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    raschke64 Top 10 Rezensent

    Aktiv seit: 06. Januar 2017
    "Hilfreich"-Bewertungen: 71

    Bitte beachten Sie

    Wir können nicht sicherstellen, dass die Angaben von Verbrauchern stammen, die das Produkt tatsächlich genutzt oder erworben haben.

    898 Rezensionen

    Wir können nicht sicherstellen, dass die Angaben von Verbrauchern stammen, die das Produkt tatsächlich genutzt oder erworben haben.
    Weinberg, J: Gut Erlensee - Margaretas Traum

    Weinberg, J: Gut Erlensee - Margaretas Traum (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    05.12.2022

    Schöne Familiengeschichte

    Der erste Weltkrieg ist noch nicht lange zu Ende und aus diesem sind Vater und Sohn Lamprecht zurück auf ihr Gut Erlensee in der Nähe von Kiel gekommen. Doch der Sohn leidet unter einem Kriegstrauma und der Vater übernimmt wieder die Familiendruckerei, der ist extrem schlecht geht. In Kriegszeiten haben seine Tochter Margareta und seine Mutter versucht, die Firma einigermaßen über Wasser zu halten. Jetzt allerdings gibt nimmt der Vater wieder allein alles in die Hand und die Töchter sollen möglichst lukrativ verheiratet werden, um die Schulden der Druckerei bezahlen zu können. Doch die Töchter haben eigentlich andere Pläne…

    Das Buch ist eine schöne Familiengeschichte. Gut geschrieben und ebenso gut lesbar. Mir hat gefallen, wie unterschiedlich die verschiedenen Familienmitglieder beschrieben sind. Auf diese Art kommen fast alle Probleme dieser Zeit in der Familie vor. Natürlich wird dem Genre gemäß am Ende so ziemlich alles gut. Doch bis dahin ist es interessant zu lesen, mit welchen Problemen Kriegsheimkehrer zu kämpfen hatten beziehungsweise wie die Frauen in dieser Zeit nur langsam zu ihrem Recht kommen. Das letzte Kapitel verweist auf eine Fortsetzung der Reihe. Von mir gibt es dazu eine Leseempfehlung.
    Krüger, M: Wintersterben

    Krüger, M: Wintersterben (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    05.12.2022

    Spannend

    In den Walliser Alpen wird eine männliche Leiche gefunden. Es stellt sich heraus, dass der Mann ein ehemaliger deutscher Kriminalbeamter war. Interpol schickt Valeria Ravelli, um die Sache aufzuklären. Doch obwohl sie versucht, inkognito zu ermitteln, stellt sich schnell heraus, dass in dem kleinen Dorf so ziemlich alle Menschen Bescheid wissen. Und so gerät sie bald selbst in Gefahr…

    Das Buch hat mir gut gefallen. Es ist der 2. Teil der Reihe, allerdings problemlos lesbar, ohne den 1. Teil zu kennen. Es gibt nur wenig direkte Bezüge zum Vorgänger. Über weite Strecken ist es unheimlich spannend, weil man überhaupt keine Ahnung hat, wohin die Geschichte geht. In dem Dorf tauchen verschiedene, zum Teil etwas unheimliche Gestalten auf. Man kann nicht zuordnen, was sie sind und was sie tun. Bis kurz vor Ende des Buches steht man quasi im Dunkeln da. Die Auflösung ist dann zwar ein wenig schnell, aber sie verweist gleichzeitig auch auf eine Fortsetzung. Diese werde ich auf jeden Fall lesen, ebenso wie den Vorgänger.
    Blutige Stufen

    Chris Carter
    Blutige Stufen (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    28.11.2022

    Klassisch

    Garcia und Hunter sind einem Serienkiller auf der Spur. Seine „Spezialität# sind spezielle Tötungsmethoden, die die Opfer besonders quälen und für die Angehörigen nicht auszuhalten sind. Trotz verschiedener Hinweise des Täters kommen die Detektive nicht wirklich weiter, da sie keinen Anhaltspunkt haben, wie die Morde zusammenhängen können. Und so werden die Taten immer brutaler…

    Das Buch ist für mich weniger ein Thriller, eher ein relativ klassischer Krimi. Was nicht schlecht ist. Die beiden Detektive bilden wie immer ein gutes Team und ermitteln seriös. Für einen Carter-Thriller finde ich das Buch dieses Mal relativ sachlich. Natürlich sind die Taten immer noch sehr brutal, aber das ganze Umfeld ist realistisch und am Ende kann man den Täter sogar einigermaßen verstehen. Alles in allem ist das Buch - wie immer bei dem Autor - gut lesbar und bringt eine Menge Spannung rüber. In der Reihe um die beiden Detektive finde ich, dass das Buch eines der besten ist.
    Die Unverbesserlichen - Der große Coup des Monsieur Lipaire

    Die Unverbesserlichen - Der große Coup des Monsieur Lipaire (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    21.11.2022

    Ziemlich schräg

    Ein kleiner Ort an der Côte d‘Azur. Die Reichen genießen ein paar Tage Urlaub in ihren Ferienhäusern, die der schon etwas ältere Deutsche Wilhelm verwaltet. Er nennt sich allerdings Guillaume und versucht, französischer als die Franzosen selbst zu sein. Mit kleinen Gaunereien hält er sich über Wasser. Durch Zufall bekommt er eine Art Schatzkarte einer örtlichen Familie und zusammen mit seinen Freunden und Bekannten träumt er davon, den Schatz zu heben und reich zu werden.

