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    raschke64 Top 10 Rezensent

    Aktiv seit: 06. Januar 2017
    "Hilfreich"-Bewertungen: 71

    Bitte beachten Sie

    Wir können nicht sicherstellen, dass die Angaben von Verbrauchern stammen, die das Produkt tatsächlich genutzt oder erworben haben.

    898 Rezensionen

    Wir können nicht sicherstellen, dass die Angaben von Verbrauchern stammen, die das Produkt tatsächlich genutzt oder erworben haben.
    Brandner, M: Kerl aus Koks

    Brandner, M: Kerl aus Koks (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    11.10.2022

    Sympathisch

    Erzählt wird die Lebensgeschichte von Paul, der die ersten Jahre in Bayern verbringt, den seine Mutter dann aber in den Ruhrpott holt. Dort fühlt er sich schnell wohl, auch weil sein Stiefvater für ihn zu einem echten Vater wird. Und vieles ausgleicht, was die Mutter nicht so besonders gut macht. Paul wird sich in vielen Berufen versuchen, die Bundeswehr überstehen und ein sehr bewegtes Leben führen.

    Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Der Schauspieler, der hier zum Autor wird, war mir schon immer sympathisch und auch als Schriftsteller trifft das wieder zu. Er beschreibt mit seiner zum Teil lakonischen Art, aber immer mit sehr viel Humor und Menschenliebe, Teile seines Lebens. Damit beschreibt er aber gleichzeitig auch ein Aufwachsen im Nachkriegsdeutschland und einiges an Freiheit. Er verschweigt auch nicht seine Fehler beziehungsweise Fehlentscheidungen, aber das macht ihn nur noch menschlicher. Ich kann das Buch absolut nur empfehlen. Das Cover ist ein wirklicher Hingucker und zaubert mir immer wieder ein Lächeln ins Gesicht.
    Tohrus Japan

    Tohru Nakamura
    Tohrus Japan (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    11.10.2022

    Sympathisch und interessant

    Ich muss gestehen, dass ich bisher den Spitzenkoch und jetzigen Autor überhaupt nicht kannte. Das dürfte ein Fehler meinerseits sein. Denn das Buch hat mich in mehrerer Hinsicht überrascht. Zum einen ist der Autor sehr sympathisch und mir hat die Aufteilung des Buches sehr gefallen. Zuerst führt uns der Autor nämlich in Deutschland an verschiedene japanische Orte und erst dann erzählt er über seinen Lebenslauf und seine Kochleidenschaft. Danach geht es dann mit den Rezepten los. Diese sind in verschiedene Abschnitte unterteilt, die jeweils mit einer Warenkunde beginnen. Das empfand ich als sehr gute Idee. Auch das Glossar am Ende mit den Erklärungen zu den einzelnen fremden Zutaten hat mir als Laien sehr weitergeholfen. Die Rezepte werden begleitet mit wirklich wunderschönen Fotos und sind für mich verständlich. Von den meisten japanischen Zutaten hatte ich allerdings noch nie was gehört. Aber mir gefällt die Verbindung zwischen deutscher und japanischer Küche. Unabhängig davon fand ich das Buch aber als sehr hochwertig und würde es als Geschenk für Leute, die japanisches Essen mögen, und auch als Leseempfehlung bezeichnen.
    Zwischen heute und morgen

    Carmen Korn
    Zwischen heute und morgen (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    26.09.2022

    Die 1960er

    Der zweite Teil der Geschichte um die Familien in Hamburg, Köln und San Remo deckte den gesamten Zeitraum der 1960er Jahre ab. Es geht aufwärts und die Lebensbedingungen verbessern sich immer mehr, jedenfalls für die meisten in der Familie. Aber es gibt auch Probleme und Todesfälle. Wie es eben in jeder normalen Familie geschieht.

    Das Buch beginnt mit einer kurzen Vorstellung der wichtigsten Hauptpersonen und ihrer Verbindung zueinander und dann auch mit den Stammbäumen der Familien. Das finde ich gut, denn gerade am Anfang musste ich mich erst wieder einlesen und die vielen Personen auseinanderhalten und richtig zuordnen. Wie auch im ersten Band ist es gut gelungen, die Vielschichtigkeit des Jahrzehnts darzustellen. Die neuen Entwicklungen, die Veränderungen in Politik und Wirtschaft, aber auch im Bereich der Familie. Das macht das Buch sehr gut lesbar, auch wenn ich es etwas schwächer als den Vorgängerband empfand. Das lag in erster Linie daran, dass ich einige der Entscheidungen nicht wirklich nachvollziehen konnte. Unabhängig davon gibt es von mir eine Leseempfehlung.

