Beat to quarters!
MASTER AND COMMANDER – THE FAR SIDE OF THE WORLD (Master and Commander – Bis ans Ende Welt) ist weit mehr als nur ein „Seeabenteuer“, nämlich ein Meisterwerk und für mich schon jetzt ein Klassiker der Filmgeschichte mit Russell Crowe in der Rolle seines Lebens. Der Mann spielt nicht Jack Aubrey, er IST Jack Aubrey! Die Fahrt der „Surprise“ hätte genauso gut wissenschaftlichen Zwecken dienen können. Eine große Entdeckungsreise… Blick durchs Fernglas auf unbekannte Kreaturen. Wie der Blick durch ein Mikroskop. Nein, der Auftrag ist anderer Natur und Paul Bettany als Schiffsarzt, ebenfalls in der Rolle seines Lebens, muss in seinem Forscherdrang zurückstecken, denn es heißt „Beat to quarters!“, weil die „Surprise“ ein Kriegsschiff ist. Viele ruhige und etliche dialoglastige Szenen, die – dank des sehr guten Drehbuches – jedoch nie langatmig/langweilig werden, bilden den Kontrast zu den mit Sicherheit besten und realistischsten Seeschlachten der Filmgeschichte. Auf dem offenen Meer hat Lucky Jack nicht nur das Schiff und die Mannschaft im Griff, er kennt sich auch mit dem Übernatürlichen aus.
Da viele Szenen im Schatten oder Dunkelheit spielen, gehört die richtige Ausrüstung dazu um das Bild sehr gut zu finden. Mit billigen TVs und billigen Playern wird sich manch einer über schlechte Bildqualität beschweren. Für mich ist die Bildqualität sehr gut. Noch besser wird das Bild bestimmt nach Anschaffung eines besseren Beamers (Stichwort „Schwarzwert“). Wunderschön sind die Aufnahmen bei Tageslischt und die Szenen mit den Galapogos Inseln. Der 5.1 DTS HD Master Audio Track ist der schiere Wahnsinn. Dass das Heimkino dabei nicht anfängt zu schaukeln, ist ein Wunder. Wer den Lautstärkeregler weit nach rechts drehen kann, sollte dies tun. Es lohnt sich. Ob nun das Knarren des Holzes, die Stimmen, das Trampeln der Füße an Deck bei „Beat to quarters“, das Donnern der Kanonen, die Pistolenschüsse, das Krachen der Kanonenkugeln durch das Holz der Schiffe oder der ohrenbetäubende Sturm bei der Fahrt um Kap Horn – diese Tonspur ist auch ein Meister.
Ich habe den Film schon etliche Male gesehen, davon bislang ein einziges Mal in der deutschen Fassung (5.1 DTS), als meine Mutter mal wieder im Heimkino zu Gast war. Die deutsche Tonspur ist ein großer Gleichmacher in Bezug auf die Akzente der verschiedenen Besatzungsmitglieder. Die Besatzung besteht leider nur aus „Deutschen“! Ganz schön langweilig. Es mangelt diesem Audiotrack leider an Dynamik, Räumlichkeit, Realismus und Durchschlagskraft. Nicht zu empfehlen für den wahren Genuss dieses Meisterwerkes.