    Das Buch ist ziemlich schräg. Es ist kein Krimi, es ist keine Komödie, es ist kein Roman, es ist von allem irgendwie ein bisschen was. Die Figuren sind zum Teil lustig, zum Teil aber auch ziemlich doof. Irgendwie fand ich keinen richtigen Bezug zu ihnen. Vom Stil her ist das Buch gut lesbar und durch viele versteckte oder direkte Andeutungen gibt es manchmal Stellen, über die ich schmunzeln musste. Doch alles in allem war vieles davon so unrealistisch und übertrieben, dass es mir am Ende zu viel wurde. Deshalb kommt das Buch für mich leider über Mittelmaß nicht hinaus.
    Stehn, M: Happy New Year - Zwei Familien, ein Albtraum.

    Stehn, M: Happy New Year - Zwei Familien, ein Albtraum. (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    21.11.2022

    Realität

    Eine Silvesterfeier unter Freunden. Sie waren schon jahrelang zusammen. Doch in diesem Jahr ist etwas anders. Denn ihre Töchter feiern gemeinsam mit Freundinnen zu Hause. Nina, eine der Mütter, macht sich Sorgen, dass alles problemlos läuft. Doch die anderen überzeugen sie, dass die Mädchen alt genug sind. So verläuft Silvester mehr oder weniger wie immer: mit sehr viel Alkohol und einem Kater am anderen Tag. Doch Jennifer, eine der Töchter, ist danach verschwunden…

    Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Die Kapitel werden jeweils aus der Sicht der verschiedenen Personen erzählt. Durch die Überschrift weiß man sofort, um wen es geht. Es ist gut lesbar und man hat immer das Gefühl, dass man noch ein Kapitel lesen möchte und dann noch eins. Die Spannung ist immer vorhanden, zum einen erscheinen die Personen und die Abläufe sehr realistisch. Die oberflächlichen Freundschaften hat wohl jeder schon einmal selbst erlebt. Zum anderen erfährt man als Leser ziemlich zeitig, wie die Sache abgelaufen ist. Damit ist man anderen Personen im Buch immer einen Schritt voraus. Das Ende birgt dann eine Überraschung. Allerdings fand ich es etwas sehr kurz abgehandelt. Vor allem dafür, dass vorher alles sehr ausführlich beschrieben wurde. Doch insgesamt kann ich eine Leseempfehlung aussprechen.
    Kochen am offenen Herzen

    Max Strohe
    Kochen am offenen Herzen (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    21.11.2022

    Eher einfach

    Max Strohe erzählt in dem Buch in Romanform von seinem Leben. Als Leser weiß man nicht ganz genau, was ist wahr und was ist dazu erfunden. Er erzählt von seiner Ausbildung und seinen ersten Jobs und noch mehr von seinem Nicht-Arbeiten-Wollen und seinem Leben zwischen den Jobs.

    Ich kenne den Koch und Autor nur aus dem Fernsehen und dort ist er mir vor allem aufgefallen durch seine eher bodenständiger Art. Das Buch lässt mich jetzt etwas zwiegespalten zurück. Es ist auf eine Art gut lesbar und hat eine direkte Sprache und gerade am Anfang einen sehr lakonischen Humor. Doch irgendwann im Laufe des Buches erschöpft sich das Ganze und zumindest ich war eher genervt durch die oft vulgäre Sprache und darüber, dass es scheinbar wichtiger war, über all die vielen Drogen und noch mehr im Detail die vielen Frauen und den entsprechenden Geschlechtsverkehr zu berichten. Ich hatte mir von dem Buch mehr darüber erwartet, wie der Autor zu seinem heutigen Stand als Koch gekommen ist. Scheinbar ist dazu eventuell ein Nachfolgebuch geplant. Das es dem Autor gelungen ist, aus seinem Leben doch noch etwas Gutes zu machen: dafür Respekt.
    Zimmermann, B: Wolkenstürmerin

    Zimmermann, B: Wolkenstürmerin (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    21.11.2022