    Ryan, J: Köchinnen von Fenley

    Ryan, J: Köchinnen von Fenley (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    26.09.2022

    Köstlich

    Großbritannien 1942, mitten im Krieg gibt es schon länger eine Lebensmittelrationierung. Die Menschen müssen zwar nicht unbedingt Hunger leiden, aber es fehlen viele Dinge, die traditionelle Gerichte unbedingt benötigen. Daher hat ein Ministerium es sich zur Aufgabe gemacht, die Menschen mit Kriegsrezepten zu versorgen. Passend dazu veranstaltet eine BBC-Radiosendung einen Kochwettbewerb. Es geht darum, mit möglichst wenigen Lebensmitteln, die auf die Karten zugeteilt werden oder sogar außerhalb der Rationierung zu bekommen sind, sehr gute und schmackhafte Gerichte herzustellen. Die vier Damen, die sich daran beteiligen, sind alle gute Köchinnen, jede auf ihre eigene Art und Weise. Die Gewinnerin wird die BBC-Radiosendung künftig mit moderieren. Für alle ist es ein Aufstieg und eine riesige Chance.

    Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Zum einen erfährt man, wie es in England im zweiten Weltkrieg in Bezug auf die Lebensmittelrationierung zuging. Welche Lebensmittel waren relativ gut verfügbar, welche waren kaum erhältlich. Wie haben die Frauen es geschafft, ihre Familien zu ernähren. Zum anderen ist das Buch in sich gut lesbar. Es erzählt warmherzig eine Geschichte, die Mut macht und gleichzeitig unterhält. Anfangs sind die handelnden Figuren ein wenig zu schwarz-weiß gezeichnet und fallen manchmal in Richtung Klischee ab, doch im Laufe des Buches ändert sich das dann doch. Die eingebauten Rezepte klingen sehr interessant und ich werde tatsächlich versuchen, einige davon nachzukochen beziehungsweise nachzubacken.
    Storm, A: Das neunte Gemälde

    Storm, A: Das neunte Gemälde (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    26.09.2022

    Nicht einfach

    Leonhard Lomberg bekommt einen Anruf und soll ein verschollenes Gemälde übergeben bekommen. Kurze Zeit später ist der Anrufer tot. Lomberg ist erst einmal verdächtig, mit dem Mord in Verbindung zu stehen. Er kann den Verdacht zwar entkräften, begibt sich aber nun selbst auf die Suche nach dem Bild. Umso mehr, weil das Bild mit seinem eigenen Vater zu tun haben soll.

    Das Buch ist als Kriminalroman bezeichnet. Das trifft es ziemlich gut, wobei ich persönlich die Betonung mehr auf Roman lege. Es ist genug kriminelle Energie dabei, aber diese ist nicht immer unbedingt sehr spannend rübergebracht. Gerade am Anfang hatte ich einige Probleme, die zwischen 1914 und 2016 spielenden Handlungsstränge zu verfolgen und die vielen Personen einzuordnen. Trotzdem hat mich die vielschichtige Geschichte zum einen interessiert, zum anderen auch einiges gelehrt und je weiter das Buch fortschritt, desto verbanden sich die vielen unterschiedlichen Sachen. Das Buch ist nicht einfach zu lesen, man muss sehr aufmerksam dabei bleiben, um die Geschichte in allen Facetten zu begreifen. Unabhängig davon hat es mir aber wirklich sehr gut gefallen und ich freue mich auf die angekündigte Fortsetzung.
    Drei Tage im August

    Anne Stern
    Drei Tage im August (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    19.09.2022

    Sehr ruhig

    August 1936. In Berlin findet gerade die Olympiade statt und die Stadt wird noch einmal bunt und international. Trotzdem ist die Düsternis im Hintergrund die die Macht der Nazis zu spüren. Die ehemalige Prachtstraße Unter den Linden ist ein wenig heruntergekommen. Der Ku‘Damm läuft ihr den Rang ab. Trotzdem gibt es noch viele Geschäfte. So der Buchladen des Juden Franz Marcus oder die berühmte Chocolaterie Sawade, in der Elfie Geschäftsführerin ist. Da gibt es den Leierkastenmann und die Menschen im Hotel Adlon.

    Das Buch erzählt sehr ruhig die Geschichte vor allem von Elfie. Als Laie konnte ich nicht erkennen, ob sie manisch–depressiv, leicht autistisch oder nur mit einem Kindheitstrauma behaftet ist. Auf jeden Fall ist sie sehr speziell. Erzählt wird aber auch die Geschichte des berühmten Ladens Sawade, den es bis heute noch gibt. Und die Geschichten einiger Leute, die mit Elfie verbunden sind. Das alles ist komprimiert auf die drei Tage im August. Es gelingt der Autorin, die ganzen Lebensläufe darin unterzubringen. Nicht gefallen haben mir die zum Glück wenigen eingeschobenen Kapitel, in denen die Linden selbst sprechen. Sie erzählen von der Vergangenheit, aber auch der Zukunft der Straße und das fand ich zum einen komisch, zum anderen auch irgendwie befremdlich. Es hätte diese Kapitel nicht gebraucht.
    Monsieur le Comte und die Kunst des Tötens

