Franziska Lamott: Inszenierungen des Heiligen, Gebunden
Inszenierungen des Heiligen
- Religiöse Facetten der Populärkultur
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- Verlag:
- Brill I Fink, 09/2026
- Einband:
- Gebunden
- Sprache:
- Deutsch
- ISBN-13:
- 9783770571000
- Artikelnummer:
- 12690901
- Umfang:
- 240 Seiten
- Sonstiges:
- 9 schwarz-weiße und 14 farbige Abbildungen
- Erscheinungstermin:
- 22.9.2026
Klappentext
Popkünstlerinnen der Gegenwart greifen auf volkstümlich-religiöse Ausdrucksformen des 19. Jahrhunderts zurück. Bereits Richard Wagner propagierte zu jener Zeit, dass Kunst an die Stelle von Religion treten könne. Im 21. Jahrhundert macht sich die Unterhaltungskultur dieses Ansinnen zu eigen und steigert ihren Publikumserfolg: Museen werden zu Heiligtümern spiritueller Performance, Kirchen zu Orten popmusikalischer Glaubensbekenntnisse, Theaterbühnen zu Startrampen der Himmelfahrt. Künstlerinnen der Gegenwart wie Madonna oder Marina Abramovi lassen sich als postmoderne Heilige verehren und versprechen mit ihren Auftritten transzendente Erfahrung. Lourdes, der Name von Madonnas Tochter verweist auf jene Marienerscheinung, die seit Jahrhunderten Massen von Pilgern anzieht. In den heiligen Hallen des New Yorker Museum of Modern Art lässt sich Marina Abramovi, die Mother of Performance, wie die Gottesmutter verehren, die einst in der Grotte von Lourdes den Gläubigen erschien.
Das Buch verfolgt die Frage, wie eine marianische Praxis des 19. Jahrhunderts erheblich dazu beitragen kann, dass sich zeitgenössische Populärkultur mit ihrer Hilfe religiös zu inszenieren und genau damit ihr Publikum zu erreichen vermag. Medien der Literatur, des Films, der Performance-Art und des Internets spielen in diesen Inszenierungen des Heiligen eine zentrale Rolle. So entwickelt sich eine Populärkultur, in der jenseits kirchlicher Funktionen eine Elite von Stars Aufgaben scheinbar religiöser Sinnstiftung übernimmt, zugleich aber auf Ruhm und ökonomischen Gewinn abzielt.
Biografie
Franziska Lamott, Prof. Dr. rer.soc., Studium der Soziologie und Psychologie. Mehrjährige Tätigkeit am Institut für Strafrecht & Kriminologie der Universität München. Gastprofessur für Gender-Studies an der Universität Basel. Seit 1999 an der Sektion Forensische Psychotherapie der Universität Ulm, Forschungsprojekte und Publikationen in den Bereichen Kriminologie, Psychotherapie- und Genderforschung, Gruppen- und Kulturanalyse.Anmerkungen:
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