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    Jeremy Top 10 Rezensent

    Aktiv seit: 28. August 2010
    "Hilfreich"-Bewertungen: 17776

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    1544 Rezensionen

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    Duende

    Duende (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    27.05.2012
    Klang:
    5 von 5
    Musik:
    5 von 5

    Berührende musikalische Dialoge

    Duende? Der schwierig zu fassende Begriff hat seinen Ursprung in der andalusischen Flamencotradition. Und der mysteriöse "Kobold Duende" stellt sich dann ein, wenn die Musik den Zuhörer so ergreift, dass dieser Gänsehaut bekommt. Genau das erlebte der renommierte Bassist Avishai Cohen (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Trompeter), als er den erst 24-jährigen Pianisten Nitai Hershkovits zum ersten Mal in Tel Aviv spielen hörte. Mit 34 Minuten Länge ist die vorliegende Duo-Einspielung zwar vordergründig etwas kurz geraten, ergreift aber den Hörer umso intensiver mit ihren geradezu musikantisch-magischen Dialogen zweier Ausnahmekünstler. Wenn das Sprichwort "In der Kürze liegt die Würze" zutrifft, dann bestimmt bei dieser hervorragenden Einspielung! Bedingungslos und wärmstens empfohlen!
    Within A Song

    Within A Song (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    21.05.2012
    Klang:
    5 von 5
    Musik:
    4 von 5

    Auf musikalischer Spurensuche

    Gitarrist John Abercrombie hat seine Wurzeln in den für die Jazzentwicklung so faszinierenden Jahren zwischen 1958 und 1970. Und in "Within A Song" greift er für einmal zurück auf Musiker und ihre Einspielungen, die seine Sozialisation massgeblich geprägt haben: Sonny Rollins und Jim Hall, Art Farmer und Steve Swallow, Ornette Coleman, Miles Davis, Bill Evans, John Coltrane. Abercrombie und sein neues Quartett, mit dem omnipräsenten Joe Lovano(ts) und der Rhythmusgruppe mit Drew Gress(b) und Joey Baron(dm), erinnern sich hier ihrer prägenden Phase aus heutiger Sicht, angereichert mit all ihren musikalischen Erfahrungen von damals bis heute.
    Family Life

    Family Life (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    07.05.2012
    Klang:
    5 von 5
    Musik:
    5 von 5

    Bill Carrothers musikalisches Familienalbum

    Der Pianist Bill Carrothers erinnert mich an den bedeutenden Schweizerdichter Robert Walser. Als Idylliker mit einer Vorliebe für Miniaturen hat er wie Walser eine verblüffend eigenständige Handschrift zur Beschreibung seiner Welt geschaffen. Carrothers' Welt ist nicht (mehr) das grossstädtische New York, sondern ein Kaff namens Mass City im ländlichen Michigan. Und wie er den kleinen Kosmos im Umfeld seiner Familie in 15 musikalischen Vignetten improvisatorisch einkreist, einfängt und kommentiert, ist so bezaubernd, ergreifend, verrückt, berührend, poetisch, absurd und beglückend wie das richtige Leben. Kurz: Carrothers macht aus einer ganz kleinen Welt ganz grosse Kunst.
    Bamako By Bus

    Bamako By Bus (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    29.04.2012

    Jüdisch-arabischer Jazzfrühling mit Afroeinschlag!

    In die USA emigrierte israelitische Musiker und das rührige Label "Anzic Records" bringen zurzeit viel frischen Wind in die US-Jazzszene. Eli Degibri, Anat Fort, die umtriebige Cohen-Family, Omer Avital, Daniel Freeman u.a. heissen die auch merkantil erfolgreichen Exponenten eines jüdisch-arabischen Ethno-Postbop. Als ein faszinierender Appetizer mit Pop-Appeal empfiehlt sich die vorliegende CD von Drummer Daniel Freedman. Die eingängige Musik ist mit afrikanischen Klängen durchsetzt. Und das Line-up ist äusserst prominent besetzt mit u.a.Gitarrist und Sänger Lionel Loueke, Avishai Cohen-tp, Bassist Meshell Ndgeocello.
    Suite Of The East

    Suite Of The East (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    29.04.2012

    Jüdisch-arabischer Jazzfrühling!

