Dass die zeitgenössischen Komponisten Skandinaviens wesentlich moderater und „anhörbarer“ komponieren, als ihre kontinentaleuropäischen Kollegen, ist inzwischen bekannt und lässt sie im Bereich der E-Musik zu den Stars gehören: Poul Ruders, Rautavaara oder Sallinen. Aber auch die Komponisten der baltischen Länder haben durch ihren unbekümmerten, geradezu musikantischen Umgang mit Tradition und Tonalität einen Grad der Popularität erreicht, der sich zu der Größe ihrer Heimatländer umgekehrt proportional verhält. Eino Tamberg, 1930 geboren, hat vielleicht gerade in Deutschland noch nicht diese Bekanntheit erreicht; nach unserer Veröffentlichung seiner 1976 uraufgeführten Oper Cyrano de Bergerac wird sich das aber hoffentlich ändern. Das ist Opernmusik aus dem Vollen: witzig, geistreich, romantisch und immer unterhaltend. Auf dissonante Atonalität verzichtet Tamberg vollständig, sein Stil ist episch, gelegentlich wunderbar lyrisch (ja, er scheut absolut nicht die schöne Melodie) und immer leidenschaftlich. So darf man heute nur noch komponieren, wenn man von der Peripherie kommt. Aber es ist ein Vergnügen, und das sollte Musik doch sein...! Solisten, Chor und Orchester der estnischen Nationaloper unter der Leitung von Paul Mägi garantieren in Originalsprache für höchste Authentizität.
Pressestimmen
Rheinischer Merkur 05 / 04: "Das fröhlich parlierende
Werk strahlt eine eigenwillige Faszination aus. Durch
den konzentrierten, inspirierten Umgang mit altbekanntem
Material gewinnt der estnische Cyrano eine seltene
Originalität. Die Gesamtaufnahme ist erstklassig
besetzt. Eine 'Romantische Oper' mit hemmungslos
altmodischen Melodien."
klassik-heute. com 05 / 04: "Das klangliche Resultat
überzeugt, weil sich bei Tamberg inspirierter
Eklektizismus mit souverän beherrschtem Theaterhandwerk
mischt. Der Hörer kann sich dem ungebremsten und
ungefilterten Sentiment der Situationen und der Musik
nicht entziehen; sowohl die Balkonszene, in der Cyrano
anstelle Christians zu Roxane spricht, als auch die
Sterbeszene des Helden sind tränenseliges Musiktheater
vom Feinsten. Das hätten Puccini oder Massenet auch nicht
besser hinbekommen."
International Record Review 9 / 04: "Wunderschöne,
bewegende Musik."
Herkömmliche CD, die mit allen CD-Playern und Computerlaufwerken, aber auch mit den meisten SACD- oder Multiplayern abspielbar ist.
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