Manfred Gurlitt (1890-1972): Goya-Symphonie
- Manfred Gurlitt (1890–1972)
- Goya-Symphonie
- CD i **;
Detailinformationen
- Künstler: Christiane Oelze, RSO Berlin, Antony Beaumont
- Label: Crystal, DDD, 2007
- Bestellnummer: 9908215
- Erscheinungstermin: 1.10.2011
Goya-Sinfonie (1938/1939)
- 1 1. Allegro deciso: Pa PRadera de San Isidro Start
- 2 2. Allegro: Volkstümliche Maskerade Start
- 3 3. Largo: Die Erschießung der Aufständischen Start
- 4 4. Thema mit zehn Variationen: Thema Start
- 5 Variation 1: Adagio Start
- 6 Variation 2: Allegro Start
- 7 Variation 3: Andante Start
- 8 Variation 4: Allegro tumultoso Start
- 9 Variation 5: Andante Start
- 10 Variation 6: Allegro agitato Start
- 11 Variation 7: Tranquillo Start
- 12 Variation 8: Balladesk Start
- 13 Variation 9: Allegro assai Start
- 14 Variation 10: Maestoso Start
Vier dramatische Gesänge für Sopran und Orchester (1950-1952)
Produktinfo
Die Idee zu einer Goya-Sinfonie entstand, so Gurlitt, nach einem Rundgang im Prado im Jahre 1933. Das Werk sei nicht als Programm-Musik konzipiert, betonte er, sondern als umfassender Einblick in Goyas Leben und Wirken. Sowohl der erste Satz als auch das Adagio seien von spezifischen Gemälden angeregt, dafür entspreche die Variationsform des Finales verschiedener Etappen im Werdegang des großen spanischen Künstlers. Unter dem Schatten Stalins griff Schostakowitsch zu ähnlichen Täuschungsmanövern. In der Tat besteht kaum Zweifel, dass Gurlitts kurz vor der Reise ins Exil entstandene Sinfonie dazu diente, hinter der Maske Goyas die Unmenschlichkeit des Dritten Reichs anzuprangern und seine unhaltbar gewordene persönliche Lage plastisch darzulegen.Szenen von biederer Galanterie und amourösem Abenteuer folgen im Kopfsatz dicht aufeinander, doch wie aus der Ferne, in einem nostalgischen Spiegel betrachtet. Schon mit dem zweiten Satz ist Spanien aus dem Blickfeld verschwunden, daran erinnert nur noch gelegentliches Kastagnettengeklapper. Bei einem durchgehenden 3+4-Metrum weicht die athletische Pose des ersten Teils einem elegischen Pseudo-Walzer. Gegen Ende verdüstert sich die Stimmung und wird zusehends aggressiver. Im dritten Satz bleibt die Zeit stehen, eingefroren in quälend ausgedehnten Crescendo- und Diminuendo-Bögen. Den Höhepunkt, genau im ‚Goldenen Schnitt‘ des Satzes (sogar des ganzen Werks), markiert Gurlitt mit einer Gewehrsalve gekoppelt mit drei Schlägen auf dem Amboss: ein Augenblick des Schreckens.
Der abschließende Variationssatz bewegt sich zwischen Trauer und Zorn. Die Schlussvariation gestaltet sich als Ricercar, im buchstäblichen Sinne eine Suche. Sie führt durch mehrere Tonarten, durch Bereiche ohne Tonart, durch jedes Register und jedes verfügbare Instrument. Das Ziel, was immer es gewesen sein mag, wird niemals erreicht. Am Ende bleibt nur Schwermut und Resignation.
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