    Monsieur le Comte und die Kunst des Tötens (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    19.09.2022

    Gut gelöst

    Lucien ist jetzt der Comte de Chacarasse, nachdem sein Vater ermordet wurde. Eigentlich hat er ein kleines Restaurant und ist damit für sich zufrieden. Doch gleichzeitig ist er jetzt auch der oberste eines französischen Adelsgeschlechtes, das seit Jahrhunderten ein spezielles Gewerbe betreibt. Der jeweils älteste Sohn ist eine Art Auftragskiller. Lucien muss diese Aufgabe nun übernehmen, obwohl er das gar nicht will. Aber ihm bleibt nichts anderes übrig.

    Das Buch ist als Kriminalroman bezeichnet. Über weite Strecken hatte ich allerdings eher das Gefühl, es ist eine Kriminalkomödie. Was nicht schlecht ist. Insgesamt hat mich das Buch eher positiv überrascht. Besonders die Teile, bei denen Lucien versucht, die aufgetragene. Morde irgendwie nicht auszuführen. Da gab es viel Kreativität und einiges an Überraschungen. Was mir nicht so gut gefiel, war die starke Verwendung französischer und italienischer Redewendungen und die gleich darauf folgende Übersetzung. Das hat für mich den Lesefluss etwas gestört. Doch insgesamt kann ich eine Leseempfehlung aussprechen.
    Todesspiel. Die Nordseite des Herzens

    Dolores Redondo
    Todesspiel. Die Nordseite des Herzens (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    19.09.2022

    Überwiegend gut

    Das FBI jagt einen Serienmörder. Dieser tötet immer ausschließlich Familien. Die Eltern, drei Kinder und die dazugehörige Großmutter. Amaia Salazar arbeitet eigentlich bei der spanischen Polizei, aber während einer Weiterbildung wird sie vom FBI zu Hilfe geholt. Das Team kommt dem Modell zwar immer näher, doch dann kommt der verheerende Wirbelsturm Katrina nach New Orleans...

    Das Buch ist über weite Strecken richtig gut und vor allem spannend. Allerdings hat die Autorin auch ein wenig zu viel gewollt. Allein die Ermittlungen zu dem Serienmörder hätten ausgereicht, eine interessante Geschichte zu erzählen. Besonders gelungen sind auch die Beschreibungen über den Wirbelsturm und vor allem die Tage danach in New Orleans. Das ist unheimlich realistisch. Zusätzlich gibt es noch die Geschichte aus der Kindheit von Amaya. Diese erklärt zumindest einige Verhaltensweisen der Ermittlerin, allerdings wirken die anderen FBI-Ermittler ihr gegenüber oft „dumm“. Zu viel allerdings wurde dann die ungefähr zehn Jahre früher spielende Geschichte um die entführten Mädchen, Samedi und einige mysteriöse Erscheinungen. So hatte das Buch dadurch einige Längen und war auch ein wenig überfrachtet.
    Doch alles in allem kann ich eine Leseempfehlung aussprechen.
    Die Wagemutige

    Caroline Bernard
    Die Wagemutige (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    12.09.2022

    Viel Mut

    Es ist 1940 und Lisa Fittko ist in Frankreich in einem Lager interniert. Dieses befindet sich im nicht von den Nazis besetzten Teil und Lisa gelingt nach etwa vier Wochen die Flucht. Sie schafft es auch, ihren Lebensgefährten Hans wiederzufinden. Beide kämpfen wie vorher schon in Deutschland und anderen Ländern weiterhin gegen die Nazis, vor allem damit, dass sie Flüchtlinge über die Grenze nach Spanien bringen. Die Situation wird immer gefährlicher und sie versuchen, auch für sich selbst Ausreisepapiere zu bekommen.

    Das Buch ist wichtig und erinnert an die schwere damalige Zeit. Gleichzeitig berichtet es über eine ziemlich unbekannte Frau, die aber Großes im Widerstand geleistet hat. Das Buch setzt ihr ein literarisches Denkmal. Das empfinde ich als sehr gute Idee. Es ist darüber hinaus aber auch gut lesbar und bringt die Probleme auf einer persönlichen Ebene dem Leser näher. Weniger gefallen hat mir die historisch nicht belegte Geschichte um den Amerikaner Louis, in den sich Lisa im Buch verliebt. Eigentlich ist die Geschichte nicht nötig gewesen, denn Lisa hat auch so genügend Zweifel, ob sie das Richtige tut und niemanden Unschuldiges damit schadet. Alles in allem von mir eine Leseempfehlung.