    In die USA emigrierte israelitische Musiker und das rührige Label "Anzic Records" bringen zurzeit viel frischen Wind in die US-Jazzszene. Eli Degibri, Anat Fort, die umtriebige Cohen-Family, Omer Avital, Daniel Freeman u.a. heissen die auch merkantil erfolgreichen Exponenten eines jüdisch-arabischen Ethno-Postbop. Als faszinierender Appetizer empfiehlt sich die vorliegende Einspielung von Bassist Omer Avital (Quintett mit u.a.Trompeter Avishai Cohen und Saxophonist Joel Frahm).
    All Our Reasons

    All Our Reasons (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    21.04.2012
    Klang:
    5 von 5
    Musik:
    5 von 5

    Empathie und Antizipation

    Der 1940 geborene Billy Hart soll als Schlagzeuger auf über 500 Tonträgern zu hören sein. So gingen Stan Getz, Herbie Hancock, Jimmy Smith, Miles Davis, Charles Lloyd, McCoy Tyner, Shirley Horn, Hank Jones und viele mehr mit Hart auf Konzerttournee und ins Aufnahmestudio. Als empathischer, also einfühlsamer Begleiter hoch geschätzt, wird Hart die seltene Gabe der "rhythmischen Antizipation" zugeschrieben, der instinktsicheren Vorahnung für den musikalischen Weg, den ein Improvisator einzuschlagen gedenkt. Empathie und Antizipation auf schon fast telepathischem Niveau machen denn auch die vorliegende CD zu einer geradezu singulären Einspielung. Hart agiert als der höchst umsichtige Leader seines langjährigen Quartetts im Zentrum von drei Spitzenmusikern einer jüngeren Generation: Mark Turner(ts), Ethan Iverson(p) und Ben Street(b). Nach meinem Empfinden ist die eine der allerbesten ECM-Produktionen überhaupt. Grossartig!
    Konzert "The Continents" für Jazzquintett & Kammerorchester

    Konzert "The Continents" für Jazzquintett & Kammerorchester (CD)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    18.04.2012
    Booklet:
    3 von 5
    Klang:
    5 von 5
    Künstlerische Qualität:
    3 von 5
    Repertoirewert:
    2 von 5

    Spätromantik, Jazzquintett und Solopiano.

    Dass sich das Klassiklabel "Deutsche Grammophon" nun für die improvisierte Musik öffnet, ist höchst verdienstvoll. Und mit dem in allen Spielformen vertrauten Pianisten Chick Corea hat DGG zweifellos auf einen valablen Musiker gesetzt. Nach der gleichzeitigen Wiederauflage einer Duo-CD von 1982 mit dem Pianisten Nicolas Economou ist dies Coreas 2.Streich für DGG. Die Doppel-CD "The Continents" beinhaltet eine 6-teilige Suite für Kammerorchester und Jazzquintett nebst 4 Jazzstandards(im Quintett, diese bleiben eher Dutzendware) und 11 faszinierende Corea-Piano-Soloimprovisationen. Die Suite ist recht konventionell gehalten, ihr Titel "The Continents" verspricht mehr als er hält, schon fast eine Mogelpackung, gemessen am Anspruch eines Hörers, der z.B. unter dem Titel "Afrca" etwas mehr erwartet als Spätromantisches aus der europäischen Mottenkiste. Coreas Soloimprovisationen lohnen allerdings die Anschaffung dieser etwas diskutablen Doppel-CD.
    Happy Together

    Happy Together (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    17.04.2012

    Aktueller Gypsy-Swing

    Jazz-Manouche?! So, und politisch korrekt(!), soll der gute alte Zigeunerjazz fortan heissen. Die europäische Variante des Swing-Jazz geht auf den Sinti-Gitarristen Django Reinhardt(1910-1953) zurück und ist heute so populär wie eh und je. Und es sind junge Gitarristen wie der 17-jährige Brady Winterstein ("il est tombé dans la marmite de Django à l'age de 11 ans", liest man), welche die Tradition am Leben erhalten, indem sie geschickt Gypsy-Swing, wie hier, auch mal mit aktueller Popmusik verknüpfen. Daneben allerdings viel Traditionelles. Und all dies hervorragend aufbereitet und vorgestellt! Wärmstens empfohlen!
    On two Pianos - Musik für 2 Klaviere

    On two Pianos - Musik für 2 Klaviere (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    16.04.2012
    Booklet:
    3 von 5
    Gesamteindruck:
    4 von 5
    Klang:
    4 von 5
    Künstlerische Qualität:
    4 von 5
    Repertoirewert:
    4 von 5

