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    raschke64 Top 10 Rezensent

    Aktiv seit: 06. Januar 2017
    "Hilfreich"-Bewertungen: 71

    Bitte beachten Sie

    Wir können nicht sicherstellen, dass die Angaben von Verbrauchern stammen, die das Produkt tatsächlich genutzt oder erworben haben.

    904 Rezensionen

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    Hahn, R: Riffgeist

    Hahn, R: Riffgeist (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    21.02.2023

    Überzeugt nicht

    In Binz wird die Leiche einer jungen Frau gefunden. Scheinbar war sie als Prostituierte tätig, doch es gibt keine richtigen Beweise. Im Hafen von Mukran findet der ehemalige Polizist Mike und jetzige Wachschutz ein kleines Mädchen. Es stellt sich heraus, dass sie ein Flüchtlingskind ist. Sie wird dem Jugendamt übergeben, doch bereits kurze Zeit später ist sie verschwunden...

    Das Buch ist der dritte Teil einer Reihe Rügen-Krimis. Es sind jeweils einzeln abgeschlossene Fälle. Jedoch ist es ohne Kenntnis der Vorgängerbände nicht wirklich einfach, alle Zusammenhänge zu verstehen und die Entscheidung der einzelnen Personen nachzuvollziehen. Die anfänglichen Ermittlungen sind völlig in Ordnung. Der zweite Teil des Buches handelt dann aber darüber, wie das verschwundene Kind wieder aufgefunden wird. Für detaillierte Beschreibung müsste ich zu viel spoilern. Doch dieser Teil des Buches ist in meinen Augen völlig unrealistisch und komplett überzogen. Die Personen tun Dinge, die ich – gerade mit ihrer Vorgeschichte - nicht wirklich nachvollziehen kann. Das Ganze wirkt auf mich nicht glaubwürdig und arg konstruiert. Daher kann ich nur eine bedingte Leseempfehlung aussprechen.
    Jede*r kann die Welt verändern! - Ich bin Martin Luther King Jr.

    Brad Meltzer
    Jede*r kann die Welt verändern! - Ich bin Martin Luther King Jr. (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    21.02.2023

    Zum Nachdenken

    In der Kinderbuchreihe „Jede:r kann die Welt verändern!“ werden wichtige Persönlichkeiten aus verschiedenen Bereichen kindgerecht biografisch vorgestellt. In diesem Fall ist es Martin Luther King, dessen Weg zu einem Kämpfer für die Gleichberechtigung der Schwarzen (ich verwende bewusst den Begriff, weil er zur Zeit von Martin Luther King Usus war) und damit der Abschaffung der Rassentrennung nachgezeichnet wird. Das wird über witzige Comiczeichnungen erreicht mit entsprechend kurzen Texten zum Vorlesen oder für Erstleser. Aufgrund der Ausrichtung auf Kinder um die 7 Jahre musste natürlich vieles vereinfacht und verkürzt dargestellt werden. Hier ist die (Lese)Begleitung durch einen Erwachsenen wünschenswert, denn manches wird bei den heutigen Kindern Fragen aufwerfen, die im Buch erst einmal nicht beantwortet werden. Das ist für mich aber in Ordnung.
    Mir persönlich hat nicht gefallen, dass Martin Luther King als Baby/Kind mit Bart gezeigt wird und als Erwachsener immer noch wie ein Baby. Ich vermute, sollte eine durchgehende Wiedererkennung damit gewährleistet sein. Ich glaube aber, Kinder sind so klug, dass sie den erwachsenen King auch erkennen, wenn er nicht mehr wie ein Baby gezeichnet ist.
    Turmgold

    Peter Grandl
    Turmgold (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    16.02.2023

    Nicht einfach

    In dem alten Bunker (aus Turmschatten) ist jetzt ein jüdischer Kindergarten untergebracht Neonazis versuchen, in den Turm einzudringen und die Kinder und die Kindergärtnerinnen als Geiseln zu nehmen. Die Polizei und die Sondereinheiten trauen sich deshalb nicht, den Turm zu stürmen. Doch eigentlich geht auf jeder Seite alles schief...

    Das Buch ist die Fortsetzung von Turmschatten. Es ist in sich abgeschlossen, man kann es auch ohne den Vorgängerband lesen, aber es wäre hilfreich, wenn man den ersten Teil kennt. Denn viele der Figuren in diesem Buch kommen im ersten Teil vor und ohne entsprechende Vorkenntnisse versteht man nicht alle Einzelheiten. Auch hier werden fiktive Ereignisse mit wahren politischen Begebenheiten gemischt und das so gut, dass man oft das Gefühl hat, alles ist wahr. Manchmal sind vor allem in den ersten Kapiteln gerade die Nebenfiguren ein wenig zu ausführlich beschrieben. Ich kann mir das nur so erklären, dass sie in der geplanten Fortsetzung noch eine Rolle spielen werden. Das Ende birgt eine Überraschung, die ich allerdings ein wenig zu konstruiert empfinde. Aber auch hier gibt es vielleicht einen Verweis auf Teil 3. Was mir an der Reihe sehr gut gefällt, ist die differenzierte Darstellung von Tätern wie auch Opfern. Da gibt es die strohdummen dumpfen Nazis, aber auch die gefährlichen. Da gibt es Menschen jeglicher Religion, die zusammenarbeiten. Da gibt es aber auch Menschen, die sich ändern - zum Guten wie zum Schlechten - und diese Änderungen werden ausführlich und nachvollziehbar begründet. Das macht das Buch sehr authentisch und vielschichtig. Von mir gibt es absolut eine Leseempfehlung.
    Turmgold

    Peter Grandl
    Turmgold (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    16.02.2023

    Nicht einfach

    In dem alten Bunker (aus Turmschatten) ist jetzt ein jüdischer Kindergarten untergebracht Neonazis versuchen, in den Turm einzudringen und die Kinder und die Kindergärtnerinnen als Geiseln zu nehmen. Die Polizei und die Sondereinheiten trauen sich deshalb nicht, den Turm zu stürmen. Doch eigentlich geht auf jeder Seite alles schief...