    Bruch: Ein dunkler Ort

    Frank Goldammer
    Bruch: Ein dunkler Ort (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    12.09.2022

    Düster


    Nicole Schauer ist nach Dresden versetzt worden. Ihr neuer Kollege Felix Bruch ist mehr als nur eigenartig. Doch sie hat gar keine Zeit, ihn überhaupt richtig kennenzulernen, denn sofort müssen sie einen Fall übernehmen. Ein Mädchen ist verschwunden. Die Suche ergibt nichts, außer dass sich die Leute daran erinnern, dass vor zwei Jahren ebenfalls ein Mädchen verschwunden ist, das nach zwei Wochen von allein wieder auftauchte. Seitdem schweigt sie dazu. Die Eltern verhindern, dass der Fall untersucht werden konnte. Das jetzt verschwundene Mädchen ist ihre Freundin…

    Das Buch ist ziemlich düster. Ich mag den Autor und besonders die Reihe um Kommissar Max Heller, weil sie für mich wirklichkeitsnah war. Mit dieser neuen Reihe hier, die in der Gegenwart spielt, muss ich mich noch sehr anfreunden. Das liegt in erster Linie daran, dass die beiden Hauptfiguren mehr als nur speziell sind und für meinen Geschmack auch nicht sehr realistisch. Ich frage mich, warum Polizisten in der Mordkommission in den meisten Krimis solche kaputten Typen sein müssen. Das finde ich persönlich schade. Ansonsten besticht das Buch wieder durch einen guten Stil und genaue Beschreibungen. Wenn man Dresden und Umgebung kennt, weiß man sofort, wo die einzelnen Sachen spielen. Für mich hat die Reihe allerdings noch definitiv Luft nach oben.
    Die Buchhändlerin von Paris

    Kerri Maher
    Die Buchhändlerin von Paris (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    12.09.2022

    Höhen und Tiefen

    Sylvia Beach ist Amerikanerin und kommt in ihre Lieblingsstadt Paris. Über ihre Freundin Adrienne, die eine französische Buchhandlung führt, kommt sie auf die Idee, ebenfalls eine englischsprachige Buchhandlung zu gründen. Shakespeare & Company wird nach anfänglichen Startschwierigkeiten bald ein großer Erfolg und in dem kleinen Laden treffen sich die berühmtesten Literaten ihrer Zeit. An der Spitze James Joyce, dessen Roman Ulysses in den USA verboten wird. Sylvia entschließt sich, das Buch in eigener Verantwortung zu verlegen.

    Das Buch beschreibt in vier Kapiteln die Geschichte von Sylvia Beach, die in ihrem Leben viel erreicht, aber „nur“ ein einziges Buch verlegt hat. Sie ist sicherlich den meisten Menschen eher unbekannt. Umso schöner ist es, dass ihr und ihrer Freundin Adrienne mit diesem Buch eine Art literarisches Denkmal gesetzt wurde. Das Buch ist über weite Strecken gut lesbar und sehr interessant. Nur am Ende des ersten Abschnittes und über große Teile des zweiten Abschnittes hat es einige Längen und man muss sich da ein wenig durchkämpfen. Dennoch ist es sehr emotional und zeigt die Schwierigkeiten, mit denen Schriftsteller, aber auch Frauen zu dieser Zeit zu kämpfen hatten. Alles in allem gibt es von mir eine Leseempfehlung.
    Groff, L: Matrix

    Groff, L: Matrix (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    06.09.2022

    Eine Vision

    Marie ist die illegitime Halbschwester von Königin Eleonore. Sie darf nur kurze Zeit am Hof verbringen, dann wird sie nach England in ein Kloster geschickt. Dort soll sie als Priorin verbleiben. Das Kloster ist mehr als bettelarm und die erste Zeit ist für Marie einfach nur furchtbar. Doch nach und nach besinnt sie sich auf ihre eigene Kraft und fängt an, das Kloster nach ihren Vorstellungen zu gestalten.

    Die Geschichte ist fiktiv und könnte sich trotzdem so zugetragen haben. In einer von Männern dominierten Welt gab es einige wenige Frauen, die Einfluss und Macht besaßen. Sei es als Königin oder sei es als Äbtissin eines der größeren Klöster. Doch diese Macht war oft gefährlich und musste mit viel List eingesetzt werden. Das Buch beschreibt eine Frau, die ihre Macht nach und nach erkennt und einsetzt, um anderen Frauen ein gutes Leben zu ermöglichen. Das ist gut beschrieben und zeigt auch die Macht und Fantasie der Frauen innerhalb und außerhalb des Klosters. Es ist eine interessante Version und gut lesbar. Vieles lässt sich auf die heutige Zeit übertragen.
    Yokomizo, S: rätselhaften Honjin-Morde

    Yokomizo, S: rätselhaften Honjin-Morde (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    06.09.2022

    Etwas altmodisch

    Der älteste Sohn der sehr bedeutenden Familie Ichiyanagi will endlich heiraten. Jedoch wird er in der Hochzeitsnacht zusammen mit seiner neu vermählten Frau ermordet. Allerdings ist der Raum mit den beiden Toten von innen verschlossen und es gibt keine Spuren von außerhalb. Die Polizei am mittelt und der Privatdetektiv Konsuke Kindaichi wird hinzugezogen.

