Kathrin Iselt: 'Sonderbeauftragter des Führers', Fester Einband
'Sonderbeauftragter des Führers'
- Der Kunsthistoriker und Museumsmann Hermann Voss (1884-1969)
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- Verlag:
- Böhlau, 04/2010
- Einband:
- Fester Einband
- ISBN-13:
- 9783412205720
- Umfang:
- 528 Seiten
- Copyright-Jahr:
- 2010
- Gewicht:
- 1118 g
- Maße:
- 246 x 179 mm
- Stärke:
- 35 mm
- Erscheinungstermin:
- 3.5.2010
- Serie:
- Studien zur Kunst
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Beschreibung
Hermann Voss (1884 -1969) gehört zu den profiliertesten deutschen Kunsthistorikern des 20. Jahrhunderts. Leipzig, Berlin, Wiesbaden und Dresden waren Stationen seiner Museumskarriere. Verbunden bleibt sein Name jedoch mit der Tätigkeit als Sonderbeauftragter Hitlers für das »Führermuseum« in Linz. Dieses Buch untersucht erstmals detailliert das Leben und Wirken des Kunsthistorikers und seine Verstrickung in den nationalsozialistischen Kunstraub, die schon lange vor seiner Ernennung zum »Sonderbeauftragten für Linz« begann. Voss hatte bereits als Direktor der Wiesbadener Gemäldegalerie, deren Leitung er 1935 übernahm, im Sinne des NS-Staates agiert und von der Beschlagnahme jüdischen Eigentums profitiert. Konsequenzen sollten sich für ihn nach Kriegsende daraus nicht ergeben. Voss verstarb 1969 in München als geachteter Wissenschaftler und Gemäldeexperte.
Inhaltsangabe
Aus dem Inhalt:
Vorwort
Einleitung
I. JUGENDJAHRE
1. Soziales Umfeld und akademische Ausbildung (1884-1907
2. Volontär und wissenschaftlicher Hilfsarbeiter an den Königlich Preußischen Kunstsammlungen (1908-1912
II. MUSEUMSARBEIT UND KUNSTWISSENSCHAFT 1912-1935
1. Leiter der Graphischen Sammlung am Museum der bildenden Künste Leipzig (1912-1921
1.1 Vorbemerkungen zur Geschichte des Museums der bildenden Künste und zum Leipziger Kunstverein
1.2 Amtsantritt und Perspektiven
1.3 Museumsarbeit, Wissenschaft und Lehre
2. Kustos der Gemäldegalerie an den Staatlichen Museen zu Berlin (1922-1935)
2.1 Museum und Kunsthandel
2.2 Quellenforschung und Stilkritik
2.3 Über Irrwege deutscher Museumspolitik und andere Ärgernisse Positionen eines leidenschaftlichen Museumsfachmannes
III. DIREKTOR DER STÄDTISCHEN KUNSTSAMMLUNG AM NASSAUISCHEN
LANDESMUSEUM WIESBADEN 1935-1945
1. Vorbemerkungen zur Geschichte der Städtischen Kunstsammlung Wiesbaden und des Nassauischen Kunstvereins
2. Amtsantritt und erste Herausforderungen
2.1 Von Berlin nach Wiesbaden Vorgeschichte und Amtsantritt
2.2 Die Neuordnung der Sammlung Ausstellungen, Bestände und Erwerbungen
3. Im Fahrwasser der extremsten und volksfremdesten Kunstrichtungen
3.1 Voss Geschäft mit der Entarteten Kunst
3.2 Die Beschlagnahme der Entarteten Kunst durch die Reichskammer der bildenden Künste
3.3 Hermann Voss und sein Verhältnis zum Nassauischen Kunstverein
4. Die Aktivitäten des Galeriedirektors im Kontext des nationalsozialistischen Kunstraubs
4.1 Geschäft ohne Moral Der Gutachter des Wiesbadener Polizeipräsidenten und der jüdische Kunstbesitz
4.2 Die Wiesbadener Gemäldegalerie und der Sonderbeauftragte für Linz Personelle und institutionelle Verstrickungen
4.3 Drei Orte Ein Akteur. Hermann Voss als Bindeglied zwischen Wiesbaden, Dresden und Linz
