Detailinformationen

+The Turtle für Mezzo-Sopran & Orchester

  • Künstler: Sveinung Bjelland & Hakon Austbo (Klavier), Ingebjorg Kosmo (Mezzo-Sopran),Stavanger SO, Ruud
  • Label: BIS, DDD, 2001-2003
  • Bestellnummer: 4173508
  • Erscheinungstermin: 28.4.2004
  1. 1 I. Tranquillo - Sveinung Bjelland Start
  2. 2 II. Giocoso - Sveinung Bjelland Start
  3. 3 Iii. Lento - Sveinung Bjelland Start
  4. 4 The Turtle - Ingebjørg Kosmo Start
  5. 5 I. The Northern Lights Rise Over A Palette Of Autumn Colours, - Håkon Austbø Start
  6. 6 Sparkle In The Winter Sky And - Håkon Austbø Start
  7. 7 Sail Away In The Spring Night. - Håkon Austbø Start

Produktinfo

Thanks to the six discs of orchestral music already released on BIS, the name of Geirr Tveitt is becoming established as a significant contributor to twentieth century art music. Though Edvard Grieg died the year before Tveitt’s birth, the two Norwegian composers shared many similar musical experiences. Both undertook the major part of their musical training in Leipzig. Both were distinguished pianists. And both sought throughout their lives to find a musical voice in which to express what they felt about their country and its unique natural attributes.

If the picture that Grieg paints of Norway is strongly influenced by the fact that he was a city dweller, Tveitt’s version is full of nature’s raw power. Grieg’s Norway is that of summer in the mountains with all the freshness of Eden newly discovered. Tveitt himself lived up in the mountains where winter weather rules for the greater part of the year. Indeed his own house disappeared under an avalanche. Nature for him is an immutable force. This becomes very evident in Piano Concerto No. 4, included on this disc. It bears the Norwegian title Nordljos – meaning the northern lights or aurora borealis. It is really only in very recent times that the physics involved in creating these extraordinary phenomena in the night sky have been understood. Tveitt himself was evidently fascinated and awed by the great, eerily coloured flames that leap across space and he has given expression to this in a colourful concerto.

The present disc also offers Piano Concerto No. 1, which Tveitt completed while still a student in Leipzig and which was very well received when first performed there.

The Turtle, a major composition for mezzo-soprano and orchestra completes the programme. The text (in English) comes from Nobel prize-winner John Steinbeck’s The Grapes of Wrath and the demanding solo part was originally written with the great Norwegian singer Kirsten Flagstad in mind.

As through the entire series of discs, it is Stavanger SO and Ole Kristian Ruud who brings us the music of their countryman – aided by fellow Norwegians Håkon Austbø (in Concerto No. 4) and Ingebjørg Kosmo (in The Turtle) – both BIS first-timers – and Sveinung Bjelland (Concerto No. 1), who also participated on the previous Tveitt release (BIS-CD- 1252). In sum: a listener-friendly musical adventure.

Rezensionen


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Im Grundsatz lässt sich über die hier vorliegende Einspielung der Klavierkonzerte Nr. 1 und Nr. 4 von Geirr Tveitt dasselbe sagen wie zu der kürzlich rezensierten Aufnahme des fünften Konzerts und der Variationen für zwei Klaviere und Orchester: Die lyrischen Elemente der oftmals betörend schönen Musik sind auch bei dem Team um Ole Kristian Ruud in guten Händen, doch wenn sich unter der nuancenreich gleißenden Oberfläche die Abgründe nicht näher genannter Urgewalten auftun, bleibt man in Stavanger ein wenig zu distanziert, was kaum zu glauben ist, wenn man bedenkt, welch kesse, moderne Truppe da eigentlich am Werke ist.

Die Produktion hat dennoch große Meriten, und das vor allem wegen der Aufnahme eines ganz eigentümlichen, zugegebenermaßen gewöhnungsbedürftigen Werkes: The Turtle (Die Schildkröte) heißt das dritte Kapitel aus John Steinbecks Roman Früchte des Zorns, und genau dieses Kapitel hat Geirr Tveitt komplett für Mezzosopran und Orchester gesetzt – ein heikles Unterfangen, denn zwei eng bedruckte Buchseiten Prosa können sich ganz schön in die Länge ziehen, und das desto mehr, wenn es darin keinerlei Dialoge oder Rollenspiele gibt.

In der knapp dreißigminütigen Erzählung werden wir Zeuge eines unglaublichen Abenteuers: Eine Schildkröte mit „alten lustigen Augen“ kriecht irgendwo aus dem Gras „am Rande der großen Asphaltstraße“, klettert mit vieler Mühe empor, rutscht ab, kugelt zurück, krallt sich ein, erreicht schließlich die Straße, wird von einem mordlüsternen LKW-Fahrer nicht mittig, sondern nur am Rande des Panzers getroffen, fliegt „wie ein Plättchen beim Schnippspiel“ zur Seite, rafft sich auf, kommt wieder auf die Füße und verläßt die Straße, indessen die alten lustigen Augen geradeaus blicken ...

Lebens- und Überlebenswille, Zielstrebigkeit, Hartnäckigkeit und ein dicker Panzer, das sind die Merkmale des klugen Tieres mit dem lustigen Augen. Eben dieses zähe, unnachgiebige Voranstreben aber ist es, das Geirr Tveitt in sein sogenanntes Schildkrötenlied hineinpraktiziert hat. Es wirkt da eine Kraft, die anfangs noch unorganisiert, formlos, lediglich in groben rhythmischen Impulsen (und beim ersten Hören verwirrend) erscheint; doch schon bald zeigt sich, wohin diese Kraft strebt: Vorwärts! Die mannigfachen Hindernisse, die Gefahren und dramatischen Bedrohungen werden zu klingenden Etappen, die erzählende Melodielinie der bewundernswerten Solistin bildet mehr und mehr jene „wellige Spur“, die der gepanzerte Protagonist auf seinem Weg über alle Fährnisse hinweg zieht. Ein eigenartiges, abenteuerliches Stück Musik, dessen Schönheiten sich – welch Wunder! – langsam, aber desto beharrlicher offenbart.
Rasmus van Rijn (19.07.2004)

Künstlerische Qualität: 9
Klangualität: 9
Gesamteindruck: 9

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