    Das Buch umfasst gerade mal 200 Seiten und ist weniger ein Kriminalroman, als mehr eine Kurzgeschichte. Das Original wurde in Japan bereits vor fast 80 Jahren geschrieben und ist im entsprechenden Duktus dieser Zeit verfasst. Die jetzige Übersetzung greift meines Erachtens stark darauf zurück. Dadurch wirkt das Buch insgesamt etwas altmodisch und altbacken. Es erinnert stark an Werke von Agatha Christie und für Leser, die dies mögen, ist das Buch sicherlich interessant. Mir persönlich war es zu oft zu umständlich und zu spannungslos. Interessant waren für mich die Beschreibungen der damaligen Sitten, zum Beispiel bei der Hochzeit. Falls weitere Werke des Autors übersetzt werden sollten, werde ich sie wahrscheinlich eher nicht lesen. So überzeugend war das erste Buch der Reihe dann doch nicht. Gut allerdings fand ich das Personenverzeichnis sowie die Erklärungen zu speziellen japanischen Begriffen.
    Der Aufstieg - In eisiger Höhe wartet der Tod

    Der Aufstieg - In eisiger Höhe wartet der Tod (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    06.09.2022

    Authentisch

    Cecily ist Journalistin und schreibt für ein Outdoormagazin. Sie darf an einer Expedition des berühmten Bergsteigers Charles McVeigh teilnehmen und einen Achttausender, den Manaslu, besteigen. Schafft sie das, bekommt sie ein Exklusivinterview. Doch sie selbst hat viele Zweifel. Schon unterwegs kommt es zu einem Todesfall. Und Cecily erhält eine Nachricht, dass auf dem Berg ein Mörder ist und sie sich in Sicherheit bringen soll.

    Das Buch hat mir gut gefallen. Seitdem ich vor Jahren Jon Krakauers Buch über die Everest-Expedition gelesen habe, interessiere ich mich für solche Berichte. Ich habe einige Bücher darüber gelesen und denke, dass ich als interessierter Laie einschätzen kann, dass die Autorin weiß, worüber sie schreibt. Alles ist sehr authentisch. Der eigentliche Thriller kommt dabei zwar manchmal zu kurz, aber gerade zum Ende hin wird die Sache richtig spannend. Mich hat es aber nicht gestört, weil ich die Beschreibungen sehr gut und realistisch fand.
    Die Passage nach Maskat

    Cay Rademacher
    Die Passage nach Maskat (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    06.09.2022

    Gut lesbar

    Die reiche Kaufmannsfamilie Rosterg macht sich komplett auf dem Weg nach Maskat. Begleitet wird sie von dem ungeliebten Schwiegersohn Theodor, der Fotograf für eine Berliner Zeitung ist. Die Reise findet auf dem luxuriösen Schiff Champollion statt. Man genießt die Annehmlichkeiten der Luxusklasse, bis nach wenigen Tagen Dora, die Frau von Theodor , spurlos verschwindet. Angeblich war sie nie auf dem Schiff…

    Das Buch lässt mich ein klein wenig zwiegespalten zurück. Das liegt in erster Linie darin, dass es als Kriminalroman betitelt ist. Es findet auch eine Art Krimi statt, doch fehlt mir für diesen fast komplett die Spannung. Auch wenn jeder Beteiligte irgendetwas zu verbergen hat und es für einige Leute gefährlich wird. Trotzdem kann ich für das Buch eine Leseempfehlung aussprechen, denn zum einen ist es wirklich gut lesbar. Zum anderen erinnert es stark an Agatha Christie, was an sich schon eine Empfehlung ist. Besonders gefallen hat mir allerdings die Schilderung der damaligen Zustände auf dem Schiff und auch der verschiedenen Passagiere in den unterschiedlichen Klassen. Das ist für mich die Stärke des Buches. Das Ende finde ich ein klein wenig bemüht, aber das ist Geschmackssache. Alles in allem war es keinesfalls ein Fehlgriff.
    Isidor

    Shelly Kupferberg
    Isidor (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    25.08.2022

    Ein jüdisches Leben

    “Ein jüdisches Leben“ ist der Untertitel des Buches und er fasst den Inhalt sehr gut zusammen. Es geht um Dr. Isidor Geller, der eigentlich Israel heißt und der auch mit der Namensänderung, sehr viel Fleiß und Disziplin und dem nötigen Glück es schaffte, aus einer armen jüdischen Familie in der tiefsten Provinz zu einem anerkannten Mitglied der Wiener Gesellschaft und Multimillionär zu werden. Es geht auch seine Familie und darum, wie er durch die Nazis einen viel zu frühen Tod fand.

