Theodore Gouvy war aus politischen Gründen – wegen der wechselnden Zugehörigkeit Lothringens zu Deutschland oder Frankreich – und kulturellen Gründen ein Grenzgänger zwischen diesen beiden Ländern. Für einen französischen Komponisten seiner Generation war es durchaus ungewöhnlich, dass das Musiktheater keinen zentralen Platz in seinem Oeuvre einnahm. Auch seine Ablehnung der Musikdramen Wagners brachte ihm in Frankreich eine Sonderstellung ein. Eine Schlüsselgattung innerhalb seines Schaffens ist allerdings das Oratorium, letztendlich also auch eine dramatische Gattung. Sechs große oratorische Werke hat er geschrieben, zwei auf nordische Stoffe und vier basierend auf antiken Tragödien. 1884 erschien bei Breitkopf in Leipzig die Iphigenie en Tauride, allerdings zweisprachig. In Leipzig fand auch die Uraufführung statt. Die Kritik war sehr angetan: „Der auch unser modernes Empfinden berührende Gefühlsinhalt der erscheinenden Personen, die Leidensschicksale der Iphigenie, des Orest und der gefangenen Griechen sind in tiefergreifenden Tongebilden zum Ausdruck gelangt.“
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Gouvy’s Iphigénie
Political and cultural circumstances – depending on whether Lorraine / Lothringen belonged to France or Germany – made Théodore Gouvy a border crosser between these two countries. It was very unusual for a French composer of his generation not to assign a central role to music theater in his oeuvre. His rejection of Wagner’s music dramas also made him something of an exception in France. It is true, however, that the oratorio was a key genre within his oeuvre – and the oratorio at least can be counted as a dramatic genre. Gouvy wrote six major oratorio compositions, two based on Nordic subjects and two drawing on ancient tragedies. His Iphigénie en Tauride was published in 1884 in a bilingual edition issued by Breitkopf in Leipzig. It was also in Leipzig that the premiere
was held. The critics were very favorably impressed: »The emotional content of the persons portrayed also stirs our modern feelings; the suffering of Iphigénie, Oreste, and the captive Greeks comes to expression in profoundly moving tone paintings.«
Press comments
klassik-heute. com 06 / 10: "Faszinierendes Werk mit
informativem Einführungstext und vollständigem Libretto."
Pizzicato 09 / 10: "Iphignie in Tauride ist eine sehr
kraftvolle Musik, eine Komposition, die ihren Autor auf
dem Höhepunkt seines Schaffens zeigt."
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