    Gut lesbar

    Marlene Lilienthal ist ausgebildete Pilotin und arbeitet in der Firma mit ihrem Onkel und ihrem Cousin zusammen, nachdem ihre Eltern bei einem Flug abgestürzt sind. Früher baute die Firma Flugzeuge, doch 1957 ist daran erst einmal nicht mehr zu denken. Marlene kommt auf die Idee, eine Flugtaxifirma zu gründen und beruflich zu fliegen. Doch es stellen sich ihr einige Hindernisse in den Weg. Bei einem Besuch im Familienferienhaus an der Ostsee lernt sie einen Mann kennen. Damit beginnt das Abenteuer erst…

    Das Buch ist ganz nett und gut lesbar. Allerdings hatte ich mir von der Geschichte mehr versprochen. In erster Linie mehr über die Fliegerei nach dem zweiten Weltkrieg und besonders über die Rolle der Frauen darin. So fand ich die Figur der Marlene nicht wirklich stimmig. Auf der einen Seite will sie alles für Frauenrechte tun und selbstbewusst leben, Auf der anderen Seite fällt sie in das typische Frauenmuster, kaum dass ein attraktiver Mann erscheint. Hier verfällt die Geschichte dann in starke Klischees. Der Mann ist natürlich besonders attraktiv und auch Marlene erreicht Verbesserungen in erster Linie mehr durch ihr Aussehen, als durch ihr Können. So sind weite Strecken des Buches dann einfach nur eine Liebesgeschichte, die– auch wenn sie auf einen Ost-West-Verhältnis hinläuft – ziemlich austauschbar ist. Das hat mich etwas enttäuscht und so hinterlässt das Buch keinen wirklich bleibenden Eindruck, sondern ist für mich dann doch eher Durchschnitt.
    EAST. Welt ohne Seele

    Jens Henrik Jensen
    EAST. Welt ohne Seele (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    21.11.2022

    Nicht meins

    CIA-Agent Kazanski erhält einen Auftrag und fliegt nach Krakau. Er soll „Die Witwe“ finden. Diese ist die Chefin einer der größten Verbrecherorganisationen Polens beziehungsweise Osteuropas. Kazanski soll den Kontakt wiederherstellen und sie finden. Doch schon kurze Zeit nach seiner Ankunft geschehen mehrere Mordversuche auf ihn.

    Wer die Reihen „Sog“ oder „Oxen“ des Autors kennt, hat einfach hohe Erwartungen an dieses Buch beziehungsweise diese Trilogie. Sie wurde vor fast 25 Jahren geschrieben und ist sozusagen der Anfang der schriftstellerischen Tätigkeit. Der Erfolg der anderen beiden Reihen veranlasste vermutlich den Verlag, auch dieses Frühwerk zu veröffentlichen. In meinen Augen war das keine gute Idee. Ich fand das Buch über weite Strecken eher langweilig und die Hauptfigur auch nicht wirklich nachvollziehbar (was den Einsatz betrifft). Gefühlt war er immer irgendwo gefesselt, wurde geschlagen, wurde gerettet und schüttelte sich mit Alkohol zu. Wie er in diesem Zustand überhaupt Geheimdiensttätigkeit durchführen konnte und wie er mit den vielen Verletzungen quasi ohne Probleme durch die Geschichte ging, war für mich nicht richtig glaubhaft. Gut an dem Buch fand ich die Beschreibung von Krakau, eine der schönsten Städte, die ich kenne. Aufgrund dessen konnte ich mir die Gegebenheiten noch relativ gut vorstellen. Doch alles in allem hat mich das Buch nicht so überzeugt, als dass ich die beiden weiteren Bände noch lesen werde.
    Harper, J: Sturm

    Harper, J: Sturm (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    07.11.2022

    Spannung fehlt

    Kieran ist zusammen mit seiner Freundin und seiner Tochter zurückgekehrt in seinen kleinen Heimatort am Meer. Vor zwölf Jahren gab es einen schweren Sturm, bei dem Kieran der Schuldige daran war, dass sein Bruder und dessen Freund in den Fluten gestorben sind. Am gleichen Tag verschwand ein junges Mädchen. Kieran ist nur wenige Tage bei seiner Familie, weil sein Vater dement wird und seine Eltern umziehen müssen. Da wird eine junge Frau ermordet am Strand gefunden. Und eine neue Polizistin nimmt die Ermittlungen auf und rührt auch an den alten Geschehnissen.