    Das Buch ist eine Mischung aus Biografie und Sachbuch und wechselt dabei hin und her. Geschrieben wurde es von der Urgroßnichte von Isidor. Sie erzählt die Familiengeschichte sehr, sehr sachlich. Mir war es manchmal ein wenig zu sachlich – es fehlten mir die Emotionen, weshalb mir einzelne Personen nicht sehr nahe kamen. Unabhängig davon ist es aber ein lesenswertes Buch, weil es quasi im Kleinen – am Bespiel einer konkreten Familie – von dem Leben, in dem Fall von einem sehr außergewöhnlichen, vor den Nazis, aber auch in der Nazizeit mit allen Konsequenzen berichtet. So wird Geschichte nachvollziehbar. Ein wichtiges Buch.
    Kordic, M: Jahre mit Martha

    Kordic, M: Jahre mit Martha (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    25.08.2022

    Auf der Suche

    Zeljko, genannt Jimmy, ist der Sohn eine Familie aus Herzegowina, die nach Deutschland ausgewandert ist. Sein Vater arbeitet auf diversen Baustellen, seine Mutter hat mehrere Putzstellen, u. a. bei einer Professorin in Heidelberg. Diese lernt Jimmy mit 15 kennen und er verliebt sich in Martha. Vorerst bleibt die Liebe platonisch, doch mit Mitte 20 ändert sich das. Das sehr ungleiche Paar ist fasziniert voneinander. Jimmy ist begeistert von der Bildung, der Kultur und dem Wissen von Martha. Diese sieht in ihm wohl so eine Art Sohnersatz – jedenfalls anfangs. Und so sind sie verbunden über viele Jahre lang…

    Das Buch hat mir gut gefallen. Zum einen ist es sehr gut lesbar, besonders am Anfang hat es auch einen sehr warmherzigen Humor. Zum anderen erzählt es eine interessante Geschichte über ein „Einwandererkind“. Und auch eine Suche nach sich selbst und seinen Platz in der Familie und in Deutschland. Anfangs ist Jimmy sehr strukturiert und versucht alles, um an Bildung zu gelangen, teilweise auch zum Unverständnis seiner Familie. Später verliert er sich eigentlich in sich selbst. Er hat alles erreicht und weiß auf einmal nicht, was er mit seinem Leben anfangen soll und wie er glücklich werden kann. Auf dieser Suche kann man ihn begleiten. Das ist wunderbar beschrieben und gibt Einblicke in die Welt dieses Menschen. Gleichzeitig wird auch das Leben in Deutschland automatisch reflektiert. Ich kann dafür nur eine Leseempfehlung aussprechen.
    Die Filiale

    Veit Etzold
    Die Filiale (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    22.08.2022

    Nicht durchweg spannend, aber interessant

    Laura Jacobs arbeitet in einer Bank. Mehrere Dinge passieren fast gleichzeitig. Bei einem Überfall behält sie die Nerven und klärt die ganze Angelegenheit fast allein. ihr neuer Chef möchte sie befördern und als stellvertretende Filialleiterin einsetzen. Außerdem erhält sie die Kündigung über ihr gemietetes Haus, das ihrer Bank gehört. Als sie beginnt, sich gegen Letzteres zu wehren, setzt die Bank sie unter Druck. Da gibt es plötzlich Unregelmäßigkeiten, die sie verursacht haben soll…

    Das Buch ist kein Thriller klassischen Sinn. Über weite Strecken fehlt ein wenig die Spannung, weil es sich um ein Wirtschafts–/Bankverbrechen handelt. Man merkt dem Buch an, dass der Autor weiß, worüber er schreibt. Und manchmal sogar ein wenig zu ausführlich. Jedenfalls für mich, die von solchen Sachen wenig Ahnung hat und sich nicht im Detail dafür interessiert. Wobei das ganze Thema an sich nicht uninteressant ist und ich zumindest einiges lernen konnte. Die Story selbst ist an manchen Stellen für mich nicht ganz schlüssig. Das betrifft allerdings mehr den privaten Bereich der Hauptperson. Alles in allem ist es jedenfalls eine etwas andere Geschichte als sonst üblich. Für Leute, die das mögen, kann ich eine Leseempfehlung aussprechen.
    Turner, A: Wer mit den Toten spricht

    Turner, A: Wer mit den Toten spricht (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    22.08.2022

    Gute Fortsetzung

    Cassies Oma geht es wieder besser. Doch angesichts ihrer Erkrankung kommt sie zu der Meinung, dass Cassie endlich die Wahrheit über ihre Eltern erfahren muss. Bisher war Cassie der Meinung, dass ihre Eltern beide bei einem Autounfall ums Leben gekommen sind. Doch nun muss sie erfahren, dass ihr Vater ihre Mutter ermordet hat und dafür 17 Jahre im Gefängnis war. Doch immer hat er beteuert, dass er unschuldig ist und den Mord nicht begangen hat. Cassie forscht nach und auch ihr kommen Zweifel.

