mörder zu ermitteln, was sich als außerordentlich schwierig gestaltet. Weder ist ein Motiv auf dem ersten Blick zu erkennen, noch gibt es irgendwelche Anhaltspunkte, in welche Richtung es gehen soll. Da taucht ein Mann aus der Vergangenheit bei Tom auf…

    Der zweite Teil der Reihe um Tom Bachmann setzt relativ nahtlos dort an, wo der Vorgänger aufgehört hat. Das Geschehen selbst ist spannend und zum Teil hochaktuell, für die Motive kann man am Ende Mitgefühl haben. Mir waren nur manche theoretischen Erläuterungen ein wenig zu viel und das Ende dann auch etwas abrupt und zu schnell behandelt. Auch wenn es natürlich ein Cliffhanger auf den nächsten Teil ist. Alles in allem kann ich eine Leseempfehlung aussprechen, ein Thriller, der auf jeden Fall zu den besseren gehört.
    Affenhitze

    Affenhitze (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    11.06.2022

    Klufti vom Feinsten

    Das Allgäu stöhnt unter einer Hitzewelle. Und gerade da müssen sich Kluftinger und sein Team mit einem Mord in einer Tongrube beschäftigen. Bei Ausgrabungen, die den Urzeitaffen Udo hervorbrachten, wurde Professor Brunner umgebracht. Es steht dann eine Menge Verdächtige an, doch Kluftinger muss sich noch um ganz andere Sachen kümmern. Zum einen ist er weiterhin Interims-Polizeipräsident mit vielen ungeliebten Aufgaben, zum anderen muss er die Tagesmutter seiner kleinen Enkelin observieren und außerdem seine Frau bei einem Flohmarkt für Flüchtlinge unterstützen. Er hat also voll zu tun.

    Das Buch ist ein Kluftinger vom Feinsten. Der Fall und die Ermittlungen selbst sind nicht unbedingt hochspannend, aber das erwartet man bei der Reihe auch nicht. Stattdessen ist das Buch an vielen Stellen echt witzig und die Autoren sparen auch nicht mit Selbstironie. Klufti meistert seine altbekannten Probleme mit der modernen Technik erstaunlich gut, wenn er auch oft über das Ziel hinausschießt. Als Leser konnte ich mich darüber königlich amüsieren. Auch kleine Seitenhiebe in Richtung Wissenschaft, Modeerscheinungen und Gendern bleiben nicht aus. Alles in allem ein Buch, dass nicht nur die Herzen von den Kluftinger-Fans höher schlagen lässt.
    Oxen. Noctis

    Oxen. Noctis (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    11.06.2022

    Spannend

    Sieben ehemalige Soldaten werden erschossen aufgefunden. Der Schütze muss ebenfalls ein ausgebildeter Soldat sein. Die Suche nach ihm und vor allem nach den Gründen gestaltet sich äußerst schwierig. Ex-Elitesoldat Niels Oxen wird als Berater engagiert. Bald hat er auch eine Spur gefunden, doch dann verschwindet er selbst spurlos. Und sein Leben ist in höchster Gefahr.

    Ich fand das Buch richtig gut und über große Strecken auch sehr spannend. Es ist gut lesbar und vermischt einen Thriller mit viel Spannung und Abenteuer gleichzeitig mit aktueller Weltpolitik, aber auch mit einfacher Kriminalität und mit dem Wirken diverser Geheimdienste. Auch die handelnden Personen sind vielschichtig und es geht vorwiegend um den Fall und nur am Rande um Privates. Das alles passt richtig gut zusammen und deshalb gibt es von mir eine absolute Leseempfehlung.

    Die Leiche am Deich

    Joost Jensen
    Die Leiche am Deich (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    07.06.2022

    Luft nach oben

    In dem kleinen ostfriesischen Ort Sünnum wird die Leiche einer Frau gefunden. Sie ist die Ehefrau des Landwirtes Burmeister. Dieser hat vor, eine große Milchviehanlage zu bauen. Damit ist der gesamte Ort nicht einverstanden und es gibt schon lange Proteste dagegen. In letzter Zeit hatte sich die Ermordete an diesen Protesten beteiligt. Ins Visier der Polizei als Verdächtiger gerät allerdings Enno, der diese Proteste geleitet hat. Daran glaubt die Friesenbrauerin Gesine allerdings nicht. Und ermittelt auf eigene Faust…

    Das Buch ist ein typischer Regionalkrimi, der mit nicht zu viel Spannung, aber sehr viel Lokalkolorit arbeitet. Allerdings war es mir hier oft zu viel. Gefühlt die Hälfte des Buches handelte davon, so viel wie möglich des von Gesine gebrauten Bieres zu vertilgen. Die Figuren waren für mich oft gnadenlos überzeichnet. Es gab so gut wie nur schwarz und weiß und keine Zwischentöne und Gesine ging ohne Rücksicht auf Verluste durch die Geschichte, obwohl sie ihre Tochter damit fast ausschließlich große Schwierigkeiten bereitete. Das alles war für mich einfach zu übertrieben und, auch wenn ich natürlich weiß, dass ein Krimi nicht unbedingt Realität ist, zu unrealistisch. So ist mein Fazit für dieses Buch: man kann es als nette Unterhaltung lesen, aber es hinterlässt keinen wirklich bleibenden Eindruck.
    Freunde. Für immer.