    Das Buch ist als Thriller bezeichnet. Ich empfand es aber nicht so. Über weite Strecken war das Buch in meinen Augen ziemlich langatmig geschrieben. Es dauert eine Weile, bis man die benannten Personen zu ordnen konnte. Und noch mehr, um die alte Geschichte zu verstehen. Das Lesen ging nicht wirklich flott vorwärts und die Geschichte dümpelte ein wenig vor sich hin und es kam so gut wie keine Spannung auf. Die Lösung des Falls war nicht uninteressant, aber ebenfalls nicht wirklich besonders spannend. Von mir gibt es daher nur eine eingeschränkte Leseempfehlung.
    Rachejagd - Gequält

    Nica Stevens
    Rachejagd - Gequält (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    07.11.2022

    Spannend

    Anna ist Journalistin und erhält einen Brief. Er wurde mit Blut geschrieben und ziemlich schnell stellt sich bei der Untersuchung heraus, der Absender ist Edward Harris. Dieser hat Anna zusammen mit ihrer Freundin Natalie vor drei Jahren entführt und gequält. Während Anna fliehen konnte, stirbt ihre Freundin. Anna leidet immer noch an den Nachwirkungen. Nick ist FBI -gent und war vor vielen Jahren mit Anna liiert. Er übernimmt die Ermittlungen und holt sich die Profilerin Lynette zu Hilfe. Annes Kollege Zane ist IT-Spezialist und hilft ebenfalls bei den Ermittlungen. Doch trotz aller Anstrengungen gerät Anna erneut in Lebensgefahr. Und ihre Helfer ebenfalls.

    Das Buch ist der erste Teil einer Trilogie und sehr spannend. Die handelnden Personen überzeugen. Die Ermittlungen sind nachvollziehbar. Als Leser ist man den Ermittlungen manchmal ein wenig voraus. Allerdings meistens nur damit, was als Nächstes passieren wird. Weniger damit, wer dahinter stecken könnte und vor allem warum. Das Ende birgt eine Überraschung. Und bis dahin passiert einiges und die Spannung wird über große Teile des Buches wirklich sehr hoch gehalten. So ist der Cliffhanger auf Teil 2 quasi mit Ansage. Zum Glück erscheint das Buch schon in wenigen Wochen.
    Die karierten Mädchen

    Alexa Hennig Von Lange
    Die karierten Mädchen (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    07.11.2022

    Deutsche Geschichte

    Klara arbeitet in einem Erholungs- und Waisenheim für Kinder in der Nähe von Dessau. Sie ist froh, dass sie in der schweren Zeit diese Stelle bekommt. Bald arbeitet sie sich gut ein und als die Leiterin der Einrichtung stirbt, übernimmt Klara ihre Aufgaben. Zusammen mit einer Freundin versucht sie, das Heim finanziell über die Runden zu bringen. Eines Tages wird ein kleines Mädchen abgegeben, Tollas Mutter ist Jüdin und verstirbt einige Zeit darauf. Klara versucht, Tolla als ihr Kind auszugeben und im Heim zu behalten.

    Das Buch ist eine Geschichte, die auf der Grundlage der Erinnerungen der Oma der Autorin entstand. Es spielt auf zwei Ebenen. In der Gegenwart ist die alte Dame blind und diktiert ihre Lebenserinnerungen auf Band. Gleichzeitig liest man sozusagen parallel die Geschehnisse in der Vergangenheit. Für meine Begriffe gut gelungen ist es, die Situation der Frauen damals darzustellen. Wie sie versuchten, in schweren Zeiten zu überleben. Wie sie auch teilweise naiv gegenüber der Politik und den Nazis waren und wie sie die Hintergründe gar nicht erfassen oder erfassen konnten. Sie haben nur versucht, ihr Leben so gut wie möglich zu leben. Unterschwellig spürt man auch immer die Angst, dass sie möglichst keine Fehler machen. Aus heutiger Sicht ist es natürlich leicht, diese Menschen zu bewerten und über sie zu urteilen. Aber man selbst war nicht dabei und kann somit nicht einschätzen, wie man selbst reagiert hätte.
    Das Buch ist der erste Teil einer Trilogie und ich werde die Fortsetzung lesen.
    Das letzte Grab

    Lukas Erler
    Das letzte Grab (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    01.11.2022

    Nicht ganz stimmig

    Die Rechtsanwältin Carla Winter bekommt die Nachricht, dass ihr Exmann in der Türkei bei einem Unfall ums Leben gekommen ist. Als sie nach Hause kommt, findet sie ihre Wohnung verwüstet vor und ihren One-Night-Stand im Schrank ermordet. Die Zusammenhänge werden ihr erst klar, als sie in die Türkei fährt und mehr über den Unfall ihres Exmannes wissen will.

    Das Buch ist für mich nicht ganz stimmig. Auf der einen Seite wird die Anwältin als sehr ängstlich und korrekt geschildert, auf der anderen Seite macht sie auf einmal Sachen, die ein normaler Mensch – schon gar nicht in ihrer Position – normalerweise tut. Das passt für mich nicht ganz zusammen. Ich hatte das Gefühl, der Autor konnte sich nicht wirklich entscheiden, ob er einen Thriller, Krimi oder einfach einen Abenteuerroman schreiben wollte. Davon abgesehen sind die meist relativ kurzen Kapitel gut lesbar und man kommt sehr schnell vorwärts. Die Teile um den Kunsthandel fand ich sehr interessant. Alles in allem empfinde ich, dass es für eine gute weitere Reihe noch einiges an Luft nach oben gibt.
    Die Vergessene