    Das Buch ist die Fortsetzung von Turmschatten. Es ist in sich abgeschlossen, man kann es auch ohne den Vorgängerband lesen, aber es wäre hilfreich, wenn man den ersten Teil kennt. Denn viele der Figuren in diesem Buch kommen im ersten Teil vor und ohne entsprechende Vorkenntnisse versteht man nicht alle Einzelheiten. Auch hier werden fiktive Ereignisse mit wahren politischen Begebenheiten gemischt und das so gut, dass man oft das Gefühl hat, alles ist wahr. Manchmal sind vor allem in den ersten Kapiteln gerade die Nebenfiguren ein wenig zu ausführlich beschrieben. Ich kann mir das nur so erklären, dass sie in der geplanten Fortsetzung noch eine Rolle spielen werden. Das Ende birgt eine Überraschung, die ich allerdings ein wenig zu konstruiert empfinde. Aber auch hier gibt es vielleicht einen Verweis auf Teil 3. Was mir an der Reihe sehr gut gefällt, ist die differenzierte Darstellung von Tätern wie auch Opfern. Da gibt es die strohdummen dumpfen Nazis, aber auch die gefährlichen. Da gibt es Menschen jeglicher Religion, die zusammenarbeiten. Da gibt es aber auch Menschen, die sich ändern - zum Guten wie zum Schlechten - und diese Änderungen werden ausführlich und nachvollziehbar begründet. Das macht das Buch sehr authentisch und vielschichtig. Von mir gibt es absolut eine Leseempfehlung.
    Die Herzchirurgin

    Jack Jordan
    Die Herzchirurgin (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    13.02.2023

    Mutterliebe

    Anna arbeitet als Chirurgin in einem Krankenhaus. Ihr Sohn wird entführt und sie bekommt ihn nur zurück, wenn sie einen speziellen Patienten bei der nächsten Operation töten wird. Anna steckt in einem Dilemma: rettet sie den Patienten oder ihren Sohn?

    Das Buch ist über weite Strecken sehr spannend. Gerade am Anfang kommt die Spannung daher, dass man nicht weiß, wie die letztendliche Entscheidung von Anna ausfallen wird. Im weiteren Verlauf der Geschichte gibt es einige überraschende Wendungen, die die Spannung weiterhin hochhalten. Die Geschichte aus Sicht drei unterschiedlicher Frauen zu erzählen, ist ein guter Griff gewesen. Generell ist der Schreibstil sehr direkt und gut lesbar. Da verzeiht man dann auch schon die zum Teil „etwas hasenwilden“ Geschehnisse. Die Entwicklung von Anna als einer normalen Frau, Mutter und Ärztin zu etwas, dass ich nicht näher benennen kann, um nicht zu spoilern, ist manchmal nicht zu 100 % überzeugend. Trotzdem gibt es von mir für das Buch eine absolute Leseempfehlung.
    Der Donnerstagsmordclub und die verirrte Kugel

    Der Donnerstagsmordclub und die verirrte Kugel (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    13.02.2023

    Unterhaltsam

    Der Donnerstagmordclub hat wieder genug zu tun. Denn die vier entschließen sich, einen 10 Jahre alten Fall aufzurollen. Es geht um die Journalistin Bethany Waites, die ermordet wurde, weil sie einem großen Fall auf der Spur war. Doch die Ermittlungen gestalten sich schwierig, denn Elizabeth wird mit ihrem Mann entführt und ihr droht der Tod, wenn sie nicht jemanden anderen tötet. Jemanden, den sie aus der eigenen Vergangenheit kennt...

    Das Buch ist bereits der dritte Teil dieser Reihe um die vier alten Herrschaften, die sich um Morde kümmern oder mehr oder weniger unfreiwillig über solche stolpern. Nachdem ich den zweiten Teil als etwas schwächer empfunden habe, ist der dritte Teil wieder absolut super. Damit meine ich nicht unbedingt die Spannung, die eher nicht vorhanden ist, auch wenn die Auflösung einige Überraschungen bringt. Ich meine damit in erster Linie den großen Unterhaltungswert, der auch vor allem durch direkte oder indirekte Anspielungen und viel schrägen Humor hervorgerufen wird. Man muss das sicherlich mögen, aber mir gefällt es. Ebenfalls gefällt mir, dass neben den vier Clubmitgliedern inzwischen auch einige Personen dazu gekommen sind, die das Spektrum erweitern und die Sache bunter machen. Alles in allem gibt es von mir eine Leseempfehlung.
    Als Großmutter im Regen tanzte

    Trude Teige
    Als Großmutter im Regen tanzte (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    08.02.2023

    Berührt

    Norwegen kurz vor Ende des zweiten Weltkrieges. Die junge Tekla verliebt sich in den deutschen Soldaten Otto und heiratet ihn, damit sie die Chance hat, mit ihm noch Deutschland zu ziehen. Dort angekommen, ist Ottos Hof von den russischen Soldaten eingenommen und das junge Paar findet Unterkunft bei der ehemaligen Haushälterin. Doch bald wollen sie dort weg und bei einer Art Flucht wird Otto getötet und Tekla widerfährt noch viel schlimmeres...