    Interpretationen & Improvisationen an 2 Klavieren

    Dass sich das Klassiklabel "Deutsche Grammophon" nun für die improvisierte Musik öffnet, ist höchst verdienstvoll. Und mit dem in allen Spielformen vertrauten (Jazz)-Pianisten Chick Corea hat DGG zweifellos auf den richtigen Musiker gesetzt. Eine CD mit improvisierten Duos und 6 Studien aus Bartóks "Mikrokosmos" hatte Corea mit dem tödlich verunglückten zypriotischen Konzertpianisten Nicolas Economou beim "Münchner Klaviersommer 1982" eingespielt. Vor allem die Improvisationen sind voll Spielwitz und lohnen die Anschaffung dieser neu aufgelegten Einspielung von 1982.
    The Concinents:Concerto For Jazz Quintet & Chamber Orchestra

    Chick Corea
    The Concinents:Concerto For Jazz Quintet & Chamber Orchestra (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    16.04.2012
    Klang:
    5 von 5
    Musik:
    4 von 5

    Spielfreudig zwischen Jazz und Klassik

    Dass sich das Klassiklabel "Deutsche Grammophon" nun für die improvisierte Musik öffnet, ist höchst verdienstvoll. Und mit dem in allen Spielformen vertrauten Pianisten Chick Corea hat DGG zweifellos auf den richtigen Musiker gesetzt. Und auf der Doppel-CD "The Continents" sind die ziemlich brav geratene 6-teilige Suite für Kammerorchester und Jazzquintett nebst 4 Jazzstandards(im Quintett) und 11 faszinierende Corea-Soloimprovisationen zu hören.
    Ripples

    Scott Sherwood & Bob Ro
    Ripples (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    09.04.2012

    Spannende Gitarren-Piano-Duos

    Den Insider-Tipp vom Duo mit dem Gitarristen Scott Sherwood und dem Pianisten Bob Rodriguez verdanke ich einem New Yorker Saxophonisten und intimen Kenner der dortigen Szene. Und weil Pianist Richie Beirach nicht zögert, Rodriguez als seinen bisher begabtesten Schüler zu loben, war mein Interesse geweckt. Nun liegen auf dem rührigen Label "Art Of Life Records" Rodriguez' Soloeinspielung "Portraits" und die Duo-CD "Ripples" vor. "Portraits"(direkt bei Art of Life erhältlich) ist der liebevolle Tribut an einige Leitfiguren von Rodriguez' Kunst, u.a. Bill Evans, Federico Mompou, Beirach, Monk. Und "Ripples" ist nichts weniger als der vorläufige Gipfel aller Gitarren-Piano-Duos, hier inbegriffen die legendären Aufnahmen von Jim Hall mit John Lewis resp. Bill Evans bis hin zu den John Abercrombie-Duos mit Beirach, Andy LaVerne und Marc Copland. Scott Sherwood, ein Meister melodischer Einfälle, hat seine Kunst hörbar u.a. bei Abercrombie gelernt.
    Trio Music

    Tony Moreno/Bill Gerha
    Trio Music (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    09.04.2012

    Trio-Trouvaille

    "Wenn es Kunst ist, dann ist es nicht für alle. Und wenn es für alle ist, dann ist es nicht Kunst." Dieses treffende Diktum verdanken wir dem grossen Komponisten Arnold Schönberg. Und sein erster Teil passt exakt zur CD "Trio Music" der drei Künstler Tony Moreno (dm), Bill Gerhardt (p) und Mike Holstein (b). Der New Yorker Drummer Moreno dürfte informierten Jazzhörern als sensibler Perkussionist aus der Schule von Elvin Jones und Paul Motian geläufig sein. Die beiden Newcomer Gerhardt und Holstein, im Jazz-Niemandsland North Carolina aktiv, gelten als hochtalentierte "musicians' musicians", was unter Jazzmusikern als grösste Auszeichnung gehandelt wird. Und das Zusammentreffen der drei Ausnahmemusiker geriet zur künstlerischen Sternstunde voller gelungener Ueberraschungen: Interaktiver Triojazz auf höchstem Niveau!
    Flamenco Sketches

    Flamenco Sketches (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    01.04.2012
    Klang:
    4 von 5
    Musik:
    4 von 5

    Ein faszinierender Brückenschlag!

