Hans Pfitzner (1869-1949): Orchesterwerke & Konzerte
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Zum Inhalt der Box:
CD 1: Klavierkonzert op. 31
Das Konzert op. 31 wurde 1922 geschrieben und im März 1923 unter Fritz Busch in Dresden uraufgeführt, Solist war Walter Gieseking. Es ist - abgesehen von zwei Jugendwerken - das erste sinfonische Werk Pfitzners, sinfonisch auch deshalb, weil der sinfonische Typ des Klavierkonzerts ausgeprägt wird,
wie er uns im 2. Klavierkonzert von Brahms und später im Konzert von Reger (1910) begegnet. In seiner Konzeption dürfte Pfitzners Werk das zeitlich letzte seiner Art sein, ein spätes Werk einer späten Form des klassisch-romantischen Klavierkonzerts. Es eignet ihm dieses typisch Pfitznersche Nebeneinander von Glanz und Dunkelheit, Kompliziertheit und Direktheit ganz besonders.
CD 2: Violinkonzert op. 34; Duo op. 43; Scherzo für Orchester
Mit dem Scherzo von 1888 und mit dem Duo op. 43 von 1937 überblicken wir fast 50 Jahre Hans Pfitzner-Entwicklung, 19 Jahre ist er
jung, als er - noch Student am Hoch'schen Konservatorium in Frankfurt - das Scherzo für Orchester komponiert; der 68-jährige ist Reichskultursenator, als er 13 Jahre nach dem Violinkonzert op. 34 das Duo für Violine und Violoncello mit Orchester komponiert.
Das Scherzo für Orchester legt Zeugnis ab davon, dass der Schüler von
James Kwast und lwan Knorr die kompositorischen Handschriften seiner tonsetzenden Vorfahren peinlich genau studiert haben musste und ganz locker ein Scherzo in der Mendelssohn-Nachfolge schreiben kann.
Das Duo für Violine und Orchester op. 43 (1937) ist ein Exempel für gediegene Gestaltung und damit ein typisches Spätwerk Pfitzners. Stilistisch
trägt es alle Kennzeichen spätromantischer Expression, angefangen von der
rhapsodischen bzw. kantablen Themen-Gestik bis hin zu einer durch und durch chromatischen Harmonik, welche freilich stets in tonalen Grenzen bleibt.
lm Konzert für Violine h-Moll mit Orchester op. 34 tritt uns allerdings ein
gänzlich anderer Hans Pfitzner entgegen, und der Rang dieses Konzerts geht weit über den eines persönlichen Dokuments hinaus. Das Werk ist einsätzig, ist dennoch in verkappter Viersätzigkeit gestaltet. In Stil, Formfügung, Soloinstrument-und Orchesterbehandlung sowie in der gesamten thematischen Dramaturgie ist Pfitzner in der Tat eine inspirative
Glanzleistung gelungen, die wirklich genialische Züge trägt und dieses Konzert (zu Unrecht in den Schatten geraten) zu einem der interessantesten seiner Gattung macht.
CD 3: Symphonien opp. 44 & 46; Solhaug-Vorspiele Nr. 1-3
Wiederum zwei Spätwerke sind auf dieser CD mit einem Jugendwerk vereint. Und man stellt wieder fest, dass sich beide Phasen bei Pfitzner sehr ähneln. Stilistisch eher der Hochromantik als der Spätromantik verpflichtet, von einem klassischen Formbewusstsein geprägt. Die "wilden" Jahre lagen bei Pfitzner in den 20ern. Für das romantisch-märchenhafte Schauspiel "Das Fest auf Solhaug" von Henrik Ibsen schrieb Pfitzner 1889 / 90 eine duftige, tänzerische Bühnenmusik, die fast französisches Flair verströmt.
50 Jahre später entstand die "Kleine Sinfonie" op. 44 und ein Jahr darauf dann die Sinfonie op. 46. Beides abgeklärte, aber keineswegs resignative Spätwerke. Die Parallelität zum Spätwerk Richard Strauss´ ist auffällig. Heiter melancholische Musik des Erinnerns und des Abschieds.
CD 4: Symphonie op. 36a; Fantasie op. 56; Elegie und Reigen op. 45
Hauptwerk dieser CD ist die große cis-moll Sinfonie op. 36 a, die sicherlich eines der erschütterndsten und modernsten Werke dieses an Widersprüchen so reichen Komponisten ist. Als Umarbeitung des acht Jahre zuvor (1925) entstandenen Streichquartetts bildet sie gleichzeitig ein musikgeschichtliches Unikum.
Die beiden Spätkompositionen "Elegie und Reigen" und die,,Fantasie" vervollständigen das Portrait des Symphonikers Pfitzner.
CD 5: Die drei Cellokonzerte
Kaum ein Komponist hat bis auf den heutigen Tag so viele Diskussionen Für und Wider hervorgerufen, wie Hans Pfitzner. Dabei stand (leider) der schriftstellernde Polemiker immer mehr im Vordergrund als der geniale Komponist, der er ohne Zweifel war. Diese Situation konnte unsere Pfitzner-Edition entscheidend korriqieren: So attestierte es uns jedenfalls einhellig die Kritik.
Wir setzen nun den krönenden Abschluss des konzertanten Zyklus' mit der Ersteinspielung aller drei Violoncello-Konzerte. Dass wir mit David Geringas einem der besten Cellisten unserer Zeit dafür gewinnen konnten, macht es zu einem Ereignis sui generis. Er wird begleitet (und mehr als das) von den Bamberger Symphonikern unter der Leitung von Werner Andreas Albert.
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