    Das Buch berührt sehr. Es ist gut geschrieben und erzählt die Geschichte aus Sicht mehrerer Seiten. Da ist eine junge Norwegerin, die aus Liebe zu einem Deutschen „Deutsche“ werden muss, ihren norwegischen Pass verliert und der nach dem zweiten Weltkrieg in Deutschland Furchtbares widerfährt. Sie hat so gut wie keine Möglichkeit, nach Norwegen zurückzukommen – auch weil ihre Familie das verhindert. Ich wusste nicht, dass es sowas gegeben hat. Am meisten hat mich allerdings entsetzt, dass eine norwegische Schriftstellerin und Journalistin eine Geschichte erzählt, von der ich vorher nie gehört hatte. Ich meine den Massensuizid in Demmin. Das ist so furchtbar, dass es mich lange beschäftigt hat. An diesem Buch sieht man sehr gut, dass jeder Krieg unheimliche Opfer fordert, und zwar von allen Seiten und vor allem von der Zivilbevölkerung. Es geht auch darum, wie lange die Geschehnisse in den Familien nachwirken und wie oft darüber geschwiegen wurde. Teils aus Scham, zum viel größeren Teil aber aus einem Trauma. Der Autorin ist es gelungen, dass in ihrem Buch darüber gesprochen wird. Ich kann es nur zum Lesen empfehlen.
    Kannibal. Jagdrausch

    Mark Benecke
    Kannibal. Jagdrausch (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    08.02.2023

    Speziell

    In Berlin wird ein Koffer voller Menschenknochen gefunden. Das Besondere daran ist, dass sie fast alle eine Art Kratzspuren aufweisen. Ziemlich schnell wird klar, dass dieser Fall mit Kannibalismus zu tun haben könnte. Die Privatermittler Becker und Funke werden von der Polizei zu Hilfe geholt. Speziell Becker vergräbt sich mehr und mehr in den Fall...

    Das Buch ist der zweite Teil der Reihe von Mark Benecke. Wiederum wird ein sehr spezieller Bereich an Tätern und Kriminalfällen angesprochen. Hier geht es um Kannibalismus. Während der Ermittlungen lernt man als Leser einiges dazu. Allerdings sind mir die Ermittlungen manchmal ein wenig zu speziell. Ich meine damit, nicht immer richtig nachvollziehbar. Manches war mir einfach zu sprunghaft und irgendwie fehlte ein wenig die Spannung und der Täter war für mich relativ zeitig im Visier. Trotzdem gibt es von mir eine Leseempfehlung, weil hier ein absoluter Fachmann schreibt.
    Das Sanatorium

    Sarah Pearse
    Das Sanatorium (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    08.02.2023

    Stark

    Elin kommt mit ihrem Freund Will in die Alpen. In einem neuen Luxushotel mitten in den Bergen plant ihr Bruder eine Verlobungsfeier. Bereits kurz nach ihrer Anreise beginnt ein starker Schneesturm und nach einem Lawinenabgang ist das Hotel von der Außenwelt abgeschnitten. Dann verschwindet die Verlobte ihres Bruders und bei der Suche nach ihr wird eine Leiche gefunden. Es wird nicht die einzige bleiben...

    Das Buch wird bereits als der packendste Thriller des Jahres beschrieben. Ich finde es ein wenig verfrüht, jetzt schon ein Buch so zu bezeichnen, weil das Jahr noch lang ist. Trotzdem ist das Buch ganz stark, besonders für einen Erstling. Während es relativ ruhig beginnt und die Spannung sich vor allem aus den Naturereignissen und der Vergangenheit des Hotels aufbaut, wird im Fortgang eine Leiche nach der anderen gefunden. Die Suche nach dem Mörder wird immer spannender und immer, wenn man denkt, der richtige ist gefunden, gibt es eine erneute Wendung und man steht quasi wieder am Anfang. Das ist wirklich sehr gut gelungen und so gibt es von mir eine absolute Leseempfehlung.
    Fräulein vom Amt - Der Tote im Kurhaus

    Charlotte Blum
    Fräulein vom Amt - Der Tote im Kurhaus (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    30.01.2023

    Gelungene Fortsetzung

    Inzwischen ist 1924. Alma arbeitet immer noch als Telefonistin und hat sich von Ludwig getrennt. Ganz Baden-Baden ist im Ägypten-Fieber. Vor noch gar nicht langer Zeit hat Carter im Tal der Könige in Ägypten aufsehenerregende Funde gemacht. Und jetzt soll im Kurhaus die Oper Aida aufgeführt werden. Diese wird ein voller Erfolg, doch kurze Zeit später wird der Tenor ermordet aufgefunden. Sehr schnell gibt es einen Täter, den Freund von Almas Freundin Emmi. Doch Emmi beteuert seine Unschuld…