    Der temperamentvolle andalusische Jazzpianist Chano Dominguez hat die Synthese von Miles Davis' "Kind Of Blue", afrokubanischer Rhythmik und der heimatlichen Flamencomusik gewagt -- und überzeugend aufbereitet. Das Werk, eine Auftragsarbeit zum 50-jährigen Jubiläum der legendären und magischen Davis-Einspielung, wurde 2009 im New Yorker Club "The Jazz Standard" realisiert. Vom hörbar verzückten, ja geradezu elektrisierten Publikum befeuert, hob das Dominguez-Trio, ergänzt durch zwei Flamencomusiker (als Sänger, Tänzer, Händeklatscher), regelrecht ab. Der überzeugend gelungene Brückenschlag ist bester Worldjazz jenseits von Allerweltsmusik.
    Hot House

    Hot House (CD)

    3 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    16.03.2012
    Klang:
    4 von 5
    Musik:
    3 von 5

    Kreativität versus Routine

    Never change a winning team! Die Fussballtrainermaxime gilt, man mag dies je nach künstlerischer Erwartung begrüssen oder bedauern, auch für das Jazzbusiness. Alles OK, solange Beständigkeit künstlerischen Fortschritt generiert. Setzt aber merkantiler Erfolg ein, ist allzu oft "fertig lustig" mit Kreativität. Dann ist Reproduktion statt Kreation angesagt, die Künstler haben sich auf Tonträgern und in Konzerten selbst zu kopieren, Beispiele gibt's zuhauf: Das Dave Brubeck Quartet, Pianist Abdullah Ibrahim, das Modern Jazz Quartet, das Keith Jarrett Trio, und fast alle Jahre wieder seit 1972 auch das Duo Chick Corea & Gary Burton: Routine auf allerhöchstem Niveau zwar, alles perfekt gemacht von A bis Z, aber leider auch kaum mehr Ueberraschungen. Wer dies mag, wird auch ihre neueste CD "Hot House" haben wollen, auch wenn heute "hot" durch "air-conditioned" zu ersetzen wäre.
    Symmethree

    Symmethree (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    11.03.2012
    Klang:
    5 von 5
    Musik:
    5 von 5

    Aktueller, melodischer Kammerjazz

    Dass aktueller Jazz auch für ein breiteres Publikum konsumierbar ist, hat das Jimmy Giuffre Trio (mit dem Gitarristen Jim Hall) vor 50 Jahren bewiesen. Bassist Henning Sieverts spielt mit seinem Trio, besetzt mit Gitarrist Ronny Graupe und dem phänomenalen Posaunisten Nils Wogram einen zeitgenössischen Kammerjazz aus dem Geist der legendären "Jimmy Giuffre Three": Eingängig, intelligent ausgetüftelt und geistreich strukturiert die Kompositionen, spielfreudig und melodisch einfallsreich das improvisierende Trio mit drei absoluten Topmusikern von internationalem Format.
    Blue Moon

    Blue Moon (CD)

    1 von 5 Sterne Aktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern Inaktiver Stern
    05.03.2012
    Klang:
    4 von 5
    Musik:
    1 von 5

    Kitsch as kitsch can

    Pianist Ahmad Jamal (bürgerlich: Fritz Jones) ist unbestritten einer der grossen Jazzstilisten, von dem sich sogar ein Miles Davis inspirieren liess. Ein Jammer, dass der einst feinsinnige Ziseleur und Grossmeister des Timings heute zum Holzhammer greift und seine Musik ertränkt in einem Eintopf von leerem Geklingel, endlos rauschenden Tremoli und Gewehrgriff-Rhythmusgruppe. Da hätte ein tüchtiger Produzent durchgreifen müssen, um Jamal vor dem Totalabsturz in den pathetischen Kitsch zu schützen.
    Trio Libero

    Trio Libero (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    24.02.2012
    Klang:
    5 von 5
    Musik:
    5 von 5

    Spritziger und geistreicher aktueller Jazz

    Honi soit qui mal y pense! Will sagen: Wer vom zappendusteren CD-Cover auf eine ebenso depressive Musik schliesst, liegt mit seiner Einschätzung des phänomenalen "Trio Libero" voll daneben. Der quirlige englische Tenor- und Sopransaxophonist Andy Sheppard ist seit seiner Mitwirkung in den Bands von Carla Bley Garant für einen geistreichen, spritzigen und handwerklich hervorragend gemachten aktuellen Jazz im Spannungsfeld von freien und traditionellen Formen. Auf gleicher Wellenlänge agieren der französische Bassist Michel Benita und der junge, ungestüme britische Drummer Sebastian Rochford. Der Gruppenname des "Trio Libero" ist zugleich Konzept für seine Musik: Gemeinsam zu dritt improvisatorisch erarbeitet, erwartet den Hörer ein weitgehend freitonaler Jazz, der durchwegs melodiös eingängig und mit einem unverkennbaren Folkeinschlag daherkommt, hörbar aus einem Guss!
    Back In The Mix

