Im Februar des Jahres 1875 stieß Max Bruch auf das Epos des jungen westfälischen Gymnasiallehrers J. Cüppers, von dem er begeistert an seinen Verleger Simrock schreibt: „Die Verse sind prachtvoll, von dithyrambischem Schwung, die Melodien springen überall aus diesem schönen Rhythmus von selber hervor.“ Zur selben Zeit also, da im Teutoburger Wald bei Detmold das Hermannsdenkmal eingeweiht wurde, saß Max Bruch bei Freunden im Bergischen Land und komponiert den Arminius. Das Werk, dem die historische Varus-Schlacht als Vorbild dient, hat eine bewundernswert schlüssige Dramaturgie: Aus der Durchführung des Gegensatzes von Unterdrückung und Befreiung ergibt sich die formale Spannung, die eine ständige Intensitätssteigerung der vier Teile bewirkt. Der letzte Teil „Die Schlacht“ ist denn auch der grandiose Höhepunkt des Werkes, ohne aber in peinliches nationales Pathos abzurutschen. Textlich ist dieser Arminius nur von der deutschen Reichsgründung 1871 her zu verstehen, musikalisch vermag er uns auch heute noch zu erreichen: Ein wirkliches Meisterwerk des immer noch unterschätzten Brahms – Zeitgenossen.
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Oratorio for the Varus Year
In February 1875 Max Bruch chanced upon an epic poem by the young
Westphalian teacher J. Cüppers and wrote enthusiastically of it to his
publisher Simrock: »The verses are magnificent, of dithyrambic swing;
the melodies automatically spring forth everywhere from this beautiful
rhythm.« At the very same time that the Arminius Monument was dedicated
in the Teutoburg Forest near Detmold, Max Bruch was sitting with friends
in the Bergisches Land and composing his Arminius. This work based on the
historic defeat of the Romans under Varus two thousand years ago has a remarkably
logical dramaturgy. The development of the contrast between oppression and
liberation producing the formal suspense results in a constant process of intensification
throughout the oratorio’s four parts. The last part, »The Battle,« forms the magnificent
climax of the work without ever slipping into an embarrassing national pathos.
Although the text of Bruch’s Arminius can be understood only in the context of the
foundation of the German Empire in 1871, its music continues to move us even today:
a genuine masterpiece by this still undervalued Brahms contemporary!
Press comments
klassik. com 09 / 09: "Ein beeindruckend exemplarisch
vorgetragenes Werk."
klassik-heute. com 09 / 09: "Auch ohne den Medien-Rummel um
das zweitausendjährige Jubiläum der Varus-Schlacht hat
Max Bruchs Oratorium 'Arminius' die Wiederbelebung
verdient. Das Göttinger Symphonie Orchester steht unter
der Leitung von Hermann Max der vorzüglichen Rheinischen
Kantorei an Beweglichkeit und Kultiviertheit kaum nach."
Das Opernglas 01 / 10: "Hermann Max kostet den puren
Wohlklang dieser Musik genussvoll aus. Sehr stimmungsvoll
entwickelt Bruch ein florifizierendes Klanggemälde, wobei
das Orchester vo allem im virten "Die Schlacht"
betitelten Abschnitt brillant aufzutrumpfen weiß."
American Record Guide: "Erstklassige Darbietung."
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