    Das Buch ist eine sehr gelungene Fortsetzung. Die damalige Zeit – und speziell das Ägypten-Fieber – wird sehr authentisch beschrieben. Auch die weitere Entwicklung der jungen Frauen ist realistisch. Die Ermittlungen von Alma sind nachvollziehbar und nicht überzogen. Das Buch ist nicht unbedingt super spannend, doch erst ziemlich weit am Ende tauchen Verdächtige auf, die den Namen auch verdienen. Alles in allem gibt es von mir eine Leseempfehlung und ich freue mich auf den für Sommer angekündigten dritten Teil.
    Die Kinder von Schönbrunn

    Beate Maly
    Die Kinder von Schönbrunn (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    30.01.2023

    Gut lesbar

    Der erste Weltkrieg ist vorbei. Greta wartet immer noch auf ihren Mann Gustav, der als verschollen gilt. Alle außer ihr halten ihn für tot. Sie fällt in ein ziemliches Loch und verlässt teilweise kaum noch das Haus. Mehr zufällig lernt sie bei einem Spaziergang Melanie kennen und diese nimmt sie mit zu einem Informationsgespräch über eine neue geplante Erzieherinnenausbildung im Schloss Schönbrunn. Überraschenderweise besteht Greta die Aufnahmeprüfung und die Ausbildung verändert viel für sie…

    Das Buch ist gut lesbar und stellt keine größeren Anforderungen. Interessant ist, dass es im Schloss Schönbrunn wirklich ein Kinderheim und diese von der SPD geförderte Ausbildung für Erzieherinnen gab. Der Übergang von der alten Erziehung zu neuen Methoden ist schwierig und dauert seine Zeit. In dem Buch sind mir die betreffenden Personen allerdings ein wenig zu drastisch und zu schwarz-weiß dargestellt und alles wurde auch ein ziemlich idealisiert und auf wenigen Seiten zusammengefasst. Da wäre mehr möglich gewesen und ein differenzierteres Beschreiben hätte dem Buch sicherlich gut getan und mehr Tiefgang verliehen. Trotzdem gibt es von mir eine Leseempfehlung.
    Benrath, N: Wehrlos

    Benrath, N: Wehrlos (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    30.01.2023

    Aktuell, aber leider nicht stimmig

    Auf einem Spielplatz wird die kleine vierjährige Nele entführt. Ein etwas älteres Mädchen nimmt sie einfach mit und niemand merkt etwas davon. Die wenigen Minuten reichen aus, Nele in einen Wagen zu bringen und wegzufahren. Verzweifelt versucht die Mutter, ihr Kind wiederzufinden. Die Polizei hat so gut wie keine Anhaltspunkte. Erst nach und nach stellt sich heraus, dass Nele nicht das einzige entführte Kind ist. Und dass ihre Mutter einen großen Anteil daran hat, warum Nele ausgesucht wurde…

    Das Buch ist über große Teile sehr spannend. Die Geschichte wird sowohl als Sicht von Nele, als auch aus Sicht ihrer Mutter, der Polizei und der Täter erzählt. Sie ist hochaktuell. Immer öfter stellen Mütter (aber auch Väter) ihre Kinder ins Internet, um als Influencer Werbung mit ihnen zu machen und Geld zu verdienen. Erst einmal leicht verdientes Geld, doch sie merken nicht oder zu spät, was sie damit den Kindern antun und in welche Gefahr sie die Kinder bringen. Insofern hat das Buch ein sehr wichtiges Thema zum Inhalt.

    Bis fast zum Ende hin hätte ich die höchste Punktzahl für das Buch vergeben, doch leider ist das Ende absolut unrealistisch. Für meine weitere Begründung werde ich jetzt stark spoilern müssen: da werden die Täter auf einmal mitleidig, da gehen Polizisten allein mit einem Jagdgewehr auf die Suche, da treffen alle beteiligten Personen innerhalb weniger Minuten auf einem ganz engen Radius aufeinander. Da gibt es einen Vater, der außer Beschimpfungen gegenüber der Mutter überhaupt nichts mit der Suche zu tun hat, sein Kind aber für sich will. Glaubwürdig?

    Das alles zusammen hat mir das Buch am Ende doch sehr verdorben und so kann ich nur eine mittelmäßige Bewertung geben.
    Die Töchter der Ärztin

    Helene Sommerfeld
    Die Töchter der Ärztin (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    30.01.2023

    Es geht weiter

    Es ist es Jahr 1928. In Berlin hat die Ärztin Ricarda erneut eine eigene Praxis. Während des ersten Weltkrieges hatte sie in der Charité gearbeitet, doch danach gab es die üblichen Probleme, dass Frauen nicht wirklich anerkannt sind. Ihre Tochter Henny lebt in Amerika, ihr Mann arbeitet in Hollywood. Die jüngere Tochter Toni wird ebenfalls Ärztin und entscheidet sich, nach Afrika zu gehen.

