Detailinformationen

  • Klett-Cotta Verlag, 03/2012
  • Einband: Gebunden
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-13: 9783608939613
  • Bestell-Nr.: 1707909
  • Umfang: 448 Seiten
  • Auflage: 1. Aufl.
  • Gewicht: 556 g
  • Maße: 211 x 140 mm
  • Stärke: 32 mm
  • Erscheinungstermin: 15.3.2012

Weitere Ausgaben von Der König der Diamanten

Kurzbeschreibung

Die Gegend um Oxford im Jahr 1960. David Swain, verurteilter Mörder, bricht aus dem Gefängnis aus. In derselben Nacht wird seine Ex-Freundin ermordet.

Klappentext

Inspektor Trave von der Polizei in Oxford leitet die Suche nach dem entflohenden Häftling David Swain, den er selbst zwei Jahre zuvor vor Gericht gebracht hatte. Alsbald gerät für ihn auch der Onkel der Ermordeten in Verdacht: Titus Osman ist ein reicher Diamantenhändler. Er arbeitet mit seinem zwielichtigen Schwager zusammen, dem Verbindungen mit den Nazis nachgesagt werden ... Als der entflohene Häftling wieder gefasst wird, tut Trave alles, um dessen Unschuld zu beweisen. Aber wie weit ist er selbst inzwischen in den Fall verstrickt? Simon Tolkiens Kriminalroman besticht durch Raffinesse und historische Details.

Auszüge aus dem Buch

PROLOG
Old Bailey, Kriminalgerichtshof London
1958
"Also, Mr. Swain,
jeder könnte dieses Verbrechen verübt haben. Jeder außer Ihnen. Ist das so
richtig ?"
In der Stimme des Staatsanwalts, Sir Laurence Arne, schwang ein Hauch von
Sarkasmus mit, als er sich aus seinem Sitz erhob und gemächlich zu voller Größe
aufrichtete, sodass er auf den Angeklagten herabblicken und ihn einschüchtern
konnte, noch bevor das Kreuzverhör überhaupt begonnen hatte. Er war ein großer
Mann, groß und schlank, mit einer breiten Stirn und kleinen, dunklen Augen.
Seine knochige Gestalt und eine lange Adlernase trugen zu der vogelartigen
Wirkung bei, die unter Kollegen seit Jahren Gesprächsthema war.
Ein richtiger Raubvogel , ging es Detective Inspector Trave durch den
Kopf. Als für den Fall zuständiger Beamter saß er an einem Tisch seitlich zum
Richter, gleich hinter einer ganzen Reihe von Beweisstücken der Anklage, die er
im Zuge seiner Ermittlungen sorgfältig zusammengetragen hatte: eine
handschriftliche Notiz, ein Messer, zerfetzte und blutige Kleidung, jedes Teil
fein säuberlich mit einer eigenen Nummer versehen. Und doch verspürte Trave zu
seiner Überraschung einen An?ug von Mitleid mit dem Angeklagten. David Swain sah
aus, als hätte er seit Tagen nicht geschlafen. Ohne Unterlass wechselte er im
Zeugenstand von einem Bein auf das andere, fuhr sich mit den Händen durch den
wirren Haarschopf und war außerstande, sich auch nur für einen Moment auf
irgendjemand oder irgendetwas zu konzentrieren. Er war kein würdiger Gegner für
Arne, und dessen war dieser sich wohl bewusst. Der Staatsanwalt schien mit dem
Angeklagten fast schon zu spielen, so wie eine Katze spielt, bevor sie ihr Opfer
tötet.
"Denn das ist im Grunde, was Sie bei der Befragung durch die Polizei sagten",
fuhr Arne fort, als der Angeklagte auf seine erste Frage nicht antwortete. "Ich
nicht, ich nicht: jeder, nur ich nicht."
"Aber es ist wahr. Ich war es nicht. Und ich war aufgebracht, verwirrt. Jeder
in meiner Situation wäre das gewesen", sagte Swain. Trave konnte in der Stimme
des jungen Mannes etwas Trotziges ausmachen, einen vorwurfsvollen Unterton, den
er schon kannte. Damit würde er sich unter den Geschworenen keine Freunde
machen.
"Aber genau darum geht es doch", erwiderte Arne schnell, denn er spürte die
entstandene Lücke. "Niemand außer Ihnen war in der Situation. Niemand
außer Ihnen hatte ein Motiv. Niemand außer Ihnen hatte die Gelegenheit."
"Das wissen Sie doch gar nicht. Ethan hat etwas herausgefunden. Deshalb hat
er seinem Bruder geschrieben, er müsse ihm etwas mitteilen, es sei aber zu
gefährlich, das schriftlich zu tun."
"Jemand wollte Mr. Mendel zum Schweigen bringen, bevor er den Mund aufmachen
konnte, und deshalb hat man Sie wegen Mordes eingebuchtet. Ist es das, was Sie
mir sagen wollen ?"
"Ja. Ein Mord genügt einfach nicht man braucht auch den Mörder
dazu."
"Ich verstehe. Das haben Sie wirklich schön gesagt", sagte Arne und
gestattete sich ein säuerliches Lächeln. "Wenn Sie mir die Frage erlauben: Haben
Sie sich das für uns zurechtgelegt, damit uns nicht so langweilig ist ?"
Was für ein billiger Trick, dachte Trave bei sich, doch der gewünschte
Effekt stellte sich ein. Im Gerichtssaal wurde hie und da gekichert, Swain
hingegen lief puterrot an vor Wut.
"Nun, Mr. Swain", fuhr Arne fort.
"Betrachten wir Ihre Schilderung des Tathergangs, und schauen wir mal, ob das,
was Sie sagen, irgendeinen Sinn ergibt. Vielleicht ?nden wir ja heraus, wer denn
nun in Wahrheit der Mörder war."
Swain kaute auf seiner Lippe, schloss und
öffnete dabei abwechselnd seine Hände, die er auf dem Zeugenstand abgelegt
hatte.
Ganz offensichtlich war er nicht imstande, seine Gefühle zu
kontrollieren: Wut und Angst standen ihm mehr als deutlich ins Gesicht
geschrieben. Wenig Hilfe kam auch von den Heizungsrohren die leisteten nämlich
ganze Arbeit b

Biografie (Simon Tolkien)

Simon Tolkien geboren 1959 in Oxford, nach seinem Jura-Studium arbeitete er sowohl als Strafverteidiger als auch als Staatsanwalt. 2002 veröffentlichte er den ersten seiner drei Kriminalromane. Zurzeit lebt er mit seiner Frau und seinen beiden Söhnen in Kalifornien. Er ist der Enkel von J.R.R. Tolkien.

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