    Karin Slaughter
    Die Vergessene (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    01.11.2022

    Schwächer

    1982 findet in dem kleinen Ort Longbill Beach der Abschlussball der Highschool statt. Emily ist im siebenten Monat schwanger und geht auf dem Ball, obwohl sie schon Monate davor von allen geschnitten und gemobbt wird und die Schule nicht mehr besuchte. Auf dem Heimweg vom Ball wird sie ermordet. Weder der Vater des Kindes noch der Mörder wird jemals gefunden. 40 Jahre später kommt Andrea Oliver in den Ort. Sie ist gerade US-Marshall geworden und soll eine Richterin beschützen. Doch unabhängig davon hat sie ganz eigene Gründe, den Auftrag anzunehmen.

    Das Buch findet auf zwei Zeitebenen statt. Dabei ist die Ebene in der Vergangenheit wesentlich spannender und interessanter und auch mit viel mehr Gefühlen beladen. Das liest sich sehr gut und auch flüssig weg. Im Gegensatz dazu ist die Geschichte in der Gegenwart oft ein wenig zu langatmig und zu zäh beschrieben. Das ist schade, denn die Autorin kann definitiv mehr. So ist das Buch am Ende dann nur Durchschnitt. Ich hoffe, die im letzten Kapitel angedeutete Fortsetzung wird besser.
    Sten, V: Kalt und still

    Sten, V: Kalt und still (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    24.10.2022

    Sehr guter Beginn

    Hanna hat Probleme in ihrer alten Dienststelle. Als sich auch noch ganz überraschend ihr Lebensgefährte von ihr trennt, fällt sie in ein schwarzes Loch. Ihre Schwester schickt sie in das Ferienhaus der Familie nach Are. Dort wird nur kurze Zeit später die 18-jährige Amanda vermisst. Hanna beteiligt sich an der Suche. Doch wenig später wird es Mädchen erfroren auf einem Skilift gefunden. Die Polizei ermittelt, doch die Personaldecke ist mehr als dünn. Hanna bietet ihre Hilfe an und ist sehr froh, dass sie dort erst einmal befristet eine neue Stelle erhält.

    Das Buch ist der Beginn einer neuen Reihe. Und es ist ein sehr guter Beginn. Sowohl der Titel auch als das Cover sind sehr passend zum Inhalt. Das Leben im hohen Norden wird sehr gut beschrieben. Der Fall selbst ist ein ganz typischer Krimi. Nicht hochspannend, aber mit sehr realistischen Ermittlungen, einigen Verdächtigen, die ein Motiv haben. Aber eben auch von ganz normalen Ermittlern, die so ihre eigenen Probleme haben. Das Team ist sehr sympathisch. Das Buch selbst ist sehr gut lesbar. Die kurzen Kapitel verleiten dazu, dass man mit dem Lesen nicht aufhören kann. Ich werde auf jeden Fall die Fortsetzung lesen.
    Herzschuss

    Andreas Föhr
    Herzschuss (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    24.10.2022

    Solider Regionalkrimi

    Im beschaulichen bayerischen Miesbach wird der Landtagsabgeordnete Gansel ermordet. Kommissar Wallner übernimmt die Ermittlungen. Er hat es nicht leicht, denn seit kurzem hat er eine neue Chefin. Und die Ermittlungen gehen ganz schnell in die Richtung, dass sein Polizeikollege der Täter sein könnte. Er selbst glaubt zwar nicht daran, doch seine Vorgesetzten sind anderer Meinung.

    Das Buch ist die Fortsetzung einer ganzen Reihe. Es ist auf jeden Fall ein sehr solider Regionalkrimi. Und mein erster, den ich davon lese. Dass ich die Vorgängerbücher nicht kenne, war für das Verständnis überhaupt kein Problem. Man kann das Buch problemlos einzeln lesen und versteht die Zusammenhänge. Die Ermittlungen sind nach vollziehbar und es werden verschiedene Erzählstränge präsentiert, die dann zusammengeführt werden. Der bayerische Dialekt hält sich insoweit in Grenzen, dass auch ein Nicht-Bayer gut folgen kann. Mein Fazit: solide und gut lesbar.