    Das Buch setzt fast nahtlos an die Vorgängerreihe an. Fast deswegen, weil einige wenige Jahre dazwischen liegen. Wer die Vorgänger nicht mehr ganz so exakt im Kopf hat, kann die teilweise leicht verwirrenden Familienverhältnisse anhand eines Stammbaumes am Ende des Buches nachlesen. Das empfinde ich als eine gute Idee. Ansonsten ist das Buch gewohnt gut geschrieben, für mich allerdings gibt es ein wenig zu viele Abenteuer, Anschläge, Verwicklungen, Unfälle und Ähnliches (für genauere Beschreibungen müsste ich zu viel spoilern). Und auch, wenn es in dem Buch zu allererst um die Töchter geht, habe ich zum Beispiel einige Figuren vermisst - in erster Linie den Bruder Georg, dessen interessante Geschichte leider überhaupt nicht erwähnt wird, was die Zwischenjahre angeht. Trotzdem zeigt das Buch wieder Weltgeschichte auf, die auf eine Familie runtergebrochen ist. Die damalige Zeit wird nacherlebbar gemacht. Daher gibt es von mir eine Leseempfehlung.
    Totes Moor

    Lars Engels
    Totes Moor (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    23.01.2023

    Guter Start einer neuen Reihe

    Der junge Kriminalkommissar Janosch Janssen ist in seinem kleinen Heimatort in die Rhön zurückgekehrt, da es seiner Mutter sehr schlecht geht. Vor neun Jahren ist Matilda, eine Bekannte von ihm, spurlos verschwunden. Die damaligen Ermittlungen ergaben, dass sein Vater in die Angelegenheit verwickelt ist. Daraufhin nimmt er sich das Leben. Die Schuld daran gibt Janosch seiner jetzigen Chefin, Kriminaloberrätin Diana Quester. Keine einfache Zusammenarbeit, zumal jetzt die Leiche von Matilda gefunden wird…

    Das Buch ist ein guter Beginn einer geplanten neuen Reihe. Die Besonderheiten der Rhön, speziell des Roten Moores, werden sehr gut in die Geschichte eingebunden und wenn man sich dort ein bisschen auskennt, merkt man, wie gut es gelungen ist. Die Geschichte selbst ist ein Regionalkrimi, der die üblichen Merkmale aufweist. Keine Hochspannung, aber gelungene Ermittlungen, die erst relativ spät auf den Täter hinweisen. Vorher gibt es genug Verdächtige und auch im Kommissariat ein nicht einfaches Zusammenspiel, das die Geschichte ein wenig bereichert. Alles in allem würde ich gern eine Fortsetzung lesen und kann eine Leseempfehlung aussprechen.
    Die Siegel des Todes

    Peter Orontes
    Die Siegel des Todes (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    23.01.2023

    Historienschmöker

    Anfang des 14. Jahrhunderts im Schwarzwald arbeitet der Junge Elias bei einem Abdecker. Er weiß nicht, woher er stammt. Einzige Erinnerungen hat er in seinen Albträumen und in einem Medaillon, das eine lateinische Inschrift trägt und das ihn immer wieder in Gefahr bringt. So kommt er von einem Abenteuer in das nächste, reist mit dem fahrenden Volk und muss immer öfter um sein Leben fürchten.

    Das Buch ist ein sehr guter Historienschmöker im besten Sinne. Wahre Begebenheiten werden aufgegriffen und mit fiktiven Erlebnissen so verbunden, dass sich das Ganze richtig gut lesen lässt und man trotzdem nebenbei noch einiges aus dem Mittelalter lernt. Die Hauptfiguren sind gut dargestellt, die Bösen allerdings manchmal ein wenig zu arg gezeichnet. Doch insgesamt ist das Ganze stimmig und unterhält sehr gut. Da man fast bis auf die letzte Seite nicht weiß, was ist mit dem mysteriösen Medaillon auf sich hat, durchzieht das Buch eine gewisse Grundspannung. Die Auflösung ist interessant, allerdings sehr kurz gehalten. Alles in allem gibt es von mir eine Leseempfehlung.
    Die Tochter der Hungergräfin

    Annette Spratte
    Die Tochter der Hungergräfin (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    16.01.2023

    Echte Geschichte

    Ernestine von Sayn und Wittgenstein ist noch nicht mal zehn Jahre alt, als ihr jüngerer Bruder stirbt. Er ist der letzte männliche Erbe der Familie und ihre Mutter, Gräfin Louise Juliane, hat ein großes Problem. Obwohl ihr verstorbener Mann ihr die Grafschaft vererbt hat, machen die mächtigen Männer, allen voran die Kurfürsten von Köln und Trier, ihr das Erbe streitig. Das geht soweit, dass ihre Schlösser und Burgen belagert und sie ausgehungert werden sollen. Erst durch eine abenteuerliche Flucht gelingt der Restfamilie, vorerst einen sicheren Unterschlupf und entsprechenden Schutz durch höherrangige Personen zu bekommen. Im immer noch währenden 30-jährigen Krieg das Beste, was passieren kann. Doch niemals geben sie den Kampf um ihr Erbe auf.

