nur das Beste
Es ist schon ein phantastisches Projekt, dass CPO alle Streichquartette des polnisch stämmigen, jüdischen Sowjetkomponisten mit dem hervorragenden Quattuor Danel aufnimmt.
Der Einstieg ist mit Nr. 4 und Nr. 16 gut gelungen. Quartett 4 ist zum Ende des 2. Weltkriegs entstanden und reflektiert viel Erlebtes auf einer höheren Warte. Es vermittelt eine gewisse Nähe zu Schostakowitsch, mit dem sich Weinberg sehr verbunden fühlte, obwohl er nie direkt sein Schüler war. Beide schätzten sich jedoch gegenseitig sehr.
Besonders haften blieb mir das Largo mit seinen zurückgenommenen Texturen und Trauermarschrhythmen, die aufgrund ihrer Schmucklosigkeit besonders eindrucksvoll sind.
Quartett Nr. 16 entstand mehr als 35 Jahre später. Es erscheint zum einen abgeklärter zum anderen auch geheimnisvoller. Das Klezmer-Idiom wird angedeutet, aber immer wieder wird der Hörer mit unerwarteten Wendungen überrascht. Es handelt sich um große Quartettkunst, die den Vergleich mit den bekannteren Meistern des 20. Jahrhunderts nicht scheuen braucht.