    Back In The Mix (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    20.02.2012

    4 Topjazzer und ein (noch) kaum bekannter Leader

    Wetten, dass kaum einer unserer Leser den Tenorsaxophonisten Dan Wilensky kennt. Dabei soll dieser Künstler auf unglaublichen 250 Tonträgern präsent sein, queerbeet durch alles, was mit Musik zu tun hat. Als ehemaliger Student des legendären Joe Henderson hat Wilensky aber auch Stil und Sound von Wayne Shorter verinnerlicht. Hier ist Wilensky als hervorragender Jazz-Saxophonist und Komponist zu entdecken. Und sein Quintett mit lauter NYC-Topjazzern (Russ Johnson-tp, Mark Soskin-p, Dean Johnson-b, Tony Moreno-dm) überrascht mit melodisch swingendem und relaxt groovendem Postbop. Für mich eine ganz tolle Entdeckung!
    Renewal (Digipack)

    Renewal (Digipack) (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    18.02.2012
    Klang:
    4 von 5
    Musik:
    4 von 5

    Tradition und Erneuerung

    Rekordverdächtig ist die Anzahl der Projekte, in die der Saxophonist David Liebman involviert ist. Es ist die Neugier, welche den bekennenden Eklektiker, auch mit reifen 60 Jahren, dazu treibt, stilübergreifend vor keiner musikalischen Hürde Halt zu machen. Mit seinem ehemaligen Schüler Ellery Eskelin, dessen umtriebigem Drummer Jim Black und Liebmans langjährigem Bassisten Tony Marino trifft er sich besonders gerne zu Blowing Sessions in der Tradition der grossen Tenorbattles selig. Dabei macht das Fehlen eines Harmonieinstruments kühne bis waghalsige Improvisationen erst möglich. "Different But The Same" nannte sich ein erstes Treffen vor 4 Jahren, "Renewal" heisst die lustvolle Wiederbegegnung der beiden Tenoristen 2007. Eigens für die neue Session geschriebene Kompositionen aller Beteiligten stehen neben 2 Versionen von Eric Dolphys "Out There", quasi der konzeptionelle Rahmen für die energiegeladene Neuauflage.
    Air (Solo Piano)

    Frank Kimbrough
    Air (Solo Piano) (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    18.02.2012
    Klang:
    5 von 5
    Musik:
    5 von 5

    Vielschichtig

    Der New Yorker Pianist Frank Kimbrough gehört ohne Zweifel in die Spitzengruppe der Jazzpianisten. Mit einer beachtlichen Anzahl eigener Projekte und als einer der Hauptsolisten im Jazzorchester von Maria Schneider agiert er im Zentrum der aktuellen Szene. In der Soloeinspielung "Air" präsentiert nun Kimbrough eine überraschend neue Facette seiner Kunst, die in der Klasse der "Pro Specie Rara" der Allrounder wurzelt. Es ist dies die kleine Gilde von Künstlern wie Jaki Byard, Dick Hyman und Bill Dobbins, die pianistisch nicht nur alles können, sondern die ganze Geschichte des Jazzklaviers auch nahtlos und überzeugend zu ihrem persönlichen Stil gemacht haben. Kimbrough ist fraglos der modernste und der stilistisch vielschichtigste dieser Eklektiker mit Tiefgang, indem er hörbar Versatzstücke von u.a. Paul Bley, Ellington, Herbie Nichols, Andrew Hiill, Thelonious Monk, dem frühen Jarrett und einiges vom jungen Bill Evans mit vielem, was auf seinem eigenen Mist (oder vielmehr Kompost) gewachsen ist, zu amalgamieren versteht: Eine tief berührende, verblüffende, an- und aufregende Einspielung eines Ausnahmekünstlers.
    Monk Project

    Jimmy Owens
    Monk Project (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    13.02.2012
    Klang:
    5 von 5
    Musik:
    4 von 5