    Du kannst alles lassen, du musst es nur wollen

    Du kannst alles lassen, du musst es nur wollen (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    24.10.2022

    Sträter pur

    Das Buch behandelt – noch Meinung des Autors – die besten Geschichten der letzten drei Jahre von Bühne, Fernsehen oder Erlebnissen. Naturgemäß spielt Corona dabei eine große Rolle. Aber es geht auch um seiner Meinung nach sehenswerte Filme, verschiedene Geschichten und Märchen, Kritik an der Sprache oder Erinnerungen aus der Kindheit. Das alles ist Sträter–typisch verarbeitet. Ich habe mich beim Lesen oft einfach köstlich amüsiert. Irgendwie hatte ich auch die Stimme von Sträter ständig im Kopf. Inhaltlich muss ich nicht mit allem einverstanden sein, doch die pointiert gesetzte Sprache hat mich immer fasziniert. Seine oft lakonischen Bemerkungen sind genau mein Fall. Sehr berührend fand ich das Kapitel über seine Depressionen und den Umgang damit. Das ist unheimlich ehrlich, gleichzeitig aber auch Mut machend. Alles in allem ein mehr als nur gelungenes Buch und von mir gibt es dafür absolut eine Leseempfehlung.
    Dark Clouds

    Thilo Falk
    Dark Clouds (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    24.10.2022

    Komplex

    Europa, und speziell Deutschland, versinkt im Regen. Und zwar im Stark– und Dauerregen. U-Bahnen werden geflutet, Verkehrsverbindungen funktionieren nicht mehr, der Flugverkehr wird eingestellt usw. Die Probleme werden größer und größer und es passiert erst einmal gar nichts, die Verantwortlichen wiegeln ab oder verbreiten Falschmeldungen. Mehr durch zu Zufall kommen drei Leute aus der Wirtschaft, dem Versicherungswesen und der Wissenschaft zu der Erkenntnis, dass das Wetter manipuliert wurde. Doch mit diesem Ansatz nimmt sie niemand bei den Behörden für voll…

    Das Buch ist ein Thriller. Anfangs beginnt er allerdings ein wenig wie ein Sachbuch. Das hat für mich das Lesen zu Beginn etwas schwierig gemacht. Doch es war notwendig, um das sehr komplexe Thema einigermaßen verständlich zu erklären. Je weiter das Buch vorwärts kam, desto mehr wurde es zu eher hochwertiger Unterhaltung, bei der man allerdings ebenfalls sehr viel lernen konnte. Bei einigen technischen Sachen war ich überfordert, das mindert aber nicht das Lesevergnügen. Das Buch ist absolut hochaktuell und warnt auf seine Weise, dem Klimawandel nicht weiter tatenlos zuzusehen. Gleichzeitig wirbt es für Zusammenarbeit und neue Denkansätze. Das tut es ohne erhobenen Zeigefinger und mit unheimlich viel Spannung. Von mir gibt es deshalb eine absolute Leseempfehlung.
    Jeschke, T: Svendborg 1937

    Jeschke, T: Svendborg 1937 (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    24.10.2022

    Enttäuscht

    Die jüdische Familie Dinkelspiel besitzt in Stuttgart eine Galerie. 1937 schaffen sie es, vor den Nazis nach Dänemark zu fliehen. In dem kleinen Ort Svendborg kommen sie bei einer Tante unter. Doch richtig froh werden sie dort nicht. Im gleichen Ort lebt auch Bertolt Brecht mit seiner Familie und seinen Frauen im Exil.

    Ich hatte mich sehr auf das Buch gefreut. Mich interessieren Geschichten wie dieses sehr. Noch dazu, wo berühmte Künstler, wie Brecht oder Eissler, ins Spiel kommen. Wobei das nicht das wichtigste ist, sondern die jüdische Familie. Leider hat mich das Buch sehr enttäuscht. Es ist fast ein Sachbuch und es gibt keine einzige direkte Rede im Buch. So konnte ich überhaupt keine Beziehung zu den handelnden Personen aufbauen, mir fehlten jegliche Gefühle und ich konnte nicht alle Entscheidungen nachvollziehen. Alles wirkte irgendwie sehr distanziert. Schade, meines Erachtens hätte man da viel mehr draus machen können
    Findelmädchen

    Lilly Bernstein
    Findelmädchen (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    24.10.2022

    Das passt

    Köln 1955. Helga und ihr etwas älterer Bruder Jürgen kommen aus Frankreich zurück nach Deutschland. Von dort hat sich ihr Vater endlich gemeldet, der in russischer Kriegsgefangenschaft war. Der Vater betreibt einen kleinen Kiosk. Helga will eigentlich aufs Gymnasium. Doch das Haus, in dem sie alle wohnen, gehört ihrer Tante Meta und die fordert, dass Helga auf eine Haushaltungsschule geht, um baldmöglichst verheiratet zu werden. Im Rahmen dieser Ausbildung muss Helga ein Praktikum in einem Waisenhaus machen, die Zustände dort sind entsetzlich und Helga kommt damit gar nicht klar.

