Diego de Landa: Bericht aus Yucatán, Flexibler Einband
Bericht aus Yucatán
- Mit einem Aufsatz v. Linda Schele u. Mary E. Miller. Hrsg. u. Nachw. v. Carlos Rincon
- Originaltitel: Relación de las cosas de Yucatán
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- Verlag:
- Reclam, Ditzingen, 10/2007
- Einband:
- Flexibler Einband
- ISBN-13:
- 9783150205280
- Umfang:
- 291 Seiten
- Sonstiges:
- m. Abb.
- Altersempfehlung:
- Hobby/Freizeit
- Copyright-Jahr:
- 2007
- Gewicht:
- 250 g
- Maße:
- 193 x 121 mm
- Stärke:
- 19 mm
- Erscheinungstermin:
- 15.10.2007
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Klappentext
Der Franziskanermönch Diego de Landa, der etwa 30 Jahre auf der mexikanischen Halbinsel Yucatán lebte, verfasste 1566 diese Chronik, in der er Lebensweise, Sitten und Bräuche der Maya schildert und ihre Schrift, ihre Zeitrechnung und ihre Bauwerke beschreibt. Diego de Landa war maßgeblich an der Zerstörung der Maya-Kultur beteiligt. Auch wenn er wenig für die fremde Kultur übrig hatte, ist sein 'Bericht aus Yucatán' noch heute ein zentrales Werk zum Verständnis der Maya.Auszüge aus dem Buch
Die Indios haben sehr vergnügliche Unterhaltungen und vor allem Komödianten, die mit großer Anmut spielen, was so weit geht, daß diese sich Spanier mieten, damit sie die Späße über diejenigen Spanier sehen, die mit ihren Mädchen vorbeikommen, über die Ehemänner oder über sie selbst, über gute oder schlechte Diener, und hierauf stellen sie dies so kunstfertig wie genau dar. Sie haben kleine Trommeln, die sie mit der Hand schlagen, und eine weitere, aus einem hohlen Baumstamm hergestellte Trommel, die dumpf und traurig klingt und die sie mit einem länglichen Stab schlagen, dessen Spitze sie mit dem Milchsaft eines Baums bedeckt haben; und sie haben große und dünne Trompeten aus hohlen Baumstämmen, an deren Ende lange und gekrümmte Kalebassen angebracht sind; sie haben ein weiteres Musikinstrument aus der Schale einer ganzen Schildkröte, nachdem man das Fleisch herausgelöst hat, schlägt man mit der Handfläche auf die Schale, was einen düsteren und traurigen Klang ergibt. Sie haben Pfeifen aus den Röhrenknochen von Hirschen, große Schneckentrompeten und Rohrflöten, und mit diesen Instrumenten spielen sie den Tanzenden auf.
Vor allem haben sie zwei Tänze, die ganz allein für Männer und sehr sehenswert sind. Der eine ist ein Spiel wie das Ringelstechen, und deshalb nennen sie es 'Colomché', was ebendies bedeutet. Hierfür findet sich ein großer Kreis von Tänzern zusammen, wozu Musik erklingt, und in deren Takt treten zwei aus dem Kreis heraus: Der eine trägt ein Bündel Wurfpfeile und tanzt mit ihnen in aufrechter Haltung; der andere tanzt hockend, wobei beide dem Takt des Kreises folgen; und der eine schießt die Wurfpfeile mit ganzer Kraft auf den anderen ab, während dieser sie sehr geschickt mit einem kleinen Holzstab abfängt. Nachdem alle Pfeile verschossen sind, tanzen sie dem Takt folgend in den Kreis zurück, und andere treten heraus, um das gleiche zu tun. An einem anderen Tanz sind ungefähr achthundert Indios beteiligt, die Fähnchen tragen und den Klängen einer kriegerischen Musik mit langen Schritten folgen, wobei es unter ihnen nicht einen gibt, der aus dem Takt kommt; und in ihren Tänzen sind sie schwerfällig, weil sie den ganzen Tag unablässig tanzen, und selbst mit Essen und Trinken versorgt man sie während des Tanzes. Es war nicht üblich, daß die Männer mit den Frauen tanzten.
Die Handwerker unter den Indios waren Töpfer und Zimmerleute, die viel verdienten, da sie die Götzenbilder aus Ton und Holz herstellten, wobei sie zahlreiche Fastenzeiten und andere Zeremonien einhielten. Es gab auch Wundärzte oder, besser gesagt, Zauberer, die mit Kräutern und vielen abergläubischen Handlungen heilten; und so war es auch bei allen übrigen Handwerken. Das Gewerbe, für das sie die größte Vorliebe zeigten, war der Handel; die Kaufleute brachten Salz, Kleidung und Sklaven in das Gebiet von Ulúa und Tabasco und tauschten alles gegen Kakao und Steinkügelchen ein, die ihr Geld waren, und damit kauften sie gewöhnlich Sklaven oder andere Steinkügelchen, weil diese von ausgesucht guter Qualität waren, und die Häuptlinge trugen sie als Juwelen bei den Festen; als Geld und Juwelen für ihren persönlichen Gebrauch hatten sie auch weitere, die aus gewissen roten Muschelschalen
hergestellt waren, diese trugen sie in ihren geknüpften Beuteln bei sich; und auf den Märkten handelten sie mit allem, was es in diesem Land gab. Sie borgten, verliehen und bezahlten höflich und ohne Wucherzinsen. Mehr als alle übrigen waren die Bauern und jene, die den Mais und die anderen Feldfrüchte ernten; diese bewahren sie in sehr schönen Kornspeichern und Scheuern auf, um sie zu einer günstigen Zeit verkaufen zu können. Ihre Maultiere und Ochsen sind die Menschen. Gewöhnlich säen sie für jeden Ehemann und seine Frau ein Feldmaß von vierhundert Fuß, das sie 'hum uinic' nennen und das mit der Elle zu zwanzig Fuß in der Breite und in der Länge ausgemessen wird.
Die Indios haben die gute
Anmerkungen:
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