    Freunde. Für immer. (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    07.06.2022

    Freunde?

    Fünf Freunde treffen sich für ein Wochenende in einer abgelegenen Region, um dort den Junggesellenabschied von Jonathan zu feiern. Doch bald müssen sie die Polizei rufen, denn zwei ihrer Freunde werden vermisst. Bald findet die Polizei ein Auto, allerdings nur mit einer Leiche und deren Gesicht ist komplett zertrümmert, so dass sie nicht wissen, um wen es sich handelt. Bei der Untersuchung des Falles merken sie schnell, dass die Leute ihnen nicht die Wahrheit sagen beziehungsweise vieles verschweigen.

    Das Buch lässt mich etwas zwiegespalten zurück. Die Geschichte geht nur ganz ganz langsam los und ist doch nicht wirklich spannend. Die Kapitel werden aus wechselnder Perspektive der fünf Leute erzählt. Jeder hat seine eigene Sicht auf die Geschichte, vor allem hat jeder eigene Geheimnisse und versucht, seine sogenannten Freunde für sich auszunutzen. Das Ganze ist nicht schlecht geschrieben, aber es konnte mich auch nicht wirklich packen. Das Ende barg eine Überraschung, konnte das Buch für mich allerdings nicht so verbessern, dass es über den Durchschnitt hinausragte.

    Die Freundinnen vom Strandbad

    Julie Heiland
    Die Freundinnen vom Strandbad (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    03.06.2022

    Wirklich gelungene Beschreibung

    Ost-Berlin Mitte der 1950er Jahre. Im Freibad am Müggelsee treffen sich zufällig drei junge Mädchen und retten einem alten Mann das Leben. Durch diese unerwartete Begegnung werden drei völlig gegensätzliche Charaktere zu Freundinnen. Die Freundschaft überdauert alle Probleme und wird mit den Jahren immer tiefer. Bis Anfang der 1960er Jahre auf einmal die Mauer gebaut wird und schwere Entscheidungen anstehen.

    Ich empfand das Buch als richtig gut gelungen. Zuerst die Beschreibung des damaligen Lebens in der DDR. Die Probleme bei der Versorgung, die Schwierigkeiten in der Schule, die ständige Bespitzelung durch die Stasi. Ebenso gut beschrieben ist allerdings auch die Freundschaft zwischen den Mädchen, ihre Probleme im Teenageralter, die ersten Lieben, aber eben auch das ständige Überlegen, was man wo sagt und welche Möglichkeiten man überhaupt hat. Die oft vorhandenen Ungerechtigkeiten und Einschränkungen. Das alles ist verpackt in eine sehr persönliche Geschichte, die sich sehr gut lesen und die die damalige Zeit wieder aufleben lässt. Die Fortsetzung des Buches ist angekündigt und ich freue mich darauf. Von mir eine absolute Leseempfehlung.
    Tiefes, dunkles Blau

    Seraina Kobler
    Tiefes, dunkles Blau (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    03.06.2022

    Gemütlich, aber spannungslos

    Rosa ist Seepolizistin in Zürich und hat sich gerade einige Eizellen einfrieren lassen, da sie sich stark ein Kind wünscht, der Partner aber fehlt und sie immer älter wird. Ihr Arzt wird kurz danach tot im See aufgefunden und es stellt sich bald heraus, das ist Mord war.

    Das Buch hat mich stark an ein Schweizer Klischee erinnert. Wenn Schweizer sprechen, klingt es sehr langsam, aber auch sehr gemütlich. So ähnlich war das Buch. Sehr gut zu lesen, es wirkte alles heimelig, gemütlich und angenehm. Die Beschreibungen sind gelungen. Was dem Buch als Krimi aber völlig fehlte, war die Spannung. So reizte es mich sehr wenig, es weiter und fertig zu lesen. Kurze Zeit nach dem Beenden wusste ich zwar den Täter noch, den endgültig richtigen Grund aber nicht mehr. Also ist sehr wenig hängengeblieben. Die Beschreibungen der diversen Gerichte machten Appetit, bei mir allerdings nicht auf eine Fortsetzung.

    301 bis 325 von 898 Rezensionen
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