    Der Autorin gelingt es, eine den Fakten noch wahre Geschichte mit Leben zu erfüllen. Geschickt ist es, dass die Geschichte aus Sicht der Tochter erzählt wird. Am Anfang fand ich den Stil leicht gewöhnungsbedürftig und zu einfach, doch im Laufe des Buches gab sich das und das Lesen war interessant, lehrreich und vor allem auch angenehm. Ich kannte die Geschichte der mutigen Frau bisher nicht und so habe ich viel lernen können. Die ab ungefähr der Hälfte in meinen Augen etwas stark eingestreute Werbung für den christlichen Glauben hätte es nicht gebraucht. Das hat mich ein wenig abgeschreckt. Doch davon ganz abgesehen ist es ein wunderbares Buch darüber, wie ungewöhnliche Frauen auch in schwierigen Zeiten erreichen konnten, was sie sich vorgenommen haben. Wenn teilweise auch unter großen Opfern und schweren Verlusten. Von mir gibt es eine Leseempfehlung.
    Isengrim

    Isengrim (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    16.01.2023

    Mittelalter mit Humor

    In der Stadt Krems wird die Bademagd Magdalena tot aufgefunden, aufgeschnitten und verstümmelt. Da die Leiche vor dem Haus des jüdischen Geldverleihers liegt, wird dieser festgenommen, gefoltert und zum Tode verurteilt. Der Spielmann Niki glaubt allerdings nicht daran, dass der Jude der Mörder ist, und möchte den Fall aufklären. Dazu tritt er zusammen mit seinem Freund Bertram der Stadtwache bei und betätigt sich als Detektiv. Allerdings eher mit mangelndem Erfolg…

    Das Buch ist der dritte Teil um den Zeitreisen Nikolaus, der unbeabsichtigt Mittelalter landet und dort als Spielmann Blondie bekannt wird. Man kann das Buch auch ohne Kenntnis der beiden Vorgängerbände lesen, die auch mehr als Abenteuerroman angelegt sind. Allerdings schaden die Vorkenntnisse nicht, denn so versteht man erst viele Feinheiten und auch Anspielungen. Isengrim selbst ist als historischer Kriminalroman beschrieben. Für mich hat dieser gerade im Mittelteil nicht unbedingt große Spannung, aber das hat mich nicht gestört. Denn gerade die Anspielungen auch auf die Gegenwart fand ich immer sehr witzig. Die Auflösung birgt dann noch einiges an Überraschungen, ging aber relativ schnell. Trotz dieser Anmerkungen fand ich das Buch sehr lesenswert und würde mich über eine Fortsetzung der Reihe sehr freuen.
    Meyer, K: Bücher, der Junge und die Nacht

    Meyer, K: Bücher, der Junge und die Nacht (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    16.01.2023

    Abenteuerlich

    Leipzig 1933. Der Buchbinder Jakob Steinfeld hat ein Problem mit den Aufkommen der Nazis. Weil er sich auf persönlicher Ebene mit einem anlegt, landet er für mehrere Monate im Gefängnis. Frisch entlassen, lernt er die junge Juli Pallandt kennen. Mit ihrer Familie hat er ebenfalls Probleme, denn der Vater von Juli versucht, ihm die Kapelle, in der sich sein Büchergeschäft und seine Buchbinderwerkstatt befindet, abzukaufen. Jakob lehnt es ab. Alles zusammen hat für ihn schwere Konsequenzen…

    Das Buch ist irgendwie eine Art Abenteuerroman. Er ist gut geschrieben und zeugt von ganz viel Liebe zu alten und zu neuen Büchern und den entsprechenden Handwerken dazu. Ich kenne Leipzig ein wenig, aber das Graphische Viertel war mir völlig unbekannt und ich habe beim Lesen sehr viel Neues gelernt. Vor allem die Geschichte in der Vergangenheit ist sehr gut und die Figuren anschaulich beschrieben. In der Gegenwart, in der es um Jakobs Sohn Robert geht, hat mich das ganze weniger begeistert. Warum ich trotzdem nicht über ein Mittelmaß hinaus komme liegt ganz einfach daran, dass ich zu keiner Zeit das Gefühl hatte, dass ich das Buch unbedingt weiterlesen muss. Im Gegenteil, ich bin mehrmals darüber eingeschlafen. Irgendwie hat mich am Ende nicht mehr interessiert, wie die Geschichte ausgeht. Ganz überraschend war es bis auf einige Details dann auch nicht wirklich.
    Wunn, A: Saubere Zeiten

    Wunn, A: Saubere Zeiten (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    16.01.2023

    Schweigen

    Jakob arbeitet als Journalist in Berlin. Er lebt getrennt von Frau und Sohn und hat zu seinem Vater sehr wenig Kontakt. Erst als dieser im Krankenhaus im Sterben liegt, fährt er zurück in sein Heimathaus. Dort findet er von seinem Vater besprochene Tonbänder sowie Tagebücher seines Opas. In der Familie wurde kaum über die Vergangenheit gesprochen und so lernt er erst jetzt etwas davon kennen.

    Das Debütbuch des Autors hat mich überzeugt. Anfangs fand ich das Cover etwas altmodisch, doch es passt absolut zum Inhalt des Buches. Der Stil ist geradlinig und direkt und irgendwie nicht sehr emotional. Trotzdem kann man sich als Leser alles genau vorstellen und unheimlich mitfühlen. Die Geschichte an sich ist interessant. Der Autor schreibt selbst darüber, dass die Fakten wahr sind, die Geschichte aber von ihm ausgedacht. Was davon stimmt, bleibt sein Geheimnis. Aber das ist auch nicht wichtig. Denn es geht auch darum, dass in den Familien Schweigen über die Vergangenheit herrscht und damit viele gute Gelegenheiten vergeben werden, sich besser kennenzulernen und als Familie zusammenzuhalten. Beim Inhalt des Buches geht es speziell um die Beziehung vom Vater zum Sohn. Doch es betrifft nicht nur Männer. Alles in allem hat mich das Buch absolut überzeugt und bekommt von mir eine Leseempfehlung.
    Fräulein Anna, Gerichtsmedizin

    Fräulein Anna, Gerichtsmedizin (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    06.01.2023

    Leider enttäuscht

    Anna ist 19 und stammt vom Land. Nach ihrer Ausbildung als Krankenschwester in einem Orden kommt sie nach München, um dort als Hilfskraft in der Gerichtsmedizin zu arbeiten. Ihr gefällt es schnell sehr gut und sie ist wissbegierig und lernt gern und viel. Gleich bei ihrem ersten Fall einer älteren Schauspielerin lernt sie den Reporter Friedrich/Fritz kennen, der eigentlich ein Adliger ist und sie sehr ausnutzt.