5. Zusammenfassung und Schlussfolgerungen.. 153
IV. HERMANN VOSS SONDERBEAUFTRAGTER FÜR LINZ UND
DIREKTOR DER STAATLICHEN GEMÄLDEGALERIE DRESDEN 1943-1945
1. Der Sonderauftrag Linz
1.1 Vorbemerkungen
1.1.1 Kurze Einführung
1.1.2 Stand der Forschung
1.1.3 Zielsetzung Vorgehensweise Quellen
1.2 Der Amtsantritt von Hermann Voss als Sonderbeauftragter für Linz
1.2.1 Die Ernennung Voraussetzungen und Bedingungen
1.2.2 Administrative Strukturen und personelle Konstellationen
1.2.3 Der Führervorbehalt Ein Exkurs
1.3 Der Sonderbeauftragte und sein Referent Gottfried Reimer Die Bergung von Kunst- und Kulturgut
1.3.1 Die Bergungsangelegenheiten des Sonderauftrags Linz bis März 1943 Ein Rückblick
1.3.2 Hermann Voss und Gottfried Reimer auf Schloss Neuschwanstein
Das Verhältnis zwischen Sonderauftrag Linz und Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg
1.3.3 Das Bergungsdepot in Altaussee
1.3.4 Schloss Weesenstein als Auslagerungsort für den Sonderauftrag Linz Akten und Inventare
1.4 Private Kunstsammlungen im Fokus des Sonderbeauftragten Drei Beispiele
1.4.1 Die Sammlung Lanckoronski
1.4.2 Die Sammlung Lilienfeld
1.4.3 Die Sammlung Schloss
1.5 Die Auslandsreisen des Sonderbeauftragten für Linz Die Niederlande, Polen und die Schweiz
1.5.1 Den Haag und Amsterdam Hermann Voss, Vitale Bloch und Max J.
Friedländer im Spannungsfeld nationalsozialistischer Machtpolitik
1.5.2 Eine Reise in die Schweiz Die Galerie Theodor Fischer als Geschäftspartner des Sonderauftrags Linz
1.6 Das Netzwerk Die Erwerbungen des Sonderauftrags Linz unter Hermann Voss
1.6.1 Die Niederlande
1.6.2 Frankreich und Belgien
1.6.3 Deutschland und Österreich
1.7 Exkurs: Die Sammlung Walter Weber
2. Hermann Voss und die Gemäldegalerie Dresden der Staatlichen Sammlungen für Wissenschaft und Kunst
2.1 Vorbemerkungen
2.1.1 Einführende Bemerkungen zur Situation der Dresdener Gemäldegalerie während des Zweiten Weltkrieges
2.1.2 Robert Oertel. Der Kustos der Gemäldegalerie Dresden und seine Tätigkeit für den Sonderauftrag Linz
2.2 Der Aufgabenbereich von Hermann Voss als Direktor der Gemäldegalerie Dresde
Klappentext
Mit der Öffnung der Grenzen innerhalb des Ostblocks, mit dem Austausch von Vertragsarbeitern und Studenten und der Gründung von Kulturinstituten suchten die staatssozialistischen Regime einen lebendigen Kontakt zwischen den Brudervölkern zu etablieren. Diese »transnationalen Zwischenräume« schufen zugleich Freiräume alternativer Kulturen und Lebensstile, förderten einen umfassenden, geradezu sprichwörtlichen Schleichhandel und stabilisierten schließlich die wechselseitige Ablehnung in der Zwangsgemeinschaft des Staatssozialismus. Die hier versammelten Beiträge ost- und westeuropäischer Zeithistoriker ermöglichen tiefe Einblicke in zentrale Fragen einer Alltagsgeschichte des Staatssozialismus und zeichnen ein farbiges Bild voller Spannungen zwischen staatlicher Kontrolle und alltäglichem Eigensinn.Biografie
Kathrin Iselt, geb. 1971, studierte Kunstgeschichte und Mittelalterliche Geschichte an der Technischen Universität Dresden und arbeitet heute in einem Provenienzforschungsprojekt der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden.Anmerkungen:
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