    Das Buch ist die Fortsetzung von „Trümmermädchen“. Ich kannte den ersten Teil nicht, das ist auch überhaupt kein Problem und keine Voraussetzung, um dieses Buch sehr gut zu verstehen. Es geht um die Probleme der 1950er Jahre. Frauen sind nur für Haushalt, Küche und Kinder gut. Ledige Frauen mit Kind und noch schlimmer Frauen mit einem so genannten Besatzerkind werden behandelt wie der letzte Dreck. Ihnen werden die Kinder weggenommen und in Waisenhäuser gesteckt. Das alles ist sehr realistisch beschrieben. Oft gehen solche Bücher ins Triviale oder Kitschige. Die Autoren hat das alles vermieden. Auch wenn einige Sachen vorhersehbar sind, besticht das Buch durch einen guten Stil, durch nachvollziehbare Handlungen und noch mehr durch eine große Wärme und Empathie. Hier passt einfach alles. Ein Buch, dass ich absolut empfehlen kann.
    Findelmädchen

    Lilly Bernstein
    Findelmädchen (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    24.10.2022

    Das passt

    Köln 1955. Helga und ihr etwas älterer Bruder Jürgen kommen aus Frankreich zurück nach Deutschland. Von dort hat sich ihr Vater endlich gemeldet, der in russischer Kriegsgefangenschaft war. Der Vater betreibt einen kleinen Kiosk. Helga will eigentlich aufs Gymnasium. Doch das Haus, in dem sie alle wohnen, gehört ihrer Tante Meta und die fordert, dass Helga auf eine Haushaltungsschule geht, um baldmöglichst verheiratet zu werden. Im Rahmen dieser Ausbildung muss Helga ein Praktikum in einem Waisenhaus machen, die Zustände dort sind entsetzlich und Helga kommt damit gar nicht klar.

    Das Buch ist die Fortsetzung von „Trümmermädchen“. Ich kannte den ersten Teil nicht, das ist auch überhaupt kein Problem und keine Voraussetzung, um dieses Buch sehr gut zu verstehen. Es geht um die Probleme der 1950er Jahre. Frauen sind nur für Haushalt, Küche und Kinder gut. Ledige Frauen mit Kind und noch schlimmer Frauen mit einem so genannten Besatzerkind werden behandelt wie der letzte Dreck. Ihnen werden die Kinder weggenommen und in Waisenhäuser gesteckt. Das alles ist sehr realistisch beschrieben. Oft gehen solche Bücher ins Triviale oder Kitschige. Die Autoren hat das alles vermieden. Auch wenn einige Sachen vorhersehbar sind, besticht das Buch durch einen guten Stil, durch nachvollziehbare Handlungen und noch mehr durch eine große Wärme und Empathie. Hier passt einfach alles. Ein Buch, dass ich absolut empfehlen kann.
    Fake - Wer soll dir jetzt noch glauben?

    Fake - Wer soll dir jetzt noch glauben? (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    17.10.2022

    Wer soll das glauben?

    Patrick führt ein ganz normales Leben als kaufmännischer Leiter und mit seiner Frau zusammen. Doch dann wird er beschuldigt, Frauen zu stalken, zu schlagen und zu ermorden. Er weist alle Vorwürfe vehement von sich und behauptet, die der Polizei vorliegenden Beweise, speziell die Videos, wurden gefälscht. Doch die Polizei kann keine Fälschung erkennen und verhaftet ihn…

    Das Buch ist sehr gut lesbar. Die kurzen Kapitel treiben einem beim Lesen regelrecht vorwärts. Die Beschreibungen sind nachvollziehbar und besonders hat mich fasziniert, welche technischen Möglichkeiten es in Bezug auf diverse Fälschungen inzwischen gibt. Fast hätte ich das Buch mit voller Punktzahl bewertet, wäre da nicht das Ende. Es kam für mich zwar überraschend, aber es war für mich nicht völlig plausibel. Die Verhaltensweisen davor waren so völlig anders. Um das genauer zu begründen, müsste ich viel zu viel spoilern, was ich nicht will. So ist das Buch für mich ein immer noch guter Thriller, der unterhält.
    Stille blutet

    Ursula Poznanski
    Stille blutet (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    17.10.2022

    Nicht ihr bestes Buch

    Bei einem eher Trash-Sender in Wien verkündet die Nachrichtensprecherin Nadine ihre eigene Ermordung. Kurz danach ist sie wirklich tot. Nur wenig später passiert das Gleiche mit einem älteren Fotojournalisten. Alles rätselt, wie die Fälle zusammenhängen könnten. Doch bald gibt es nur noch einen Verdächtigen: den ehemaligen Freund von Nadine.

