Detailinformationen

  • Zsolnay-Verlag , 08/2005
  • Einband: Gebunden
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-13: 9783552060029
  • Bestell-Nr.: 7679319
  • Umfang: 219 Seiten
  • Gewicht: 365 g
  • Maße: 210 x 136 mm
  • Stärke: 25 mm
  • Erscheinungstermin: 15.8.2005

Kurzbeschreibung

Das Buch erzählt die Geschichte einer Familie, die es im kommunistischen Jugoslawien zu Wohlstand und Ansehen bringt, erzählt von Krankheit und Verlust, von der Suche nach sich selbst und davon, in einer fremden Sprache zu leben und zu lieben. Ein großes Stück Literatur über das, was unser Leben ausmacht.

Klappentext

"Heimweh nach Nirgendwo", der Senkrechtstarter der englischen Bestsellerlisten, erzählt die Geschichte einer Familie, die es im kommunistischen Jugoslawien zu Wohlstand und Ansehen bringt, erzählt von Krankheit und Verlust, von der Suche nach sich selbst und davon, in einer fremden Sprache zu leben und zu lieben. Ein großes Stück Literatur über das, was unser Leben ausmacht. "Vesna Goldworthy ist eine wunderbare Schriftstellerin. Mit 'Heimweh nach Nirgendwo' hat sie uns sehr persönliche Erinnerungen und zugleich eine Geschichte, die uns alle betrifft, geschenkt. Sie erzählt von Politik und Veränderungen, von Erwartungen, Glücksgefühlen, unverwüstlicher Stärke und Liebe." (Lily Brett)

Auszüge aus dem Buch

In den achtziger Jahren, als junge Braut, nannte ich mich Vesna Bjelogrliç-Goldsworthy. Auf dem Papier wirkt der Name länger als seine neun Silben. Der sperrige Doppellader war ein Kompromiß zwischen Patriotismus, dem reflexartigen Feminismus einer Belgrader Prinzessin und jenem romantisch-unterwürfigen Impuls, der Frauen wie mich - zwei Drittel Simone de Beauvoir, ein Drittel Tammy Wynette - dazu veranlaßt, Gehorsam zu geloben, bis daß der Tod uns scheidet. Den Namen zu buchstabieren, wurde allerdings bald sehr lästig. Meine serbischen Landsleute, die nicht gewillt waren, Goldsworthy auch nur in Erwägung zu ziehen, bevorzugten Goldsvorti, Golsforti, Golzuordi und sogar Golsvorti, in Anlehnung an den Schriftsteller John Galsworthy, dessen hohes literarisches Ansehen in Serbien dadurch dokumentiert wird, daß im Norden Belgrads eine Straße nach ihm benannt ist. Selten machte ich mir die Mühe, dort irgend jemanden zu korrigieren, wie ich auch in England niemanden je verbessert habe, der sein Erstaunen über den serbischen Namen Vanessa zum Ausdruck bringt. Immer noch besser als Vesta oder Vespa. Vanessa ist, namenskundlich betrachtet, meine Tarnkappe. Bjelogrliç, Bjelogerlitsch ausgesprochen, entpuppte sich für die Engländer bald als Hindernislauf. Dabei handelt es sich um ein zünftiges slawisches "Itsch", wie Evelyn Waugh einst bemerkte, und wer Ivlin Vo heißt, kennt sich aus mit zünftigen Namen. Bjelogrliç bedeutet "Sohn der weißen Kehle", was zugegebenermaßen eher an einen Sioux-Häuptling denken läßt, auf Serbisch jedoch völlig harmlos klingt, sogar einen Hauch distinguiert. An meinem Hochzeitstag im November 1986 holte der Standesbeamte in Hammersmith jedesmal tief Luft, wenn er sich dem Namen näherte, und brachte es tatsächlich fertig, ihn kein einziges Mal zu bewältigen. Der arme Mann tat mir leid. Die Braut, der Bräutigam und die beiden Trauzeugen (somit die gesamte Hochzeitsgesellschaft) schnappten gemeinschaftlich nach Luft, wann immer er zum B. kam. Was für eine Strapaze!

Biografie (Miriam Mandelkow)

Miriam Mandelkow, 1963 in Amsterdam geboren, arbeitet als Lektorin und Übersetzerin. Sie lebt in Hamburg und in Arkadien, Griechenland.

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