    Das Buch hat mich leider etwas enttäuscht. In letzter Zeit ist ein regelrechter Boom ausgebrochen von Frauenfiguren, die Anfang des 20. Jahrhunderts um ihre Ausbildung oder ihr Studium kämpfen oder in Berufe einsteigen, die bis dahin ausschließlich Männern vorbehalten waren. Das ist oft ganz interessant, aber zum einen wird es langsam ein wenig viel und zum anderen hat man inzwischen gewisse Ansprüche an ein solches Buch oder Reihe. Und diese erfüllt „Fräulein Anna“ leider nicht. Die Figuren wirken auf mich teilweise nicht stimmig und fast karikativ. Allen voran der Adlige Fritz. Wie sein Freund ist er verarmt und hat eine Bürgerliche geheiratet, um finanziell abgesichert zu sein. Es ist eine Zweckheirat auf beiden Seiten. Nur erwartet er, dass er ohne Gegenleistung (vom Namen mal abgesehen) alle Vorteile nutzen kann und möglichst keine Leistung bringen muss (1 x im Jahr ein Einsatz in der Firma des Schwiegervaters ist ihm zu viel). Gleichzeitig nutzt er die finanziellen Möglichkeiten für seine Hobbys und für Beziehungen zu Frauen, die „bei 3 nicht auf dem Baum“ sind. Seine Frau wird als „strohdumm“ beschrieben und adligkeitshörig. Auf der anderen Seite verehrt er Anna geradezu, obwohl sie ebenfalls nicht unbedingt als sehr gebildet beschrieben wird. Aber sie hört ihm zu, wenn er erzählt. Und sie unterhält er (Wohnung, Geschenke) völlig ohne Gegenleistung mit dem Geld seiner Frau. Irgendwie kann ich mich damit nicht anfreunden.
    Auch z. B. der andere Gehilfe in der Gerichtsmedizin. Er kann nicht mit Leichen arbeiten, verweigert sich vielen und ist ständig betrunken – behält aber seine Arbeitsstelle? Nicht glaubwürdig.

    Unabhängig davon war das Buch nur mäßig spannend, was den Fall angeht. Allerdings ist das in meinen Augen keinen Punktabzug wert, weil das Buch als Roman bezeichnet wird. Nicht als Krimi, wie man vom Titel her erwarten könnte. Mir persönlich kam allerdings die Gerichtsmedizin der damaligen Zeit viel zu kurz. Alles in allem ist das Buch für mich eher Durchschnitt und ich werde die Fortsetzung nicht lesen.
    Blutmond

    Blutmond (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    06.01.2023

    So muss ein Krimi sein

    Harry ist in Los Angeles. Weil er dort Geld für eine Bekannte braucht, kehrt er nach Oslo zurück, um für einen reichen Immobilienmakler den Auftrag zu übernehmen, einen Serienmörder zu finden und damit den Immobilienmakler zu entlasten. Harry umgibt sich mit Freunden und Bekannten und beginnt zu ermitteln. Doch er kommt dem Täter nicht näher, stattdessen mordet dieser weiter.

    Blutmond ist für mich ein Krimi, wie er sein sollte. Ermittlungen, die nachvollziehbar sind. Einige Verdächtige, die alle irgendwie in Frage kommen könnten, doch auf den richtigen bin ich nicht gekommen. Spannung durch einige Wendungen. Dazu ein interessanter wissenschaftlicher Ansatz, bei dem ich einiges gelernt habe. Auch wenn ich es mir in Echt nicht wirklich vorstellen möchte. Dazu ein Fortgang der Geschichte und ein Ende, dass auf einen neuen Fall hoffen lässt. Alles in allem beweist der Autor erneut, warum er zu den besten in seinem Fach gehört. Von mir eine absolute Leseempfehlung.
    Kuckuckskinder

    Kuckuckskinder (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    27.12.2022

    Fjällbacka vom Feinsten

    Kurz vor einer Vernissage wird der berühmte Fotograf Rolf in seiner Galerie ermordet aufgefunden. Nur wenig später geschieht auf einer kleinen Insel sogar ein Dreifachmord. Der Schriftsteller Henning Bauer, der kurz vor dem Erhalt des Literaturnobelpreises steht, verliert einen Sohn und zwei Enkelkinder. Patrick und seine Kollegen ermitteln, doch sie kommen nicht wirklich vorwärts. Der Hauptverdächtige wird mittels Indizien überführt, doch Patrick hat seine Zweifel. Erica dagegen recherchiert für ein neues Buch zu einem Mord in den 1980er Jahren und ahnt nicht, dass alle Vorfälle doch irgendwie zusammenhängen…