    Auf der Suche nach dem Schönklang bei Monk

    Auf die Plätze, fertig……Monk! So ein Running Gag unter NY-Jazzmusikern: Wenn dir nichts mehr einfällt für eine CD-Session, dann ist ein Tribut an Thelonious Monk (1917-1982) fällig, den exzentrischen "Hohepriester des Bebop". Nicht Verlegenheit, sondern die Suche nach dem versteckten Schönklang in den genialen Kompositionen steckt hinter dem "Monk Projekt" von Trompeter/Flügelhornist Jimmy Owens. Mit seinem prominent besetzten Septett mit u.a. Pianist Kenny Barron, Posaunist Wycliffe Gordon, Saxophonist Marcus Strickland, schafft es Owens, Monks Musik in die stilistische Nähe von Duke Ellingtons Kleinformationen zu rücken. Resultat ist ein geglätteter, vollklingender, moderner Combojazz, freilich ohne Monks Ecken und Kanten.
    Digging Me Digging You

    Digging Me Digging You (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    29.01.2012

    Amy Cervini singt Blossom Dearie

    Mit ihrer unverwechselbaren Micky-Mouse-Stimme hat sich die Sängerin/Pianistin Blossom Dearie (1926-2009) eine eigene Welt an der Schnittstelle von Jazz- und sog. Cabaretgesang geschaffen. Die Vokalistin Amy Cervini pflückte sich 13 Perlen aus Dearies legendärem Repertoire und reinterpretiert diese mit klarer Diktion und sicherer Intonation, eingebettet in kunstvolle Arrangements von Oded Lev-Ari und sekundiert von einer hochkarätigen Band mit u.a. Anat Cohen-cl, Bruce Barth-p, Matt Wilson-dm.
    A Fable

    A Fable (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    25.01.2012
    Klang:
    5 von 5
    Musik:
    4 von 5

    Solopiano mit eklektischen Wurzeln

    Diese lyrisch austarierte, geheimnisvolle Solo-CD rundet rundet Tigran Hamasyans (seinen armenischen Familiennamen hat er nunmehr offenbar wegrationalisiert) diskographisches Frühwerk aufs Schönste ab. Weniger temperamentvolle Musik zwar als auf seinen drei ersten CDs, aber für einen erst 24-jährigen Pianisten eine von A bis Z überzeugende Visitenkarte.
    World Passion / New Era / Red Hail

    World Passion / New Era / Red Hail (CD)

    4 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Inaktiver Stern
    25.01.2012

    Zwischen armenischer Folklore und Jazz

    Noch keine 24 Jahre alt, gilt der armenische Pianist Tigran Hamasyan bereits als eines der vielversprechendsten Jazztalente. 2006 gewann er die prestigeträchtige "Thelonious Monk Jazz Competition" und verblüffte mit einem pianistisch hochvirtuosen Ansatz im Spannungsfeld zwischen der Folklore seiner Heimat und einer knackligen Rhythmik in der Tradition von Chick Coreas "Return to Forever". Hamasyans drei erste CDs (mit Gesang, armenischen Blas- und Perkussionsinstrumenten) sind nun in diesem preiswerten Sampler greifbar.
    Continuum

    Continuum (CD)

    5 von 5 Sterne Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern Aktiver Stern
    20.01.2012

    Clare Fischers "Nachlass zu Lebzeiten"

    Weil der Kalifornier Clare Fischer immer fern von New York aktiv war, wurde ihm nie die Anerkennung zuteil, die er verdient hätte. Als Pianist gehört er zu den ganz Grossen des Jazz. Und als Arrangeur und Komponist wird er von vielen (u.a. vom langjährigen WDR-Bigband-Leader Bill Dobbins) in die erste Reihe mit Ellington, Strayhorn, Gil Evans und Bob Brookmeyer gesetzt. Ein überragendes Dokument von Fischers immensen Talenten ist, gleichsam als bisher unveröffentlichter "Nachlass zu Lebzeiten", unter dem CD-Titel "Continuum" und unter der Stabführung seines Sohnes Brent Fischer soeben veröffentlicht worden. Arrangements (Grammy nominiert 2012) und Kompositionen, interpretiert von einer unglaublich präzisen Westcoast Bigband, gehören zum Allerbesten, was grossorchestraler Jazz zu bieten hat. Mit solistischen Glanzlichtern von Clare Fischer-p, Larry Koonse-guit., Gary Foster und Bob Sheppard-as, Peter Erskine-dm u.v.a.
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