    Ich mag die Bücher der Autoren sehr, doch dieses gehört für mich nicht unbedingt zu ihren besten. Es wird als Thriller verkauft, doch für mich ist es in großen Teilen ein normaler Krimi. Mit dem Titel kann ich nicht wirklich viel anfangen, was den Inhalt des Buches angeht. Die kurzen Kapitel sind gut lesbar. Mit den eingeschobenen Kapiteln mit sehr eigenartigen Überschriften und sozusagen einer Stimme aus dem Hintergrund kann ich mich nicht anfreunden, vermutlich wird sich das in den folgenden Büchern der angekündigten Reihe passend noch klären. Im Moment hat es mich eher genervt. Positiv hat mir die Figur der jungen Kommissarin Fina Plank gefallen. Ebenso das Team, auch wenn Oliver eine eher miese Rolle spielt. Eine Entwicklung ist angedeutet. Sehr gut getroffen fand ich die Reaktionen im Netz auf den angeblichen Täter. Das zeigt sehr deutlich, wie solche Sachen heute in den Medien und im Internet ablaufen. Alles in allem ist das Buch allerdings über weite Strecken für mich eher durchschnittlich, erst am Ende die Auflösung ist wieder gewohnt gut. Auf jeden Fall ist eine Steigerung möglich und auch nötig für die Reihe.
    Die Wintergarten-Frauen. Der Traum beginnt

    Charlotte Roth
    Die Wintergarten-Frauen. Der Traum beginnt (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    17.10.2022

    Berlins wilde Zeiten

    Anfang der 1920er Jahren kommt Nina von Veltheim aus der Uckermark nach Berlin, um sich dort ihren Traum zu erfüllen. Sie möchte ans Theater, allerdings will sie eher als Regisseurin arbeiten. Zur damaligen Zeit fast undenkbar. Doch sie lässt sich nicht entmutigen und versucht, eine Varieté-Truppe zusammenzustellen. Es gelingt ihr unter großen Mühen, doch sie findet keine Anerkennung.

    Das Buch ist ein sehr gelungenes Zeitzeugnis. Zum einen zeigt es den Aufbruch der Frauen zur damaligen Zeit. Zum anderen zeigt es aber auch das wilde Berlin mit den vielen Vergnügungen. Ebenfalls zeigt es aber auch die starken Schattenseiten mit Hunger, Not, Geldabwertung und den daraus folgenden Problemen. Gut gefallen hat mir außerdem, dass der Kampf der Frauen um Anerkennung sehr realistisch gezeigt und die Hauptfiguren ein eigenes Leben haben dürfen. Sie sind sehr vielschichtig und im nächsten Band wird man sicherlich noch mehr über die einzelnen Personen erfahren. Vieles ist nur angedeutet und birgt genug Stoff für ein weiteres interessantes Buch.
    Schnee

    Yrsa Sigurdardóttir
    Schnee (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    11.10.2022

    Genial, aber ...

    Im isländischen Hochland werden fünf Leichen gefunden. Niemand kann sich erklären, was die Leute tun wollten und warum sie sich im Freien ohne jegliche Bekleidung aufgehalten haben. Gleichzeitig geschehen auf einer alten US-Basis, die jetzt noch ein Radargerät betreibt, mysteriöse Dinge. Und nicht nur dort…

    Das Buch ist genial. Und bis ungefähr 20 Seiten vor dem Ende hätte ich die volle Punktzahl vergeben. Die drei unterschiedlichen Erzählstränge verlaufen anfangs nebeneinander und haben eigentlich nichts miteinander zu tun. Die Auflösung am Ende allerdings birgt mehr als nur eine Überraschung und ist absolut gelungen. Leider gibt es keine vernünftige Erklärung dafür, warum die mysteriösen Dinge geschehen. Bei einigen Personen kann ich es noch nachvollziehen, so als eine Art schlechtes Gewissen. Warum aber völlig unbeteiligte Personen das angeblich auch erleben, erschließt sich mir nicht. Und das ist für mich das große Manko an dem ansonsten sehr gutem Buch. Während die realen Sachen komplett aufgelöst werden, bleibt der Rest einfach offen. Da ich an solche Sachen nicht glaube, ist das für mich enttäuschend.
    Ein Kind namens Hoffnung

    Marie Sand
    Ein Kind namens Hoffnung (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    11.10.2022

    Potential verschenkt

    Elly arbeitet in Berlin als Köchin. Lange war sie im Adlon, ehe sie zu einer jüdischen Familie wechselte. Besonders Leon, den Sohn, liebt sie über alles. 1938 wird die Familie verraten und die Eltern werden von den Nazis abgeholt. Elly schafft es, Leon zu schützen, und sie verspricht der Mutter Sara, ihn zu retten.

    Das Buch erzählt eine Geschichte, die zwar nicht genau so, aber ähnlich stattgefunden hat. Das Thema ist berührend und auch wichtig. Leider wurde in meinen Augen viel Potenzial verschenkt. Denn fast bis zum Ende des Buches konnte ich emotional nicht mit den Figuren mitfiebern. Das Buch ist einfach zu lesen und hat einen eher sachlichen Stil. Elly reagiert oft sehr pragmatisch, was ich verstehe. Aber durch diesen sehr distanzierten Stil kamen für mich keine Gefühle ins Spiel. Das ändert sich erst ganz am Ende des Buches, wo ich wiederum die Reaktion von Sara nicht wirklich verstehen konnte. Hier war meines Erachtens mehr möglich gewesen.
    251 bis 275 von 898 Rezensionen
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