    Endlich gibt es eine Fortsetzung zu der Reihe um Fjällbacka. Ich finde, dass diese Reihe zu den besten der Autorin gehört. Obwohl ich normalerweise nicht sehr mag, wenn zu viel Privates von den Ermittlern in die Fälle einfließen, finde ich es bei dieser Reihe einfach besonders gut gelungen und passend. Der Krimi „Kuckuckskinder“ ist eher ruhig und über weite Strecken hat man überhaupt kein Gefühl, wohin sich die Geschichte entwickelt. Die Rückblicke auf eine besondere Person und die Geschehnisse der Gegenwart scheinen nicht zusammenzugehören. Die Auflösung dann birgt mehrere überraschende Wendungen. Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung und die Hoffnung, dass die Krimireihe bald fortgesetzt wird.
    Rote Sirenen

    Victoria Belim
    Rote Sirenen (Buch)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    27.12.2022

    Sehr gutes Debüt

    Victoria ist Ukrainerin, doch bereits als Jugendliche wanderte sie in die USA aus und lebt heute in Brüssel. Trotzdem fühlt sie sich immer wieder in ihr altes Heimatland zurückgezogen und besucht ihre Großmutter, um mehr über ihre Familie und vor allem den verschwundenen Urgroßonkel Nikodim zu erfahren. Doch ihre Reise in die Vergangenheit ist nicht so einfach. Zum einen fehlen ihr viele Informationen, zum anderen gibt es unterschiedliche Auffassungen von dem Geschehen und am Ende kommt Corona dazwischen.

    Ich finde, das Buch ist ein wunderbares Debüt der Autorin. Sie beschreibt ihre eigene Geschichte und ihre Familiengeschichte. Das gelingt ihr in klaren Sätzen mit einem großen Mitgefühl, ohne allzusehr in Sentimentalitäten abzuschwenken. Man begleitet sie bei ihrer Reise und man kann ihre Ängste nachvollziehen. Ich habe unheimlich viel über die Ukraine lernen können, das meine ich vor allem auf menschlicher Ebene. Mir wurde klar, wie schwierig es für die Menschen ist, ihre Vergangenheit einzuschätzen und einzuordnen. Die Aktualität der Ereignisse hat man immer im Hintergrund und man versteht, warum die Menschen so um ihre Heimat kämpfen und so große Entbehrungen auf sich nehmen. Von mir gibt es für das Buch eine absolute Leseempfehlung.
    Amissa. Die Überlebenden

    Frank Kodiak
    Amissa. Die Überlebenden (Buch)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    27.12.2022

    Schwächer

    Rica hat ihren Mann Jan begraben müssen und kämpft jetzt fast allein weiter gegen die Verbrecherorganisation, die Amissa unterwandert hat und die bis in höchste Kreise reicht. Dafür kehrt sie u. a. in ihre Heimat zurück. Doch dieser Kampf fordert immer mehr Opfer…

    Amissa - Die Überlebenden ist der dritte und letzte Teil der Trilogie. Ich fand die beiden Vorgänger sehr gut und unheimlich spannend. Leider trifft das für mich auf den Abschlussband nicht mehr zu. Gefühlt zog sich das Ganze in die Länge und die Auflösung barg zwar einige Überraschungen, war aber irgendwie für mich unvollständig. Ich weiß nicht, wie ich es besser ausdrücken soll. Vielleicht hatte ich einfach mehr und zu viel erwartet. Auch die Einbeziehung von Voodoo konnte ich nicht so richtig nachvollziehen. Trotzdem war das Buch sehr gut lesbar und der Autor weiß zu schreiben.
    Ginsterhöhe

    Anna-Maria Caspari
    Ginsterhöhe (Buch)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    19.12.2022

    Deutsche Geschichte

    1919. In dem kleinen Dorf Wollseifen in der Eifel kehrt Albert aus dem ersten Weltkrieg zurück. Sein Gesicht ist völlig zerstört und seine Frau hat damit große Probleme. Nach und nach lebt sich Albert wieder im Dorf ein und auch seine Ehe wird langsam besser. Die Leute arbeiten hart, aber langsam geht es aufwärts. Nach der Geburt seiner kleinen Tochter entschließt sich Albert, in Bonn sein Gesicht operieren zu lassen. Danach ist er wie ein anderer Mensch. Doch die Nazis werfen ihre langen Schatten voraus…


    Das Buch erzählt deutsche Geschichte der neuen Vergangenheit. Dieses Mal aus der Sicht eines schwer gezeichneten Kriegsheimkehrers des ersten Weltkrieges und auch eines Bauern in einem kleinen Dorf mit kargen Böden und schwerer Arbeit. Das ist gut beschrieben. Die Menschen sind realistisch gezeichnet. Vor allem nicht nur sehr einseitig. Die Geschehnisse in Deutschland werden geschickt eingeflochten durch Tagebuchaufzeichnungen des Lehrers. Das Besondere an dem Buch ist noch, das es die wahre Geschichte des Dorfes in der Eifel beschreibt. Das gibt dem Ganzen noch mehr Gewicht. Alles in allem ist es der Autorin gelungen, mir die Menschen und die Geschichte des Ortes näher zu bringen. Von mir gibt es eine Leseempfehlung.
    226 bis 250 von 904 Rezensionen
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