    Das Buch ist eine sehr gelungene Fortsetzung ersten Teils. Cassie ist hier persönlich involviert und das macht die ganze Sache besonders interessant. Die Nachforschungen waren nachvollziehbar und es gab auch einige überraschende Wendungen. Mir gefällt nicht besonders, dass immer wieder Bilder und Figuren aus der Vergangenheit auftauchen (als wären sie in echt vorhanden) und Cassie sozusagen etwas mitteilen. Ich glaube, sie wäre auch ohne diese Sachen in der Lage, die entsprechenden Fälle zu klären. Alles in allem ist es ein guter Thriller, für den ich eine Leseempfehlung ausspreche.
    Das siebte Mädchen

    Stacy Willingham
    Das siebte Mädchen (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    22.08.2022

    Gutes Debüt

    Chloe ist Psychologin. Als ein junges Mädchen verschwindet, wird sie quasi in ihre Vergangenheit zurückgeschoben. Als sie zwölf war, verschwanden sechs Mädchen aus ihrer Umgebung. Die Leichen wurden nie gefunden, doch ihr Vater wurde als Mörder verurteilt. Das ist fast 20 Jahre her und erneut scheint es einen Mörder zu geben, der die Taten ihres Vaters nachahmt. Oder war ihr Vater gar nicht der Mörder und der richtige ist noch auf freiem Fuß?

    Der Thriller ist ein gelungenes Debüt der Autorin. Sie beschreibt gut. Umso mehr, als bis zur Hälfte des Buches eigentlich nicht viel passiert und vor allem die Sachen aus der Vergangenheit erzählt werden. Trotzdem ist das nicht langweilig und eine unterschwellige Spannung stets vorhanden. Gegen Ende des Buches überschlagen sich die Verdächtigen und man wird mehrmals in die Irre geführt. Das ist absolut gut gemacht. Daher kann ich eine Leseempfehlung aussprechen und würde gern mehr von der Autorin lesen.
    Die Liebenden von Bloomsbury - Virginia und die neue Zeit

    Stefanie H. Martin
    Die Liebenden von Bloomsbury - Virginia und die neue Zeit (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    22.08.2022

    Guter Beginn

    London, 1903. Die Schwestern Vanessa und Virginia ziehen zusammen mit ihren beiden Brüdern nach dem Tod ihres Vaters nach Bloomsbury. So entkommen sie der sehr strengen und extrem konservativen Aufsicht ihres Stiefbruders George. Es beginnt eine Zeit, in der die jungen Leute zusammen mit ihren Freunden abendliche Gesellschaften zur Diskussion über Philosophie, Kunst u. ä. durchführen. Damit einher geht auch eine große Freiheit, die in der englischen Gesellschaft zu dieser Zeit nicht üblich ist.

    Das Buch „Virginia und die neue Zeit“ ist der erste Teil einer dreiteiligen Reihe über Virginia Woolf, ihre Schwester Vanessa Bell und ihre Freundin Vita. Es ist ein guter Beginn, der neugierig macht auf die so unterschiedlichen, aber interessanten Frauen. Im ersten Teil steht vor allem Virginia im Vordergrund. Das Buch endet zu dem Zeitpunkt, an der der erste Heiratsantrag an Virginia gemacht und gleichzeitig wieder aufgelöst wird. Es ist gut geschrieben und auch gut lesbar und über weite Teile auch sehr interessant. Erst gegen Ende fand ich die vielen eingestreuten Briefe manchmal etwas zu langatmig. Jeden Fall ein gutes Buch und ein Anlass, sich mit der Geschichte von Virginia Wulff weiter zu beschäftigen.
    Rensburg, L: Nur du und ich

    Rensburg, L: Nur du und ich (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    16.08.2022

    Nur du und ich

    Ellie fährt zusammen mit ihrem Freund, dem älteren Literaturprofessor Steven, zum ersten Mal drei Tage gemeinsam weg. Sie haben ein einsam gelegenes Haus gebucht und wollen die Zeit nur miteinander verbringen. Ein Schneesturm sorgt dafür, dass von außen niemand kommen kann. Doch das Wochenende wird ganz anders als gedacht.

