„Beethoven gibt sich mehr Mühe mit mir, als ich hätte glauben können. Die Präcision, die er haben will, ist sich kaum zu denken: ihn aber fantasieren zu hören, ist sich gar nicht zu denken, dieses Vergnügen hatte ich schon fünfmal.“ So begeistert schrieb 1803 der 19jährige Ferdinand Ries über den Klavierunterricht bei seinem berühmten Lehrer. Es ist also kein Wunder, dass Beethoven einen prägenden Eindruck auf den jungen Virtuosen und angehenden Komponisten gehabt hat, auch wenn er ihm keinen Kompositionsunterricht erteilte. Ries´ erste für die Öffentlichkeit bestimmte Kompositionen mit der Opuszahl 1 waren denn auch 2 Klaviersonaten, die er natürlich seinem Lehrer widmete. So wie seine Symphonien sind auch seine Klaviersonaten Auseinandersetzungen mit dem riesenhaften Vorbild, und auch hier erstaunt es immer wieder, wie Ries es schafft, zu eigenem persönlichen Ausdruck vorzudringen.
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Sonatas by Beethoven’s Master Pupil
“Beethoven takes more effort with me than I would have
thought. The precision that he wants to have from me is
hardly imaginable, but to hear him fantasizing is completely
beyond the imaginable: this pleasure I have already had
five times.” It was thus that the nineteen-year-old Ferdinand
Ries wrote about the piano lessons with his famous teacher.
It is thus no surprise that Beethoven had a shaping influence
on the young virtuoso and budding composer, even if he
did not give him instruction in composition. Ries’s first
composition intended for the public, his Opus 1, consisted
of two piano sonatas which he of course dedicated to his
teacher. As in his symphonies, so too in his piano sonatas:
Ries grapples with his colossal model, and here too it is
always astonishing how he forges ahead to find his own
personal expression.
Press comments
klassik-heute. de 03 / 06: "Ein aufschlussreiches Bild der
schöpferischen Unruhe und Fruchtbarkeit im Umfeld
Beethovens. Alexandra Oehler beweist zwei gute Hände für
diese 'Grande Sonates', für die Variationenfolge der
Sonate op. 9 (3.Satz), vor allem aber für die drängenden,
stürmischen Ereignisse der Sonaten-Fantasie op. 26, deren
Motto 'L'Infortune' samt der Tonart fis-Moll Auskunft
darüber gibt, wie entschieden sich die Autoren an der
Schwelle zum 18. und 19.Jahrhundert auf subjektives,
gleichsam erschüttertes und erschütterndes Terrain
begeben haben."
Kultur Spiegel 04 / 06: "Mit einer Phantasie, die an
Mendelssohn heranreicht, zieht Ries hier die
instrumentalen Register und zaubert oft geradezu
betörende Farbenspiele hervor - ein erfreulicher Beleg
dafür, dass gute Musik nicht immer und überall radikal
sein muss."
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