    Leider konnte mich das Buch nicht wirklich überzeugen. Das größte Manko war die über weite Strecken fehlende Spannung. Bereits nach kurzer Zeit erfährt man als Leser, warum die Geschichte so aus dem Ruder läuft. Das Thema ist sehr wichtig und es ist eine gute Idee, es in einem Thriller zu verarbeiten. Leider ist die Umsetzung dann weniger gelungen. Der Anfang ist gut, aber dann kommt eine ganz, ganz lange Strecke, in der sich die Geschichte einfach nur zäh lesen lässt. Erst gegen Ende wird es dann wieder etwas spannender, allerdings auch ganz zum Schluss nicht überzeugend. Das ist wirklich schade, denn der Stil an sich ist nicht schlecht. So bleibt das Ganze in meinen Augen leider nur Mittelmaß.
    Die Wunder

    Elena Medel
    Die Wunder (Buch)

    2 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    16.08.2022

    Nicht meins

    Maria bekommt im zutiefst katholischen Spanien Ende der 196034 Jahre ein uneheliches Kind. Dieses verbleibt bei der Familie und Maria selbst geht nach Madrid und arbeitet dort zuerst als Kindermädchen. Laufe der Zeit wechseln ihre Arbeitsstellen, die Bezahlung ist immer relativ schlecht. Trotzdem versucht sie, ihre Familie zu Hause zu unterstützen und ihr Kind Carmen irgendwann zu sich zu nehmen. Doch dagegen stellt sich zuerst ihre Familie Und später dann Carmen selbst, da sie sich von der Mutter vernachlässigt fühlt. So lernt Maria auch ihre beiden Enkelinnen Alicia und Eva nicht kennen.

    Das Buch wurde hochgelobt, mit Preisen ausgezeichnet und mit Bewunderung überhäuft. Ich kann das überhaupt nicht verstehen. Es war nicht meins. Sicherlich fehlt mir viel Wissen über die Entwicklungen in Spanien. Trotzdem war mir schon verständlich, worüber die Autorin schreibt. Geld regiert die Welt, dagegen hat es auch Feminismus schwer. Trotzdem hatte ich immer nur Sympathie für Maria. Alicia war mir zutiefst unsympathisch und ich konnte einen Großteil ihrer Entscheidungen nicht nachvollziehen und fand sie auch nicht beschreibungswürdig und mit Feminismus hatte sie so gar nichts zu tun. Das alles an sich sind Inhalte, über die man jederzeit diskutieren könnte. Was es für mich so schwer macht, war der Schreibstil der Autorin. Oft kurze Bemerkungen oder Halbsätze - Irgendwo eingefügt - machten mir das Lesen unheimlich schwer, weil ich oft das Gefühl hatte, das passt gar nicht zueinander. So kann ich wirklich das Lob nicht verstehen und kann auch keine Leseempfehlung aussprechen.
    Beifang

    Martin Simons
    Beifang (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    12.08.2022

    Suche nach Familie

    Frank Zimmermann ist auf der Suche nach Informationen über seine Familie, speziell seinen Großvater Winfried Zimmermann. Dieser arbeitete unter Tage und hatte zwölf Kinder. In der Familie war das Geld immer knapp. Irgendwie kamen sie durch.

    Anfangs fand ich das Buch nicht mal schlecht. Die Suche in der Familie und die unheimlich gegensätzlichen Aussagen der Kinder von Winfried waren interessant. Jeder hatte eine andere Sicht auf die Zeiten und auf ihren Vater. Die damals alltägliche Gewalt (zumindest in dieser Familie) wurde als normal hingenommen. Doch im Laufe des Buches begann ich mich zu fragen, was Frank eigentlich will. Er selbst wirkte sehr ziellos und letztendlich dann doch uninteressiert. Und mehr und mehr begann ich, mich beim Lesen zu langweilen. Die Personen wirkten alle sehr schematisch und mir kommt es vor, als würde keine einzige irgendein Gefühl zeigen. So war ich am Ende eigentlich froh, dass das Buch zu Ende und nicht wirklich dick war.
    Letterman, K: Mörderische Masche

    Letterman, K: Mörderische Masche (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    12.08.2022

    Nett

    Henri ist Witwer. Seine Frau Maike wurde von einem Bullen getötet. Anfangs glaubt er noch an einen Unfall, doch nach und nach kommen ihm Zweifel. Erst einmal muss er sich jedoch um das Geschäft seiner Frau kümmern. Sie hatte einen Handarbeitsladen, mit dem er anfangs gar nichts anfangen kann. Doch die Angestellte Edda hilft ihm weiter und so wird er dann nach und nach zum Häkel-Henri.

    Das Buch wird als Krimi vermarktet, obwohl es nicht so auf dem Umschlag steht. Was auch besser ist. Denn für einen Krimi würde ich es auf keinen Fall halten. In dieser Richtung ist es nahezu komplett spannungslos. Der eigentliche Fall endet ziemlich offen. Die Ermittlungen dazu sind kaum vorhanden. Es geht zum größten Teil um den Laden, den Strick- und Häkel-Club und rund um diverse Anwohner des kleinen Ortes. Das alles ist sehr nett geschrieben und gut zu lesen. Eine leichte Unterhaltung für den Sommer, aber nicht mehr. Irgendwie wurde hier viel Potenzial vergeben.
    276 bis 300 von 898 Rezensionen
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